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Sonntag soll für da» 1 November wieder
Tonntag zwischen 2 M inberschule; die Mchm Md gchen; von </|4 Uhr lütt mit Gesang, Ansprache,
Abends 9 Uh. '
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ele sind in großer Zahl
13. November, Nach'
itMWg ein, und bitte» MLdchm ans ben Sonntag»« i gestatten zu wollen.
11227 r btn Vorstand: ’aumann, Pfarrer.
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Nr. 263 Zweites Blatt Mittwoch den 9. Novembek
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2lnrts- und Zlnzeigeblutt fiir den Tiveis Gieszen.
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Gratisbeilayk: Gietzentr Familienblättrr.
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Mbrcflt für Drprfchrn: Anzeiger chietze».
Fernsprecher Nr. 6L
Amtlicher Theil.
Nr. 60 bet Reichs-Gesetzblatts, au-gegeben ben 8. b. M., enthält:
(Nr. 2522) Weltpostvertrag. Bom 16. Joni 1897.
(Ne. 2623) Uebereinkommen, betnfftnb ben Hultoufd) von Briefen unb KästchkN mit Werthangabe, abgeschlossen zwischen Deutschland unb btn beutschen Schutzgebieten, bet Größeren R publik von Central Amerika, der Argentinischen R publik, Oesterreich-Ungarn (mit Bosnien Herzegowina), BtlgUn, Brasilien, Bulgarien, Chile, Dänemark unb ben Dänischen Colonien, bei Republik San Domingo, Aegypten, Spanien, Frankreich, ben französischen Colonien, Italien, Lux mburg, Norwegen, ben Nirberlanben, Portugal unb den Portugiesischen Colonien, Rumänien, Rußland, Serbien, Schweben, bet Schweiz, der Regentschaft Tunis unb bet Türkei. Bom 15. June 1897.
(Nr. 2524) Ufbereinfommen, betreffend ben Postau« wei uugsdieost, abgeschlossen zwilchen Deutschland und den Deutschen Schutzgebieten, bet Größeren Republik von Central- Amerika, bet Argent uilcheu R publik, Oesterreich Ungarn (mit Bosnien Herzegowina), Belgien, Brastlien, Bulgarien, Chile, Dänemark unb den Dänischen Colonien, die Republik San Domingo, Aegypten, Frankreich, Griechenland, Guatemala, Italien, Japan, bei R publ k Liberia, Luxemburg, Norwegen, den N'eberlanben, ben Nieberländischen Colonien, Portugal unb ben Portugiesischen Colonien, Rumänien, Serbien, dem Königreiche Siam, Stweben, der Schweiz, der Regentschaft Tunis, bet Türke und Uruguay. Bom 15. Juni 1897.
(Nr. 2525) Urbereinkunst, betreffend ben Au-tausch von Postpockrten, obgeschlvffen zwischen Deutschlaub und ben Deutschen Schutzgebieten, der G öheren Republik von Central- Amerika, bet Argentinischen R pubUk, Oesterreich-Ungarn (m t Bosnien unb Herzegowina), Belgien, Brastlien, Bul- gaiien, Chile, bet R publik (Kolumbien, Dänemark unb ben Dänischen (Kolonien, bei Republik Son Domingo, Aegypten, Spanien, Fiankreich, ben französischen (Kolonien, Griechenland, Guatemala, Britisch-Jnbien, Italien, der R-pudlik Liberia, Luxemburg, Montenegro, Norwegen, ben Ntederlanben, ben Ni derländiichen (Kolonien, Portugal unb den Portug fischen (Kolonien, Rumänien, Rußlaub, Serbien, dem Königreiche Siam, Schweben, der Schweiz, ber Regentschaft Tunis, der Türkei, Uruguay und den Bereinigten Staaten von Venezuela. Bon 16. Juni 1897.
(Nc 2626.) U'bereinkommen, betreffend ben Post« auftragsbienst, abgeschloffen zwischen Deutschland und den Deutschen Schutzgebieten, ber Größeren Republik von Central- Amerika, Oesteneich-Uogaru, Belgien, Brastlien, Chile, ber Republik Cai Domingo, Aegypten, Frankreich, Italien, Luxemburg, Norwegen, ben Niederlanden, Niederlänbisch-Jndien, Portugal und den Portugieflfchen (Kolonien, Rumänien, Schweben, ber Schweiz, der Regentschaft Tunis und der Türkei. Bom 16. Juni 1897.
(Nr. 2527.) Übereinkommen, betreffend ben Postbezug von Zeitungen und Zeitschriften, abgeschlossen zwilchen Deutschland und ben Deutschen Schutzgebieten, ber Größeren Re« publik von Central Amerika, OesteireichUngarn, Belgien, Brastlien, Bulgarien, Chile, ber Republik (Kolumbien, Dänemark, ber Republik San Domingo, Aegypten, G.iecheulaud, Italien, Luxemburg, Norwegen, den N ederlauden, Perfien, Portugal unb btn Portugiefi chen (Kolonien, Rumänien, Serbien, Schweden, ber Schweiz, ber Türkei unb Uruguay. Bom 16. Juni 1897.
Nr. 51 bei Reichs Gesetzblatts, ausgegeben btn 3. b. M. enthält:
(Nr. 2528.) Bekanntmachung, betr.ffend Ausnahmen von btm Verbote der Souutagsarbeit im Gewerbebetriebe. Bom 3. November 1898.
(Nr. 2529.) Bekanntmachung, betnffenb die bem internationalen Utberemtommen über ben Sisenbahnfrachtverkehr beigefügte Liste. Bom 25. October 1898.
Gießen, den 7. November 1898.
GroßherzoglicheS KreiSamt Gießen.
v. Bechtold.
Gießen, ben 6. November 1898.
Bett.: Voranschlag beS SentralkirchenfondS für 1900/1905.
Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen
an die evang. Kirchenvorftände des Kreises.
Bon nachstehendem Schreiben beS Großh. Oderconfisto- rinmS geben wir Ihnen mit btm Bemerken Kenntn ß, daß Ihnen für j-be Pfarrei je ein Exemplar der verzeichntß- und Ueberfichtssotmnlarien zugehen wird, welche bis 20. b. Mrs. ausgefertigt bei uns einzuliefern find.
v. Bechtold.
Darmstadt, den 27. October 1898. Bett.: Wie oben.
Das Großherzogliche Oberconsistorium
an die Großherzoglichen Kreisamter.
Mit Rückficht darauf, daß in ben letzten Jahren in den Pacht- unb Zinserträgen der Psartbesaldungsfonds wesentliche Senderungen eingetreren find, erscheint es uns angezeigt, daß vor Ausstellung des nächsten Voranschlags des Centro k rchen- fonbö für die enztlnen Pfairsouds neue Besoldung- noten ausgestellt werben, aus benen ber gegenwärtige Ertrag der einzelnen Stellen genau eifichtlich ist und welche außerdem möglichst eingehende Ciläuterungen ber seit ber letzten Be- solbuugsuote eingetretenen Acnderungen im Bestaub bet Grundstück-, (Kapitalien unb bergleichen enthalten. Damit bic Besolbungsnoten ein richtiges B>ld bet voraussichtlichen Reinertrags geben, sollen in denselben auch die aus ben Dotationen etwa ruhenden Lasten, wie Hebgebühren, Verwaltung-- kosten und sonstige regelmäßige Ausgaben, aufgeführt werben. Neben ber Aufstellung der Bcfolbunalnotrn erachten wir es für zwkckmäßif, daß besondere Uebersichteu über die im ZinS- unb Pachtertrag vorgekommenen Beränderungeu angefertigt werden.
Wir lasten Ihnen die nach unserer Berechnung für Ihren Kreis erforderlichen Formulare der Besolbungsnoten sowie bet bezeichneten Ueberfichten anbei unter dem ergebensten Ersuchen zugehen, den evangelischen kirchenvorständtn für jede Pfarrei je ein Formular unter bet Weisung zustellen zu wollen, bte Aufstellung nach Maßgabe unsere- gegenwärtigen Schreiben- alsbald vorzuuehmen. Etwaiger Mehrbedarf kann bei unS gedeckt werden. Schließlich ersuchen wir Sie, unS die auszustellendtn Urkunden gegen Ende November I. IS etnfenben zu wollen.
Dr ® o 1 b ma nn. ------- ----------- ■■ ■ — ■ . i j Kanu Deutschland sein Brodkorn selbst bauen?
Ob die deutsche Laudwirthschast trotz der schnell wachsenden Bevölkerung jetzt und für die nächste Zukunft noch im Stande sei, daS erforderliche Brodkorn auf heimischem Boden zu pro- duciren, ober ob wir dauernd unb in wachsendem Maße gezwungen find, vom Auslände unsere wichtigsten BolksnahruugS- mittel zu beziehen, ist eine für unsere ganze Wlrthschast- und j Handelspolitik grundlegende Frage. Würde fie im letztem I Sinne entschieden, wären wir zu wachsender Einfuhr ge-
Feuilleton.
Gin gefährlicher Entschluß Landors.
AuS: Landor, ,8uf verbotenen Wegen." Reich illustrttt.
Geb. 10 Mk.*)
(Verlag von F. A. BrockhauS, Leipzig.)
Um 8 Uhr Morgens hatten fich alle versuche, auch nur einen Mann zum Tragen einer Last zu bekommen, als ■ichtig erwiesen. Ich mußte den Gedanken au den Abmarsch aufgeben.
Meine Ausfichten wurden trüber als je. Wieder ein Marsch zurück nach bem kalten unb öden P^fie, auf bem ich nach Tibet gekommen war.
„®ie finb niedergeschlagen, Landor/ bemerkte der Doctor.
Ich gab es zu. Ich hatte gewünscht, nm jeden Preis vorzudriugen, und nur aus Rückficht ans meinen guten, liebenswürdigen Freund, ben Doctor, hatte ich widerwillig
*T Im Obigen bringen wir einen Abschnitt a.i« dem spannenden Werke LandorS, da« soeben im Verlag von F. A. BrockhauS erscheint. Auf verbotenen Wegen ist Landor, ein junger Maler und Sngenieur, im Sommer vorigen JahreS in daS geheimnißvolle Tibet etnaebi ungtn. Es find Abenteuer aller Art, die der kühne Berfaffer |u b-stehen hat. Unter schweren Kämpfen ist es ihm gelungen, mit einem Gefolge von 30 Mann die Bergkette deS Himalaja trotz EiS und Schnee zu übersteigen. In Tibet droht ihm und seinen Leuten ber Hungertod, unb seine verzweifelten Begleiter wollen ihn ermorden. Trotz alledem bringt er weiter do*1, um bic Geheimnisse deS Priester« staateS zu enthüllen. Er berichtet über baS Leden unb Treiben bet merkwürdigen Volkes unb feiner habgierigen, grausamen Beherrscher, von Priestern unb Solbaten überlistet, fällt der Berfafier mit ben letzten zwei Dienern in bte Hände ber Priester unb muß bie grausamsten Marterqualen erbulbcn. Schließlich wirb er auf einem Auge geblendet und soll enthauptet werben, unb nur einem glücklichen Zufall bankt er es, baß er mit bem Leden bavonkommt unb bie Heimat viebersehen kann.
Das Werk (geb. 10 Mk.) ist mit nicht weniger als 200 Abbildungen nach Zeichnungen unb Photographien be§ Verfassers aus- sestattet unb enthält außerbem 8 künstlerische Chromoiafeln nach Aquarellen LanborS, sowie eine von ihm ausgenommene Karte.
daraus verzichtet, mir meinen Weg mit Gewalt zu bahnen. Mein Blut kochte. Ich fieberte. Die Feigheit mrtn-r Leute machte fie mir unsäglich verächtlich. Ich konnte eS jetzt nicht ertragen, fie zu sehen/ ihr Benehmen war empörend.
In Gedanken versunken ging ich schnell weiter, und der schroffe Weg erschien mtr kurz und bequem. Ich sand einen paffenden Platz für unser nächstes Lager. Hier standen vor mir und auf jeder Seite hohe, schneebedeckte Berge. Dort, mir gegenüber, ragte derselbe Lnrnpiha-Paß empor, über den ich mit großen Hoffnungen nach T'bet hineingezogen war. Ich verabscheute in diesem Augenbl ck seinen Anblick- seine Schneefelder schienen «eine- Mißerfolge- zu spotten.
Ehe wir Zeit hatten, unser Zelt aufzuschlagen, hatte der Wind, der den ganzen Nachmittag stark gewesen war, zehnfach an Wmh ^genommen. Die Wolken über uns waren wild und drohend, und bald fiel Schnee in dichten Flocken.
„Was wollen Sie thunk* fragte mich der Doctor. „Ich dächte, Sie thäten bester, nach Garbyang zurückzukehren, neue Leute zu nehmen und noch einmal anzufaugen."
„Nein, Doctor, lieber will ich sterben, als diesen Marsch nach rückwänS sortsrtzeer. Die Chancen werden beffer sein, wenn ich allein gehe. Ich habe beschlossen, heute Abend auf- zubrechen, denn ich bin überzeugt, daß ich meinen Weg über da» Gebirge staden werdet
„Rein, nein, es ist unmöglich, Landor/ bat der Doctor mit Thränen in den Augen. „Für Jeden, der es versucht, bedeutet es den ficheren Tod/
Ich sagte ihm, daß ich fest entschlossen sei. Der arme Doctor war verblüfft. Er wußte, daß der Brrsnch, mir ab- zurathen, nutzlos war. Ich ging ta das Zelt, um mein Gepäck nochmal- zu arrangiren urb zu verringern, und machte eine Last zurecht, die klein genug war, um fie neben der täglichen Marschausrüstnng unb den Instrumenten auf meinem Rücken zu tragen.
während ich Vorbereitungen für meine Reise traf, trat «atschi Ram ins Zelt. Er sah erschreckt und bestürzt auS.
„Was thust Du, Herr?* fragte er hastig. „Der Doctor sagt, Du willst heute Nacht allein über das Gebirge, und ganz allein nach Lhaffa gehend
„Ja, das ist wahr/
„O Herr, die Gefahren find zu groß, Du kannst nicht gehen."
„Ich weiß eS, aber ich werde es versuchen/
„Herr, dann will ich mit Dir kommen."
„Nein, Katschi, Du wirst zu diel zu leiden haben Geh jetzt, da Du Gelegenheit haft, zu Vater und Mutter zurück.^
„Nein, Herr, wohin Du gehst, will ich auch gehen. Kleine Menschen leiden nie. Wenn fie es thun, kommt es nicht darauf an. Nur die Leiden großer Menschen find werth bemerkt zu werden. Wenn Du leidest, will ich leiden. Ich will kommen.^
Katschis Philoscphie belustigte mich. Es war außer Zweifel, daß er meinte, was er sagte, und ich entschied mich, ihn zu nehmen.
Das war ein Glück. Katschi Rarn hatte fünf gute Freunde unter den jungen Schoka-Kalis. Sie waren alle Freunde aus dem Rambang und pflegten fich im Lager während der Abende oft zusamrnenzmhuu unb melodische, schwermüthige Lieder zu fingen zu Ehren der schönen Mädchen, ihrer Liebsten, die fie auf der anderen Seite deS Himalaja zurückgelassen hatten.
Katschi eilte fieberhaft erregt davon. In wenigen Minuten war er zurück.
„Wie diel Kulis willst Du mituehmen, Herr?"
„ES wtrd keiner kommen."
„v, ich werde fie bringen. Werden fünf genügen ?*
„Ja/ murmelte ich ungläubig.
Mein SkepiicismuS erhielt etueu Stoß, als Katschi zurückk^m und in seinem seltsamen Englisch sagte:
„Füns Schokos kommen, Herr. Dann Du, Herr- ich, Herr- fünf Kulis, Herr, gehen fort Nachtzeit, welche Uhr?^


