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Sonntag den 6. November
Nr. 261 Erstes Blatt.
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Aeformationsfest.
Da» Resormarionsfest in eto Freudenfest der Evangelischen Deutschland», zweier Dritttheile de» deutschen Volke». Mag c» immerhin bedauerlich fein, daß da» deutsche Volk konfessionell gespalten ist: die religiöse Spaltung ist historische Thatsache und so fest gewurzelt in de» deutschen Volke» Denken nnd Fühlen, daß alle versuche, diese Spaltung zu beheben, al» vou vornherein au»ficht»lo» erscheinen müssen, ja, die Spaltung verkleistern wollen, heißt zunächst fie nur verschärfen. Wenn die Evangelischen Deutschland» Jahr für Jahr Reformattou»fest feiern, so liegt darin eine ausdrückliche Bezeugung de» historischen Rechte» der evangelischen Kirche, deren Anfänge nicht blo» zurückrelcheu btl in» Jahr 1517, sondern deren Anfänge zurückreichen bi» In die Zeit, da «au zum ersteu Male bekannte : Ich glaube eine heilige, christliche (allgemeine) Kirche- da» ist die Zeit der Apostel.
Schon oft ist der evangelischen Kirche da» Horoskop auf ein nahe» Ende gestillt worden. So lauge die evangelische Kirche auf de« Grunde bleibt, auf bin sie gestellt ist, kann sie die falschen Propheten ihre» Amte» ruhig warten lasten, fie weiß, der Wunsch ist der Vater de» Gedanken». Da» historische Recht der evangelischen Kirche ist unaotastbar.
Freilich muß auch der Felsengrund der evangelischen Kirche unantastbar bleiben: Gotte» Wort. Da» ist die Reformation, die innerhalb der evangelischen Kirche fort und fort geschieht, daß die Herzen auf diesen Grund gestellt werden. Auf diesem Grunde innerlich au Gott gebunden, wird der evangelische Christ frei den Dingen dieser Welt gegenüber. Nicht äußerer Zwang beherrscht sein religiöse» tiebtu, ihn zwingt nur der Glaube, die innere Ueberzenguug, fein Gewissen ist frei von jeder Schablone. Je stärker dieser Glanbe ist, um so reger auch da» kirchliche Leben. Je fester die Bindung der Geansieu ist an Gotte» heilige» Wort, um fo reiner und edler ist da» fittliche Streben. Diese Refor- mation muß fortgehru innerhalb der evangelischen Kirche: die Bindung der Gewiffen an Gott, die Stärkung de» Glauben» al» die Quelle wahrer Freiheit, die Läuterung de» fittlichen Streben» al» die Quelle der Kraft. So wird fich dann die evangelische Kirche darstellen zwar nicht al» eine Kirche äußerer Macht und äußeren Glanze», aber doch al» eine Gemeinschaft, in der die stille Zurüstung für Zeit und Ewigkeit ihren steten Fortgang nimmt und in der nuserm Volk die Kräfte dargereicht werden, die e» befähigen, seinen weltgeschichtlichen Beruf zu erfüllen!
politische Wochenschau.
Die Zeit wird bewegt, mit der sommerlichen Ruhe scheint e» endgilttg vorüber zu lein. Wie still stossen die Tage da» hin, und e» wäre langweilig gewesen, wenn nicht der Kampf zwischen Spanien und Nordamerika sowie die DreyfuS-Au- gelegenheit etwa» Abwechselung gebracht hätten. Wohl nimmt die letztere Affaire noch immer die allgemeine Aufmerksamkeit in Anspruch; aber wer küwmert fich heute noch um die spanisch-amerikanischen Händel! Ganz andere, näher liegende Dinge berühren jetzt unser Interesse. Da find z. 8. die preußischen LandtagSwahleu, die da» Gesprächsthema am Biertische vozug»weise bilden. ,ö» bleibt Alle» beim Alten", wer da» vorher behauptet hat, ist heute Meister und kann Anspruch machen auf ein Auerkenntniß politische, vorau»ficht. Trotzdem die linke Seite de» Hause» der preußischen Ab« geordneten einige Erfolge aufzuweisen hat, find die Majoritäten dieselben wie früher.
Einige» Aufsehen hat die Reise de» Fürsten Hohenlohe nach Süddeutschland gemacht. Auf socialdemokratischer Seite vermuthet mau sogar, daß e» fich bei der Besprechung de» Reich»kanzler» mit dem Großherzog vou Baden um neue Au»uah«egesetze gegen Socialdemokraten und Anarchisten handele. Wie wett da» begründet ist, läßt fich natürlich nicht sagen, aber wir finden e» ganz natürlich, daß angeficht» der immer schwieriger werdenden internationalen Lage der verantwortliche deutsche Staat»rnann in Abwesenheit de» Kaiser» mit dessen vertrautem Freunde in Fühlung tritt. Denn Niemand kann leugnen, daß die Situation heute be« unruhigeud ist, und e» liegt die vermuthung nur zu nahe, baß die Abkürzung der Reise de» deutschen «atserpaare» weniger der tropischen Hitze al» der in Au»ficht stehenden ernsten Ereignisie zuzuschreiben ist.
Die Palästinafahrt hat einen überau» glänzenden Verlauf genommeu, und e» steht zu erwarten, daß die Anwesenheit de» Kaiserpaare» im Orient einen nachhaltig günstigen Einfluß auf unsere Handel»- und politischen Beziehungen zu
jenen Gegenden haben wird. Auch hat der Besuch dazu bei- getragen, da» Berhältviß zwischen Preußen und de« Vatikan wieder zu einem guten zu gestalten, wa» nicht ohne wesentliche Nachwirkung auf unsere innerpolitische Situation bleiben wird. Wie schon gesagt, wird die Dauer der Kaiserreise erheblich abgekürzt werden, sodaß die Eröffnung de» Reichstag» bestimmt durch da» Reich»oderhaupt in Person erfolgen kann.
E» ist noch gar nicht so lauge her, da erklangen durch die ganze Welt FriedenShhmnen. „Der Zar will den Frieden, folglich darf fich Niemand in Europa mucksen", so raunte man fich zu, und viele hätteu eß gar zu gern gesehen, daß der Begriff „stehendes Heer" plötzlich al» überwundener Standpunkt betrachtet würde. Und heute? Eogland rüstet mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften, und Rußland sucht e» seinem Rivalen gleich zu thuu, und wenn wir nicht wüßten, daß vom Rüsten bi» zu« LoS- schlageu immer ein sehr weiter und beschwerlicher Weg ist, so wüßten wir auuehmen, binnen kurzer Zeit würde der Ent- scheiduug»ka«pf zwischen den beiden Mächten beginnen, der ja schließlich doch einmal au»gefochten werden muß. Aber, wie gesagt, wir hoffen immer noch, daß e» zu einem offenen Eonfliet nicht kommen wird.
Die Ministerkrtfi» In Frankreich ist beendigt, und Dupuy hat die Cabinetrblldung endgilttg übernommen. Damit ist freilich nicht gesagt, daß nunmehr stabile Zustände i« Lande jenseit» der Vogesen eintreten- die französische Kammer ist bekanntlich unberechenbar. Ehe die Driyfuß-Angelegenheit nicht geregelt ist, dürfte fich die Erregung, welche gegeuwärttg im französtschen Volk herrscht, kaum legen. Heute stehen die Parteien einander noch sehr schroff gegenüber, wa» eine große Gefahr für den inneren Frieden Frankreich» und schließlich auch für die interuattouale Lage bildet. (xx)
Deutsches Aeich.
Berlin, 4. November. Auf die Begrühuug»ansprache de» Abgeordneten Schmidt beim gestrigen Besuch des deutschen katholischen Hospize» in Jerusalem erwiderte der Kaiser, daß er den schwarz weißen Schild auch über die katholischen Brüder und Glauden»genoffen, welche I« fernen Osten ihr Leben und Blut ihrer Heiwath zu Liebe für die Ausbreitung des Evangeliums einsetzten, anSgereckt habe. Dieselben zu beschützen s i sein Bruder mir der gepanzerten Macht der deutschen Schiffe i« fernen Osten, und wenn er (der Kaiser) wieder heim komme, werde er erzählen, welche vortrefflichen Resultate das Hospiz aufzuweiseu habe. ES sei in der That ein Segeu für die dortige Bevölkerung. Außer dem katholischen Hospiz besuchte da» Kaiserpaar gestern noch die Eilöserkirche, wo Gottesdienst stattfand. Dr. Dryander hielt die Predigt.
Berlin, 4 November. Die Anarchisten Tischler Josef Suudat und Albert Brock hatten am Mittwoch in der socialtfttschen Versammlung, in welcher fich Bebel zum Anarchismus aussprach, eine Maffenverthetlung von anarchistischen Zeitungen vorgenommen. Die beiden wurden verhaltet und eine große Menge anarchistischer Flugblätter confiScirt. Gegen die Verbreiter soll Anklage erhoben werden.
— Deutschland und England. Die ,St. JameS Gazette" erörtert in längerer Ausführung die Möglichkeit eine» Austausche» der Walfischbai gegen den bekannten Stteifeu Land in Deutsch Oftafrika, der die verbinduug zwischen dem Cap und Kairo vollständig machen soll. Da» Blatt hofft augenscheinlich auf Entgegenkommeu in dieser Frage in Anbetracht der Bereitschaft Dentschlaud», „mit England im prakttschen nnd herzlichen Geiste zu verhaudelu". Hoffentlich läßt unsere Regierung keinen Zweifel darüber, daß von der „enormen Wichtigkeit der Walfischbai" für Deutfchland, vou der da» englische Blatt träumt, glücklicherweise nicht mehr die Rede sein kann, daß wir deshalb auch nicht vöthig haben, einen so hohen Preis dafür zu zahlen. BemerkenSwerth find noch folgende Ausführungen der „St. James Gazette": Der „Delagoa-Handel" ist noch immer nicht adgefchloffen. Da» ist schade. Aber e» hält schwer, der „Libens" Glauben zu schenken, deren Liffabouer Telegramm meldet, daß Frankreich der portugiefischeu Regierung «ttgttheitt hat, daß fie die Abtretung der Delagoabai oder irgend eines anderen gegenüber Madagaskar gelegenen Ge- bitte» an Großbrttaunieu als unfreundschaftliche Handlung bettachten würde. Ist die Mitthttluug wahr, fo würde fie eine sehr ernste Sache für Frankreich sein. In England glaubt «an, daß wir zu eine« Eiuverstäudniß mit Deutschland gelaugt find, wodurch unser Vorkaufsrecht anerkannt wird. ES liegt so sehr In unsere« Jntereffe, daß wir es
geltend machen, daß Frankreich eine recht große Verantwortlichkeit auf fich nehmen würde, wenn es dagegen aufttäte. Wenn ein Unrecht de« anderen folgt, so wird der Becher bald zum Ueberfließen voll sein. Die Zelt ist gekommen, diese Frage ein für alle Mal zu lösen, wenn möglich, ftteb- lich, jedenfalls aber offen und endgilttg.
Asrslavd.
Wie«, 4. November. Da» Abgeordnetenhaus lehnte mit 163 gegen 117 Stimmen den Antrag ab, Vaden! in Anklagezustand zu versetzen.
toten, 4 November. DoS „Neue Wiener Tageblatt" berichtet aus Konstantinopel, Kaiser Wilhelm habe bem dortigen russischen Botschafter gegenüber starke Zweifel über die Ersprießlichkeit der russischen Kreta Politik geäußert und die Befürchtung auSgedrückt, daß die Früchte derselben England in den Schooß fallen werden.
Budapest, 4. November. Heute Nachmittag drculirtcn hier wiederum alarmirende Attentatsgerüchte au» GSdöllö. Dieselben sind nubegründet.
Pari», 4. November. Der Generalstab»chef Renoird wurde seine» Posten» enthoben nvd zum Chef de» I I. Armee- corp» ernannt. Der bisherige Commandaot be» 11. Lorp», Brault, ist zum GeueralstabSchef ernannt worden. Letzterer gehött der anticlericalen Richtung an. Dieser Postenwechsel ist der Revision de» DrehfuS-ProzeffeS entschieden günstig.
Patt», 4 November. In der heutigen Kammerfitzung Verla» der Miuisterptäfident die ministeriellen Erklärungen, worin e» heißt, daß die Regierung eutschloffeu sei, die Civil- macht über die Militärmacht aufrecht zu erhalten, ebenso aber auch da» Ansehen der Armee zu verthrldigen. Nach längerer Debatte, au welcher mehrere Abgeordneten der Rechten und Toelalisten thelloahmen, wurde eine Tage»- ordoung mit 429 gegen 64 Stimmen angenommen, worin die Kammer ihr vertrauen zur Regierung au»drückt und von derselben die Durchführung einer Politik der Reformen verlangt, indem fich die Regierung nur auf eine republikanische Mehrheit stützt.
Pari», 4. November. „Liberi«" versichert, daß der CaffattouShof nächsten Dienstag die fünf letzten Krleg»«inister Mercier, Billot, Cavaignac, Znrlindeu und Ehanoine verhören wird.
Pari», 3. November. Die Regierung hat beschloffen, die angekündigte Interpellation be» klerikalen Grafen be Mun über bie Faschodafrage nicht anzunehmen. Die Regierung verweigert ferner ben Vorschlag be» Abgeordneten Reache, baß alle Debatten be» Criwinalhofe» vor be» ganzen Caffattooßhofe beratheu werben sollen.
Madrid, 4. November. In Regieruog»kreisen wird da» Projekt erörtert, die Philippinen gegen Ucberuahme der gelammten philippinischen Schuld an Amerika zu verkavfen.
Locales und j-rovinzielles.
Gießen, 5. November 1898.
Parlamentarische». Bel der Zweiten Kammer der Stände sind eingegangen: 1. Ein Gesuch der senttua- rffch gebildeten Lehrer an den Grobherzoglichen Schullehrer- semiuarien zu Alzey, Beushel« und Friedberg In der Bitte gipfelnd, „Hohe Zweite Kammer der Landstände wolle an bie Großherzogl. Staatsregierung genelgtest da» Ersuchen richten, die verhältniffe der seminarffch gebtldtten Seminarlehrer unter dem Gesichtspunkt einer mit Verleihung der Civilstaat»- bienerqaalität erfolgenden Gleichstellung mit ben akademisch gebildeten Seminarlehrern im Sinne beß ursprünglichen Regiemngßentwurf» zur Besoldung der Staatßbeamten zu xcgeln." — 2. Ein Gesuch der Canzlelgehilfen bei ben Landgerichten, bie Regulierung ihrer Besoldung»- und Anstellung»- verhältniffe betreffend. — 3. Eine Vorstellung der Schaffner brr Hessischen Maiu-Neckar Bahn, bie in der Bitte gipfelt, „Hohe Zweite Sammer der Stände wolle hochgeueigtest vrr- anlaffen, daß die Schaffner der Hessischen Main-Neckar-Bahn in die Gehaltsklaffe der Kanzletbientt eingewiesen werde», mithin nach 12jähriger Dienstzeit ei» Gehalt von 1700 Mk. beziehen."
•• Orfsnttliche Anettttumng ein« eblen That. De« Friedrich WI ch - G l a s e r zu Unterrodach wurde in An«- kenuung de» von ihm btt ber Rettung beß Wilhelm Löffelholz in Kastel vom Tode be» Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muthv ollen Verhalten» eine Geldprämie verliehen.
•• Zur Sehrerbesolbrmg. Man schreibt unS: ,toie aal Darmstadt gemeldet wird, fand a« 3. November daselbst die


