1898
Dienstag den 12. Juli
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GmtisbellM: Eichener FamilirnblLtter
Bei der Heimfahrt
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Feuilleton.
t, Erfurt.
Alle Anzeigrii-BerinullungSstkllen deS In- und Ausland«» nchme-n Anzeigen für den Gießener Anzriger entgegen
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Redaction, Expedition und Druckerei:
Schnlstraße Ar. 7.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
Locales rrird provinzieller.
AuS Oberheffeu, 8. Juli. Bielen Besitzern von Fuhr' werk ist noch nicht genügend bekannt, welche Pflichten ihnen das Haftpflichtgefetz für Unfälle auslegt. Durch die Gewisien- haftigkett seines Knechtes wurde dieser Tage ein Fuhrwerks, besitzet vor großem Schaden bewahrt. Der Knecht hatte seine
har i dag pa efftermiddagen ingatt Svenskeund atervände för 1 timme
Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietze«.
Fernsprecher Nr. 51.
wurde er von einer Frau gebeten, sie mitfahren zu lasien. Der Herr hatte aber ein für allemal seinem Knecht verboten, Jemand ohne feine ausdrückliche Erlaubntß mitzunehmen. Der Knecht verweigerte deßhalb die Mitnahme. Etwa 30 Mtr. weiter wird daS eine Pferd scheu, wirst sich auf da» andere- der (offene) Wagen stürzt die Böschung hinab- der Knecht kommt unter den Wagen zu liegen, der total zertrümmert wird, hatte aber die Ge'steSgegenwart, die Zügel zu halten. Er kam glücklicher Welse mit einigen Hautabschürfungen davon. Häite die Frau durch die Mttfahrt Schaden genommen, so war der FuhrwerkSbesitzer verpflichtet, im schlimmsten Fall eine Rente bis zu 1400 Mk. jährlich zu zahlen, sür welche daS nökhige Kapital sofort gerichtlich festgelegt worden wäre. Er selbst hätte, obwohl er jährlich 200 Mk. Beitrag zur land- und forstwirthschastlichen BerufSgenvffenschafc zahlt, keinen Pfennig auS tec betr. Kosse bekommen, weil der Un- fall nicht im Betrieb vorgekommen war. Darmft. Ztg.
Mainz, 8. Juli. Dem von hier geschiedenen Provinzialdirector von Mainz, dem jetzigen Staatsminister Herrn Rothe, Exc, gibt die Stadt Mainz ein AbschiedSeffen, daS Montag den 18. Juli starifinden wird.
WormS, 8. Juli. Die Bürgerschaft wie die hiefigen Vereine veranstalteten gestern Abend zu Ehren deS scheidenden Oberbürgermeisters Herrn Küchler einen großartigen, circa 5000 Personen umfassenden Fackelzug, in welchem die verschiedenen Vereine ihre Fahnen, Embleme, Transparente rc.
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Andree har stigit npp!
Ein Srinneruvgsblatt an den 11. Juli 1897.
Von Otto Fritze.
(Nachdruck verboten.)
In Stockholm gab er bewegte Tage: Der Schriftsteller. Kongreß war soeben vorüber, der König der Belgier war zam Besuch der Ausstellung eingetroffen und au der Landung-- stelle beim Schloß wurde ein Pavillon erbaut, über welchem die rothe Fahne mit dem weißen siamesischen Elephanten stotterte — da- Eintreffen des Königs von Siam wurde täglich erwartet. Die Hotels waren von Fremden überfüllt, tin ununterbrochener Menschenstrom fluthete nach dem Aus» ßellungS-Gelände, nach Skansen, nach Haffelbackeu. DaS Publikum war etwas nervös, etwas aufgeregt, es war, als schwebe irgend ein großes Ereigniß in der Luft. Grund genug zu einer gewissen Aufregung war auch vorhanden, verging doch fast kein Tag, an welchem daS „Aftonbladet" atcht hätte die bekannten rothen Exlranummern antieben lasten.
Da kam zuerst ein Telegramm auS Odde, welche- den Unfall meldete, der den Deutschen Kaiser an Bord der „Hohenzollern" betroffen hatte. Wenige Gründen später verkündeten die rothen UnheilSzettel, daß auf Bahnhof Umtoste bei Kopenhagen ein Zusammenstoß stattgefunden habe, bei dem e- gegen 40 Todte gegeben habe. Am nächsten Tage wieder die rothen Zettel: Lieutenant v. Hahnke, bei Reisebegleiter de- Kaisers, war bet einer Radtour nach bew Skar-far- in den Sundoen-See gestürzt und ertrunken. Zwei Tage war Ruhe, da- Publikum athmete erleichtert aus — da meldeten die rothen Zettel neue-Unheil: Feuer-- brnnst am Hau-vogtei-Plotz in Berlin, für 7 bi- 8 Millionen
Ausland.
Wien, 9. Juli. Der morgigen Obm änn er-Con- ferenz der deutschen Partei wird in allen Kreisen mit größter Spannung entgegengesehen. Graf Thun ist persönlich bemüht, die Oppositioniften zu bewegen, in Der- Handlungen mit der Regierung etnzutreten. Der grögte Theil derselben hält jedoch an der Forderung fest, daß zuerst Aufhebung der Sprachen-Berordnungen erfolgen muß, bevor weitere Schritte geschehen.
Lemberg, 9. Juli. Wenn die Rahe nicht neuerdings geflört wird, wird daS St and recht am 1. August und der Äusnabmezuftand Anfangs September aufgehoben.
Lemberg, 9. Juli. Der polnische Lehrertag, welcher in Krakau verboten ist, finket in Lemberg statt.
London, 9. Juli. Der Ciotl Gouverneur, der Bürgermeister und der Gerichts-Präsident von Santiago begaben sich mit weißer Flagge in das Lager der Amerikaner. Sie schilderten die Lage als unhaltbar. Es sei nur noch Reis tmb wenig Brod vorhanden. Die Soldaten feien zügello- ucid plünderten. Die Armen seien am Verhungern. Im Gegensatz zu der Ctvil-Berwaltung hält die Mtlitär-V r- waltung an der echt soldatischen Losung fest: Lieder tobt als feige.
Madrid, 9. Juli- Mit Rücksicht auf die Fragen der inneren Politik wurden die Berathungen über den Frieden vertagt. — Bei dem Bombardement von Santiago wurden Versuche mit der neuen von Daza erfundenen Kanone angestellt, die eine Tragfähigkeit von. 40 Kilometer besitzt und mit einem neuen Explosivstoffe von großer Gewalt
digheter. Allt väl.
In der Ucbersetzung lautet die-:
Au- Tromsö ist heute Nachmittag die Nachricht ein- gelaufen, dast der „CCenfttonb- zurück,elehrt Ist. D-rselbe meldet, daß And, 5: am Sonntag Nachmittag 2»/, Uhr mit
ASezugsprei- vierteljährlich
2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh«.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
Deutsches Reich.
Berlin, 9. Juli. Der Kaiser ist an Bord seiner Nacht „Hohenzollern" beute in Bergen eingetroffen.
Köln, 9. Juli. Oberhalb Brühl entgleiste der Vor- gebirgsbahnzug. Mehrere Wagen sowie die Maschine wurden zertrümmert, einige Paffagiere wurden leickt, der Heizer schwer verletzt. Letzterer wurde auS der Maschine unter den Zug geschleudert und ihm beide Beine abgefahren.
Hamburg, 9. Juli. Infolge des GastwirthS-Boycotts gegen die der Kannenbier Gesellschaft liefernden Brauereien gründeten 20 Brauereien einen VersicherungS-Verband gegen die VerrufS-Erklärun g.
Amts- und Anzeigeblatt für den Itrci# «Netzen.
zu gewinnen. L m
Madrid, 9. Juli. Die Zurückberufuug des Geschwaders CamaraS ersolgt auf bkecten Wunsch der Königin-Regentin. DaS Geschwader Camaras ist dazu bestimmt, eventuell die mittelländische Küste zu schützen. Die atlantische Küste wird der Admiral Barasa vertheidtgen.
Barcelona, 9. Juli. Gestern Abenv haben hier AuS» sch rett un gen wegen der Brodvertheuerung stat'gefunden. Viele Frauen zogen vor daS RathhauS und verlangten Arbeit sür ihre Männer. Als dieselben die Bäckerläden plündern wollten, wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen.
Petersburg, 9. Juli. Gestern Abend ist hier da- deutsche Schulschiff „Charlotte" eingttroffen und von den im Hasen befindlichen russischen Schiffen mit Salut empfangen worden. Morgen wird der Großfürst Alexis, der Ober- besehlshaber der rusftschen Flotte, den Cornmandanten der „Charlotte" empfangen.
Wafhiugton, 9. Juli. Bisher find von Spanien noch letne birecicn FriedenSvorschläge gemacht. Von anderer Seite dauern aber die Bemühungen, einen längeren Waffenstillstand zu Wege zu bringen, fort. Die schweizerische Regierung hat den Vereinigten Staaten vorgeschlagen, ein Zoll- abkommen abzuschließen.
Washington, 9. Juli. DaS Geschwader de» Admtrals Watson hat den Auftrag erhalten, nach dem Mittklmeer abzugehen, nicht um die spanischen Schiffe zu ver- drängen, sondern um daS vorn Suezcanal zurückkehrende Geschwader de- Admirals Samara abzusangen und zu ver- Nichten. Sobald Admiral Sawpson seine Ausgabe vor Santiago und Havanna gelöst hat, wird er zu Watson stoßen, den Oberbefehl übernehmen und vereint mit Watson die spanischen Häfen angreifen.
Havanna, 9. Juli. Hier ist ein franzöfischer Kreuzer einqetroffen, welcher bei einer rveuturllrn Beschießung der Stadt bte französischen Untertanen in Schutz nehmen soll.
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Fran Tromsö
Mchener Anzeiger
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Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener Aamltienbtätter Verden dem Anzeiger vtchentl'.ch viermal beigelegt.
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gutem Winde und unter günstigen Umständen aufgeftiegeu ist. Alles wohl.
Andröc hatte zwar schon am 10. Juli depeschirt, daß er nach seinen vorjährigen meteorologischen Beobachtungen für die nächste Zeit aus günstigen Wind hoffe, sollte derselbe wider Erwarten nicht eintreffrn, so halte er sich sür verpflichtet, vom 16 Juli ab die erste mögliche Gelegenheit zur Abreise zu benutzen, selbst wenn die Winde dann weniger günstig sein sollten. Aber daß der kühne Forscher seinen Worten so schnell die That folgen laffen würde, daran hatte Niemand geglaubt.
Dem König war zur selben Zeit wie dem „Aftonbladet ein Telegramm von AndrLe zugegangen, und da- hatte ihn bewogen, seinen Besuch in der Ausstellung sofort zu unter- brechen. Daffelbe lautete:
„Spitzbergen, Virgohafen, den 11. Juli-,2 Ubi 25 Minuten Nachmittag-. Im Augenblicke der Abreise er- suchen die Mitglieder der Polarexpedition Eure Majestät, ihren unterthänigsten Gruß und wärmsten Dank auzunehmen. Andree."
Bald wurden auch die Einzelheiten bekannt, unter denen der Ausstieg de- „Adler" ersolgt war. Die Abreise war beschleunigt worden, weil gerade am Sonntag günstiger Wind herrschte. Vormittag- wurden alle Vorbereitungen getroffen, fie gingen glatt von Statten. Um V-3 Uh* war Alles bereit, nach einem ergreifenden Abschied erfolgte unter Hurrahrufen der Aufstieg. Der Wind flaute plötzlich ab, trotzdem stieg der Ballon schnell bis 200 Meter. Dann wurde er aber bi- auf die Nähe des Meeresspiegels nieder» gedrückt, und e- mußten erst Sandsacke auSgeworfen werden, ehe er sich wieder hob. Da- Wetter war hell, ein frischer, südlicher Wind erhob sich von Neuem und nach Verlauf von einer Stunde war der Ballon mit seinen in nord - nordöstlicher Richtung den Blicken der Zurück- bleibenden entschwunden.
(Schluß folgt.)
Mark Maaren verbrannt- — wahrlich, eine richtige Ua- glückswoche.
ES war am 16. Juli vor. J-. Ich saß an diesem Abend aus der Opernhaußterraffe und beobachtete den lebhaften Verkehr im Hafen. Da raffelte eine Equipage über die Schloßbrücke, die Rampe zum Schloß empor: der König kehrte au- der Ausstellung zurück, zeitiger als dies sonst geschah. Eine Equipage folgte der andern, Menschen sammelten sich in Gruppen, die italienische Banda mum- cipale, die eben auf Srrömparterren zu coucertiren beginnen wollte, setzte die Instrumente ab, — „'S ist wieder wa- loS," bemerkte der Oberkellner, „sonst wäre der Köaig jetzt noch nicht nach Hause gefahren."
Und richtig - bald tauchten die rothen Plakate wieder auf, die Menschen liefen und rannten, fie riffen den Ver- Käufern die Blätter au- den Händen und riefen fich die große Neuigkeit zu. Diesmal schien eS indeß eine Freuden, botfdbaft zu sein, man drückte fich die Hände, man wünschte fich Glück, ein Zug patriotischen Stolze- ließ die Gefichter erglänzen — eine That war geschehen — die That eine» Helden der Wiffenschast: Andree har stigit upp,--
Ändröe war in seinem Ballon ausgestiegen.
Ich laste den Wortlaut dieser Extranummer deS „Aftonbladet" von Fredagen den 17. Juli 1897 folgen, dieselbe kann auf eine historische Bedeutung Anspruch
Vermischtes.
• Rüdesheim, 8. Juli. An dem Niederwald» Denkmal ist ein Gerüst aufgeschlagen zum Zweck der AuS» besterung am Steinsockel. Wie e- scheint, erweist fich daS zum Unterbau verwandte Steinmaterial nicht als genügend wetterfest- es zeigt schon viele schadhafte Stellen.
» Kreuznach, 9. Juli. In der vergangenen Nacht brachen Diebe in da- Juwelengeschäst von Gerhard ein unb raubten Juwelen im Werthe von etwa 45000 Mk.
» Bonn, 8. Juli. Bei der Umgestaltung de- türkischen MedioinalwesenS nach preußischem Muster ist durch Verfügung deS Sultan- der Firma F. A. Eschbaum in Bonn die Beschaffung de- sämmtlichen Instrumentarium- übertragen worden. ES ist dies um so erfreulicher, al- bisher stets die ausländische Industrie dort daS Feld behauptete.
underrättelse, att ----- _
sedan, och att Andree steg upp i sondags e m. kl 2,30 med god bris och under gynasamma omstan-
gelaben wird. ■
Madrid, 9. Juli. Die Spanier erwarten immer noch |
Be.ftSrkungen, um 6egin bie ame.ilanet »nrzugehen. , H-rrlchajt an den B°0^°s^-s°hr-n. ©le hegen bie Hoffnung, bie Gunst bet Eingeborenen wieber ' “
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