Hannover, 4. September. Anläßlich der gestern Abend im Schlöffe abgehalteneu Paradetafel brachte der Kaiser auf da» 10. Armeecorp» folgenden Triukspruch aus: „Ich freue mich, daß der heutige Paradetag mir die schöne Gelegenheit gegeben hat, dem Armeecorp» meine Allerhöchste Zufriedenheit auszusprechen. Ich danke den hohen ContiugenrS- Herren, die hierher gekommen find, theil» al» Vertreter, theil» an der Spitze ihrer Coutiugente, welche am heutigen Tage in den Rethen des Corps so herrlich abgeschnitteu haben. Und fürwahr, wenn man die Söhne des britischen und nieder- sächsischen Stamme» tu deu Regimentern zusammengefaßt steheu sieht, so wie die» heute der Fall war, so konnte wohl dem obersten Krieg»herru da» Herz höher schlagen, wie viel mehr bet dem Gedanken au die vielen und folgenschweren Ruhme»- thaten, die in deu Fahueu der Regimenter verzeichnet sind, den zerfetzten Feldzeichen, die auf Spanten» Boden ihren Regimentern vorangeweht haben, bi» zu dem Tage von Mar» la Tour, Spicheru und Lotguh. Wa» acht Regimenter damals geleistet und vollbracht haben, wie sie ihren Fahneneid mit ihrem Blute besiegelt haben, davon erzählt die Geschichte. Wir aber freuen uu» des Resultate» dieser Thaten, deS neuen, geeinten und wtedererstandeveu Deutschen Reiche» und Baterlande», in deffeu Mitte die Parade hat stattfinden können. Ich beglückwünsche da» Corp» zu dem heutigen Tage und hege die Hoffnung, daß diese sturmerprobten Regimenter ebenso gut wie in der Parade auf dem Manöver fich zeigen werden und, deß bin ich gewiß, im Ernstfälle auch vor dem Feinde. So erhebe ich denn mein Gla» und trinke auf da» Wohl deS 10. Armeecorp» und der ihm augeschloffeneu Regimenter. Hurrah, Hurrah, Hurrah!" Abend» fand große Illumination und Zapfenstreich statt._______________________
ArrrLarr-
Budapest, 3. September. Baron Bausfy erklärte im Liberalen Club, eS sei wahr, daß er seit einiger Zett Drohbriefe erhalte. Bon einer Verschwörung habe iHv Szele» unterrichtet und dafür 100 Gulden verlangt. Er, Banffy, habe der Sache keine Bedeutung beigelegt, denn er sei nicht furchtsam.
Budapest, 3. September. Charles Dreyfu», ein Vetter de» verurtheilten Excapltän» Dreyfu», der in Geschäft»- Angelegenheiten hier weilte, sprach die Hoffnung aus, daß die französische Regierung nunmehr nach der Affaire Henry da» RevtsionSgesuch der Madame Dreyfu» günstig beurtheileu werde. Einen anderen Einfluß zu nehmen, stehe nicht tu der Macht der Familie.
Teplih, 4. September. Der Genossenschafts-Vorstand derKohleuwerkSbefitzer lehnte die Beantwortung der Arbeiter- Forderungen ab und hat dieselben jedem einzelnen Gewerk»- Vorstand zugestellt.
Triest, 4. September. In Clssa bei Palado wurde ein Geute-Werkführer wegen Auslieferung von militärischen Geheimuiffeu au fremde Staaten verhaftet.
Rom, 3. September. Das Gerücht, Oberst Panizzardi werde Enthüllungen in der Drehfu»-Angelegeu- heit machen, wird officiöS dementirt.
Pari», 3. September. Der Geueralstab verweigert hartnäckig die Gestattung zur Revision des DrehfuS- ProcesseS.
Paris, 3. September. Bei der Ueberführuug der Leiche Henry» war die Armee nur durch einen einzigen Offizier, einen Lieutenant de» 16. Artillerie-Regiment», vertreten. Dieser salutirte die Wittwe, den Sohu und Schwiegervater Henry», welche deu Leichenwagen begleiteten.
Pari», 4. September. Nachdem der Kriegsminister Cavaignac mit allen anderen Ministern, ja selbst mit dem Ministerpräsidenten Briffou gestern Nachmittag noch einmal confertrt hatte und hierbei festftellte, daß er mit seinem Widerstande gegen die Revision des DreyfuS-ProzeffeS fast allein stehe, gab er seine Demission. Als sein Nachfolger wird Freycinet bezeichnet. Der Rücktritt Cavaignac» wurde erst spät Abends bekannt und rief die größte Sensation hervor, weil man nunmehr annimmt, daß der Revision de» DreyfuS-ProzeffeS nicht» mehr im Wege steht. Ueberall bildeten fich auf den Boulevard» Gruppen, die dieses Lr- etguiß besprachen. Der Umschwung der öfftatlichen Meinung Ist ein vollkommener. Der Rücktritt de» Geveralstab»chef» BoiSdeffre wie auch der de» Kriegsministers Cavaignac wird mit größter Genugthuung ausgenommen. SS wird nach wie vor der Rücktritt deS gelammten Generalstabs gefordert, weil er kein Vertrauen mehr genieße. — Dar Gerücht, BoiSdeffre solle Nachfolger Montebello» in Petersburg werden, wird offiziös dementirt.
Paris, 3. September. Dem „Matin" zufolge hatte der Justizmiutster Sarrien mehrere höhere Beamte beauftragt, ein Gutachten über die Frage der Revision des DrehfuS-ProcesseS auszuarbeiten. Die Gutachten lauten dahin, daß die Fälschung Henry» eine gesetzliche Grundlage für die Revision deS DreyfuS-Proceffe» bilde.
Paris, 3. September. Jauräs fordert in der „Petit RSpudlique", daß Cavaignac die Folgen seines JrrthumS ebenso tragen müffe, wie BoiSdeffre. Da» Blatt verlangt außerdem die Wiederaufnahme de» Verfahren» gegen Dupath de Clam und Esterhazy sowie die Revision de» ersten Esterhazy« Proceffe». Der „Jntranfigeant", der noch vor drei Tagen erklärte, die Gewehre würden in Paris von selbst gegen die DreyfuS-Freunde loSgehen, erklärt heute, daß er kein Feind der Revision deS DreyfuS-ProceffeS mehr sei. Ts müffe aber eine parlamentarische zehugliedrige Commission ernannt werden.
Paris, 4. September. Als die Demission Cavaignac» bekannt wurde, sammelten fich große Gruppen von Manifestanten, vor den Redactionen de» „Jntranfigeant", der „Libre Parole" und „Petit Republique". Man schrie fort- während! „Nieder Rochefort, e» lebe JaurLs!" Die Polizei mußte wiederholt die Menge auSeiuandertreiben. Es ent« standen blutige Schlägereien. Die Polizei nahm viele Ver- Haftungen vor.
Paris, 4. September. Der „Flzaro" meldet, daß auch die Minister Btges und Ttllaye demtsfiouirt haben. Im Ministerium de» Innern fanden noch bis Mitternacht Couferenzen statt, um die Lage zu besprechen. Die Wahl eine» neuen Kriegsministers ist besonder» schwierig. Man fragt sich, ob eS möglich sein werde, einen General zu finden, der die Autorität besitzt, die Nachfolgerschaft Cavaignac» zu übernehmen. Briffon soll beabsichtigen, da» KriegSportefeuille dem General Sauffier auzubieten. „Antorits" sagt, da» Cabiuet Briffon habe Frankreich viel Unheil gebracht. Die Revision de» DrehfuS-ProeeffeS sei ein nationales Unglück. Da» „Stäcle" begrüßt die Demtffion Cavaignac» und sagt, dieselbe laffe dem Cabinet Briffon vollständige Freiheit, den Triumph der Wahrheit bis zum Ende durchzuführeu. Die „Republique" sagt, je mehr Licht fich verbreite, desto mehr Freunde der Fiusterniß würden vertrieben. Cavaignac gleiche einer Eule, welche fich vor der Sonne flüchte.
Pari», 4. September. Ja der Regierungspreffe werden die Gerüchte von einem englisch-deutschen Vertrage nicht ernst genommen. Begreiflich sei allerdiug», daß am Vorsbend der Einnahme von Khartum im Hinblick auf deu bevorstehenden Ankauf der Delagoabay durch die Engländer ein deutscher Diplomat in London nicht gerade müßig bleiben könne.
Pari», 4. September. Alle in Pari» anwesenden Minister waren gestern Abend bet Briffou uud versuchten, Cavaignac für die Revision de» DrehfnS-Pro- zesseS zu gewinnen. Cavaignac blieb aber unbeugsam. Er vertraut den Worten Dupaty de ClamS, daß alle DreyfuS Scbuld beweisenden Stücke bi» 1894 echt seien. — Neben General Sausfier wird Freycinet al» Nachfolger de» KriegS- mtnister» genannt. — Präfideut Faure wird unmittelbar zurückerwartet.
Pari», 4. September. Der frühere Justizmiutster Tarte uh wendet sich tn einem offenen Briefe an den Colouieumivister mit der Aufforderung, deu Gefangeueu auf der Teufelsinsel nicht weiter so grausam und unmenschlich leiden zu laffeu.
Pari», 3. September. Der „Solell" glebt aus Anlaß der Manöver im Lager von Chalov» folgende Beschreibung der neuen französischen Feldgeschütze: „Das Schuellfenergeschütz System Deport mit einem Kaliber von 7,5 Centimeter an der Oeffnung ist etwas leichter als die Bange-Kanone. Seine Ladung geht mit außerordentlicher Geschwindigkeit vor fich, was besonders der neuen Bertheilung der Bedienungsmannschaften zu verdanken ist, da jedem derselben eine sehr einfache besondere Rolle zuertheilt ist. Die Nothwendigkeit, die Kanonen nach jedem einzelnen Schaffe wieder tn die richtige Batterielage zu bringen, fallt in Folge der Beseitigung der Rückstoßes fort. Da- Geschütz schlägt auf seiner Laffette zurück und nimmt automatisch, dank einer besonderen Bremse, seinen Platz wieder ein. Die Laffette selbst bleibt unbeweglich. Die mit der Vorbereitung der Geschofle und mit der Ausputzung der Spielräume der Bomben zur Regulirung deS Crepiren» beauftragten Artilleristen sind zwei für jedes Geschütz- der eine putzt auf automatischem Wege den Spielraum aus und der andere bringt das Geschoß vom Munitionswagen (der neben dem Geschütze steht) herbei. Sehr geübte Kanoniere können bis fünfzehn Schüffe in der Minute mit jeder Kanone abgeben, was für eine Batterie von sechs Geschützen 90 Schüffe in der Minute ergibt, während die Bangebatterieu nur zwölf per Minute abfeuern und die neuen deutschen Feldbatterien 48. — Wa» die Wirkungen anbelangt, so find dieselben entsetzlich. ES oiebt zwei Arten von Geschossen: die einen, die mit Melinit gefüllt find, dienen gegen die Hindernisse, Häuser, Dörfer, Mauern u. s. w.- die anderen find Sprenggeschosse, die au» einer Stahlhülse gebildet werden, in der fich 300 Kugeln mit innerer Sprengladung befinden. Diese Geschosse find dazu bestimmt, gegen die feindlichen Truppen zu wirken und befinden sich fast ausschließlich in dem Magazinen. Wenn man zu dem Bestreichungsschießen greift, d. h. wenn man die Kanonenöffnung etwas seitwärts während des Schießens dreht, sodaß die Geschosse auseinander fliegen und somit einen möglichst großen Raum bestreichen, kann jede- Geschütz ungefähr zwei Hectar beschießen. Die Bombe Platzt über den Jnfanteriecompagnien und sendet einen Kugelregen wie aus einer Gießkanne herab. Das Pointiren der Geschütze ist sehr vereinfacht und dabei noch mehr präzifirt worden. Aber man hat fich nicht darauf beschränkt, nur nach der größtmöglichen Schnelligkeit deS Schießens zu streben- man hat auch fein Augenmerk darauf gerichtet, da» Material derart herzustellen, daß e» vom Feinde nicht au» großer Entfernung bemerkt werden kann. Daher ragen die neuen Batterien nur wenig über den Boden heraus. Die Geschütze find sozusagen in die Erde gescharrt, der Pointeur und die übrigen Kanoniere fitzen neben dem Geschütze und find durch Panzer- platten gedeckt, auf die die feindlichen Kugeln aufschlagen. Die mit der Herbeischaffung der Geschosse aus dem MunitionS- wagen betrauten Mannschaften haben nur wenige Schritte zu machen und der Mann, der die Spielräume auszuputzen hat, wird durch den MunitionSwageu selbst gedeckt. Die Pferde werden während de» Schießens hinten in Sicherheit gebracht. Da rauchloses Pulver benutzt wird, ist e» natürlich für den Feind sehr schwer, die Lage der Batterie genau festzustellen ! Außerdem sollen, wie der „Soleil" behauptet, die Geschosse crepiren, wenn fie am Ziele ankommen und einen starken Rauch verbreiten, der nicht in die Höhe steigt, sondern fich am Boden halt. Diese dicke Rauchwolke hindert den Feind zu sehen und zu schießen.
Au» Holland. Die Königin-Mutter von Holland empfing am Freitag da» Centralcomitä, welches zusammen- getreten war, um ihr zum Schlüsse ihrer Regentschaft einen Beweis der Liebe und Achtung de» Volke» zu geben. Der Bürgermeister von Amsterdam überreichte ein Geschenk von 300,000 Gulden, die zu einem wohlthätigen Zwecke bestimmt find. Die Königin Emma dankte und erklärte, fie wolle mit einem Theil de» Gelde» eine Heilanstalt für arme Schwind
süchtige gründen, und den anderen Theil zu wohlthatigm Zwecken auf den Colonien in Indien verwenden.
Brüssel, 4. September. Der 20jährige Sohn eines Küsters erschoß den Priester Loher. Der Thäter, der geständig ist, wurde verhaftet.
Loudon, 4. September. Eine offizielle Bestätigung des hier verbreiteten Gerüchts von der Einnahme von Khartum ist noch nicht eingettoff en. Die anglo-egyptilche Armee soll 2000, die Derwische 8000 Tobte und Verwundete haben.
Kopenhagen, 4. September. Das Befinden der Königin ist in den letzten Tagen weniger befriedigend. Die Kräfte nehmen ab. Königin Olga von Griechenland mit ihren Kindern und die Prinzessin Marie werden am Dienstag eintreffen. DaS griechische Kronprinzenpaar kommt am Montag oder Dieußtag mit dem zurückkehrendeu russischen Großfürsten Michael hier au.
Cocatet rrrrd provinzielle».
Siegen, 5. September 1898.
** Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 3. September u. A. den Kammer- Herrn Frhrn. v. Bellersheim, den Profeffor vr. Schott von Bad-Nauheim, den Kreisamtmann Süffert von Friedberg, den Polizeiamtmann Muhl aus Gießen.
• • Bon der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den ordentlichen Profeffor in der medicinischen Facultät der Landes-Universität Dr. Karl GaethgenS in Gießen auf fein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. October 1898, in den Ruhestand za versetzen.
* • Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem ordentlichen Profeffor in der medicinischen Facultät der Landes- Universität vr. Karl GaethgenS das Ritterkreuz erster Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigeu zu verleihen.
• * Neue Ferufprechliuie. Am 1. September ist in Hochheim (Main) eine Stadt-Fernsprecheinrichtung eröffnet worden, welche zum Sprechverkehr mit Gießen zugelaffen worden ist. Die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bi» zur Dauer von 3 Minuten betragt 1 Mark.
• • Gut abgegaugeu! Am Sam»tag deu 3. l. Mt». fuhr ein Fuhrmann mit einem Wagen Heu in eine Hofraithe in der Liebigstraße und nahm hierbei da» mangelhaft aufgesetzte Capitäl von dem Thorpfetler mit. Neben dem Pfeiler saß ein neunjähriger Knabe, welcher von dem ca. drei Centner schweren Stein am Kopfe leicht verletzt wurde. Nur infolge de» Zufall», daß da» Capitäl weit abfiel, wurde der Knabe verschont.
♦ * Streit. Gestern Abend entstand in einer Wirthschaft in der KaplauSgaffe ein Streit unter den Gästen, wobei eine Körperverletzung entstand. Anzeige gegen die Rauflustigen wurde erhoben.
Ja der zweiten Kraft- und ArbeitSmafchineu-AuSstelluug zu München wurden von hiefigen Ausstellern prämiirt: Heyligeustaedt & Co., Werkzeugmafchineufabrik uud Eisengießerei, für sehr zweckmäßige Metallbearbeitungsmaschinen von gediegener Ausführung. — H. Schaffstaedt, Metallwarenfabrik, für zweckmäßig eingerichtete und gut ausgeführte Mischapparate für Badeeinrichtungen.
Militär.Eoncert. Auf das am 6. ds. Mt». Abend» 7 Uhr in „Röhrles Bierhalle" unter Leitung des Herrn Capellmeister»Fehling stattfindende Concert der Mufikcapelle des 2. Naff. Infanterie-Regiment» Nr. 88 (Mainz) erlauben wir uu», da» Mufikliebende Publikum an dieser Stelle empfehlend aufmerksam zu machen.
* • Radsport. Bei dem gestrigen großen Rad-Wettfahren in Cassel erhielt um daS Fahren des großen Preise» von Cassel Franz Verheyen deu ersten Preis, gegen starke internationale Coucurrenz. Im EutschädigungS-Fahren wurde Cifotti Zweiter. Im Hauptfahren für Herrenfahrer pasfirte Duill al» Zweiter das Baud, während im Mehrfitzerfahren derselbe mit Bogglo Erster wurde.
n. Von der Nidda, 3. September. Die Grummet- erute ist bei uu» in vollem Gauge. Sie fällt, günstige Witterung während ihrer Dauer vorausgesetzt, in jeder Hin« ficht gut au». Als noch Heukegel in den Wiesen zu sehen waren, standen schon Fruchthaufen auf den Aeckern, und jetzt, wo die Grummethanfen in den Wiesen fitzen, fährt mau immer noch Getreide ein oder zu Diemen zusammen. To sehr hat fich noch selten die Getreideernte bei uns in die Länge gezogen.
n. Friedberg, 3. September. Die Zwetschevernte fällt in einzelnen Orten unseres Kreises so zahlreich au», daß die Aeste, wo sie nicht genügend gestützt wurden, brechen. An günstig gelegenen Stellen hat man schon reife Zwetscheu gebrochen. Sicherem Vernehmen nach gibt e» im nördlichen Theil unserer Provinz in diesem Jahre keine Zwetschen, so» daß ein lebhafter Handel in diesem Artikel von hier dorthin statifindeu wird.
Lindeufel», 2. September. Unser Ort prangt in Flaggen- uud Guirlaudenschmuck. Gilt e» doch, die Theilnehmer de» Forstvereins für da» GroßherzogthumHessen zu begrüßen, welche, über 100 au der Zahl, drei Tage zwecks ihrer jähr- licheu Berathuugeu hier versammelt find. Wir werden noch näher darauf zurückkommeu.
A Mainz, 4. September. Auf Einladung der NotariatS- kammer findet den nächsten Sonntag hier eine Versammlung der Notare der Provinz Rheinhessen statt, welche ausschließlich einer Besprechung des von der Regierung jüngst vorgelegteu Gesetzentwurfes bezüglich der Ausdehnung de» Notariat- auf die drei Provinzen des Laude» gewidmet ist. Wie wir hören, gehen in den Kreisen der Notare die Ansichten über die Gesetzesvorlage ziemlich auseinander und zwar tritt
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