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5.11.1898 Zweites Blatt
 
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1898

Samstag den 5. November

Nr. 260 Zweites Blatt

Eichener Anzeiger

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Amts« und Anzeigeblatt für beit Kreis <fiicf$eti.

Gratisbeilage: Gietzerer jfamillenblMttr

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Amtlichev Theil.

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C. Zu Grünberg am 10. November 1898, Vormittags 9 Uhr 15 Mimiken westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Gells-

herzoglichen Bürgermeisterei Rabertshausen die Arbeiten ttsteu Abschnittes rubr'cirter Feldbeteinigung, nämlich:

1. der allgemeine MeUorattonSplan,

2. SelLllteruogSbericht und PiüfungS-Ptoiocoll demselben,

Eonttoltages bis einschließlich Mitternacht unter de« Militärgesetz.

Gießen, den 19. October 1898.

GroßherzoglicheS Bezirks-Comrnando.

Detring, Oberstlieutenant und Commandeur des Landwehrbezirk» Gießen.

Ibreflt n)r DkpeichkN >!<<<< »'<« ^ernlprechnM». M

Gießen, am 24. October 1898.

vetr.: Herbst-Controlversammlungen.

DaS Srotzherzogliche Kreisamt Gieße«

ee H» Mrstzh BfawrmHftmtal des »Wiki.

Nachstehmde Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen.

v. Bechtold.

zur Eiuficht der verheilt,teo offen.

Tagsahrt zur Eutgegeuuahme von Einwendungen hier- gegen stndet statt:

Montag den 81. November 1898, Vormittags 10 bis 7,11 Uhr, aus dem Amtszimmer Grohh. Bürgermeisterei Raberts­hausen, wozu ich die Brthetlizteo unter de« Ansügen ein- lode, daß die Richterschetuendeo mit Einwendungen an»- geschloffen find.

Einwendungen find schriftlich abzufaffev, zu begründen und auf Papier tu «etevgröße (mindestens V, Bogen) eiuzu- retchen.

Friedberg, den 2. November 1898.

Der Gtoßh. BereinigungScommiffär: Merck, KreiSamtmauv.

A. Zu Gietzen

hi Oswalds Garten für die Bewohner von Annerod, Burk- hardsfelden, Gießen mll Schiffenberg und Herrnwald, Heuchel- heim, Klein-Linden, Oppenrod und zwar:

am 7. November 1898.

1. Appell Vormittags 9 Uhr:

Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve sowie sämmtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1891, 1892 und 1893 eingetreten find.

2. Appell Nachmittags 2 Uhr:

Sämmtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1894, 1895, 1896, 1897 und 1898 eingetreten find.

Am 8. November 1898.

1. Appell Bormittags 9 Uhr:

Sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz «Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, sowie sämmtliche Reservisten der Garde, Jäger, Cavallerie, Feld, und Fuß-Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschiffer- truppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonal, Büchsenmacher-Gehilfen, Oeconomie-Hand- werfet, Marine-Mannschaften und alle übrigen im Reserve- Verhällniß stehenden Mannschaften.

2. Appell Nachmittags 2 Uhr:

für die Bewohner von Mendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen.

B. Zu Lollar

am 9. November 1898, Bormittags 8 Uhr 45 Minuten, neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Mendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heiberishausen, Großen - Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufen- berg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck.

Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhards- Hain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, WeickartS- Hain, Weitershain mit dem Hainerhof, Winnerod.

D. Zu Hungen am 11. Mvember 1898, Vormittags 9 Uhr 30 Minuten, an der Post für die Bewohner von: Bellersheim, Betten- Hausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen.

E. Zu Sich

am 11. November 1898, Nachmittags 3 Uhr

in der Amtsgerichtsstraße für die Bewohner von Albach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich Albacher-Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder. Bessingen, Ober - Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach.

Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzu­reichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Nothfalle genehmigt.

Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren find vorher wegzulegen.

Die Militärpapiere (Paß und FührungSzeugniß) müssen zur Stelle sein.

Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe de8 ganzen

Gießen, den 1. November 1898. vetr.: Ermittelung der lanswirthschaftlicheu Bodeubeuutzuug und bei Ernteertrags i« Jahre 1898.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

«i die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Soweit Sie noch mit Einsendung der rubitchten Vet- zeichniffe im Rückstände find, erinnern wir Sie unter Hinweis auf untere Verfügung vom 17. Mai d. Js. (Gießener An­zeiger Nr. 270) an deren alsbaldige Vorlage.

v. Bechtold.

Vermischte».

Wetzlar, 3. November. Zu der heutigen Ab- georduetenwahl waren 175 Wahlmänner erschienen, welche säwnulich für ®e. Durchlaucht den Prinzen Hermann zu Braunfels (deutsch-eonservativ) gestimmt haben. Prinz Hermann zu Solm» ist mithin einstimmig gewählt. Der seitherige Bürgermeister der Bürgermeistereieu Atzbach und LannSbach, Herr Major a. D. Kleine, ist ia den Ruhe­stand getreten. Der Herr Bürgermeister beabsichtigt, nach Godesberg a. Rh. überzufiedeln. A:S sein voraus sichtlicher einstweiliger Nachsolger wird Herr Bürgermeister LichtenthSler aus GerSweiler bei Saarbrücken genannt.

Die englischen Rüstungen.

Al» wir vor einiger Zeit bie Friedensbotschaft de» Zaren besprachen, da stellten wir die Frage auf, wie es denn eit den englisch rusfischeo Gegensätzen werden würde, die bisher als unüberbrückbar galten und nach allgemeiner An­ficht schließlich einmal zum AuStrag mit den Waffen gelangen müssen. Wir ließen damals die Frage offen, weil über die Tragweite des FriedevSmanifefteS noch zu große Unklarheit herrschte. Heute können wir bereit» eine »niwo-t darauf geben, die dahin lautet, daß vorauSfichtlich die Differenzen zwischen England und Rußland gar nicht berührt «erden und so acut geworden find wie kaum je zuvor. Freilich ist e» auf russische, Seite noch ziemlich still, desto mehr Geräusch machen die Engländer, «l» diese vor mehreren Wochen zn rüsten begannen, da glaubte «an allgemein, e» handle fich um eine Demonstration gegenüber Frankreich in der Faschoda- frage. «ber von dieser Ansicht ist man jetzt ganz zurück- gekommen, umsomehr al» England thatsächlich rüstet und fich nicht etwa auf die Bildung eine» fliegenden Geschwader» beschränk», womit e» s Zt. gelegentlich de» Eonflct» mit Deutschland in der TranSvaalfrage so große» Fmßeo ge­macht hatte.

In unterrichteten Kreisen überwiegt die Meinung, daß die kriegerischen Vorbereitungen England» gegen Rußland gerichtet find. Und da kommen zwar Dinge in Betracht, die zu den Rüstungen Veranlassung geben können. Da ist zuerst die ägyptische Frage. England Hai s. Zt. da» Nillaud oecupirt, weil e» zu feinem Vorgehen hn Sudan eine» festen Stützpunkte» in Nordafrika bedurfte. Durch die völlige Unterwerfung de» Mahdi fällt aber dieser Grund heute fort, und England wüßte eigentlich Aegypten jetzt räumen. Insbesondere Frankreich betreibt mit großem Eifer die Frage der Räumung de» Pharaonen- lande» und wird in seinen Bestrebungen durch da» alliirte Rußland unterstützt. Denn auch diese» hat ein lebhafte» Interesse daran, daß Aegypten wieder frei wird und unter die unbeschränkte Suoeränetät de» Sultan» zurückkommt. Einer solchen Einwirkung Rußlands zu begegnen, macht Eng­land j'tzt alle Anstrengungen, da es natürlich gar nicht daran denkt, Aegypten io absehbarer Zeit en» den Fingern zu lassen.

Noch ein anderer Grund liegt für die englischen Rüstungen vor. Nachdem alle in Frage kommenden Staaten ihre Interessensphären in China sestgelegt bezw. erweitert hatten, ist Rußland noch einen Schritt vorwärts gegangen durch die Occapirtw» des Nimschwang-Thale». Da England und Rußland fich in Ostafien mißtrauisch gegenüberstehen und fich eifersüchtig beobachten, so ist e» erklärlich, daß ersteres der neuesten Erwerbung Rußland» Schwierigkeiten bereiten und fich derselben widersetzen wird. Da» kann e» aber nur durch da» Aufgebot einer starken Kriegsmacht, denn Rußland wird fich gutwillig au» dem besetzten Gebiet nicht zurückziehen.

Vorläufig herrscht über die wahren Absichten England» noch geheiamißvolle» Dunkel, aber in allen unterrichteten «reisen wird die Lage für sehr ernst gehalten. Freilich darf «an darum die Sache doch nicht allzu tragisch auffassen, da Eugland schon oft mit dem Säbel geraffelt hat, um später nut die Faust in der Tasche zu ballen. Im Jnterefse de» Weltfrieden» wäre e» zu wünschen, daß die drohenden Wolken fich auch diesmal wieder verziehen.

für

Hausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsrnühle, Neu­mühle, Stadtmühle. Steinmühle, Obere und Untere Ziegel­hütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenau'schen

Bekanntmachung, Betreffend: Feldbereinigung in der Gemaikung RtngelShausen. In der Zeit vorn 7. November d. I bi» einschließlich 20. November d. I liegen auf de« Amtszimmer der Groß-

Bekanntmachung,

tetr.: Maul- nnb Klauenseuche.

In Hergersdorf, Kreis Alsfeld, ist in eine« Gehöft die Maul- und Kiauenieoche ansgebroche« und deshalb Gehvftefperre ungeordnet worden.

Gießen, den 2. November 1898.

Großherzogliches KreiSamt Gießen.

v. Bechtold.

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Bei den diesjährigen Herbst - Controlversammlungen bn Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmelde- Amt Gießen gehörigen:

1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve (Anzug: Helm, Waffenrock, Achselstücke, Feldbmde, lanoe Hosen oder hohe Stiefel beliebig, bei schlechter Witterung Paletot).

2) Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Erfatz-Behörden Entlassenen aller Waffen.

3) Diejenigen, der Landwehr I Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbstcontrolversarnrnlung zu- gegangen ist.

Die Ersatz-Rescrvisten haben bei der Herbstcontrol- versammlung nicht zu erscheinen

Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Coutrolpflichtigen anzutreten haben: