lew Behörde die geeigneten Uatersuchungsverhandlungeu statt, ümn Thäter ist man dem Vernehmen nach auf der Spur. - Der Mörder des durch Todtschlag am 28. v. MtS. tier* ibenen ^öaldarbetters Ztnnrl von hier ist von der Gen' irmnerte Schotten aufgrgriffen worden und fitzt hinter Schloß Riegel.
Jer Herr Vorsitzende mit, daß noch Vorträge geplant seien über Grundbuchwesen, Straßenkostenbeiträge, EnteignungS« recht. Auch Anregungen bezüglich etwa ger DortragSthemeu «uS der Mitte deö Vereins heraus werde man nicht ablehnend gegenüberstehen, im Gegentheil sei es empfehlens« werth, daß hierauf gerichtete Wünsche mttgetheilt würden. — t öemüthlicheS Zusammensein schloß den ersten Vortragsabend.
* Rietzsche-Bortrage. Am Montag den 14., Mittwoch ben 16. und Montag den 21. Februar hält im Saale deS Hotel Einhorn Herr vr. Horn esser aus Berlin Vorträge über den jüngst vielgenannten Philosophen und ReligionS« Mfter — so wird er auch bezeichnet — Friedrich Nietzsche. 0r. Hornrffrr hat sich durch diese Bortcäge, die er schon an vielen Orten gehalten hat, reiches Lod eingetragen. Ec soll mit großer Klarheit und Anschaulichkeit die ebenso neuen, wie überraschenden Ideen dieses eigrnthümlichen Geistes zum Ausdruck bringen.
* * 3» den Burgermeisterwahlen iu^tzeffeu wird dem „Mainzer Anz." geschrieben: Der ausu^ksame Beobachter der im Großherzogthum Heffen bis jetzt vollzogenen Bürger« metsterwahlen wird mit Befriedigung die Thatsacheu con- ^itireu müffen, daß die in den früheren Wahlperioden leider »vr allzuhäufig vorgekommenen Trinkgelage und andere den Stimmenkauf bezweckende Freigaben jetzt nur noch zu dm Seltenheiten zählen. (Eine uns aus Nieder'MooS zu' gegangene Nachricht über die Wiederwahl des bisherigen Bürger meister- Hcttzcnröder bestätigt dies. R. d. „G. 0.") Gerade diese unerfreulichen Erscheinungen früherer Jahre ließ'n bekanntlich den vielfach vertreteneu Wunsch nach einer Reorganisation unserer Wahlgesetzgebung erstehen und erstarken. Nachdem inzwischen in zahlreichen, ja weit« nuß den meisten Gemeinden deS platten Landes die ktvftiwmige Wiederwahl der Bürgermeister meist ohne jeden Parteihader erfolgte, dürste wohl dieses seiner Zeit ziemlich stürmisch gestellte Verlangen wehr und mehr ver« Summen. Die fast allcrwärt- bekundete Stimmeneinmüthig- keit bei den Bürgermeisterwahlen documenttrt ein ehrenvolles Zeugniß sowohl für die Gewählten, als auch für die be« lnffeuden Gemeinden. Dabet ist indessen auch vielfach ein anderes Moment wohl zu beherzigen. Unsere neuere Ver- lvaltuugSgesctzgebung legt nämlich den Bürgermeistern überaus schwere Verpflichtungen auf, deren gewiffenhafte Ec' 'itllung postrive Kenutniffe und reiche Erfahrungen vorauS- ützt. Die mit dem Bürgermeisteramte thatsächlich verbundenen Schwierigkeiten, die Mühm, Sorgen und großen Verantwortungen dieses „unbezahlten Ehrenamtes", nicht minder mch die mit einer Wahlcoucurrenz verknüpften, mitunter enormen Kosten veranlassen in gar vielen Fällen die auf- jcftettten Gegrncaadidatkn zur Verztchtletstuvg auf die Candi« latur, und so bleibt man eben beim Alten. Bei den Wahlen
Gemetnderath werden dagegen fast allrrwärtS weit regere Vahlbewegungen vorgeuommrn, weil eben diese Ehrenämter »gleich leichter zu verwalten, mit weniger Unkosten und Lrrger verknüpft find und darum auch mehr Candidaten an« ockea. Schließlich darf auch nicht verhehlt werden, daß cs sür die finanziellen und sonstigen Verhältnisse gar manches vorfbürgermeisterS, wie zahlreiche Beispiele überzeugend be« Velsen, entschieden vorthetlhafter gewesen wäre, wenn er schon cei der ersten Wahl zu Gunsten einer bewährteren Krast auf l!e Tandidatur verzichtet hätte. Jetzt aber, nachdem man einmal den Ehrenposten bestiegen, will man sich nicht mehr so leichten Kaufes davon trennen, eingedenk der drastischen klirschauung eines gewissen Gemeindeoberhauptes: „Besser, ich lüte die Schweine, als die Schweine hüten mich!"
"8 not erweitert vn [3 der Mieiher tiusa (ttnen vcmiether ty S-sgt gthenb Hain Ntzwvhvllllg verpsli-s siMoz niit jur fc nict^nng (Uvtemich Net (ein; bei \m n der Persoa bei briue fcngei @runb iotlitg Fritz fäubigen. 6 ;tl ber Miethsate m r Sfljetje zu eifttito icHgcng Miuhiußip tauen. M Wrttftj* ttfcti M nsvl-lon ein
1 NuHvniMj b i|tn (|. 8. whm.'/ n Lerwitther «'Ä kitt-er bagegeu hv iS traglmä^t UrbMus
Lauterbach. 7. Februar. Der hiefige Gemeinderath hat in Zivette Kammer eine Vorstellung gerichtet, worin die Me ausgesprochen wird, daß eine der Mo lker ei schulen, °e:!che demnächst im Großherzogthum errichtet werden sollen,
Oberheffen gelegt und Lauterbach als deren Sitz ge- vchlt werden möchte. Zur Begründung wird angeführt, |Q» Lauterbach sich als Sitz einer Molkeretschule vorzüglich dürfte, eineStheilS deshalb, weil es vielleicht schon in sie em Jahre mit dem Milch produzireuden Vogelsberg durch ln 1 Eisenbahn verbunden sein wird, anderenrheilS aus dem Sr-mde, weil eine der b deuteudsteu und ältesten Molkereien ^f'ienS in Lauterbach betrieben wird, deren Einrichtung und e>mng weit über die Grenzen unseres engeren Vaterlandes MUS als musterhaft bekannt find. Vor Allem aber würde !n '^vhafte Charakter der Bewohner des nordöstlichen ^'jelsdergeS und deren Gepflogenheit, ihre Kinder ein Hand« denk, einen Beruf erlernen zu lassen, anstatt sie alsbald nach '^^ufirmation zum Gelderwerb in die Großstadt oder SJk? i ö zu schicken, wie dies leider in dielen Gegenden üblllch ist, einer hierher zu legenden Molkereischule dauernd iv m genügenden Schüler bestand fichern, wie anderseits dir in talt zu einem weiteren Erfolg versprechenden Mittel Uvden düifre, den Vogelsberg winhschaftlick zu heben. Daß 18 Schülermaterial sich nicht überall darbtetet, beweist die :i!tt der — mit Lauterba^ unter einer Direktion stehenden - Molkerei Fulda verbundene preußische Molkeretschule, 't'i deren 20 Schülern 17, also über 80 Prozent, aus dem -Ilvse Lauterbach stammen, während die Umgegend von Ma so gut wie gar keine Zöglinge liefert und nicht einmal ;tra den durch die Stadt Fulda für preußische StaatSange-. yW gestifteten Freistellen Gebrauch macht, weil eben jeder W Bursche entweder in eine Fabrik, oder nach Westfalen •wb nach Frankfurt rc. geht. WaS die für die Schule er« jMrrlichen Hilfslehrkräfte betrifft, so dürften solche von der I
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«.»**** VT ZW’ 9. Februar. DaS in unserem Dorfe am . ’ujhxtnb ■ unb 28. v. M.s. gewüthete Schadenfeuer wird auf
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Volks« und höheren Bürgerschule zu Lauterbach, nöthigenfallS auch von der benachbarten Alsfelder Ackerbauschule zu beschaffen sein. Der S adtvorstaud fichert endlich die Leistung eines angemessenen Zuschusses aus städtischen Mittel zu, sallS davon die Wahl des S>tz'.s der Schule abhängig gemacht werden sollte.
△ Mainz, 9. Februar. Für da« städtische Gas° wert' hier, von welchem sich wegen der jüngst entdeckten Unterschleife zur Zett fünf Angestellte, darunter der Direktor, der erste Kasfirer und der Buchhalter in Untersuchungshaft befinden, wurde in heutiger nicht öffentlicher Stadtverordneten« sitzung eine andere provisorische Verwaltung bestellt, die bis zur Beendigung der gerichtlichen Untersuchung und Durchführung der geplanten Reorganisation die Leitung des Gaswerks bethätigen soll. U:ber den Verlauf der gerichtlichen Untersuchung dringt wenig in die Oeffentlichkeit. Anfänglich war man allgemein der Ansicht, daß der verhaftete Direktor Hcffemer sich nur Nachläisigketten habe zu Schulden kommen lassen, eß scheinen aber jetzt gravere Dinge hervorgetreten zu fein, denn die BerathungSkammer hat die beantragte Haftentlassung HeffemerS abgelehnt. — Unter Anderem wurde in obiger Stadtverordnetenfitzung noch mttgetheilt, daß der rheinische Ausschuß für Abhaltung der Nationa lfeste auf dem Niederwald die Stadtverwaltung wiederholt auf Ge Währung eines Zuschusses angegangen habe. Daß Anfinnen wurde von den Stadtverordneten dem Finanzausschuß über« wiesen.
Vermischtes.
* Line gefährliche Räuberbande, die lange Zett Berlin und die östlichen Vororte Berlins unsicher gemacht hat, wurde kürzlich durch das Schwurgericht am Landgericht II für lange Zeit unschädlich gemacht. Die Bande bestand aus sechs jugendlichen Strolchen tm Alter von 21 Jahren bis herab zu 16 Jahren- es waren die Arbeiter Hrch. Gomert und Gustav Horn, der ArbeitSburfche Franz Blitz, der Vieh« treiber Paul Flath, der Arbeiter Paul Gomert, Bruder des ersten Angeklagten, und der Arbeiter Max Höh, sämmtltch aus Rummelsburg. Ihr Führer war Hrch. Gomert, der sich „feine Leute" durch Eid und Handschlag verpflichtet hatte, lediglich nach seinen Anordnungen zu arbeiten und alle „Sore" (d. h. Beute) an ihn zwecks gerechter Vertheilung abzultesern. Die Mitglieder der Baude zogen weist in später Nachtstunde durch entlegene Straßen von Rummelsburg, Stralau und dem östlichen Berlrn. Je drei Mana schlugen ein und dte- selbe Richtung ein. Trafen fir einen späten Nachtwandler, der von der Arbeit oder ouS dem WirthShaus kommend, seinem Heim zusteuerte, so wurde er angerempelt. Verbat er sich daß, so kriegte er fürchterliche Prügel, und wenn er dann windelweich im Rinnstein lag, dann spielten die Räuber den „barmherzigen Samariter", fir halfen dem Mißhandelten auf und stahlen ihm dabei Uhr und Portemonnaie. Ließ er sich daß Aurrwpeln aber stillschweigend gefallen, dann um- , ringten ihn die Räuber und verlangten Geld zu Bier und zu Cigarren, weigerte er sich, Meß zu thun, aber auch, wenn er vielleicht aus Furcht willfährig war, so wurde ihm ebeusallS Uhr und Börse abgeknöpft. In sechs Fällen wurden die Angeklagten überführt. Wo nicht direkte Beweise Vorlagen, bestritten sie ihre Schuld. Die Geschworenen erkannten im vollen Umfange der Anklage auf Schuldig. Der Gerichtshof ging zum Theil über die Anträge deß Staatsanwalts hinaus und erkannte gegen Hrch. Gomrrt auf 15, gegen Horn auf 7, gegen Plath auf 5 Jahre Zuchthaus, gegen die anderen, noch nicht 18jährigen Angeklagten wurde auf Gefängntß er» kavnt, und zwar erhielten Blitz 6, Paul Gomert 2 und Höh 5 Jahre Grfängniß.
• Die Flocht bei Obersten Eausfier au8 der deutschen Gefangenschaft. In den „Anales Politiques et Litteraries“ erzählt Georges Peyrat al- Augenzeuge, wie der kürzlich in den Ruhestand getretene Gereralissimus Saussier als Oberst im Jahre 1871 aus der deutschen Gefangenschaft entfloh. Er war in der Festung Graudevz internirt, denn er harte sich geweigert, sein Ehrenwort zu geben, daß er nicht fliehen werde. Er wurde daher auch besonders scharf überwacht. Die Neugierde der Bewohner von Graudevz, die oft nach der Festung kamen, um dir gefangenen Franzosen zu beobachten, ermöglichte ihm dennoch die Flucht. Durch seinen Burschen, einen Elsässer, ließ er in der Stadt einen großen Pelzmantel und eine Kappe kaufen, wie fie die Bürger der Stadt trugen, und wischte sich gegen Abend in dieser Hülle vor den Augen seiner Schildwache unter die an der Festung vorbeispazierendrn Graudenzer. Ju der Stadt fand er dann einen angespannten Schlitten, der ihn über die russische Grenze brachte. Der Elsässer holte am folgenden Tage, wie gewohnt, daß Essen für Saussier ab und sagte, er sei unwohl und mache daher nicht seinen üblichen Spaziergang. Erst am zweiten Tage wurde ein Arzt zu dem angeblichen Kranken geschickt, der daß Nest leer fand. Der Bursche erhielt vierzehn Tage scharfen Arrest, für die er später von seinem Oberst reichlich entschädigt wurde.
* Bom Zarenhofe wird dem „B. A." aus Petersburg geschrieben: Vier Wochen, bevor die großen Fasten ihren Anfang nehmen, erschließen sich die Pforten des Winterpalais, und die großen, prächtigen Feste am Zarenhose nehmen ihren Anfang. Die „Courfähigen", die bis dahin noch im Auslande oder auf ihren Gütern weilten, beeilen sich, rechtzeitig zu den großen Hoffestlichkeiten in der Residenz einzutreffen, um jene kurze, aber glänzende Zeit mitzumachen; so will es der ganze Ton. Der erste große Hofball, zu dem nicht weniger als 3000 Einladungen erlassen wurden, ist vorüber, und mehrere stehen noch bevor, allerdings in kleinerem Umfange; aber gerade der enge Nahmen macht sie um so reizvoller. Zu den sogenannten Concertbällen erhalten nur die Auserwähltesten Zutritt, was nicht wenig Eifersucht und Neid erregt. Für die großen Hofbälle strengt man sich im Toiletten.Aufwand nicht besonders an, dagegen um so mehr bei den kleineren, wo jeder Einzelne weit mehr zur | Geltung kommt. Die Ballchronik des Hofes bietet für viele I Damen während der „Saison" die Lieblingslectüre, hier kann ’
man das nicht behaupten. Da die Toilette ber Zarin nicht detaillirt beschrieben werden darf, kommen auch die übrigen Damen schlecht dabei fort, von ihnen schreibt man selbstredend auch nichts. Die Zarin Alexandra liebt die Einfachheit über Alles. Sie kleidet sich mit Vorliebe nach englischen Vorbildern dabei die lichten Farben bevorzugend. Bet festlichen Anlässen weiß sie freilich die ganze Pracht und den märchenhaften Retchthum des russischen Zarenhofes zu repräsentiren. Rußland hat selten eine so schöne und stolze Erscheinung unter der stattlichen Reihe seiner Herrscherinnen besessen. In der Kinderstube ist die russische Zarin ganz die aufopfernde, liebende Mutter. Sie vergöttert ihre Kinder und weicht, falls eines von ihnen erkrankt, nicht von seinem Bettchen. Unlängst brachte ein englisches illustrirtes Journal ein Bild von der jungen Zarin, den Moment festhaltend, wo sie ihr Kind stillt. Die Sensoren waren in heller Verzweiflung, konnte man wohl so etwas passiren lassen! Das Journal ging an den Director, von diesem zum Hofmeister, der sich auch keinen Rath wußte und die Angelegenheit direct dem Kaiser vortrug. „Lassen wir einfach die Kaiserin entscheiden", antwortete ihm der Zar, und ging mit dem Journal in die Gemächer seiner Gattin. Lächelnd kehrte er alsbald zurück: „Die Kaiserin findet darin wirklich nichts Gesetzwidriges, also lassen Sie es durch".
Gotte-dteust tn der Synagoge
Samßtag den 12. Februar 1898.
Vorabend 6 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr, Echrifterrlär««g, Sabbathausgang 6" Uhr.
Verkehr, mnö VellkOwrrthfchaft»
10. Februar.! Fruchtmarkt. Roth« Weizm JL. 17,10, weißer Weizen 00.00, Korn 11.05, Gerste JC. 11.10, Hafcr JC 0.00.
Neueste Nachrichten.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 10. Februar. Wie dem „Berl. Tagebl." aus Brüssei gemeldet wird, ging der belgischen Regierung gestern eine Note Frankreichs zu, in welcher die fron« zöfische Regierung erklärt, sie werde die internationale Zuckerconferenz beschicken unter der Bedingung, daß auf derselben nur die Frage der tirecten Ausfuhrprämien verhandelt und jedem Lande Freiheit in Bezug auf innere Gesetzgebung in Betreff des Zucker« gelaffro werde.
Berlin, 10. Februar. Im BundeSrath ist, wie die „Nat.-Ztg." zuverlässig erfährt, die Auffassung weit überwiegend, daß er in der Lippe'schen Erdfolgefrage, welche durch den Schaumburg.LiPpe'fcheu Antrag an ihn gebracht wurde, nicht zuständig fei. Anderer Meinung sind vielleicht nur Schaumburg-Lippe.
Berlin, 10. Februar. Jn allen sechs Berliner Wahlkreisen finden heute Abend öffentliche socialdemokratische Versammlungen statt, die sich sämmtlich mit den bevor« fieheudkn ReichStagSwahlen und der Aufstellung von Candi« baten beschäftigen werden.
Piel, 10. Februar. Im März geht ein Transport zur Ablösung von Mannschaften deS Kreuzergeschwaders nach Ostasien. Der Transport wird außerdem mancherlei noth- wendigc AuSrüftungSgegenstände mit sich führen.
Wien, 10. Februar. Gestern Nachmittag fand ein längerer Ministerrath statt, in welchem die von den tschechischen und deutschen Parteisührern gewünschten Ab« änderungen der neuen Sprachen-Verordnungen, welche am Montag zur Publication gelangen sollen, festgesetzt wurden.
Budapest, 10. Februar. In Bella herrscht anläßlich der heute stattfindenden ReichSrathßwahl fieberhafte Aufregung. Zwei Personen wurden gestern bei einem politi« schcn Streit tödtlich verletzt.
Paris, 10. Februar. Dem „Gaulois" zufolge wird der Bertheidtger Labori erst am Montag seine Vertheidi- g un göre de beginnen. Das Unheil dürfte am Dienstag gesprochen werden.
Paris, 10. Februar. Zola verließ gestern den Justizpalast durch baß Portal om Quai d'Ofevre, wo sich nur etwa 200 Menschen angesammelt hatten, die von der Polizei im Zaume gehalten wurden. Die Generale Mercier, BoiS- deffre und Gouse wurden beim Verlassen deS Justizpalastes von der Menge mit Hochrufen begrüßt.
Paris, 10. F-bruar. Prozeß Zola. Im weiteren Verlaufe des gestrigen VerhandlungStageS wurden u. A. der frühere Kriegsminister Mercier und der ehemalige Justiz« minister Trarieuse als Zeugen vernommen. Ersterer bezeichnete DreyfuS als einen Berräther, der durchaus gereckt verurtheilt worden fei. Auf die Frage de» VertheidigerS Labori, ob eß im Prozeß Dreifuß ein geheime» Beweisstück gebe, erwiderte Mercier nack einigem Zögern: Ich antworte darauf nicht. Trarieuse sprach in 1*/,stündiger Rede über die Affaire DreyfuS, Picquart und Esterhazy Um 6 Uhr wurde die Sitzung auf heute vertagt.
Loudon, 10. Februar. Hier eingelaufenen Meldungen zufolge ist der Präsident von Guatemala ermordet worden.
London, 10. Februar. „Daily Graphic" meldet aus Newyork, daß ein Brief de» Generals CallageaS, der heftige Angriffe gegen den Präfideuten Mac Kinley ent« hielt, veröffentlicht worden ist. Der Brief ist vom Schreib- tische des Generals gestohlen worden und in die Zeitungen lanctrt. Dieser Vorfall ruft großes Aufsehen hervor.
London, 10. Februar. „Daily Mail" ist der Meinung, die Wiederwahl des Präsidenten Krüger bedeute, daß Transvaal gute Handels« und Industrie-Beziehungen in Europa unterhalten und Europa annehmbare Bedingungen machen wolle.
Seidenstoffe O»
verlang« Muster mit Mngobt b. Grwiluschtrn. on
von Elten & Keussen, Ffl‘Xd Grafeld.


