Ausgabe 
10.5.1898 Erstes Blatt
 
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Wahlbewegung.

Darmstadt, 7. Mat. DieDarrnst. Ztg." vernimmt, daß Herr Dettweiler aus Laubenheim dem Ausschuß deS Demokratischen Verein- die Mitthetluug gemacht habe, daß er sich im Falle seiner Wahl für den nächsten Reichstag der Freisinnigen Bereinigung" auzuschlteßen gedenke.

* Marburg. 6. Mat. DerFranks. Ztg." wird ge- schrieben: Für den Wahlkreis Marburg «Kirchhain- Freud en berg ist von einer Bauern-Bersammlung in Fron­hausen Redacteur und Schriftsteller Bader als Reichstags- raudidat proclamirt wordeo. Die in derselben Versammlung festgeftellten Programm-Forderungen enthalten eine unklare Mischung von agrarischen und demokratischen Forderungen. Auch Böcke! will wieder in seinem bisherigen Wahl­kreise candtdtren. Wie diePost" berichtet, hatte Dr. Röficke vom Bund der Laadwirthe der Marburger Vertretung deS Bundes der Laudwtrthe den Auftrag gegeben, Dr. Böcke! als Sandtdateu des Bundes der Landwtrthe im Wahlkreise wieder aufzustelleu. Der KretSvorfitzevde des Bundes der Landwtrthe tm Kretfe Marburg, Rittergut-Pächter Behne- Oberweimar, hat darauf aber sein Amt als KretSvorfitzender niedergelegt.

Wahlkreis Howbarg - Höchst > Ufingen. Die CentrumS- partei hat den Landtags-Abgeordneten und Buchdruckeret- befitzer Pleß aus Mühlheim a. Rh. als ReichStagScandtdaten aufgestellt.

Wahlkreis Hauau. Der oationalliberale Verein in Hanau hat der vom Vorstande beschlossenen Bereinigung mit deu Conservativen für die ReichStagSwahleu seine Zustimmung ertheilt. Als Gegenleistung bieten die Conservativen, wie der Borfitzende, Herr Rentner Pannot mittheilte, die Unterstützung deS natiouaüiberalen Landtags-Abgeordneten Juughenn. Auch der von den Conservativen präseutirte Cartellcandidat, Oberst a. D. St eg-Wiesbaden, war erschienen, um sein Programm vorzutrageo.

«oln, 7. Mai. Wie dieKöln. BolkSztg." meldet, lehnte der bisherige ReichStagSpräfident, Frhr. v. Buol, in bestimmter Weise eine Candidatur für die Neuwahlen zum Reichstage ab.

Berlin, 7. Mai. DieGermania" veröffentlicht den Wahlaufruf der CeutrumSpartei. Au» demselben ist hervorzuheben die Versicherung, daß das Centrum Angriffe auf die Rechte deS Volke», insbesondere auf da» allgemeine geheime Wahlrecht zum Reichstage oder auf deu Reich»tag selbst, entschieden bekämpfen werde. ES werde im Kampfe gegen daö Jesuitengesetz auSharrev und für die Gleich­berechtigung der Katholiken eintreten. Nachdem tu dem Auf­ruf da», was da» Gentium bisher erreicht hat, aufgezählt worden ist, heißt e» dann weiter bet Erwähnung der Noth der Laodwtrthschaft, daß bei der Beschlußfaffung über neue Handelsverträge eine verstärkte Fürsorge für die Landwirth- schäft da» Bemühen deS Centrum» sein werde. Einen FractiouSzwang kenne die Partei nicht. Der Ausruf mahnt zu« Schluß zum Zusammenhalten der Partei, damit sie nicht ihre ausschlaggebende Stellung tm Reichstag verliere.

Sieben, 9. Mat 1898.

Militardieustuachrichteu. Or. Spieker, Oberstabs­arzt 2 Kl. und RegtS.-Arzt vom 8. Ostpreußtschen Jnf.-Regt. Nr. 45, unter Versetzung zum Jnf.-Rezr. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116 zum Oberstabsarzt 1. Kl. be­fördert; Dr. Braune, Oberstabsarzt 1. Kl. und RegtS.- Arzt vom 1. Großh. Heff. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23, ein Patent feiner Charge verliehen- Dr. Mende, Oberstabsarzt 1. Kl. und RegtS.-Arzt vom Jaf.Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, unter Verleihung deS LharacterS als Gen. Oberarzt mit Pension und seiner bis­herigen Uniform der Abschied bewilligt.

* Allgemeiner Svangelisch-Protestantischer Miffioul Verein. Freitag den 13. Mai, Abend» t/,9 Uhr, wird in Stein- Garten Herr Prediger Lehm Pfuhl au» Berlin einen Vor­trag überKultur und Christenthum in Ostasien" halten. Er spricht im Auftrag de» Allgemeinen Evangelisch- Protestantischen MisfiouSvrrein». Dieser, 1884 In Weimar

Hafeneinfahrt, ganz in der Nähe der Insel Corregidor, iuhren, ohne bemerkt zu werden, und daß sie um 7 Uhr Morgen» die Schlacht begannen, nachdem in weiter Ent- fernung vor ihnen zwei submarine Minen explodirt waren. Die Spanier befanden fich anscheinend in größter Verwirrung, da sie vollständig zwecklose Manöver machten. Cavite" war mit größter Schnelligkeit reducirt, da die Süstenbatterien augenscheinlich ungeübte BedienuogS-Maun- schäften hatten, weil die Schüffe weit vom Ziele fielen. Nachdem drei spanische Schiffe in Brand geschoffeu waren, dampfte Dewey zurück, um seinen Leuten eine Frühstücks­pause zu gönnen. Nach zwei Stunden wurde die Schlacht wieder ausgenommen und der Rest der feindlichen Flotte schnell vernichtet. Die Batterien in Manila wurden nicht zerstört, da Dewey befürchtete, die ganze Stadt zu zerstören. Nach Beendigung der Schlacht theilte er dem Gouverneur von Manila mit, daß da» Bombardement sofort beginne, fall» ein einziger Schuß gegen die Amerikaner falle. F. Z.

Reto-York, 7. Mai. Die Beunruhigung wegen de» Aus­bleiben» irgend welcher Nachricht von Dewey ist auf das Aeußerfte gestiegen. E» ctrcultren allerhand schlimme Ge­rüchte. Man befürchtet, daß die Mmenanlagen bei Manila, welche bei der Einfahrt der amerikanischen Flotte nicht functioutrten, nachträglich in Ordnung gebracht wurden und daher das Auslaufen der Flotte unmöglich gemacht wurde.

Rew-Vork, 7. Mat. Die au» drei Kreuzern und vier Torpedobooten bestehende spanische Flotte unter Admiral Cervera soll am Mittwoch die BarbadoS-Juselu verlaffen haben. Ein Zusammenstoß mit Admiral Sampson, welcher nur vier Panzerkreuzer und ein uugepanzertes Reserveschiff besitzt, steht unmittelbar bevor.

gegründete unb seitdem mit Segen wirkende Verein sieht seine besondere Aufgabe darin, christliche Religion und Kultur unter den oichtchristlichen Kulturvölkern zu verbreiten. Seine Aufmerksamkeit hat er dabei in erster Linie Japan und China zugewendet. Die Gründung einer neuen deutschen Kolonie tu Ktaotschou har da» evangelische Volk Deutschland» vor die große Aufgabe gestellt, den Segen evangelischen Christen- thnm» auch in den neuerworbenen Gebieten und darüber htvau», soweit der deutsche Einfluß reicht, zu verbreiten. Die katholische Kirche ist in der neuen Kolonie bereits eifrig au der Arbeit. DaS ist ihr gute» Recht. Aber wir Evange- lischen wollen hinter ihr nicht zurückbleiben, unb der All­gemeine evangelisch-protestantische MisfionS-Berein ist nach seiner ganzen Vergangenheit dazu berufen, hier uv» al» Führrr zu dieuru. Natürlich kann er sein Werk nicht verrichten, wenn ihm nicht aus allen Theilen unsere» Vaterlandes rege Unterstützung wird. Und dieser Unterstützung darf er sicher sein. Geht er doch nicht auf Coucurrevz mit anderen MisfiovSgesellschaften au», insbesondere nicht mit der Baseler, sondern ist bestrebt, eine eigenartige Arbeit mit eigenartigen Mitteln zu verrichten. Herr Prediger Lehmpfuhl wird zeigen, in welcher Weise der Verein seine Aufgabe zu erfüllen be­strebt ist, und wir find überzeugt, daß es nur dieses Hin­weises bedarf, nm seinem Vortrag zahlreichen Besuch zu sichern. Der Eintritt ist unentgeltlich, doch werden freiwillige Gaben für die evangelische Kiautschou-Misfion entgegengenommen.

Die RentamtSgehulfeu deS GroßherzogthumS petitio- niren bei der Zwetten Kammer, dieselbe wolle die Rent- amtSgehülfen bei der demnächstigen Regulirung der Gehalts- unb AnstellungSverhältniffe der StenercommiffariatS- unb KreiSamtsgehülfen ebenso behandeln, wie diese Gehülfen auch behandelt werden.

* Miethwohnuugen. Der Abgeordnete Reinhart (WormS) hat bei der Zwetten Kammer der Stände beantragt: hohe Kammer wolle beschließen, die Großherzogliche Regierung zu ersuchen: den Ständen noch auf diesem Landtage eine Gesetzesvorlage zugehen zu lassen, welche die Erbauung von billigen Miethwohnuugen für die niederen Beamten und Arbeiter de» Staates in den größeren Städten des Lande» bezweckt. In der Begründung heißt e»: In Folge de» außergewöhnlichen Anwachsen» der größeren Städte de» Lande» in den letzten Jahrzehnten nimmt der Mangel an entsprechen­den Wohnungen für die niederen Beamten und die Arbeiter de» Staate» einen bedrohlichen Character an. Die von dem GesetzDie polizeiliche Beaufsichtigung der Miethwohnungen" erhofften Befferungen der vorhandenen Mißstände konnten nicht in der erwünschten Weise in Erfüllung gehen. Dies ist auch in den Verhandlungen der Zweiten Kammer über die feiten» der Regierung vorgelegte Statistik festgestellt worden. Die Herstellung der ungesunden, sowie die Erbauung neuerMiethwohnungen hielten nicht gleichen Schritt mit dem wachsenden Brdürfniß nach kleinen Mieth- wohnungen. Trotzdem in einzelnen Städten de» Landes Arbeitgeber und Baugenossenschaften bemüht find, den be­stehenden Nothstand zu beseitigen, blieben der Staat unb die Gemeinden al» Arbeitgeber in der Erfüllung der gleichen Pflicht zurück. Beiden liegt e» ob, die möglichst rasche Durchführung de» wohlgemeinten WohnungSgesrtze» fördern zu helfen. Der Staat kann fich für die Dauer dieser Pflichten gegenüber seiner niederen Beamten unb zahlreichen Arbeiter nicht entziehen. Namentlich finb e» viele verhei- rathete Eisenbohnarbeiter, bnrch ihren Beruf gezwungen -in der Stadt zu wohnen, welche unter der bestehenden Woh- nungSnoth leiden- sie wohnen nicht allein theuer, sondern auch vielfach schlecht. Dem Staat steht da» Geld zum billigsten Zinsfuß zur Verfügung- er ist daher an erster Stelle berufen und in der Lage, billige und gesunde Mieth­wohnuugen zu erbauen und verpflichtet, eine der wichtigsten sozialen Fragen lösen zu helfen.

* Einen gemeinschaftlichen Ausflug nach der Badenburg unternahmen gestern die VereineLiederkranz" und Kriegerkameradschaft". In den schattigen Anlagen der landschaftlich schön gelegenen Badenburg entwickelte sich bald nach Ankunft der zahlreich erschienenen Mitglieder nebst ihrer Familien und Gästen ein frohes und rege» Leben. Mufikoorträge einer Abtheilung der RegimentScapeNe sowie mehrere in bekannt vollendeter Weise zu Gehör gebrachte Vorträge de»Lieberkranz" trugen zur Unterhaltung bei unb auch die Tanzlustigen kamen zu ihrem Recht.

Der WohlhätigkeilSverei»Contentia" ÜberwieS ge­legentlich seine» ersten Stiftungsfestes 100 Mk. der hiesigen Schulcommisfion zur Bekleidung schulpflichtiger Kinder.

Die Wanderer", Siebener Radfahrer-Gesellschaft, betheiligten fich am gestrigen Sonntage in größerer Anzahl an dem FrühjahrSgautage des GaueS 9 des deutschen Radfahrer-Bunde», welcher in Höchst a. M. abgehalten wurde unb hatten bie Genngthuung, bei bem großen PreiScoiso, welcher von 17 Vereinen bestritten wurde, durch ihr ruhige» und correcte» Fahren den dritten Preis zu erringen. Diese» Resultat bei der überaus großen Concurreoz ist um so er­freulicher, weil de» ungünstigen Wetters wegen keinerlei Hebungen vorher stattfiaden konnten. Für das gute Ansehen, dessen sich die ^Wanderer" im Gau 9 zu erfreuen haben, ist auch der Umstand maßgebend, daß der Borfitzende dieser Gesellschaft mit 64 von 85 Stimmen zum Bundestags- Delegirten gestern mitgewählt worden ist. Das Mitglied derWanderer", Herr Ludwig Opel, gewann gestern bei den Rennen in Oldenburg vier »Erste" Preise.

Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer ist, wie die N. Hess. VolkSbl." hören, am verflossenen Samstag mit seinen emgehenden Berathungen de-Beamtenbesoldung». gesetzeS zu einem vorläufigen Abschluß gekommen und find die Ergebnisse derselben der Regierung zur Meinungsäuße­rung und genauen Feststellung der Mehrausgaben, welche fich aus der Annahme der Beschlüsse de» Ausschüsse» ergeben würden, zugeftellt worden. Die Beschlüsse de» Ausschüsse» sollen dahin gehen, daß mit den von der Regierung in da»

Budget eingestellten 600 000 Mk. eine allgemeine Aufbesse­rung der sämmtlichen Beamtengehalte stattfinden soll. Wäh­rend nun bezüglich der Aufbesserung der höheren Beamten- gehalte eS meistens bei den vou der Regierung vorgesehenen Ansätzen bleiben soll, gehen bie Bewilligungen de» Ausschüsse» für die unteren Beamten vielfach Über die Anfordirnogen bei Regierung hinan». Die Summe der hierfür erforderlichen Mehraufwendungen festzustellen, find zur Zeit mehrere Rech- nnvg»beamte eifrig beschäftigt. Nach oberflächlicher Schätzung dürfen diese Mehrausgaben mindestens noch 200 000 Mk., also die Gesammtsumme der für bie Aufbesserungen der Be- amtengehalte auszubringenden Mittel mindestens 800 000 Mk. betragen. Man hofft, baß e» bei ber nächsten Tagung der Zweiten Kammer, deren Zusammentritt am 16. Mai, spatesten» am 17. Mai erfolgen soll, gelingen wird, da» Beamtengesitz in zwei bi» drei Sitzungen noch vor dem HimmelfahrtStage zu erledigen. Angesichts der bevorstehenden Reich»tag»«ahlen ist aber zu befürchten, daß einzelne Abgeordnete e» sich nicht werden versagen können, langeFensterreden" zu halten. Im Uebrigen giebt man fich der Hoffnung hin, daß e» ge­lingen werde, diesmal noch alle erforderlichen Mittel ohne Steuererhöhung aufbringen zu können. Die Mehrheit der Kammer dürfte ihre Zustimmung zur BesoldungSvorlage von der bindenden Zusage der Regierung, daß der Steuerreform- Gesetzentwurf alSbald vorgelegt werde, abhängig machen, ebenso wird erwartet, daß die Regierung endlich eine andere Haltung, als bisher, in der Frage der von der Zweite» Kammer gewünschten Einführung einer LandeSlotterie ein­nehmen werde. Durch die Einführung einer solchen Lotterte wäre eS leicht, die nöthigen Mittel zu beschaffen, während jetzt, ohne jedes Aequivaleut für den hessischen Staat, all­jährlich hunderttausende von Mark in die Kaffen anderer Staaten fließen. Die Haltung der Regierung in dieser Frage wird, wie gesagt, von großer Wichtigkeit fein. Schließlich hört man, daß der Ausschuß sich dahin geeinigt habe, die Höchstgehalte der Beamten mit gleicher akademischer Vor­bildung, wie der Amtsrichter, akademisch gebildeter Lehrer, Finanzbeamten, Oberförster rc. auf 6000 Mk. festzusetzen. ES stellt dies einen Compromiß dar, denn nach dem Regie- ruugSentwurfe sollten die Höchstgehalte der akademisch ge» bildeten Lehrer, Steuercommiffäre, Oberförster rc. 5800 Mk., bie der Richter 6200 Mk. betragen. Durch Bewilligung der Durchschnittssumme hofft man allen Interessenten gerecht za I werden. Der Finanzausschuß hat die Aufhebung der Bei­träge zur Wittweokasse, der Vorlage bei Regieiung ent- sprechenb, ebenfalls bewilligt. Man sieht bet bevorstehenden Tagung ber Zweiten Kammer, besonders in veamteokreisen, mit der größten Spannung entgegen.

-s-Nidda, 8. Mai. Unser sonst ungefährliches Flüßchen, : welches infolge des bisherigen RegenwetterS allmählig am Donnerstag zu wachsen begann, ist nebst dem Hohenstein» bach durch die vor zwei Tagen im Vogelsgebirge nieder- gegangenen wolkenbruchartigen Regen gestern rasch gestiegen und am Nachmittag Über die Ufer getreten, so daß nicht nur daS nördlich, östlich unb südlich der Stadt gelegene durch­weichte Wiesen-, Garten- und theilweise Ackerland in große Seen verwandelt, sondern auch tiefer gelegene Straßen mehr oder weniger überfluthet wurden. Alsbald wurden die bedrohten Viehställe, Keller rc. geräumt und fonfttge Sicherheits- Vorkehrungen getroffen. Abends hatte die zum reißenden Fluß gewordene Nidda ihren höchsten Stand erreicht. Immer­hin aber ist auf dem überschwemmt gewesenen bestellten Ge­lände nicht unbedeutender Schaben entstanden.

n. Friedberg, 6. Mai. Der Oberhessisch e Obst- bauvereiu hatte fich an der FrühjahrSobstauSstellung de» ; Vereins für Obst- und Gartenbau an der Bergstraße auf Einladung von dorther betheiligt. Trotzdem daS Klima n Starkenburg bei Entwicklung bei Früchte günstiger ist unb Vorbereitungen für biefe Ausstellung hier von langer Hand nicht getroffen unb bie schönsten Früchte barum wohl schon verzehrt waren, war der auSstellende Verein doch in der Lage, unserem Obstbauverein seine Anerkennung durch Heber- sendung eines EhrendiplomS auszudrücken. ES verdient verzeichnet zu werden, daß in unserer Gegend der Roggen bereits Aehren hat. Au» einzelnen Gegenden unseres Kreises kommen Klagen darüber, daß bei der großen Nässe das Wivtergetreide fich schon gelagert hätte. Die Futter- auSfichten find allenthalben vorzügliche. Den reichlich vor­handenen Baumdlüthen kann der anhaltende Regen auch leicht schaden.

Darmstadt, 7. Mai. Der außerordentliche Professor Dr. Franz Berghoff-Jfivg in Basel wurde zum außer­ordentlichen Professor für BolkSwirthschaftSlehre an der technischen Hochschule in Darmstadt ernannt.

Darmstadt, 5. Mai. Die hiesige Strafkammer ver­handelte heute eine Klage wegen unlauteren Wett­bewerbs. Die Kleher-Fahrradwerke zu Frankfurt a. M. hatten einem Agenten den Alleinvertrieb ihrer Fahrt äder übertragen. Der Uhrmacher Klein in Bensheim wußte sich Adlerräder anderwärts zu beschaffen und kündigte ihren ver­kauf zu Fabrikpreisen an. Hierin erblickte der Agent un­lauteren Wettbewerb. Auf seine Privatklage hatte da» Schöffengericht Zwingenberg auf Freisprechung erkannt unb daS Landgericht hat heute unter Verwerfung der Berufung dieses Erkenntniß bestätigt.

Mainz, 6. Mai. Ein junger Mann hatte gestern Abend wie alltäglich seine Zeitungen in den Expeditionen ab* geholt und verbarg solche in der linken Brufttasche seine» RockeS. Nachdem er fich noch in einem Restaurant der großen Bleiche gestärkt hatte, trat er den Heimweg an, wurde aber auf der unteren Rhtiastraße von einigen Strolchen an« gerempelt und mißhandelt, wobei er besonders einen starken Stoß gegen die linke Brustfeite verspürte. DaS Herannahen einiger Soldaten trieb die Attentäter in die Flucht, und der Mißhandelte suchte seine Wohnung auf. Wie erschrack er aber, als beim Entkleiden sein Rock einen durch unb durch gehenden Riß in bei linken Bruftieite zeigte und auch noch » die Hälfte der in dei Tasche steckenden Zeitungen durchlöchert

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