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Samstag den 10. December
Nr. 290 Zweites Blatt
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Gießener Anzeiger
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General-Unzeiger
Aints- und Anzeigeblutt füv den T(veis Giefzen
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter
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Im Süden: durch die Straße VambachttSriedel,
den Verkehr gesperrte Gelände, Stunden vor Begin« und eine
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Das für welches zwei Stunde nach
trftrhrt ttgllch •u Lu-nodmk bei Montags.
whöne und willkommene ihtsgeschenke empfehle
Main Wefer Bahn, Straße Langgöns-Holzheim „ Holzhetm-Gamdach.
Die VtrOtntr 9«mtrt«Birit tr r Werben brm Änjctgcr Mbchentttch bitt mal bägdrgt.
Ibreflt für Depeschen: ZBzelger htstze«.
Fernsprecher Nr. 51.
gelegenen»! Bauplatz von ca. 900 Qaadeatmrter zum Preise von 7 Mark für den Quadratmeter überlassen werben.
Zur Abtretung einer Fläche Selänbe neben de« <trb- begrLboitz der Fiau Rarl Sprock Wtttwe an btt ®f nannte zum Preise von 60 Mark erthetlt die Versammlung btt Genehmigung, deßgl. zur
Be Pachtung eine« Platze« ans der Bach an Glaser- meister Phtltpp Jaeobt, gegen itne jährliche Pacht von 10 Mark.
Für btt Anlage einer Itnfriebtgnng am «rtoeitt- ruoglban für ba« Realgtzmnafiu« und die Realschule werbe» 2860 Ma>k betolligt.
Die in einte früheren Sitzung beschlossene Anbringung von Inschriften an den städtischen Schulgebäude» soll Herrn Earl Selb («irchstratze) übertragen werden.
Auf Gesuch einer größeren Anzahl von Einwohnern der Kaplaußgafse beschließt die Versammlung, bei G'vßh. Polizeiamt eine Verordnung zu erwirkeo, wonach da« Be» fahren der Roplonsgaffe vor in der Richtung Bahnhofstraße- «reuzplatz gestattet tst. Die Versammlung sowohl wie die Baudrputation haben die in der Eingabe bezeichaeteu Gefahren, denen die Pafiaoeeu bet be« starken Fuhrwerk-verkehr oul» gesetzt stab, al» vorhanden anerkannt und die beantragte Verordnung durch bte weitere Brstimwuog, daß nur im Schritt gefahren werden darf, ergänzt. — Zur Fortsetzung btt Totioiraulage in bezeichneter Gaste entlang be« F. E. Werner «chen Hause werden 600 Mark bewilligt.
Herr Ph. Psefser von Annerod, welchem die Lieferung von Ehaufltrsteioen au» eine« tm Stadtwolve belegeut» Ste ndrnche übertragen wurde, hat fich zur Lieferung vo» Pflastersteinen für die Stadt bereit erklärt- er fordert 14 Mk. für den Eubikmerer. Die Versammlung sprach fich für Annahme bei Angebot» au«.
Bei ber Vergebung der Arbeiten zur Erbauung eine« Au« f tcht«thur me« auf ber Hochwarte find nur btt Erd-, Maurer- unb Schlostrrarbeüeu zu innerhalb be« Voranschlag« fich haltenden Prei'en angeboten worden, wogtge« die Forderungen für die Zimmerer- und Vchreinerarbeittn der» Voranschlag erheblich Übertritten. Zur Ausführung zu bei Boranschlngsfuwwe fich nähernden Preisen hat fich ber Zimmer- meister W. Keßler in Annerod bereit erklärt, sofern ihm £ trenn- und Zimm-ierarbeiten Übertragen »erben. Die Versammlung beschloß dem »ogebot entsprechend, und fern« die Uevertragung der unberen Arbeiten an die Mindest- . fordernden.
Gegen die R choong der Plock'schen Stiftung für 1897/98 und den Voranschlag berfdben Stiftung für 1899 bi« 1900 hat die Versammlung nicht« zu erinnern. Die Rechnung schließt unter E urechnnng der Eapitalausleihuugeu und 'Zurückziehungen ab in Einnahme mit 20,207 Mk. 61 Pig^ ta Aufgabe mit 19,864 Mk. 47 Pfg. und weist an Lapital- verwögen nach 112,381 Mk. 42 Pfg. Der Voranschlag gleicht fich an« in Einnahme und Aufgabe mit 6602 Mk. 74 Pfg.
Bezüglich be« Gesuche« um Eoncesfion«eriheiluug für die Wirthschaft tmHaufe Grünbergerstraßt 82 an Frau Poppel«- darf, ftrntr für den Betrieb be« Hotel Ruhne an Herr» Zacharia« Haubach unb für bie Wirthschaft Neustadt 65 an Herrn Iac. Möller spricht fich die Versammlung für Bejahung der Bedürfnißfrage an«, desgleichen bezüglich be« Gesuche« von Wtlh. Wagner (B »marckftraßr 17) nm Erlaubniß zum Be kauf von Branntwein über bie Straße. — verneint wirb bagegen bte Bedürfnißfrage bezüglich be« Gesuche« um Wirthschastsconcefston von Gg. Stiehl für baß Haus Rrofdorferstraße 13, und ausgesetzt die Beraihnng über ba» Gesuch von H. Serth um Erlaubniß zum Ans- sch ar k von Branntwein im Hanfe Frankforterstraße 166.
CtcaUs tzind proDinsleUcs.
4- Nidda, 7. December. Uater heutiger ^Nickel«, marti* war ziemlich gut besucht, unb erfreuten sich namentlich bte Verkäufer von Sprelwaaren sowie B Inter bebarf«« artikeln eines regen Zaipruch«. Rur auf de« Schweinemarkte waren gegen fonst wenig Thiere zum verkauf angetrieben, was offenbar «tt dem Verbote be« Viehhandel« im Umher- ziehen zuiammenhängt- außerdem herrschte geringe Nachfrage, im Hinblick auf ben Mangel und bie Prei«stetgerung ber Rartoffeln in htefiger Gegend.
□ Dornstadt, 7 December. In Sudermann« erschien heute ein Gast, Herr Han« Schwnrtze vo» Reficenztheater in Btefbaben, in der Rolle des Grafen von Lrast-Saarberg, diese« Deua ex machina be« Stücke« und zugleich einer der dankbarsten Partien. Die dienert biefer
Sitzung ber Stadtverordneten
am 8. December 1898.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Beigeordneten Georgi, ©rüntberg unb Wolff, von Seiten ber Stadtverordneten die Herren Brück, Emmelin«, Faber, Dr Gaffky, Haubach, Heichelheim, Heyligevstaedt, ReQer, Rirdj, Loos, Löber, Orbig, Petti, Scheel unb Wallenfel».
Herr Oderbürgermeistn Gnauth brachte eine Zuschrift be« Verein« für Geflügel- unb Vogelzucht zur Renntniß der Versammlung, ta welcher gen. Verein «ittheilt, daß die von ihm errichtete Geflügelzuchistation fertig fei und zur Be- fichtigung der He«en Stadtverordneten offen stehe. Dies« Einladung soll bei Gelegenheit entsprochen werden.
Zu Vertretern der Stadt Gießen ans dem am 12. b. M. tn Offenbach stattftnbevben 7. hessischen Städtetage, an de« außerdem ber Oberbürgermeister unb zwei Bei« geordnete theilnehmen werden, tonten bie Herren Dr. Gut- fletsch, Scheel und Rirch gewählt.
Die Firma Gebr. Bär beabfichtigt an Stelle de« ehemal« F.llmann'icheu Hause« in der Marktstraße einen Neubau zu errichten, und zwar wegen de« beschränkten Raume« tu Holzfachwerk. Die bieserhalb vöthtge Di«penfation von einschlägigen Bestimmungen der Bauordnung wird bezüglich be« zweiten Obergeschoste« ganz, bezüglich de« Erd« und ersten Obergeschoste« nur theiltoeise befürwortet. Nicht befür- wertet wird dag-gen die Di«pensation von den Bestimmungen hinfichtlich der Gedänbehöhe.
Herrn Heinrich Regler von Annerod soll ein neben seinem Neubau Ecke der Gründerger- und Landmannstraße
MuiUtiö.
Pari«, 8. December. Der Polizei gelang el, die Führer einer berüchtigten Diebelbaube zu verhaften, welche vor einiger Zeit in Vrüffel zahlreiche Diebstähle ausführten, wobei fie eine Beute von ca. 6 Millionen Francs gemacht haben sollen.
Paris, 8 December. Die Morgenblätter veröffentlichen einen Bries der Wittere de» Obersten Henry, worin dieselbe energisch gegen bie Beschuldigungen de« jfRabical* pioteftht unb dieselben al« infame Verdächtigungen bezeichnet. Frau Henry fordert ben .Radikal" auf, Veweife für feine Behauptungen beizubringen.
Bekanntmachung.
Vetr.r Schießübungen.
„ Weste« „ Norden „ Osten
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iBBibm« een Anzeigen zu ba Äadjmittag» für ben Xq ertchmi enden stummer bi» Lorrn. 10 Ubr.
Beendigung deS Schießens vo« Niemand betreten werden darf, wird begrenzt:
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Deutscher Reich.
Berlin, 8. December. Der Reifet hat von der tzsftciellen Vertretung des Reichstage« die Mittheilung erhalten, daß der Reichstag fich constituirt habe. Die Audienz bl« Präsidium» dem Raiier wird in d«u nächsten Tagen stattfiodev. Die einzelnku Abtheilungeu be» Reichstages Haden fisch ebenfalls gebildet.
Berlin, 8. Drcember. Der preußische Hof legt für be verstorbene Großherzogin von Toscana, für die verstorbene Privziffia Hermann von Sachsen-Weimar und für bte verstorbene Prinzessin Friedrich von Württemberg auf acht Tage Trauer an.
Berlin, 8 December. Aus Amsterdam wird der «Voss. Zig." geschrilben: In zahlreichen Zufchr fien an hiesige Blätter au« Dänemark werden bie Vertreter de» Handel« □ab der Industrie in ben Niederlanden anfgeforbert, den Uugendl ck, wo zahlreiche dänif ch-deutfche Geschäft«- Verbindungen gelöst worden seien, rasch zu benutzen, da« frei gewordene Absatzgebiet zu erobern.
— Unser verhältniß zu Oesterreich. Unter biefer Ueberfchrift f«treiben die .Hamb. Nacht/ : Wit ver- ruhen kein Gehe>«niß, wenn wir constatiren, daß tm Laufe bix letzten Jahre mancherlei andere Beobachtungen auf dem Gebiete der inneren wie namentlich ber äußeren Politik Oesterreich Ungarn« zu wachen gewesen fiad, welche die Frage, e3 man in Wien und Budapest den Dreibund noch ernsthaft nähme, mindesten« btßcutabtl erscheinen ließen. Wr wollen §ier nicht in'« Einzelne gehen, sondern alle rationea dubitandi, be sich au« jenen Wavrriehmungen ergeben, dahm zusammen- ftffen, daß das verhältniß, in dem fich Oesterreich zu Deutsch- l:nb befindet, für uu« Deutsche nicht mehr so klar und durch« sichtig ist, wie wir e« wünschen müffen, so lange bet deutsch» «äetteichische Bündnißoertrag besteht. Wir für dien, daß hinter den Louliffen der österreichischen Diplomatie mächtige Einflüffe, namentlich feubabcler calen Ursprungs nicht ohne Erfolg thätig stad, um Oesterreich Ungarn von seine« Platz« i: der Seite Demschlaud« adzudrüngeu und daß ste dabei »m ebenfalls mächtigen Eivsiüffen tn Pari« unb Petersburg mterstützt werden. Ferner glauben wir nicht, baß bie Ent- mick-lung, welche die innere Nationalitätenpolitik in Oester-
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnttz gebracht, daß das 1. Bataillon des Infanterie» ltteglments Ro 168 zu Butzbach am 20., 21 und 82. December jedesmal von 10 Uhr Bormittags bis 4 Uhr Nachmittags im Gelände «riedel - Wambach et« gefechtsmäßiges Schießen mit scharfer Munition mit Schußrichtung füdlich des Baches gegen den Stlberberg ab»
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Die vorerwähnten Grenzen selbst bleiben für >e« Verkehr frei.
«tetzen, am 9. December 1898. vroßhcrzogliches «retsamt Vießcn.
v. Bechtold.
Gießen, den 9. December 1898, Betr. r Wie oben.
Das Grotzher^ogliche jkreisamt Gießen an die «roßh. Bürgermeistereien Holzheim und Lang-«öns.
Die vorstehende Bekanntmachung wolle« Ste «Isbald auf ortsübltche Weife bekannt machen und dieselbe am Tage vor Beginn des Schießens wiederholen lasten.
v. Bechtold.
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! Ltraße nach Henchelhei, ; vor Morast nnpaffrbti
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Giessen,
l0m 8. December 1888.
reich genommen hat, eine« gewissen ursächlichen Zusammenhanges eit dielen Inttiguen entbehrt. Unb selbst wenn nur etn Theil der Befürchtungen gerechtfertigt wäre, die fich unter diesen Grfichtspunkten für Deu'schland ergeben, würbe »an fich tn Wien nicht wunbern bürftn, wenn fich tn Deutschlanb allmählich Mißtrauen regt und wem, »an vorkowmnifien, wie der neulichen auffälligen Rede de« Grafen Thun, nicht »it dem Maße von Harmlofigkeit gegerübersteht, wie i« sonst vielleicht der Fall geeefen sein würde. W r wollen, wie schon neulich gesagt, nicht so weit gehen, auf Grund der Rede Thun« zu behaupten, daß Oesterre'ch da« Bünbniß mit un« aufzugeben gedenke, aber bte Rebe hat in uv« btn längst vor- hanbenen Eindruck verstärkt, daß da« Bünbniß «'dr ober weniger eine fic'iv: Existenz führt, mehr de jure al« de facto vorhanden ist. E« scheint ja auch nach den Wandlungen tn russisch öüerretchtichen Beziehungen kau« noch die nöthige raison d’Otre zu besitzen und vielleicht nähert fich der Mo« «:nt, den Fürst Bismarck, freilich in anderem gusammen- bange, in’« Auge faßte, al» er in seiner großen Reoe vo« 6 Februar 1888 die Worte sprach: »Reine Großmacht kann auf bie Dauer tn Widerspruch «it den Interessen ihre« eigenen Volke« an dem Wortlaut irgend eine« vertrage« kleben, fie tst schließlich genötigt, ganz offen zu erklären: I bte Zetten haben fich ge&nbert, ich kann da« nicht mehr und muß ba« von ihrem Volke und von dem vertrug schließenden Thetle nach Mögltchkeit rechtfertigend Im Zusammenhang mit diesen Worten gewinnt eine Stelle besondere Bedeutung, die fich tu den .Gedanken und Erinnerungen" unsere« heim- ! gegangenen großen Staat«»annes, tn dem dem Dreibund ge- ! widmeten Eop.tel findet. Fürst Bi«marck weist darin auf bie Möglichkeit hm, daß ,ta O sterretch amibeutfchr R chmngen nationaler oder confesfioneller Natur fich stärker al« bisher zeigen, und baß ruffiiche Versuchungen und Anerbietungen aus | dem Gebiete der ortentalischen Politik, wie zur Zeit Ratha- rtna« und Joies« II hinzutreten." Die erste dieser betöen Eoentualttären tst fett Niederfchrtst ber Memoiren zweisello«, bte zwefte vielleicht eingetreten. DieLofung für Deutschland muß alfo bie fein, bte Fü'st Bi«marck für diefen Fall gegeben bat: tonjouTB en redette.
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