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6.5.1898 Erstes Blatt
 
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fammenstößen. In Madrid durchziehen berittene Patrouillen die Straßen, letztere find von Menschen angefüllt,- Soldaten verhindern jede Ansammlung. Au« Barcelona kommende Meldungen versichern, bei Fortdauer der jetzigen Zustände sei der Bürgerkrieg bestimmt zu erwarten. Die Lebens­mittel find um das Dreifache gestiegen; eine Anzahl Fabriken ist geschloffen- Hunderte von Arbeitern wurden eutlasien.

Wilhelmshaven. 4. Mai. Der DampferDarm stabt" ist heute Mittag mit 1400 Mann AblösungSmonufchafteu für das Sreuzergeschwader tu Ost asten io See gegangen. Viceadmiral Karcher hielt eine Ansprache und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Unter herzlichen Kundgebungen der Bevölkerung verließ die ,Darmstadt" den Hafen.

Wie». 4. Mat. Die Meldung derReichswehr" von der augebltcheu Aufhebung der Sprachenverord- nuugeu wird demeuttrt. Traf Thun soll vielmehr erklärt haben, daß er auch einem Majoritätsbeschluß des Spracheuavsschuffes, der ihn zur Aufhebung der Verordnungen aufforderu würde, nicht Folge leisten werde.

Wie», 4. Mai. Htefigen diplomatischen Kreisen zuge- gaogeoe verläßliche Madrider Depeschen bezeichnen die Situation in Spanien als keinesfalls so be­drohlich wie die Sensationsmeldungen englischer und deutscher Blätter, von einer starken dhoasttschru Bewegung sei nichts bemerkbar,- möglich sei nur der Rücktritt der SSutgtu'Regeotin und die Ernennung einer Regentschaft, zusammengesetzt uuS populären Militär- und Civtlpersänltch- keiteu, während der Minderjährigkeit des Königs.

Parts, 4.Mat. Der frühere Justtzmtntster Trarteux erklärte, daß er die Regierung bet« Zusammentritt der Kammer wegen der Behauptung des /»Jour" tnrerpelltren werde, der Generalstab besitze eine Photographie über die angebliche Karlsruher Begegnung des Obersten Ptcquard mit dem früheren deutschen Militär«Attache tu Parts, Oberst v. Schwartzkoppen. Trarteux fügtehtuzu, dte Behauptung sei eine verleumderische, weil Ptcquart im April Parts nicht verlafien habe.

London, 4. Mat.Standard" meldet aus Washington, daS Martue-Detachement habe eine chtffrtrte Depesche aus St. vtuceot erhalten, wonach dte spanische Flotte nach P ort orte o abgegangeu sei und eine Seeschlacht noch tu dieser Woche wahrscheinlich sei.

London, 4. Mat. DteMoruing Post" gtbr den In­halt einer Unterredung wieder, welche die Königin- Regentin von Spanten ihrem Madrider Eorrespou- deuten gewährte. Danach äußerte dte Köoigto, dte Sympathte, welche fast ganz Europa für Spanten bezeuge, berühre dte Spanier tief in den gegenwärtigen schmerzlichen Augenblicken. Sie erinnerte au dte BaterlaudSltebe der Spanier, dte ihr Herz mtt Hoffuuugeu für dte Zukunft erfülle. Spanten habe den Krieg nicht gewünscht, sondern fei durch die Bereiutgteu Staaten, die jederlei Dewüthiguug auf Spanten häufteu, zum Kriege getrieben worden. Dte amerikantsche Regierung habe dabet dem Drucke der öffentlichen Meinung nachgegebeu. Schließlich gab dte Königin-Regentin threm Vertrauen auf Gott Ausdruck und ferner auf dte Möglichkeit etuer euro­päischen Etnwtschuug nach der ersten bedeuteodeu Schlacht.

Stockholm, 4. Mai. Dte Regierung erlteß ein verbot der Ausfuhr von Vieh aus der Provinz Schonen. Der Reichstag beschloß heute folgende Zollsätze: Auf Thhmotheusqrassameu 5 Oere pro Kilogramm, auf Super- Phosphat 25 Oere pro 100 Kilogramm, für Fahrräder 25 Kronen das Stück und Fahrradbestaudtheile pro Kilo­gramm 2 Kronen.

Madrid, 4. Mai. Im Senat widmete Admiral Bv« rauger den auf den Philippinen Gefallenen einen ehrenden Nachruf. Sanchez Toca protestirte gegen dte von den Amertkaneru vor der Kriegserklärung begangene Verletzung de« Völkerrechts, sowie gegen dte Versorgung der Einwohner auf den Philippinen mit Waffen. Im wetteren Verlauf der Sitzung erklärte der Minister des Innern, der Belagerungs­zustand sei verhängt worden, weil gewiffe Elemente aus dem Unglück des Vaterlandes Nutzen zögen, um dte politischen Leidenschaften zu erregen. Marschall Martinez EampoS bot seine Dienste an. Cardinal Herrera erklärte, obgleich er ein Diener des Frieden« sei, spreche er für den Krieg, um die Bevölkerung anzuspornen gegenüber den Feinden, welche Spanten ohne Grund aagrtffen. Dte Senatoren seien ge­willt, der ganzen Welt zu zeigen, daß Spanten sich nicht mit Füßen treten laffe. Der Minister de« Aeußeren, Gullon, dankte für dte patriotischen Kundgebungen.

Madrid, 4. Mat. Gestern Abend find hier wiederum Unruhen au«gebrochen. Eine Husaren-Compagnie be­setzte den Platz Puerto del Sol. Maa befürchtet, daß in der Provinz dte Telegraphen-Lettungen von Revolutionären abgeschoitten worden find.

Madrid, 3. Mat. Dte Kammer faßte etnfttmmtg eine Resolution, dte thre Hochachtung für dte vor Cavtte Gefallenen ausdrückt. Sodann wurde dte Berathung der Adresse wieder ausgenommen. Robledo und dte Car list en kündigten an, fie würden fich nicht etnmtschen. Die Adreffe wurde angenommen. Dte Republikaner, Carlisten, coaservativen Difftdenten stimmten dagegen, dte Conservattveu und Stlvela stimmten mit der Majorität.

Madrid, 3, Mat. Der Republikaner Salmeron richtete in der Kammer an dte Regierung eine Interpellation betreffend dte Eretgvisse vor Mautla. Nachdem er den Topteu von Cavtte seine Hochachtung gezollt, wendet er fich gegen alle dte Regierungen, dte er als verantwortlich für dte gegenwärtige Lage Spanien« bezeichnet. Er verlangt Aufklärung über die Ursachen der Niederlage. Er fragt, warum mau Manila vertheidigungsunfähig gelaffen habe. Redner bringt sein Bedauern zum Su«druck, daß die Liberalen Mitschuldige au dem vaterlaudSfetndltchen Verfahren der Conservattveu seien. Er beklagt, daß mau Milltoneu für

RepräseutatiouSkosteu ausgegeben habe, anstatt Panzerschiffe zu kaufen. Dte für daS vergossene Blut Verantwortlichen sollten zur Verantwortung gezogen »erben, vom Gertugsteu an bi« zu der Person auf de« Thron. (Widerspruch. Redner wird zur Ordnung gerufen.) Wer etu solche« Regime mit dem Schwerte vernichte, werde etu großer Patriot feto. (Widerspruch bet deu Monarchisten.) Sagasta gibt de« Bedauern Au«druck, daß nicht alle Spaoier einig seien. Wenn etu Anschlag gegen da« Vaterland schon ein verbreche» sei, um tote viel mehr unter den jetzigen Umständen. Er betont, daß er immer Anhänger de« Friedens gewesen fei, aber der Krieg fei, den Anstrengungen der Regierung zum Trotz, unvermeidlich gewesen, denn Spanien sei zum Krieg heran«- gefordert worden. Auch Sagasta widmet deu Gefalleueu de« gestrigen Tages ehrendes Gedenken, noch aber fei weitere Energie nöthig. Im Namen der Soldaten und im Namen de« Vaterlandes fordere er die Bewilligung der Kriegscredtte. (Beifall.) Clereno (Carltst) verliest ein Schreiben au« Manila, in welchem versichert wird, daß in Manila keinerlei unterseeische vertheidigungSmaßregelu getroffen wurden. Der Krieg«mintster erklärte, e« seien genug Laudtruppeu vor­handen, um einen Angriff auf Manila zurückzuschlagen. Der Marinemtuifter erklärt hierauf, warum e« unmöglich gewesen sei, daselbst eine unterseeische vertheidigung einzn« richten. CanalejaS macht die Coaservativen al« Schuldige und die Liberalen, weil sie e« an Vorsicht hätten mangeln lassen, für die Niederlage verantwortlich, denn die vereinigten Staaten feien von jeher Gegner Spaniens gewesen. Hierauf wurde die Debatte vertagt. Ministerpräsident Sagasta erklärte, in den letzten 25 Jahren feien 3500 Millionen für BefestiguugSwerke ausgegeben worden. Sagasta warf dann den Bereinigten Staaten vor, gegenüber Spanien eine Politik niederen Range- zu treiben, welche nicht deu Krieg von An­gesicht zu Angesicht führe, sondern auf Umwegen Mittel suche, Spanien Schaden auzuthuu, und drückte die Ueberzeugung aus, die Bereinigten Staaten wären zufrieden, wenn in Spanien durch dte Republikaner verursachte Wirren ent­ständen. Er glaube nicht, daß der Zustand der Marine unter einem republikanischen Regime beffer sein werde. Ju seiner Rede erwähnte CanalejaS den früheren spani­schen Gesandte« in Washington, Dupuy beLöme, mit lobenden Worten und drückte sein Bedauern ans, daß da« Decret über die Abberufung desselben kein Wort der An­erkennung enthalte für die Dienste, die er in einem Lande geleistet habe, wo er fich nicht öffentlich zeigen konnte, ohne der Gegenstand von Insulten zu feto.

Lissabon, 4. Mai. Hier ist die Nachricht eingegangen, daß das spanische Geschwader, vermuihlich dasjenige, welches vor Sao Bicente gelegen hatte, umgekehrt sei, um zu der vor Cadix liegenden Flotte zu stoßen und dann vereint mit dieser nach den amerikanischen Gewäffern ab­zugehen.

New Port, 4. Mai. Präfident Mac Kinley hat erklärt, daß der Krieg mit dem Schicksal Manilas keineswegs beendet fei. Amerika werde nicht eher in FriedenSverhond- langen eintreten, als bis e» Cuba genommen habe. Admiral Dewey telegraphirte, daß die Spanier selbst ManUa in Brand gesteckt hätten.

New Hork, 4. Mai. In ca. drei Wochen sollen von San Francisco aus 5000Mann mit großen Munition«- und Proviant-Borrathen auf vier Tran-portschtffen, unter Begleitung mehrerer Kreuzer und unter dem Befehl de- Admiral- Meritto nach deu Philippinen abgehen. Dieselben sollen die Insel bis zum Friedensschluß besetzt halten.

New York, 4. Mai. Au- Key West wird gemeldet, daß die Mehrzahl verschiffe des atlantischen Geschwaders am Montag früh dort aus den Gewäffern vor Havanna ein« traf, um Kohlen einzunehmen.

New dork, 4. Mai. Eine Meldung desNew-Uork Herold" aus Key West besagt: Gestern Nachmitlag habe dort eine bedeutsame Bewegung der amerikanischen Flotte begonnen. Weitere Mittheilungen hierüber ver­hinderte die Censur. Der Kriegsrath habe gestern beschlossen, es sei nothwendig, baß bie spanische Flotte vernichtet werbe, bevor man den Versuch mache, Havanna einzunehmen. Die für bie Lanbuog auf Cuba bestimmte Flotte müsse von sämmtlichen armirten Schiffen, die für das Bombardement der Beriheidigungswerke von Havanna verfügbar feien, unter­stützt werden. Man glaube annehmen zu dürfen, die schweren Panzerschiffe würben sich bemnächst mit dem fliegenden Ge­schwader vereinigen. Die zu Kreuzer umgewanbeiten Schiffe Harvarb" undAale" kreuzen augenblicklich im atlantischen Ozean, um bie Fahrtrichtung der spanischen Flotte auSfinbig zu machen. Sobald diese festgestellt ist, begeben fie sich schnell zur nächsten Kabelstation, um der Regierung in Washington Mittheilung zu machen. Es heißt, Commadore Sampson suche mit dem spanischen Geschwader zusammen­zutreffen, bevor letztere« eine Kohlenstation berühren ober bie amerikan sche Rütte angreifen könne.

New-Hark, 4. Mai. Wie ein weiteres Telegramm aus Kingston meldet, ist bie Ruhe in Santiago be Cuba wieder hergestellt. Dte Ruhestörung wirb nicht für fo ernst gehalten, als zuerst gemeldet wurde.

Philadelphia, 4. Mat. Marinemannfchaften nahmen gestern Abend an Bord deS KreuzersSaint Paul", der gegenwärtig in der Crampschen Werft liegt, einen Mann fett, der fich in verdächtiger Weise in der Nähe des Pulver­magazin« aufhieit. Der Mann leistete verzweifelten Wider­stand. Er wurde schwer verwundet. Er wird für einen spanischen Spion gehalten.

Äia be Janeiro, 4. Mai. Bei der Eröffnung de« Congresse« wurde eine Botschaft deS Präfidenten verlesen, worin der verkauf der beiden Kriegsschiffe an Amerika bamtt erklärt wird, daß Argentinien fich augenblicklich in finanziellen Schwierigkeiten befinde.

Yokohama, 4. Mai. Die Niederlage der Spanier vor Manila wird von der japanischen Preffe als Vorbedeutung

Ide« verfall« der spanische» Macht im Osten und der Be­freiung der PHUipptne» angesehen. Die Zeitungen find über­einstimmend der Anficht, daß die Lage für Japan von höchste« Jntereffe fei.

wablbervegung.

Mainz, 4. Mai. Die von nationalliberaler Seite gegebene Anregung, um die Wahl eines sozialdemokra­tischen Abgeordneten für den Wahlkreis Mainz Oppen­heim zu verhüten, fettens der nattonoHiberalen, demokra­tischen und beutschfreifinnigen Partei einen gemeinsamen (Sanbibaten aufzustellen, hat keine Ausficht mehr auf Ber- wirklichung, toben man im demokratischen Lager von der Idee durchaus nichts wiffeu und nur für einen Candidaten eintreten will, der fich rückhattloS zu dem Programme der freifinnigen Volk-partei bekennt. Der von ber national- liberalen Partei defignirte Candidat will dies weder, noch wollen andererseits die Deutschfreisinnigen tote auch die Nationalliberalen für einen solchen Candidaten stimmen. Bei der demokratischen Partei, aus deren Mitte bereits zweimal der Wahlkreis Mainz Oppenheim im Reichstag vertreten war, ist, wie wir hören, die Anficht vorherrschend, keinen eigenen Candidaten aufzustellen und schon im ersten Wahlgang de« sozialdemokratischen Candidaten die Stimmen zu geben.

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6ieje», 5. Mai 1898.

ee «»»Zeichnung. Se. König!.Hoheit der Großherzog haben AllergnSdigst geruht, de« Schriftsetzer Georg Happe! zu Darmstadt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift gür treue Arbeit" zu verleihen.

Stttrz vom Kirchthnrare. Vorgestern Nachmittag sollten zwei zur Ausstattung der Wachträume auf dem Stadl- thurrne gehörige Schränke mittelst ber, allen Gießenern bekannten Vorrichtung an ber Außenseite emporgezogen werben. Als bie Last am Gelänber angtfommen, löste fich bie Seilverbindung, beide Schränke fielen unter bonnerartigem * Krach auf bas Pflaster unb gingen in Stücke.

** Warnung. Eine Baseler Firma, welche die Bezeich­nungUnionbank in Basel" führte, hat Tube Januar unb Februar b. IS. eine DruckschriftDer Weg zu« Reich- thum" tu etwa 200 000 Exemplaren von St. Lubwtg aus nach bem Deutschen Reiche an Angehörige ber verschiedensten Berufsstände versandt, nm gefchäftsunkuudige Privatpersonen zu Börseuoperattonen zu verleiten. In der genannten Zett sind etwa 150000 Mk. theils als Kaufpreis für gewisse in ber Druckschrift zu übermäßigem Presse angebotene Loose, theils als Deckung für bie von ber Unionbank empfohlene» Börfenfpeeulattoneu nach bem sogenannten Sicherheitssystem aus bem Deutschen Reiche über St. Lubwtg an bie Union­bank in Basel geflossen. Dte von ber Staatsanwaltschaft tn Mülhausen im Elsaß angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß es fich um ei» Schtoinbelunternehmen hanbelt. Es ist deshalb bie gerichtliche Voruntersuchung eröffnet wor­ben, bie sich gegen bie sieben Gründergenossen der Bank richtet, insbesondere den Kaufmann Sylvester Seeger, angeb­lich aus Augsburg und zwei in der Schweiz wegen Bankrotts mit Zuchthaus vorbestrafte Persönlichkeiten, Heinrich Wurst und Eduard Wierz, dte dem Unternehmen zwar nicht mit ihrem Namen beigetreten find, aber die eigentliche Leitung in ber Hanb hatten. Zur Charactertfirung ber Unionbank bient, baß in ber BroschüreDer Weg zum Reichthum" das Capital auf 12650000 Frankenlimitirt" angegeben wird, während thatsächlich, wie im Laufe der Untersuchung fest- gestellt wurde, von den Genoffenschafteru bei der Gründung nur 7000 Franken etngezahlt worden find. Auf den zuerst verbreiteten Exemplaren der DruckschriftDer Weg zu« Reichthum" war auf dem Titelblatt als Verleger die völlig fingirte Buchhandlung Stegrist tn St. Ludwig angegeben; feit der Beschlagnahme wurde dase!bst die Buchdrnckerei Emil Birkhäuser in Basel genannt. Auch sonst suchte man den Eindruck hervorzurufen, als besitze da- Unternehmen in St. Ludwig eine Filiale. Die Bank ist inzwischen geschlossen worden, Director Seeger ist flüchtig, unb die übrigen Theil- hader find verhaftet. ES wird deshalb vor Geschäftsver- btobungen mit ber Unionbank gewarnt.

* Wer ist Neichstaglwahler? Wähler für ben deut­schen Reichstag ist jeder Deutsche, der das 25. Lebens­jahr zurückgelegt hat, an dem Orte, wo er wohnt. Auch Diejenigen, welche keine Steuern zahlen, find wahlberechtigt. Für Personen des TolbatenstandrS ruht die Berechtigung zum Wählen so lange, al« sie fich bet ber Fahne befinben. Bon ber Berechtigung zu« Wählen ftob ausgeschlossen: 1. Per­sonen, bie unter Vormundschaft ober Curatel stehen- 2. Per­sonen, über deren vermögen Concurs ober Fallitzustanb ge­richtlich eröffnet worben ist, und zwar während ber Dauer bteses ConcurS- ober Fallitverfahrens- 3. Personen, bie eine Armenunterstützung ans öffentlichen oder Gemeinbemitteln be­ziehen oder im letzten ber Wahl vorhergegangenen Jahre be­zogen haben. 4. Personen, denen infolge rechtskräftigen Er­kenntnisses ber Bollgennß ber staatsbürgerlichen Rechte ent­zogen ist, für bie Zeit ber Entziehung, sofern fie nicht i» btese Rechte wteber eingesetzt ftob. Wer wählen will, muß fich vor Allem überzeugen, daß er auch in der Wähler­liste eingetragen ift.

Zur Marine.' Das Commando ber 2. Malrasen- Artillerie-Abtheitong zu Wilhelmshaven beadfichtigt a« 1. Juni b. I. eine Anzahl Freiwilliger einzustellen. Dieselben müssen kräftig unb mindesten« 1,67 Zentimeter groß fei». Geeignete Bewerber wollen fich unter Beifügung eine« Melde­scheine«, welcher beim Civil-Vorfltzenden der Ersatz Commission nachzusuchen ist, sowie sonstiger Zrngniffe und Angabe ber Körpergröße umgehenb bei bem genannten Commanbo schrift­lich melben.

Maikäfer-Vertilgung. Aus vielen Segenben des Lande« wird über da« massenhafte Auftreten ber Maikäfer Klage geführt. Hoffentlich werben allenthalben die energischste»

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