Deutsches Reich.
Berlin, 2. September. Der Kaiser fuhr heute früh 9ya Uhr nach dem Mausoleum in der FriebenSkirche, um am Sarge Kaiser Friedrichs III. einen Palmenwedel uiedrrzulegeu. Um 10Vs Uhr trat das Kaiserpaar mittelst SouderzugeS von der Wildparkstation aus die Reise nach Hannover an.
Berlin, 2. September. Reichskanzler Fürst Hohenlohe beabsichtigt, sich morgen früh» zu kurzem Aufenthalt über München nach Baden Baden zu begeben.__
Ausland.
Wien, 2. September. Wie das „Vaterland" meldet, wird die Regierung dem Reichsrath die AnSgletchs-Vor- läge unverändert vorlegen. Mit diesem Vorgehen bezweckt die Regierung, sich die Ueberzrugung zu verschaffen, ob der ReichSrath überhaupt in Verhandlungen eintreten wolle oder nicht.
Rom, 2. September. Das Befinden des Papstes ist andauernd sehr günstig. Derselbe wird in den vaticaui- schen Gärten Sommerwohnung nehmen. In den nächsten Tagen trifft hier der Cardinal Santo aus Venedig ein, um die Instructionen für den Empfang Kaiser Wilhelms entgegen zu nehmen.
Paris, 2. September. Man versichert hier, daß Oberst Henry keine anderen Briefe als den au seine Frau Himer« lassen hat.
London, 2. September. Mau hält den Hamburger Bier- master „Hebe", der 34 Mann Besatzung an Bord hatte und seit fünf Monaten mit Kohlen nach Chile unterwegs ist, für verloren.
Madrid, 2. September Die Minister find noch immer damit beschäftigt, die Documente zusammenzustellen, welche für die Parlamentsdebatten über die Friedens confer en z benutzt werden sollen. __________________________
Permif
• Folgender Brief eine! deutschen Seeoffiziers von dem Kriegsschiffe „Kaiserin Augusta" an seinen Bruder in der Heiwath wird der „Tägl. Rundschau" zur Verfügung gestellt. Der Brief, welcher Thatsachen schildert, die bisher nur zum Theil bekannt waren, lautet folgendermaßen:
Mariveles, den 14. Juni 1898.
Soeben verlassen wir Mariveles, um wieder nach Manila in See zu gehen (3 Stunden Entfernung) und zwar unter „Klar Schaff". Die „Prinzeß Wilhelm" und der „Kormoran" find ebenfalls bei uns, der „Kaiser" mit dem Admiral liegt vor Manila. Diesem hat der amerikanische Admiral Mit- theilung gewacht, daß er auf jedes etnlaufende Schiff, Handelsoder Kriegsschiff, einen Offizier zur Controlle schicken würde. — Die Antwort, welche Admiral Diedrichs ihm gegeben, kannst Du Dir wohl denken. Auf die abweisende Antwort hin hat der Yankee erklärt, er würde es dennoch durchführen. — Nun erhielten wir Befehl, unter „Klar zum Gefechteinzulaufen, was in etwa drei Stunden geschehen sein wird. Vielleicht erhält die „Augusta" die Feuertaufe,- nur schade, daß wir meisten- neue Mannschaften an Bord hoben. Hoffentlich kann ich diesen Brief noch heute ergänzen- sonst Gott befohlen..... ES wird ja so weit nicht kommen, doch
man soll ja auf Alles vorbereitet sein; vorläufig Schluß. —
Liebster Bruder! Die Sache ist im Sande verlaufender Yankee hat sich nicht gerührt- keine Pinaß, nichts bewegte sich. Wir liefen, die Flagge statt unten, oben an der Gaffel führend ein, mit scharfgeladenen Geschützen und scharfen Torpedos in den Rohren, das Oberdeck frei von Ventilatoren und sonstigem beweglichen Zeug, Boote eiugeschwrnkt, und zwar liefen wir ganz langsame Fahrt (8 Seemeilen), um dem Amerikaner doch wenigsten- Zeit zu lassen- doch tote wir ihn pasfirt hatten, ging- voll Dampf zum Flaggschiff. Die Stimmung an Bord war herrlich- es brannte ein Jeder, mit der „Augusta" ins Feuer zu gehen- denn es muß iw Gefecht ein herrliche- Schiff sein. Seine Geschwindigkeit, seine fünf Torpedorohre, — übrigen-, wie die rothen Köpfe auf die gelben Torpedo- geschraubt wurden, ging e- mir so eigen durch- fix sahen au-, wie in Blut getaucht, und wenn man sich vergegenwärtigt, wa- sie enthalten, und wenn man die Wirkung kennt, brrr! — und bann die 15 Centimeter- Schnellfeuerarmirung! — nun, er hat es wohl eingesehen- jedenfalls war es für den Amerikaner eine moralische Niederlage, auf die wir stolz sein können.
• eine höchst eigentümliche Brautwerbefitte herrschte bis vor Kurzem in Wtborgs Län in Finnland. Unverheiratete Mädchen oder vielmehr „Mädchen, die gern heirathen wollten", gingen mit einer hinten am Gürtel hängenden leeren Messerscheibe zur Kirche. Der Mann, welcher um sie freien wollte, steckte unbemerkt sein Messer in bie Scheibe- wollte das Mädchen ihn haben und „Ja" antworten, so ließ eS sein Messer bis zum folgenden Sonntag stecken, fo daß er daran die Antwort sehen konnte- die Werbung war damit abgemacht.
* Wilde Schreckenssceneu spielten sich bei dem Brand der Menagerie von Croß in Liverpool ab. DaS Feuer entstand aus noch unbekannten Ursachen um 2 Uhr Morgen- in der Löwenabtheilung, in der sich in verschiedenen Käfigen vier Löwen, fünf Leoparden, ein prachtvoller bengalischer Tiger, ein Jaguar, ein erwachsener Puma, ein schwarzes Oppossum und mehrere andere Thtere befanden. Die Flammen verbreiteten sich so rapid, daß jeder Versuch, die unglücklichen Thiere zu retten, mißglückte. DaS Gebrüll und die wahnsinnige Aufregung der großen Raubthiere im ersten Stadium der Feuersbrunst spotten jeder Beschreibung. Schließlich erstickte sie jedoch der Qualm, und alle kamen in den Flammen um. Die Lage, in der man die verkohlten Ueberreste der Löwen fand, beweist, daß die Thiere die verzweifeltsten Anstrengungen machten, zu entfliehen. Allein die Käfige waren viel zu stark dazu, und die in der Umgebung ausgebrochene Panik erwies sich glücklicher Weife als grundlos. Außer den
I genannten Thieren kamen noch viele andere in den theilweife verbrannten Nebenabthetlungen durch Rauch und Feuer um, während eine Anzahl schwere Brandwunden davontrug. So fand man, nachdem die Feuersbrunst gelöscht war, daß drei Hyänen erheblich an den Köpfen verbrannt waren. Eine davon schien wahnsinnig vor Schmerz und biß wie toll um fich. Man beschloß, fie zu tödten und öffnete deßhalb vorfichtig die Käfigthür, um ihr eine Schlinge um den Hals zu werfen. Nachdem die- geschehen, biß fich jedoch daS wüthende Thier plötzlich los und sprang zum Entsetzen einer Anzahl in dem Zimmer befindlicher Personen aus dem Käfig. Eine schreckliche Katastrophe schien unvermeidlich —- da ergriff einer der Wärter mit großer Geistesgegenwart die Bestie bet den Hinterbeinen und hielt sie mit Lebensgefahr so lange fest, bis man ihr die Schlinge um den HalS gelegt und ihren Qualen schnell ein Ende bereitet hatte.
*3n welcher Stellung sollst du dich photographireu lassen? Diese Frage ist Niemanden gleichgültig, und doch verläßt man fich in der Beantwortung derselben auf daS Geschick des Photographen, der bei der Auswahl der Stellung häufig mehr von augenblicklichen Eingebungen als von gesetzmäßiger Ueber- legung ausgeht. Dabei gibt es eine Reihe von Regeln, die fich ein Jeder wohl einmal daraufhin ansehen sollte, um da» Paffende für fich auszuwählen. Wenn man eine sehr hohe Stirn besitzt, so kann die Stellung freilich in diesem Fall das Urberwaß nicht ausgleichen, vielmehr muß der Photograph wissen, daß fich das Bild der Stirne verkürzt, wenn er seinen Apparat etwa» anhebt. Hellfarbige Augen und vorzugsweise blaue Augen dürfen nicht dem Licht zugekehrt werden, tiefdunkle Augen dagegen müssen viel Licht von vorne haben und sehr wenig Licht von oben. Sind die Augen klein oder weit geschloffen, so ist es gut, wenn der Blick ein wenig nach oben gerichtet wird. Umgekehrt muß Derjenige mehr zu Boden sehen, der auffallend große Augen oder einen etwa« starren Ausdruck in denselben hat. Läßt man fich en face aufnehmen, so müssen die Augen gerade vor fich blicken, aber gleichzeitig muß bann der Rumpf mehr oder weniger zur Seite gewendet werden. Ganz besondere Aufmerksamkeit verlangt die Nase. Ist die Nase lang, so muß das Gesicht von vorne photographirt werden. Leidet Jemand an einer Stupsnase, so muß wiederum der Photograph sein- Dunkelkammer etwas anheben, damit man nicht etwa in die Nasenlöcher hiuetnsehen kann. Dicke und platte Nasen wüffen stets, um ihren Aus- druck nach Möglichkeit zu verbessern, etwa» von der Seite ausgenommen werden. Bei Dreiviertelstellung läßt man die Nase etwas über die Wangenlinie hinausragen. Wenn die Backenknochen vorstehen und die Wangen hohl find, so muß eine starke Beleuchtung von oben vermieden und das Gesicht fo weit von vorne genommen werden, daß die Wangen gut beleuchtet find. Runzelige Gesichter erfordern eine starke Beleuchtung von vorne her, damit wenig Schatten entstehen. Ein kleiner und schmaler Mund muß von vorne photographirt werden, ein großer Mund und ein solcher mit starken Lippen von der Seite. Die größte Schwierigkeit besteht, wie fich übrigens Jeder selbst sagen kann, in der Berthetlung der Beleuchtungsstärke. Eine zu gleichmäßige Beleuchtung von vorne her flacht da» Geficht ab und benimmt ihm feinen geistreichen Ausdruck, fall» ein solcher vorhanden ist. Ein Uebermaß des Liftes von oben her macht die Züge eckig und hart. AuS biejcn Regeln kann man zu gleicher Zeit lernen, daß man ersten» selbst viel zur Erhaltung eine» vor- theilhafren Porträts beitragen kann und zweiten» doch von dem Photographen in manchen wesentlichen Punkten abhängig bleiben muß. Um da» Erstere zu lernen, rathen wir Jedem: „Betrachte Dich genau im Spiegel" und „Erkenne Dich selbst!" Die Befolgung eine» dieser beiden Rathschläge allein würde nicht» nützen.
• 70000 Liter Tinte. Kürzlich hat die Stadt Pari» 70000 Liter Tinte zum Preis von 8000 Fr», für ihre 160000 Schulkinder, bte fich auf 387 Elementarschulen bet- theilen, angekauft. Man rechnet, daß jebeß Pariser S4ul- ttnb jährlich 44 Centiliter Tinte ober wöchentlich 1 Centi- liter verbraucht.
* Reue Knuste in der NahrungSmittelverfLlschnng. Der begabteste amerikanische Ingenieur muß an Erfindungsgeist gegen die Vielseitigkeit der Nahrungsmittel-Verfälscher zurückstehen. Es ist kaum glaublich, was diese Bande in der letzten Zeit wieder ausgehrckt hat. In dem belgischen Rtper- toxium für Phormacie wird zunächst Einige» darüber berichtet. Ein vortrefflicher Gegenstand heißt „Piperidin" und wird al» Ersatz für Pfrffer verkauft, zu welchem Zwecke er nach seiner Zusammensetzung aaßerordeutlich befähigt sein muß. Die emzige Aehnlichkett zwischen beiden Stoffen be- steht in ihrer Farbe, sonst ist in dem Surrogat überhaupt kein Pfeffer vorhanden. E» enthält vielmehr 70 pCt.
Mineralstoffe und 30 pCt. einis aus dem Pflanzenreiche stammenden Stoffes, der den Chemikern noch nicht bekannt ist, aber fie wegen seiner Eigenschaften bedenklich beunruhigt. Sehr zu empfehlen ist ein „Zimmtpulver", da» jetzt hie und da zu kaufen ist und besonder» dazu empfohlen wird, um den Geschmack von gekochtem Rei» und von Glühwein zu erhöhen. Wer fich solchen Z'mmt selbst bereiten will, der mag sich gesagt sein lassen, daß er au» 80 pCt. gestoßenem Ziegel und 20 pCt. gefärbtem Holze hergestellt wird, letztere» meist von Schiffswerften entnommen. Den Gipfel der Kühnheit erreicht vielleicht da» sogenannte „Australtana", das zur Fälschung der für schwache Mägen so oft ver- schrtebenen Fleischpulver dient, e»ist ein köstliche», crystalltnische», hellrotheS Pulver und besteht aus Borsäure mit Fuchsin gefärbt ! — Der „Sancet" klärt uns in einem köstlichen, aber doch sehr ernst zu nehmenden kleinen Artikel darüber auf, was wir unter Umständen al» „französischen Champagner" zu trinken bekommen können. Zunächst erkennt das ärztliche Fachblatt an, daß die Nahrungsmittelfälschung (waS man übrigens nach den vorstehenden Proben eigentlich kaum ver- j muthen dürfte) im Allgemeinen „gesunde" Formen angenommen hat, ein Betrug bleibt sie natürlich trotzdem, und da» I Publikum wird beschwindelt, wenn auch nicht vergiftet. Die
Margarine ist gewiß ein ausgezeichnetes Nahrungsmittels darum ist fie aber noch keine Butter. Wer wollte den Werth der Kartoffel anzwetfeln? — und doch wünscht man fie nicht im Brod zu staden. Was gibt eß Besseres al» Weizenmehl, und doch wird durch Färbung von Gelbwurz kein Senf daraus. So geht e» auch mit dem Obstwein. In England zum Beispiel wird der billige Champagner scherzhaft Stachelbeerwein genannt, und doch will man dem Stachelbeerwein nicht die Befähigung zuerkennen, zum Champagner zu werden. Lord Palmerston soll einmal einer Abordnung von Wein- Händlern gegenüber feine Verwunderung darüber ausgesprochen haben, daß Frankreich kein gute» Champagnerjahr gehabt habe, obgleich doch die Aepfelernte in der Normandie ausgezeichnet gewesen sei. Natürlich wird man annehmen können, daß der englische Staatsmann meinte, das Wetter, da» für die Reife der Aepfel günstig wäre, müßte eS auch für die Trauben sein. Aber eß ist doch festgestellt, daß viele Be- fitzer großer Aepfel- und Birngärten in Frankreich ihre Ernte laut contractlicher Verpflichtung an eine Firma in der Champagne senden, und e» ist daher zweifellos, daß eine Betrügerei Vorkommen muß. Kein vernünftiger Mensch wird bestreiten, daß man auß Birnen, Aepfeln und Beeren ein ausgezeichnetes BolkSgetrLnk bereiten kann, aber — und baß ist die ernsteste Seite der Sache — das Publikum hat es gewiffermaßen selbst schuld, wenn ihm diese Obstweine als etwa» Andere» geboten werden, als fie find. Heute will Alles hoch hinaus, und ein Champagner, und wenn er noch fo billig ist, muß nothwendig viel bester schmecken als irgend ein Obstwein. Dadurch wird natürlich bte Unehrlichkeit bazu ermnthigr, btesen an sich vorzüglichen Getränken volltönendere Namen zu geben.
* (Sine Erinnerung. Die in Ealing bei London wohnende Miß Perceval feierte am 26. August ihren 94. Geburtstag. Sie ist eines von den zwölf Kindern de- Premierminister» und Schatzkanzlers Spencer Percrval, der in den Wandelgängen de» Unterdause» von dem Wechselagenren John Bellingham am 11. Mai 1812 erschossen wurde. Miß Perceval erinnert fich noch heute aller Umstände, die mit dem tragischen Tode ihre» Vaters verknüpft waren. Sie hat nicht vergeffen, wie fie im Kiudesalter mit ihrer Mutter und neun Brüdern und Schwestern von George Hl. und der Königin Charlotte Sophie nach Windsor eingeladen und voa diesen getröstet wurde.
* Der Sohn de» Regiments. Folgende Geschichte wird aus Laon berichtet: Dort kam ein zu den Manövern berufener Reservist mit seinem vierjährigen Knaben an der Hand in die Kaserne des 45. Infanterie Regiment» und erklärte auf die Aufforderung, den Kleinen anderweitig unterzubringen, Folgende»: „Ich habe Niemanden, der auf da» Kind Acht geben könnte. Wenn ich e» in Pari» allein ließe, würde e» auf der Straße herumwilderu und schleckte Streiche verüben. Sie zwingen mir einen Dienst auf, der mich daran hindert, über mein Kind zu wachen. Ich entziehe mich nicht dieser Pflicht, aber Sie können von mtr nicht verlangen, daß mein Sohn darunter Schaden leidet!" Gegen diese Logik des braven Balers ließ sich beim besten Willen nicht» ein» wenden, und man verstand fich lachend dazu, dem Bürschchen einen Speisevapf und ein Bett anzuweisen, damit c» die 28tägige UebungSzeit mit seinem Vater zusammrnbleiben könne.
• Wieder eine neue Theilung der baturnriuge ist nach einem Telegramm an die „Astronomischen Nachrichten" von Dr. Wonaszek in Ungarn (KiS-Kartal) entdeckt worden. A« 4. August bemerkte der Astronom mit einer vierhundert- bis sünfhuudertfachen Vergrößerung auf dem äußeren Ringe deS Saturn eine neue Theilung. Von außen gerechnet, wäre die» die erste, bann folgt bte berühmte Cncke'sche Theilung, dann die von Brenner kürzlich entdeckte und endlich die Casfinische Theilung. Wonaszek beobachtete die neue Trennung am 4, 6. und 8. August wiederholt. Außerdem bemerkte WonaSzek einen etwas concav nach außen gekrümmten Schatte« auf sämmtlichen Ringen. Der Leiter der Sternwarte in Kiel, Professor Krcutz, macht darauf aufmerksam, daß sich auch die neue Trennung der Saturnringe auf früheren Zeichnungen wtederfinden dürfte.
* Redeblüthe eines Staatsanwaltes: „. . . Meine Herren, Sie werden fich noch erinnern, welchen Federkrieg damals diese Verhaftung hervorrief- eine Unmenge von Tinte und Druckerschwärze wurde verwendet, um den Angeklagten rein zu wasch en!" Fl. Bl.
Wissenschaft, Literatur nnd Rnnst.
— Trotzdem seit der Veröffentlichung des Aufrufs zur Begründung der Kaiser Wilhelm-Bibliothek in-Posen erst wenige Wocken verflossen sind, haben schon mehr als vierzig Verlagsbuchhandlungen ihren Bestand, zumeist ohne jede Einschränkung, dem nationalen Unternehmen zur Verfügung gestellt. Vertreten sind darunter die bedeutendsten Firmen von Berlin, Bleiefeld, Braunschweig, Breslau, Dresden, Freiburg, Göttingen, Gotha, Halle, Hamburg, Jena, Leipzig, München, Oldenburg, Posen, Stratz- burg, Stuttgart, Weimar, Wiesbaden und Würzburg.
— Neue» Museum iu Magdeburg. Die Stadt Magdeburg beabsichtigt ein neues Museum für ihre umfangreichen Sammlungen: Skulpturen, Malereien, Kunstgewerbe, Kupferstiche und Münzen zu erbauen. Um die Pläne dafür zu erlangen, wurde deshalb unter den Architecten Deutschlands ein Wettbewerb ausgeschrieben. Ausgesetzt war eine Bausumme von 600000 Mk. ausschließlich Grunderwerb und Fundamentirung. Es waren zu diesem Wettbewerb 79 Entwürfe eingelaufen, welche von einem Preisgericht beurtheilt wurden, dem u. A- Prof. Wallot-Dresden, Prof. v. Thiersch« München, Stadtbaurath Licht-Leipzig, Oberbürgermeister Schneider- Magdeburg angehörten. Das Preisgericht erkannte folgende Preise zu: 1. Preis 4500 Mk. Architecten Kuder und Müller in Straß« bürg. Je ein 2. Preis 2000 Mk. Stud arch. R. Riffe-Dresden« Radebeul, sowie Architecten Johannes Schmidt und Fritz Heffemer- München. Je ein 3. Preis 1000 Mk. Architecten Meyer und Werle-Berlin, sowie Architect Thyriol-Südende bei Berlin. Zum Ankauf wurden 3 Entwürfe empfohlen: 1. Architect Paul Burghardt-Leipzig, 2. die Regierungsbauführer Hans Riese und Franz Schenck, beide zu Frankfurt a. M., 3. Architect L. Paffendorf-Koln.


