Berli», 2. April. Die Gerüchte über bevorstehende Aeudernngen im preußtfchen TtaatSMinisterium entbehren, wie die „Post" erfährt, thatsächlicher Begründung. Weder der Minister de- Innern, Fretherru v. d. Recke, noch der Cultu-mioister Dr. Bosse feien amt-müde oder wünschten einen anderen Wirkung-krei- -u erhalten.
Berlin, 2. April. Der „Reichsanzeiger« publicirt die Gesetze betreffend die Feststellung de- Retch-haulhalt-, betreffend eine Anleihe für Zwecke de- Reich-Heere- e. s. w., betreff» Verwendung überschüssiger Retch-einuahmeu zur Schuldentilgung nod betreff- Feststellung de- Haushalt-- etat- für die Schutzgebiete.
Berlin, 2. April. Der „Reichsanzeiger* meldet amtlich, daß der Unterstaat-secretär tm Auswärtigen Amt, Freiherr v. Richthofeu, von der Leitung der Colontalablhetlnug de- Au-wärttgeo Amt- entbunden und der bt-herige Mecklenburgische Oberlaode-gericht-rath Dr. v. Buchka, unter Beilegung de- Character» al- Wirklicher Geheimer Legation-« rath, zum Director der Colouialabtheiluug de- Auswärtigen Amts ernannt ist.
Berlin, 2. April. Grünenthal hat sein bekanntes GestSndoiß jetzt durch mehrere intereffaute Einzelheiten ergänzt. Danach will er sich etwa 230 Stück Tausend- und 200 Stück Hundertmarkscheine, also ioSgesammt etwa 250000 Mark, angeeignet und die Scheine tu seiner Wohnung mit Stempel und Nummern versehen haben.
Tirschan, 2. April. Der Bischof von Culm, Dr. R e d u e r, ist gestern Abend gestorben.
Frankfurt a. M., 2. April. Der „Franks. Ztg." wird au- Parts gemeldet: Der Abgeordnete Hadert bringt eine Interpellation in der Kammer ein mit folgendem Wortlaut: „Was gedenkt die Regierung zu thun nach der Cassation des Zola-ProeefieS?* Die Regierung nimmt die Anfrage an und antwortet voraussichtlich dahin, daß sie die Erhebung einer neuen Anklage durch das Kriegsgericht in Aussicht stellt.
Marburg. 2. April. Der italienische Bevollmächtigte in Berlin, Oberst Prudeute, überreichte heute Morgen unter einer Ansprache da» von der Königin von Italien ihrem Regiment, dem 11. Jäger Bataillon gewidmete Bild, welche» die Königin in Jäger-Uniform darstellt. General v. Wittich, al- Vertreter de- Kaiser-, brachte ein Hoch auf die Königin Margherita au- und Major v. BorrieS ein solches auf den Kaiser. Der Parade, die auf- glänzendste verlief, wohnte eine große Menschenmenge bet.
Homburg v. d. H., 2 April. Die Kaiserin unternahm heute früh trotz de- rauhen Wetter- mit den kaiserlichen Prinzen einen längeren Spaziergang im Schloßgarten. — Der Regierung-'Präfident vou Wiesbaden, Dr. v. Wentzel, traf heute Mittag hier ein und begab sich sofort nach dem Schloß, um vom Kaiser in Audienz empfangen zu werden.
Zürich, 2. April. Die hiesige Telephon-Centrale, welche 5000 Leitungen umfaßt, steht seit Vormittag in Flammen. Die Entzündung soll durch electrischeu Kurzschluß erfolgt sein.
Wien, 2. April. Wie verlautet, wird Graf Thun nach den Osterfetertageu dem Kaiser behuf» Aufhebung der Tpracheu-Verordnuugeu einen Spracheugesetzentwurf vorlegen, welcher daun im Abgeordneteuhause sofort zur ersten Lesung gelangen soll.
Wien, 2. April. Im Befinden der Prinzessin Clemeutine von Coburg ist wieder eineBlfferung ein- getreten.
Pari», 2. April. Inder Begründung deSUrtheilS de» CassattonShose» heißt e-, die Militärgerichte find eine ständige Körperschaft auS demselben RechtStitel, wie die Civilgerichte. Der KriegSmtnister hatte nicht das Recht, fich au die Stelle des Kriegsgericht» zu setzen, und die Staatsanwaltschaft war nicht berufen, die Angelegenheit beim Schwurgericht anhängig zu machen. — Die Verlesung der Urtheil» verlief ruhig/ al» Zuhörer waren fast nur Advokaten und Journalisten zugegen.
Kopenhagen, 2. April. Der Minister für die Land- wirthschast erließ heute ein sofort in Kraft tretendes Decret, nach welchem die Ausfuhr vou Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen vou deu dänischen Inseln nach den übrigen Theilen dr» Landes, sowie nach dem Außlande wieder gestattet ist.
NewDork, 2. April. Die Situation ist etue sehr ernste. Die Antwort Spanten» wurde dem CabioetSrath, welcher sechs Stunden dauerte, vorgelegt, und vou demselben al» unbefriedigend erklärt. Nunmehr wird die ganze Angelegenheit an den Congrrß gehen. Die amerikanischen Staat»- bürger verlaffen mit ihres Familien Kuba, viele find bereit» in Tampa eingetroffeo.
Washington, 2. April. In der öffentlichen Sitzung de» Senat» wurden die Verhandlungen wegen de» Ankaufs der Autilleninsel fortgesetzt. Allgemein erklärt man, daß der Krieg mit Spanien nicht zu vermeiden sei. In der Sammer herrschte dieselbe Meinung. Der Aukauf von zwölf Torpedobooten wurde in der Kammer gutgeheißen. Mac Kinley wird in einer Botschaft an den Congreß die gegenwärtige Lage darstelleu, ohne neue Verhandlungen an- znknüpfev.
wb proohQidki,
n. eng de» Horloffthale, 2. April. Gestern starb in Bingenheim der älteste Mann diese» Dorfe» und wohl auch der Umgegend, I. Luther VI., in dem hohen Alter vou 92 Jahren. Der verstorbene war noch vollkommen rüstig bi» vor wenigen Tagen/ er war nie krank und hat während seine» langen Leben» niemals einen Tropfen Arzuet eingenommen. Er hat aber auch niemals eine Unterjacke oder Unterbeiukletder getragen. Mit ihm verschwindet eine eigen- thümltche Art de» GrundbefitzeS in Oberhrffru, nämlich: er
war Inhaber eine» sog. Briefgutes, vor achtzig bi» hundert Jahren und noch viel früher übergab der Staat kleine Güter vou zehn bi» hundert oder unter Umständen auch «ehr Morgen au die Loudwirthe, die dafür eine gewisse Menge von Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Stroh in Natur und einen geringen Pacht in Geld entrichten mußten. Manche Güter konnten vom Vater auf den Sohn vererbt werden, bi» die Familie aa»ftarb, worauf da» Gut an deu Staat znrückfiel. Mitunter dauerte dies einige hundert Jahre. Andere Güter wurden nur auf LebeuSzeit verliehen und ein solches besaß der hochbejahrte Luther. Jetzt fällt das Gütchen, für da» nur ein mäßiger Pacht entrichtet wurde, an deu Staat zurück. Derartige Briefgüter find bi» auf ganz wenige Fälle verschwunden.
W. «ul der Wetterau, 3. April. Die Au»stchten auf ein herrliches Frühjahr find nach den WitteruugSregelu, wie fie bei un» gelten, nicht sehr gut. Die» wird durch die Witterung in der letzten Märzdecade gedeutet. Wie fich der WitterungScharacter tu diesen zehn Tagen zeigt, so wird er im Durchschnitt bis zum 6. Juni bleiben. Wie Jedermann weiß, war die Witterung tu deu Wendetagen des März feucht, regnerisch, ungemüthlich, frostig, mit wenig Sonnenschein. Sehnlich wird der WitterungScharacter bi» zum 6. Juni ausfallen. Den Garten- und Blumenfreunden ist zu rathen, recht vorfichttg beim versetzen vou zarten Pflauzen tnS Freie zu sein und stets Schutzdeckeu bereit zu halten, damit im Nothfalle noch am späten Äbspb zugedeckt werden tonn.
E. Sichelldorf, 2. April. In den Forsten ber htefigeu Revierbezirk» werden dieses Jahr 130000 Stück Fichten- pflanzen, die aus Holstein bezogen worden find, eingesetzt werden. Die Holsteiner Fichtenpflanzen, besonders die au» Halstenbeck, find durch ihre guten Eigenschaften weit und breit berühmt. Auch in mehreren anderen Oberförstereien de» BogelSbergeS werden Holsteiner Fichten verpflanzt. Die Erträge unserer Ftchtenwalduugen find sehr bedeutend und übertreffen diejenigen in anderen Staaten um ein Erkleckliche». Wahrscheinlich werden unsere Laubhölzer, die nur sehr langsam wachsen, immer mehr durch Fichten ersetzt, die sehr bald und sehr hohe Erträge liefern, wie man bei deu kleineu Chrtftbäuwchen ersehen kann.
4- Büdingen, 3. April. Durch Entschließung Großh. Ministeriums der Justiz wurde der seitherige hiesige Amts- anwalt, Herr GertchtSaffeffor Strack, beauftragt, vom 13. l. Mt». an die Functionen eine» AmtSanwaltS bei dem Amtsgericht Offenbach auSzuübeu, und der GerichtSaffrffor Dr. Güngerich zu Darmstadt mit den Dienftverrichtungeu eines Amtsanwalts bei den Amtsgerichten Altenstadt, Nidda, Büdingen, Ortenberg und Schotten betraut.
Darmstadt, 1. April. Die „Darmst. Ztg." schreibt: In weiteren Kreisen dürfte e» bereits bekannt geworben sein, daß die diesjährige Hauptversammlung deS verein- deutscher Chemiker vom 1. bis 4. Juni ds. IS. in den Mauern unsrer Residenz tagen wird. Diejenigen, welche vor wenigen Jahren mit Bedauern davon Kenvtniß nahmen, daß die vorgeiehene Abhaltung der Deutschen Naturforscher- Versammlung an hiesigem Plötze nicht ermöglicht werden konnte, begrüßen die Tagung der Chemiker in Darmstadt, dem Geburtsort eine- Liebig- und KekuleS, sicherlich sehr sympathisch. Da- zusammengetretene Localcomitö, da- au» Professoren ber hiesigen Hochschule, Lehrern an hiesigen anderen Schulen und Vertretern der iadustriellcn Chemie besteht, entfaltete bereits etue anerkennenSwerthe Rührigkeit,' um die Hauptversammlung zu einer nach jeder Richtung hiu würdigen zu gestalten. Die Vertreter ber Stadt haben in Würdigung der hohen Bedeutung der Chemie für da» wissen- schafkltche und praktische Leben beschloffen, für die Abhaltung der Versammlung e ne entsprechende Summe zn bewilligen und damit fich zweifellos deu Dank aller Derjenigen verdient, welche des Umstandes bewußt sind, welch reiche Förderung die im Vordergrund unserer deutschen Industrie stehende praktische Chemie au» derartigen Versammlungen ihre Vertreter zu ziehen pflegt. Mit der Hauptversammlung ist eine in den Räumen der Technischen Hochschule stattfindende Ausstellung von elektro technischen und elektrolytischen Apparaten und Produkten verbunden, die den Besuchern zweifellos sehr viel des Interessanten bieten wirb.
O Darmstadt, 3. April. Die Zweite Kammer, die, wa» wohl noch nicht dagewesen, eine über fiebenwöchrge Bubgetberathung (vom 8. Februar bis 31. März) hinter fich hat, wird tm Mai wieder zusammentreten. Maa hofft nunmehr endgiltig auf Erledigung de» Beamtenbesoldung»- gesetzeS und ber Steuerreform-Vorlage. Abgeordneter Geh. RegierungSrath Hechler, der an einer Dickdarmentzündung nicht unbedenklich erkrankt war, ist nunmehr wieder in der ReconvaleScenz/ die Abwesenheit diese» sehr fleißigen und umsichtigen Mitarbeiters wurde bei der Berathung de» außerordentlichen Budget» tu der Kammer, wo er mehrfach Berichterstatter war, recht unlieb vermißt. — Im Bezirke der Elsenbahndirection Mainz stehen umfangreiche Bau arbeit en für diese» Jahr in üu-ficht. Bet Krauichstein (Strecke Darmstadt—Aschaffenburg) wird ein bis an den 'Wildpark reichender Rangterdahr-hof zur Entlastung der Station Darmstadt mit einem Kostenauswand vou beinahe zwei Millionen Mark errichtet. Dieselbe Strecke erhält eine neue Haltestelle, nämlich bet dem großen und verkehrsreichen Ort Herger»- haufeu bei Babenhausen.
A Mainz. 3. April. Der Strafkammer des htefigeu LaudgerlchtS liegt gegenwärtig eine Steuersache zur Ent- schetdung vor, welche tu prinzipieller Beziehung von großer Bedeutung ist. Der Direktor der Slephantenbrauerei in WormS soll sich dadurch einer Defraudation des städtischen Oktroi» schuldig gemacht haben, daß er uuterlaffen, da» Bier in der Ocrrotsteuerliste aufznsühren, welche» vou dem Personal der Brauerei al» HauStrunk cousumict wirb. AusfiltSrath uab Direktor der Brauerei bestritten der Bürger- meisteret gegenüber die Verpflichtung zur Octroileistuug für den HauStrunk, indem derselbe dem Personal gratis gereicht und i« Lohn nicht mit eingerechnet werde. Trotz dieser
Einrede erging gegen deu Direktor ein Strafbescheid in der Höhe vou 2515 Mk., gegen welch' letzteren Berufung ergriffen wurde. Die Staatsbehörde vertrat in drr Berufungsinstanz den Standpunkt, daß nach § 6 deS Wormser Octroi- reglemeutS alle» in der Stadtzemarkuug abgegebene Bier, somit auch der HauStrunk steuerpflichtig sei, wogegen der vertheidiger des Angeschuldigten die Ansicht al» maßgebend erachtete, daß der HauStrunk deS Persoual» schon au» de« Grund der Octroipflicht nicht unterliege, weil er i« Lohne de» Personals nicht mit eingerechnet werde. Da» Gericht vertagte sein Urtheil auf eine spätere Sitzung.
A Mainz, 3. April. Die Perronsperre, die am 1. Ap-tl auf allen Strecken der vormaligen Hessischen Lnd- wigSbahn zur Etuführnug kommen sollte, konnte wegen den erforderlichen baulichen Veränderungen und der ausstehenden Entscheidung über die Art der Sperre, bi» jetzt roch nicht eiugesührt werden. Bezüglich der Art der Sperre ist jetzt Beschluß gefaßt und hat man den vielseitigen Wünschen de» Publikums insoweit Rechnung getragen, daß auf bea Stationen, in welchen sich Restaurationen befinden, ober wo bie örtlichen Verhältnisse keinen großen Personalaufwaud erfordern, die Sperre nur auf die Perron» beschränkt wird, wogegen die Circulatiou in deu Wartesäleu uud den Restanration»locali- täten freidletbt.
A Aul Rheinhessen, 3. April. Auf de« Friedhof in Bingen wurde in vorletzter Nacht rin Act rohesten van- daliSmu» verübt, indem ein junger Mann von Bingen eine Anzahl werthvoller Grabkreuz- von den Postamenten hernnterwarf und sonstige Zerstörungen an Grabdenkmälern vornahm.
vermischtes.
* Der erste internationale Congreß für Ungezieferkuade wird im Hochsommer diese» Jahres abgehalten werden/ in der Wahl de» Orte» schwankt man noch zwischen den Städten Lodz in Polen und Lemberg in Galizien. Wie wir hören, werden sämmtliche Eiseubahnverwaltungeu den sicher zahlreichen Theilnehmern an diesem Congreß durch erhebliche Ermäßigung bei Fahrgelbe» entgegenkommen, da anerkanntermaßen diejenigen Gelehrten dieser Wissenschaft, die fich in dürftigen Verhältnissen befinden, die.gediegensten Erfahrungen aufzuwetseu Haden. Wahrscheinlich werden auch SonderzÜge für diese Reisenden abgelaffen werden. Bon den Verhandlungen des Congreffes find erhebliche Neuigkeiten zu erwarten. Die Meinung geht dahin, daß wegen de» mangelnden Verkehrs der Ungezteferforscher der verschiedenen Länder noch manche Thatsachen unbekannt oeblteben sind. ES soll daher mit dem Congreffe eine umfassende Ausstellung verbunden werden, welche einen genauen vergleich der verschiedenen Rassen emögltcheu wirb. Bon einzelnen Gelehrten wird zu« Beispiel behauptet, daß die uationalpolnische Wanze von der- jenigeu der Balkan Halbinsel erheblich unterschieden ist und vielleicht sogar eine eigene Art bildet. Wir werden nicht verfehlen, seinerzeit über die Verhandlungen dieses Congreffe», dem sicher noch mehrere seiner Art folgen werden, zu berichten. (1. April!) D.
* Der dritte deutsche HavdluugSgehilfeutag wird am 11. April in Leipzig, Hotel de Pologne, abgehalten werden. Nach den bisherigen Anmeldungen bürsten etwa 400 Stäbte vertreten werden und über 1000 Handlungsgehilfen an den Berathuugen theilnehmen. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Die Ladenschlußbewegung, Berichterstatter Herr Franz Schneider- Hamburg / 2. Kaufmännische Schiedsgerichte, Berichterstatter Herr Richard von Pein-Altona/ 3. Alter»- und Invaliditäts-Versicherung, B-richierstatter Herr Richard Döring - Hamburg/ 4. Der Einfluß der Hanblnog-gehilfen auf bie Wahlen zu den gefetz- gebenden Kö-p'rfchastrn, Berichterstatter Herr Wilhelm Schack^Hamburg. Dem HandlungSgehilfentag geht in üblicher Weise am Ostersonntag der BerbandStag de» 12,000 Mitglieder zählenden Dentschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes voran.
CitcratM* wut Kewft
— Acftyetir der Städte von Eh. BulS, Bürgermeister der Stadt Brüssel, Mitglied des AbgeordntrnhauseS. 2. Auflage. Autori- firte Uebelsk'tzung von PH. Schaefer. Hochelegant auSgrstattet, Pret» 1 Mk. Verlag von Emil Roth in Gießen. In geistreicher, erfrischend liebenswürdiger Sprache legt Verfasser darin das Ergebniß seiner Wahrnehmungen über den Städtebau, wie er sie in Brüffel selbst und aus seinen wetten Reiten gemacht, nieder, packt den Leser und führt ihn zur Schönheit alter und mittelalterlicher Zeit, flößt Achtung vor der Baukunst und dem Geschmack der Vorfahren ein, ohne damit dem modernen Leben mit feinen Anforderungen und veränderten Ansichten zu nahe zu treten. Buls Aesthetik ist eine willkommene Spende für Architekten und communale Verwaltungen, nicht minder für das urtheil»- fähtge Publikum überhaupt. Gerade in unserer Zeit, in welcher die Städte ungeahnt wachsen und behufs Auedcvnung und Erweiterung rastlose Anstrengungen machen, wird in der Bauanlage viel gesündigt und manch ödes, langweiliges Straßen- und Siädte- bild lhut sich da auf, wo feinfühlende Künstlerhand und denkender Künftlergeist malerische Reize, Anmuth und Behaglichkeit hätte fchaffen können. Bul» lehrt uns Erkenntniß, er bessert uns!
— Von San» Wachenhusen, dem kürzlich verstorbenen gefeierten Schriftsteller, ein Werk zu besitzen, dürfte wohl der Wunsch Vieler fein. Wir machen daher hierdurch darauf aufmerksam, daß ein hrrvorragender Roman auS dessen Feder, „In der 3ltlbartc* betitelt, auch in der bekannten Sammlung moderner Bellerristik „Kürschners Bücherschatz" (B rlin, Hermann Hiüger Verlag) als Band 67 erschienen und zum Preise von 20 Pfg. in jeder Buch- bandlunq oorräthig ist.________________________________
Universität- - Nachrichten.
Innsbruck, 28. März. Im Herbst vorigen Jahre» wurde auch h«er der Versuch mit der Abhaltung volksthümlicher UniverfttStscurse gemacht und d-S Ergebniß war ein sehr erfreuliches. Die erste Reihe brstand auS fechS Lehrgängen (drei naiurwiffenschasrlichen, einem anatomischen, einem historischen unb einem philologischen), begann am 16. October und endigte am 20. December 1897. Rach den soeben veröffentlichten Daten betrug die Zahl der Besucher inSgesammt 3171, wovon nahezu ein Drittel auf die Arbeiterschaft entfällt. Die zweite Reihe begann nach Weitz- nachten und wird in diesen Tagen abgeschlossen werden.
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Gießen, den 2\ Der Sroßherzogl.
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Infleig Dienstag den l Mittwoch den 6 jtiwnul um 9 Uhr < ■"Auftrage bei Herrn Bid bie zur Soncuti JflWqel zu Große WWünbe, nämlich:
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