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9 0 Uhr, in Steins Saal.
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Vorträge
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k. 2.—, für nichtnnmmerirte Plita des Herrn Ernst Challier n ' den 8. December ani- Ibau-Verein* - welche gegri sitzkarte für ihre Person oder für rhalten können-, ron ds ab sseb mch Beitritti-ErkläruDfei
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Nr 286 Aweites Blatt Dienstag den 6, December USOS
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Atntlichev Theil.
Gießen, den 2. December 1898.
Vrtr.: Die Umwandlung der Schorufleinfeger«Jonuvg für da» Großherzoglhnm Heffen tn eine Zwangs Innung.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
•* Mr Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Nachstehende Bekanntmachungen bringen wir zu Ihrer Kenntniß mit der Auflage, sie tn Ihrer Gemeinde den Inter« effentro auf ortsübliche Weise bekannt zu geben.
v. Bechtold.
Bekanntmachung,
brtr.: Die Umwandlung der Schornsteinfeger Innung für da» Großherzogthu« Hessen in eine Zwangs-Innung.
Die Schornsteinfeger-Innung sür da» Großherzogthu« Hefien hat die Umwardlung dieser freien Innung tu eine Zwang» Innung beantragt. Zur Ermittelung der Mehrheit der betheiltgten Gewerbetreibenden haben wir den Großh. Regterungsaffrsior Dr. Wörner zu Darmstadt al» Lommissar bestellt, wa» wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen.
Darmstadt, den 22. November 1898.
Großherzogltche» Krei»a«t Darmstadt.
V. Marquard.
Bekanntmachung,
brtr.: Die Umwandlung der Tchornsteinfeger-Jnnung für da» Gioßherzogthum Hessen in eine Zwang»'Januog.
Hierdurch mache ich bekannt, daß die Aeußerungen für oder gegen die Errichtung einer Zwaug»'Jonung für da» Schornstriufeger.Havdwerk im Bezirke de» Großherzogthu«» Hefien schriftlich bi» zum 16. December d. I. oder mündlich tu der Zeit vom 1. bi» 15. December d. I. bet «tr ab- zugeben find.
Die Abgabe der mündlichen Aeußerung kann während bt» angegebenen Zeiträume» werktäglich von 9 bi» 12 Uhr Bormittag» tn den Ditnsträumen dr» Großh. Keei»awte» Darmstadt, Zimmer Nr. 5, erfolgen.
Ich fordere hterdur» alle Handwerker, welche 1« Bezirke dr» »roßherzogthum» Hefien das Schornstetnfeger.Handweik betreiben, zur Abgabe ihrer Aenßerung «tt de« vtmerken auf, daß nur solche Erklärungen, welche erkennen lafieu, ob der Erklärende der Errichtung der Zwangs.Jnnung zustiwmt
oder nicht, gültig find, und daß nach Ablauf dr» obigen Zeit« punkte» eingehende Aeußeruvgm unberücksichtigt bleiben.
Darmstadt, den 22. November 1898.
Der Lounuifiar:
________Dr Wörner, Grohb. Rraterung»afiefsor._______
Bekanntmachung.
Nachdem die Maul« und Klauenseuche tn Eckarts» Hausen (Kreis Büdingen) ausgedrochen ist und eine größere Verbreitung erfahren hat, ist über Eckartshausen Ort», und Gemarkungssperre verhängt, der Seuchenort und deffen Gr« «arkaug gegen da» Durchtreiben von Wiederkäuern und Schweinen abgrsperrt und bestimmt worden, daß dir Ausführung von Thteren dieser Arten an» de« Senchenort und defien Gemarkung nur auf Grund eine» kreisvetertnärärzt« lichen Zeugntfie» und nur zu« Zweck sofortiger Abschlachtung nach zuvor rinznholender polizeilicher Erlaubuiß erfolgen darf.
Gießen, den 3. December 1898.
Großhrrzogliche» KreiSamt Gießen.
____________________v. Bechtold.____________________
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß durch Entschließung Großh. Ministerium» dr» Innern vom 26. November 1898 die Genehmigung zur Vornahme einer, «tt dem am 16. März k I. stattfindenden Frübjahr»fasel« markte in Butzbach zu verbindeuden Berloosnng von Faseln, Rindern, Schweinen, Geflügel und landwirthschaftltchen Gr« räthen unter der Bedingung erthrilt worden ist, daß nicht mehr al» 12000 Loofe A 1 Mk. au»gegrben werden dürfen und (abzüglich eine» Betrag» von 350 Mk. für Prämitrung) mindesten» 60 Procent des Bruttoerlöse» au» dem verkaufe der Loose znm Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden find, sowie, daß zugleich der Vertrieb der Loofe tn der Provinz Oberheffrn gestattet ist.
Gießen, den 2. December 1898.
Großherzogliches Kreisamt Gießen. _________________v. Bewtold.
Hauptversammlung
des laudw. Vereins für die Provinz Oberhefse».
Zur diesjährigen ordentlichen Hauptversammlung beehre ich mich die Vereinsmüglieder hierdurch auf:
Montag, de» 12. December d. As., Morm. 11 Ahr Itn da» Local „Steins ®arten” in Gießen ergebenst ein» zuladen.
Gegenstände der Verhandlung werden fein:
1) Bericht über die Thätigkeit de» Verein».
2) »Ziele und Wege der Bewirthschaftung mittlerer und kleiner Landgüter in der Gegenwart."
Referent. Herr Lande»«Oeconomterach Müller in Darmstadt.
Laubach, den 28. November 1898.
Der Präsident de» landw. Verein» für die Provinz Oberheffen. Friedrich Graf zu Solm»«Laubach.
Nachschrift: In demselben Local findet gegen 1 Uhr ein gemeinschaftliche» Mittagessen statt. E» ist erwünscht, daß eine eventuelle Bethelligung vorher bei dem Wirthe an» gemeldet wird.____________
Vom Reichstage.
Morgen werden sich die im Sommer gewählten Reich», boten zum ersten Male tn Berlin versammeln. E» dürfte daher vielleicht von Jnterefie sein, zu erfahren, wie der neue Reichstag zusammengesetzt ist.
Die Zahl von annähernd 400 Abgeordneten bietet nicht weniger al» 14 »Kategorien* dar. E» lafien fich darin ermitteln: 3 UntverfitLt».Pr0ftfioren, 4 Angehörige der deutschen Arbeiterschaft, 5 Bauernbündler, ebenso viel Aerzte, 8 Bunde»., Gesellschaft»- oder verbaud»«Angrstellte, 9 Jugend. Erzieher, darunter etliche ausgeschiedeue, 18 Vertreter de» von manchem beneideten Stande» der Rentner, 22 Berwal» tuogs-Beamte verschiedener Art, zwei Dutzend Geistliche, ziemlich dieselbe Zahl Gewerbetretbruder und Handwerker, über drei Dutzend Vertreter de» Handel» und der Industrie, rund 40 Publizisten, Redaeteure, Schriftsteller, 64 Juristen, endlich nahezu 140 »Gut»befitzer und Landwirlhe."
Man wird im Reichstage viele neue Gefichter erblicken, und manche allbekannte vrrmiffen. Bei den Nationalliberaleu vermißt man v. Bennigsen, Hammacher, Osann und die Profefiorev Enneceeru» und Friedberg. Prof. Paafche ist bei der Ersatzwahl für den verstorbenen Prof. v. Luvh gewählt, und damit wird der schnellste Redner und Schrecken der Stenographen dem Reichstag erhalten bleiben. Reu wird der vaüonalliberalen Fractton der Geschäftsführer de» Alldeutschen verbände», Dr. Lehr, angehören.
Bet den Eonservativen vermißt man den Grafen Mirbach und Frhrn. v. Mantevfftl. Neu finden fich hier Graf von Kltnkowströ«, der Hauptredacteur der »Deutschen Tagesztg." Dr« Derlei, der Redacteur der »Deutschen Retch»post" und Seeretär der eonservativen Partei Württemberg», Schrempf. Auf der Rechten wird vorausfichtlich auch der wieder in den
Fettilleton.
3>et Harten an der Meige des Jahres,
von I. tz. Schmidt, Kunst- und Handelsgärtner in Erfurt.
(Nachdruck verboten.)
Selten hat fich ein Jahr gefunden, da» seinen Herbst so [inge tn den Winter htnrinzitht, wie da» heurige. Dem Gortenfteund kann diese Laune der Natur nur zu« vorrheil gereichen. Manche Arbeit, an der ihn ein Schneefall oder grtw«er Frost 1« Garten hindern würde, kann noch gethan werden, und wa» t« alten Jahre noch geschieht, da» braucht man im neuen nicht zu thun. Wer weiß, ob der Winter nicht nachholt, wa» er bi» jetzt versäumte, und un» nicht erst ftät wieder tn den Garten läßt.
«r schneiden vor ollen Dingen unsere Z'ersträucher. Aber nicht mit der Heckenscheere und nach dem Winkelmaß, sondern von innen heran» unter Einhaltung der natürlichen Farm de» Strauche». Der geschnittene Strauch soll nur die verjüngte Form de» alten zeigen. Alle zu dichten, fich reibenden md störenden Zweige fallen der Scheere zu« Opfer, alle Abgestorbenen, dürren Aeste find überflüssig und werden rrtfetnt
Auch die Hecken werden beschnitten. In Deutschland plegt «an sie senkrecht viereckig zu schneiden. Ich möchte hiermit Anregung geben, e» wie die Amerikaner zu machen, die ihren Hecken eine konische Form verleihen, derart, daß wenn die Hecke unten etwa 60 Er«, breit ist, die obere «reite auf 40 Kt«. htoautläuft. Der vortheil besteht darin, daß alle, auch die untersten Zweige, Licht, Luft und Regen Italien, grün bleiben und keine Lücken zulafiev. Bei 8er. iHngung von älteren Hecken, auch bei lückenhaften Tannen- hecken, wolle «an diesen Schnitt gleichfalls anwendrn, und brr Erfolg wird lehren, daß «ein Roth ein guter war.
Der Herbst war durchschnittlich in Deutschland an Regen ar«. Dtßhalb ist es nöthlg. auch jetzt noch, so eigenlhümltch e» klingen mag, den im Garten stehenden Koniferen Wasser zu geben. Da» Eingehen dieser Pflanzen ist «eisten» auf Trockenheit zurückzuführen. Man laffe fich nicht durch Schnee oder gelegentlichen Regen irre fühten. Die Erde, tn der Koniferen stehen, wird sehr au»gesogen, und e» gehört viel Wasser dazu, um die uöthige Feuchtigkeit zu schaffen. Man ziehe R llen und kleine Gräben u« die Pflanzen, tun da» Waffer festznhaltev.
Bei den tn die Frühbeetkästen etngetttnterten Pflanzen soll bei günstiger Witterung reichlich gelüftet werden, da besonder» die krautartigen Pflanzen und Gemüse« arten sehr leicht faulen.
Sobald starker Frost etntritt, werden sämuttliche Mist, beet Umschläge so hoch al» möglich ausgeführt und die Fenster mit Strohmatten und Holzläden belegt.
«er über vielen frischen Pserdedünger zu verfügen hat, kann auch schon einen Kasten für Äabte» und Pflücksalat und etc en solchen für Kopfsalat anlegen, doch ist da» frühe Beginreu der Treiberei nicht immer von gutem Erfolg.
Um die unter lockeren Laub« und Strohdecken eingewinterten Pflanzen und Gemüle gut gegen strengen Frost und scharf und schneidend gehende winde zu schützen, die ihnen von Nachtheil sein könuten, gibt e» kein besseres Mittgl. die Gefahr de» Erfrierens von den Pflanzen abzuweuden, al» ein leichte» Ueberbranfen dieser Decken mit Waffer. E» bildet fich dadurch eine Duft« und Eisschicht ans der Laub- oder Strohdecke, welche die äußere (alte Loft von der tnceren «ärmeren abschließt und ein Einftieren der eingewinterten Sachen nicht zuläßt. Selbstverständlich müffen die Schutz« decken immerhin entsprechend stark angelegt sein und, wenn nöthtg, noch verstärkt «erden. Das Ueberbrausen hilft
namentlich bei locker begruben Laubdecken, e» vereitelt auch da» Wegwehen de» Deckmatertal» und ist zudem sehr leicht anwendbar und praetisch. Bei eintretende« starken Frost ist e» deßhalb zur Anwendung e«pfehlenswerth und schützt die Pflanzen bann bester al» Stroh oder ein andere» Deck- material.
Man wolle auch nicht vergeflen, die Waflerlettung im Garten abzuschließen, um ein Einfrieren und Platzen der Rohre zu verhüten.
So lange da» Wetter noch frost frei ist, können wir noch wilde Rosen au» den Hecken holen und i« Gatten einpflanzen- diese Stämme werden sofort ntedergebogen und mit Erde bedeckt. Sie wurzeln bi» zum Frühjahre noch schön eia und werden im Juli oder August veredelt.
Da» verpflanzen von Obstbän«en ist zu beenden, doch habe ich die» oft noch bi» tn den December hinein ausgeführt. Jedenfalls find die jetzt gepflanzten Bäume ringsum mit Dünger zu umgeben, welcher jetzt doppelten Zweck hat. Etwa noch festfitzende Blätter find bis auf den bleibenden Blattstiel abzukneipen - fie nähren nicht mehr, verdunsten jedoch wohl noch Waffer, das fie den Bäumen entziehen.
Bet den Pflanzen t« Zimmer heißt e», so oft e» angeht, Lust »i geben. Ts ist nicht nur SthmungSfloff, den dieselbe den Pflanzen zuführt, ein Bestaudtheil der Luft ist btrecte Nahrung, bient bittet znm Ausbau neuer Zweige, Blätter und BlÜthen. Steht die Außeuwärme über dem Gefrierpunkte, so dürfen wir schon diejenigen Zimmer lüften, In welchen Salthausgewächse stehen, bei sechs bi» acht Grad Außeuwärme ist eine Lüftung keiner noch so zarten Pflanze schädlich, vorausgesetzt, daß kein scharfer Luftzug entsteht. Die Lüftung der mit Warmhauspflanzeu besetzten Zimmer bewerkstelligen wir in den Mittagsstunden. Sind wir hierzu früh Morgen» beim Reinigen gezwungen, wo oft


