Ausgabe 
10.7.1898 Viertes Blatt
 
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Nr. 15»

Erscheint tägNch mit Ausnahme deS MontagS.

Die Gießener

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Viertes Bl<M._______Sonntag den 10. Zuli ________________

Gießener Anzeiger

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tritt.

°gs 4 Uhr:

Amtlichen Theil.

Bekanntmachung.

Wegen der am 16. und 17. d. MrS. dahier statifiaden- den Ausstellung wird der Oswald» Garten, sowie ein Thetl der Ktrchstraße von heute ab auf etwa 10 Tage für jeden verkehr polizeilich gesperrt.

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u».Angelegenheit nunmehr be-

riks. LkgMlltSlSpklk leundlichst eingelM er Vorstand.

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iiilt mit großer Bestimmtheit die Meldung auf, daß Prinz Victor Napoleon, kaiserlich russischer Oberst und Com- »mdeur deS russischen Leib Garde-Ulanen Regiment» Kaiserin

Pari», 8. Juli. Die Pariser Versicherung» Gesellschaften Mm bei dem Unglück derBourgogne" einen Schaden tldill 21 Millionen Francs zu decken.

Lanterue" beglückwünscht den Krtegsmi'.ifter für xt vortreffliche Sprache, welche er geführt.Journal", ^Saulots" undEcho de Part»" drücken die gleiche Meinung I.Autoritv" beglückwünscht den Kriegsmintster besonder» der Bemerkung, daß Frankreich zu Hause seine eigenen Uste besorge. Da» Blatt lobt den Kriegsmintster, weil ßch nicht wie sein Vorgänger, hinter daS Gespenst de» g|6" «nHattbc» versteckt. Die Drryfns'freundlichen Blätter find

Deutsches Reich.

Berlin. 8. Juli. Der Kaiser hat am 6. ds». Mts. solge^de» Telegramm an den Präsidenten Faure gerichtet: Soeben erfahre ich die Nachricht von der schrecklichen Kata­strophe, welche Frankreich durch den Verlust derBourgogne" getroffen hat. Ich bitte Sie, Herr Präsident, au meine auf- richtige Theilnahme zu glauben und möchte, daß die Tiefe dirse» Gefühls die Thränen der Unglücklichen, welche so schmerzliche Verluste erlitten haben, trocknen helfe. Aber nur Sott allein hat die Kraft, die Herzen zu trösten. Die Aniwort des Präsidenten Faure lautete: Ich bin lebhaft gerührt von dem Telegramm, durch welche» Eure Majestät vir Ihre Theilnahme au» Anlaß der schrecklichen Katastrophe derBourgogne" übermittelt hat, und ich danke Ihnen für die so lebhaften Gefühle, die Sie mir für die Familien Mtgrdrückt, die diese» schreckliche Eretgntß in Schmerz ver­fitzt bat.

Berlin, 8.Juli. Ein Strtke der Berliner Maurer ist mir B gtnu der nächsten Woche zu erwarten. Tie ver- lnnfltn 60 Psg. Stundenlohn.

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harten bei Mautatem-

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t unb gute Spei!'

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Wien, 8. Juli. In Olmütz ist e» gestern Abend zu - ftthüon^ ntutrhdien nationalen Ausschreitungen gekommen. Da die einschreitende Wache mit Steinwürfen empfangen mrde, machte diese von der Waffe Gebrauch und verwundete

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1 Dorfeld.

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ixandra sich demnächst mit der Großfürstin Helena, stripp^ Bohrer de» Großfürsten Wladimir, verloben wird.

1^ Pari», 8, Juli. Die gelammte Prrffe bespricht die gestrige Mrung de» Krieg-Minister» in der Kammer. Der »Figaro"

~ zx einige Excedenten.

)Ü Wien, 8. Juli. Eine Pariser Meldung derPolit.

ioxttlp." bestätigt, daß die Mächte den Moment für eine KiiedenSvermittelung für gekommen erachten. Da itie Amerikaner Cuba nicht annectiren wollen und Spanien i , «nNlillC Unabhängigkeit Cuba» zugesteht, so dürfte die Inter- IQ jjBlUvlvvfiieiitjon in Washington Erfolg haben.

« 1 nfld ^om- 3uli. Dem ^Popolo Romano" zufolge gehen HUI* Mi italienische Kriegsschiffe au» Neapel nach den Wlippinen ob.

«(fr 29. 8. Jultt Da» russische Katserpaar und die

HjJr. e-hri^^i0in ötctorio von England condolirten tele- vnA dem Präsidenten Faure.

Part», 8. Juli. In hiesigen hohen Gesellschaftskreisen

Gießen, den 9. Juli 1898.

Großherzogltche» Polizeiamt Gießen, v. Bechtold.

Gefunden: 1 silberner Rmg, 1 Band mit Medaillon, 1 Manfchettenknopf, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Uhr- mhängsel, 1 Schirm, 1 Ctgarrenabschneider, 1 Metermaaß, 1 Buch (Theaterstück), 1 Collegheft, 1 Pferdedecke, 4 hölzerne Löffel, 1 Hundehalsband mit Marke, 1 Hufeisen, 1 Wagen­kapsel, 1 Kette, 1 Stlfcheit und 1 Wagenschild.

Gießen, den 9. Juli 1898.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

v. Bechtold.

i jedoch entgegengesetzter Ansicht.Radical" behauptet, die Aussage des Kriegsminister» bestätige die Hypothese eine» rechtswidrigen Urtheil».

London, 8. Juli. Der Waffenstillstand vor Santiago wird auf beiden Seiten zur Verstärkung der Positionen benutzt. Die Amerikaner werfen Schavzgräben auf und richten Bollwerke her. Auf der ganzen Linie bringen sie die Artillerie herbei. Die Spanier haben ihre Schanzgräben ausgebeflert und die Gräben mit Rasenstücken belegt. Durch mehrere schwere Geschütze beherrschen sie einen Theil der amerikanischen Position.

London, 8. Juli. Wie hierher gemeldet wird, wird gegen mehrere Matrosen deS untergegangenenBourgogne" Anklage wegen Mordes erhoben werden.

London, 8. Juli. Der hiesige Militär-Attachs tele- graphirte nach Washington, er habe aus Madrid Informationen erhalten, wonach Spanien infolge AnrathenS von Oester­reich noch in dieser Woche die Friedensverhandlungen be­ginnen werde.

London, 8. Juli. Die Bevölkerung von Halifax hat die Drohung ausgesprochen, die Mannschaft derBourgogne", welche sich noch auf dem DampferGrectan" befindet, wenn fie an Land kommt, zu erschlagen.

vermischtes.

e Gedachtnißtafel für Kaiser Friedlich in San Remo. Der Kaiser har unmittelbar, ehe er die diesjährige Nord- land-reise angetreten hat, Bestimmungen über die Ausführung der Gedächtnißtafel für Kaiser Friedrich an der Villa Zirto in San Remo getroffen. AuS dem Wettbewerb für die künst­lerische Ausführung der Tafel war der Berliner Baumeister Karl Bauer al» Sieger hervorgegangen und diesem die Her­stellung de» Kunstwerke» übertragen worden. Der Künstler hat an den Kaiser das Gesuch gerichtet, ihm für den Guß der Tafel eroberte Broncegeschütze zu überweisen. Diesem Ansuchen hat der Kaiser entsprach n und das KriegSmintsterium angewiesen, daS erforderliche Material zur Verfügung zu stellen. Die Gedenktafel soll 3 Meter lang und IV2 Meter hoch werden. Sie wird nach ihrer Fertigstellung auf An­ordnung des Kaiser- in Berlin au-geftellt werden und hier vor ihrer Ueberbriugung nach San Remo kirchlich geweiht werden. Die feierliche Einweihung wird im königl. Schlöffe fiattfinden.

* Die1898er Vereinigung für internationale Mcffen in Berlin" hat in der letzten Vorstandsfitzunq bescdloff n, die Berliner Herbstmesse 1898 vom 22. bis 27. August abzuhalten. Gleichzeitig mit dieser elften Berliner Meffe veranstaltet derDeutsche Export-Verein in Berlin" die zweiteAllgemeine Ausstellung von Erfindungen und Neuheiten", welche durch Patent oder Gebrauchs­muster gesetzlich geschützt find. DaS Centralbureau der1893er Vereinigung" und deSDeutschen Export-Verein»" im Meß- Palast Al'xandrtnrnstr. 110 sowie der Vorsitzende beider Ver­eine, Fabrikbesitzer Moritz Rosenow, Ritterftr. 87, ertheilen bereitw ll'gst jede gewünschte Auskunft.

* Sin von den Meereswellen in Bewegung gesetzter Motor ist in LoS Angeles (Calisornien) aufgestellt worden, und hat sich so gut bewährt, daß man die Vergrößerung der Anlage beabsichtigt. Wie wir auS einer Mitihetlung deS Internationalen PatentbureauS Carl Fr. R< HUt, Berlin NW. 6, ersehen, wird die gewonnene motorilche Kraft zur Erzeugung von Electricität verwendet. Die Motoren befinden fich am Ende eines etwa 120 m langen, eisernen Piers. Sie werden gebildet durch drei eiserne Schwimmkörper, denen jeder mit einer verticalen Preßpumpe in Verbindung steht, die ihrer­seits Wasser in ein erhöhtes VorrathSreiervoir drücken, wo e» unter ziemlich bedeutendem Druck aufgespeichert wird. Durch die Wogen werden die Schwimmer abwechselnd ge­hoben und gesenkt und dadurch das Reservoir gespeist. AuS diesem gelangt da» Waffer auf eine Turbine, welche mit einem Dynamo gekuppelt ist und erzeugt so electrischen Strom. Das rerdrauchte Wasser gelangt wieder zu seinem Ausgangs­punkt bei den Pampen zurück. Die Maschine paßt fich automatisch in ziemlich weiten Grenzen wechselnden Verhält- niffen an Bei hohem Wellengang z. B- wirkt der im Innern als Accumuiator herrschende Druck zurück auf die Bewegung der Schwimmer. Der Motor hat sich im letzten Winter bei den verschiedensten Wellenverhältn ffen ausgezeichnet be­währt, und man beabsichtigt j tzr, die Anlage derartig zu vergrößern, daß fie 200 PS. leisten kann.

An Bord der Kriegsschiffe der Bereinigten Staaten leben Thiere verschiedener Art, welche von den immer etwas abergläubischen Seeleuten als Glück bringend betrachtet

werden. Das berühmteste dieser Thiere warBilly-Major", ein großer Ziegenbock, der an Bord des KreuzersNew- 2)orf länger als 13 Jahre lebte und am 14. März d. I. im Hafen von Key-West starb. Er hatte nur einen Fehler, eine große Gefräßigkeit, und als er einen Eimer voll auf­gelöstes Bleiweib verschlungen hatte, konnte auch sein abge­härteter Magen dies nicht vertragen, und er mußte sein Leben lasten, worauf eine würdige Leichenfeier für ihn veranstaltet wurde. Auch ein anderer ZiegenbockBilly-Terror" an Bord des MonitorsTerror" ist sehr beliebt, und die Mann­schaft läßt sich niemals abbilden, ohne den Bock in ihrer Mitte zu haben. Als dieMaine" im Hafen von Havanna in die Luft flog, waren drei Katzen an Bord, darunter eine prächtige schwarze mit NamenToni". Die Seeleute konnten sich nicht vorstellen, daß ein Schiff, das eine schwarze Katze an Bord habe, in die Luft fliegen könne, und so dachte Niemand in der Verwirrung daran, das arme Thier zu retten. Aber dies wußte sich selbst zu retten, am Tage nach dem Unglück sah man sie an dem aus den Wellen empor» ragenden Mast und hörte sie jämmerlich miauen, bis man sie an Bord desFern" brachte, wo sie mit offenen Armen ausgenommen wurde. Auf dem PanzerschiffMassachusetts" lebt eine Katze, die ihr Mittagsschläfchen in der Mündung einer großen Kanone zu halten pflegt, sie glaubte, daß an diesem Orte sie Niemand stören würde. Auf dem Kreuzer Detroit" halten die Matrosen einen Affen, den sie bei feierlichen Gelegenheiten als Offizier anziehen. Dann zeigt der Affe sich sehr würdevoll, von der Wichtigkeit seines Ranges überzeugt, er grüßt militärisch und macht Geberden und Bewegungen, welche die ganze Mannschaft in frohe Laune versetzen. An Bord anderer Schiffe halten sich die Seeleute Hunde, Papageien und andere Thiere.

* Kritischer Tag für Waareozricheu nach allem Gesetz. Mit dem 1. October d. I. nimmt die Wirksamkeit des früheren Gesetzes zum Schutz der Fabrikmarken, das seit 1874 bestanden hat, ein Ende. Bis zum 1. October 1898 müssen die nach früherem Gesetz eingetragenen Waarenzeichen beim Patentamt zur Umregistrirung gebracht sein und erlöscht mit 1. October der bis dahin nach altem Gesetz gewählte Schutz, gleichviel ob das Zeichen umregiftrirt, d. h. nach neuem Gesetz zur Eintragung zugelasten ist oder die Eintragung versagt wurde. (S. § 24 des Gesetzes zum Schutz der Waarenbezeichnungen.) Die Prüfung der zur Umregistrirung gebrachten Zeichen wird auf Grund der Bestimmungen des jetzigen Gesetzes durchgeführt und ist ziemlich vielseitig. Es wird hierbei häufig vorkommen, daß gleiche Zeichen für gleiche Maaren von verschiedenen Seiten beansprucht werden und kommt es in solchen Fällen darauf an, wer das betreffende Zeichen nach altem Gesetz zuerst zur Eintragung gebracht hatte. Alle späteren Anmelder, die nach altem Gesetz, weil eine Prüfung nicht vorgenommen wurde, das gleiche Zeichen ebenfalls eintragen lasten konnten, müsten zu Gunsten des ersten Anmelders zurücktreten und für die Zukunft sich der Benutzung des betreffenden Zeichens enthalten. Wer sein bisher nur nach altem Gesetz eingetragenes Zeichen noch rechtzeitig zur Umregistrirung bringen will, handelt zweck­mäßig, die hierzu erforderlichen Schritte möglichst bald ins Werk zu setzen. (Original-Mittheilung vom Patentanwalt Sack, Leipzig.)

Universitäts-Nachrichten.

Bet der medtcinischen Facultät der Berliner Universität haben sich vier Assistenten von Universitätsanstalten als Prtoat- bocenten habililirt: Dr. Friedrich Kopsch, Assistent des Professors Waldeyer, für Anatomie, Dr. Edmund Meyer, Assistent des Professors Bernhard Frä-kel, für Hals- und Nasenkrankheiten, Dr. Max Michaelis, Assistent des Professors v. Leyden, und Dr. Wilhelm Zinn, Assistent deS Professors Gerhardt, für innere Medtctn. _ , rr

Seinen 70. Geburtstag feierte am 4. d. Mts. Professor Wilhelm Ahlwardt von der Universität Greifswald, ein ver­dienter Orientalist.

Die Blickensderser Nr. 7 ist die einzige Maschine mit automatischer Abstandheistellung, wodurch die Schnelligkeit um 20 pCt. erhöht wird, sowie die einzige Maschine mit sichtbarer Schrift und ohne Farbband! Wettere Vorzüge sind die Jdeal- klaviatur mit leichtem natürlichen Anschläge, die unerreicht schöne und klare Schrift, regultrbare Randi und Zeilenstellung, unveränder­liche Zeilengeradheit, verstellbare Glocke, automatischer Zeiger, aus­wechselbare Farbrolle, auswechselbares Typenrad, sowie gleichzeitiges Schreiben von 12 Originalen und andere Vervielfältigung. Trotz dieser und vieler anderer Vorzüge ist die Blickensderfer Rr. 7 gegen­über den älteren Systemen so wesentlich vereinfacht, daß sie anstatt aus mehreren tausend nur noch aus ca. 260 Theilen besteht, und in Folge dieser Vereinfachung ist fie sowohl billiger, als auch wett dauerhafter als irgend ein anderes System.