Locale- und Provinzielles.
Gießen, 11. Juli 1898.
*• Hoher Besuch. Sicherem Vernehmen nach werden Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin nächsten Samstag Nachmittag die hier stattfiadeude BerbandSauSstelluug für Vogelsberger Rindvieh mit Ihrem Besuche beehren.
•• Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß' Herzog empfingen am 9. Juli u. A. den Wirkl. Geheime- rath Knorr, Präfideoten deS Oberlande-gertcht-, sowie den werbeinspector Gugeln von Gießen.
•• Kirchliche Dteustnachrichtev. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allvrgnädigst geruht, am 9. Juli den evangelischen Pfarrer Hermann Rückert in Griedel zum evangelischen Geistlichen am LaubeSzuchthau» Martenschloß, mit Wirkung vom 15. Juli 1898 an, zu ernennen.
Ordeus-Berleihuag. Seioe Majestät der Kaiser hat dem aus dem Dienst geschiedenen Großherzoglich hesfischeu StaatSminister Finger daß Großkreuz beS Rothen Adler- ordenß verliehen. Die Insignien wurde« dem StaatSminister Finger heute durch den königl. preußischen Gesandten Grasen v. d. Goltz übergeben.
Tödtltch verunglückt. Bei einer Radtour stürzte gehern in der Nähe von SolmS der Buchhalter E. Wiegel- mann von hier und wurde schwer verletzt in die hiesige Klinik gebracht. Heute Morgen ist Herr Wtegelmann infolge der erlittenen Verletzungen gestorben. Der Verunglückte, welcher sich sowohl bet seinen BerufSgenosien wie bet allen, die thn kannten, ob seines heiteren und liebenswürdigen Wesens allgemeiner B:ltebtheit erfreute, stand tn den 30 er Jahren und hinterläßt eine Frau mit zwei Kindern.
•• Sachbeschädigung. In der Nacht vom SamStag auf Sonntag hauste» wieder einmal Vandalen in der Goethe- und Ludwtgstraße, indem sie dort an einigen Wohnungen sieben Fensterscheiben entzweischlugen sowie mehrere Gaslateruen zertrümmerten.
Streit. Ja der Rodhetmerstraße fanden tn der SamStag-Nacht zwischen Mitgliedern deS AthleteuclubS und Arbeitern von der Lahnbrücke Streitigkeiten statt, wobei mit Backsteinen geworfen wurde. Die Thäter kommen zur Anzeige.
Körperverletzung. Ein Messerheld, der in der- flosiener Nacht einen jungen Mann gestochen hatte und verhaftet wurde, widersetzte sich den Schutzleuten, als sie ihn aus seinem Versteck hervorholteu und verursachte hierdurch einen Menschenauflauf.
•• Die Birrgeister. In der Nacht vom Freitag auf SamStag verübten am SelterSthor und am Bahnhofe eine Anzahl Studenten (etwa 25—30) grobe Ausschreitungen. Sie verursachten zunächst vor dem geschloffenen Cafö Hrttler einen Scandal, so daß die Bewohner an den Fenstern erschienen. Den htnzugekommenen und Rahe gebietenden Schutzmännern leisteten sie nicht Folge, behinderten dieselben vielmehr noch tu der Ausübung ihres BeruseS und ließen sich einzelne sogar Beleidigungen gegen die Beamten zu Schulden kommen. Bon hier aus begaben sich die F-deleu unter lautem Gejohle nach dem Bahnhose, zunächst tu deu Wartesaal, woselbst sie sich gegenseitig schlugen, so daß sie vom dienst- thuenden Beamten hiuauSgewiesen wurden. Hierauf lösten sich die jungen Herren Bahnsteigkarten und belästigten auf dem Bahnsteige die Paffagiere, zertrümmerten auch Fenster scheiben und wurden gegen die etnschreiteuden Beamten thät- ltch, wobei sie einen Portier blutig schlugen. Erst als Schutzmannschaft rrquirirt wurde, verließen die Ruhestörer deu Bahnhof.
•• Die Probrfullung deS großen Schwimmbassins im BolkSbad nahm am SamStag vier volle Stunden tn Anspruch. Das dazu benöthigte Wasser, ca. 300 Cubikmeter lieferte die Queckborner Leitung.
Radsport. Beim gestrigen Radrennen in Homburg batte Ludwig Opel zwei erste Preise, während Duill als Zweiter abschnitt und Heinrich DongeS zwei Mal Dritter wurde. Beim Rennen tn Bad Ktssiugen machte Verhetzen als Erster das Haupt-Vorgabe- und Tandem-Fahreu, während der jüngere DongeS im Erst- und ErmunterungSfahren als Erster siegte.
•• Stenographie. Wir machen nochmals unsere Leser auf die heute Abeud 9 Uhr im „Katserhof" stattfiadeude Versammlung zur Gründung eines CoreespoudevzvereinS GabelSberger'schen Stenographen für Hrffen und Nassau aufmerksam. (S. Inserat.)
•* Unsere Schützen Haden beim Verbandsschießeu tu Laudau vorzüglich abgeschnitten. Außer deu schon gemeldeten Bechern kommen bei der gestrtgeu PreiSvertheiluug nach Gießen: an den Metzgermetster Adolf Möhl der erste Preis, bestehend tu einem completen Silberkasten, gestiftet von den Frauen und Jungfrauen Landaus auf Festscheibe Mannheim. Auf laufendes Wild erhielten Aug. Ktlbinger den 10. und Carl Brück deu 11. Preis.
•• vefihwechfel. Herr Robert Haas verkaufte für 35000 Mark sein Haus SelterSweg Nr. 18 au den Buchhalter Konrad Schmidt. Derselbe übernimmt auch daS Waarenlager und sührt das Geschäft unverändert fort.
•• «roßherzogliche Technische Hochschule tu Darmstadt. Für daS Studienjahr 1898/99 tft von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge gemäß Wahl des Prosessoreu-CollegtumS Baurath Prof. Koch zum Rector der Technischen Hochschule ernannt worden. Als Piorector fungirt Geh. Baurath Prof. Berndt.
** Lehrerheim Vogelsberg. SamStag, 16. Juli, Nach- mittags, halten die BeztrkSlehrervereine Schotten und Gederu ihre alljährliche Famtliencoufereuz im Lehrerheim ab. ES soll nicht unterlassen werden, auch die Mitglieder und Freunde de» LehrerhetmS darauf aufmerksam zu machen und sie zu reger Betheiltguug freundlichst eiuzuladen. Gütiger Vermittelung ist eS gelungen, den in wetteren Kreisen vor- theilhaft bekannten Dichter und Schrissteller, Herrn G. Volk
au» Offenbach, zur Ueberuahme eine» Vortrag» zu gewinnen. Herr Bo'.k, der sich durch seine Schriften in hochdeutscher Sprache sowohl als auch und insbesondere durch Erzählungen und Gedichte in Odenwälder Mundart einen geachteten Namen in der Schriftsteller- und Lesewelt erwogen, hat zum Thema gewählt: „Ernste» und Heitere» aus dem Odeu- wälder Volksleben." Der Vortragende w'rd dabei auf einige» über pädagogische Volksweisheit und über d e Schule iu ihrem Verhältniß zum Volksleben eingehen. Die Ausführungen versprechen demgemäß sehr anziehend zu werden. — Der „Bote für deutsche Litteratur" enthält in seinem Mat- hefte eine eingehende Würdigung deS Dichters des Oden- walde». Im Schlußsätze heißt e«: „Seit Jahren ist auch Volk als Rezitator tbätig und ist als solcher schon in den meisten Städten de» Mittelrheinlandes ausgetreten und bekannt. Gelegentlich einer Reise nach New York laS er auch dort vor Landsleuten und fand rege Anerkennung. Auf einem Dorfe begegnete e» ibm einmal, daß ein eifriger Hö er, ein alte» Bäuerchen, nach Schluß deS Vortrag» zu ihm kam und ihn fragte: „AuS welche Bicher iß deß?" Volk sagte ihm, daß er das Alles gesammelt und mundgerecht gemacht habe. „Deß glaw ich nett, deß muß en gescheiter Kerl ge- schriwwe Howe." Volk verficherte ihn, daß er Alle» selbst so erzähle, weil er selbst ein „Bauernbub" gewesen. „Nu glab ich»." Und da» Männlein kaufte alle seine Geschichten. DaS find Erfolge, die zum Besuche deS Vortrags geradezu auf- forderu. Drum soll die Loosung am 16. Juli sein: „Auf zum Lehrerheim!"
** Rechtspflege in Hessen. Zu dem Artikel iu Nr. 159 unseres Blattes gehen unS folgende Bemerkungen zu: Davon, daß vor dem 1. Januar 1900 bedeutende Personal- Verschiebungen tu der Justiz zu erwarten seien, ist iu den Kreisen der Richter nichts bekannt. Daß für die höheren richterlichen Stellen unter den Richtern selbst keine geeigneten Persönlichkeiten zu finden seien, ist ein Jrrthum. Der hessische Richterstand zählt genügend viele tüchtige Leute, die man al» Präsidenten oder Dirrc oren an den Collegialgerichten verwenden kann, die Justizverwaltung braucht für diese Stellen nicht Rechtsanwälte zu berufen. ES ist auch ganz unrichtig, daß eS früher „System" gewesen sei, „deu R chter- stand auS den Reihen der Rechtsanwälte zu ersetzen." Rechts auwälte sind stet» tu den Richterstaod übernommen worden - e» find z. B. von den Mitgliedern de» Landgericht» zu Darmstadt zwei, von denjenigen de» Landgericht» Gießen und Mainz zwei bezw. eine» früher Rechtsanwälte gewesen. Daß unser jetziger Justizmiuister bisher entschieden dagegen gewesen fei, Rechtsanwälte zu Richtern vorzuschlagen, tft ebenfalls nicht richtig- die Thatsacheu beweisen daS Gegentheil. Allein e» wird fich kein Justizminister leicht entschließen, über die Köpse der Richter hinweg, die in langer, treuer Pflicht- ersüllung fich den Anspruch auf Berücksichtigung bet der Besetzung einer höheren Stelle erworben zu haben glauben, einen Rechtsanwalt zu berufen- er wird es nur dann thuu, wenn er überzeugt ist, daß dte Stelle von keinem der in Frage kommenden Richter so gut versehen werden wird als von dem RechtSanwalte. ES wird auch nicht leicht sein, dte hervorragend tüchtigen Juristen unter deu Rechtsanwälten zu bewegen, ihre Praxis, dte ihnen viel mehr einbringt al» ein StaatSamt, mit diesem zu vertauschen.
•* Rennte» Deutsches Turnfest in Hamburg 1898. Der Turnerfeftzug durch die Stadt am Sonntag den 24. Juli wird ein imposante» Schauspiel bieten. Dte Aufstellung der über 25 000 am Festzug theilnehmenden Turner erfolgt von 11 Uhr ad io der Umgebung der Turnhalle der Hamburger Turnerschaft von 1816 auf der Großen Allee, Besenbinder- Hof und den angrenzenden Straßen und Platzen. Um 12 Uhr findet der Abmarsch statt. ES find tm Zuge etwa 30 Civil- und Militär-Mufikcapellen und zahlreiche Trommler- und Pfrifer-Abtheilugen der Turnvereine vertheilt. Nun folgt ein Festwagen, auf dem Hammonia da» mächtige BuodeSbanuer schützt. Hieran schließen fich Herolde mit den Bannern der Turner fremder Staaten und diese selbst, auS Rußland, Oesterreich, Italien, der Schweiz, Holland, England, Brasilien, den Bereinigten Staaten von Nordamerika usw. Dann folgen dte deutschen Turner. Dte Zahl der Fahnen wird etwa 1500 sein. Jeder KreiS wird von einem Herold angeführt, der eine Kreisstandarte trägt. Der Zug zerfällt in fieben Haupt- abtheilungen mit je einem Festwagen, deren Gruppen und künstlerischer Schmuck von dem Maler H. de Brvtzcker entworfen ist. Der Vorbeimarsch wird etwa drei Stunden dauern trotz der lebhaften Schritt», in dem die Turner fich zu bewegen Pflegen. Ein genaues Programm de» Zuges mit allen Einzelangaben über Kreise, Vereine usw. wird vom Festausschuß am Sonntag in allen Straßen, dte der Zug pasfirt, zu Verkauf gebracht werden, fo daß Jeder dem Vorbeimarsch folgen und dte ihn tnteresstrenden Vereine leicht hrrauSfinden kann. ES unterliegt keinem Zweifel, daß die Augenweide und patriotische Erhebung beim Pasfiren de» Zuge» ganz außerordentlich groß fein werden.
A Mainz, 10. Juli. Dem neuen hesfischeu Staatsminister Gehetmrath Rothe wird gemäß Beschluß de» Senioren- convent» der Stadtverordneten-Versammlung iu der den kommenden Mittwoch stattfindenden Stadtverorduetenfitzung da»Ehreubürgerrecht von Mainz verliehen werben. — In gleicher Stadtverordnetenfitzung findet auch Ersatzwahl für den jüngst verstorbenen Bürgermetftereibeigeordneten Geier statt. In Aussicht genommen ist der Stadtverordnete Haffoer, ein Bruder des gletchnamigeu Bischof» von Maiuz. — In dem am verfloffrnen Freitag vor der Strafkammer des hie- figeu Landgericht» begonnenen großen Wucherproceß gegen vier „dunkle Ehrenmänner" nahmen dte Zeugender- uehmuog und PlatdoyerS de» Staatsanwalt» und der Ber- thetdiger zwei Tage tu Anspruch, sodaß e» erst tu gestriger Abendstunde zu deu Strasauträgeu der Staatsanwaltschaft kam. Unter Platdtrung auf „Schuldig" für sämmtliche Angeklagte beantragte die Staatsanwaltschaft gegen den Geldverleiher Rentner Weiner 6 Monate Gefäugvtß, 800 Mark
Geldstrafe und 3 Jahre Ehrverlust- gegen den Geldverleiher den pensiouirten Oberlehrer Werner 5 Monate Gefängntß, 1000 Mk. Geldstrafe und 3 Jahre Ehreuverlust- gegen den vorbestraften Makler Cruse l1/* Jahr Gefängntß, 1000 Mk. Geldstrafe und 5 Jahre Ehrenverlust- gegen den Mak er Prag 3 Monate Geiängniß, 500 Mk. Geldstrafe und 3 Jahre Ehrenverlust. DaS Ur,heil wird den 14. Juli verkündet.
Au- der Zeit für die Zeit.
Vor 24 Jahren, am 12. Juli 1874, starb in Eisenach, wo er seit 1864 wohnte, der hervorragendste und erfolgreichste plattdeutsche Dichter neuerer Zeit, Fritz Reuter. Er vereinigte den gesunden Humor mit dem tiefen Gemüth und einer meisterhaften Kunst der Darstellung. Seine plattdeutschen Gedichte erschienen als „Läuschen und Riemels" (gereimte Schnurren). Unter den prosaischen Schriften, die den Titel „Olle Kamellen" (alte Kamillen d. h. alte Geschichten) führen, ist „Ut mitte Stromtid" (aus meiner Landmannszeit) das vollendetste. Der Dichter wurde am 7. November 1810 in Stavenhagen geboren.
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• Die besteuerten Pankenhnnde. AuS Königsberg i. P. wird berichtet: Der Magistrat hatte für da» EtatSjahr 1898/99 die drei Paukeuhunde, welche da» hier garaisonirende Infanterie-Regiment Nc. 43 als Auszeichnung für feine ruhmreichen Thaten im Feldzug 1866 zum Ziehen brr Pauke des Regiments hallen darf, zur Hundesteuer herangrzogen. DaS Regiment weigerte fich, die verlangte Steuer zu zahlen, indem e» fich auf den § 2 deS Hundefteuer-RegelativS berief, nach welchem nur Luxushunde und gew'sse Gebrauchsbunde steuerpflichtig feien. Der Bezirksausschuß wie» dte Klage deS Regiments als unbegründet zurück indem er tn der Begründung de» Unheils darauf htnwet», daß nach dem örtlichen Steuerregulativ keineswegs nur LuxuShunde, 'onbern auch Gebrauchs- und Ziehhunde besteuert würden. Di-j ntgen Hunde, welche steuerfrei seien, wären in besondere Kategorien getheilt, unter welche die Paukenhvnde nicht dngerelbt werden können. Die Kosten de» Verfahren» wurden unter Festsetzung de» WertheS des Streitobjecte» auf 45 Mk. dem Regiment auferlept.
• Ein int:reffantes Bauwerk ist soeben auf der neuen Bahnlinie Berlin— Wrtezen vollendet worden. Die ganze Linie sollte nach dem ursprünglichen Projrcr bereit» am 1. Mai d. I. ia Betrieb gesetzt werden, eS gelang aber bi» zu diesem Zeitpunkte nur, die erste Hälfte bis Werneuchen fertig zu stellen, weil auf der anderen Hälfte Terrain- schwierigkeiteu Vorlagen, deren U-berwindung mevr Zeit erforderte, al» man erwartet hatte. In der Nähe de» Dorfe» Luneberg und der daselbst proj-ctirien Station überschreitet die Bahn den sogenannten Gamengrund, einen der schönsten Punkte der Mark ES ist die» ein mehr al» zwei Wegstunden langer und mehrere hundert Meter bret'er Thal- etnschnitt, durch welchen fich in ununterbrochener Aufemander- folge drei Seeeu hindurchztehen, der Gamen-See, der Mittel- l und Lange-See. Diesen Thaleinschnitt zu überbrücken, hätte ' den Bau einer in Bezug auf Höhe und Länge gleich imposanten Brücke von großer Kostspieligkeit erforderlich gemacht. Um einen Kostenaufwand, der zu ber Bebrütung ber ganzen Bahnlinie nicht im rechten Verhältniß stanb izu vermeiden, hat man zu einem einfacheren Mittel gegriffen. Man hat q ter durch da» Thal von einer Thalwand zur andern einen Damm gezogen, ber mehrere hnnbert Meter lang, etwa 50 Meter hoch unb an ber rechten Seite im Mitteltee und auf ber linken Seite im Langen See. viele hnnbert Arbeiter haben feit Beginn beS BabnbaueS bi» j'tzt ununterbrochen an ber Aufschüttung bes DamweS gearbeitet. Zar Unterbringung dieser Ardeitermaffen sind seiner Z-.it in ber Nähe deS Platz?» ausgedehnte Baracken gebaut worden, mit denen eine Eanttne verbunden war. Die Bewohner der Gegend strömen au» weiter Ferne herbei, um daS interessante Bauwerk zu befichtigen, aber auch die Touristen, welche den in der Nähe liegenden „B'umenthal" besuchen, wachen gern einen Abstecher dahin.
* Der neueste Fahrplan „Scandinav. Expreß 1898" ,st nunmehr erschlenen und präsentirt fich al» eine äußerst geschmackvoll auSgestattete, 62 Seiten starke BrochÜre, welche in dieser überfichtlichev Form zum ersten Male herauSgegeben wird. Außer den nothwendigen Fahrplänen unb umfangreichen FahrpreiSverzeichoissen bringt bic BrochÜre eine Liste der über ben ganzen Coniineot verbreiteten Verkehr» Büreau» unb Vertreter unb, was ben Leser besonder» interesfiren wird, die ziemlich ausführliche Beschreibung von zehn hochinteressanten Rundtouren durch Dänemark, Jütland, Schweben und Norwegen. Die Stettiner DawPsschissS Gesellsck. I. F- Braeunlich-Stettin und Berlin, Neustädt. Klrchstr. 9 versendet dieselbe arati».
* Heiteres aul alter Zeit. Aus alten JnnungSpapieren, nämlich aus ben Berhaubluugen ber Gewerderäthe, ble in Preußen zur Durchführung beß obligatorisch en Befähigungsnachweise» unb zur Abgrenzung ber einzelnen HanbwerkSzweige untereinander 1849 ernannt wurden, veröffentlicht die „Berl. vztg." ein pcar actenmäßig belegte Beispiele: Die Corsettmacher sühnen im Jahre 1850 darüber Beschwerde, daß Damenschneider Maß zum Corsett genommen und auch „unbefugter Weise" solche Marterinstrumente hätten anfertigen lassen. Der zuständige Gewerberath erklärte fich zur Entscheidung dieser heiklen Frage für unfähig, aber auch die Potsdamer Regierung als Sppellinftanz entschied die Frage nicht — und so schwebt fie noch heute. Man konnte sich über die Frage, ob ein Corsett zu den weiblichen Kleidungsstücken gehört oder nicht, in beiden Innungen nicht klar werden. Die Friseur- unb Perrückenmacher-Jnnung klagte gegen ble Berliner Barbier- unb Friseur-Jnnung wegen unbefugten Haarschneiben». Der Bescheid deS Gewerberathe» lautete: Die Verschönerung der vorderen Hälfte de» Gefichts (wörtlich) gehört ben Barbieren, bte Verschönerung der
Aus einem s .,tzl eine MM Anwohner, ber treffe venM, ' eine geänbetleZ fl iuna aber m
Bieter vereng'? gjrank üM» tztmhWt gesperrt, 6nbt Mlge, wie bnbtri iw Mes tvllißto müssen, ur ginte. Da kaum neue Hinderlich ent kr beiderseitigen ! ^gingen ist, und l licht voli;eUich oer. «Itter Weg, ber zu! iiu mutz, bürste at ich für ihn geschah Anlieger zu dem Qtanbe lein, dem I
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- Die Röni Stauen ihrer Zeit ber Erfcheinung v tiefes Empfinden leben schllbert in schienene Heft 22 l Seilin W. 57, L tznderS fntereffan s-mmg Bilder bt 1 er noch nie verSs Won der Königin Silber, dah sie al Kunst' In bester 2 ültlnflangd. : chnelen großen H D. Uingner, „Nach w Ziel" oon A.r Dh Mina" von I Em 5-Mn
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