Loudon, 7. August. Dar von Hamburg nach Canada bestimmte Schiff „Fortuna" ist bet Neu-Fuudlaod nach einer Colliston mit einem Eisberge gesunken. Einzelheiten fehlen noch.
London, 7. August. Nach einem Telegramm au» New- York werden lebhafte Rüstungen für die Absendung eine» Geschwaders nach Spanien betrieben. Es heißt, falls der Präfident nicht bis Montag eine definitive Antwort von Spanten habe, werde er den Befehl zum Absegelu geben. Nach einem Telegramm aus Portorico wurde ein gewaltiger Vorstoß gegen einen Punkt fünf Meilen nördlich von Yuauadtaz gemacht und eine stark befestigte Kanonier«Stellung ein« genommen. Der spanische General MactaS soll zum äußersten Widerstande entschloffen sein. Seine Tochter hilft die Kanoniere in dem Fort von Sau Juan eiurxeretren.
Madrid, 6. August. Gestern fand hier in der protestantischen Capelle eine Trauerfeter aus Anlaß des Ablebens de» Fürsten Bismarck statt. Da» GotteShau» war gedrängt voll. Anwesend waren u. A. der deutsche Botschafter v. Radowitz nebst Tochter, die BotschaftSsecretäre Baron v. Seefrted und v. Bülow, die BotschaftS AttachLeS und viele Mitglieder der deutschen Colonte, außerdem im Namen der Kängtu - Regentin der Gesandten'Einführer MarqueS Caro de Valle. Pastor Fliederer hielt eine patriotische Ansprache.
Madrid, 6. August. Der Krieg kostet bis jetzt Spanien zwei Milliarden Pesetas.
Petersburg, 6. August. Die Meldung der „Nowoje Wremja", König Meneltk habe das Protectorat über Raheika an Rußland behufs Errichtung einer Kohleustation abgetreten, erregt große» Aufsehen. Die Regierungskreise erwarten ein offtctelleS russisches Dementi, da bekanntlich Italien bereit» seit zwölf Jahren die Oberhoheit über das Sultanat Rahetka ausübt.
Petersburg, 7. August. Anläßlich de» Tode» der Fürsten Bismarck sagt Fürst MeßtscherSki: Bismarck sei am Steuerruder Preußen» vom ersten Augeubl ck an nicht nur ein großer Staatsmann gewesen, sondern ein Held de» Leben» für jeden Europäer, besouder» für jeden Ruffeu. Jetzt, wo Bismarck nicht mehr ist, müssen wir, die Zeitgenossen seines Ruhmes, wiederholen: Der größte der großen Staatsmänner der Weltgeschichte ist gestorben, ein Mann, von dessen Leben Millionen von Menschen zu leben gewohnt waren.
Konstantinopel, 7. August. Der Poltzeibestaud in Konstantinopel wurde auf Befehl des Sultans bedeutend erhöht. Die Polizei erfuhr durch Denunciatiouen, daß in einer armenischen Kirche in Galatha von einem Revolutionr-Comitö ein Depot von Waffen und Explosivstoffen eingerichtet fei. ES find umfassendste Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Zahlreiche Verhaftungen haben in Armenien stattgefuuden.
Athen, 6. August. In Tripoli» und Nauplia fand gestern ein zwei Secunden andauerndes Erdbeben statt, ohne bedeutenden Schaden zu verursachen.
Athen, 6. August. Die Audienz des früheren Premier« Minister» Rallt beim Sultan, welche die Verleihung des OSmani Orden» zur Folge hatte, giebt den hiesigen Blättern andauernd Stoff zu refiguirteu Betrachtungen über die heutige und künftige Stellung Griechenlands zur Türkei. Bon türkischer Seite wird dem Besuch Rallts große Bedeutung beigelegt. Der hiesige türkische Gesandte ist angewiesen, die Urtheile in der Presse und die Volksstimmung zu beobachten.
Philadelphia, 6. August. Bet dem gestern über Philadelphia und Umgegend niedergegangeneu Gewitter wurde da» hiesige Rathhaus, das höchste der Vereinigten Staaten, vom Blitz stark beschädigt. Der Bl'tz schlug 15 Mal tu daS Gebäude und richtete großen Schaden an. Die ganze Umgebung tst überschwemmt.
Cocole» und provinzielle».
vießen, den 8. August 1898.
• * Aus dem Eroßh. Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 6. August l. I. den Vortragenden Rath in der Abteilung d-s Ministerium» der Finanzen für Bauwesen Geheimen Oberbaurath Victor v. Weltzten, unter Anerkennung seiner treugeletsteten, ersprießlichen Dienste auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. September d. I. an, in den Ruhestand zu v-rsetzru, den ordentlichen Professor bei der Technischen Hoch« schule, Baurath Carl Hofmanu, mit der commissartscheu Vorsehung der AmtSgeschäfte eine» Vortragenden Rathe» tu der Abtheilung sür Bauwesen mit Wirkung vom 1. September d. I. an zu betrauen.
• • Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 6. August u. A. den Professor Dr. Blase, Dtrector des Gymnasiums und der Realschule zu WormS, den Pfarrer Wilhelm von Bletcheobach, den Rralschuldirector Jäger in Butzbach und den Schmiede- meister Grauer, Vorsitzenden des GewerbeveretuS, al» Deputation der Gewerbevereiu»'AuSstellung In Butzbach.
* * Bismarck-Gedächtnitzfeier. Die vom Natioualliberalen Verein veranstaltete Trauerfeter für den Fürsten Bismarck hat gestern um 11 Uhr in der Aula der Universitär stattgefuuden unter Betheiligung einer zahlreichen Zuhörerschaft aus allen vaterländisch gesinnten Kreisen unserer UriverfitätSstadt. Die einfache Feier wurde stimmungsvoll eingeleitet durch einen Gesang, den das Kronbauer'sche Männerquartett unser Leitung setue» Dirigenten Herrn Leopold Geller ergreifend vortrug. — Die Gedächtntß- rede, welche Herr Professor Oncken übernommen hatte, schilderte den Fürsten BtSmarck al» da» unvergleichliche Vorbild eine» schöpferischen StaatSmanne» der Thal und eine» Patrioten von unentwegter Ueberzeugung». und Mannen- treue. Sie begann mit einem Rückblick auf da» erste Auf- treten BtSmarckS im Jahre 1847 als Vorkämpfer de» König« thum» von Gotte» Gnaden in einem neuen Sinn, den die Mitwelt gar nicht, die Nachwelt erst sehr spät verstand. Sie klang au» in einer mit persönlichen Ertnne« ruugen durchflochtenen Darstellung de» „Erholung»- und
Genesungsheims", da» Fürst Bismarck in feinen Wäldern bei FriedrichSruh und Barztu gefunden hatte, daS thn zu dem Rtefeukampfe der letzten FrtedeoSjahre mit immer neuen Kräften auSgeftattet und der Bildersprache seiner Reden ihren etgeothümlichen Zauberretz verliehen hat. Sie schloß mit den Worten: „Wer daS alle» weiß, der begreift, daß Fürst BtSmarck auf der weiten Erde sich keine andere Ruhestätte wünschen konnte, al» die auf seinem Grund und Boden, unter seinen Bäumen, in seinem Sachseuwald. Dort umschweben ihn die Geister des Stein und Scharnhorst, Blücher und Gneisenau, Fichte und Arndt, deren letzten Willen er vollstreckte, al» er dem neu geeinten Vaterlaude Elsaß und Lothringen mit Straßburg und Mrtz zurück- gewann, dort grüßt ihn der Schatten seines großen Kaiser», dessen treuester und deutschester Diener er gewesen tst, mit den Paladinen Moltke und Roon, die ihm im Tod voraus« gegangen, dort tragen ihm geheimntßvolle Stimmen da» Gelöbntß zu, da» in diesen Trauertagen von Millionen Menschen zum Himmel gesendet wird, und da» er selbst in seinem Wahlspruch niedergelegt hat: Patriae inserviendo consumer: „Dem Vaterland und seinem Dienst getreu bis in den Tod!" — Ein Schlußgesang de» Kronbauer'scheu Quartett» beendete die würdige Feier.
* * Denkmal für Großherzog Ludwig IV. Der Vorstand de» LandeSauSschusse» zur Errichtung eine» Denkmals für Se. Kgl. Hoheit den Höchstseligen Großherzog Ludwig IV. giebt bekannt, daß in Folge eines Schreibfehler» der Termin für die constttuirende Sitzung de» Festausschusses in der neulichen Mtttheilung unrichtig angegeben worden sei. Die Sitzung soll nicht Montag den 15. August d. I, sondern Montag den 8. August, Vormittag» 11 Uhr, in Darmstadt im Ständehaus stattfiaden.
• • Eia Parteitag der christlich-sociale« Partei wird der „Tgl. Rundsch." zusolge voraussichtlich am 11. October in Gießen stattfiaden. Alles Nähere soll binnen Kurzem bekannt gemacht werden. Die Berathungeu werden vorwiegend practischen Character tragen und fich mit Organisation der Partei und der Wahlkreise, Schaffung einer kleinen Partei presse, Propaganda und Weiterarbeit befassen.
* * Sport. Bet der gestern, Sonntag, von dem Herborner Raofahrverein veranstalteten Bannerwethe und dem damit verbundenen Preis Corso- und Concurrevz-Reigenfahren erhielt der Gießener Radfahrverein 1885 tm Corsofahren den 1. Preis und tm Reigrnfahren mit seiner Dameu- abthetlung den 2. Preis. Da» letztere Fahren fand durch seine Seltenheit, wie auch schon bet früheren Aufführungen, ungethetlieu Beifall. Die gestern errungenen Preise de» Gießener Radfahrverein» find mit denen von ihm bei dem diesjährigen Bezirk-fest tu Lollar und der Gauferufahrt nach Gießen erzielten tm Schaufenster des Herrn A. Kretzschmar, Marktplatz, einige Tage ausgestellt.
* * Athletischer Sport. Bet dem gestrigen zu Darmstadt stattgefuudenen Athleten-Wettstreite errang Jos. Stein (Mitglied de» ersten Gießener Stemm« und Rtogclub) im Senior-Stemmen zweiter Klaffe den ersten Preis und im Seuiorrtngen den zweiten Preis.
*♦ Steuographentag. Der Stenographen - Verband „Gabel»berger" für Hessen und Nassau, der nach kaum 1>/,jährigem Bestehen gegen 40 Vereine umfaßt und auch am hiefigeu Platze durch mehrere Körperfchaften vertreten tst, hält feinen zweiten BerbandStag am Sonntag den 14. August tu Bad-Nauheim (Hotel de l'Europe) ab. Au» der uu» vorliegenden abwechslungsreichen Festordvung feien folgende Punkte hier erwähnt: Vormittags 7 bi» 9’/2 Uhr findet Empfang der auswärtigen Gäste am Bahnhofe statt, worauf die Vertreter der einzelnen Vereine im Festlocale zur geschäftlichen Sitzung fich vereinigen, der daun um 11 Uhr das PreiSwettschreibeu in 6 Abteilungen folgen wird. Im Mittelpunkte der ganzen Veranstaltung steht die um 12 Uhr stattfindeude Hauptversammlung, für welche der Vorsitzende de» Rachbar-Verbande» „Rheinland Westfalen", Herm. Auerbach- Köln, einer der hervorragendsten Redner der GabelS- bergerschen Schule, den Festvortrag übernommen hat. DaS sehr zeitgemäße Thema lautet: „Die stenographische Bewegung der Gegenwart und ein Ausblick tu die Zukunft." Hierauf begeben sich die Festtheiluehmer zur gemeinsamen Mittagstafel. Für den Nachmittag ist ein Ausflug nach dem herrlichen Hochwald und dem Johannisberg vorgesehen, woran sich die Besichtigung der Quellen, Badehäuser, Saline rc. schließen wird. Den Abschluß findet da» Fest, da» hoffeot- lich auch von hier auS gut besucht werden wird, in dem Abends 8 Uhr beginnenden AbschtedScommerS, im Verlauf dessen auch da» Ergebniß de» PreiSwettschreibeuS bekannt gegeben werden wird. Nicht unerwähnt möge bleiben, daß mit dem Verbandsfest auch eine stenographische Ausstellung in größerem Stil verbunden ist.
** Wetterbericht. Die Depression im Norden weist heute ein auSgebreiteteS Centrum über der skaudiuavtschen Halbinsel auf. Bou dort verbreitet sich der niedere Druck bereits wieder südwärts bis nach dem Küstengebiete auS und zieht namentlich ein großer Ausläufer tu südwestlicher Richtung über die Nordsee und die britischen Joselu bis zum Cauale. Der ganzen Küste entlang bis nach Norddeutschland herein wehen frische südwestliche Winde. Ueber dem Conttnente dagegen herrscht noch daS barometrische Maximum, doch verlegt sich sein Kern weiter nach Osten und Süden. Die Witterung tst auf unserem Gebiete allenthalben wolkenlos und war«. Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch heiter und war«.
— G. W. Kuchler» Waifenstistnug. Der am 5. August 1872 zu Darmstadt verstorbene Buchhändler Georg Wilhelm Küchler hat letztwtllig der Großh. Lande-waisenanstalt 50,000 Gulden zugewendet und bestimmt, daß die Erträgnisse deS Fonds der Stiftung, die den Namen G. W. KüchlerS Watsenstiftung führen soll, allen tu die Großh. Lande»- waiseuanstalt aufgenommeuen Watfeu beiderlei Geschlecht», ohne Unterschied der Coufesfiou in folgender Weise zu Gme
kommen: Alljährlich und zwar an dem Todestage de» Stifter» sollen die Zinsen und Erträgnisse de» Sttftuugsfond» in Beträgen von je 100 Gulden = 171 Mark unter sämmtltche, in die LaudeSwatsenanstalt aufgeuommeve Waisen deS Groß« herzogthuw» verloost werden und zwar dergestalt, daß auf jede» Loo» die Summe von 100 Gulden entfällt. Nach Abzug der BerwaltungSkosteu standen diese» Jahr 3118 Mk. 07 Pfg. zur stiftungSmäßigen Verloosung zur Bersügung, sodaß 18 Gewinne gebildet werden konnten. Bet der am 3. Ociober durch dte Großh. Provinzialdtrection Starkenburg vorgenommene Verloosung fielen auf folgende Waisen Gewinne: 1. Dietrich, Otto von Gießen,- 2. Weil, Matthia» von Badenheim; 3. Lenz, Friedrich von Klein-Linden; 4. Ochs, Marg. Helene Katharine von ötlbcl; 5. Seel, Karhariue von Pfungstadt- 6. Jungmann, Karl von Mörfelden- 7. Heinz, Louise von Lorsch; 8. Müller, Heinrich von Htrlchhoru- 9. Neumann, Apellonta von Lorsch- 10. Och», Peter von Gaul-Heim- 11. Petry, Anna Marte von A-pi-heim- 12. Gumb, Anna von Osthofen- 13. Heinrich, Louise von Leiselheim- 14. Wie», Anna Marg. von Finthen- 15. Kull- mann, Katharine von Ober«Olm- 16. Rüb, Emil von Selter»- 17. Sterck, Katharine von Arhetlgen- 18. Schott, Lina von Ober Breitenbach.
P.-A. Butzbach, 7. August. In den Tagen vom 11. August bi» 7. September findet dahier eine oberhesfische Gewerbe- und Alterthümer-AuSstellung statt. ES tst sicher nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß Butzbach alle gehegten Erwartungen wett übertroffen hat. — Etn kurzer Gang durch die Ausstellung dürfte das Gesagte beweisen. Durch etn rhürmchengeschmückce» Portal betrete« wir den Festplatz (Marktplatz am Wetzlarer Thor). Wir schreiten an zwei Pavillon», in welchen Automaten und Ktoe- matographen aufgestellt find, au dem freundlichen Mustkrempel, an der großen, solid gebauten, sehr hübschen Wirthshalle vorüber und kommen dann tu dte mit Fahnen, Wappen und transparenten Gemälden prachtvoll decorirte HauptauSstellungS- Holle, tn der laudwirthschaftliche Geräthe, Erzeuge ss-, der Küferet und Kelleret, de» WagenbaueS, Motoren und Werkzeugmaschinen ausgestellt find. Link» vom Portale bemerken wir ein Cafä und dann vor allen Dingen daS prächtige, massiv von Grund au» gebaute, originelle, altdeutsche Bauernhau». In seinen unteren Räumlichkeiten find dörfliche, tn seinen oberen städtische Einrichtungen, zu schönen Gruppen vereinigt, zu sehen. Wir bemerken ferner die verschiedenartigsten oberhesfischen, oft sehr schmucken Trachten. Freund-, liche Butzbacher Damen, tn Nattooalcostüme gekleidet, verkaufen Eintritt»- und hübsche Ansichtspostkarten, sowie eine spannend geschriebene Broschüre, welche die verschiedenen, vertretenen Culturprriodeu behandelt und ertheilen bereitwilltgst den Fremden Auskunft. — Ehe wir un» dem zweiten Thrtle der Ausstellung zuwenden, werfen wir noch einen Blick tn den KioSk, in dem AcethlengaSlampeu brennen. An dieser Stelle sei bemerkt, daß Hallen und Platz Abends von electrischeu Bogen- und Glühlampen, dte da» städtische ElectricttätSwerk speist, erhellt werden. Vom östlichen Ende der HauptauSstelluogshalle, vorüber au einer wetteren Halle, die viele interessante Gegenstände aufwetst, sührt eine Straße (nördlich) nach dem erst kürzlich vollendeten, großartige« VereiuShause. Darin find Möbel, Musikinstrumente, Gruppe« auSgestopster Thiere, Nahrung»- und Genußmittel, Kuust- gewerbegegenstände, Erzeugnisse der Weberei und Bekleidungsindustrie rc. zu sehen. Im städtischen Schulgebäude (dem Portale gegenüber) haben die hessischen Gewerbeschulen Zeich« nungeu und Modelle, so dte Imker ihre Erzeugnisse untergebracht. Dte Lauterbacher Gewerbeschule hat fich ebenfalls in dem betr. Gebäude etablirt. Für Unterhaltung auf dem Festplatz tst durch Militärconcerte sowie durch andere tu- teressaute Aufführungeu bestens Sorge getragen.
□ Darmstadt, 7. August. Der 7. Congreß der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, dte sich 1892 in Karlsruhe au» dem damaligen Coniferen-Congreß bildete und fich de» Protectorat» des Großherzogs Friedrich von Baden erfreut, der auch eine Beglückwünschung gesandt hatte, wurde heute unter dem Präfidtum der Herrn Hofmarichall St. Paul-Fischbach (tm Rtefeogebirge) eröffnet. Dte Forst- und Cameralverwalmng de» Mtntsteriume war durch dte Herren Geh. Oberforstrath Frey und Oberforstrath Dr. Walther vertreten. Der Vorsitzende dankte diesen für da» bewiesene Jutereffe, dauu dem Ehrencomite und den Ausschüssen für ihre rührige» und sehr ersprießliches Walten. Der seitherige Vorstand wurde durch Acclamatiou wiederge- wählt. Auch im letzten VeretnSjahre wurden durch dte Gesellschaft — wte dte» thr Hauptzweck tst — zahlreiche Same« für Garten- und Parkanlagen nutzbarer Bäume und Sträucher sowie Pflanzen selbst au» dem AuS- und Julande bezogen und in Mitgliederkretsen vertheilt. Die Gesellschaft, auS kleinen Anfängen entstanden, zählt jetzt 315 Mitglieder über ganz Deutschland- vier Mitglieder, darunter Prinz Heinrich 13. Reuß hat sie letzthin durch den Tod verloren. Bon einer Reihe in Deutschland winterharter uordamerikantscher Bäume will dte Gesellschaft im nächsten Jahre durch den „drüben" ansässigen Botaniker Purpu» Samen tu größeren Mengen zur Einführung beschaffen lassen- zu diesem Zwecke ist ein Garantie- fondS von mindesten» 10000 Mk. aufzubrtugeu. Dte Der- sammlung der Gesellschaft soll tu 1900 tn ihrem Gründung»- ort Karlsruhe abgrhalteu werden- sür nächste» Jahre ist eine norddeutsche Stadt an der Reihe uud wird Dresden gewählt. Die Vorträge brachten namentlich Mittheilungen über Neu- heiten auf devdrologtschem Gebiet - unter Anderem wurde be- richtet über dte sehr schön geformte und schön fich belaubende Magnolia hypolenia über einen schönen, bet un» Winterhärten Cacrus: Opuntia basilaris, über Winterhärte Rhododendren, über nordchinefische, bet un» anpflanzbare Coutfereu, dann auch über das neue Botanische Museum tu Karlsruhe uud deu in der Ausführung begriffenen neuen Botanischen Garten tn Berlin mit 40 Hectar Fläche, der in interessanter Weise mit einem Arboretum (einer Familie wohlgeordneter Baum- und Strauchformeopflauzung) versehe«
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