Ausgabe 
11.1.1898 Erstes Blatt
 
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Lorch»», 8. Januar. Nach einer Meldung derEvening News" au» Tapst ad t hat der Oberhävptling Lerothodi von Basutolaud mit 15,000 Kriegern den aufständischen Häuptling Masupha angegriffen. Beide Thetle haben zahlreiche Verluste au Todteu und Verwundeten erlitten. Ein neuer Zusammenstoß steht bevor. Alle Kaufleute verlaffeu Basutolaud,- daS ganze Gebiet ist in Gähruug.

Sharkow, S. Januar. In der htefigeu Paffage wurde während der Feiertage, als die Läden geschloffen waren, ein «inbruchSdtebstahl außgeführt- ein Pelzwaaren- und etn Juweliermagaziu wurden beraubt. Der Werth der ge­stohlenen Maaren beläuft fich auf etwa 50000 Rubel. Die aufgefuudeneu DtebSwerkzeuge find ausländischer Herkunft.

CoeaUs nnb provittsielles.

Stehen, den 10. Januar 1898.

* Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß« Herzog empfingen am 8. Januar u. A., den Geheimen Medicioalrath vr. Lorenz von Friedberg, deu Medicinalrath Dr. Schäfer von Reichelsheim i. d. W., den OberlaudeS- gertchtSrath Kullmaun, den Landrichter Holzapfel von Gießen.

Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Köuigl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgstj geruht, am 29. De- cember v. I. dem Pfarrer der JohanueSgemeinde zu Darm­stadt Johannes Guhot die evangelische Pfarrstelle zu Dortel­weil, Decanat Rodheim, zu übertragen und den von Seiner Erlaucht dem Grafen zu Erbach'Fürstenau auf die erste evangelische Pfarrstelle zu Beerfelden, Decanat Erbach, prä- seutirteu zweiten Pfarrer Albert Junker daselbst für diese Stelle zu bestätigen.

Sitzung Grohh. Handelskammer vom 7. Iannar 1898. Anwesend die Herren: Koch, Balser, Katz, Kltngspor und Kraatz. Der Vorsitzende gab in dieser ersten Sitzung des neuen Jahres der gewiß auch von allen Mitgliedern der Kammer getheilteu Freude darüber Ausdruck, daß sie in unveränderter Arbeitskraft uud Arbeitslust wie vor Jahres­frist fich zusammenfänden zur ferneren Förderung der ge­meinnützigen Interessen ihres Wirkungskreises. Die Kammer st-he am Ende einer 25jährigenThättgkeit, einer ver- hältnißmäßig kurzen Spanne Zeit, die jedoch von ganz be­sonderer Bedeutung für die innere, wie die äußere Ent­wickelung unserer wtrthschaftlichen Verhältnisse gewesen fei. Wenn dieser 25jährigen Thättgkeit auch noch an einem anderen Orte in einer Recapitulation der wichtigeren Momente ge­dacht werden solle, so könne er doch schon jetzt darauf Hin­weisen, daß jeder einzelne Jahresbericht Zeugniß dafür ab­lege, daß alle die Männer, welche vor uns berufen waren, die Interessen von Handel und Industrie wahrzunehwen, in fruchtbringender Thättgkeit ihres Amtes gewaltet hätten, wie denn auch die gegenwärtigen Mitglieder tu gleicher Weise stets ihrer Aufgabe bewußt gewesen seien. Der Vorsitzende schloß mit dem Wunsche, daß daS neue Jahr die Fortsetzung solch' segensreichen Wirkens inaugurtren und der Rückblick nach wetteren 25 Jahren etn gleich befriedigende» Bild dar- bteten möge, wie der heutige. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Kammer, welche am 22. September 1872 ein­gesetzt worden ist, wird demnächst in Verbindung mit dem Bericht über das vergangene Jahr eine Denkschrift erscheinen. Zur Behandlung ihrer einzelnen Positionen, sowie derjenigen deS Jahresberichts für 1897 werden von der Kammer Com­missionen, bestehend aus je zwei Mitgliedern und dem Secrerär ernannt. Großh. Ministerium des Innern benachrichtigt die Handelskammer, daß die Formulare für die Legi­timationskarten, welche die Handlungsretsenden auf österreichischen Eisenbahnen zur Inanspruchnahme des ermäßigten GepäcktarifS für Musterkoffer berechtigen, eine Abänderung erfahren haben. Diese neuen Formulare find mit dem 1. Januar d. I. zur Einführung gelangt. Den Vorweisern solcher Legitimationen, welche dem Format, Inhalt oder der Farbe des neuen Muster« nicht entsprechen, kann die Tarif« ermaßigung verweigert werden. Bor der angeblichen Bankfirma H. Bon filS, zuletzt Rue Chauchat Nr. 4 zu Paris, die auf schwindelhafte Ausbeutung des Publikums auSgeht, wird gewarnt. In Schweden soll in nächster Zeit ein Unternehmen zur Dienstbarmachung der ungeheuren, in den Wasserläusen deS Landes vorhandenen, noch unbe­nutzten Kräfte für industrielle Zwecke, insbesondere der Electro- chemie, ins Leben treten. Die geplante Industrie wird sich dem vernehmen nach zunächst mit der Herstellung von Calcium-Carbid beschäftigen, welches den Stoff zur Erzeugung von AccetylengaS darbietet.

** II btadtthealer. Unsere Direktion bezeugt eine besondere Verehrung für die dramatischen Werke der seligen Charlotte Birch-Pseiffer- nachdem vor wenigen Tagen ihr Lorle" zur Aufführung kam, wurdeDie Waise au« Lowood" al« SonntagSstÜck sür passend befunden und gestern aufgeführt. Die gute Absicht, welche die Verfasserin auch in diesem auf Grundlage eine« Roman« geschaffenen Lharacterbtlde kundgab, ist zu dick aufgetragen und dazu noch in wehr al« umständlicher Weise. Jedoch bet all ihren Stücken läßt sich noch ein anderer Endzweck constatiren, nämlich gute, dankbare Rollen zu schreiben und die größten Anforderungen an die Geduld und Gntmüthigkeit de« Publikum« zu stellen. Die Waise au« Lowood" wurde hier des Oeftereu schon gegeben und darf der Inhalt de« Stückes al« bekannt vorausgesetzt werden. Die Wiedergabe kann als recht zufriedenstellend bezeichnet werden. Glänzte neulich Frl. Biotti alsCorte*, so machte sich diesmal Frl. Marl off al«Jane Ehre" verdient, denn sie bot, ohne un« auSführ- lich mit der Rolle zu beschäftigen, eine wirklich gute Leistung. Ferner seien lobend erwähnt Herr Fritzschler (Lord Rochester), Frau Keßler (MrS. Reed), Frau Kruse (MrS. Harletgh), sowie Frl. B n d o w S k a, welche ihrenJohn" ganz prächtig verkörperte. Mit kindlicher Unbefangenheit erledigte die kleine Frieda Helm die Kinderrolle der Adele. DaS HauS war mäßig besetzt- sonstige Veranstaltungen, die

gestern stattfanden, mögen wohl Biele vom Theaterbesuch I abgehalten haben. DaS Galleriepublikum zeigte sich jedoch in gewohntgedrückter" Weise und äußerte seine Auffassung über daS Stück recht deutlich, aber oft der Logik gerade entgegengesetzt. Nach jedem Actschluß erdröhnte mächtiger Beifall, wovon Frl. Marl off btlligerweise der Hauptantheil gebührte. Da aller guten Dinge, auch bet Charl. Birch- Pfeiffer, drei find, so wird wohl die Direction auch deren Grille" zur Aufführung kommen lassen- wir wünschen, daß dies mit möglichst wenig Eile geschehen möge, denn e« giebt noch Besseres in der deutschen Bühnenlitteratur.

Stadttheater. ES ist der rührigen Direction Kruse und Helm gelungen, den Kgl. Bahr. Hofschauspteler Herrn Possin, sowie Frl. Tilde LipSki vom Wiesbadener Hof- theater für ein nochmaliges Gastspiel zu gewinnen. Dasselbe findet am Mittwoch, den 12. Januar er. statt. Zur Aufführung gelangt Erkmann-ChatrianS Lustspiel Freund Fritz", tu welchem Herr Possin denDavid Sichel-, Frl. LipSki dieSüsel" spielt.

**c? Soneert bei Kronbaner'fchen Quartett-Verein». Unter den musikalischen Unternehmungen deS Jahres 1898 dürfte daS Concert vom gestrigen Tage einen ehrenvollen Platz einnehmen. Hat e« uns doch eine Sängerin kennen lernen taffen, deren Bekanntschaft wir zu einer sehr angenehmen zählen. Mit schönen Stimmmitteln auSgestattet versteht es die Künstlerin diese in echt musikalischer Weise zu benutzen. Wie ein kluger Feldherr, der seine Kraft 'nicht unnütz entfaltet und erst zum Haupttrumpf den geeigneten Moment abwartet, so hat fich Frau Schott-Mohr nie zu frühzeitig ausgegeben, sondern zu rechter Zeit die Fülle ihres wohllautenden Soprans fiegreich ertönen lassen. So­wohl in Gemeinschaft mit den Männerchören, al« auch im Vortrage der Arie und Lieder hat sich die Künstlerin als wohlgeschulte, ftimmbegabte Sängerin gezeigt. DiScretiou verbietet e« un«, über die Leistungen des Quartette« selbst unser Urtheil eingehend abzugeben. Constatiren jedoch dürfen wir, daß der Ruf, den diese Vereinigung genießt, ein wohl­begründeter ist und durch da« gestrige Concert von Neuem bestätigt wurde. Daß wir hierbei nicht nur an die Chor­leistungen denken, sondern ganz besonder« auch an die Herren Solisten, darf nicht unerwähnt bleiben. Herrn Geller, der daS Ganze leitete und der um da« Zustandekommen den größten Verdienst hat, bezeichnen wir nach seiner gestrigen Leistung als Fachmann und nehmen uns das Recht, ihn zu kritisiren. Der strebsame Herr besitzt alle Eigenschaften, au« denen man Dirigenten formt: Geschmack, Berständniß, Fleiß, Zähigkeit, Geduld und nochmal Geduld und noch einmal Geduld. ES war etn wahres Vergnügen mit anzusehen, wie dieser junge Mann seine an Jugend durchaus nicht Ueberfluß habende Sängerschaar leitete, wie ihm diese wider­standslos folgte. Da« find Resultate, die nicht zufallen, sondern nur durch eifriges Studium erworben werden können. Ueber das Programm haben sich bereits die Vorbesprechungen eingehend geäußert, so daß wir, um Wiederholungen zu ver­meiden, davon absehen. Besondere Anerkennung verdient auch Herr Polster, der den so wichtigen, oft verkannten Posten am Clavier einnahm- er löste diScret und musikalisch seine nicht leichte Aufgabe, im Sturmchor durch einen Partner unterstützt. Herr Schott, der Gatte der Künstlerin, begleitete deren Solonummern äußerst geschmackvoll. DaS Concert war gut besucht, und geizten die Hörer nicht mit freundlichem, wohlverdientem Beifall.

*c? Theater-Berein. Wie aus dem Jnferatentheil ersichtlich, hat fich, trotz aller Bemühungendes Vorstände«, sowie der Direction Kruse-Helm eine Verlegung de« Theaterabends nicht umgehen taffen. Der bereits mit- getheilte Zwischenfall kam zu plötzlich und zu kurz vor der Vorstellung, um noch rechtzeitig beseitigt werden zu können. Das Stück selbst und der vortreffliche Gast, H. Nissen, konnten aber gehalten werden. Der Zeitverlust ist daher wohl, im Hinblick auf den in Aussicht stehenden hohen Kunst­genuß, zu verschmerzen.

** Oesfentliche Bibliothek und Lesehalle. E« wäre zweck­dienlich, wenn die heute Abend stattfindende conftituirende Versammlung von Männern aller BernfSkretsc besucht werde, damit den verschiedensten Anfichten und Wünschen Rechnung getragen werden kann.

Der Veteranen- Verein feierte gestern Abend inStein« Saalbau" sein Winterfest. Nach der Begrüßung der zahlreich Erschienenen durch den Vorsitzenden, Herrn L. Petri III., berührte Redner die Ziele de« Verein«: Festigung der im Felde geschlossenen Freundschaft, kameradschaftlicher Beistand in allen Lagen des Leben« und Pflege der Liebe und Treue zum angestammten Fürstenhaus- er schloß mit einem begeistert aufgenommenenHurrah" auf Kaiser und Großherzog. Nach einigen von einem Theile der RegimentSmusik au-gesührten Musikstücken ging ein von Herrn Theaterdirector Helm und Fräulein Cl. v. Winterstein gegebenes, von stürmischem Bei­fall begleitetes Genrebild:Der Kurmärker und die Ptcarde" über die Bühne. Von den weiteren Darbietungen de» Pro­gramm« stand obenanDaS Glöcklein von JnniSfar oder ein Weihnachtsabend in Schottland." DaS Gedicht wurde von zwei Kindern gesprochen und von derBürgergesellschaft" unter Clavterbegleitung deS Herrn Trautmann durch Chor­gesang recht ansprechend und eindrucksvoll vorgetragen. ES folgten noch Sologesänge sowie Vortrag patriotischer Dichtungen, ein von einem zehnjährigen Zwillingspaar gesprochener Pro­log, und schließlich lebende Bilder: a)Lustige« Quartier in Feindesland" - b)Ein Opfer der Pflicht", c)Nach 25 Jahren auf dem Schlachtfeld". Letzleres Bild stellte beim zweiten Aufzug den Augenblick dar, in dem fich der Beteranen-verein mit feiner Fahne am Heffendenkmal am Boi« de la Cuffe aufgestellt. Dieses DecoeationSstück war von großer Natur­treue und fand ebenso wie die übrigen lebenden Bilder heiteren und ernsten Inhalts verdienten Beifall. Den Schluß der schön verlaufenen Feier bildete ein Tänzchen.

Brieftaube, vor einigen Tagen fand ein Jagdgehilfe im Bergwerkswalde eine verendete Brieftaube, welche

außer einem silbernen Ringe am Fuße kein Merkzeichen an fich trug. Der Ring trägt daS Zeichen A 83, die Nummer 371, sowie zwei fünfzackige Sterne. Der Finder ist der Ansicht, diese Taube sei vom Nordpolfahrer Andree entfendet, doch daran ist wohl nicht zu denken.

Tumerifches. Gestern übten hier diejenigen Turner auS dem Gau Hessen, welche in diesem Jahre beim deutschen Turnfeste in Hamburg die Musterriege deS GaneS Hessen bilden sollen.

Zertrümmerte Scheibe. In der SamStag-Nacht wurde von einem bis jetzt Unbekannten an der MäuSburg eine große Erkerscheibe zertrümmert- ob mit Abficht oder Fahrlässigkeit, ist noch nicht festgestellt.

** Streit. Am OSwaldsgarten gerieth in verflossener Nacht ein junger Mensch mit drei Burschen in Streit, wobei er zwei Kopfwunden davontrug. Anzeige wurde erhoben.

Ans dem Lndwiglplahe ging gestern Abend einem Herrn bei einer kleinen Rempelet eine goldene Uhr, Hut und Stock verloren. Dem Besitzer dieser Gegenstände dürfte zu empfehlen sein, dieselben bald als gefunden beim Polizei- amt abzugeben, andernfalls ihm die Sache sehr Übel ge­nommen werden könnte.

* Cinbruchldiebstahle. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden in hiesiger Stadt verschiedene EtnbruchS- versuche unternommen. Nachdem die Diebe in der Damm- str aße eine Schlosserwerkstätte erbrochen und hier jedenfall» fich das nöthige Werkzeug angeeignet hatten, versuchten fie die Hintere Thüre eines Geschäftshauses in der Marktstraße von den sogen. Alten Ställen aus zu öffnen, wurden aber durch eine Schutzmann-Patrouille gestört und nahmen Reißaus. Später haben offenbar dieselben Gauner einem Geschäft in der Sonnenstraße einen Besuch abstatten wollen. Sie be­gaben fich durch die unverschlossene HauSthÜre in den Treppeu- ban, schraubten an der zum Laden führenden Thüre die vier Schrauben vom Schloß ab, und die Thüre zum Laden war offen. Hier hatten die Diebe nicht an die electrische Schelle gedacht, die beim Oeffnen der Thüre heftig anfiug zu klingeln, und mußten fie auch hier unverrichteter Sache da« Weite suchen.

Ueber Acetylengal. DaS Großh. Ministerium de» Innern hat dem Mainzer KreiSamte die Mitthetlung gemacht, daß Anlagen zur Herstellung von AcethlengaS, sofern fie fabrikmäßig betrieben werden, als chemische Fabriken im Sinne der Gewerbeordnung (§ 16) anzusehen seien und mithin dem daselbst vorgeschriebenen Verfahren unterliegen. Flüsfige» AcethlengaS sei alS etn explosiver, zur Verwendung al» Sprengmittel geeigneter Stoff, mithin als ein Sprengstoff im Sinne des Gesetzes vom Jahre 1884 auzusehen. Der KreiSauSschuß des Kreises Mainz wird fich demnächst mit der Feststellung einer Polizeiverordnung in Sachen des Acetylen- gases befassen.

** Die Tageilänge im Januar nimmt bereits im Ganze» um 1 Stunde und 7 Minuten, da« ist täglich etwa 2 Minuten zu. Während am 1. Januar Sonnenaufgang 8 Uhr 26 M. und Untergang 4 Uhr 32 M. war, geht am 31. d. M. die Sonne schon 8 Uhr 2 M. auf und erst 5 Uhr 15 M. unter. Am 22. Januar totale Sonneufinsterniß, vollständig sichtbar nur in Ostafrika und Asien. Bei un« geht die Sonne erst am Ende der Finsterntß 8 Uhr 15 Min. auf. Vollmond am 8. Januar, letztes viertel 15., Neumond 22. und erste» Viertel am 26. Januar.

** Die Unglücttfalle infolge navorfichtigen Umgang» mit Petroleum mehren sich von Tag zu Tag. Bekannt ist ja, daß Wasser in das brennende Petroleum gegossen, nicht nur dasselbe nicht zum Verlöschen bringt, sondern vielmehr dasselbe noch über einen größeren Raum verbreitet. DaS sicherste Mittel zum Ersticken eines Brandes ist immer, Sand ober Asche aufzuschütten. Aber eS gibt noch ein Mittel, welche» denselben Zweck erfüllt und welche» in jedem Haus­halt fast immer zur Hand sein dürfte: die Milch. Aus brennendes Petroleum gegossen, bringt fie dieses sofort zum Erlöschen.

Oesterreichifche Gnldenstucke werden vielfach an Stelle von Zweimarkstücken auSgegeben. Die Ausgaben von solchen Stücken ist in Deutschland nicht gestattet, im Uebrigen haben sie-auch nur einen CourSwerth von 1,601,70 Mk. Die öffentlichen Raffen haben derartige Gelder anzuhalten und durch Zerschlagen unbrauchbar zu machen. Also Vorficht!

* Ueber da» einstweilige Verlassen de» Bahnsteige» hat die Eisenbahn-Verwaltung eine Verfügung erlassen, in welcher eS heißt:Reisenden, welche mit gütigen Fahrtau»-- weisen versehen find, ist daS Verlassen der betreffenden Bahn­steige und der Wtederzugang zu denselben unter jedesmaliger Vorzeigung der Fahrkarte gestattet. Auf Bahnsteigkarten findet diese Anordnung jedoch keine Anwendung."

Wetterbericht. DaS barometrische Maximum hat von Süden her einen merklichen Vorstoß gegen Central- enropa bis gegen die Nordseeküfte gemacht, und lagert sein Kern heute über Süddeutschland. Diese» Gebiet hohen Druckes wird auf zwei Seiten von Depresfionen umschlossen, von welchen die eine den Osten de» Erdtheil» bedeckt, die andere im Nordwesten Schottlands auftaucht. Auf unserem Gebiete hat eS, mit Ausnahme de» Osten», rasch wieder aufgeklärt, die Temperaturen find im Norden erheblich ge­sunken, Im Osten liegen sie dagegen zunächst noch höher al» gestern. Voraussichtliche Witterung: Meist heiteres und im Allgemeinen mildes Wetter.

Vermischtes.

* Da» Cafino von Monte Carlo. Wenn man von Monaco spricht, so schreibt dieBerliner Börsenzeitung", gedenkt man meist nur der berüchtigten Spielbank. Und man hat insofern Recht, al« daS Geld, da« die Spieler dort zurücklafsen, in vielen Canälen der Stadt und dem Staate zufließen. Der Hauptcanal natürlich wird, wie e« fich ge­bührt, in die Taschen der Stationäre der Gesellschaft geleitet, welche nach Blar.cS Tode die Besitzerin de» Casino» von

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