Ausgabe 
8.3.1898 Erstes Blatt
 
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detailreich au-gearbritet ist, interesfirt von vornherein. Der tolle Einfall" gipfelt nämlich darin, daß ein zum Haus­verwalter während der Abwesenheit seine- Onkels eingesetzter Student dem Rath des bei ihm als Diener fungirenden Wtchfier seines EorpS folgend, fämmtliche Zimmer der Billa »rrmiethet. Daraus ergtebt fich nun eine Menge komischer Scenen, Verwechslungen und Situationen, bis zuletzt fich bei der Zurückkunst von Onkel und Taute Alle- wohlgefällig aufklärt und gut au-geht. DaS Ganze wirkt wahrhaft zwerg- fellerschütternd, namentlich wenn es einer so guten Wieder- gäbe, als der gestrigen fich erfreut. Mit Lust und Liebe hatten fich alle Mitwirkenden de- Schwankes angenommen, sodaß Allen nach Gebühr Lob zuerkannt werden muß. DaS Publikum kam au- dem Lachen gar nicht heraus und leistete förmliche Betfall-demonstrattoneu, selbst bei offener Scene bei der Prachtleistung des Herrn Dtrector Helm als der schöne Adalbert", und seinerVerpflichtungen."

Au- dem Theaterbüreau wird uuS geschrieben: Der Sgl. bayerische Hofschauspieeler Herr Konrad Dreher auS München wird hier an zwei Abenden, und zwar am Sonntag den 13. und Montag den 14. März cr. gastireu. Herr Konrad Dreher spiele hier denSchlegel" in der Anno'scheu PoffeDie beiden Retcheumüller" und den Schöllhofer" in dem neuen KarlweiS'schen BolkSstückDa­grobe Hemd". Da- Gastspiel des berühmten Münchener Künstler- muh vertragsmäßig außer Abonnement stattfinden und haben daher an diesen beiden Abenden weder Abonne­ment- noch DutzendbilletS Giltigkeit.

**cT Theater Verein. In einer früheren Notiz hatten wir bereit- bemerkt, daß eine Aerztiu, die nicht in Gießen ihre Studien gemacht hat, am Mittwoch den 9. März, Abend- von 8 bi- 10 Uhr im Leib'schen Saale Sprechstunde ab­hallen wird. Die hiesige Facultät wird ihre Freude an der jungen Collegin haben, die ihr freilich noch an demselben Abend durch eine unheilbare Krankheit,die Liebe", wieder entriffen wird. Ueber Frl. Tony Wittels, welche uns am Mittwoch die Frau Dr. med. verkörpern wird, liegt uns eine sehr schöne Kritik au- Mannheim vor, die unser Urtheil über die Künstlerin voll bestätigt. DieBadische Lande-- zeitnng" berichtet:Wüßte man nicht, daß Frl. Witrel- eine vortreffliche Schauspielerin ist, man hätte gestern begreifen müssen. Diese Dr. Li-beth war einfach entzückend. Die Darstellerin schlug einen vollen, klaren, kräftigen Grund­ton au, den sie in geradezu bewunderungswürdiger Weise festhielt und durchklingen ließ. Frei und männlich-stark, in einem heiteren Selbstvertrauen, einem frohen Leben-wuth, stand sie da, ohne dabei auch nur zollbreit über die Grenzen der Weiblichkeit hinau-zugehen. Da- heißt, ohne den leisesten Vorbehalt, da- Scheinleben der Bühne in Fletsch und Blut umsetzen."

* Wulluer Coucerr. Die hiesigen musikalischen Kreise wird e- iuteresstren, zu erfahren, daß der geniale Sänger, der neulich hier mit so außerordentlichem Erfolg aufgetreten ist, fich auf das dringende Bitten zahlreicher Marburger hin, die ihn hier gehört haben, entschlossen hat, Sonntag den 13. d. MtS. in Marburg einen Lieder Abend zu geben. DaS Programm, das in diesem Blatte noch mitgetheilt werden wird, soll 21 Nummern in vier Abtheilungen umfassen, und zwar zum größten Theile hier nicht gesungene Lieder, darunter VrahmS'sche Volkslieder, durch deren Vortrag Wüllaer Meister BrahmS selbst oft entzückt hat. ES werden gewiß auch viele Musikfreunde von hier die Gelegenheit gerne ergreifen, den Künstler nochmal- oder auch zum ersten Male zu hören. Da- Concert wird um 8 Uhr Abend- stattfivden.

Geflügel- und Bogel Ausstellung. Bon Lehrern der Umgegend ist an die Ausstellungs-Unternehmer der Antrag gerichtet worden, ihren Klaffen gegen billiges Entröe den Besuch der Ausstellung zu gewähren. Dem Antrag wird in jedem Fall entsprochen werden, wenn der Besuch BormittagS von Va9 Uhr bis >/zl0 Uhr klaffenwetse in Begleitung der Lehrer geschieht.

* Reun Uhr Ladenschluß! Die Liste, welche der Detail­listenverein zum Zwecke der Bereitwilligkeitserklärung für allgemeinen freiwilligen Neun-Uhr Ladenschluß circnliren ließ, hat ein sehr günstige- Resultat ergeben. Im Ganzen haben sich ca. 230 Geschäftsinhaber für den angeregten Ladenschluß erklärt. Nur ganz vereiozelte Colonialwaaren- Händler hatten fich vorläufig noch nicht bestimmt angeschlossen, und werden diese nach diesem Resultat jetzt auch nicht Zurück­bleiben. Bäcker, Metzger und Eigarrenhändler haben fich auch -um Theil bereit erklärt, ein Beweis, daß da auch das ge­fühlte Bedürfniß vorliegt. ES wäre zu wünschen, daß die Bäcker- und Metzgerinnungen fich der Sache annehmen- ge­rade für GeschätStnhaber und deren Personal in diesen Be­rufen wäre der Tag bis 9 Uhr gerade lang genug. Für die sonstigen Branchen dürfte der Neun«Uhr Ladenschluß als gesichert zu betrachten sein.

* * Der Mittelrheinische Turntag wird am Sonntag den 3. April in Kastel abgehalten.

*4- Der älteste aetive Lehrer des GroßherzogthumS Hrssen, Herr Oberlehrer Kübel zu Mainz, begeht am 7. März sein 6 OjährigeS Dtenstjubiläum.

** Warnung. Neuerdings werden durch Bermittlung der Presse im Grohherzogthum Hessen Eirculare und Pro- fprcte verbreitet, durch welchen dem Publikum der Beitritt zu derAllgem einen LooSgr uppen-Gesellschaft", unter Leitung derCommerce- und Creditbank Amsterdam, St. NicolaaS Witsenkade 13" auempfohlen wird und Agenten für dieses Unternehmen gesucht werden. Die Mitglieder sollen durch einmalige oder ratenweise Zahlung von Beiträgen daS antheilmäßige Miteigenthum an den von der Gesellschaft anzukanfenden Serten-Loosen und damit den Anspruch auf einen entsprechenden Antheil an den bei der Prämtenziehnng auf die Loose entfallenden Gewinn erwerben. Die Ankündi­gungen dieses Unternehmens haben Aehnlichkeit mit den seiner Zeit von derInternationalen Bank Antwerpen" in Umlauf gebrachten, vor welchen früher bereit- gewarnt worden ist. SS ist biß jetzt keineswegs außer Zweifel ge­

stellt, ob da- hier fragliche, neuerdings hervorgetretene Unternehmen mit dem genannten frührren Unternehmen, welche- al- schwindelhaft erkannt worden ist, außer Zu­sammenhang steht und auf einer soliden, einwandfreien geschäftlichen Geundlage beruht. Es ist insbesondere bi- jetzt keinerlei Gewißheit darüber vorhanden, ob die Ge­sellschaft thatsächlich in dem Besitze der tn den Ankündigungen bezeichneten Original-Loose ist, und ob die Gewinne auch thatsächlich in der versprochenen Weise an-gezahlt werden. Der Geschäftsbetrieb der Gesellschaft dürfte ferner mit den Bestimmungen deS Gesetzes vom 11. April 1896, den Handel mit Anthellen und Abschnitten von Loosen zu Lotterien und Ausspielungen betreffend, im W'.derspruch stehen. Der in den Ankündigungen abgedruckte Gesellschaftsvertrag, welchem fich die Mitglieder durch ihre Beitragserklärung unterwerfen, enthält keinerlei Bestimmungen über die Beendigung der Mltglied'chaft bezw. den WiederanStritt aus der Gesellschaft und find nach § 11 derselben alle ans diesem Vertrag entspringenden RechtSstreitigkeiten ausschließlich vor den ordent­lichen Gerichten des Erfüllungsorte- Amsterdam zu entscheiden. Bor der Betheiligung an dem Unternehmen kann daher nur gewarnt werden.

):( Gedern, 3. März. Der erste diesjährige B i e h m a r k t war infolge der ungünstigen Witterung schwach befahren. Der Handel in Schweinen war ziemlich gut, besonders waren Herbstferkel, welche 60 bis 80 Mk. per Paar kosteten, be­gehrt. Junge Ferkel wurden nicht gekauft- man verlangte für das Paar 40 Mk., während 25 bis 35 Mk. angeboten wurden. Trächtige Zuchtschweine wurden ziemlich verkauft, da- Stück zu 100 bis 112 Mk. In Rindvieh wurde wenig verkauft, die Preise hierin find noch die seitherigen. Der nächste Markt hier findet den 5. April statt.

Darmstadt, 5. März. In der Gemäldegalerie im Schloß, dieser namentlich durch die altdeutschen, die Niederländer und deutsche Gemälde des vorigen Jahrhundert- hochberühmten Sammlung, hat eine Neu-Umhängung stattgefunden, die jetzt zum Abschlüsse gekommen ist und wo­durch einige hervorragende Werke erst zur richtigen Geltung gelangen. MuseumS-Jnspector Dr. Bach verdient für diese Maßregel den lebhaften Dank aller Kunstverständigen. In der KunstvereinS-Ansstellung, die dem Verein in letzter Zeit wieder mehrere Mitglieder zugeführt hat, be­wundert man eben auch einen echten Andreas Achenbach (DaS gelbe HauS") in virtuoser Ausführung- nicht minder ist eine Gemälde Collection eineßmodernen" Maler-, Ludwig Dettmann-Eharlottenburg, der packend naturwahr darzu- stellen weiß und dessen Gemälde deshalb auch gewisse- Psycho­logische- Interesse haben, Hochbeachtenswerth. Die Mehrzahl der Aussteller, unter denen noch Christian Mali-München mit einem vollendeten Thierstück, Karl Müller-Kurzwelly- Berlin mit einer gediegenen norwegischen Landschaft und der Landschafter Wilhelm Nagel-KarlSruhe besonders zu nennen find, bringt, wie die- heute gemeiniglich geschieht, Land­schaften, Blumenstücke und Stillleben zur Schau. Der qualitative Durchschnitt der diesmaligen Ausstellung ist recht befriedigend.

Schwurgericht.

W. Gieße», 7. März 1898.

LandgerichtSrath Dr. D ch ä f e r eröffnete heute Vormittag 9 Uhr die erste Sitzung des Schwurgerichts mit der Ver­handlung gegen Johannes Rost wegen Ulkundenfälschung und Betrug. Als Bertheidiger des Angeklagten ist Rechts­anwalt Katz erschienen. Die Anklage wird vertreten durch Staatsanwalt Koch. Der Angeklagte Johannes Rost, Vieh­händler von Gießen, 47 Jahre alt, unbestraft, wird beschuldigt, in sechs Fällen Wiegscheine de» städtischen Schlachthofes ver­fälscht zu haben, um fich einen rechtswidrigen Verwögen-- vorthell zu verschaffen, in vier Fällen einen Betrug verübt zu haben und zwar in Höhe von 59, 63 und 64 Pfg. Ferner liegt noch ein BetrugSvrrsuch um den Betrag von weniger als 1 Mark vor. Der Angeklagte ist geständig, er gibt auch zu, sich dadurch im Ganzen etwa um 2 Mark be­reichert zu haben, ebenso sei der Betrug-Versuch richtig. Er habe nicht gedacht, damit ein so schwere- Verbrechen zu be­gehen, er sei fich der Tragweite seine- Handeln- nicht ganz klar gewesen. Der Angeklagte hat sein Vieh im Schlachthaus geschlachtet, dasselbe dort wiegen lassen, um eS auf Grund der Wiegescheine an Metzger zu verkansen, an dem Gewicht der Scheine hat derselbe Aenderungen vorgenommen und zwar indem er Vi Ko. hinzu-esetzt hat. Die Beweisaufnahme war sehr kurz, eS wurden nur zwei Zeugen vernommen. Die an die Geschworenen gerichteten Fragen find dahin sormnllrt, ob der Angeklagte in jedem einzelnen Fall schuldig, eine öffentliche Urkunde verfälscht und von derselben zum Zwecke der Tänschuvg Gebrauch gemacht zu haben und ob die- in der Absicht geschehen sei, fich einen vermögenS- vortheil dadurch zu verschaffen. Auf Antrag der Berthei- digung wurden auch die Fragen für den Fall der Bernetnung der schweren Urkundensälschung gestellt, ob der Angeklagte Privaturkunden gefälscht und ob eine einheitliche fortgesetzte Handlung vorliegt, in allen Fällen ist auch zu Gunsten'deS Angeklagten die Frage nach mildernden Umständen gestellt. Die PlaidoherS drehen fich im Ganzen darum, find die vom Angeklagten gefälschten Urkunden öffent­liche, wie Staatsanwalt Koch die Anficht hat, oder find eS nur Privaturknuden, wie der Bertheidiger, Rechtsanwalt Katz, behauptet. Für die Zubilligung mildernder Umstände trat der Vertreter der Staatsanwaltschaft sowohl, als auch die Bertheidtgung ein. (Schluß folgt.)

Eingesandt.

Gieße«, 7. März 1898.

Die Dtrection unseres Stadttheaters, die sich ja stets bereit gesunden Hai, den billigen Wünschen deS Publikums Rechnung zu

tragen, möchten wir hierdurch im Namen Vieler gebeten haben e£ einmal mit einer

Volksvorstelluug

zu ermäßigte« Eintrittspreise« zu versuchen, die allerdings an einem Sonntag Nachmittag ftaitjufinben hätte, damit auch aus­wärtigen Theaterfreunden Gelegenheit zum Besuche der Vorstellung geboten ist. C.

Airchlichc Anzeigen der evang.Gen,eiuöe.

Montag, den 7. März, Abends 8 vhr, videlst««de im Confirmandenfaal der JobanneSklrche Epheserbrief, Cap 6. Der Wandel al8 Gottes Nachfolger in Liebe und Licht-

Pfarrer Dr. Naumann.

Mittwoch den 9. März, AbendS 6 Uhr, dritte Passiv«-» emdacht in der Johanneskirche. Pfarrer Dr. Naumann.

Aencst« Nachrichten.

Depeschen des Bureau »Herold*.

Berlin, 7. März. Nach einem Telegramm beiBcrl Tagedl." verlautet in Peking, daß Rußland Port Arthur und Wan auf 99 Jahre gepachtet hat

Neuß, 7. März. Da- große Au-stattung-geschäft von Ban Endert ist in der vergangenen Nacht vollständig nieder- gebrannt. Der Schaden wird auf nahezu eine Million geschätzt.

Wien, 7. März. Die Besserung im Befinden der Krou- prtnzessin-Wittwe hält an. Jede Gefahr ist jetzt geschwunden.

Wien, 7. März. Der neue Ministerpräfident Graf Thun confertrte auch gestern Abend mit verschiedenen poli­tischen Persönlichkeiten. Wie verlautet, haben fich eimge Minister Comblnattonen zerschlagen. ES wird jetzt folgende Mtnlsterllste colportirt. Gras Thun Ministerpräsident und Minister des Innern, Ruber Justiz, der Jungtscheche Dr. Kaizl Finanzen, Dr. Baernreither Handel, Graf Bhlant Unterricht. BielinSky wird Minister für Polen.

Wien, 7. März. Gestern fanden hier zwanzig socia- listische Versammlungen statt mit der Tagesordnung: Die Märzfeier. In einer derselben besprach Dr. Adle r auch die Stellung der Soclaldemokrate« zum neuen Ministerium und kündigte an, fall- dasselbe die Forderungen der Socialdemokraten nicht bewilligen sollte, die Socialdemokraten den Kampf fortsetzen würden.

Prag, 7. März. Nachdem eS schon in der Nacht zu Sonntag zu heftigen Ausschreitungen gekommen war, dauerte« die Unruhen den ganzen gestrigen Sonntag hindurch. Tausende von Menschen hielten den Graben besetzt und Über­fielen jeden farbentragenden Studenten. Die Polizei war dem Pöbel gegenüber vollständig machtlos. In mehrere» Restaurationen wurden die Fenster eingeworfen. Die Garnison ist seit Sam-tag confignirt.

Amsterdam, 7. März. Der Kammeran-schuß nahm mit großer Mehrheit den persönlichen Heeresdienst an.

Pari-, 7. März. DerGanloiS" berichtet, daß die Zeugen Esterhazy- vom Obersten Picquart keine Antwort erhalten haben. Sie werden heute zusammen treten und über die Angelegenheit weiter berathen. Man glaubt, daß die Zeugen fich beleidigt fühlen und nunmehr den Oberste« Picquart selbst fordern werden.

havtuma, 7. März. Die Wahlen für die cubanische Kammer werden am 27. April stattfinden.

Konstantinopel, 7. Marz. Gegen den ersten Secretär de- bulgarischen Exarchat-, Markadrosow, wurde am Sam-tag mittag ein Attentat verübt. Er wurde durch zwei Schüffe schwer verletzt. Der Thäter entkam. Man ver» mnthet, daß es fich um einen Racheakt handelt.

Ei«« neue Kaffeedre««mtthode. Viele Hausfrauen, welche früher das Rösten des Kaffees selbst besorgten, sind von dieser mit so vielen Unannehmlichkeiten oeibunbenen Arbeit abgefommenr nachdem sie sich überzeugt haben, daß der in einem reellen Geschäft eingekaufte gebrannte Kaffee viel gleichmäßiger g-röstet ist und auch in der Regel besser schmeckt, als der von ihnen selbst gebrannte.

Sie ersparen sich auf diese Weise den Aerger, den sie jedesmal empfinden, wenn sie den Kaffee nicht genügenb gebrannt haben, der­selbe infolgedessen gehaltlos, säuerlich schmeckt, oder wenn sie ihn z» stark geröstet, sodaß ein schlechtschmcckender und trüb au«sehen der Aufguß entsteht. Mit dem beim Großbetriebe zunehmenden Ver­besserungen der Röstmethode und Röstapparate hat sich auch die Zahl derjenigen Hausfrauen vermehrt, welche den Kaffe« nur in gebrann­tem Zustande einkaufen. Zweifellos wird durch die Erfindung und Einführung der Sirocco Röstmethode dieser Gebrauch überal und auch in Hessen ganz bedeutende Fortschritte machen.

Diese- neue Verfahren unterscheidet sich von der bisherige« Methode, bei welchem der Kaffee wie in den Haushaltungsbrennern durch Erhitzen der Röstbehälter gebrannt wirb, dadurch, daß die Röstung mittelst Gluthluft erfolgt. ES ist unseres Wissens der einzige Röstappa<at, in welchem Kaffee in größeren Quantitäten nicht auf geheizten Eisenblechen, sondern ausschließlich mit heißer Lust geröstet wird. Die Luft zieht nämlich in dem Sirocco-Röster durch glühenden CoakS, nimmt dortselbst eine sehr hohe Temperatur an, und geht bann durch einen besonderen ReinigungSapparat, der dazu dient, sie von anhastendm Unreinigkeiten zu befreien. Diese Gluth- luit durchströmt alsdann den eigentlichen Röstbehälter in Form eine­heißen Windftrome-, während durch eine eigenartige Mischvorrichtung der Kaffee diesem Windstrom in ununterbrochener Folge entgegen geworfen wird.

Der Sirocco-Röstapparat wurde von einem Deutschen er­funden, erhielt im verflossenen Jahre auf den Ausstellungen in Pari- die goldene Medaille, in Versailles den Grand Prix und in Brüssel das Diplom dhonneur, also im AuSlande die höchsten Auszeichnungen. Don den bisher benutzten Röstapparaten bat kein einziger iolch' hohe Anerkennungen g-fundm, ein Beweis, daß die mit dem Sirocco- Röster gebrannten Kaffees, was die Röstmelhobe anlangt, den höchsten Anforderungen entsprechen. Hieraus erklärt fich auch die große Beliebtheit und der täglich zunehmende Konsum der nach dieser Methode gebrannten Kaffees. ES sollte daher jede HauSstau, welche die aut dem Sirocco - Röstapparat gebrannten Kaffees noch nicht kennt, einmal einen Versuch machen, wir sind überzeugt, daß dieselbe stets die nach der Sirocco - Methode (d. L mit Gluthluft) gebrannten Kaffee- vorziehen und elnfaufen wird. Die tftrma P. P. CahenSly in Limburg a. b. Lahn hat daS alleinige Be­nutzungsrecht des Sirocco-RöstapparateS für Limburg und größere Umgebung und ist anzunebmen, daß diese Firma große Emkäufe auS erster Hand in Rohkaffee macht, daß sie auch in der Lage ist, gebrannte KaffeeS bisonders vretSwürdig liefern zu können. Die Firma versendet den Kaffee in handlichen Packeten mit b;r Auf- schriftLimburger Sirocco-Rösterei" und sind dieselben mtt Original­schutzmarke versehen. (Siehe Inserat).

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