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Factor die Einfuhr von Futterstoffen nach Deutschland bildet, lehren uns die statistischen Zahlen, nach welchen wir berechnen | können, daß weit über 100 Millionen Mark zu diesem Zwecke an da» Ausland gezahlt werden. Wirkliche Fortschritte in der FütterungSlehre konnten erst gemacht werden, als die Naturwissenschaften mit der Ausbildung der Agriculturchevne in den Betrieb der landwirthschastlichen Thierproduction ein« griffen, und die Arbeiten Justus von Liebig» waren auch auf diesem Gebiete zuerst bahnbrechend. Wiffenschastliche Unter* suchungen und practische Fütterung»versuche schloffen sich hieran und wenn auch bi» heute eine ganze Reihe von Einzel* fragen noch der Klärung harren und gerade auf dem Gebiete der Ernährungslehre noch ein reiches Arbeitsfeld vorliegt, so wurden doch schon verhaltnißmäßig sichere Grundlagen für die Fütterung gewonnen. Die Ergebnisse dieser Forschungen behandelt Professor Dr. F. Albert von der landwirthschaft« lichen Hochschule in Halle a. S. in einem Aufsatz, den da» neueste Heft der bekannten illustrirten Familienzeitschrift „Zur Guten Stunde" veröffentlicht. (Deutsches Verlagshaus Bong & Co. Berlin W. 57. Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) Von hervorragendem Interesse ist auch der übrige Inhalt des Hefte». In der Gratis-Beilage „Jllustrirte Klassiker-Bibliothek" wird Bulwers berühmter Roman „SDie letzten Tage von Pompeji" fortgesetzt.
• Boa dem Sludlebrn in Rew York wird viel Rühmliches gemeldet. Insbesondere sollen die beiden deutschen Club» Der Liederkranz" und „Arion", zu denen auch Damen Zu* tritt haben, Muster ihrer Art sein. Einen anziehenden Einblick in diese» Clubleben New-Yorks gewährt ein vortreff, licher, von ausgezeichneten Illustrationen begleiteter Aufsatz C. Frank Demey'S in dem soeben erschienenen Heft 25 der „Modernen Kunst" (Verlag von Rich. Bong. Berlins. 57, Leipzig, Wien, Stuttgart. Preis 60 Pfg.) Aus dem reichen und hochinteressanten Inhalt von Heft 25 der „Modernen Kunst" sei ferner der inhaltreiche Aussatz über den spanischen Maler „Antonio Fabrös" von Georg Buß hervorgehoben. Zahlreiche Abbildungen nach Werken des Künstlers begleiten den Aussatz. In ausgezeichneten, als Wandschmuck sehr geeigneten Holzschnitten findet man die meisterlichen Bilder „Luftige Brüder", „Liebessehnen" und „Des Sultans Lieblingslied", alle von A. Fabrös, wiedergegeben. Die Jubiläumsfestlichkeiten in Wien sind in einem illustrirten Aufsatz behandelt. Große Bilder nach A. Achenbach und W. v. Wodzinowski — von diesem die in Farben meisterlich «iedergegebene „Polnische Bauernhochzeit" — vervollständigen den wundervollen Inhalt des mit feinstem Geschmack aus- gestatteten Heftes. Daß der Preis einer solchen Nummer der „Modernen Kunst" nur 60 Pfg. beträgt, ist nicht genug zu rühmen.
• Die Dorfgemeinde Fort Mardyck in Frauzöfisch- Flandern. DaS Dorf Fort Mardyck ist eine der werk- würdigsten Gemeinden Europas, die bei Dünkirchen in Französtsch'Flandern liegt. Daselbst wird seit mehr al» 200 Jahren eine eigenthümUche Art von Gemeinschaft geübt, die von keiner der vielen Umwälzungen, die diese lange Zeit über Frankreich gebracht hat, berührt worden ist. Im Jahre 1670 — kurz na» der Abtretung Dünkirchen» an Frankreich — ries Ludwig XIV. da» Dors Fort Mardyck in» Leben, nm in der saft rein vlSmischeu Gegend eine französische 'Colonie al» nationale» Gegengewicht zn gründen und gleichzeitig eine Quelle für Matrosen zur Verfügung zu haben. Er schenkte den fich al» Ansiedler meldenden vier picaxdischen
Familien zusammen 1200 Quadratkilometer Lande» unter der Bedingung, daß sie und ihre Nachkommen den Geemann»- beruf au»üben, und fich der Mariueconscription fügen sollten. Die anfänglich mehrfach — aber vergeben» — angefochtenen Vorrechte wurden von Ludwig XIV. bestätigt und um da» ausschließliche Recht der Fischerei in jenen Gewässern vermehrt, ohne feither jemal» angctastet zu werden. Anderseit» ist auch da» ursprüngliche Bodenau»maß nie erhöht worden, obwohl die Einwohnerzahl de» Dorse» bereit» nahezu 1800 beträgt. Die Hälfte der Ländereien wird verpachtet unb bie Pachtschillinge bilden da» Gemeindeeinkommen; diese» reicht vollkommen hin für die Staatssteuern und die Unterstützung bedürftiger Bürger. Die andere Hälfte dient dazu, jedem Einwohner bei seiner Verheirothung ein halbe» Quadratkilometer zu fichern, da» er, wenu er will, verpachten, aber unter keinen Umständen veräußern oder abtreten darf. Ja Folge dieser öffentlichen „Mitgabe" pflegen bie Mardycker früh zu Heiratheu. Da nun ein halbe» Quadratkilometer stet» mehr hervorbringt, al» eine Familie benöthigt, gelangt der Ueberschnß zu« Verkauf nach Au»wärt», so daß die übrigen Bedürfnisse der Familie, ganz abgesehen von der Marine-Entlohnung de» Oberhaupte», reichlich gedeckt erscheinen. Die Leute leben also im Wohlstand und haben der Staat»regiernug niemals Kosten verursacht. Die Gesundheit ist groß. Arme gibt e» nicht, höchsten» zuweilen Bedürftige, denen im Alter, fall» der Ertrag ihre» Grundstücke» nicht hinreicht, au» Gemeindemitteln Zuschüsse gewährt werden, damit fie weiter in Wohlstand leben können. Da» Dorf macht einen sehr freundlichen Eindruck unb ist, wie wir gesehen haben, eine von einem Despoten gegründete Republik, die von allen politischen Revolutionen, von den Kaisern, Königen und Republiken seit 230 Jahren respeettrt wurde — eine wahre Enriofität.
• Leiden der Oxforder Slubtntinnen. Die Mnsentvchter Albion» sollen englischen Blättern zufolge ein recht freudelose» Dasein führen; am schlimmsten aber scheinen e» die Studentinnen der UniverfitSt Oxford zu haben. Dort werden Verordnungen aufrecht erhalten, die noch auf alten englischen Traditionen beruhen und in ihrer Strenge eher an «losterregelu al» an UniverfitätSgebrSuche erinnern. Einige dieser Maßnahmen, denen fich sämmtliche Stndirenden zu fügen haben, seien hier wiedergegeben. Nach 6 Uhr Abend» darf die Studentin, fall» fie nicht eine besondere Erlaubnih dazu nachgesucht hat, nicht mehr ihre Behausung verlassen. In den HSrsälen und Gängen der Universität dürfen die Studentinnen weder ihre weiblichen, noch mann- lichen Mitstndirendeu begrüßen oder gar ein Gespräch mit ihnen onknüpsen. Erst nach fünf Uhr ist e» ihnen erlaubt, mit ihren Kameradinnen zu plaudern. Während de» Tage» soll eben durch unnütze» Schwatzen keine Zeit verloren werden. Ferner ist e» nicht gestattet, zwei Mal hintereinander mit derselben Perfon die Kirche zu besuchen. Die» soll ver- hindern, daß zu intime Freundschaften oder geheime Der« bindnngeu unter den Frauen geschlossen werden. Die Vor- lesnngen werden allerdings von den Studireuden beiderle Geschlecht» zusammen besucht, doch sitzen die Studentinnen abgesondert in einer Ecke des Saale» und werden außerdem noch von einer Aufseherin, einer Art „Lady Chaperon", über- wacht. Wenn die internen Damen eine Einladung in die Stadt erhalten, so dürfen sie dabei niemals mit männlichen Commililonen zufammentreffeu. ES dürfen keine lustigen Geselligketien, keine Excurfionen, Picknicks unb dergleichen
iattfxnben, nur Thee», TheeS und nochmal» TheeS find Sie emzige Zerstreuung, die man den oft noch recht jungen, lebenslustigen Geschöpfen gönnt.
Univerfitäts • Nachrichten.
— Die Bibliothek beS HandelSrechtSlehrer» Geh. Juftizrath Prof. Dr. L. Goldschmidt, die der Berliner llntvafität vermacht worden war, ist durch EenatSbeschluh zum größten Tfoil der Unb fitätSbibliothek überwiesen worden.
Göttingen. AIS Prtvatdocenten haben sich hier habiittirt Dr. Koetz für Chemie unb Dr. LüderS für orientalische Sprachen.
Erlangen. An die Stelle de» Professors der ivsiemattschen Theologie in Erlangen, Dr. Seeberg, der nach Berlin geht, ist bet Conoentual-Studiendirektor Jhmel» in Loccum berufen worden.
— AlS Bewerber um da« Professoral im Ciollrecht en bet Universität zu Upsala hat sich Frl. Elsa Eschelson gemeldet. Die Dame, welche schon seit zwei Jahren al« Docent thätig ist, will eine Entscheidung darüber herbeiführen, inwieweit es die unerläßliche Bedingung ist, Mann zu sein, um Professor en einer schwedischen Universität zu werden.
— Zu '«Grafenhage ist im Alter von 85 Jahren der Nestor bet niederländischen Pharmaceuten, Dr. de Brij, gestorben. Dr. de Vrtj hat fich ein hervorragende« Verdienst durch seine Studien unb practischen Versuche über die Eulttoirung der Chinarinde erworben. n
— Zum Nachfolger für den verstorbenen Zoologen Dr. Eimer an der medtctntschen Facultät der Univerfität Tübingen wurde brr ordentliche Professor an der Universität Rostock, Dr. Friedrich Bloch- mann, berufen, bet den Ruf auch annahm.
— In Breslau ist für das nächste Studienjahr der Dom- capitular König, Professor der katholischen Dogmatik, zum Rector bet Universität gewählt worden.
- Der Senior der Universität Göttingen, Geh. Negierung«- rath Prof. Dr. F. Wüstenfelb, feierte am 31. Juli feinen 90. Geburtstag. Der um die aiabtfche Literatur vieloerdtente Gelehrte lebt seit einigen Jahren bei seinem Sohne in Hannover in ungeschwächter geistiger Gesundheit, aber leider von schweren körperlichen Leiden heimgesucht. Aus diesem Grunde konnten die akademischen Behörden und die gelehrten Gesellschaften, denen er angehört, ihm nur brieflich die Hochachtung unb Verehrung bezeugen, die er sich In einem langen unb arbeitsreichen Leben in der gelehrten Welt wie unter fernen acUepm^rroorben fort für Airchengeschichte an der hiesig«
Hochschule, Dr. Ehr Harb, hat einen Ruf an die Universität Wien erhalten und angenommen. . zwR
— Privatdocent Dr. Sandberger in München hat einen Ruf al« Profesior der Musikwissenschaft an der deutfchen Universität Prag.^^"^Universität Edinburgh bat folgende deutsche Professoren zu Ehrendoctoren der Rechte ernannt: Foster in Straßburg, Gebhardt in Berlin, Kocher in Bern, Martin in Berlin und Mikulicz in BreSlau.
Glasgow. Der frühere Principal (Rector) der hiesigen Universität, John Caird, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Von 1862 bis 1873 war er Professor der Theologie in Glasgow. Dann wurde er zum Rector gewählt. Diesen Poften bat er bi« vor Kurzem bekleidet. Außer einem Band Predigten hat Caird eine „Einleitung in bas Studium der Philosophie und Religion" und ein Buch über Spt"°PHttabelph^a! Zum ordentlichen Professor der Bacteriologie an der medicinischen Facultät bet Universität zu Philadelphia wurde die Russin Frl. Lydia Rabinowitsch ernannt.
Milch nicht zuträglich.
Dann versuchen Sie dieselbe mit etwas Mondamin von Brown und Polson ca. zehn Minuten gekocht. Nehmen Sie nur soviel Mondamin, daß die Milch cremeartig wird. Die durch Mondamin erlangte leichte Verdaulichkeit der so nahrhaften Milch ist von den Herren Netzten anerkannt. Für Brown unb Polson « fiute Qualität bürgt am besten deren 40jähriger Weltruf. Mondamin ist überall in Packeten ä 60, 30 und 15 Pfg. erhältlich. EngroS bei Türk I u. Pabst, Frankfurt a. M.
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Weißbinder- u. Anstreicherarbeiten Schreinerarbeiten Maurerarbeiten
Muschenheim, den 8. August 1898. Der Kirchen-Vorstand.
Fertfch, Pfarrer
Termin bei uns einzureichen. Zufchlagsfrist 14 Tage.
Gießen, 9. August 1898.
Das Stadtbauamt. I. V.: Gerbel.
Rest ctanten können Voranschläge und Bedingungen bei dem Unterzeichneten. sowie bei den Archit cten Stein & Meyer in Gießen, einsehen.
Angebote sind unterfertigter Stelle bis zum 16. August d. I., Dormittags 11 Uhr, in verschlossenem Couvert mit entsprechender
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Mit neuem Muschelreflector.
J G. Honben Sohn Carl Aachen.*
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Nachverzeichnete Arbeiten zur Renovirung der evangel. Kirche in Muschenheim sollen in Accord ver-
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Verdingung.
Die zur Herstellung der inneren Einrichtung des physikalischen und chemischen Instituts im Erweiterungsbau des Realgymnasiums erforderlichen Schreinerarbeiten, Mobelliefer- vage» (getheilt in 3 Loose) und die Anstreicherarbeiten an den Möbeln sollen
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Vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden.
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