Ausgabe 
6.11.1898 Drittes Blatt
 
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Verkehr berühren. Zur Hauptsache wirb der Schiffsverkehr Durch die deutsche Reichspostbampferltnie im Küstruverkehr Nord-China», welche Shanghai, Kiautschou, Tschtfu und Tientsin tu 14 tägigen Fahrten berührt, vermittelt. Die am 11. April eröffnete Linie hat unmittelbaren Anschluß an die in Shanghai endenden Fahrten der deutsch ostastatischen Post- dampfer und der von Hamburg und Bremen kommenden Frachtdompser. Seit Eröffnung Kiautschou« al» Freihafen wird sie von zwei Dampfern befahren. Eine wesentliche Berbefferung der deutschen Dampferförderung -wischen den genannten vier Hafenplätzen steht durch die Einstellung de» erstklassigen Doppelschraubendampfer»Tstntau" von 1572 Tonnen bevor. Die Ankunft de» namentlich auch für Per­sonenverkehr eingerichteten Schiffe» ist noch im December d. I». zu erwarten, sodaß die Berkehrsverbrfferung noch im Laufe diese» Jahre» zur Aussührung kommt. Seitdem Kiautschou Freihafen geworben, ist auch eine dem Localver­kehr dienende Schiffsverbindung in'» Leben gerufen. Ltue deutsche Firma in Kiautschou hat zwischen Taputur, dem innerhalb der 60 K lometer-Zone liegenden Vorhafen der landetvwärt» gelegenen Stadt Ktautschou, und Tsintau, dem zur Zett wichtigsten Punkt de» deutsch chinesischen Gebiet», durch kleine Dampfer und Leichterfahrzeuge einen regelmäßigen Schiffsverkehr eingerichtet, um dadurch einen recht bedeutenden Theil de» Waarenverkehr» in deutsche Hände zn bekommen. Ferner mag erwähnt werden, daß schon Einrichtungen ge­troffen find, um die in Oftafien stationirten deutschen Kriegs­schiffe von Kiautschou aus mit Kohlen zu versorgen. Ein besonderer Dampfer führt den von Ktautschou abwesenden Schiffen die Kohlen au» den vorhandenen Vorräthen zu. E» zeigt sich somit, daß in verschiedener Weise damit be­gonnen worden ist, Kiautschou an den Verkehr mit anderen ostafiatischeu Häfen anzuschlteßen, da» Etu- und Ausfuhr­geschäft zu entwickeln und den Localhandel zu heben. Der deutsche Unternehmungsgeist wird sich zunächst dahin be- thätigen, die Beziehungen zu dem Hinterlande reger zu ge­stalten und Geschäftsverbindungen mit den benachbarten See« städten anzuknüpfen. Der dadurch herbeigesührte Maaren- austausch wird ohne Zweifel bald eine Erweiterung der be­stehenden Schiffsverbindungen bedingen. Die Grundlagen zur kaufmännischen Thätigkeit find vorhanden. Es gilt jetzt, ste zu festigen uud nach jeder Weife auszudehneu. Daß die rutschen Kaufleute es an Eifer und Thatkraft nicht fehlen laffen werden, darf als sicher gelten. M. N. N.

Prinz Georg von Griechenland wird in ab­sehbarer Zett als Fürst-Gouverneur in Kreta landen. Die Post" bemerkt dazu, augenscheinlich osfictö»:Die Richtigkeit dieser Nachricht vorausgesetzt, liegt für Deutschland gar keine Veranlaffung vor, ihretwegen au» der kühlen Reserve herauS- zutretro, die e» der Kreta Frage gegenüber stet» beobachtet hat. Deutsche» Jntereffe erforderte tfc bisher nicht, daß wir uns irgendwie rngagiren, um dem Prinzen Georg von Griechenland den Weg zur Erlangung der Gouverneurswürde zu ebnen- andererseits haben wir aber auch durchaus kein Jntereffe, der Einsetzung des griechischen Prinzen als Gou­verneur der Mtttelmeer-Jnsel Widerstand entgegenzustellen." Unsere Leser werden sich erinnern, schreiben dazu die Hamb. Nachr.", daß wir diese Auffassung von Anfang an vertreten haben und wir können jetzt hivzusügen, daß wir dabei die ausdrückliche Zustimmung der Fürsten Bismarck hatten.

Vermischtes.

* Fürst vtßmarck und die Preffe. Da»Neue Jahr­hundert", unabhängige Wochenschrift tn Köln, veröffentlicht Mtttheiluogeu über Gespräche, die Fürst Bismarck mit Bucher gehabt hat. Wir theilrn hier folgende Stelle mit: Zum Schluß noch eine Aeuherung, welche darthut, daß Bis­marck auch in den Tagen seine» höchsten Glanze» durchau» nicht so gering über Journalismus uud Journalisten dachte, wie au» seinen oft colportirten Aeußerungen, daß eine Zeitung ein bedrucktes Stück Papier sei, heroorzugeheu scheint eine Ansicht, die übrigen» durch den Empfang, den er besonder» vach seiner Entlastung so vielen Zeitungscorrespondenteu an- gedeihen ließ, schon eine genügende Widerlegung erfahren hat. Es ist unser Unglück," sagte er Mitte der achtziger Jahre zu Bucher,daß wir so wenige Federn zu unserer Verfügung haben. Ich kann die Wege, die ich gehen muß, nicht immer von Anfang an klarlegrn, sonst wäre die Sache oft von vorn­herein verpfuscht. Ich muß auch manchmal den Gegner auf eine falsche Spur bringen; da» ist vom diplomatischen Leben unzertrennlich. Da werden manchmal selbst die Besten au mir irre, und wenn sie sich Passiv verhalten und mich nicht direkt angreifen, so ist da» noch der beste Fall. Da» find Verhältnisse, die ich leider nicht ändern kann, die aber die Schuld daran tragen, daß es bet un» der Regierung au einer Unterstützung mangelt, die fie sonst überall genießt uud die ich sehr schmerzlich entbehre. Man mag sagen, wa» man will, die Preffe ist eine» der wichtigsten Elemente der Politik, und wer da» nicht erkennt, der wird nur zu rasch zu seinem Schaden eines Befferen belehrt."

* üiu Buch der Tapferen soll tn Bayern eingeführt werden. Dem KrtegSarchiv ist nämlich vom Krtegsmtntstertum die Bearbeitung einer Zusammenstellung von hervorragenden Thaten jener Unteroffiziere und Mannschaften, die bisher mit der goldenen und silbernen Tapfe,kettSmedaille ausgezeichuet worden sind, aufgetragen worden. Das Werk soll an die Truppentheile al» Lesebuch für die Manischaften auSgrgeben werden.

--* Gehälter der Oberbürgermeister in den Großstädter». /^^-Ss^Elich Berlin (1 730 000 E'nrvohner), deffeu VÖlTjtir einen Gehalt von 30 000 Mark bezieht.

ch Bre-lau (373000 Einwohner) und Köln

(Prima xer), welche ihren Bürgermeistern je 25 000 empfehlen billigst -hlen. Dann kommen Elberfeld (130000

Mk, Kassel (82 000 Einwohner) mit (149000 Einwohner), mit 17 000 Mk., Nez (172000 Einwohner) und Görlitz (70000

Einwohner), mit je 16500 Mk., Königsberg i. P. (170000 Einwohner) Danzig (126000 Einwohner) und Posen mit je 15 000 Mk., Hamm i. W. (116 000 Einwohner) zahlt seinem Stadtoberhaupte jährlich 13000 Mark, Kiel (90000 Ein­wohner) und Essen (100000 Einwohner), je 12000 Mark, Schöneberg (80000 Einwohner) 10500 Mark und Erfurt (78000 Einwohner) 10000 Mark. Die Besoldung der Bürgermeister in Kaffel und dem kleinen Görlitz wurde, als die Inhaber dieser Stellen als Candidaten für den Char­lottenburger Bürgermeisterposten in Frage kamen, auf ihren jetzigen Stand erst kürzlich erhöht.

Käuigiu Wilhelmine von Holland ist au» Anlaß ihrer Krönung vom deutschen Kaiser zum Chef der WaudSbecker Husaren ernannt worden. Hierzu bringt dieJugend" folgende hübsche Verse:

Dem holden Holländer KönigSkind

Mit seinen achtzehn Jahren, Dem schenkte der Kaiser als Angebtnd Ein Regiment Husaren.

Da seufzte manch Mägdelein nassen Blick»

Ob all' der Reiter und Pferde;

Wie sind doch die wahren Güter de» Glücks So ungleich verthetlt auf der Erde!

Die eine kriegt fast achthundert Stück Husaren es ist zum Weinen! Mir wär' schon der winzigste Lteut'nant ein Glück Doch mir schenkt der Kaiser keinen.

* Zur Entwicklung der Electrotechnik in bin letzten fünf- zehn Jahren. Einen sehr iutereffanten Einblick in die Ent- Wicklung der gesummten Electrotechnik erhält man, wenn man die heutigen Herstellungspreise für die wichtigsten electrischen Mafchiuen und Apparate, sowie den electrischen Strom selbst mit den im Jahre 1882 für dieselben Gegenstände bezahlten Preisen vergleicht. Damal» kostete die gleiche Menge elek­trischer Energie, deren Herstellung heute 4,1 Pfg. erfordert, noch 32 Pfg., also fast da» Achtfache! Für eine Glühlampe, die heute ca. 70 Pfg. kostet, mußte man dawal» noch 4 Mk. 25 Pfg. zahlen; dabei gaben die damaligen Lampen nur etwa zwei Drittel der Lichtmenge, die heute die Glühlampen bei , gleichem Stromverbrauch liefern. Der Preis der Dynamo- Maschine ist ebenfalls ganz coloffal gesunken, sodaß man heute nur noch ein Zehntel de» früheren Preise» zu zahlen braucht. Die Wirkung der Electromotore hat sich bei gleichem Gewicht auf da» Dreifache gehoben und die der Accumulatoren von 70 auf 85pCt. Erst dadurch ist die Entwicklung der elec­trischen Straßenbahnen möglich geworden und die Einführung der Electromotore in die Industriebetriebe. Auch in der Uebertragung der elektrischen Energie auf weite Entfern­ungen find großartige Fortschritte gemacht worden, sodaß in Amerika eine Uebertragung auf 136 Kilometer tadellos arbeitet.

* Worauf man als Senator Anspruch hat, davon erzählt da» römische BlattNazione" folgende» erbauliche Geichichtchen. Erscheint da neulich bei dem Ministerpräfidenten Prlloux ein Senator und fordert ihn auf, zwei ihm von Pellovx' Vorgänger, Rudtni, gemachte formelle Versprechungen zu erfüllen. Erstens: die Ernennung von de» Senator» Sohne zum Präfekten- zweiten»: die Beschaffung einer . . . Mitgift (!) für de» Senator» Tochter. Al» der P-emier seinen Ohren nicht traute, zog immer derNazione" zufolge der Senator zwei Briese Rudini» au» der Tasche, worin dir erwähnten Versprechungen schwarz auf weiß ge­schrieben standen! Außerdem versprach Marqui» di Rudtni Kreti und Pleti einen Sitz im Senat; ja, nicht weniger al» 600 (schreibe sechshundert) Aspiranten sollen die feste Zusage ihrer Aufnahme in die erste Kammer gehabt und ihre An­sprüche, allerding» vergeblich, auch bei Herrn Pellovx geltend gemacht haben. Hundert weitere Candidaten find unter dem neuen Ministerium dazu gekommen, freilich allesammt mit wenig Ausficht auf Erfolg.

* Die mittlere Dichtigkeit der Erde. Der wiffenschaft- lichen Welt liegen nunmehr die von Franz Richarz und Otto Krigar-Menzel mit höchster Sorgfalt angestellten Untersuchungen über die Größe der Gravitationsconstanten und die mittlere Dichtigkeit der Erde in den Abhandlungen der königlich preußischen Akademie der Wtffenschaften zu Berlin mit allen Einzelheiten vor. Damit ist eine Arbeit zum Abschluffe gelangt, deren Anfänge in da» vorige Jahr- zehnt hinaufreichen, und auf deren Durchführung die deutsche Wiffenschaft stolz sein darf. Den ersten Anstoß zu dieser wichtigen Arbeit lieferte eine 1884 von Franz Richarz und A. König angegebene durchgreifende Berbefferung der von Jotly vorgeschlagenen und angewandten WägungSmethode. Diese kann man fich in allgemein verständlicher Weise wie folgt vorstellen. An den Schalen einer auf einem Tische stehenden sehr empfindlichen Waage befinden fich Drähte von V(4 Meter Länge, die durch Orffnungen der Tischplatte hin­durchgehen und unten nochmals Schalen tragen. In Aus­führung der Methode werden nun Wägungen gemacht, bei denen fich nahezu gleiche Mafien einmal auf den Waagschalen links oben und recht» unten befinden, dann die Mafie von link» oben nach rechts unten und die Mafie von recht» unten nach link» oben gebracht wird. Da die untern Schalen fich dem Erdmittelpuncte näher befinden, so ist bei diesen die Be­schleunigung durch die Schwere und damit da» Gewicht der darin befindlichen Mafie größer als für die obern Schalen. Dieser Gewichtsunterschied ist bei feinem Waagen durchaus merkbar- um aber sehr genaue Ergebniffe zu erhalten, wurde nach der neuen Methode eine schwere Bleimafie zwischen den oberen und unteren Schalen angebracht. In Folge dieser An­ordnung erscheint die Schwere am Orte der obern Waag­schalen um die Anziehung de» Bleie» vermehrt, am Orte der untern aber um dieselbe vermindert. Durch geeignete An­ordnung der Wägungen kann man die Attraction der Bleimafie allein mit großer Genauigkeit ermitteln, und der Vergleich derselben mit der Attraction der Erde liefert dann die gesuchten werthe für die Mafie und mittlere Dichtigkeit der letztern. Helmholtz legte diese neue Methode in der Sitzung vom 18.

1 December 1884 der königlich preußischen Akademie vor, die auf

seinen Antrag auch die Mittel zur Ausführung der Versuche be- w'lligte. Bon Wichtigkeit war dabei die Beschaffung einer möglichst großen Metallmafie. DaS königlich preußische Kriegs­ministerium erklärte fich sofort bereit, eine Bletmaffe von 100000 Kilogramm Gewicht an» den Beständen der Ge­schützgießerei in Spandau zur unentgeltlichen Benutzung zu Überlaflen, und bewilligte ferner eine der erdgedeckten Case- matten in der Citadelle von Spandau als Arbeitslocal. Da» ist in kurzen Zügen die Vorgeschichte der. w chtigen Ver­suche, an denen A. König bi» zum Sommer 1889 theilnahm, während Krigar Menzel 1887 al» Mitarbeiter in die Unter­suchung eintrat. Richarz arbeitete, seitdem er fich 1888 in Bonn habilitirt hatte, zunächst während der Univerfitätsferien in Spandau, ließ fich aber auch mehrfach, im Ganzen für drei Jahre, vom Abhalten von Vorlesungen dispenfiren, um sich ganz an den versuchen betheiligen zu können. Die ersten Eintragungen in die Beobachtungsprotocolle datiren vom 26. September 1890, die letzten vom 1. December 1894. In der nun vorliegenden Veröffentlichung der preußischen Akademie der W'ffenschafren werden alle Einzelheiten bezüg­lich der Instrumente, der Beobachtungen, der Rechnungs­methoden u. s. w. witgetheilt und zuletzt die Endergebnisse gegeben. Bon diesen sei hier angeführt, daß fich die mittlere Dichte der Erde zu 5,505 ergab, oder mit andern Worten, daß die Erde ebenso viel mal schwerer ist al» eine gleich große Kugel von reinem Waffer. Diese» Ergebniß steht in vortrefflicher Uebereinstimmung mit den Ergebnifien der ge­nauesten ähnlichen Arbeiten, welche die letzten Jahre auf- weisen, doch hat e» vor den frühem die größere Genauigkeit voran». Die angegebene Ziffer für die durchschnittliche Dichte ergibt al» Gesammtgewicht de» Erdball» den Werth von 5690 Trillionen Ton», jede zu 1000 Kilogramm. Die Un- ficherheit diese» Ergebniffe» dürfte schwerlich sechzig Trillionen Ton» übersteigen, wo» verbältnißmäßig nicht viel ist, absolut genommen aber wohl 25 OOOmal so groß ist al» das Gewicht de» ganzen Himaloyagebtrge» oder nahezu 45mal so viel, al» da» Gewicht oller irdischen Meere beträgt.

* DaS Südlicht.. Wie auf der nördlichen Erdhälfte von Zeit zu Zeit Nordlichter wahrgenommen werden, so auf der südlichen ganz ähnliche Erscheinungen, die folgerichtig al» Südlichter bezeichnet werden. Jndeffen find Beobachtungen über diese Südlichter weit spärlicher al» solche über da» Nordlicht, weil die südliche Halbkugel vorzugsweise vom Ocean bedeckt wird, und überhaupt die Zahl wisiknschafllicher Be­obachter dort nur gering sein kann. Systematische Beobacht­ungen über Südlichter beginnen eigentlich erst Ende der fünfziger Jahre mit den Aufzeichnungen Nenmayer» zu Mel­bourne. Dr. W. Boller hat in den letzten Jahren alle» über Südlichter vorhandene Material gesammelt und untersucht. Am häufigsten zeigt sich die Erscheinung im Südlichen EtS- mecr, in der Nähe des Cap Horn. Ein Hauptverkehrsweg des Welthandel» führt feil 100 Jahren an der Ostküste Amerika» vorbei, aber keine Bemerkung liegt vor, daß dort jemal» ein Südlicht gesehen worden sei. Auch der östliche Theil de» südamerikan,scheu Kontinent» scheint von Südlichtern frei zu fein. In Süd-Georgien wurde während des Aufent­halt» der deutschen Forscher (1882 bi» 1883) die Aurora nicht wahrgenommen, während sie im schönsten Glanze in Australien auftrat und fich durch Störungen der magnetischen Instrumente bemerkbar machte. Der magnetische Südpol liegt in der Nähe von 74 Grad südl. Breite und 146 Grad östl. Länge von Greenvich. Um diese Gegend herum ist da» Auf­treten der Südlichter nach allen Seiten hin gleichmäßig ver- theilt und daher müfien dieselben im Südosten häufiger er- scheinen al» an der anderen Seite be» Südpols, also in Südwest-Anstralien weit zahlreicher, al» iw südlichen Atlan­tischen Ocean. Die meisten Südlichter erscheinen in den Monaten März und Oc'ober, die wenigsten im Juni und November. Nach Dr. Boller kommt das Südlicht ebenso häufig vor, al» auf unserer Hemisphäre da» Nordlicht, und wahrscheinlich zeigt c» auch gleich diesem eme elfjährige Periode der Häufigkeit parallel der Sonnet flckenprriode. Die Höhe de» Südlichtes in der Atmosphäre wurde von Dr. Boller in zwei Fällen zu 80 und 130 Kilometer be- rechnet, was mit den von Paulsen berechneten Höhen de» Nordlichte» vollständig übereinstimmt. Die Frage, ob Nord- und Südlichter gleichzeitig aufleuchten, ist noch nicht völlig entschieden, dagegen ist e» Thatsache, daß häufig große Nord­lichter mit Südlichtern zugleich austreten. Südlichter find bisweilen bi» an den Wendekrei» und über denselben hinaus gesehen worden vnd ebenso Nordlichter, sodaß um die Zeit sehr starker Entw cklung de» Polarlichte» der größte Theil der Erdatmosphäre von leuchtenden Strahlen erfüllt ist.

* Wie die deutsche Kaiserin Ansichtspostkarten schrieb, erzählt der Konstant,nrpeler Mitarbeiter derSchees. Zig." Es war beim Abschied von der deutschen Schule in Pera. Die Herrschaften waren schon an Bord derHohenzolleru", al» eine Abordnung der deutschen Colonie erschien, um dem Kaiser zu danken und Lebewohl zu sagen und der Kaiserin die letzten Blumen zu überreichen. Auf die AdschiedSworte de» Herrn v. Kapp erwiderte der Kaiser:Ich laffe die Colonie besten» grüßen und den Schulkindern herzlich danken." Al» die Abordnung schon wieder in ihrem Boot saß, um anS Land zurückjurudern, rief der Flügeladjutant Oberst Mackensen: Meine Herren, warten Sie ein Bischen, Sie möchten für Ihre Majestät ein paar Postkarten besorgen." Die Kaiserin lehnten an der Reeling und schrieb AofichtSkarten anihn Bier" in Potsdam und anihre Drei" in Plön, die etwa folgenden Inhalt hatten:Herzliche Grüße an Euch alle vier. Wetter schön. Popa und an Bord Alle» wohl. Mama. Kaum war da» Boot wieder in Bewegung, al» seine Jnsaffen noch einmal zum Halten aufgefordert wurden, weil die Kaiferin noch fünf Postkarten besorgt haben möchte.Da» Porto bleiben wir Ihnen schuldig, bi» wir wiederkommen", rief Oberst Mackensen den Herren nach, und bann setzte fich dieHohen- zollem" in Bewegung. Die Ansichtskarten der Kaiserin werden natürlich nicht der Post Übergeben, sondern werden durch den Botschaft»eonrier an ihre Adressen befördert werden.