tinutl,
ki- «ei B(t».
ätastefauiittlt.
, MWnhSl.
lf ©tabbenhnölet1 mhnälern und bei 2316
oleer
äder
ihe Marke.
ien-Räder sei eiter reeller [eehaniker, reg 46. |
Fahrräder uni I omüüe.
WK
4835
dract
UN., Leipzig B1de and udere Pub- Dicht an und eneugt
eilenden Glanz, jeD in Gold, Silber.
te. ein
issehen verleiht, rde toü 3 gerichtlich
seinen Vorzug' Dscbaften
int
1 in heben.
6616 10260 fU 18j0
9540
4380
101# gfc. DM- ißl#
5gg| ijS»*
■* gl#
0?
Rr 108 Erstes Blatt. Dienstag den 10 Mai
1898
Erscheint lägNch mit Ausnahme des Montags.
Die Gießener M.mitienvlLtter »erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.
Gießener Anzeiger
3St|ngMCtU
Vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 76 Pf,, mit Bringerlohu.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,., vierteljährlich.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Vorm. 10 Uhr.
General-Anzeiger
Alle Anzrigel-.-BermUtlungSstesten drS In- und fluilewM» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgW»
Anrts- und Anzeigeblutt für den Grefzen.
Neboclion, Expedition und Druckerei:
Achukstrutze Nr. 7.
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter.
Adrefle für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51.
Politische Wochenschau.
Mit dem üblichen Ceremonilll ist der Reichstag geschloffen worden. Nicht ohne Spannung hatte man der Thronrede deS Kaisers entgegengeseheu, da man auS seinem Monde eine Art Programm der Regierung erwartete. Aber nichts von aüedrm ist eingetroffen, e» ist Alle- in den ge- toöbnten Formen geblieben. Die letzten Thaten dtS Reichstags find bekannt, sodaß wir nicht mehr darauf zurückzu- kommrn brauchen. Geklönt hat er sein Werk durch die Annahme der Mililäcstrafprozeßrefoim und durch die finanzielle Sicherung unseres ostafiatischen BefitzeS.
Die Parteien treten mehr und mehr mit ihren Wahlaufrufen hervor. Nachdem dir freifinnige Bereinigung bereits vorangegangen war, haben nunmehr auch die Nationalliberalen, Loofervativen, und Reichsparteiler uud die Mitglieder der freisinnigen Bolkspartri ihr Programm für die nächste Reich»- tagSwahl veröffentlicht. Die Zeit drängt eben, da der Boden für eine kräftige und erfolgreiche Agitation geebnet werden muß.
Die Aufmerksamkeit ist immer noch zum weitaus größten Theil auf die internationale Situation gerichtet. Und da find e« mehrere Fragen, welche aufgeworfen werden und bochernst genommen werden müssen. Wie wird der AuSgang des Krieges zwilchen Spanien und den Bereinigten Staaten sein, und wird dieser Lonflict weitere Folgen nach fich ziehen und Differenzpunkte zeitigen zwischen den europäischen Groß- mächieu? Spanien hat vor Manila eine schwere Schlappe erlitten, und es ist sehr fraglich, ob es dieselbe wieder gut wachen kann. Wenn auch d e Flotte, welche rS nach len westindischen Gewässern entsandt hat, die befferen Schiffe enthält, welche ihm zur Verfügung stehen, so ist es doch sehr fraglich, ob diese Schiffe gegen die amerikanischen etwas ausrichten können. Die spanische Regierung setzt sowohl bezüglich der Philippinen wie auch der Antillen ihre Hoffnung darauf, daß eine Landung der Amerikaner verhindert werden kann, daß insbesondere die spanischen Besatzungen im Stande sind, einen feindlichen Angriff zurückzuweiscn. Aber rS muß derückfichtigt werden, daß die amerikanische Flotte eine wirksame Blokade der überseeischen Besitzungen Spaniens au-zu- führen vermögen, also unter allen Umständen den Feind durch Abschnetden der Zufuhren mürbe machen können.
Daß die Chancen Spaniens wirklich sehr schlecht stehen, wird bewiesen durch die Situation im Innern des Landes. ES ist sehr schwer, fich über den wahren Zustand ein richtiges Bild zu machen, da die aus Spanien kommenden Nachrichten einer strengen Ceusur unterworfen find. Was aber an Meldungen von dort eintrifft, läßt einen äußerst trüben Schluß auf die nächste Zukunft des Landes zu. Die Revolution erhebt immer ungenirter ihr Haupt, der Thron ist in eminenter Gefahr und voller Besorgniß blickt ganz Europa nach der iberischen Halbinsel, wo ungtmein wichtige und umwälzende Eretgniffe sich vorzubereiten scheinen. Man bringt bereit- eine Militärdictatur in Vorschlag als letzten Anker der Dynastie, aber eine solche Diktatur hat fich schon oft in Spanien als gefährlich erwiesen.
Bekanntlich beabfichligen die Amerikaner die Philippinen in Besitz zu nehmen oder sie den Engländern gegen Jamaika etnzutauschen. Da ist nun die zweite oben äuge- führte Frage am Platze, ob dies nicht zu internationalen Conflicten führen müsse. Ueberblickt man die jetzige Stimmung tu Europa, so erkennt man, daß der größte Theil der Mächte wenig geneigt ist, die Philippinen den Bereinigten Staaten zu überlassen. Dabei nehmen die Meldungen, daß zwischen England und Amerika eine Allianz bestehe, wieder feste Form an, und eS ist nicht unmöglich, daß das britische Reich, welches bisher ziemlich ifoltrt dastand, endlich den Ver- büudeteu gefunden hat, der ihm bet einer Aufroüung der ost- asiatischen Frage werthvolle Dienste leisten könnte.
Die weiteren Ereignisse im AuSlande find weniger wich, tiger Natur- nur die Vorgänge in Italien, die Brodkrawalle, bet denen an manche» Orten Blut geflossen ist, wollen wir hier regtstrtren und auf die Gefahr Hinweisen, in der fich die leitenden Kreise Jtaltt.iS befinden. Wird doch gemeldet, daß die Vorgänge vielsach als anttdynasttsche Bewegungen aufzu- fassen find. (xx)
Deutsches Reich.
Berlin, 8. Mai. Der Kaiser hat, wie nachträglich bekannt wird, bet dem Festmahl im königlichen Schlosse wiederholt seine Genugthuung darüber au-gedrückt, daß die großen Gesetze, und insbesondere daS Flotteugesetz, ange- nommeu worden find. Insbesondere gab er Herrn v. Bennigsen 8
und Dr. Hammacher gegenüber seiner Besrtedigung hierüber Ausdruck
Berlin, 8. Mai Nach einer Meldung aus Fried- richSruh hat Fürst Bismarck seit einigen Tagen wieder etwas GefichtSschmerzrn, weßhalb die AuSsahrteu unterlassen wurden.
Berlin, 7. Mai. Zur Richtigstellung verschiedener Mel- düngen bemerkt die „Berl. Corr.", in der Sendung amerikanischer Aepfelabfälle wurden nicht Tau Josü-Schild- läuse, wohl aber andere Schildläuse aufgefuudeu, wovon ein Thier und ein Et noch lebte.
Berlin, 7. Mat. DaS Unglück aus dem Panzerschiff „Brandenburg", dem vor mehreren Jahren eine Anzahl Menschen zum Opfer fielen, wurde bisher allgemein einem um verschuldeten Zufall zugeschrieben. Dieser Annahme widerspricht jedoch, wie au» Stettin gemeldet wird, die Thatsache, daß von Seiten der Kaiserlichen Marineverwaltuug der „Bulcan" in Bredow, auf drffen Werft die Erbauung der „Brandenburg" stattgefunden hat, für daS Unglück verantwortlich gemacht wird, wie aus einem beim Stettiner Landgericht gegen die genannte Actiengesrllfchaft anhängig gemachten und jetzt noch schwebenden Civilprozrß ersichtlich ist. Von anderer Sette wird behauptet, der Ctvtlprozeß fei auf Wunsch deS „Bulcan" angestrengt worden, damit ihm Gelegenheit gegeben werde, vo*- Gericht den Beweis zu sühren, daß ConftructionSsehlrr des Panzers da» Unglück nicht her- beigesührt hätten.
Braunschweig, 7. Mai. Der „Braunschw. LandeSztg." wird aus Bodenwerder a. d. Oberweser gemeldet: Heute Nachmittag ging bei dem Kcmnadrr Hasen im Lenneth.l dn Wolkenbruch nieder. Die Senne steigt rapide. Die Felder, Gärten und Häuser stehen unter Wasser, die Brücken wurden fortgerissrn, Bäume entwurzelt. Die Weser steigt auch. — Ferner werden große Ueb-rschwemmuugen auS EicherShausen und Stadtoldendorf in der Wesergegend sge- meldet. In Stadtoldendors mußte eine große Weberei den Betrieb emstellen, weil die Maschinen unter Wasser stehen. Der Schaden für die'Industrie und die Landwirthschaft ist bedeutend.
DniSburg, 7. Mai. Bei der Ausgabe nachgemachter Fünfmark-Scheine wurde hier ein angeblicher Kaufmann Stelnfartz aus Crefeld verhaftet. In feinem Besitz fand ■ man über hundert der Falsifikate, die übrigen» den echten ' Banknoten täuschend ähnlich find.
Kürzel, 8. Mai. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin besuchten heute Vormittag 10 Uhr den GotteS- dienst in der cvaagelischen Kirche und unternahmen sodann einen Spaziergang. Am Montag Vormittag 8^ Uhr ist die Besichtigung von acht Bataillonen bet Garnison auf dem Garntsonp'atze von FreScatt in Äusficht genommen. Um 4 Uhr Nachmittags sollen die Kathedrale von Metz und andere Bauwerke in Augenschein genommen werden. Da» Diner wird Se. Majestät der Kaiser beim BezirkSprSsideoten t; Hammerstein einnehmen. Abends 9*/a Uhr findet ein großer Lampiouzng statt.
AusUrud
Budapest, 7. Mai. Der heutige Ministerrath befaßte sich nach den Meldungen der Blätter mit der Frage der Aufhebung der Getreidezölle. Der Ministerrath hält tiae solche Maßregel weder für begründet noch zweckmäßig Dir österreichische Regierung sei bereit» verständigt. — Die ungarische Delegation hielt eine Borbesprechung ab. Al» Präsident ist Colomau Szell und al» Biceprästdeut Graf Julius Szapary in Aussicht genommen.
Rom, 8, Mai. Hier find für heute große Vorsicht». Maßregeln getroffen. Alle Zusammenrottungen find verboten.
Rom, 8. Mai. Die Regierung hat die Massen- depors sämmtlicher italienischer Schützenvereine beschlag- nahmt. Während in Rom selbst Ruhe herrscht, nehmen die Zustände in den Provinzen immer mehr einen anarchistischen Character an.
Rom, 7. Mai. Die Nachrichten an» Mailand rusen hier einen schmerzlichen Eindruck hervor. Die Blätter weisen daraufhin, daß die Vorfälle in Mailand nicht denselben Ursprung haben, wie an den anderen Orten, wo man sie theilweise mit der Brodtheuerung entschuldigen könne, die Ruhestörungen In Mailand trügen vielmehr einen ausschließlich politischen Character.
Livorno, 7. Mai. Heute fand keine Ruhestörung statt. Die Bäcker verkaufen du» Brod unter dem Schutze der öffent-
lichen Gewalt. In einigen Etabliffement» nehmen die Arbeiter die Arbeit theilweile wieder auf.
Rotterdam, 8. Mai. Der norwegische Dampfer „F r a m" ist hier au» Hamburg eingetroffen, um 600 Ton» Salpeter zu laden. Die Behörden verhinderten jedoch den „Fram", die Ladung einzunehmen, da Salpeter ein Brstandtheil de» Pulvers sei und daher al» KriegScontrebaode angesehen werde. Eine Abtheilung Marine-Jufanterie bewacht den „Fram". Der Steuermann drS „Fram" erklärte, der Bestimmungsort de» Schiffes sei Bayonne.
Madrid, 7. Mai. Große Beunruhigung rüst das Plötz- liche Verschwinden de» amerikanischen ConsulS auf LaS PalmaS hervor. Derselbe soll im Brfitz von sämmtlichen Hafen-B'f'stigungSplänen der kanarischen Inseln sein.
Madrid, 7. Mai. Der Dampfer AlfonS XIII., mit 30 Offizieren, 500 Soldaten und einer großen Anzahl Mauser- gewehren, ist auf Portorico glücklich gelandet. Um Amerika zu räuschtn, war gemeldet worden, der Dampfer sei für Cuda bestimmt.
Madrid, 8. Mai. Ein englischer Unterthan, Henry Otwiui, der im Verdacht steht, über die Bewegungen der spanischen Kriegsschiffe nach Loudon telegraphirt zu haben, ist in Cad«x verhaftet worden.
Madrid, 8. Mai. Die Unruhen greifen in ganz Spanien weiter uw fich. In den Corte» wird die Kriegslage lebhaft erörtert, wobei Ausfälle gegen die Dynastie nicht selten find. Gelegentlich eine» solchen nahm die Deputinen- lammet gestern einen antrag auf Einschränkung der Redefreiheit mit 199 gegen 19 Stimmen an.
Mudrid, 8. Mai. Die Blätter veröffentlichen Telegramme. wonach zwtschru der spanischen und amerikanischen Flotte fm atlantischen Oceon eine Schlacht stattgefurden hat, bei der die amerikanische Flotte unter großem Verluste zum Rückzug gezwungen wurde.
Madrid, 7. Mai. In einer amtlichen über Lubuan auf den BtsahaS-Jnseln (Philippinen-Gruppen) hier eingegangenen Depesche sagt der Generalcapitän der Philippinen, General Augusts, der Feind bemächtigte fich durch die Zerstörung de» Geschwader» Cavite» und dtS Arsenal» und fährt sort, Manila streng zu blokiren. E» verlautet, infolge einet Petiton der Consuln werden die Amerikaner jetzt Manila nicht bombardiren, solange wir nicht auf die Schiffe zu feuern beginnen. Der Feind befindet fich außerhalb der Tragweite unserer Geschütz-- da» Feuer kann daher erst eröffnet werden, wenn er fich mehr genähert hat. Gestern Abend trafen 1000 Mitrosen von unserm zerstörten Geschwader ein, welche» 618 Mann verloren hat. In einer Versammlung der Behörden wurde deschloffen, einflußreiche Agenten in die Provinz zu senden, um den Geist der Bevölkerung zu heben und besonder» die Soldaten vom Anschluß an die Aufständischen zurückzuhalten. Nach einer amtlichen Depesche aus Habana wagte sich am Abend ein feindliches Schiff bis in die Schußweite einer Batterie von Habana, wurde jedoch gezwungen, fich mit leichten Havarien eiligst zmückzuzieheu. Um 3 Uhr feuerte ein andere» Schiff auf die Batterien am Eingänge von MantanzaS, 65 Schliffe waren auf ein kleine» Blockhaus gerichtet, von denen 19 dasselbe trafen. Außer einem Civil- Ingenieur, der leicht verletzt wurde, kamen Menschen nicht zu Schaden.
Washington, 7. Mai. Der Bericht de» Admiral» D e w e y besagt kurz, daß er die spanischen Batterien vollständig zum Schweigen gebracht und da» Kabel selbst zerschnitten habe- er habe die ganze Bucht und alle» Andere vollständig in seiner Gewalt, habe jedoch die Stadt Manila wegen Mangel an Leuten nicht besetzen können.
New York, 7. Mai. Hier ist der Beseh! eingegangen, alle versügbaren Schiffe behuf» Beförderung von 40000 Mann zu chartern. Die Schiffe müffen innerhalb von fünf Tagen in Key West eintreffen. Man schließt daraus aus eine wichtige Aenderung de» strategischen Planes für die In- vafion Cubas. Ebenso wurde die sofortige Sendung einer großen Menge Lebensmittel von Chicago nach Chattauooga beordert.
Rew-Aork, 7. Mai. Rach einer Meldung der „World" aus Tampa lief dort die Nachricht ein, daß der amerikanische Major Smith, welcher am 24. April in Puerto de Cai- barten auf der NotdkÜste von Cuba landete, um eine Anzahl Zeitung-Correspondenten in« Lager de» Jnsurgentenführer» Gomez zu geleiten, gefangen genommen und enthauptet wurde. DaS Schicksal der Zeitung»-Correspondenten ist ihm nicht bekannt.
New-York, 7. Mai Ausführliche Berichte zeigen, daß die Amerikaner in einer mondhelle» Nacht durch die


