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1161 Wallthorstraße 18. metgras. gel an Lagerraum sollen i Grummetgras (prinu in her Gail'sten Ziegelei, unb 2aun§bad)tr Sieg $anb üertauft werben. Anfangs 3uni ab- unb fann mit ber gönnen teerten, nm kbr gut gemäßen unb te Ernte. 181< ler, erbeutetet. Hagen WiS
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1898.
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1898
Dienstag den 9. August
Zlints- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter
Redaction, Expedition und Druckerei:
Schulkratze Ar. 7.
i, । wittheilen rönnen, find inzwischen von den deutschen «er- e legem und von Privatpersonen namhafte Spenden bet der Geueralverwaltnug der königlichen Bibliothek rtngelaufen, die bekanntlich die Vorarbeiten für die neue Anstalt berettwill gst
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hietze«.
Fernsprecher Nr. 51.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr.
Berlin, 6. August. Wie die „vosfische Ztg." erfahrt, hat uich t die verlagSaustalt Union, sondern der I. G. Cotta'sche Verlag die Memoiren BiSmarckS erworben.
Berlin, 7. August. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge find anläßlich des Ablebens des FÜsteu BtSrnarck beim Au», wärtigen Amte weitere Beileidsbezeugungen von der spanischen, portugiesischen und chinesischen Regierung ein»
Deutsches Ueieh.
Berlin, 6. August. Wie aus FriedrichSruh gemeldet wird, haben jetzt sämmtliche Gäste dak fürstliche Hau- verlass en. Nur die Familie weilt noch dort. DaS Wacht- Kommando der 31er soll nach vorläufigen Bestimmungen blS Montag dort bleiben.
Berlin, 6. August. Heute vormittag lOVi em' pfing ber Kaiser auf Schloß W.lhelmShöhe den Chef des Militär-CabinetS, General von Hahnke zu mehrstündigem Vorträge.
Berlin, 6. August. Der hiefige griechische Gesandte sprach in einem Schreiben an daS Auswärtige Amt auf tele- graphische Weisung der griechischen Regierung da» tiefste Beileid zum Hinscheiden deS Fürsten Bismarck aus, besten Gedächtniß in den Büchern der Gefaxte ewig fort- eben werde.
Bezugspreis vierteljSbrlfa
2 Mark 20 Psg. monatlich 75 Psg- mit Brmgerlohu.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich.
Rr. 184 Erstes Blatt
übernommen hat.
— Zum Jmpfgesetz. Der Rath von Sach, verständigen, der auf Veranlassung bei Bundelrathl über Aendernngen del JmpfgesetzeS berieth, hat, wie jetzt bekannt wird, mehrere Vorschläge gntgeheißev, so dal verbot von Menschenlhmphe, ferner den Vorschlag, daß in Zukunft nur noch auf einem Arm, und zwar bei Erst- Impflingen auf dem rechten, bei Wiederimpflingen auf dem linken geimpft werden solle. Sodann wurde die Selbst- impfung verworfen, unb die Entwicklung nur einer Impf- puftel all ausreichend zur Erfüllung der gesetzlichen Pflicht erklärt. Bezüglich der Bestrafung der Jmpfweigerer beschloß der Rath, keine Anträge an den BuudeSrath zu richten.
— Der „ReichSanzeiger" veröffentlicht einen Minister- erlaß an die Regierungspräsidenten, wonach zur weiteren wirksamen Ausführung deS M a r g a r i n e g e s e tz e I die Räume, in denen Ersatzmittel für Butter hergestellt, aufbewahrt, ver- packt oder feilgehalten werden, mehr als bisher beaufsichtigt werden. El heißt in der Verfügung, daß namentlich auch die Herstellung von Margarinekäse unb Kunstspeisefett sorg- faltig überwacht werben soll. Die Betriebe zur Herstellung von Margarine unb Margarinekäse sollen einer regelmäßigen, von Zeit zu Zeit auch unvermuthet vorzunehmenben Revision nach der Richtung unterworfen sein, daß daS vorgeschriebene Färbemittel unmittelbar bet ber Fabrikation zugesetzt wirb. Auch sollen fortlaufenb Stichproben aul ben Waarenvonäthen ; der Fabriken entnommen unb auf ben vorschriftsmäßigen i Sesamöl.Zusatz untersucht werben.
Hamburg. 6. August. Heute Früh wüthete im Freihafen am OSwalb-Quai ein heftiger Branb, welcher wahrscheinlich durch Selbstentzünbung von Baumwolle ent- standen ist. Es muhte aul 27 Röhren Master gegeben werben. Zwei Schuppen mit Baumwolle unb ber größte Theil der Labung beS tranSatlantlschen Dampferi Boltvia fiub zerstört.
tzrsckicint täglich mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener Aamtlieu b tätter werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt.
gelaufen. „ . u
Berlin, 7. August. Dem „Berl. Local-Anz." wirb aul Friebrichsruh gemeldet: Bisher sind bei der Familie Bismarck 2000 Beileidstelegramme eingelaufen. Die Zahl der durch die Post eingetroffenen Packele mit lebenden Blumen | beträgt bereit! Über 1000.
Berlin, 6. August. Durch die Ansiedelung deutscher Landwtrthe in NordschleSwig vollzieht sich dort eine »e- wegung, die nicht nur dal Interesse bei BaterlanbSfreunbeS, fonbern InSbesonbere bal beS LandmannS in Anspruch nimmt. Lanbwirthe aus allen Theilen DeutschlanbS grünben sich in in immer größerer Zahl in Norbschlelwig ein neues Heim, dank ber außerorbentlichen PreiSwürbigkeit unb ber großen I Zahl ber bort verkäuflichen Besitzungen. Die bänifche Preste NorbschleSwigS, bie früher bieie Einwanberung für nicht burchführdar erklärt hat, muß jetzt nicht nur bereu großen I Umfang zugestehen, fonbern auch, baß sich bie eingewanderten | deutschen LanbSleute bort sehr wohl fühlen unb gut vorwärts kommen unb baß biefe Bewegung eine große Zukunft hat. Die unangenehme UebergangSzeit, in ber ber Deutsche ver- | einzelt inmitten bänischgefinnter Bevölkerung leben mußte, ist überwunben. Der bentsche Anfiebler findet jetzt überall zahl- reiche deutsche Nachbarn, die ihn freudig unb mit offenen Armen aufnehmen unb ihn bal Gefühl ber Trennung von I der Heimath rasch vergeffen laffen. Zur Förderung diese! Zuzuges besteht in Röddtng ein AnstedelungS-verein. Der Borfitzende, Oberamtsrichter Petersen, und der SchriftsÜhrer, I Hauptmann a. D. Thiermann, Beide in Rödding, ertheilen dereitwtlligft Auskunft unb versenben umsonst eine mit zahl- reichen Abbilbungen versehene Druckschrift Über blc norb* schleswigscheu AnfiedelungSverhältniffe. Augenblicklich verfügt ber Verein über zahlreiche besonberS preiSwürbige Höfe unb empfiehlt gerabe bie jetzige Zeit zur Befichtigung, weil bie volle Ernte auf dem Felb steht unb ein Unheil Über blc Ec- I tragSfähigkeit beS Boben! ermöglicht. — Den Lanbwirthen, die zuvor NorbschleSwig kennen lernen wollen, vermittelt ber Verein bei beutfchen Hofbefitzern Stellen al! Volontäre mit | ober ohne Gehalt (keine Derwalterstellen).
— Die preußischen HanbelSkammem haben eine Um- frage Über bie Ansichten und Wünsche ber kaufmännischen Kreise bezüglich ber hanbelSpolitischen Beziehungen zwischen Deutschlanb und ben vereinigten Staaten von Norbamerika veranstaltet. Heber baß Ergebniß ber Umfrage berichtet bie Statistische Corresponbenz", baß in ben Jnterestentenkreisen zwar anerkannt werbe, bie Berwenbang von Kampfzöllen könnte unter Umständen nutzbringend und geboten sein und bei einen. Zollkrieg zwischen Deutschland und Amerika werde daS letztere vielleicht eine erheblichere Einbuße erleiden als | Deutschland, — daß ober trotzdem in jenen Kreisen die Heber- | zeugung vorwiege, e! liege im Jutereste beider Staaten, durch einen gütlichen Aulweg den Zollkrieg zu vermeiden.
— Seitdem bad Margarinegefetz in Kraft getreten ist, haben mehrfach schon OrtSbehörben ben versuch gemacht, Bäcker, Conb toren, Sastwirthe usw. zu zwingen, falls sie in ihren Betrieben Margarine verwenben, bie! in ihren Localen nab Geschäften burch Anschläge bekannt zu geben, wie da! Händler thun müsten, bie Margarine feilbieten. Derartige Verfügungen finb aber, wie daß OberlanbeSgericht in DreSben al! RevifionSinstanz entschieden hat, nicht rechtSgilttg, ba sie bem Margarinegesetz widersprechen. Dasselbe wolle wohl in Bezug auf den Verkehr mit Margarine Beschränkungen in der Herstellung und dem Vertrieb derselben treffen, dagegen nicht bie verwenbung von Margarine Überhaupt erschweren unb beschränken.
— Kaiser Wilhelm-Bibliothek in Posen. Der Kaiser Wilhelm-Bibliothek in Posen hat bie Genera - Verwaltung ber Berliner königlichen Bibliothek alle doppel vorhandenen Bücher — eine große Anzahl — zur Verfügung gestellt. Ihrem Beispiele werden die Übrigen staatlichen Bibliotheken Preußens folgen. Auch steht za erwarten., daß die städtischen Bücher-Sammlungen einem Werke ihre Unter- stützuug nltt btrlagen, bereu nationale B-d-uluug durch deu Namen de» gto&tn Kaisers und die sreudige ZuKimmnng seines eisernen Kanzler? hinreichend gekennzetchnet ist. Ohne Zweifel dürften auch bie BunbeSstaateu beweisen, baß sie die Begründung ber Kaiser Wilhelm Bibliothek für eine,beutle, Nicht rein preußische Augelegeuhett ansehen. Wie w.r ferner
Die Situation in Frankreich.
Bon ben politischen Borgängen interelftren setzt insbesondere bietenigen in Frankreich. Wir haben s. Z dem Sabinet Btifion gleich nach seiner Bildung lewe lauge Lebensdauer oorhergelagt, und e« ist nur zu wahrscheinlich, daß wir Remt behalten werden. Die Lage ist im gegenwärtigen Augenblick so unsicher, daß heute Niemand über da- Morgen unterrichtet ist. Bor einigen Wochen hieß e« bereit», daß Briston unb Eavaignae in Me.nnngSverschieben sich befänbeu wegen ber Esterhazy «ngeleqenheit unb baß ber Kriegl- mintster infolge besten zurückzutreteu beabsichtige. Seitdem hat bie Dreyful- Esterhazy Zola-Angelegeuhelt bekanntlich eine weitere Entwicklung erfahren, und immer neue Enthüllungen find zu Tage getreten, durch welche auch Offiziere de! Generalstabs stark compromtttirt erscheinen. Und ber ehren- werthe Major Esterhazy ist nun gar ganz gemeiner Schwinbeleien verdächtig und aller Ntmbu! muß schließlich von ihm fallen. Die Lage ber Regierung ist eine äußerst prekäre, ba fie sich ber Nothwendigkeit nicht mehr verschließen kann, eine Klärung der DreyfuS-Angelegenheit herbetzusühren.
Wenn man bebenkt, wie sehr baß vorige Sabinet fich Einer neuerlichen Erörterung ber Dreifuß-Affaire «übersetzt, wie man selbst Ungesetzlichkeiten nicht gescheut hat, um die Wieberaufnahme bei Prozeffeß zu hintertreiben, bann wirb mau ermesten können, wie peinlich eß ber Regierung sein muß, nun boch schließlich bem verlangen nach einer Revifion stattzugeben. Ganz Frankreich ist burch bie Dreysulsache auf- flkwühlt unb In zwei Lager gethellt: für ober gegen ben un- plücklichen Bewohner auf ber Teufelllnsel. Noch stellt sich heute freilich ber größere Theil ber Franzosen auf bie Sette Derer, welche rufen: „Nieder mit Zola!«, aber immer mehr Anhänger sammeln fich um bieten, unb der Tag ist nicht mehr \ ru, wo schließlich die Mehrheit auf Selten ber DreysuS- ficunbe zu finden Ist. Daß fich unter diesen viele einflußreiche Personen befinden, haben wir schon früher dargelegt, aber fo, daß voraulfichtlich immer neue Männer auftreten werden, welche fich der Sache DreysuS' annehmen. Da! Vorgehen Zola! ist nicht wirkungslos gewesen, und wenn fich der berühmte Schrtftsteller auch noch so viele Feinde erworben hat, so ist boch eben so ficher, baß er viele Personen überzeugte unb zu Verfechtern ber Forberung einer Revifion bei DreysuS- ProceffeS machte. Heute kommt weniger in Frage, ob ber Grcapitätr schulbig ober nicht schulbig ist, sonbern ob baß Verfahren gegen ihn gesetzlich oder ungesetzltch war. Die ganze innerpolitische Situation hängt von ber Entscheidung hierüber ab, unb eß ist nicht unmöglich, baß Sein ober Nichtsein ber Regierung fich darauf stützt.
Daß (Sabinet Briffou ist gegenüber dem Ministerium Meline insofern im Nachtheil, als eß nicht wie dieses auß dem Abschluß der russtsch - sranzöfischen Allianz Dortheile ziehen kann. Denn auch Möline hätte fich kaum io „lange halten können, wenn er nicht das Glück hatte, bah währenb seiner Regierung bie Berbrüberung mit Ruhlanb ber Welt verkündet worden wäre. Man wollte in der ersten Freude dem Zaren nicht baß Beispiel von ber Hnbestänbigkeit ber Dinge in Frankreich geben, beßhalb hat man Meline Mancheß zu gute gehalten- baß er viel für sein Vaterland geleistet hat, wird Niemand behaupten wollen, Im Gegentheil, die positiven Ergebniffe seines Wirkenß waren sehr gering. Also — wie gesagt — baß (Sabinet Briffou steht auf sehr schwachen Füßen, unb eß ist nicht unmöglich, baß eß recht talb wankt. Bleibt bann bie CrlfiS auf ben Sturz beß Ministeriums beschränkt, so kann fich Frankreich Glück wünschen, weil bort bekanntlich bie volkßstiwmang unberechenbar ist unb gerne in Extreme übergeht. 0>o<)
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Wien, 6. August. Der im Vorort Hernalß befinbllche beutfanaltonale Turnverein Friesen würbe wegen politi cher Umtriebe behörbllch aufgelöft.
Wien, 6. August. Heute Nachmittag haben bie Eon- ferenzen ber österreichischen unb ungarischen Minister begonnen.
Wien. 7. August. Bon tierfaiebenen Seiten wird ge- melbet, baß bie zwischen Banffy unb Thun geführten Eon- ferenzen zu keiner Derstänbigung geführt haben. Die Mlnlsterpräfidenten werden fich deshalb nach Ischl begeben, um bie Entscheibung ber Krone zu überlassen.
Inulchen (Tyroi), 7. August. Bon ber Drei-Schuster- spitze stürzten zwei bentsche Touristen ab. Dieselben wurden bl! spät Nachtß nicht gefunben.
Paris, 7. August. Dem „Sole'l" zufolge ist baß Bc finben ber Exkaiserin Eugenie Bcsorgniß erregenb.
Paris, 7. August. Der ^Tempß" gibt genauereni Aufschluß Über bie Entscheibung ber A°klagekammer in d r Affaire Du Paly be (Slam. Darnach hat bie Anklagekammer nämlich entfaiebea, baß ber HntersuchnngSrtchter »ertuluß nirfit romtietent sei gegen Du Paty be (Slam elnzuschreiten.
hat nun auch 'baß Zeugniß Christian Esterh^Y' seprüft uub erklärt, baß keinerlei Auklagegrünbe gegen Du Paty be öl3W2onban,0t 6. August. „Daily Mail" melbet baß ber «rin» von ffialeß von öerfatebenen Selten ersucht worben fa, eine Reise nach ben vereinigten Staaten an3Ut£onböu, 5. August. Immer stärker regt fich baß social- politlfae Gewiffen in Großbritannien. Die Eingabe ber 110 unionistischen Abgeorbneten an b e Regierung, fie möge j ihr bei ben letzten Parlamentswahlen gegebenes versprechen, eine Altersversicherungs-Vorlage einzubringen, erfüllen, scheint auch auf baß Ministerium großen Eiubrnck ge- wacht zu haben. Der Leiter del Haterhauseß, Arthur Balfour, schreibt in einem Brief an ben Abg. Lionel Holland, de« Führer ber Bewegung, baß ein von so einflußreicher Seite unterzeichnetes Gesuch jebenfallS bie schleunige Beachtung ber Regierung finben müsse. NeuerbingS haben bie Abgeordneten, welche für bie staatliche Altersversicherung in bie Schranken treten, einen Ausschuß eingesetzt, bamti bie Sache gefetz- ■ geberisch nicht einschläft.
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