Ausgabe 
8.6.1898 Zweites Blatt
 
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Entgegenkommen, aber w.m da» Wohl bei großen Ganzen am Herzen liegt, dem wird die Uebermindung leicht werden und er vermeidet, daß der im Hintergründe lauernde Dritte sich an dem Kampfe zweier nationaler Parteien weidet und bei Augenblick! harrt, wo seiner die Beute sicher ist. (xx)

Deutsches Reich.

Berlin. 6. Juni. Der Kaiser erledigte gestern Bor- mittag an Bord derHoheuzollern" im Hafen vou Swine- münde nach dem Gotteldienft laufende Regierunglgeschäfte. Heute früh begab sich der Kaiser nach Bredow, besichtigte auf der Werft bei Bülkau beu Neubau der Hertha und nahm nm 12Vi Uhr Mittags in Stettin die Parade über dal Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm IV. ab.

Berlin, 6. Juni. Dem heute vor 25 Jahren verstorbenen Prinzen Adalbert von Preußen widmet dieNordd. Allgem. Ztg." in ihrer heutigen Nummer einen kurzen Gedächtniß-Artikel, in welchem sie den Prinzen all den Begründer der deutschen Flotte feiert. Am Sarge del Verstorbenen im Interims-Dom wurde heute Mittag durch eine Deputation au! Offizieren del Obercommando! der Marine und bei Reichsmarineamts ein Kranz uiebergelegt.

Berlin, 6. Juni. Laut amtlicher Mtttheilung hat die Reichsdruckeret 1 Milliarde 924>/, Millionen Brief­marken au die Ober-Postdtrectioaen geliefert. Postkarten, Karrenbriefe und Post-Aoweisuugen waren e! beinahe 338 Millionen Stück. Mehr al! der dritte Theil aller Brief­marken 794 Millionen waren Zehnpfenutgmarken. 457 Millionen zu 5 Pfg., 355 Millionen zu 3 Pfg. und 176 Millionen zu 20 Pfg., Postkarten wurden 298 Millionen geliefert, außerdem 574650 Postkarten für Private abge­stempelt. Ferner lieferte die Reichldruckeret 20 Millionen Wechselstempelzeichen, 17 Millionen statistische Werthzeichen, 459 Millionen oder für 98*/, Millionen Mark Berficheruug!- marken.

Berlin, 4. Juni. Da! Retchlverstcherunglamt hat an die Borstände sämmtlicher Beruflgenossenschaften und Invalidität!- und Alterverficherunglanstalteu ein Rundschreiben erlafien, worin darauf hingewiesen wird, daß über da! Wesen und Wirken der Arbeiterverficherung unter den Arbeitern selbst noch immer vielfach mangelhafte Kenntnifle herrschen. E! wird delhalb empfohlen, auf eine möglichst weite Ver­breitung bei vom Reichlverficherunglamt zusammengestellten Leitfaden zur Ärbeiterversicherung de! Deutschen Reiches", auch unter den Bertraueusmänoern, hiuzuwirkeu.

Eine Liebesgabe von 22,000 Mark für einen Abgeordneten, al! Vergütung für seine seit Jahrzehnten in Deutschland wie im Aullande betriebene Wühlthätigkeit gegen den preußischen Staat und da! Deutsche Reich, ist soeben in Nordschlelwig gesammelt worden, und zwar für den Herrn Gustav Johannsen, Mitglied de! preußischen Abgeorduetenhause! und de! deutschen Retchltage!. Die Sammlung ist auf veranlafiung eine! Ausschüsse! von sech! Personen geschehen, von denen nur zwei gebürtige Schleimiger sind, während zwei andere au! den bi! 1864 staatsrechtlich und politisch scharf vom Herzogthum Schleswig geschiedenen kgl. dänischen Enklaven, die übrigen zwei endlich au! dem Königreich Dänemark stammen ein neuer Beweis, wie sehr da! nichtschlelwigsche Element bei den dänischen Neutralen in Nordschlelwig die Führung besitzt. Der nähere Plan der Sammlung ferner ist, ebenso bezeichnend, in einer Versammlung jenseit! der Grenze, in Wanderup, beschlossen worden. Ob nicht wenigstens mittelbar ein Theil der gesammelten Summe von 22,000 Mk., wie bei derartigen Beitragsleistungen zu dänisch nationalen Zwecken in Nord- schlelwtg dies gewöhnlich der Fall ist, au! dem Königreich Dänemark stammt, möge dahingestellt bleiben, «l! Form der Verwendung de! Geldes hat man eine jährliche Leid- "nie gewählt. Anläßlich dieser Sammlung, die ein Zufall an das Tageslicht gezogen hat, und die bereit! zu einer derzeit roch schwebenden Klage wegen Veranstaltung einer öffentlichen Lollecte ohne Erlaubniß vor dem Schöffengerichte zu Rödding geführt hat, sei hier an Artikel 32 der Ber- faffung de! Deutschen Reiche! erinnert, welcher wie folgt lautet:Die Mitglieder de! Reichstage! dürfen al! solche keine Besoldung beziehend Hinzugefügt sei, daß der betreffende Aufruf unter Hinwei! auf die parlamentarische Thätigkeit de! genannten Reichltagsabgeordneten al! Zweck der Sammlung ouldrllcklich das Leisten einer Vergütung (st yde et Vederlag) angegeben hatte.

Berlin, 6. Juni. Der Mörder der Prostitnirteu Bertha Klinger ist btlher noch nicht ermittelt worden.

sichert, daß da! unmöglich ist, e! seien Prallwände, auf denen sich nicht einmal eine Gams halten könne.

Nun wird die Ausstieglrichtung verabredet, der Förster link!, der Flort recht! und beide so wett voneinander entfernt, daß ihre Kugeln die Dtstanzmitte für den Fall bestreichen können, daß der Büchller zwischen durchwutschen möchte. Und richtig tuscht e! oben, derweil Beide ansteigen.

Der Knall steigert die Behendigkeit, auch der etwa! eorpulente Forstmeister entwickelt eine Gelenkigkeit, die er sich selber nimmer zugetraut. Ja, ja, das Lumpenfangen macht flinke Beine, aber auch fliegenden Athem. Beim Forst­meister steigert sich da! Schnauf.n zum Gebläse schier eines Hochofens, das weithin hörbar wird. Der Büchller ist da­durch augenblicklich hoch geworden und nach kurzer Abstands- bemeffung nimmt er, den Gams auf dem Rückcu und den Stutzen umgehängt, die Höhe an, da ihm der Rückwechsel versperrt worden ist. Doch durchaus nicht hastend, gleich­mäßig sicher aufsteigend von Wand zu Wand. Jetzt hängt er in schwindelnder Höhe- gelingt el, da! letzte Wandl zu erreichen, dann hat er die Schneide, und dem Kerl ist es zu- zutrauen, daß er trotz bei Prallabsturze! auf der Tyroler Seite den Abstieg wagt.

(Schluß folgt.)

rlttsls»-.

Wien, 6. Juni. In der Lonferenz der Clubs der Linken wurde beschloffen, vor Aufhebung der Sprachen- Verordnungen nicht in eine Berathung irgend welcher Regierungsvorlagen za willigen.

London, 6. Juni. Ja Washington ist man der Ansicht, daß der Admiral Cervera drei Wochen gebrauchen werde, um da! Wrack der Merrimac zu sprengen. Während diese! Zeitraumes wird die Javaston Cuba! und Porto,icos durch amerikanische Truppen vollsührt sein. Dal Kciegsdepartemenr hat die Meldung erhalten, daß sich das Geschwader bei Admiral! Camara noch in Cadiz befinde.

Loudon, 6. Juni. DerStandard" meldet au! Rom, daß der Papst ein Schreiben an den deutschen und österreichischen Kaiser richtete, in welchem er deren gute Dienste zur Regelung der Beziehungen de! Batican! mit der Üalienischen Regierung nachsucht. Der Papst be­ansprucht volle Freiheit und Unabhängigkeit. Er betont, dadurch würde die Einigkeit Italien! befestigt und eine neue Aera de! Frieden! und der Wohlfahrt herbeigeführt werden. Die gegenwärtigen Zastäade Italien! schreibe er der irrigen Politik zu, welche die Katholiken von der Betheiliguog au ber Landes-Verwaltung fern halte.

London, 4. Juni. Urber maritime Vorbereit­ungen England! berichtet man vou hier: Durchau! zuverlässige Anzeichen deuten darauf hin, daß die englische Marineleitung bemüht ist, sich für alle möglichen Verwicklungen vorzubereiten und vorzusehen. In den weiten Rahmen der Maßnahmen, welche diesem Zwecke dienen, fällt auch die Berechnung des Flottenzuwachses, welcher im Kriegsfall England au! der Erwerbung bezw. Beschlagnahme der Schiffe erwachsen würde, welche zur Zeit auf den englischen Privat- Werften für Rechnung fremder Staaten im Bau begriffen find. El ist eigentlich selbstverständlich, daß die Marine­verwaltung ihre Listen über diese Schiffsbauten auf dem Laufenden erhält, indeffen wird von beftunt-rrichteter Seite versichert, daß erst in jüngster Zeit eine Berifiztrung derselben stattgefunden hat. Thatsüchlich würde die Verstärkung der englischen Marine, welche au! den angedeuteten Maßnahmen reiulttren würde, im gegenwärtigen Momente keine unbedeutende sein. Sind doch zur Zeit aus englischen Privatwerften nicht weniger al! acht Schlachtschiffe und Kreuzer, sowie acht Torpedobootlzerstörer für Japan, ein Küftenvertheidigungl- schiff für Norwegen, zwei Kreuzer für Chile, zwei für China, je einer für Brasilien und Portugal und vier Torpedoboote für Oesterretch-Ungaru im Bau begriffen. Eine ganze Reihe vou diesen Schiffen ist der Vollendung ziemlich nahe.

Locales rsnd provinzielles.

Butzbach, 3. Juni, Herr Geh. Oberschulrath Soldan hat in letzter Zeit durch seine Nachgrabungen im sogenannten Degenfeld, woselbst ein Castell vorhanden, sowie im Walde bei Hausen, in der Nähe de! WeidigShainl, im Griedeler und Gambachrr Wald, für die W ffenschaft wiederum hoch- intereffante Entdeckungen gemacht. Auf Einladung de! Herrn Soldan trafen gestern eine Anzahl Herren hier ein und besichtigten die Aulgrabungen der römischen Erdwerke und Holzbefestigungen, von denen in hiesiger Gegend nicht ein Pfahlgraben, sondern vier verschiedene Arten von Grenz­befestigungen bestanden haben.

Bad-Nauheim. Bom 27. Mat bi! 2. Juni sind 911 Badegäste, im Ganzen jetzt 4993 hier angekommen.

-f- Nidda, 6. Juni. Gestern Nachmittag tagte mit einer Betheiligung von nur ca. 60 Personen die vou dem Wahl­aulschuß der vereinigten liberalen Parteien einberusene Ver­sammlung im Gafthau! zur Traube dahier, wobei der all Landidat vorgeschlagene Herr Dr. Frank au! Enger! sein Programm entwickelte. Ferner trat Herr Rechtlanwalt Dr. Fuhr-Gießen all Redner für die liberale Sache auf, auch sprach noch ein socialdemokratischer Redner über die Thätigkeit rc. der seitherigen wie der vorgeschlagenen Volks­vertreter.

(§) Groh-Eichen, 6. Juni. Wie im Ohmthal, so regte sich auch in dem unserigen lebhaft der Wunsch nach Bildung einer Mo lkeret-G en oss en schäft unter den seitherigen Lieferanten zur Molkerei de! Herrn Zimmer au! Grünberg. Dieser kam der Genoffenschaftlbilduug berettwtlligst entgegen und bot seine Molkerei zum Kaufe an. Wer jernal! der Zimmer'schen Molkerei einen Besuch abgestattet, der nahm die Ueberzeugung mit, daß diese Molkerei auf! Beste eiu- gerichtet und mit allen Errungenschaften moderner Technik auf dem Gebiete de! Molkeretwesen! ausgestattet worden ist. In der kürzlich hier abgehaltenen Generalversammlung wurde der Ankauf der Zimmer'schen Molkerei sür die Summe von 33 000 Mk. zur Thatsache. In die AnkaufSsumme wurde.die Bedingung gelegt, daß die Molkerei von dem seitherigen Be­sitzer vollständig auSgebaut werden muß. Die Molkerei war nämlich seither nur Rahmstation, in der aber gleich bei ihrer Errichtung ein großer Raum sür Herstellung der Molkerei- producte, wie Butter und Käse, vorgesehen worden war. Zum Director der neugrbildeten Genossenschaft wurde Herr Bürgermeister Schombert hier, und zum Rechner Herr Ehr. Eimer gewählt.

§§ Ruppertenrod, 6. Juni. Am letzten Freitag Abend fand hier im Gasthause zum Löwen eine Versammlung der vereinigten liberalen Parteien statt, in welcher der Caodidat Herr Dr. Frank seinen Standpunkt zu den wich­tigsten politischen Tagelfragen klar legte. An der Hand de! Wahlaufrufe! der liberalen Parteien entwickelte Redner in gewinnender, schlichter Weise seine Ansichten. Nach der bei­fällig aufgenommenen Ansprache de! Candidaten sprach Herr Rechtlanwalt Dr. Fuhr au! Gießen. In beredten Worten führte er au!, wie die Bereinigung aller liberalen Elemente mit Freuden zu begrüßen sei, um gemeinsam vorzugehen so­wohl gegen eine Rückschrittlpartei, die die freiheitlichen Er- rungenschaften bekämpfe, all auch gegen die Umsturzpartei, welche die heiligste» Güter bei Volkes nicht nur nichts achte,

sondern sie gefliffentlich zu untergraben suche. Reicher Beifall lohnte dem Redner für seine Ausführungen.

Heppenheim o. b. B., 6. Juni. En schreckliches Un- glück ereignete sich gestern Morgen 11 Uhr auf dem Wege nach der Starkenburg. Eine Partie Ausflügler eine» größeren Frankfurter Vereins kehrte von der Starkenburg zurück. Eine 60 Jahre alte Dame machte die Tour zu Wagen. Un­gefähr in der Hälfte de! Weges scheuten die Pferde vor den aufgespaonteu Sonnenschirmen einiger Damen und rasten den steilen Abhang herab. Dir Insassin wurde au! dem Wagen geschleudert und war sofort lobt. Der Kutscher kam eit geringsügigen Verletzungen davon.

Neber die Perron-Sperre und ihre Folgen.

Aus demHamburger Verein für Eisenbahnreform" schreibt man:

vor längerer Zeit diese Bahnsteigsperre eingeführt wurde, geschah es in der ausgesprochenen Absicht, den Reisen­den ^größere Bewegungsfreiheit auf den Bahnhöfen zu ver- schaffen, indem man von den Perrons Leute fernhalten wollte, welche da nichts zu suchen hatten. Aber hat diese Maßregel sich bewährt? Können die Paffagiere sich jetzt ungehinderter als früher auf den Stationen bewegen. Wir müfftn entschieden diese Frage mit Nein beantworten. Im Gegentheil, welch ein Gedränge entsteht bei Abgang und Ankunft der Züge an den jetzt so engen Ein- und Ausgängen, wo die BilletS resp. die Perron-Karten cupirt oder adge- nommen werden. Wie ganz anders war es früher, wo die Fluth der Reisenden sich durch einen jeden Zugang zum Perron ungehindert ergießen konnte! Unter jetzigen Verhält- niffcn haben es die Contorboten und Handlungslehrlmge doppelt schwer, wenn sie noch im letzten Moment eintreffen, ihre Briefe rechtzeitig an den Postwaggon zu bringen, müssen sie doch erst beim Automaten gegen 10 Pfennige eine sog. Bahnsteigkarte lösen, und können erst dann den ganzen engen Durchgang zum Perron passiren, wo die Karte eines jeden Paffanten erst nachgesehen und cupirt wird; ehe sie dann den ost sehr entfernt stehenden Postwaggon erreichen, dampft ihnen der Zug in manchen Fällen^ wie man zu sagen pflegt, vor der Nase ab, und die Briefe können erst mit einer späteren Post befördert werden, während sie ohne Aufenthalt durch die Perronsperre noch rechtzeitig mitgekommen wären. Welche nachtheilige Folgen aus einer zu spät abgegangenen Correspondenz entstehen können, weiß jeder bethelligte Geschäfts- mann nur gar zu gut. Auf den kleinen Stationen aber, welche oft mit einem Latten- oder Bretterzaun weg.n dieser Perronsperre verziert sind, macht sich deren Nachtherl für das Publikum noch in bedeutend größerem Maßstabe bemerk­bar. Ein solcher Zaun pflegt in der Regel nur einen ichmalen Durchgang zu besitzen, vor welchem der Perron- Schaffner steht. Hierdurch ist der Reisende in vielen Fällen gezwungen, wenn der Zug wegen Einnahme von Waffer oder aus anderen Ursachen abseits hält, Hunderte von Metern nutzlos zu laufen, eben weil er nur auf der einzigen Stelle, wo der Zaun die Oeffnung hat, den Bahnhof erreichen kann. Hierin muß entschieden Wandel geschaffen, und auch die Perrons der kleinen Stationen müffen mit zwei Zugängen versehen werden. Hoffentlich bedarf es nur dieses Hinweises bei den Eisenbahn-Directionen und sie treffen die nöthigen Anord­nungen zur Beseitigung dieses Mißstandes. Wie man sieht, bringt die Perronsperre nur den Eisenbahnkaffen Vortheil, indem sie ihnen Geld zuführt, deffen sie bei den glänzenden Einnahmen und UeberschÜffen ohnehin genug haben. Dagegen hat das Publikum statt der erhofften Erleichterung nur Nachtheil davon. Wir schließen mit dem von vielen Tausen­den unserer Mitbürger getheilten Wunsch, daß diese Sperre und Eisenbahnabgabe das nächste Jahrhundert nicht mehr erleben möge!

* Ein deutsche! Osfizierlcafirrs bei Kiao-Tschou beschreibt Ernst v. Heffe-Wartegg in derKöln. Vztg." In Scha-tse-kau an der äußersten Grenze von Deutsch China biente ein Stall, der so geblieben war, wie ihn die Chinesen verlassen hatten und nur srisch getüncht worden, al! Schlafraum. Ueber die Fensterhöhlen war frische! Papier gespannt, an Stelle ber Thürer, hingen kurze chinesische Strohmatten, al! gemein* schastliche! Waschbecken biente eine einfache irdene Schüssel. Al! wir so schreibt Heffe-Wartegg in diesem feuchten, dumpfen Raume nothbürftig unsere Toilette machten, hörte ich einen der Marinesoldaten etwa! wieOffizierlcastno" rufen. Osfizierlcafino?!Gewiß," antwortete unser Gast* gebet,kommen Sie nur mit." Er führte mich in ein Nebenhau! von derselben Größe und demselben Aulsehen wie unserSchlafhaul". Die Wände waren mit Strohmatten verkleidet, ja e! hingen chinesische Bilder daran und von der Decke schaukelte al! Prachtstück eine wirkliche Petroleumlampe! Der lange Tisch war au! Kistenbrettern zulammengensgelt und an Stelle bei Tischtuche! mit weißen Papierbogen be­deckt. Darauf prangten ein paar Zinnschüffeln, Zinnbecher, mit Meerelsand sorgfältig abgerieben, und ein riesiger Küchen- keffel all Theetopf. Eben waren wir mit unserer Besichti­gung dieses Prachtlocal! fertig, all die Wache da! Eintreffen ber Schiebkarren-Colonne meldete. Wie ein langer, hell­blauer Wurm schlängelte sie sich durch ben trockenen Fjord die sanfte Anhöhe empor zu unserem Lager, und bald waren wir im Besitze ber Lebeulmittel in Blechbüchsen, ber mit* gebrachten Weine, Teller und Eßbestecke. Sauerkraut und Frankfurter Wurst au! Büchsen war unser Menu, dazu Wein und heißer Thee, in Blechschüffeln aufgetragen.

Blitzgefahr im Walde. Wie ein erfahrener Förster erzählte, habe er in 22 Jahren noch keine Buche im Walde gefunden, die der Blitz getroffen hätte. Wohl aber würben jedes Jahr etliche Eichen und Kiefern (Tannen) seine! Revier!, vom Blitz getroffen. Wenn man also im Walde bet einem Gewitter unterstellen will, so weiß man, unter welche Baume man sich stellen muß.

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