Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Zlints- u«d Anzeiseblatt für den TLreis Gieren
Gratisbeilage: Eichener Faiailieabiätter
landlung
gasse/8.
9 Tobte und 44 Verwundete betrug.
tfl»
301$
Alle Anzeigen-BermittlungSstellen bt» In- und Äuilonbel nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegc«.
A»S Hongkong ist hier die cm 31. v. Mts. 3000 Spanier von Manila einen erbitterten Sie wurden jedoch unter großen Nach weiteren Meldungen sollen
NewYork, 9. August. Nachricht etngetroffin, daß aus da» amerikanische Lager Angriff gemacht haben.
Redaction, Expedition und Druckerei
SchukSraße Ar. 7.
en ab.
ßrch 10.
86 20 102 80 196] 97$ 4665
101*
ojoco
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen.
Fernsprecher Nr. 51.
fich der verband der Blumenhändler Westdeutschland» gegen einen Blumeuzoll erklärt. Darüber wird sich Niemand wundern können. Der Handel ist ein Gegner aller Zölle, und auch die Blumenhändler wollen von einer Erlchwernng de» Blumenhaodel» mit dem Auslande durch Zollschranken natürlich nicht» wissen. Gewichtiger al» da» Interesse der Blumenhändler ist aber auch In diesem Falle da» Interesse der Blumenzüchter, weil diese Gruppe die weitaus größere ist, und so wird man an maßgebender Stelle unzweifelhaft den Wünschen der deutschen Blumenzüchter entsprechen, wenn diese auf mäßige Zölle zum Schutze der deutschen Arbeit gegen die durch ein günstiges Klima überlegene Coucurreaz de» Auslandes hinauSlaufeo.
Karlsruhe, 9. August. Der Bürgerausschuß genehmigte den Bau eine» Rh ein Hase ns mit einem Aufwande von 2 600000 Mark.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Lorrn. 10 Uhr.
■ eine alle, solide M, weite au-b oye Provision,
Verbandstag deutscher Post- und Telegraphenasfistenten.
Der Verband deutscher Post' und Telegraphenassistenten hielt am Samstag und Sonntag seinen erstenVerband». tag in Berlin ab. Die Hauptversammlung war besier beschickt, als alle früheren. Der Verband hat an Mitgliedern um mehr als 3000 zugenommen. Der erste Vorsitzende, Oberpostasfistent Kassnitz, begrüßte die Versammlung und gedachte dankbar der Oberpostbehörde, die dem Verbände keine Schwierigkeiten mehr macht. Staatssecretär v. Pod- bielski habe erklärt, daß er nichts gegen die Vereinigung habe, solange fie nicht die Organisation der Post zu durch- brechen drohe. Selbstverständlich, so bemerkte dazu Herr Kassnitz, denke der Verband nicht daran. Er werde niemals vom gesetzlichen Wege abweichen und fich durch nicht» von seinen idealen Zielen abbringen lassen. Maßregelungen wegen Zugehörigkeit zum Verbände find, so weit bekannt geworden ist, im vergangenen Jahre nicht vorgekommen. Auch wohl diesem Umstande ist es zuzuschreiben, daß die Mitglieder- zahl so gestiegen ist. Mit Verficherungen der Treue und Anhänglichkeit brachte der Vorfitzende ein Hoch auf den Kaiser aus.
Heber die vom Verbandsausschuß gefaxten Beschlüsse berichtete Oberpostasfistent Schubert. Die Sitzung des Ausschusses ist diesmal ungemein langwierig gewesen. Sie währte nicht weniger als 15 Stunden, von Samstag Nachmittag 3 Uhr bis Sonntag früh 6 Uhr. Der bedeutsamste Beschluß ist der, das Verbands-Waarenhaus, welches einen sehr großen Umfang angenommen hat, in eine Genossenschaft umzuwandeln. Dadurch soll der Verband noch mehr seinen idealen Interessen dienen können. Der Redacteur der Verbandszeitung „Deutsche Postzeitung Oberpostasfistent Hubrich ist zum Ehrenmitgliede ernannt worden. Das Blatt hat jetzt 15500 Abonnenten. In der
1898.
Überred
leasen1.
drutketeV
5828
Zum Ende des Kriegs.
Spanien hat die von den Bereinigten Staaten gestellten Friedensbedtngnngen angenommen, daS ist die neueste Bot« schäft vom spanisch-amerikanischen Kriegsschauplätze, und in den Herzen aller Menschenfreunde wird fie lebhaften Widerhall finden, denn nicht allein ist dem Blutvergießen und der Zerstörung von Nationaleigenthum Einhalt gethan, auch tfe Befürchtungen internationaler Verwickelungen scheinen fich eicht zu erfüllen, da die Philippinenfrage angeblich in einer für Spanten günstigen Weise geregelt werden soll.
Seit dem Monat April bestehen offictell die Feindseligkeiten, fie haben das von uu» mehrfach vorausgesagte Ende genommen: die spanischen Truppen find unbefiegt geblieben, aber fie haben vor der Noth und dem Elend, Hunger und Entbehrung sowie vor dem Mangel an Kriegsmaterial die Waffen strecken rnüffen. Die vereinigten Staaten haben fich al» die stärkeren erwiesen, da fie vermöge ihrer Dollar» die Fortschritte auf dem Gebiete der Kriegstechvik fich zu eigen machen konnten, während Spanten tnsolge seiner bedenklichen finanziellen Lage in dieser Hinficht weit zurückgeblieben war. Die Ursachen de» Kriege» liegen bekanntlich wett zurück. In erster Linie hat fich Spanten dte über dteS Land hervor- gebrochene Katastrophe selbst zuzuschretbeu- alle Regierungen, mögen fie nun liberal oder conservativ sein, tragen gleichmäßig dte Schuld.
Bet den Eoloutalländern liegt dte Gefahr nahe, daß fie bh (Kolonien lediglich al» milchende Kuh betrachten, ein Raubsystem beginnen und möglichst viel au» den mit dem Mutter- laude vielleicht nur lose zusammenhängenden fremden Gebieten heran»schlagen wollen. Da» hat Spanien redlich bei Euba gethan, ungezählte Millionen find au» den reichen Producten der „Perlen der Antillen* nach Madrid geflossen, viele einflußreiche Spanier find dorthin entsandt worden, um die hvchst- dvlirten Stellen in der Verwaltung einzunehmen und, nachdem sie auf mehr oder weniger verwerfl'che Weise sich bereichert, in die Heimath zurückzukehreu und Anderen gleicher Gefinu- äugen Platz zu machen. An dte Förderung der Culturauf- gaben wurde nicht gedacht, ebensowenig daran, daß die Eingeborenen irgend welche Rechte geltend machen könnten. Wie sehr aber die (Kubaner diese Vernachlässigung, Zurücksetzung unb Vergewaltigung fühlten, beweisen die vielen Aufstände, welche auf der Insel au»gebrochen find und deren Unter- L iÜckung Spanien fortgesetzt erhebliche Opfer bringen mußte, verschiedene Male schon wußten ganz besondere Kraftanstreng- nagen gemacht werden, um der Aufstände Herr zu werden, aber Spanien zog hieraus keine Lehre für die Zukunft, und so konnte e» denn nicht ausbleiben, daß die Katastrophe endlich Hereinbroch.
Der Beginn des jetzigen Aufstandes liegt nun schon Jahre lang zurück. Zuerst war dem alten Marschall Martinez LampoS die Aufgabe zugefallev, mit den Insurgenten fertig zv werden; man hielt ihn allgemein für dte geeignetste Per- söaltchkrit, da er schon mehrere Ausstände auf Cuba unterdrückt harte. Diesmal gelang ihm dteS nicht, und da die maßgebenden Madrider Kreise glaubten, daß er ein zu mildes Regiment auf Cuba führe, so wurde er abberufen und durch den General Weyler ersetzt. Deffen Thätigkeit auf der Antilleninsel ist noch in frischer Erinnerung- er hat die Gegen- sätze noch vermehrt unb den (Konfl ct verschärft. Dabei ist unter seinem Regime ein großer Thetl der Insel verwüstet worden, um den Insurgenten die Existenzmöglichkeit zu ent- ziehen, und seine Thätigkeit hat wohl den letzten Anstoß dazu gegeben, daß die Bereinigten Staaten in die Cuba-Angelegen- hetr etngegriffen haben. Denn der jetzige Generalgouverneur Marschall Bianco ist den Eingeborenen ziemlich weit ent- g,gengekommen, und er war auch in der Lage, daS erste rvbauische Parlament zu eröffnen. Aber die Dinge waren schon zu weit gediehen, als daß die Insurgenten noch eine» Besseren zu belehren gewesen wären, und so nahm denn das BerhSngntß seinen Lauf.
Die Maine Katastrophe gab den Bereinigten Staaten den schon lange herbetgesehnten Anlaß zum Einschreiten. Daß dieser Anlaß ganz ungerechtfertigt war und Amerika nicht die geringste Berechtigung zum Einmischen in dte spanisch-cuba- Nische Angelegenheit hatte, ist bekannt- ebensowenig lagen aber auch Gründe vor, welche die Großmächte hätten zur Intervention bewegen können.
Spanien ist unterlegen und muß sich dem Sieger au Gnade und Ungnade übergeben- aber die Bereinigten Staaten find klug genug, den Bogen nicht zu straff zu spannen und Übertriebene Friedensbedingungen zu stellen. Daß Cuba für Spanien verloren war, erschien von vornherein selbftverstäud-
vollkommenste pibmasckine, iptVorzüge :her §ysleme reinigend.
Paschina mit tandl] Bestellung.
gSqugsprrU vierteljährlich
2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.
vei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
Austs«-
Madrid, 9. August. Durch königliches Beeret wurde dte Erhöhung deSNoten um lause» bi» auf 2*/, Milliarden Pesetas, unter gleichzeitiger Erhöhung der Hilfsreservoir» angeordnet. — An der Börse beging wiederum ein Groh- Speculant Selbstmord.
Madrid, 9. August. In der Antwortnote Spaniens an Amerlka wird dte Auffaffung vertreten, daß ipso facto die Feindseligkeiten auszuhören haben und daß namentlich auch auf den Philippinen die Amerikaner den Ausstand nicht weiter schüren dürseu. Bls jetzt find weder die Comitv» für den Friedensabschluß ernannt, noch ist der Ort der Verhandlungen bestimmt.
Sofia, 9. August. Hier verlautet, der Abschluß einer politischen und einer Mtlitär-Convention zwischen Bulgarien und Montenegro sei bereits erfolgt.
New-York, 9. August. Nach Washingtoner Meldungen find die pesfimlstischen Berichte betreff» der Antwort Spanien» Übertrieben. Die spanische Regierung hat alle Hauptsorder- ungeu angenommen unb fich sür dte Rattficatton derselben durch die Corte» verbürgt. Alle versügbaren Transportschiffe wurden noch Santiago gesandt.
Verlusten zurückgeschlagen.
die Spanier an diesem Tage 200 Tobte und 3000 Verwundete gehabt haben, während der Verlust der Amerikaner
voll hmitz lMtllll.
7892
-tckuchse,
78U
Erscheint täglich mit Ausnahme de»
Montag».
Die Gießener Aamilie« b litter «erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigrlegt.
**
4.11'1
«k. 996-
7787
r.Ä
-:Üß
»r Geld.
tadt. 7858
irlenS. 0^
11*
ich, ebenso daß Amerika eine angemessene Kriegsentschädigung , zu beanspruchen hat und an deren Stelle die Abtretung Porto- rico» beanspruchen kann. Der definitive Wortlaut de» Friedensvertrag» ist, wie schon zu Ansaug gesagt wurde, noch nicht bekannt, aber e» steht fest, daß beide Theile einig tnb. Hoffentlich zieht Spanien aus seinem Mißerfolge bte entsprechenden Lehren und holt jetzt nach, was e» seit laugen Jahren versäumt hat. ES hat viel gutzumachen, und eS be- darf eine» ganzen Manne» an seiner Regierungsspitze, damit die dem Lande geschlagenen Wunden heilen, ohne daß e» chwerer, gewaltsamer Operationen bedarf. (xx)
Deutsches Reich.
Darmstadt, 9. August. Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Ferdinand von Rumänien reisten gestern, von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin zur Bahn begleitet, mit Zug 4 Uhr 30 Minuten von Station Egelsbach nach Schlangenbad ab. Im Gefolge befand fich Oberst Prezan und Fran Gemahlin.
Berlin, 9. August. Der Kaiser hat für den 23. Sep- tember seinen Besuch in Stettin zugesagt, wo er der feier- lichen Eröffnung der neuen Hafen Anlagen und der Einweihung des der Stadt vom Kaiser au» dem Kunstfond» zum Geschenk gemachten Monumentalbrunnen de» Professor» Menz l beiwohnen wird.
Berlin, 9. August. Wie eine (Korrespondenz wissen will, gedenkt die conservative Reichstag» Fraction den Freiherrn v. Mauten fei al» ersten Dicepräfidenteu de» Reichstages in Vorschlag zu bringen.
Berlin, 9. August. Auf der Orieutreise deS Kaisers wird die württembergische Oberkirchenbehörde durch den Prälaten v. Sandberger vertreten sein. Wie baß türkische Amtsblatt meldet, hat der Sultan zur Erneuerung des Kademi-Scherif (RegieruugspalasteS) in Jerusalem 60000 P-öfter angewiesen. Wie arabische Blätter melden, werden in der Hauptstraße Jerusalems Babi-i-Chalik, die zur heiligen Grabeskirche und zur großen Kaserne führt, viele alte Hauser und Kaufläden uiedergeriffen, um die Straße gehörig erweitern zu können. An Stelle der uiedergeriffenen Häuser werden rasch neue im modernen Stile aufgesührt. Auch daS Tbor am Anfänge dieser Straße, Chalil-Kapnssu genannt, wird bedeutend erweitert, damit die kaiserlichen Wagen durchfahren können.
Berlin, 9 August. Aus Friedrichs ruh liegen heute wieder allerlei Meldungen vor: Graf Wilhelm Bismarck ist Montag früh mit Gemahlin über Berlin nach Königsberg abgereist. Fürst Herbert wird, wie verlautet, am Mittwoch mit der Fürstin Friedrichsrnh verlassen. Der Bau des Mausoleums sür den verstorbenen Fürsten wird nunmehr unverzüglich in Angriff genommen werden. Die Ausführung ist dem Architecten Scharnbeck in Hannover übertragen worden, der in dieser Angelegenheit längere Besprechungen mit der fürstlichen Familie hatte.
Berlin, 9. August. In Tsintaufort (Kiautschou) feuerten am 5. d. M. zum Gedächtniß des Fürsten Bismarck die Batterien deS Forts und die Kriegsschiffe je zwanzig Kanonenschüsse ab. Am 6. hielten die Deutschen sammt der Garnison eine Feier ab- die Schiffscapelle spielte Trauer- weisen und der Gouverneur hielt eine wirkungsvolle Rede, die mit einem Hurrah für den Kaiser endete.
Berlin, 9. August. Kiautschou. Au» einem chinefischen Briefe der ,Tim-.S" au» Kiautschou heißt eß: vorausgesetzt, daß eine ausreichend große Summe bewilligt wird zur Ber- brsserung des Hafens, Beschaffung von Trinkwaffer, Verbesserung der Straßen, Ban einer Eisenbahn, und voraus- gesetzt, daß die Deutschen ihr versprechen halten unb einen offenen Hafen baraus machen wie Hongkong, wa» fie, wie ich glaube, thun werben, bann glaube ich, ist alle Ausficht vorhanden, daß Kiautschou ein wichtiger Handelshafen werden wirb. Die Kiautschou-Bai ist so gelegen, daß fie der natür- liche Mittelpunkt beß Seehanbelß von Schantuug werben müßte. Aber bte Deutschen haben eine große Arbeit vor fich, biß es dazu kommt. Hongkong und Shanghai wurden nicht an einem Tage gebaut.
Berlin, 9. August. AuS Afrika. Der Gouverneur von Deutsch-Südweftafrika Major Leut wein und Major v. Wissmann kamen wohlbehalten mit dem Dampfer „Melita" von der Bohlen-Wörmannlinie in Swakopmund an, nachdem fie auf der Reise einen kurzen Aufenthalt an der Küste Liberias zum Besuche Monrovias benutzt hatten. Major v. Wissmann will fich zunächst der Jagd widmen.
— Der Blumenzoll. Zu dem Mainzer Beschluß ! der Blumenhändler bemerkt die „Kreuzztg.": In Mainz hat


