Ausgabe 
14.6.1898 Zweites Blatt
 
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1808

Zweites Blatt.

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KBe Anzetgkn-BermittlungSstellm M 3n- tmb SwslarckE nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger atiW*

»etMfFttto

Vierteljährlich 2 Mark 20 Pf», msmttüch 75 Pf», mit vrivgertoh«.

Dienstag den 14. Juni

Bei Postbezug

2 Mark 50 «ff. vierteljährlich.

Orfchewt täglich

Bit Ausnahme deS

Montags.

Die Gießener M««tlt<»StLttrr »erden dem Anzeiger Bßchentlich viermal beigelegt.

Gießener Anzeiger

General -Anzeiger

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den ftfgenfctn Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr.

Amts- und Anzeigeblutt für den Areis Gietzen.

Aintlichev Theil

-iedaction, Ervedition und Druckerei:

Kchukftratz« Ar. 7.

Minister des Aeuheren. Wie verlautet, bandelte eS sich in der Eoaserenz um die Hilfe für die in Manila ansäsfigen Spanier, die ihnen durch deutsche Kriegsschiffe gewährt werden soll. _ Auch treten Nachrichten über einen europäischen Eougreß wegen der Philippinen auf, der auf Antrag Kaiser Wilhelms zufammeutreten wird.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51.

Ptratif d?to>

* Für Postkartenfammler. Wie sehr durch Unter, nehmungen wie Ausstellungen auch andere Geschäfte gefördert werden, beweist die Thatsache, daß gegenwärtig allein von theils aquarellirten, theilS photographischen Ansichts­postkarten der Münchener Kraftausstellung von vier größeren Geschäften schon über 5 Millionen im Drucke find, die schon Mitte Juli erscheinen, ein Trost für die lechzenden Pastkartensammler in nah und fern.

Fata Morgana. Die Bewohner mehrerer Ort' schäften im Santon Thurgau konnten Donnerstag (2. Juni- Abend eine Luftspiegelung von außerordentlicher Schönheit bewundern. Auf einem von den letzten Strahlen der unter' gehenden Sonne beleuchteten dichten Gewölk erschien plötzlich ein prachtvolles Alpenpanorama. Aus den ersten Blick sah man, daß eS eine Landschaft aus dem Santon Appenzell war mit Hügel und grünen Wiesen, beherrscht von dem SäntiS.

Anstand.

Bien, 11. Juni. Morgen findet unter dem Borfitz des Kaiser» ein Mtutsterrath statt, von den Beschlüssen desselben wird eine Klärung der inneren Situation, namentlich hinfichtlich der parlamentarischen Lage erwartet.

Wien, 11. Juni. Der Eisennahnminister fordert die Provinzbahnen auf, rechtzeitig Fürsorge für den voranSfichtlich starken Getreide« und Kohlentransport im kommenden Herbst zu treffen.

Rom, 12. Juni. Rudtni wird am Donnerstag die Dringlichkeit für bat Preß- und Bereiusgesetz fordern und im Weigerungsfälle die Kammer sofort auflöseu. Der König untetzeichnete bereits das AuflösungSdreret.

gonbon, 11. Juni. Laut einer Meldung auS Santiago herrscht dort Mangel an Lebensrnitteln. Die Preise für dieselben find enorm gestiegen-

Bonbon, 11. Juni.Daily Ehronicle" meldet auS New« York, daß die Nachricht, es seien vier spanische Kreuzer an der Küste von Florida gesehen worden, die Regierung veranlaßt habe, einige Schiffe von Santiago abzuberufen und mit der Rkcoguoscirung zu betrauen.

Petersburg, 12. Juni. Die Reise deS Zaren zum Wiener Kaiser-Jubiläum ft-ht jetzt sest Der Minister deS Aeußeren, Graf Murawiew, wird den Zaren begleiten.

Petersburg, 11. Juni. In der Behandlung der AuS« länder in Rußland wird eine wichtige Aenderung ge- meldet. Nach derNowosti" hat kürzlich eine Sitzung deS MtntstercomitsS fich mit der Frage beschäftigt, ob Ausländer zum Ankauf von Naphthaquellen im Kaukasus berechtigt fein sollen. ES sei beschloffen worden, den Ftnanzminister zu er­mächtigen, im Einvernehmen mit dem kaukafischen LandeSchef, Ausländern zu gestatten, ihre Eapitalien tu russischen Unter« nehmungen anzulegeu und Immobilien in Rußland zu er« werben.

New-York, 11. Juni. DaS amerikanische Geschwader hat gestern wieder während drei Stunden Santiago bom- badirt, währenddeffen wurden in der Nähe der Siadt Santiago amer kanische Truppen gelandet.

New-York, 11. Juni. Man empfindet in den vereinigten Staaten die. Folgen de« Kriege« für Handel und Schiff­fahrt bereits sehr schmerzlich. Namentlich wird in den ameri« kauischen Zeitungen bitter über den ansehnlichen Niedergang de« Frachtengeschäfts nach dem Süden des amerikanischen ContinentS geklagt. Daß an diesem Niedergange die äußer« lichen Hinderuiffe, die der Krieg dem Handel in den Weg legt, eine Schuld tragen, ist zweifellos, aber es ist auch mög­lich, daß daneben nationale Sympathien deS spanischen Süd­amerikas für Spanien und Antipathien gegen die Bereinigten Staaten in Wirkung treten. Auch die Furcht mag eine Rolle Mitspielen, daß fich bei Nordamerika, wenn e« erst Cuba ver­schlungen haben wird, noch ein weiterer Landhunger be­merkbar machen werde, sodaß baß WortAmerika den Ameri­kanern" so umzudeuten wäre, daß ganz Mittel- und Süd­amerika unter die Botmäßigkeit von Nordamerika gebracht würden und den Anordnungen der Bereinigten Staaten von Amerika zu gehorchen hätte. Im Handel find solche sentimentale Motive freilich nicht von langer Wirkung - schließlich entscheidet immer die brutal-materielle Zweckmäßigkeitsfrage, allein es ist doch nicht von der Hand zu weisen, daß unter der Wirkung der gegenwärtig herrschenden Stimmung bei gleichen materiellen Leistungen der deutsche Handel auS dem Niedergange des amerikanischen Bortheil ziehen kann, zumal wenn eS fich be- ftätigt, daß die gegen Nordamerika fich geltend machende Ver­stimmung in Südamerika fich auch gegen England richte wegen desien demonstrativer Parteinahme für die Bereinigten Staaten gegen Spanien. ES wird jedenfalls unferm Handel nicht zum Nachtheil gereichen, wenn derselbe diese Verhältnisse scharf in'« Auge faßt und in seinen Manipulationen in Mittel- und Südamerika darnach handelt.

Washington, 12. Juni. Da« gelbe Fieber nimmt in den Städten der Bereinigten Staaten in bedenklicher Weise zu. Mehrere Städte mußten durch Militär Cordon abgesperrt werden.

Die Deutschen Natioualseste und die Deutschen im Ausland.

Wenn es irgend eine für unser Volk ganz besonders bezeichnende Eigenthümlichkeit giebt, die sich die nach fremden Ländern übergefiedelten Deutschen auch in der neuen Heimath bewahrt haben, so ist es die Freude an dem Zusammenschluß zur gemeinsamen Pflege des Gesanges, des Turnens, der Fertigkeit in der Handhabung der Waffen, und so finden wir denn auch überall auf dem Erdenrunde, wo deutsche An- fiedlungen bestehen, die deutschen Gesang , Turn« und Schützen­vereine blühen ganz wie in der alten Heimath. Gerade diese Vereine sind es denn, die zur Erhaltung des DeutschthumS im Auslande, zur Pflege seiner Verbindung mit dem Mutterlande am meisten beitraaen, ustd wir haben kürzlich erst wieder in Südbrasi'ien seftfiellen können, welchen tiefen Eindruck es namentlich aus die romanischen Völker macht, wenn sie sehen, mit welcher Hingabe und Begeisterung die Deutschen bei den festlichen Zusammenkünften solcher Vereine fich wieder zu ihrem Volksthum bekennen.

Es ist daher auch natürlich, wenn der Gedanke der Nationalfeste gerade bei den Deutschen im Auslande einen besonders freudigen Widerhall findet; wie oft schon sind deutsche Schützen oder Sänger, die jenseits des Weldmeeres die deutsche Sanges- und Waffenfreude pflegen, herüberge­kommen, um mit den Brüdern im alten Reiche im edlen Wettstreite um die Palme des Sieges zu ringen, vor Allem aber, um zu bekunden, daß sie von ganzem Herzen Deutsche geblieben sind. An sie wird der Rus, sich an den National- festen zu betheiligen, bei denen es sich nicht nur um em Fest, sondern um eine nationale Arbeit handelt, gewiß nicht umsonst ergehen, und gerade ihre Betheiligung wird ein besonders zwingender Beweis für die ideale Bedeutung unserer Festspiele sein, welche alle Stämme deutscher Zunge und deutscher Art unter ihrem Banner vereinigen wollen. Die Theilnahme an unseren Festspielen wird somit ein neues Band sein, das die ferngezogenen Deutschen mit der alten Heimath verbindet zu Ehren und zum Vortheil beider Theile, und der Eichenkranz, den der Sieger sich angesichts des herrlichsten und hehrsten Denkmals für deutsche Treue und deutsche Tapferkeit dort am grünen Rheinstrom errungen hat, er wird in dem hastigen Treiben nordamerikanischer Groß­städte wie in der Stille des brasilianischen Waldes noch späten Geschlechtern Kunde geben von der alten Heimath ihrer Väter, er wird auch in ihnen die Sehnsucht wachrufen nach dem sagenumwobenen Strome und auch sie werden dann einst über das weite Meer herübergezogen kommen, den Boden zu begrüßen, der ihnen heilig tst, als der Ort da die Wiege derer stand, die unter mancher Entsagung und Roth ihren Kindern in fernen Weltheilen ein anderes, aber doch immer ein deutsches Heim geschaffen haben.

Nach den vorliegenden Mittheilungen findet der Gedanke der nationalen Festspiele die größte Aufmerksamkeit bei ben Deutschen im Ausland, und es ist ihre rege Betheiligung an denselben mit Sicherheit zu erwarten. Sie sollen uns herz­lich willkommen sein, und wenn sie dann wieder von uns scheiden werden, so wird es in der Gewißheit geschehen, daß sie in der alten Heimath nicht vergessen sind, wie auch in dem festen Willen, selbst deutsch bleiben zu wollen, wohin auch immer das Geschick und die alte germanische Wanderlust sie geführt baden mag!

Gratisbeilage: Gießener Familienblätter

Bekanntmachung.

Bett.: Die Rechenschaftsberichte der Berficherung»gesellschaften, hier die Concessioniruug deS Oelser ®t rbekaffeverrinS in Ddf.

Wir dringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Hroßh. Ministerium des Innern die dem Oelser Sterbekaffe- aeretn in Oel» erteilte Erlaubnih zum Geschäftsbetrieb im Troßherzoqthum zurückgevommen hat.

Gießen, den 10. Juni 1898.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.

Gießen, den 13. Juni 1898. 8etr.: DaS Ober Ersatzgeschäft pro 1898.

Der Civilvorfitzende der Großh. Ersatz-Commission Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises.

ES stehen noch viele von Ihnen mit der Anzeige, daß die Ladungen zum Ober-Ersatzgeschäft den Militärpflichtigen zagestellt worden find, zurück. Sie wollen dies nunmehr unverzüglich thun.

Dr. Wallau.

Deutsches Reich.

Berit«, 11. Juni. Reichskanzler Fürst Hohenlohe wird bereit» am Montag nach Berlin zurückkehren.

Berlin, 11. Juni. Der Bundesrath dürfte seine letzte Sitzung vor den Sommerferien am 16. ober 17. d. M. halten. Arn 18. tritt der Staatssecre'är PosadowSky Feinen sechswöchigen Urlaub an, welchen er zum größeren Theile in Tyrol zu verbringen gedenkt.

Berlin, 11. Juni. Zu der Meldung eine» New Yorker «latteS, daß die Beziehungen Arneriko« zu Deutsch- land gespannt seien, weil Deutschland Borstellungen wegen der Philippinen in Washington erhoben habe, bemerkt dieMt", Laß diese Nachricht der thaisächlichen Begründung entbehrt, Sasbesondere, da von derartigen Vorstellungen Deutschland» en unterrichteter Stelle nichts bekannt sei.

Berlin, 11. Juni. DiePost" mißt der Madrider Meldung, ein europäischer Congreß solle die Philippinen- frage regeln, keine große Bedeutung bei. -bi« zur Stunde liege noch keine Bestätigung 6er Nachricht vor, daß die sspanifche Regierung an die Mächre appellirt habe.

Berlin, 11. Juni. Bei dem gestrigen Begräbniß der -ermordeten Beriha Singer wurde em des Morde» verdäch­tige» Individuum verhaftet.

Berlin, 11. Juni. Der Oberb efehl in Kiautschou. TS erscheinen gegenwärtig ganz bestimmte Andeutungen, daß die Marine-Verwaltung toobl nicht auf die Dauer allen An­sprüchen in Kiautschou werde genügen können. Bon mili­tärischer Seite wird mit sachlichen Gründen betont, daß ein rlrmee-Osfizier an die Spitze der Besatzung gehöre. Dem ist entgegenzuhalten, daß an maßgebender Stelle auch gar nicht davon die Rede ist, das jetzige Berhältniß als ein ab- geschloffene» anzuiehen. DaS geht au» der kaiserlichen Ver­tagung vom 27. Januar hervor, wonach die gesummte Der- Haltung be« Kiautschou-Gebietesbis auf Weiteres" dem Reichs-Marineamt übertragen wurde. Für die einstweilige Hebertragung war die Err-iizung maßgebend, daß für die zunächst zu treffenden Maßnahmen, Dermesiung, Betonnung, Beleuchtung, Hafenangelegenheiten u. s. f. der Marine die erforderlichen Kräfte und Erfahrungen zur Seite stehen. Rach Abschluß dieser Arbeiten könnte man also auf die Er­örterung der berührten Frage zurückkommen.

Frankfurt a, M., 11 Juni. Nach einer Mittheilung 6erFranks. Ztg." wurde deute Nachmittag in der Berger­straße auf einen ® elboriefträger ein Attentat verübt. Tin Bergerstraße 23 wohnender Mensch Namens Frank hatte an seine eigene Adresse eine Postanweisung ausgegeben. Sls der Geldbriesträger mit dem Betrage erschien, brachte Frank demselben von hinten einen Messerstich in den Hal» bei. Dem Briefträger gelang eS, da» Zimmer zu verlaffen and von außen abzuschließen. Die Verletzung ist nicht leben», gefährlich. Frank wurde verhaftet.

Köln, 11. Juni. Diekölnische Zeitung" meldet au« Madrid: Große» Aussehen erregt die gestrige To nferenz zwischen dem deutschen Botschafter v. Ra^owltz und dem