stimmt, welche gegen die Stimmen des ErntrumS und der Socialdemokraten abgelehnt wird. Der § 33 bei Ein- führnnglgesetze! bleibt also bestehen,- derselbe lautet: „Dal Gesetz kommt in Bayern und Württemberg nach näherer Bestimmung bei Bündnißvertrag! bezw. der Militärconvention zur Anwendung. Die Einrichtung der obersten militärgericht- ltchen Instanz mit RÜckstcht auf die Verhältnisse Bayerul wird besonders geregelt. — Hierauf wurde in die zweite Lesung der Militärstrafprozeßordnung eingetreten, nachdem Graf Lerchenfeld auf Anregung bei KeiegSministerS noch erklärt hatte, Bayern sei bereit, behufs einheitlicher Anwenbung del Strafrechtl mit dem obersten Militärgerichtlhof in Berlin in eventuellen Streitfällen gemeinsam zu verhandeln.
Berlin. 1. März. Das Abgeorduetenhaul erledigte heute die Etats der directen und iudirecten Steuern und Überwies sodann der Regierung noch einige Petitionen all Material. Morgen Sentral-Geuoffenschastskaffen-Nvoelle und Hochwaffervorlage.
Berlin, 1. März. Wie die „Nvrdd. Allg. Ztg." hört, ist es, im Gegensatz zu anderweiten Nachrichten, noch ungewiß, ob Offiziere der topographischen Abtheilung bei großen Generalstabei nach Kiaotschau zu Bermessuugl- arbetten entsandt werden oder ob diese Arbeiten Seiteul der Marine aulgeführt werden. Auch ist el nicht richtig, daß der Geheime Marine-Baurath FranziuS fich demnächst selbst nach Kiaotschau etuschiffen wird, um den Aulbau des Hafeugebietes zu leiten. Zu diesem Zwecke wird sich ein Mariue-Bau-Jnspector dorthin begeben.
Berlin, 1. März. Der Nord-Süd«Brenner- Expreßzug, welcher bisher nur bil Berona ging, wird von heute ab dreimal in der Woche bil Mailand und zweimal wöchentlich bil Venedig durchgeführt.
Berlin, 1. März. Dal Befinden bei Minister! Thielen hatte fich heute Mittag wesentlich gebessert. Der Patient hofft in einigen Tagen wieder völlig hergestellt zu sein.
Berlin, 1. März. Der Geueralstablarzt der Armee, Dr. v. Solei, hat fich nach Saarbrücken begeben, um die Ursachen der beim 3. Bataillon bei Infanterie-Regiments Nr. 70 aulgebrochenen Typhulepidemte zu studireu. Zu gleichem Zweck weilen aus Berlin bort: Divisionsarzt Dr. Wegener, Prof. Dr. Pfuhl, Stabsarzt Dr Schumberg, Gehetmrarh Prof. Gerhardt und Generalarzt Br Lentze. — Die in Wahn in Baracken untergebrachten Mannschaften del 70. Infanterie-Regiments dürfen, da weitere Erkrankungen festgestellt wurden, keinerlei Verkehr mit den Einwohnern unterhalten. Andererseits wird durch eine polizeiliche Verordnung auf das Strengste dal Betreten der Baracken verboten.
Wilhelmshaven, 1. März. Der Kaiser traf cheute Morgen kurz vor 12 Uhr auf dem hiesigen Bahnhofe ein und fuhr nach der Begrüßung durch die Admiralität unter den Hurrahrufen einer zahlreichen Menschenmenge sofort durch die Stadt zum Exercierschuppen, woselbst die Vereidigung der Marinerekruteu stattsand. Der evangelische und katholische Oberpfarrer hietten Ansprachen an die Truppen. Nach der Vereidigung der Rekruten richtete der Kaiser einige Worte an dieselben. Alldann brachte Eontreadmiral Hoffmann ein Hoch auf den Kaiser aul. Später fuhr der Kaiser im geschloffenen Wagen zur Werft, um den Panzer „Kaiser Wilhelm II." zu besichtigen. Er begab fich von dort iujdas E^fino, woselbst er dal Frühstück einnahm. Der Erbgroß« Herzog von Oldenburg befindet fich in der Begleitung bei Kaisers.
Wilhelmshaven, 1. März. Der Aufenthalt del Kaiser! im Saftno bauerte bil gegen 4 Uhr. Daun begab sich der Kaiser an Bord bei Panzerschiffe! „Kurfürst Friedrich Wilhelm", woselbst Abend! Diner stattfand. Die Abreife nach Bremer- Hafen erfolgt morgen früh 8 Uhr.
Wilhelmshaven, l.März. In der Ansprache, welche der Kaiser an die Marinerekruten richtete, erinnerte er die Mannschaften an die Heiligkeit del Eide!. Sie hätten den Eid al! Seeleute auf die Kriegsflagge geschworen, welche die Farben schwarz-weiß-roth tragen. Schwarz bedeute die Arbeit und Trauer, weiß den Feiertag und die Ruhe und roth da! Blut, welche! viele Vorfahren für das Vaterland vergoffen hätten. Er erinnerte ferner daran, daß viele brave Seeleute für dal theure Vaterland und die Flagge, zu welcher fte Treue geschworen, den Tod in den Wellen gefunden hätten. Biele seien hinaulgezogen, um die Jntereffen bei Baterlaude! zu schützen, denn wenn der deutsche Aar Besitz ergriffen und feine Krallen in ein Land hineingesenkt habe, sei es deutsch und werde deutsch bleiben. Er forderte fte bann auf, ihre Schuldigkeit zu thun, wie fte dal soeben vor Gotte! Angesicht geschworen hätten.
Straßburg, l.März. Der „LothringerZeitung" zufolge wird der Kaiser Ende Mai in Lothringen eintreffeu und auf sechs Tage feinen Aufenthalt auf Schloß Urbille nehmen.
8»lda, 1. März. Zu der Versammlung preußischer Bischöfe, welche heute hier stattfand, waren erschienen: SardinalFürstbischof Dr. Kopp-Brellau, Erzbischof Dr. v. Stab- lew-ki-GnesenPofen, Bischof Dr. Rebner-Kulw, Bischof Komm Trier, Weihbischof Dr. Knecht, Verweser bei Erz- diüthums Freiburg, Bischof Diagelstad-Münster i. W., Bischof Simar.Paöerborn und der Verweser del Bilthum! Limburg, Bischof Eiffler. Nlcht vertreten waren die BiSthümer Köln, Hildesheim, Osnabrück, Ermeland. Auch Felbprobst Dr. Aß- maun-Berlin war nicht zugegen. Ein Theil der Bischöfe reist bereits beute wieder ab.
Arrrla«-.
Cew, 1. März. Der österreichische Gesandte in Bern machte dem Bundesrath Vorstellungen, weil die Stadt Zürich von den dort sich onfttbelnben österreich-ungarischen Staat!- angehörigen die Vorzeigung eines Sittenzeugnisses verlangt, was dem österreichisch-schweizerischen NtederlaffungS- vertrage widerspreche.
Laibach. 1. März. Der Landtag nahm einen Antrag zur Errichtung einer slovenischen Universität in Laibach an und sicherte einen Beitrag von 250000 Gulden zu.
Prag. 1. März. Wie bestimmt verlautet, wird der böhmische Landtag morgen geschlossen werden.
Budapest, 1. März. Die Donau steigt- au! den Niederungen werden große Ueberschwernrnungen gemeldet.
Paris. 1. März. Wie verlautet, hat der Generalstab dem Obersten Henry einen Zweikampf mit Picquart untersagt, weil letzterer nicht mehr sattSfactioulfähtg sei.
Madrid, l.März. Wegen der Getreidetheueruug beabsichtigt die Regierung Herabsetzung der Einfuhrzölle.
Athen, 1. März. Der Mitschuldige Kardttzil, ein macedonischer Arbeiter Namen! Gevrgii, wurde verhaftet.
CocaUs unb provinjieac».
Gießen, den 2. März 1898.
• • Ordens Verleihung. Seine Königliche' Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht, dem Sanzlei- biener Heinrich Nahrgang tu Gießen das Silberne Kreuz bei Verdienstorden! Philipp! bei Großmüthigen zu verleihen.
* * Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog habenAllergnädigst geruht, der Köchin Magdalene Marx in Mainz die Silberne Medaille de! Ludewiglorden! zu verleihen.
• • Ernannt wurde am 18. Februar I. I. der Steuer« aufseher Jacob Eise zu Hungen zum Pfandmeister bei dem Rentamt Nidda für den Beitretbunglbezirk Schotten.
• • eine Vermehrung der hessischen Fabrikinspectorate ist von der socialbemvkratischen Fraktion bei Landtage! beantragt worden. Ihre Zahl soll auf vier erhöht werden und der vierte Inspektor seinen Sitz in Gießen nehmen. Der natioualltberale Abgeordnete Reinhardt hat den Antrag unterstützt.
** Ständchen. Der Bauer'sche Gesangverein, unter der bewährten Leitung del Herrn Polster, erfreute gestern Abend Herrn Georg Atzbach aul Anlaß feiner 25jährigen Mitgliedschaft durch ein sehr beifällig aufgenommene! Ständchen. Mehrere Toaste, welche demselben folgten, gaben beredte! Zeugniß von der Liebe und Der- ehrnog, sowie der Verdienste, welche sich Herr Atzbach um gen. Verein erworben. Möge el dem Jubilar vergönnt fein, weitere 25 Jahre in steter Gesundheit unter der wackeren Sängerschaar zu wirken.
vefitzwechfel. Da! Haus Steiustraße 76 ging für 25,000 Mk. von der Seuling'schen Eoncurlmaffe in den Besitz der Frau Emma Seuliug Über. — Dal Dietz'sche Hau! am Marktplatz ging für den Preil von 45,000 Mk. in den Besitz der Gebr. Jmheuser über.
• * Geländeerwerb. Herr Architekt Senil lug erwarb den Fieser',chen Garten, ca. 11,000 Quadratmeter groß, an der Moltkestraße für den Preil von 65,000 Mk.
• • Die «etteubrauerei Gießen, die über Mk. 980 000 Grundcapital und Mk. 128 137 Reserven verfügt, erzielte in 1896/97 nach Mk. 44 709 Abschreibungen (im Vorjahre Mk. 42 491) einen Reingewinn von Mk. 80227 (Mk. 56 282), au! dem die Aktionäre wieder 5 pCt. Dividende erhalten, der ordentlichen Reserve Mk. 4003 (Mk. 2787), der Special- reserve Ms. 14 973 (0) zugewiesen und an Tantiemen Mk. 9807 (Mk. 3864) vertheilt wurden. Die Bilanz verzeichnet an Srebitoren Mk. 396 612, denen an Ausständen Mk. 453 825 gegenüberftanben, während an Baar und Bor- räthen nur Mk. 255 000 vorhanden waren.
•’ Siu Deserteur. In der „Offenb. Ztg." findet sich folgende Notiz: Im vergangenen Herbste war ein Garde- Infanterist von seinemTruppeutheile au! Gießen öefertirt und erst nachträglich erfuhr man seinen Aufenthalt. Der nunmehr 27 Jahre alte, van Lauterbach stammende Mann war bereits mehrfach fahnenflüchtig geworden und hatte wiederholt Festungsstrafen, zuletzt auch eine solche von zwei Jahren verbüßt. Nach seiner letzten Desertion wandte er sich hierher, fand Arbeit, wurde aber krank - er bekam offene Beinschäden und befand fich die letzten fünf Wochen im städtischen Krankenhause, au! welchem er gestern Abend noch als wegunfähiger Patient unter militärischer Bedeckung, einem Feldwebel und einem Gefreiten, nach dem Hauptbahnhof und darauf mit dem Bahnzuge zunächst nach dem Lazareth seine! Garaisonortel verbracht wurde,
** Nationalfestspiele. Drei von den zahlreichen Orten, die für die Nation al fest spiele in Aussicht genommen waren, find bekanntlich zur engeren Wahl gelangt: Der Niederwald, der Kysfhäuser und Gollar. Seit gestern ist hiervon der Kyffhäuser in Wegfall gekommen. Der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt hat den Kyffhäuser Städte- verdand, an dessen Spitze Nordhausen steht, durch sein Ministerium gestern bescheiden lassen, daß er el enbgiltig ab- lehnt, das Fibeicommißland unterhalb bei Khffhäuserdurg- bergel, ba! allein in Betracht kommt, zu dem gedachten Zwecke zur Verfügung zu stellen. Es bleiben sonach nur noch der Niederwald und Gollar. Wie die Wahl fallen wird, wird fich voraussichtlich im Monat März ergeben.
*♦ Lumdathal-Vahn. Ein mit 506 Unterschriften versehenes Gesuch der Bewohner von Allenborf, Tret!, Mainzlar, Slimbach und Daubriogen ist vom Abg. Köhler überreicht worben. „Seither Höne man immer, ber ausgearbeitete Entwurf unserer Eisenbahnlinie solle in diesem Winter fertig- gestellt werden und daran knüpfte fich naturgemäß die stillschweigende Annahme, es werde dann nach völliger Beendigung der Vorarbeiten im Frühjahr zum Geländeerwerb und dann zum Bau unserer Bahnlinie Londorf — Allenborf — Lollar geschritten werden. Obwohl nun aber, wie wir aus znver- lässiger Quelle gehört, die Vorarbeiten völlig beendigt und
im Begriff find, an Großherzvgliche Regierung eingesandt zu werden, ober bereits eingesandt find, kam Ende voriger Woche von Großherzoglichem KreiSamt Gießen die Nachricht an hiesige Großherzvgliche Bürgermeisterei, die Arcker könuten wiederum in gewöhnlicher Weife aulgestellt werden, da im Jahre 1898 der Bau unserer Bahn noch nicht in Angriff genommen werden würde. Diese Nachricht ist nun aber von Bielen mit großer Mißbilligung aufgenommen worden, um fo mehr, da seiner Zeit unsere Linie unter den beiden ersten im HeffischcPreußischeu Eisenbahnvertrag genannt war. Wenn nun einmal die Linie genehmigt ist und auch die Vorarbeiten soweit beendet find, so ist, zumal bei der durch die gemeinsam Hessisch-Preußische Verwaltung gewiß eingetretene Erleichterung bezüglich ber Beschaffung leitenber Beamten, nicht abzusehen, warum eine abermalige Verzögerung und Zurückstellung unserer Linie hinter anbere eintreten soll. Wurden doch im abgelaufenen Jahre zwei weit größere Strecken in der Wetterau zu gleicher Zeit gebaut, warum sollte nicht jetzt neben dem Lau der in Angriff genommenen Linie Nieder Gemünden—Homberg—Nieder-Ofletden auch der Bau unserer Linie hergehen, ober berfelben auf dem Fuße folgen können? Offenbar wird ganz besonders das Städtchen Allenborf a. d. Lumba, da! unter ben jetzigen Bahvverhält- nissen, je mehr unb mehr es feine Bebemung als Mittelpunkt unserer Gegenb verlieren muß, schwer geschädigt, weil der Verkehr in entgegengesetzter Richtung abgeleitet wird, aber auch ebenso die sammtlichen unteren Orte bei Lumda- thale! Treis, Mainzlar unb Daubringen, bie doch weit größer, verkehrsreicher und ber Provinzialhanpistabt näher gelegen find, al! die Gemeinden an der Strecke Londorf— Grünberg. Die Verkehrlgelegenheit ist, zumal nicht einmal ein Reichspostwagen auf unserer Landstraße fährt, gering, schlecht, unsicher, Überaul langsam unb durch Verschwendung ganzer Tage mit ungeheuerem Zeitaufwand und durch in Folge dessen nothwenbiger Zehrung mit Kosten verknüpft, welche in keiner Weise ber geringen öegentfeinung von drei Stunden unb ber nothwendigen Verbindung mit der Amts- und Kreisstadt Gießen entsprechen. Und daß natürlich ber Ban ber Bahn, abgesehen von ber besseren Verkehrs- Gelegenheit, unserem von ber Natur gesegneten unb an Naturschönheiten nicht armen Lumbathal, burch bessere Verwerfung der Erzeugnisse der Gegend, durch größere Regsamkeit, durch industrielles Leben, große Boriheile bringen und die im Allgemeinen gebrückte finanzielle Lage unseres Thales heben würde, unterliegt nicht dem geringsten Zweifel. Wir bitten Sie daher, sehr geehrter Herr LandtagSadgeord- neter, die Beschleunigung unserer Bahnlinie warm zu befürworten und un! eventuell über bie Gründe ber Verzögerung nähere Mittheilung zu machen."
Münzenberg, 1. März. Am Sonntag Abend gegen 11 Uhr brach hier Feuer au«. Trotz eifriger Löscharbeit-n ber gelammten Feuerwehr unb Einwohnerschaft fielen btm verheerenden Element, ba bie oorhanbenen Hen- unb Stroh- vorriithe reiche Nahrung boten, zwei Scheunen, darunter die Psarrscheune, unb ein Stall zum Opfer. verschiedene Feuerwehren aul den Nachbarorten waren rasch zur Stelle nutz beteiligten sich lebhaft an ben Löscharbeiten.
Au» Oberhessen, 26. Februar. Die Shristlich- Sozialeu bei Großherzogthnms werben am 9. März in Friedberg zusammenkommen, um zu ben bevorstehenben Reichs- tagSwahlen Stellung zu nehmen. Die Partei hat für ben Wahlkreis Friedberg-Bübingen, nachdem Pfarrer Bernbeck in Staden auf eine Kandidatur verzichtet hat, den Landwlrch Möser in Nieder-Erlenbach al! Sanbibaten in Aussicht genommen. Frks. Ztg.
Friedberg. 1. März. Bei bem hier zum reinen Unfug geworbenen Schlagballspiel schlug gestern ein Knabe einem anberen mit solcher Wucht an! Auge, daß ber Getroffene eine Gehirnerschütterung erlitt unb ba! Auge verlieren wird. Er wirb, sobald er tranlportabrl ist, nach Gießen in die Klinik verbracht. — Gestern verunglückte ein Maurer beim Schuttabfahren, indem ihm ein Finger oul- geriffen wurde. Er war gerade damit beschäftigt, einen Waget», zu hemmen, all ba! Pferd zu früh anzog.
-e. Neu-Ulrichstein, 1. März. Monatsbericht ber Arbeiter-Solonie pro Februar 1898. Ende Februar 1898 sind in der Solonie stellen-, resp. arbeitslos 76 Mann. Dieselben Vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Heffen 18; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 14, Regierungsbezirk Wiesbaden 10; Provinz Rheinlande 7, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 2, Provinz Ostpreußen 2, Provinz Schlesien 2, Provinz Brandenburg 2, Provinz Westfalen 1; Königreich Bayern 4, Königreich Sachsen 1; Königreich Württemberg 1; Großherzog- thum Baden 2; thüringische Staaten 5; Grohherzogthum Mecklenburg 1. Ausland: Oesterreich Ungarn 3. Hiervon Waren: Arbeiter 39, Anstreicher 3, Bäcker 3, Bergmann 1, Dachdecker 1, Hasenbaarschneider 1, Kappenmacher 1, Kaufleute 4, Kellner 3, Klempner 1, Kupferschmiede 1, Küfer 1, Kürschner 1, Landwirth 1, Schlosser 6, Schneider 3, Schuhmacher 2, Schriftsetzer 1, Tapezier 2, Tüncher 1. Gearbeitet wurde an 1790 Tagen. Verpflegt wurde an 2160 Tagen. Im Monat Februar 1898 würben entlassen 17 Mann, unb zwar auf eigenen Wunsch 5, in Arbeit burch eigenes Be- mühen 3, zur Familie zurück 2, wegen Sontractbruche» 7. Seit Bestehen der Solonie sind ausgenommen worden im Ganzen 3413, dagegen abgegangen im Ganzen 3337 Mann, bleibt Bestand am 28. Februar 1898: 76 Mann.
Homberg a. O., 28. Februar. Der Mörder ber Wittwe Hartmann ist nun entbeckt worben. Es ist ber 21jährige Johl. Strack, Sohn bei Johann Heinrich Strack, welcher schon verschiedene Male Bedrohungen mit dem Messer gemacht haben soll. Er hat die That bereits gestanden, schützt aber totale Trunkenheit vor. Leiber mußten in bitfer Angelegenheit auch zwei Unschuldige, darunter der eigene Sohn der Ermordeten, verhaftet werden, weil verschiedene Zeuge» dieselben schwer verdächtigten. Alls. KreiSbl.


