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monnatc bei sich, um blt Wünsche feiner lieben Fran erfüllen zu können. Er achtet es nicht unter feiner Würbe, Pakete zu tragen. Bei Fahren mit bet Bahn hält er bas jüngste Rinb auf bem Schatze. Senn es regnet, läuft er voraus, um bie Thüre aufzumachen. Bei einer Spazierfahrt setzt er stch auf ben Bock zum Kutscher, wenn der Wagen voll ist. Er steht In der Nacht auf nnb besorgt bie Staber. ®r ist bet Tisch mit Allem zufrieben, was man ihm vorletzt. Das Sssen.lst nie versalzen ober angebrannt - er beklagt fich auch nicht, wenn er Mittags mit hungrigem Magen nach Hause kommt unb bas Esten ist noch nicht fertig, Im Gegentheil, er hilft noch bei ber Zubereitung. Morgens steht er auf unb kocht den Kaffee unb bringt ihn seiner Frau ans Bett. Er glaubt au schwache Nerven unb wirb von einer Thräne erweicht. — Durch ein neues Kleid, einen neuen Hut belustigt er bie schrnollenbe Frau. Abenbs kommt er zur rechten Zelt nach Hanse- einen Hansschlüffel nimmt er niemals mit. Alljährlich schickt er seine Frau in bie Sommerfrische- er bleibt hübsch zu Hause unb behilft fich mit einem Mtster unb einer Gibel unb selbstgemachtem Bett. Er ist stets gntmürhig unb liebevoll- er besorgt bie Kinber unb bringt fit zu Bett, wenn bie Fran ins Theater ober auf ben Ball geht. Er erfüllt all ihre Wünsche.
• «ine Stabt ans Zink Ist Beira in Portugiesisch- Ostafrika. Alle Wohnhäuser, Gasthäuser nnb öffentlichen Gebäube, Waarenlager, Alles ist aus Zink gebaut. Diese Bauart erklärt fich einestheils aus bem Bestreben, Bauten zu errichten, bie bem Klima entsprechen, bann aber auch aus bem Bebürfnitz schneller Unterbringung ber Bewohner. Die Stabt ist nämlich binnen sechs Monaten entstauben. Tauseube von Tonnen Zink fiab aus England, Amerika, Frankreich (aus Deutschland angeblich nicht) gekommen. Aber auch noch in anderen Beziehungen herrscht hier das Zink. Wird Jemand krank, so trägt man ihn auf einer Zinkbahre zum Hospital- stirbt er, so nimmt ihn ein Zinksarg auf.
* Sie Bevölkerung Jerusalems. Nach dem Guide Inti« catenr bes Santuaires Hiftoriques be la Terre-Sainte bes Franziskanerbruders 8l6bta beträgt bie Zahl ber Protestanten ta Jerusalem 400 bei 73000 Einwohnern. WShreub im vorigen Jahrhundert zu Jerusalem höchsten- 300 Jaden ge« bulbet würben, zählt bie Stabt heute bereu 66000 gegen 8000 vor breitzig Jahren. Heute Ist ber Einwanderung der Jaden ober wleber eine strenge Schranke gesetzt. Die Zahl ber Katholiken beträgt 2470, bavon gehören 2300 zum lateinischen Ritus. Die Schismatiker zählen 6020; es finb Griechen, Armenier, Kopten, Syrier usw. Die Muselmanen haben eine Stärke von 7660.
Wissenschaft, Literatur nnd Annst.
— Las neue Jahr ist in Sicht unb sendet bereit- seine Vorboten in den verschiedenen Kalendern für 1899 in die Well hinaus. Unter diesen hat fich, pünktlich wie immer, ber im Verlage von Ernst Keil- Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig erscheinende „Sarten-
laube-Kalender" eingestellt. 66 ist ein alter, lieber Hau-freund, in Dorf und Stadt seil Jahren wohlbekannt, ber mit llnacbulb erwartet unb mit sreudtgem Willkommen überall begrübt wird. Seine echte Volk-thümlichkett hat ihm eine ungewöhnliche Verbreitung verschafft, und jeder Jahrgang beweist auf» Neue bas planvolle Bestreben, mit diesem gediegenen, billigen, nur eine Mark kostenden Buche dem Volke etaen Hau-schatz von dauerndem Wrrthe darzu- bitten. Die Erzählungen rühren von unseren besten Schriftstellern her, unb die Lieblinge und gefeierten Glößm der „Gartenlaube" sind auch ständige Mitarbeiter de» „Gartenlaube-Kalender-". So ist W. Heimburg, wie in jedem Jahrgänge, fo auch in dem für 1899 durch eine ihrer finnigen, feinen Novellen vertreten, welche ihr da» Her» de» Volke» schon lanae erobert haben. In „Karl Lorensen" schildert sie ergreifend unb rührend ba» Schicksal eine» armen Ttschür- lehrling», ber unter unsäglichen Mühen und Entbehrungen sein Talent für Malerei endlich zur Geltung bringt, aber, von unglücklicher Liebe ver»ehrt, einem frühen Todt zum Opfer fällt. Da» Gegenstück dazu liefert Han» Arnold in feiner bekannten humoristischen, hinreißenden Weise, indem er von einem flotten Lieutenant erzählt, dem, von „Freund Zufall" begünstigt, Alle» gelingt, was er nur an- areist. Eine dritte Novelle, „Tante Rhabarber" von Gertrud Franke- Schieoeldein führt un» ein paar altmodische Menschen von einer solchen gewinnenden edlen LiebtnSwürdigkeit vor. datz man diese einfache leoenSwahre Geschichte gern immer wieder zur Hand nimmt. Neben dem erzählenden kommt aber der belehrende Theil deS „Gartenlaube-Kalenders" nicht zu kurz, wofür klar unb faßlich geschriebene populärwissenschaftliche Artikel von bekannten Gelehrten reichlich sorgen. Allerband nützliche Notizen, ein sehr urnfaffende» Kalendarium, anekbotische» Kleinwerk mit munteren Scherzen, übersichtlich geordnete interessante statistische Mtttheilungen, astronomische Notizen, ein reich illustrirttr tageSgeschichtlicher Rückblick u. f. w. u. s. w. zeugen für die Vielseitigkeit diese» Kalenders. A.ch bet Illustration ist wie stets besondere Sorgfalt zugrwendet, und namentlich da» farbige Titelbild von Fritz Reiß Ist ein wahre» CabtaetSstück.
— Hübners Geographisch-statistische Tabellen. Ausgabe 1898. HerauSgegeben von Hof-Rat» Prof. Fr. v. Juraschek. Verlag von Heinrich Keller in Frankfurt a. M. Der neue Jahrgang dieser vortrefflichen Tabellen ist bis zur Gegenwart fortgeführt unb enthält für ben täglichen Handgebrauch die wichtigsten statistischen Angaben über alle Länder Oer Erde tn übersichtlicher Form. Eine willkommene Ergänzung find die in diesem Jahrgang zum ersten Mal in besonderer Zusammenstellung aus S. 95 unb 96 mitgetheilten statistischen Daten ber Großstädte Berlin, Hamburg, BreSlau, L-tpzig, Dresben, Wim, Budapest, Lonbon, Paris unb Rom. Für bie Angaben über bie Eisenbahnlängen finb bie Mtttheilungen des Archivs für Eisenbahnwesen in diesem Jahrgang mit verwerthet. Wir können daher daS Büchlein nur wiederholt allen B--Hörden, Beamten unb Geschäftsleuten auf bas angelegentlichste empfehlen. Es fd noch be- sonberS auf bie eingehende Berücksichtigung verwiesen, welche in der diesjährigen Ausgabe bie neuesten colonialen Erwerbungen ftnbcn. Ferner finb bie neuesten Angaben über die Vertheilung bet "Nationalitäten, Confesfionen unb BerufSstänbe unb bie offiziell richtig gestellten Ergebnisse ber Volkszählung im Russischen Reiche vom Jahre 1897 ausgenommen. Preis ber elegant gebundenen Buchausgabe Mk. 1,20, ber WanbtafelauSgabe 60 Pfg.
— Drei Jahrhunderte russischer Geschichte. Unter tiefem Titel wirb in ben nächsten Tagen eine kurzgefaßte Darstellung ber russischen Geschichte seit ber Thronbesteigung der Romanow bis heute (1598 bl» 1898) von Dr. Arthur Kleinschmidt, Universitätsprofessor in Heidelberg, erscheinen. DaS Buch ist in folgende Capitel eingekeilt: 1) Bi» zu Peter dem Großen. 2) Peter ber Große. 3) Katharina I., Peter II. unb Anna. 4) Ein Jahr mit zwei Regentschaslm. 5) Die letzte Romanow. 6) Der erste Gottorp. 7) Katharina II. 8) Paul. 9) Alrxanber I. 10) Nicolau« I.
11) Alexander II. 12) Alexander III. 13) Nicolau« II. Nachbarn ber Venasser in seinen h über en Schriften einzelne Epochen ber modernen russischen Geschichte seiner Beurlheilung unterzogen hat. behandelt er in vorliegendem Werke bk Gesamrnterscheinung ber Entwickelung Rußland« während ber letzten drei Jahrhunderte.
— »Der Hessische Hausfreund" für 1899 ist erschienen. Der neue, bereits 77. Jahrgang dieses Lolkvkalmder» mihält außer vielem Andern eine umfassmde JahreSumschau unb zwei größere Erzählungen, berm eine von Pfarrer O. Gros ihren Hauptschauplatz in unserem Hessmlanbe (im Odenwald und Vogelsberg) hat und auf geschichtlichen Grundlagm deruhmd ein besonder« interessante« Zeitbild aus der durch Gustav Adolfs Auftreten bedeutungsvollsten Periode de» dreißigjährigen Kriege« darstellt, währmd die andere Begebenheiten au» der Straßburger Belagerung im Jahre 1870 schildert. Der Kalender kostet nur 25 Pfg. unb sei hiermit besten« empfohlen.
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Mittwoch ben 2. November: Zweite« Abonnrment- Concert. Donnerstag ben 3. sttovemder: Der fliegende Holländer. Freitag den 4. November geschloffen. vam«t»g den 5. November: Stumme von PorticL Sonntag den 6. Nooember. Nachmittag« 3% Uhr: Die Fledermau«. Abend« 7 Uhr: Afrikanerin. Montag den 7. November geschloffen. Dienstag ben 8. aiooember: Die Abreise. Hieraus: Joseph in Aegypten.
Mittwoch ben 2. November: Braut von Messina. Donner-tag ben 3. November: Im weißen Rötzl. Freitag den 4. Nooember: Großmama. SamStag den 5. November: Maria Magdalena. Sonntag ben 6. November, Nachmittag« 3‘/i Uhr: Im weißen Rößl. Abenb« 7 Uhr: Seelenstürme In Be- hanblung. Montag ben 7. November: Maria Magbalena. Dienstag den 8. November: Großmama.
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•rhnHtg# 29 Del. Fruchipreife. Weizen 17,00—17,50, Korn X 14,00-14,60, «erstes 14,00-15 00. Hafers 13,00-14,00, Erbsen X 00,00-00,00, Linsen X 00,00-00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0,00-0,00, Semra X 00,00-00,00.
Bekanntmachung.
Die nachfolgenden, bem städtischen Hospital und der Stadt gehörigen (ehemals v. Rabenau schen) Grundstücke, deren erstmalige Verpachtung am 6. September d. I. nicht genehmigt wurde, sollen in der nachfolgenden Reihenfolge
Montag den 7. November d. I.
nohmal« an Ort und Stelle meistbietend verpachtet werden und zwar:
•) von Vormittags 9 Uhr au
1. Flur XXV Nr. 105s/10 — 2299 qm Acker auf der Warte für die Zeit von 1899 bts 1904.
2. Flur XXV Nr. 42, 43, 44 und 45 sowie lO25/io Acker vor dem Weiber und Warte mit zusammen 18 266 qm in 20 Avtheituugen etwa von je einem ^iertet-Morge« von 1899 bi« 1901.
3. Flur XXV Nr. 48 mit 3050 qm Acker vor dem Weiher von 1899 bi« 1901.
4. Flur XXV Nr. 49 mit 3213 qm Acker daselbst für dieselbe Zeit.
5. Aur XXIII Nr. 129 — 4375 qm Acker auf dem Aulweg hinter dem Weiher für die Zeit von 1899 bts 1904.
6. Flur XXIV Nr. 105 — 2819 qm Acker am halben Zehnten für die Zeit von 1899 bi« 1901.
7. Flur XXIX Nr. 114 — 9319 qm Acker am Ohleberg vor dem Rödei weg für die Zeit von 1899 bi« 1904.
8. Flur XXLX Nr. 83 — 6824 qm Acker auf dem Erdkauterweg auf dieselbe Zeit.
b) von Nachmittags 3 Uhr au
9. Flur III Nr. 94 — 3306 qm Acker link« de« Krofdorfer Weg« für die Zeit von 1899 bi» 1904.
10. Fl' r IV Nr. 1, neue Bezeichnung Flur 30 Nr. 104 — 2937 qm Acker über dem Krosdorfer Weg für dieselbe Zeit.
11. Flur IV Nr. 18 und Flur 6 Nr. 442 neue Bezeichnung Flur 31 Nr. 7 — 6313 qm Acker am Krofdorfer Weg für dieselbe ZeÜ.
c) von Nachmittags 41 /, Uhr au
12. Flur XXXIX Nr. 239, 240 und 240a = 4512 qm Acker am Wieseckerweg, mütelste Gewann, für dieselbe Zeit.
Die Zusammenkunft ist de» Vormittags 9 Uhr auf der Frankfurter- stratze, am Eingang zur Klinikstraße, de« Nachmittags 3 Uhr an der ehemals Gail'schen Wollspinnerei, und Nachmittags 47, Uhr auf dem Wieseckerweg am »Pfau-.
Gießen, ben 28. October 1898. 10817
MlHNltMllMM
Verdingung.
Die nachstehenden, zur Errichtung eiueS Aussichtsthormes ans der Hochwart erforderlichen Arbeiten sollen
Montag, dea 7. Noomber h.
Bormittags 117i Uhr öffentlich verdungen werden.
1) Maurerarbeit: Herstellung der Fundamente, einschl. Liefern und Verlegm der Decksteine;
2) Zimmerarbeit: Liefern und Aufschlagen des zum Thurmgerüst erforderlichen Eichen- und Tannen- Holzes, rd. 6,60 bezw. 37,36 cbm, Herstellung eines Schutzdaches, von Ruhebänken rc.;
3) Schreiuerarbeit: Herstellung der Thurmtreppe, der Plattformen, sowie Liefern und Befestigen zweier Lettern;
4) GchlosserarbeitrThürbeschläge, Liefern von Klammern, Schraubenbolzen, Ankern, Bändern;
6) Pflafterarbeit: Herstellung von 12,3 qm Kopfsteinpflaster.
Plan, Arbettsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Nr. 6 während der Dienststunden offen. Angebote auf Vordruck find bis zum genannten Termin ver- sch offen einzureichen.
ZufchlagSfrlst 18 Tage.
Gießen, den 31. October 1898.
Das Stadtbauamt. 10866 Schmand t.
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kerö. Nenhans, Solingen.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.
Mittwoch den 16. Movör., , Nachmittags 2Vi Uhr, sollen auf dem hieitgen Ortsgericht die den Gerson «ah Ehelrntrn ta Gteßen gehörigen Immobilen:
Flur 1 Rr. 909 — 256 qm Hofraithe in der Wallthorstraße,
Flur 1 Nr. 913«/io — 469 qm Grab- gatten daselbst
öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 25. October 1898.
Großh. LrtSgericht Gießen.
I. A.: Vogt. 10631
Mittwoch den 2. November I. Js., Nachmittags 2 Uhr,
werden im Bieter','dren Saale — Neustadt 55 — versteigert:
1. Sophas, Commoden, Kleiderschränke, 1 Regulator, 1 Nähmaschine, 1 Buffet (Eichen), 1 Eßtisch und 6 Stühle (Eichen), 3 Dtzd. feine Filzhüte, eine Waschmaschine, 1 Waschmanael, zwei Hobelbänke, eine Partie Werkholz, eine Partie Schuhwaaren u- A. m.
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