Ausgabe 
13.7.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

m.

'"»

28268.

°pf8chuppen

lagen!

Auswahl und ae- |en.

-lager.

>n- [4423

Pferdekräfte

tata.

rg, Köln a. Rh.

)

inkerei

4911

i M Akt,

t, Pissoirs u.

<

in unübertroffene hrung.

-!r. 50827) rc.

^en,

\\0

55.65

S5>

IV'

145.$ urri 151^

W61 tra tiW- HtaatSb. tzüdbahn

pfff to-.1®- ti.100- atü* m Aesul- Mdcn.

*5i *

Kjtf \

113. ' 1187.86

303.50 305.

69.40 69

<39^139-1 ' 89.H

tartfoK a» ... ^80 109.

£

lSf>S

Mittwoch den 13. Juli

Erstes Blatt

-lr. 161

Gießener Anzeiger

General-Unzeiger

Amts- und Anzeigeblntt für den Kreis Giefzen

Alle Anzeigen.VermtttlungSstellen btS In- unk Hn»(aMd nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger estGW«

Lnaahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den groben Lag erscheinenden 9himmer bis Borm. 10 Uhr.

Bei Postbezug

2 Mark 50 Pjg. »ierteliShrlich.

»tVWxti»

vierteljährlich

2 Mark 20 Psg.

monatlich 75

mit Bringerloh«.

Krfchtinl täglich «it Ausnahme des MontagS.

Die Gießener Damikienötätter »erben dem Anzeiger »ichentlich viermal beigclegt.

Rebadbn, Expedition und Druckerei:

Kchutßr.te Nr. 7.

Gratisbeilage: Gießener Familienblätter.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Oieße«.

Fernsprecher Nr. 51.

Amtlicher Thell.,

Bekanntmachung,

betreffend: Die Bildung eine- neuen Kaminfeger-KehrbezirkS im Kreise Gießen.

Au» den seither zu den zwei Gießener Kaminfeger« Kehrbezirken gehörigen Landgemeinden Albach, Allendorf a. d. Lahn, Alten-Buseck, Annerod, BerSrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardrfeldev, Daubringeu mit Heibert-Hauseu, Garbenteich, Großen-Buseck, GroßewLtnden, Hausen, Heuchel­heim, Klein-Linden, Lang Gönr, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Steinbach, Trohe, Watzen­born-Steinberg und Wieseck ist ein neuer selbstständiger Kehrbezirk gebildet und dem Kaminfeger Eduard Rupp in Gießen übertragen worden.

Gießen, den 9. Juli 1898.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.

Programm der Grotzh. Hessischen Fach, schule für Culturtechniker in Darmstadt.

1. Zweck der Anstalt.

Die unter der Leitung der Großh. Oberen landwirth- schastlichen Behörde stehende Anstalt bezweckt die Ausbildung von Culturtechnikern für die bei den Culturinspectionen zur Projectirung und Ausführung kommenden Landesculturarbeiten (Feldbereinigungen, Wiefenmeliorationen, Bachregulirungen, Drainagen, Wasierversorgungen rc.)

Die theoretische Ausbildung erfolgt durch den Unterricht in den drei Wintercursen 1898/99, 1899/1900 und 1900/1901 während der Monate November bis März.

Für die practtsche Ausbildung werden die Schüler nach Schluß des Schulunterrichts für den übrigen Theil des Jahres (April bis October) den Culturinspectionen und Be­reinigungsgeometern zur Beschäftigung beigegeben.

Die Schüler haben sich diejenigen theoretischen und practischen Kenntniffe und Fertigkeiten anzueignen, welche für die Herstellung von Kostenanschlägen und einfacheren Projecten, wie auch für die sachgemäße Ueberwachung und Leitung von Landesculturarbeiten nothwendig sind.

2. Aufnahmebedingungen.

Die Schüler müssen bei dem Eintritte mindestens sechs- zehn Jahre alt sein, einen gesunden, kräftigen Körper, sowie gute geistige Anlagen haben und diejenigen Kenntnisse besitzen, welche in der Volksschule erworben werden können; auch muß ihr seitheriger Lebenswandel tadellos gewesen sein. Diese Aufnahmebedingungen sind nachzuweisen:

1. durch die Einwilligung des Vaters oder Vormunds zum Eintritt in die Fachschule;

2. durch den Geburtsschein;

3. durch das Schulzeugniß;

4. durch das Zeugniß eines approbirten Arztes;

5. durch das Leumundszeugniß der Heimathsbehörde, und

6. durch eine Aufnahmeprüfung, falls solche noch für nothwendig erachtet werden sollte.

Die Anmeldungen find bis zum 1. October d. I. bei der Großh. Oberen landwirthschaftltchen Behörde einzureichen.

Diejenigen Schüler, welche sich dem hessischen Landes- culturdienste widmen wollen und sich hierfür der Oberen landwirthschaftltchen Behörde zur Verfügung stellen, erhalten während der practischen Ausbildung die Bezeichnung: Cultur« gehilfen. Der Unterricht ist für dieselben unentgeldlich. Außerdem erhalten 12 Zöglinge während des Winterunter­richts für den Tag 1 Mark Unterstützung aus der Staatskasse.

Bei der practischen Verwendung während des Sommers erhalten die jüngeren Culturgehilfen Mk. 2,00, die älteren bis zu Mk. 3,50 Taggebühren

Jeder Schüler, der freien Schulbesuch und die Unter­stützung des Staates in Anspruch nimmt, verpflichtet sich durch Revers, mindestens fünf Jahre von dem Austritt aus der Schule ab, sich dem landesculturtechnifchen Dienste als Culturauffeher zu widmen und, falls er vor Ablauf dieser Zeit freiwillig aus dem Dienste ausscheidet, die Unterrichts­kosten und die erhaltenen Staatsunterstützungen zurückzuer­statten. Der Vater oder sonstige gesetzliche Vertreter über­nimmt die Rückzahlungsverpflichtung durch besonderen Revers als Selbstschuldner.

Solche Schüler, welche sich dem landesculturtechnischen

Dienste nicht widmen wollen, haben für einen jeden Winter- \ cursus ein Honorar von 40 Mark zu entrichten.

Es können auch Schüler in einen höheren Cursus auf , Grund einer Vorprüfung und es können Hospitanten in die Schule ausgenommen werden.

Die Culturauffeher können, wenn sie sich durch das Abgangszeugniß der Schule über den Erwerb der erforder­lichen Kenntnisse ausgewiesen haben nnd wenn sie mindestens 5 Jahre mit Landesculturarbeiten beschäftigt waren und den Nachweis einer genügenden practischen Befähigung erbringen, von Großh. Ministerium zu Culturtechnikern ernannt werden.

Darmstadt, den 5. Juli 1898.

Großh. Obere landwirthschastliche Behörde.

v. Bechtold.

Deutsches Aerch»

Darmstadt, 11. Juli. Aus Jagdschloß Wolfs­garten, 11. Juli, wird derDarmst. Ztg." gemeldet: Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin nebst Gefolge wohnten gestern dem Gottes­dienst in der Kirche zu Laugen bei.

Berlin, 11. Juli. DieVolkS-Zeituug" kann zu der Meldung der ^Königsberger Hartung'scheu Zeitung", nach welcher ein Tartfkrteg zwischen den deutschen und russischen Eisenbahnen bevorstehe, aus bester Quelle melden, daß der Tariskrieg abgewendet ist und deutscherseits alle Zusagen laut Artikel 19 deS Handelsvertrages erfüllt find.

Kreuznach, 11. Juli. Emer der Diebe, welche kürzlich tu einem hiesigen Juweleogrschäft eiueu Einbruch verübten, ist heute in Trier verhaftet worden, als er den Raub verknusen wollte.

Braunschweig, 11. Juli. Wie dieBrcmnschw. Reuest. Nachr." melden, treffen auS allen Theileu des BüdharzeS Nachrichten über verheerende Hochwasserschäden ein. In Lautenthal find die Dämme durchbrochen und die Brücken zerstört. Ein großer Theil der Ortschaften steht einen Meter hoch unter Wasser. Auch eine Anzahl Menschen sollen um» gekommen sein, doch ist darüber nichts Näheres bekannt. Der Bahndamm bei Bornhausen ist auf eine Strecke von hundert Metern überschwemmt. Der Verkehr ist unterbrochen. DaS Bad Harzburg ist vom Verkehr ganz abgeschlossen. Die Feuerwehr ist überall in fieberhafter Thätigkeit. Die Ernte ist zum größten Theile vernichtet.

München, 11. Juli. Heute fand vor dem Königlichen Landgericht die Berufungs-Verhandlung gegen den Schriftsteller Maximilian Harden in Berlin statt, welcher vom Schöffengericht wegen Beleidigung des König- Otto von Bayern zu 14 Tagen Gefänguiß verurtheilt worden war. Die Berufung wurde kostenpfl'chtig verworfen.

Anrlanv.

Wien, 11. Juli. Hier traf eine boSnisch-herzego- wiuische Deputation ein, um dem Kaiser die Be­schwerden und Wünsche der dortigen Bevölkerung zu unter­breiten.

London, 11. Juli. Aus Santiago wird gemeldet, die Kugeln der Spanier wirkten verheerend, aber auch das Feuer der Amerikaner war heftig. Die Gräben füllten fich mit Tobten. Die Amerikaner stürmten trotz des mörderischen Feuers der Spanier vor. Die Bevölkerung wünscht da» Ende de» Kampfe»- nur die Generale halten noch au dem­selben sest. Die Panik ist furchtbar. General Shafter tele- graphirte, daß bet dem gestrigen Bombardement drei Ameri- kaner getödtet und viele verwundet wurden. Die Spanier schossen viel, aber zielten schlecht. Dagegen scheinen die zahl­reichen amerikanischen Feldgeschütze großen Schaden angerichtet zu haben.

Madrid, 11. Juli. Allen Nachrichten über die Ein- leitung von FriedeuSverhandlungen wird amtlich ganz entschieden widersprochen. Im Ministerium aber sollen über diesen Punkt Meinungsverschiedenheiten bestehen. Während Gamazo und Römers für den Frieden seien, stimmten Correa und Aunon für den Krieg bis aufS Aeußerste- Sagafta und die übrigen Minister seien unentschieden. Blavco bestehe auf Fortsetzung deS Kriege»; überdies würden die CorteS schwer- lich eine Gebietsabtretung gutheißen. BorauSfichtlich wird also der Krieg fortgesetzt werden. DaS Eintreffen eines amerikanischen Geschwaders an der spanischen Küste, meint man in Madrid, würde dem Frieden auch nicht dienlich sein, vielmehr nur die VolkSleidenschaft entfachen.

Washington, 11. Juli. Präsident Mac Kinley hat eine Kundgebung erlassen, in der daS Volk der Vereinigten Staaten ausgefordert wird, in den Gotteshäusern bei der nächsten Gelegenheit Angesichts der Erfolge vor Manila und SantiagoGott dem Allmächtigen zu danken und für den Schutz der Vereinigten Staaten-Land- und Seestreitkräfte zu beten". Wie man denTimes" aus New-York telegraphirt, wird das Vorgehen des Präsidenten, auch die Sprache der Proclamation scharf kritifirt. DieEvening Post" sagt, sie lese fich wie einruhmrediges Triumphiren" über einen schwachen Feind.Unser glühender Dank wird erst zum Himmel steigen, wenn thatsächlich der Friede kommt."

i DieWorld" theilt mit, daß Admiral Cer Vera | in nächster Zeit nach Annapolis (Maryland) gebracht und dort einige Wochen al» Gefangener bleiben werde. Später i soll er dann auf Ehrenwort unter der Bedingung, da» Ge- biet der Bereinigten Staaten nicht zu verlassen, in Freiheit gesetzt werden. Der Admiral leidet an leichtem malaria- artigem Fieber.

Unter dem Getöse deS Bombardements von Santiago und der Vernichtung der spanischen Flotte ist die Besitz­ergreifung der Marianen oder Ladronen durch die Amerikaner ziemlich unbemerkt geblieben. Und doch ist diese Inselgruppe nicht ohne Bedeutung und wird in Zukunft noch viel wichtiger werden. Sie besteht an» 16 Inseln, welche zusammen eine Oberfläche von 10026 Geviertkllometer be­decken und wird nach der letzten amtlichen Zählung von 9941 Menschen bewohnt. ES gedeihen dort Kaffee, Cacao, Süßholz, Mai», Tabak und alle Sorten von Südfrüchten und Gemüsen, dre Ausfuhr von kostbaren Hölzern ist un- bedeutend. Ihre wahre Bedeutung werden die Inseln erst nach Vollendung des Nicaragua Kanal» erlangen, denn fie werden alsdann eine Hauptstation auf der großen Verkehrs­linie von Europa und Asien nach Amerika bilden. Die Augen der Nordamerikaner sehen weit!

Die Amerikaner haben den ungeheuren Vortheil, den fie durch die Vernichtung von CerveraS Flotte über die Spanier so plötzlich und unerwartet errungen hatten, nicht ausgenutzt und wohl nicht au-nutzen können. Wäre e» ihnen gelungen, am gleichen Tage, als Sampson oder vielmehr Schley die spanische Flotte zerstörte, Shaster» etwas vor­eilige Ankündigung, Santiago zu nehmen, wahr zu machen, so hätten fie ein ganz unverhältnißmäßige» Uebergrwicht erlangt- weniger weil die Einnahme Santiago» für die Er­oberung CubaS irgendwie ins Gewicht fiele, al» wegen de» großen moralischen Eindruck», den nach so langer vergeblicher Belagerung der endliche Fall der Festung ohne Zweifel auf beiden Seiten machen würde. DaS von unS am Samstag mitgetheilte Telegramm des New-Aork Herald über die wahren Zustände im Lager der Amerikaner vor Santiago gibt für daS sonst unerklärliche Zaudern Shafter» die Gründe: dasMitleid mit der Stadt", dem zuliebe er die Beschießung um einen Tag verschieben wollte, war natürlich nur ein frommer Deckmantel für die eigene Verlegenheit in bedrängter Lage. Wir find deshalb nicht erstaunr, au« den am Sonntag eingelaufenen Telegrammen zu ersehen, daß die feierlich für Samstag Mittag augesetzte Beschießung von Santiago noch nicht stattgefunden hat. So lange Shafter fich nicht der Mitwirkung SamPsonS versichert, dessen schwere Schiffsgeschütze wohl auf die Entfernung von 8 bi» 12 Kilo­meter so weit liegt Santiago mit seinen Schanzwerken von der Küste ab den spanischen Stellungen noch be­deutenden Schaden zufügen könnten, wird wohl au- dem großen endgültigen Angriff auf die Stadt nicht» werden. Unterdessen steht der Fortgang des Krieges vor lauter Frage­zeichen. Ob der Odercommandirende de- Bundesarmee, General Mile-, der sich mit Mc. Kinlty und Alger endlich auSgesöhnt zu haben scheint, von Charleston aus wirklich, wie e- heißt, nach Cuba gehen, wird, bleibt abzuwarten- angeblich soll er gleich nach dem Falle Santiagos den so ost auf* geschobenen Angriff auf Portorico machen. Watson scheint Wirklich den endgültigen Befehl bekommen zu haben, mit dem sogenannten Ostgeschwader, einer Flotte von zwei Linien­schiffen, drei Hilf-kreuzern, einigen Torpedobootzerstörern und Transportschiffen, nach Spanien abzugehen. Ob er zunächst die Canarischen Inseln angreifen oder ohne Verzug die spanischen Seeskstnngen bombadiren ober ob er Samara» Geschwader zu stellen versuchen wird, ist eine andere große Frage, die kaum vor Ablauf von zwei, drei Wochen be­antwortet werden wird. Das dritte, größte Fragezeichen ist aber Samara selbst. Weshalb kehrt er nach Spanien zurück? Soll er vielleicht den Angriff Watson- abwehren? Dazu find feine Schiffe viel zu schwach- die Oregon de»