welche zur Zeit keine Stellen offen find, htufichtlich der Wanderer und Stromer unter denselben ernstliche Zweifel an der Aufrichtizkei jener Stellengesuche erweckt. Herr Orbtg gibt der Meinung Ausdruck, daß, wenn auf socialem Gebiet etwa- geschehen solle, doch nicht in solcher Welse gesprochen werden dürfe, man solle solche- in Zukunft vermeiden. Er wtffe wohl, daß ein vergeblich nach Arbeit suchender Arbeiter zum Stromer nach landläufiger Anschauung werden könne, da- berechtige aber Niemand, um Arbeit Rachsuchende diesen gleich zu achten. — Herr Beigeordneter Wolff erklärt, daß er den betr. Theil des Berichts anf Grund de- ihm vom Arbeitsnachweis übermittelten Materials erstattet habe) es habe ihm fern gelegen, einem Arbeiter diese Bezeichnung bei« -ulegen, allein die Art und Weise, wie bestimmte Personen sich in ihrem Auftreten gegenüber dem Arbeitsnachweis zeigten, rechtfertige diese Bezeichnung- eS seien Leute gekommen, denen es gar nicht ernst gewesen sei, Arbeit zu bekommen, eS gelte ihnen nur darum, den ihnen ausgestellten Schein zum Ausweis, daß fie um Arbeit nachgrsucht, solche aber nicht erhalten hätten, zu benutzen, wenn fie irgendwo aufgegrtffeu würden. — Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt dazu, daß man auf diese Meinung hier nicht allein gekommen, die Beobachtung, daß Arbeitsnachweise lediglich zur Erlangung eines AuSweiSpapierS mißbraucht wurden, sei auch ander« wärt- gemacht worden und bereit- Gegenstand von Erörterungen über die Frage gewesen, ob mau derartige Bescheinigungen noch ferner ausstelleu solle- e- brauche sich Niemand getroffen zu fühlen, aber eS sei auch nicht tu Abrede zu stellen, daß eS Menschen gebe, auf welche die Bezetchuuug „Stromer" paffe. — Herr Dr. Schäfer eonstatirt, daß wegen Landstreicherei vor Gericht geführte Personen sich öfters auf ArbeitSnachwei-.Papiere berufen. — Herr Kirch bemerkt, daß jeder Arbeitsuchende einen Zettel erhalte, worauf Angaben über deujeuigen Arbeitgeber sich befinden, der Arbeiter suche, da könne es vorkommen, daß derartige Zettel als Bescheinigung, daß der Betreffende wirklich um Arbeit nachgesucht, benutzt bezw. mißbraucht würden.
Großh. Baubehörde für die UaioerfitätS-Neubauteu hat um Erlaubutß nachgesucht, vom pathologischen Institut auS einen nach der Frankfurterstraße durch ein Thor abschließbaren Weg herzustellen. Da- Gesuch wird genehmigt.
Herrn Karl Puth wird ausnahmsweise und widerruf, lich die Genehmigung zur Errichtung eine- Schuppen- am Wteseckerweg ertheilt.
Der Berläogerung der Wasserleitung in der Land- maunstraße bi- zu dem gegen die Grünbergerstraße hin zu errichtenden Hause, sowie in der Lahnstraße zum Anschluß an den Bieberthalbahuhof stimmt die Versammlung zu, des- gleichen der Aufstellung einer Laterne am Geräthemagazin in Oswalds Garten, da eine solche nicht nur für daS Magazin selbst, sondern auch im Jatereffe des öffentlichen Verkehr- an dem entlegenen Theile de- Oswald- Gartens für nothwendig erachtet worden ist.
DaS Stadtbauawt hat, in der Voraussicht, daß der au der Ecke der BiSmarckstraße und Lonhstraße belegene städtische Lagerplatz über kurz oder lang veräußert bezw. bebaut werden wird, die Herrichtung eine- südlich der Wiesenstraße gelegenen GcläudestückS al- Lagerplatz in Bor« schlag gebracht. Obwohl nach den in der Baudeputation gepflogenen Verhandlungen ein Verkauf des Platzes au der BiSmarckstraße voraussichtlich ausgeschlossen ist, da derselbe für im städtischen oder öffentlichen Jutereffe zu errichtende Baulichkeiten reservirt werden soll, sprach sich die Versammlung doch für Auffüllung deS Platzes au der Wiefenstraße zu dem vorgesehenen Zwecke aus.
Die Holzversteigerung vom 9. März d. I. hat einen hinter dem Tarif um 300 Mark zurückgebliebenen Erlös ergeben. Da eS sich größteutheilS um miuderwerthigeS Holz handelt, beschloß die Versammlung Genehmigung der Versteigerung.
Ueber die Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen sür 1896/97 berichtetNameuS der Fiuauzcommisfiou Herr Scheel. Die in der Rechnung gefundenen kleinen Anstände konnten erledigt und von der Finaazdeputation die Genehmigung der Rechnung vorgeschlagen werden; die Versammlung beschloß in diesem Sinne.
Gegen die Gesuche von Ernst Fleck (Ederstraße 6) und Franz Reug (Wagengaffe 9) um Erlaubutß zum
wirthschastöbetrieb hat die Versammlung, da eS sich lediglich um Uebergang bestehender Wirthschaften auf andere Inhaber handelt, nicht- einzuweuden.
Vermischtes.
Berlin, 2. März. Folgen der Röntgenstrahlen. Eine interessante Beobachtung wurde tu diesen Tagen hier gemacht. Der bet der Actiengesellschaft Siemen- & Halske augeftrllte, mit dem Justtreu der Röntgen-Röhren betraute Abthetlung-meister Herr Schernbeck hatte unter der Wirkung der X-Strahlen, denen er sich täglich mehrere Slundeu aus- setzen mußte, insofern zu leiden, als der Theil der Hautoberfläche seines Körpers, der von dem Strahlenkegel, durch die Kleider hindurch, vorzugsweise getroffen wurde (vrust und Leib etwa bis zur Höhe de» Tisches, an den er sich während der Arbeit gelehnt), in hohe Entzündung gerteth. Er mußte umsomehr, da er an heftigen Magen- und Ber- dauungSbeschwerdeu litt und über „fortwährendes Brodeln" im Leibe klagte, ihm auch die Haare ausfielen, die Arbeit gänzlich auSfetzeu. Nun trat nach dem Rückgang der Hautentzündung eine starke Duukelfärbung ein. Die ganze Haut- partte der Magen- und Bauchgegeud wurde ptgmeutirt, sodaß fie den Eharaetrr der Negerhaut zeigte. Der Patient wurde nun in die Lichtheilanstalt des Dr. W. Gebhardt geschickt. Die Bermuthnng de» Dr. Gebhardt, daß unter dem Einfluß des BogenlichtrS, da- selbst die Haut bräunt, diese durch Röntgenstrahlen erzeugte Ptgmentbildung zurückgehen würde, hat sich den N. N." zufolge in schlagender Weise bestätigt. Schon nach viermaliger Benutzung deS electrtscheu BogeulichtbadeS und örtlicher Belichtung der geschwärzten ausgedehnten Hautpartien mit rrfleetirtem Bogenlicht ist die Duukelsärbung bereit- fast gänzlich verschwunden, nur geringe Pigmeutablagerungen befinden fich noch au den Räubern. Die Magenschmerzcn, sowie die übrigen nervösen Symptome siad gleichfalls gehoben.
* Frankfurt a. M., 1. März. Die Gründung eines Obdachlosen-AsylS tu Frankfurt ist nunmehr befchloffene Sache. Der officielle Bericht des vorbereitenden AuSschuffeS enthält u. A. das Folgende: Der Zweck deS Vereins, der fich nach dem Muster des Berliner Afyl-vereinS richten will, und dem bereit- ziemlich beträchtliche Mittel in Aussicht gestellt sind, ist die Beschaffung eines Asyls, daS nut Nachtlager der einfachsten Art und ganz einfache Abend- und Morgenkost (Suppe und Brot) gewähren soll, da- dafür aber auch jedem Obdachlosen, der fich der Hausordnung fügt, ohne wettere Förmltchkeiten, tnsbesondere ohne Einweisung durch da- Armen Amt oder die Polizeibehörde, offenstehen soll. DaS Bedürfniß nach einer solchen Anstalt, die freilich keine große Ausdehnung haben und eben auch Nichts weiter als Reinlichkeit und Schutz vor Kälte bieten darf, wird wohl von Jedem anerkannt werden müffen, der nicht glaubt, daß alle bet den poltzetlichen Streifen auf den Straßen, auf dem Feld ufw. als obdachlos Aufgegriffenen bereits Vagabunden und Verbrecher feien. In der Versammlung wurde eingehend erörtert, ob etwa da- Asyl zugleich als städtische Arbeiter- Eolonie, d. h. mit Einrichtungen für längeren Aufenthalt Beschäftigungsloser, auSgestattet werden solle. ES erschien jedoch richtiger, die beiden von einander verschiedenen Zwecke nicht zu verbinden.
* Wiesbaden, 2. März. Bon einer Million en- erb schäft, die eine hiefige Haushälterin aus Langenlonsheim von einem amerikanischen Goldonkel gemacht haben sollte, wußten mehrere Blätter zu erzählen. Wie wir erfahren, hat besagte Dame zwar ein verwächtniß erhalten, doch ist daffelbe von der siebenstelligen Zahl noch ziemlich wett entfernt, denn es beträgt nur einige 1000 Mk. Die übrigen Nullen find Phautafie.
* Aachen. 28. Februar. Die Aachen-Münchener Feuer- Versicherungsgesellschaft hat 5000 Mk. für die deutschen Nationalfeste auf dem Niederwald (falls dieser gewählt wird) bewilligt.
♦ Haun.-Müuden, 3, März. Der Damenkrirg ist als beendet anzusehen. Wie verlautet, wurde der Friede durch einen Ball besiegelt, welchen Herr R. W. — der Der- faffer jenes FeuilletonartikelS, worin er die Stickerinnen der Mündener Fahnenfabrtk nur schlichtweg mit „Mädchen" bezeichnete — mit einer Fahnendame eröffnete. Die Stickerinnen und die Übrige holde Weiblichkeit der Mündener Fabriken
—re»
haben auf die Titel Dame, Fräulein und Mädchen Verzichter und erheben nur Anspruch auf daS „Junge Mädchen."
* 100.000 Mk. will der Telegraphen Jnspector a. D. HauS Beringer, Geschäftsleiter des Berliner Tierschutz- Vereins, der Stadtgemeiude Berlin zur Begründung einer Stiftung hergegeben, deren Zinsen dem Berliner Lehrerverein zufließen und denselben in Stand setzen sollen, den Thierschutzgedanken auf den Boden der deutschen Schule zu verpflanzen. Die Stiftung soll den Namen „Thterschutzstiftuag deutscher Lehrer" iühren. Daß versprochene Grundvermögen von 100,000 Mark besteht theil- au- eigenen Mtttelv de- Stifter-, theil- au- Beiträgen vogenannter Freunde der Thterschutzsache.
• Ein Gläubiger ja 40 000 Mark gesucht. Laut einer Bekanntmachung de- königl. Amtsgericht- zu Seidenberg hat der am 20. November 1877 in der Provinzialirren- Anstalt zu Leubus verstorbene ehemalige Rittergutsbesitzer Jultu- Böttcher, früher wohnhaft zu Zwecks bei Seideaberg, geboren am 29. August 1824 zu Groß Treben (Kreis Torgau) in einem Testament vom 4 Juli 1883 folgendes bestimmt: „Ein gewiffer Richter, jetzt unbekannten Aufenthalts, hat von mir 30. bis 40 000 Mk. zu fordern. ES ist für mich Ehrensache, diese Schuld abzutragen, und ich bestimme, daß Herr Richter, sobald er sich meldet und legit wirt, ein Legat von 40 000 Mk. bekommt." — vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, den glücklichen Erben au-findig zu machen.
• Ein neuer Spieler- und Wucherprozeß scheint demrächst in Hannover wieder einmal bevorzuftehen. Auch in diesem Falle find es wieder eine Anzahl Offiziere, die die Gerupften find. Die Sache soll dadurch zur Kenntniß der Staatsanwaltschaft gelaugt sein, daß ein Offizier, der einen Wechsel einzulösen nicht im Stande war, seinem Vorgesetzten Anzeige von dem Treiben erstattet hat. Wie verlautet, soll der in AuSficht stehende Prozeß dem von 1893 in nichts nachstehen. Die Rolle de- „ollen ehrlichen Seemann" spielt diesmal ein junger Agent Namens Löwenstein, der sich bereit- hinter Schloß und Riegel befindet. Der Genannte war auf allen Renn- und Sportfesten zu finden und galt im Allgemeinen al- ein etwas aufdringliches Gigerl, sonst aber für harmlos. ES wird deshalb auch vermuthet, daß als die eigentl'cheu „Macher" noch andere Personen herangezogen werden. Außec verschiedenen Localen in Hannover soll besonders auch die Wohnung L.'s al- Spielhölle gedient haben.
♦ Warnung für Auswanderer. Trotz aller Warnungen laffeu fich in Antwerpen, wie man von dort schreibt, noch immer deutsche Auswanderer von Bauernfängern rupfen. In den letzten Tagen machten nicht weniger als vier Geprellte bei der Polizei Anzeige. Dem einen waren 1140, dem zweiten 400, dem dritten 350 und dem vierten 700 Mk. von Landsleuten beim Kartenspiel abgeschwindelt worden. Gewöhnlich bieten sich die Bauernfänger den auf die Abfahrt der Dampfer wartenden Fremden in „uneigennütziger Weise" als Führer durch die Stadt an, wobei dann bestimmte Wirths- Häuser besucht werden, in denen die nöthigen Vorbereitungen zu einem erfolgreichen Spielchen getroffen werden. Und gehen die Auswanderer erst einmal mit in diese Kneipen, dann find fie auch stet- verloren.
Universität- - Nachrichten.
Heidelberg, 2. März. Professor Dr. Brünnow, der fich gegenwärtig mit den Professoren Dr. von DomaSzewSki und Dr. Euttng ans einer wissenschaftlichen Reise in Nordarabten befindet, hat eine Anzahl in Jerusalem erworbener orientalischer Handschriften der hiesigen Universität-.Bibliothek al« Geschenk übersandt. Der Gelehrte hatte bereit« vor einiger Zeit mehrere in Damaskus »ngekaufte Handschriften unserer Bibliothek überwiesen. — Bet der medtcinischm Facultät unserer Hochschule habilittrt sich Dr. Karl Hammer mit einer Probevorlesung Über: ^Neuere Probepunktion« Methoden und ihre diagnostische Bedeutung."
— Au« Greifswald wird der „Frkf. Ztg." mitgetheilt: D« Professor der Rechte, Karl Haeberlin. Senior der Universität, ist im 85. Lebensjahr gestorben.
— Der bisherige Proftffor an der Universität zu Freiburg in der Schweiz, Dr. Leo von Savigny, ist zum auherordentltchen Profeffor der juristischen Facultät der Universität zu Göttingen ernannt worden.
— Aus Konstantinopel wird mitgetheilt: Die türkische Regierung hat den Professor der Dermatologie an der Universität Bonn, Dr. R. Rieder, »um Profeffor an der Kaiserlich med'cinischm Schule zu Konstantinopel mit einem JahreSgehalte von 30 000 FrS. ernannt. Sie wird ihm einen Affistenten, und zwar gleichfalls einen deutschen Professor, an die Seite geben.
schwarze Cachemire, schwarze u. färb. GlacL Handschuhe, schwarze '/-seid. Handschuhe, schwarze u. färb. Meiderbesätze.
Met. v 75, 95 Pfg. an Paar 90, 125, 148 Pfg. Paar 38, 50, 65 Pfg. rc. per Meter 4, 6, 10 Pfg. rc.
sowie
Richard Loewenthal & Co., Giessen. Dahnhofstr. 1.
Bahnhosstr. 1
Schürzenstoffen,
Meter 30, 35 Pfg.
in
Kleiderstoffen, Meter 35, 60 Pfg. ferner empfehlen:
Normal-Hemden,
Stück 55, 65, WO, 125 Pfg.
Herren-Haut-Jacken, Stück 38, 45, 55, 65 Pfg.
Hemdenflanellen, Meter 25, 30, 35 Pfg.
Knabcn-Kragen, Knaben-Manschetten, Kuaben-Vorhemden, Knaben-Oberhemden, Herren-Kragen, Herren-Manschetten, 12, 15, 20 Pfg. 25, 40 Pfg. rc. 17, 20, 25 Pfg. rc. 175, 200 Pfg. rc. 12, 15, 25 Pfg. 40, 50, 60 Pfg. r.
Herren Serviteurs, Herren- u. Knaben-Cravatten, Herren-Oberhemden, Herren-Hosenträger, Knabeu-Hosenträger, 17, 25, 45 Pfg. 4, 8, 12, 15 Pfg. rc. 225, 240, 290 Pfg. rc. 28, 33, 42 Pfg. rc. 18, 24, 35 Pfg. rc.
Große Auswahl in Brocheu, Ringen, Kämmen re. "SMS t2308
betreßt-'
tut
Stadt geMlel y oder Grunin
MH
Mi» M
Sieben, t
von Bao Die zur M
Lohnhäuser nebs erforderlichen Arb>
1. und M 2. Steiimetzarb z. Trägerliefni 4 Kimerarbe b. Dachdeckern 6. Spenglerarl 7. Weißbinder! S. Glaserarbeit 9. Schreinerar!
10. Schlosser-ur 11. Lattenzäune, foflen in öffentlich geben werden.
Pläne und Be im Bureau der A im, Bleichftraf »ittagrstunden eir rebotsfomulare d siattnng der Absc zogen werden.
Angebote sind b >. 3., Mittag dm gen. Architec
Gießen, den 2!
Baugen der evangelische, tu & Netr. St«, mit
Doei
Versteig
*
fetter, ik!T18 "’Äeän!
Sä
7 Uh®*
Hohverst T'mersigo ?*««« ben S y »«d Weigert: J’ 2"" Mufi S »Ü 14,4
Mutffn, 9 6, !? W fm fc
> W, 14,07 f i^cheu: h !
Sd «■ “f


