Miitwoch bett 6, April
Amts- ttttb Ztnzeigeblatt für den TLrers Gieren.
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Briefe'
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und
Ungenirthrit behandelt
Dorothea aal und
war außer verschwand
lebten Werke der iuee Quartal lark 75 Pfg. -
«anahm« voa «»zeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
sich. Sie stieß eine« eiligst. Auch Madame bet dem Kohlenhändler
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wurden.
Fräulein
«edacttaa, Expedition und Druckerei:
Kchakstraße Vr. 7.
neigte und zu sprechen begann.
„Guten Tag oder vielmehr guten Abend, Madame Fräulein, ich komme wohl ein bischen früh?"
Bet diesen Worten sahen fich Madame Chalumeau
Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietze«.
Fernsprecher Nr. 51.
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△ «ol dem Vogelsberg, 4. April. Wenn daS Frühjahr beginnt, dann werden wieder die alten Mahnungen laut, im Felde nicht blindlings jede Hecke und jeden Busch auSzurodeu, weil dadurch immer mehr eine Abnahme unserer Singvögel veranlaßt würde. Daß eine solche Abnahme wirklich vorhanden, weiß Jedermann und ganz besonder« zeigte fie fich gerade bet dem dtesjährigeu so überaus milden Winter. So wahr eS nun ist, daß die Hecke die natürliche Nist- und Brutstätte, die Heck, unserer Singvögel ist und daß mit ersterer Decimtrung auch ein Abnehmrn der letzteren Zusammen' hang steht, so kann doch sür unseren Vogelsberg die Abnahme der Singvögel keinesfalls allein aus das Kerbholz der Hecken- auSrodung geschrieben werden. So viel man auch im Vogelsberg überflüssige Hrckrn entfernt und den Boden culturfähiger zu machen sucht, so überaus groß ist noch der vorhandene Reichthum an Hecken. An Brut-, Nist- und SchntzstStten unter Hrcken fehlt es noch keineswegs in unserem Vogelsberg und wird auch tu absehbarer Zett nicht fehlen daran. Außer der Hecke ist aber doch auch der Wald ein Haupt, nistort vieler unserer bekanntesten Sänger. Und Wald- retchthum ist doch gewiß im Vogelsberg noch vorhanden. Nun aber ist nicht bloS eine Abnahme der in?' der Hecke brütenden Vögel, sondern eine ebensolche sder in den Wäldern nistenden Vögel bemerkbar. In der Abnahme der Hecken kann solgltch allein die Ursache der Dtcimtrung unserer Singvögel nicht liegen. Soweit diese Abnahme unsere Zugvögel betrifft, so ist ja allgemein bekannt, daß der Maffenmord in außerdeutschen Ländern hierbei die
machen und ihren Besuch empfangen zu können.
Foumillat sah sich also allein in dem Salon, wo infolge der überall herumliegenden Wäsche die größte Unordnung herrschte. Die Verwunderung seiner Kundinnen, ihr seltsamen Benehmen und ihre erschreckten Mienen reizte« seine Reugter aus« Höchste.
(Schluß folgt*)
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nahm ihre Brill- ab, um den seltsamen Besucher genauer betrachten zu können. Was die gute Annette betraf, so fand fie den Kohlenmann so drollig, daß fie hinter der Salouthür
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N^ugsprei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg» mit Bringerloh».
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. n! rteljährlich.
thre Tochter verdutzt an und fragten:
„Gin bißchen früh?"
„Na, ich denke," fuhr Foumillat fort, „Sie werden entschuldigen ... ich gehr nicht so virl in Gesellschaft
Madame Chalumeau hütete fich wohl, den Kohlenhändler zu unterbrechen, der anscheinend verrückt geworden war. Sie wußte, daß mau Wahnfinnigeu nie widersprechen darf und
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Nr. 8l Zweites Blatt
ihrer Fröhlichkeit freien Lauf ließ.
Indessen wünschte Madame Chalumeau zu wtffeu, welchem Umstände sie diesen Besuch zu verdanken hatte. Sie wollte eben den Kohlenhändler ausfragen, als dieser fich tief
Dieser Name hatte die lebhafteste Aufregung hervorgerufen, denn der Herr, deffen Besuch man tu diesem Augen« blick meldete, war Niemand anders als der Zukünftige de« Fräuleins Chalumeau. Ihn in einer solchen Unordnung, io Gegenwart dieses verteuselteu Kohlenhändler« zu empfange«, da« hieß ihm auf immer die Lust b-nehmen, fich mit einet Familie zu verbinden, in der die gewöhnlichen häuslichen Arbeiten vor Fremden mit solcher Ungenirthrit behandelt
Soziale Forderungen in Amerika.
So Mancher, der im lieben deutschen Boterlande sein leidliche« Auskommen hat, wünscht fich hier und da doch im Stillen hinüber nach den freien Bereinigten Staaten, erhält eben Amerika noch immer sür da« Jdeal-Land, da« jedem seiner Bewohner hinreichend Gelegenheit giebt, als freier Mensch zu leben, al« freier Bürger zu erwerben und rascher und leichter zu Wohlstand zu kommen wie in Deutschland. In Wirklichkeit ist indeß die wirthschaftliche Lage Amerika« nicht glänzender wie die Deutschlands, und da« werthschaffende, arbeitende Volk hat gerade in den Bereinigten Staaten im Kampf vmö Dasein meist schwerer zu ringen wie bei un«. Verschiedene soziale WohlfahrtSeinrichtungen, die in Deutsch« land im Jnterrffe und zum Vortheile deS schaffenden Volkes getroffen wurden, bestehen in Amerika noch nicht und werden auch heute noch vergeblich gefordert. Aber fie werden gefordert- und die, welche diese Forderungen aufstelleu, gewinnen täglich neue Anhänger.
So hat fich kürzlich drüben eine neue religiös soziale Partei gebildet, die fich Union Reform Leage nennt, und von dem Grundgedanken ausgeht, daß nach Christi Lehre alle Menschen Brüder find, deshalb auch verpflichtet sind, für daS Allgemeinwohl al« Brüder zu arbeiten, und verlangen könne, daß fie in Gerechtigkeit und Bruderliebe regiert werden. Ausgehend von diesen Anschauungen stellen diese amerikanischen Soztal'Reformer u. A. folgende Forderungen auf.
Bezüglich der Gefitzzebung: Volksabstimmung in wichtigen Sachen. Die Ausgabe von StaatSPapiereu hat ohne Vermittlung von Privatbanken zu erfolgen. Die Rechtsprechung ist zu oerbeffern.
Die Einwanderung einzuschranken- da« Wahlrecht auf die Frauen aulzudehurn. Kinderarbeit zu verbieten. Achtstundentag einzusühren.
Postsparkassen find zu errichten. Alter««, Kranken- und Unfall-Berficherung einzusühren.
Post, Telegraphie, Eisenbahnen, Straßen, Ga«-, Electrici- tätSwerke, Bergwerke ufw. stad baldigst zu verstaatlichen bezw. in Gemeindebesitz überzusühren.
Staatliche Arbeitsnachweise find zu errichten und zur möglichsten Beseitigung der Arbeitslosigkeit find die Arbeit«- losen an öffentlichen Arbeiten zu beschäftigen, die fich von selbst ergeben, durch Verbesserung überfüllter Stadtviertel, Anlegung von Bädern, Arbeiterdäusern, Wegbanteo, Be- «äfferung rc. Die Mittel zur Beschäftigung der Arbeitslosen find zu beschaffen au« dem Einkommen au« Staat«. Betrieb und -Besitz, sowie durch Steigerung der Erbschaft«, und Einkommensteuer.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
Die Gießener M»«ikie«srstter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
vollständig verschwunden.
Singvögel nicht lediglich auf den Bestand von Hrcken zurück- geführt werden kann, so wolle man doch, eben weil die Hecke dem Vogelschutz dient, nicht blindlings jede Hecke mit Stumpf und Stiel auSzurodeu suchen und namentlich dort nicht, wo
leichten Schrei
Chalumeau folgte, nachdem fie fich entschuldigt, dem Beispiele ihrer Tochter, um Toilette z»
de» neuen Bemass D aasten Bickhandlunges M indlung V ।
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zu überwachen.
Da« find so die Wünsche der socialen Reformer in Amerika. Einzelne derselben find bei uns bereits erfüllt und verschiedene der geforderten Einrichtungen bestehen schon längere oder kürzere Zeit. Aber sie werden nicht, wie die amerikanischen Reformer auvehmen, vorläufig dankbar al« Abschlagszahlung entgegengenommen, sondern wie beispielsweise die Alter«- verflcherung mit besonderer Vorliebe krittfirt und bemängelt, weil fie eben, wie alle« Menschenwerk, nicht vollkommen und fehlerfrei find. Doch da« ist einmal so deutsche Art, schließ- lich auch gerade nicht verwerflich, denn ohne Kritik keine Reform.
gewiß der Untersuchung werth wäre. Al« hierher gehörig mag daS Verschwinden der Elster, übrigens einer großen Vogelseindin, au« manchen Gemarkungen unsere« Vogelsberg- erwähnt sein. In unserem Wohnorte war die Elster vor zwei Jahrzehnten noch eine sehr häufige Erscheinung, in jrdem Jahre sanden fich einige Nester auf sehr hohen Birnbäumen, später auch in dichten Hccken. Die Birnbäume stehen heute noch wie damals, aber die Elster ist seit einem Jahrzehnt Wenn auch die Abnahme unserer
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begnügte fich mit den Worten:
„Gewiß, lieber Mann, gewiße
Foumillat drehte seinen schorusteinarttgen Cylinder in den Händen hin und her und fuhr fort:
„Na, ich kann ja auch warten! UebrigenS bin ich Ihnen sehr dankbar. Ich habe nicht viel Kunden, die so lieben«, würdig zu mir find."
„WaS er sagt, klingt gar nicht so dumm," dachte Madame Chalumeau, „und er steht auch gar nicht verrückt au8v .
„Liebenswürdig?" sragte fich Fräulein Dorothea ihrer- feit« erstaunt, „ja, wo will er denn nur hinan«?"
Da da« Benehmen der beiden Damen dem Kohlenhändler etwa« sonderbar erschien, so trat er auf ste zu, sah ihnen in« Gesicht und sagte mit lautem, dummem Lachen:
„Sie scheinen mich gar nicht zu erkennen I Ich bi» Foumillat!"
FenUleton.
Ein Aprilscherz.
Humoreske von Robert Bouflers. Deutsch von Wilhelm Thal.
(Fortsetzung.)
„Er hat Handschuhe?" sragten fie beide zusammen.
Da« war in der That etwa« sehr Unwahrscheinliche«. Er lieferte allerdings seit fünfzehn Jahren der Familie Chalumeau ihr Holz und ihre Kohlen, dieser gute Herr Foumillat- man hielt ihn sür einen sehr würdigen Mann - doch man war nicht wenig überrascht, al« man erfuhr, daß er auf seine alten Tage noch so kokett war, Handschuhe an. zuztehen^ " ^QU Gt)Qlumeau äußerst würdevoll fort, „bann mag er mit seinen Handschuhen etutreten."
Darauf wandte fie fich -u ihrer Tochter und fragte. „Er kommt vielleicht wegen einer Rechnung5
Aber wir find ihm koch gar nicht- schuldig, versetzte Fräulein Dorothea und setzte mir einer gewissen Verlegenheit hinzu: „Der Salon ist in einem Zustand —"
Da« ist wahr " bestätigte die Mutter und wollte Annette bereit« rufen, vm dem Kohlenhändler zu sagen, er möchte am nächsten Tage wiederkomrnen, al« dieser in ganz merkwürdigem Costüm erschien.
Herr Foumillat war in der That nicht wieder zu erkennen. Mit hochrothem Gesicht und blödem Lächeln trat er in einem Zustande verhäitnißmäßiger Reinlichkeit ein, mit weißen Handschuhen, to einem Hemde mit hohem Kragen und mit einem schwarzen Frack mit kurzen Schößen, einer schwarzen Hose und dito Weste bekleide!.
Bei seinem Erscheinen wandte sich Fräulein Dorothea zur Seite, um ein Lachen zu unterdrücken. Die Mutter
»Ja, ja, gewiß," versetzte Madame Chalumeau, „btt . . . der Kohlenhändler!*
„Na, natürlich, Ihr Kohlenhändler Foumillat!"
„Ja, aber ..." sprach die Kundin verlegen weiter, „ich begreife nicht recht . . . warum Sie fich . . . die Mühe gemacht haben —"
Sie hatte keine Zeit, auszusprechen, e« klingelte wieder. Annette erschien schnell im Salon und meldete:
„Herr von Fontenelle!"
Diesmal verwandelte fich die Fröhlichkeit des Fräulein Dorothea in Entsetzen und fie wiederholte bestürzt:
„Herr von Fontenelle?"
3*
Hecken selten find.
§§ Au» BolkartShain (KreiS Schotten), 2. April, wird un« geschrieben: „Der von hier au« gebrachte Artikel in Nr. 66 de« „Gießener Anzeiger", betreffend Versteigerung eiue- Grundstücke« von 1600 Quadratmeter Umfang für die Summe von vier Mark fand in einem Blatt, „Vogelsberger Bote" (Gedern) Nr. 25, nachstehende Berichtigung: „In voriger Nummer unsere« Blattes brachten wir in dem Artikel au« BolkartShain, welchen wir dem „Gießener Anzeiger" ent- nommrn, u. A. Folgende«: „Bei einer freiwilligen Der- steigerung wurde ein Grundstück von 1600 Quadratmeter für den Preis von vier Mark verkauft." Wie wir nun hören, hat weder eine freiwillige Versteigerung in Dollart«- Hain stattgefunden, noch hat der Boden dortfelbst so wenig Werth, wie in dem Artikel angegeben wurde. Wir möchte« deshalb dem bekannten Artikelschreiber rathen, den Vogel«- bc'rg — wa« ja doch such seine Hetmath ist — nicht noch mehr in den Augen der Bewohner anderer Gegenden her- unter zu setzen, al« eS jetzt schon der Fall ist, sondern möchten denselben ersuchen, bei dem Schreiben von Artikeln etwa« vorsichtiger zu Werke zu gehen und fich nicht von jeder Person eine Ente aufbinden zu laffrn." In Folge dessen fieht fich unser Berichterstatter genöthigt zu folgender Klarstellung de« betreffenden Artikels: Da« fragliche Grundstück besteht au« drei Parzellen in der Gemarkung BolkartShain, umfaßt zusammen 1600 Quadratmeter und wurde dieser Tage um bk Summe von sage unb schreibe vier Mark verkaust. Der Verkauf sand in dem Gasthaus de« Herrn Karl Strauch in Grebenhain statt, wo gleichzeitig al« sog. „Wetnkaus" auch noch 3 Mk. verzehrt wurden. Verkäufer ist Nikolaus Dietrich, seither Schäfer in Grebenhain (früher in BolkartShain wohn-
Zur Bcftltleung de« bmotaliflrtnben Schwitz,yst-m- Ist H°uptr°llk spielt. Die Mn°hm- Ms-r-r ©tanbbügtl °be' ein Gesetz zu erlassen, welches verbietet den Verkauf aller muß auf andere.Ursachen zurückgeführt werden, die, da fie nich Kleidung, die au« Heimarbeit stammt. Dafür find Betrieb«- bloß in einer Abnahme der Hrcken bestehen kann, f Lstzustelle« Werkstätten zu errichten und diese sowie die ganze KleidungS- “*1C s“ ***** 1 ,r oe ta
manufaetnr in Bezug auf Arbeitszeit, Lohn, Contract streng


