Ausgabe 
3.2.1898 Erstes Blatt
 
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Rom, 1. Februar. DerKarriere della Sera" unter» wirft bte italienische Armee einer scharfen Kritik. Die Armee könne von den Bundesgenossen Italiens nicht geschätzt werden und würde sogar von Anderen mißachtet. DaS Blatt schließt mit der Befürchtung, daß ein Krieg mit Italien tu diesem Augenblick für Italien furchtbare Folgen haben würde.

Neapel. 1. Februar. Die Agitation der Studirenden der Universität für Durchsetzung eines außerordentlichen PrüfuagSterwinS hatte heute die Unterbrechung der Vorlesungen zur Folge. Die Studenten umringten den UniverfitätSsecretär Santoro, der darauf seinen Stockdegen gegen die Studenten zog. Diese fielen mit lautem Schreien über Santoro her und zogen dann zu den ZeitungSredacttonen, um dort zu protestiren. Die Untverfität wird dem Vernehmen nach geschloffen werden.

Plymouth. 1. Februar. Weiteren Nachrichten zufolge scheint der Verlust an Menschenleben beim Schiffbruch des PostdampfersChannel Queen" größer zu sein, als bisher gemeldet wurde. Von den 63 an Bord befindlichen Personen wurden bisher nur 13 amtlich als gerettet ge» meldet. Die Paffagiere find fast ausschließlich franzöfische Zwtebelverkäufer auS St. Brieno.

Rewyork, 1. Februar. Ein entsetzlicher Schneesturm, der dem orkanartigen Schneesturm vom 12. März 1888 außerordentlich ähnlich war, hauste in Rewyork und New» England. Er deckte Straßen und Bahnlinien zu und begrub Eisenbahnzüge. Besonders heftig war der Sturm in Boston, das vollständig vom Verkehr abgeschnitten ist. 200 Pferde kamen in der letzten Nacht um, indem fie über die LeitungS» drähte der Straßenbahn strauchelten und ntederstürzten. Die Cadaver find noch unverscharrt.

Rio de Janeiro, 1. Februar. Der Belagerungs­zustand ist bis zum 23. d. M. verlängert worden.

CocaUs unb LrovinzreUes.

Gießen, den 2. Februar 1898.

* * Ermächtigung zur Annahme und zum Trage« fremder Orden. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Geheimen Medicinalrath Profeffor Dr. Georg G affky zu Gießen die @rlaubri§ zur Annahme und znm Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Ruthen Adler» orden« 2. Klaffe zu ertheileu.

Pr. Coucertverein.Paradies und Peri" hieß da» Zauberwort, mit dem der Vorstand de» CoucertvereinS für das fünfte Concert dieser Saison ein zahlreiches Publikum angelockt hatte, das den großen Saal von Stein- Etabliffe« ment, in dem diesmal die Aufführung stattfand, bis auf den letzten Platz füllte. Mit der Wiedergabe der genannten Ton» dtchtung, die unstreitig zu den hervorragendsten Chorwerken Robert Schumanns gehört und wegen ihres poefievollen und stimmungsreichen Gehalts Überall, wo fie aufgeführt wird, begeisterte Aufnahme findet, hatte fich Herr UniverfitätS- mufikdtrector Trautmann eine dankbare Aufgabe gestellt, mit deren Lösung er auf einen um so größeren Erfolg rechnen durfte, al» ihm für die wichtigsten Partien des Werkes ganz vorzügliche Kräfte zur Verfügung standen, deren Namen man nur zu lesen brauchte, um für eine völlig befriedigende Wiedergabe genügende Garantie zu baben. Al» Leiter des Ganzen entfaltete unser eifriger Univerfitätsmufikdireetor wieder in vollem Umfange die Dirigenteutugenden, die wir schon wiederholt an ihm gerühmt haben, und unter seiner zielbewußten energischen Leitung vereinigten fich Solisten, Chor und Orchester zu einem wohlthuenden, harmonisch wirkenden Ensemble, deffen Darbietungen da» Publikum dankbar entgegennahm. Es würde unS zu weit führen, wollten wir auf alle Einzelheiten der in jeder Beziehung intereffanten Aufführung eingeheu. Erwähnt fei vor allen Dingen, daß Fräulein Emma Hiller, die wir mit Freuden' wieder in Gießens Mauern begrüßten, eine vortreffliche Ver­treterin der Peri ist. Anfangs ging fie mit ihren Stimm- mltteln offenbar etwas haushälterisch um, doch waren dafür ihre späteren Erfolge, und namentlich bei dem Schlnßgesang Freud', ew'ge Freude", um so glanzender und entfeffelten nach dem sieghaften hohen C wahre Beifallsstürme. Ihr standen ebenbürtig in ihrer Kunst zur Seite Fräulein Cäcilie Kloppenburg, deren klangschöne und in allen Tonlagen äußerst ausgiebige Altstimme unter den Collrginnen ihres Gleichen suchen dürfte, und der Tenorist Herr Nicola Dörter. Die Vertreter der übrigen Solostimmen, Fräulein Müller, Herr Wegener und verschiedene Mitglieder unseres akademischen Gesangvereins fanden sich mit ihren Partien im Allgemeinen befriedigend ab. Der akademische Gesangverein legte in den verschiedenen Chören wieder neue Proben seines tüchtigen Könnens ab und kann mit dem gestrigen Erfolge wohl zu­frieden fein. In gleich befriedigender Weife löste das Hom» burger Curorchester feine Aufgabe, sodaß unser Wunsch, das­selbe noch öfter hier zu hören, nur lebhafter geworden ist. Beeinträchtigend wirkte an der ganzen Aufführung nur die mangelhafte Acustik deS Saales, die das Bedürfniß nach einem neuen, unserer Stadt und der Veranstaltungen des Concert» Vereins würdigen Concertsaal wiederum aufs Deutlichste erkennen ließ.

* Stadttheater. Am Freitag, den 4. Februar wird im hiesigen Stadttheater auf allgemeinen WunschPreciosa" wiederholt. Auch für diese Ausführung haben Mitglieder de» Ban er'scheu Gesangvereins ihre Mitwirkung in liebens­würdigster Weise zugesagt. DaS Orchester ist an diesem Abend wiederum bedeutend verstärkt. Di» Vorstellung findet im Abonnement und bei gewöhnlichen Eintrittspreisen statt.

* *cf Theater-Verein. Mittwoch den 9. Februar. Der Theater-Verein hat diesmal wieder einen besonders hervorragenden Gast für fich und damit für Gießen gewonnen. Marie Barkany, eine vortreffliche Künstlerin, welche manche» Jahr eine Zierde des König!. Schauspiel­

hauses in Berlin war. Die Dame hat ihre Engage- mentsverträg: aufgebeu müffea, um nur einigermaßen den stets wachsenden Gastspielantiägen gerecht werden zu können, und Gießen kann von Glück sagen, eine so vortrefflicheErste Liebhaberin" mit Erfolg eingeladen zu haben. Daß die» nur mit großen Opfern ermöglicht werden konnte, bedarf wohl keiner weiteren Verficherung. In zwei wesentlich ver­schiedenen Rollen wird die vielseitige Künstlerin dem Publikum gegenübertreten, in einem klassischen Lustspiel von Shakespeare und in einem, wenn auch vorzüglichen, aber immerhin über- müthigen Schwank von Pohl. Der Widerspenstigen Zähmung ist freilich vor drei Jahren schon mal gegeben, trotzdem ist kaum anzunehmen, daß Einer ober der Andere wehe" schreien wirb; bei einem so vornehmen Lustspiel ist oie Wiederholung bekanntlich doppelter Genuß.

* Borträge von Profeffor Dr. Sauer. Der dritte Bor» trag, der die AsklepioSheiUglhümer, besonder» da» an werth- vollen Funden reiche von Epidanvo», und die vielen in den letzten Jahrzehnten aufgedeckten griechischen Theater behandelt, findet am 4. Februar statt. Wir verweisen auf daS Inserat in der heutigen Nummer.

AuSfichtsthnrm auf dem DüuSbrrg. Ein Unternehmen, welche» lange geschlummert, soll nun zur Ausführung ge­langen. Mit der Errichtung eines AuSfichtSthnrmeS auf dem DünSberg soll, wenn diesem Vorhaben die nöthige Unter­stützung wird, noch in dies»« Frühjahr begonnen werden. Im Jahre 1882 wurden etwa 1200 Mark in kurzer Zeit von Freunden deS Düusberges gezeichnet, eS wurde ein Dünsberg-Verein gegründet und die alsbaldige Inangriff­nahme eines Thnrmbaues geplant. Dabei ist die Angelegen­heit seither stehen geblieben, denn der Ausführung des Pro­jektes stellte fich ein Hinderniß entgegen, die Landesvermessung. Die kgl. preußische Regierung errichtete auf dem Dünsberg ein VermessungsgerÜft, und so lange die Arbeiten der Lande»- vermeffung dauerten, wurde die Genehmigung zur Errichtung eines AusfichtSthurmeS nicht ertheilt. Im vorigen Jahre waren die Aufnahmen beendet, worauf sogleich die Section Gießen D. u. Oe. A. D. da bet DünSberg-Berein nicht mehr existirte unb feine ehemaligen Vorständen theilS ge­storben, theilS verzogen waren fich an da» Ministerium in Berlin wandte und fich die Erlaubniß erbat, auf dem DünSberg einen AuSsichtSthurm zu errichten; die Genehmigung wurde ertheilt. Auf Grund dieser Genehmigung sollen nun seitens eines Comits», au» früheren Mitgliedern des DünS- brrg-Vereins bestehend, demnächst alle Freunde unseres alten DünsbergS au» Gießen und allen umliegenden Orten zu einer Versammlung berufen werden, um mitzuhelfen, daß endlich der großartigste Aussichtspunkt der Gegend einen dauerhaften, für Jedermann zugänglichen Thurm erhalte. Im Laufe diese» Sommers wird die Bieberthalbahn in Be­trieb kommen und damit wird ba» prächtige Thal dem all­gemeinen Verkehr erschlossen; wenn sonst ein tüchtiger, an­strengender Marsch ober eine Wagenfahrt nöthig war, um nach Bieber ober auf den Dünsberg zu gelangen, so wird S bald durch die Bahn möglich sein, an einem Sonntag Nachmittag bequem mit Kind und Kegel den DünSberg zu besteigen und Abend» wieder ohne Uebermüdung zu Hause zu sein. Wer den Aufstieg auf den alten, höchsten Herrn unserer Gegend macht, der will auch von oben Umschau halten über sein Helmathland. Eben ist die» nur möglich, wenn er die hohe und steile Leiter zum VermessungsgerÜft hinauf­klettert, eine turnerische Hebung, der sich nicht Jeder gern unterzieht; für nicht ganz schwindelfreie Personen ist ba» Besteigen deS Gerüstes unmöglich. Ein fester Thurm muß daher oben errichtet werden, der zugleich einen Unterkunft»- rautn bietet, wenn im Sommer ein Gewitter die Besucher des DünSbergeS überraschen sollte. Die Aussicht aber, welche fich bietet, wenn man erst über den Wipfeln der hohen Tannen steht, ist werth, daß man ihretwegen die Bergfahrt macht. In nächster Nähe liegen tiefunten Fellingshausen, Überragt von Vetzberg und Gleiberg, dahinter Gießen mit Schiffenberg, Lollar und Staufenberg, über welche weg der Thurm btr Spiegelslust die Grüße der benachbarten Uni* versilätsstadt zuwinkt. Die Berge de» Hinterlande» um Gladenbach ziehen fich von Norden hin bis HohenfolmS, wäh­rend int Westen der Wartthurm und der alte KalSmunt als Wahrzeichen Wetzlars ragen, vom grünen Berg schaut Braunfels unb die Dianaburg ins Land. Und dieses Land- schastSbild begrenzen als Rahmen die hohen Bergzüge des Taunus, Röhn, BogelSbergeS, die Berge de» Heffenlande» bi» Kassel und deS WesterwaldeS. Wer je die schönen Waldwege zum Dünsberg hinangestiegen ist, der wird gewiß mit un» übereinstimmen, dort oben muß ein Thurm stehen. Die vor Jahren gesammelten Gelder haben fich zu einem Capital von 1500 Mark vermehrt, 1000 Mark werden etwa noch nöthig sein, um das Werk beginnen zu können; wir find gewiß, diese Summe wird von Freunden unserer schönen Umgebung aufgebracht werden.

** Die Wege nach dem Philosophenwald Nachdem die Actien-Brauerei bei der Stadt einen dahin gehenden Antrag gestellt und fich bereit erklärt hat, da» dazu nöthige Material kostenlos zur Verfügung zu stellen, wirb durch städtische Arbeiter der Mittelweg unb der Fußweg über die Wiesen nach dem Philosophenwald gründlich auSgebessert.

Lampe hat Ruh! Mit dem gestrigen Tage trat für das ganze Großherzogthum Hessen die allgemeine Hegezeit für die Wald- und Feldjagd in Kraft. Die Hegezeit dauert bi» einschließlich den 31. August.

Strafkammer. Eine wohlverdiente Strafe erhielt der im April 1880 geborene Schreinerlehrling Wil­helm Ewald von Friedberg gestern vor der hiesigen Straf­kammer; derselbe schoß am 5. December v. I., am Nickels­tage, der 12jährigen Elisabethe Momberger ins Auge, und zwar der Art, daß dasselbe verloren ging. Die Kammer verurtheilte den noch unbestraften jungen Menschen zu 1 Jahr 6 Monat Gesängniß, unter Versagung der vom Staats­anwalt zugebilligten mildernden Umstände. Die Höhe der Strafe wurde vom Vorsitzenden damit motivirt, daß da»

. Schießen an bewohnten Orten eine nicht hart genug zu ver- urtheilende Unsitte sei, wodurch schon viel Unglück aagerichtet, unb daß der Gerichtshof, hätte der Angeklagte des 18. Lebens- jahr überschritten gehabt, zweifellos nach Lage der Sache auf 1 Jahr 6 Monat Zuchthaus erkannt haben würbe.

Friedberg, 30. Januar. Pfarrer Bernb eck in Staden, der al» christlich-soc-aler ReichStagScanbidat aufgestellt unb in betriebenen Blättern genannt war, hat bic Candibatur für unseren Wahlkreis FriedbergBüdingen abgelehnt.

HL Darmstadt, 1. Februar. Der vom Hessische« Land- wirthschaft»rath veranstaltete VortragScur» für practische Landwtrthe wurde gestern, 31. Januar, im Kaisersaal dahier mit 223 Theiluehmern in Anwesenheit mehrerer Ver­treter Großd. Oberer landwirthschaftlicher Behörde eröffnet. Die Verhandlungen leitete Herr A. Dettweiler-Lauben­heim, Viccpräsideut deS Hessischen LandwirthschaftSrath», in Verhinderung de» Präsidenten, Herrn Geh. Reg.-Rath Haas- Offenbach. Als erster Vortragender sprach Herr Reg.-Rattz Prof. Dr. Werner-Berl n über:Der landwirthschastliche Betrieb im Zeichen der Neuzeit". Der klare und interessante Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. In der am Nachmittag abgehaltenen Discussion ergab fich eine sehr rege Betheiligung unb lebhafte» Bekunden de» Interesses, das die Laadwirthe an der Veranstaltung des VortragScurse» nehmen. Heute sprach Herr Schade-Altenburg über:Die Arbeiterfrage", hierauf Herr KrriSrath Feh Offenbach über: Kritik der neueren Arbeitergesetzgebung", zum Schluffe noch­mals Herr Geh. Regierungsrath Wer n er - Berlin über: ZüchtungSgrundsätze". Die Theilnehmerzahl ist heute auf 230 gestiegen.

Mainz, 1. Februar. Der am 1. September 1863 zw Weisenau geborene, verheirathete und dort wohnhafte Ma­schinist K. Meth, welcher seither auf einem Schleppdampfer der Firma Kannegießer bedienstet war, fiel gestern tn der Nähe deS FischthoreS in den Rhein unb fand feinen Tob.

Mainz, 1. Februar. Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner hat morgen, Mittwoch Nachmittag eine außerorbentliche öffentliche Sitzung b er S tadtverord neten an» beraumt. Der Herr Oberbürgermeister hat dir» au» dr« Grunde gethan, weil er die ganze Angelegenheit de» städti­schen Gaswerk» vor der Oeffentlichkeit verhandelt wissen will, es soll Alles, was sich bis jetzt im Gaswerk ereignet, bte ganze Untersuchung in bemselben offen bargelegt werben. Wie wir bereits meldeten, ist der langjährige Kasfirer de» städtischen Gaswerks Herr Beilstein, gestern Vormittag durch Herrn Polizeicommissär Schüler auf dem Bureau des Gas­werk» verhaftet worden. Durch bte von Herrn Rechner Kreuter vorgenommenen Revifionen der Bücher und Rech­nungen des städtischen Gaswerks wurden solche Unregel­mäßigkeiten aufgedeckt, daß Herr Kreuter fich veranlaßt sah, von seinen Wahrnehmungen umgehend die städtische Verwal­tung zu benachrichtigen. Die darauf gegen Beilstein einge­leitete Untersuchung hat ergeben, daß derselbe feit Jahren Fälschungen in den Büchern vorgenommen hatte, und daß er damit Unterschlagungen im Betrage von etwa 17000 Mk. verdeckt hatte. In diesem Betrage von 17,000 Mk. soll übrigen» eine Summe von 3000 Mk. enthalten sein, die. Beilstein noch vor dem Uebergang de» Gaswerk» in städti­schen Betrieb unterschlagen haben soll; dieser Betrag soll übrigen» von anderer Seite gedeckt worden sein, sodaß die Firma Purizzelli, von welcher daS Gaswerk erworben wurde, keinen Schaden erlitten hatte. Die Untersuchung wirb fort­gesetzt und ist e» leicht möglich, daß dieselbe noch weitere Kreise ziehen wird. Die RevisionScommission der Obernch- nungSkammer au» Darmstadt ist bereis heute zur Revision der Bücher des städtischen Gaswerks hier eingetroffen. Die Revision wird sich auf die ganze Zeit erstrecken, feit ba» Gaswerk städtisch ist. Mainz. Auz.

Mainz, 1. Februar. Der Kasfirer de» städtischen Gas­werks, Hermann Reimann, wurde heute Nachmittag ebenfalls verhaftet.

Alzey, 31. Januar. Eine durch Herrn Bürgermeister Dr. Tutor einberufene, von über 200 Interessenten au» Stadt unb Umgegend besuchte Versammlung, worin die Frage der Gründung eines HandelSvereinS, eventuell mit Anglieder­ung an eine der bestehenden rheinhesfischen Handelskammern oder die selbstständige Gründung einer solchen zur DiScusfion gestellt war, beschloß auf den Antrag des Herrn Beigeord­neten Wolf mit Stimmeneinhelligkeit die Gründung einer H andelskammer für Stadt unb Bezirk Alzey. Ein provisorische» Comite wurde gewählt, nm die gesetzliche Organisation in die Wege zu leiten.

Vermischte»

* Goslar. 1. Februar. Die städtischen Collegien be­willigten 300 0 00 Mark für die Stätte der geplante« Nationalfestspiele. Außerdem find 200000 Mark gezeichnet.

Görlitz, 1. Februar. In einer benachbarten Ziegelei find gestern drei Arbeiter ums Leben gekommen, al» durch den Sturm da» Dach der Ziegelei abgedeckt wurde.

Airchttche Anzeigen der evang.Genreinde.

3m «onstrmaudertfaal, Neustadt 61.

Donnerstag den 3. Februar, Abends 8 Uhr: videp st««d». 1. Cor. 10. Pfarrer Schlosser.______________________

Neueste Nachrichten.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 2. Februar. Profeffor ESmarch au» Kiel beabsichtigt auS dem Universitäts-Lehramt au»zu- scheiden. Der berühmte Chirurg soll ein Gesuch um Peufiouirung eingereicht haben.

Berlin. 2. Februar. Der Chefredacteur desKladde­radatsch", Johanne» Trojan, hat gegen ba» Unheil der Strafkammer, wonach er wegen Majestätsbeleibigung zu zwei Monaten Festung verurtheilt ist, Revisio'n angemelbet.