Ausgabe 
6.3.1898 Zweites Blatt
 
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gute seien, wie man sie im Hinblick auf eine friedliche Ent­wickelung unseres Handels und unserer Industrie wünschens- werth erscheinen lasten konnte. Da war es der Kaiser, welcher in Görlitz in unzweideutigster Weise versicherte, daß er im Einverständniß mit dem Zaren sein ganzes Gewicht für die Erhaltung des Friedens einlegen werde. Gerade darin, daß der Kaiser zur richtigen Zett und am richtigen Platze die bündigsten Friedensversicherungen giebt und dadurch beruhigend auf die Gemüther wirkt, liegt der Werth dieser Kundgebungen. Wir erinnern in dieser Beziehung noch an die Erwiderung des Kaiser- auf die Begrüßungsansprache des Karlsruher Bürgermeisters im vorigen Sommer. Die politische Welt war beunruhigt über die Vorgänge auf dem Balkan, da die Einigkeit der Mächte sehr in Frage stand, wodurch Conflicte zwischen einzelnen europäischen Großstaaten leicht hätten heraufbeschworen werden können. Der Kaiser nahm jene Ansprache zum Anlaß, um zu versichern, daß Handel und Industrie sich ruhig fortentwtckeln könnten, da seiner festen Ueberzeugung nach der Friede nicht ge­fährdet sei.

Bei der großen Vorliebe des Kaisers für das Heer und die Marine ist es zu verstehen, wenn der Monarch sowohl der Vereidigung der Truppen der Berliner und Potsdamer Garnison wie auch der Vereidigung der Marinerekruten regel­mäßig beiwohnt. Nur selten pflegt er die Gelegenheit zu versäumen, nach Kiel oder Wilhelmshaven zu fahren, um selbst gegenwärtig zu sein, wenn die jungen Marinerekruten dem Vaterlande den Eid der Treue ablegen. Dazu war der Kaiser auch jetzt wieder auf der Nordseestation anwesend, wo er bei dem feierlichen Acte eine Ansprache an die Mann- schäften hielt, wie er das bei jeder solchen Gelegenheit zu thun pflegt. Diese Ansprachen zeichnen sich stets durch mili­tärische Kürze aus, enthalten aber meist eine besonders markige Stelle, die auch für die größere Oeffentltchkeit bestimmt zu sein scheint. Bei der am Dienstag in Wilhelmshaven ge­haltenen Rede haben wir hierbei die Worte im Auge:Wo der deutsche Aar sich festgesetzt und seine Krallen hineingesetzt hat, das ist deutsch und wird deutsch bleiben." Bereits sind diese Worte in der Presie commentirt worden, und man hat mit Recht darauf hingewiesen, daß sie sich unmittelbar an die Stelle anschließen, in welcher der Kaiser der Kameraden in Kiaotschau gedacht. Nach allgemeiner Ansicht, die auch wir vertreten, wollte er den mancherlei Combinationen und Zweifeln, wie lange wir uns den Besitz Kiaotschaus gesichert haben, ein Ende machen und unzweideutig zum Ausdruck bringen, daß, mag der Pachtvertrag auf neunundneunzig Jahre oder auf eine andere Zeitdauer abgeschlossen sein, wir das einmal in unseren Händen befindliche Stück Land unter keinen Umständen wieder herausgeben werden. Nun können Industrie und Handel sich danach einrichten, nun kann deutscher Gewerbefleiß sich regen, um erfolgreich der Con- eurrenz zu begegnen, welche ihm auf dem großen ostasiatischen Markte gemacht wird. Nicht für kurze Dauer haben wir uns da drüben festgesetzt, unsere Niederlassung ist dauernd, und den Vortheil, den Deutschland aus unserer Action in China ziehen soll, ist kein vorübergehender. Hat der Kaiser diese Versicherung geben wollen, so ist auch die neueste Kund­gebung des Monarchen von weittragender Bedeutung. xx

Ausland.

London, 4. März. DieSt. James Gazette" berührt einen Kernpunkt der Armee-Borlage, wenn sie die Frage auf- wirft, ob England auch im Stande ist, die u ö t h t g e u Rekruten zu finden.Davon," sagt das Blatt,hängt Alles ab. Die Einzelheiten der Vorschläge des Kriegsmini- steriumS können ruhig noch aufgeschoben werden, bis wir ganz sicher find, daß die RekruttrungS-Tchwierigkeit über­wunden ist. Ts ist eine leichte Sache, von wetteren Batail­lonen zu reden, die Ausgaben für das Heer zu erhöhen und fo weiter. Aber alles Gerede, alle schön ausgedachten Pläne werden sich als nichtig erweisen, wenn nicht die jungen Leute, die sich zum Eintritt in die Armee melden, kommen. Im letzten Jahre wurden 35 000 Rekruten eingestellt, d. h. 6500 mehr als ihm Jahre 1896. Aber derVerbrauch" (waste) der Armee war um 5300 Soldaten größer als im Vorjahre. Leider konnte im letzten Jahre die nöthtge Anzahl Rekruten nur dadurch erlangt werden, daß Größe, Gewicht und Brust­weite reductrt wurden. Trotz aller Bemühungen hatte sich schließlich die Infanterie im abgelaufeneu Jahre um 800 Mann vermindert. ES handelt sich nicht lediglich um Zahlen. Die Armee muß die richtigen Leute haben. 25 000 untaugliche Rekruten aufzutretben, würde am Ende nicht so große Schwierigkeiten bereiten, obgleich daS schließlich auch noch

Tephi schwebte in ständiger Angst, dem Berter möge sein Versprechen leid werden.

Endlich aber rückte Heinz mit dem Resultat reiflichen Nachdenkens heraus. Er schlug vor, nicht, wie beabsichtigt, das Fest derFidelitaS" zu besuchen, sondern au der carue- valtstischeu Veranstaltung einer studentischen Verbindung thtilzuuehmeu. Dagegen sträubte sich Sepht unbegreiflicher Weife.

Nun, so weiß ich nur noch einen Ausweg--laß

uns daS Fest derTeutonia" besuchen. Ich bin dort be­kannt. Die Gesellschaft ist zwar nicht so gut wie die der FidelitaS" aber Du bist dort unbekannt. Willst Du, Sephi?"

Sie willigte ein, obgleich ihr das Herz wie einem Ver- brecherneultug klopfte.

Pünktlich traf LoloS Einlatuig ein. Die Mädchen wollten mit einer Schulfreundin auf deren Landgut fahren, um dort Geburtstag zu feiern, dort aber übernachten. Tie ahnungslose Tante Pietfchke gab ihre Zustimmung.

DaS oarme Hascherl hat ja sonst rein goar nix vom Leben, versauern thut'S halt ohnedies, mein oarm'S Vögerlr I*

(Schluß folgt )

nicht so le'cht wäre. WaS deutet aber in den neuen Vor­schlägen darauf hin, daß der Kriegsmioister eine bessere so­wohl als größere Armee haben will? Ehe wir sicher find, die richtigen Leute zu bekommen, sollten wir auftehen, die Dienstverhältnisse der Armee zu Lidern."

Caub* n*O

- »eckle«X»rg.«t,eLttzsche Hypottzoka«ba«r. In der am 2. März er. zu Neustrelitz «bgrhaUmen Geoeral-Aersammttmg wurde der Abschluß sür 1897 genehmigt, dem Vorstände und Aus- sichtSrath Entlastung ertheilt und die sofort zahlbare Dividende auf 7 oCt. festgesetzt. Der Reservefonds bat den statutenmäßigen Maximal­betrag erreicht. Di-Bilanz pro 1897 befindet sich in b«n 3nfer<rtau thetle unserer heutigen Zeitung. Wie auS dem Jnseratenthelle unserer heutigen Zeitung ersichtlich, werden die am 1. SprU er. fälligen Psandbrtes.Loupon» bereit» vom 15. März er. ab kosten­los eingelöst.

Universität- - Nachrichten.

Heidelberg, 1. Marz. Der Prtoatdoeent an der hiesigen Universität, Großh. badischer LandeSgeologe Dr. Adolf Sauer, wurde zum außerordentlichen Professor ernannt.

Frofchhaufeu, 2. März. Die Tochter eine» hiesigen Bürger» wurde tut einem der letzten Abende daS Opfer eine» unvernünftigenScherzes". Sie befand sich in Be­gleitung ihre» Verlobten in einer Wirtschaft- während der Unterhaltung erhob sie sich vom Stuhle und beugte sich über den Tisch hinweg. Bei dieser Gelegenheit stellte ein junger Bursche einen Zündhölzersteiu auf ihren Stuhl. Als sich nun das Mädchen ntedersetzte, ging der Stein in Stücke und die Scherben nebst den Zündhölzern drangen ihr durch die Kleider in den Körper. Ein bedeutender Blutverlust trat ein, der rasches ärztliches Einschreiten nothwendig machte. DerWitz" dürfte von seinem Veranlasser noch bitter bereut werden.

Darwst. Ztg.

Literatur Aunst

Einen fesselnd geschriebenen Rückblück auf da» tolle Jahr 1848 von Karl Lory bringt die soeben erfchtenene Stummer 10 der WochenschriftDia Umschau^, Verlag von H-Bechold in Frank­furt MNeue Kräme 19/21. Der Aufsatz ist durch Abbildung zeitgenössischer Bllder und Portrait» hübsch illustrtrt. In derselben Nummer bespricht Dr. Wirth die ethnographischen Berhältnisie der Chinesen und Koreaner, die gerade jetzt auf allgemeines Interesse Anlpruch erheben könnrn. Dem au» Amerika etogeschleppten neuen Schädling deS Obstbaues, der San Jos^Schlldlau», ist eine aus­führliche Beschreibung mir Abbildungen gewidmet.

vermischt«».

* Dortmund, 2. März. Ein entsetzliche» Weib ist die in Gelsenkirchen wohnende Ehefrau des Maschinisten Peter Pfeiff. Der Mann hatte aus erster Ehe zwei Kinder, ein Mädchen von 4 und einen Knaben von 5^/, Jahren mit in die Ehe gebracht. Die Stiefmutter behandelte diese Kinder barbarisch. Das Mädchen mißhandelte sie derart, daß der linke Arm und da» rechte Bein brachen. .Da» Weib zog aber keinen Arzt zu Rathe, sondern ließ die Brüche nach Belieben heilen. Jnsolgedeffen ist sowohl der Arm, al» auch daS Bein de» Kindes verkrüppelt, so daß e» dauernd entstellt ist. Der Junge wurde ebenfalls schwer mißhandelt. In der Verhandlung vor der Strafkammer bekundeten Zeugen, die dem Trünke ergebene Frau habe die Kinder gegen die Wand, den Ofen und auf die Erdr geworfen. DaS Gericht ver urtheilte die Frau zu zwei Jahren Gefängniß.

* 3» der Gärtnerei hat die Frage der Stellenver­mittelung schon seit langem die Vereinigungen der Prinzipale wie der Gehilfen deS öfteren beschäftigt, sogar zum Gegenstände einer besonderen Schrift ist sie gemacht worden, ohne endgiltig gelöst zu sein. Nun unternimmt Genschers Allgemeine Gärtnerbörse" in Gera-Reug den Versuch, einenArbettSmarkt für Gärtner" in großem Stile dadurch in die Wege zu leiten, daß sie alle Stellenangebote für Gärtnergehilfen einschließlich der Herrschasts- und Ober- gärtner, für Binder und Binderinnen, ebenso wie die Stellen­gesuche solcher unentgeltlich veröffentlicht und den Jntereffenten gegenseitig vermittelt. Eine derartige Einrichtung dünkt uni nicht nur durchaus zeitgemäß, sondern geradezu al» eine Wohlthat für einen weitverbreiteten Stand, dessen nach vielen Tausenden zählenden Angehörigen wir empfehlen, sich im Bedarfsfälle anGenschels Allgemeine Gärtnerbörse" in Gera-Reuß zu wenden.

* Ein Heilmittel gegen die Lungentuberkulose gefunden. Die soeben erschienenen Cbaritee> Annalen enthalten hoch­interessante Mittheilungen über Erfolge mit einem neuen Heilmittel gegen Tuberculose, dem Creosotal, das se.t Jahres­frist in der von Geheimrath Professor von Ley den geleiteten ersten medicinischen Universitäts.Klinik angewandt wurde, nach­dem es auf Pariser, Wiener und anderen Universitäts-Kliniken erprobt worden war. In dem Berichte wird betont, daß das bisher zur Behandlung der Tuberculose verwendete Creosot die Verdauung und den Appetit der Kranken, und dadurch nach kurzer Zeit auch das Allgemeinbefinden derselben sicher verschlechterte. Im Gegentheil hierzu ist das Creosotal, das aus dem Creosot durch chemische Reactionen hergestellt wird und eine ölig schmeckende Flüssigkeit darstellt, frei von allen schädlichen Nebenwirkungen auf den Magen, während es eine hervorragende Heilwirkung gegen die Schwindsucht ausübt. Der Bericht aus der Leyden'schen Klinik umfaßt ausführliche Krankengeschichten, aus denen hervorgeht, daß von den 28 mit Creosotal behandelten Fällen bei 27 theils ausgezeichnete, theils günstige Heilerfolge mit dem neuen Mittel erzielt wurden. Den Patienten wurden Anfangs drei- mal täglich 5 Tropfen Creosotal gereicht und diese Dosis täglich um 3 Tropfen vermehrt, bis dreimal 25 Tropfen erreicht waren. Diese Menge wurde mehrere Wochen bei* behalten und dann wieder tropfenweise verringert, bis auf dreimal 10 Tropfen, dann wieder abwechselnd gesteigert bis dreimal 25 und verringert bis dreimal 10 Tropfen. Schon nach kurzer Creosotal-Behandlung zeigte bei allen Patienten der Appetit eine auffallende Zunahme dementsprechend hob sich daö Allgemeinbefinden zusehends, Fieber, Nachtschweiße und Schwächegefühl waren schon nach sechswöchentlicher Kur ganz fortgeblieben: Husten und Auswurf verringerten sich allmählich und blieben schließlich ganz aus. Bei den über 6 Monate behandelten Fällen war die Lunge zum großen Theils wieder ausgeheilt, bei manchen Patienten waren die physikalischen Symptome vollständig geschwunden; in diesen Fällen waren also die Lungen wieder vollständig geheilt und wieder ganz gesund. Zur Erzielung dieser Heilerfolge wurden durchschnittlich 300 Gramm Creosotal verbraucht. Da der

CecaU* HerrS pttroitiitelUs»

Wietze», ben 5. März

Zu Amerika verstorbene Hesse«. In Detroit, Mich.: Wilsh. Mogk, 62 Jahre ölt, von Echzell. In Shracuse, N. V : Peter Kölsch, 83 Jahre alt, au» GimdShelm. Ja Belleville, Jll.: Frau Margarethe Becker, geb. Krapp, 65 Jahre alt, au» Schaafheim. In Columbus O.: Johann Christoph Balz, 58 Jahre alt, au» Alsheim. In Mc Keesport, Pa.: Agathe Volk, geb. Trauttnanv, auS Reichelsheim. In Waterloo, Wi».: Frau Catharine Bi eh le, geb. Trayfer, 94 Jahre alt, au» Auerbach. In Sabewaying, Mich.: Frau Elisabeth Krauß, 69 Ja-re alt, aus NiederhilberSheim. Ja Springfield, O.: Johatssn Adam Frank, 63 Jahre alt, aus Kirchbeerfurt.

Apothekenpreis für 50 Gramm Creosotal 2 bis 3 Mark beträgt, ist das Mittel auch den ärmsten Kreisen zugänglich. Der Bericht aus der Leyden'schen Klinik schließt mit den Worten:Gestützt auf unsere Beobachtungen sind wir zu der Ansicht gelangt, daß bei jedem Falle von entstehender oder nicht zu weit vorgeschrittener Lungenschwindsucht eine Creosotal- kur wobl mit Erfolg angewendet werden kann, wenn sie durch eine kräftigende Diät und eine hygienische Lebensweise unter» stützt wird."

* Instruktion für Berichterstatter. Der Herausgeber einer kleinen Londoner Zettung hat eS für nöthig befunden, in dem Arbeitszimmer feiner Reporter folgende, höchst be- herzigenswerthe Reglement», nach denen sich die Herren bei Anfertigung eines ManuscriptS streng zu richten haben, anbringen zu lassen:Alle Bräute sindjung, bild­schön und fein erzogen", es fei denn, daß eS ältere toittroen find, dann gebrauche man die Ausdrückeanmuthig, liebens­würdig und fein gebildet." Alle Kaufleute, die bei uns annonciren, findunternehmend, intelligent und ein guter Ruf für unsere Stadt," die Namen derjenigen, die nicht annonciren, dürfen der Beachtung in unserer Zeitung nicht Werth erscheinen. Arltere Advokaten find stet»bedeutend", die jungen Rechtsanwältevielversprechend und redegewandt". Doctorrn findhervorragend und haben entweder eine große Zukunft vor sich oder eine erfolgreiche Thätigkeit hinter sich." Gutsbesitzer find in jedem Fallereich und angesehen." Von Sanbibatcn, die sich in unser Blatt einsetzen lassen, muß natürlich behauptet werden, daß fiemit jedem Tage mehr Anhänger gewinnen", während diejenigen, die in anderen Zeitungen annonciren,anscheinend dem Untergänge nahe find." Mit diesen Regeln darf unter keinen Umständen ge­brochen werden.

Ueber eine kürzlich veröffentlichte Statistik der Schulde» verschiedener Länder entnehmen wir einer Mittheilung de» Internationalen PatentbureauS Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, folgende interessante Daten. D'.e Staats­schulden betragen in Frankreich 25 046 Mill. Mk., Rußland 14 695, England 13 012, Deutschland 12 077, Oesterreich- Ungarn 10 995, Italien 9 892, Vereinigte Staaten 8 290, Belgien 1 813 Mill. Mk. Frankreich nimmt In d'eser Zu­sammenstellung einen wenig beneidenSwerthen, führenden Posten ein. Rußland kommt an zweiter Stelle- es hat in weniger als einem Jahrhundert eine Schuld coutrahirt, die diejenige England» noch übersteigt. Dertheilt man die Schuldenlast eine» Landes gleichmäßig auf seine Einwohner, fo entfallt auf einen Franzosen eine Last, welche die Summe der Belastung eines Engländer» und eines Italiener» noch übertrifft. Die Belastungen eine» österreichischen, deutschen, russischen und belgischen Unterthanen zusammen, find nur un­wesentlich größer, als die Belastung eine» Franzosen. Die Vereinigten Staaten und «Rußland find diejenigen Länder, wo die Staatsschuldenlast pro Kopf berechnet am wenigsten »drückend ist.

* Preisausschreiben veranstaltet in diesem Jahre der Deutsche Sport" in Berlin, da» bekannte, vom 1. April wieder täglich erscheinende Fachblatt für sein Abon­nenten. Die gestellten Aufgaben werden sehr vielseitig sein und ihre Lösung sich stet» im Bereich der Möglichkeit halten, sodaß die ausgesetzten Preise auch gewonnen werden können. Die erste, vomDeutschen Sport" gestellte PrriSaufgabe ist fachwissenschaftlicher Art, denn sie verlangt da» beste Handicap der im Großen Hoppeganner Handicap genannten Pferde. Für die beste Arbeit diese» Handicap» find 100 Mk. oder ein Ehrenpreis im gleichen Wrrthe, je nach Wunsch, auSge- warfen- die Einsendung der Arbeiten nebst der Abonnements- Quittung hat bi» zum 15. März zu erfolgen.

* Eine geheime Schweizerkafefabrik ist in der holländische« Provinz Drenthc abgebrannt. Vor einigen Monaten ließ sich in (Selbe der Fabrikant Eppens auS Zwolle nieder und errichtete eine Fabrik, deren Schornsteine, Fenster und ThÜren einen so uaheimlichen Gestank auSftiömen ließen, daß die Nachbarn Stein und Bein darüber klagten. Die einen be­haupteten, er schmelze Margarine, die anderen glaubten, er mache Unschlittkerzen, und wieder andere erzählten, er stelle Dynamit her. Anfang» voriger Woche gerieih die Fabrik in Brand und al» daS Feuer durch die von allen Nachbar- dörfern herbeieilenden Feuerwehren gelöscht war, stellte e» fich heraus, daß Herr EppenS Schweizerkäse fabrlchte. Diese» greuliche Zeug gelangte für einen Spottpreis in die Hände vonDel cateffen"(?) Händlern und Krämern und von dort auf den Tisch manche» Hause». Kein Wunder, wenn man nach dem Genuß deS duftigen Präparate» die Lust auf Schweizerkäse für immer verloren hätte.

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