Ausgabe 
2.3.1898 Zweites Blatt
 
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3000 Walnuß-, 10 000 Maudelbäume, ohne die anderen, weniger begehrten Sorten zu zählen.

Wieviel mau ißt, kommt tu den meisten Fällen weit weniger in Betracht als: wieviel man verdaut. Selbst die nahrhaftesten Speisen gereichen dem Körper nur zum Nachtheil und ermüden das BerdauuugSsyftem, wenn fie, in- folge mangelhafter Zubereitung, mit ungenügendem Appetit gegessen und daun schlecht verdaut werden.ES schlägt ihm nicht- au", sagt dann der BolkSmuud und mit Recht. Hier wirkt Maggi Wunder: Tin kleiner Zusatz dieser aus­gezeichneten Würze verleiht Suppen und Speisen einen seltenen Wohlgeschmack und bewirkt so, daß fie leicht verdaut werden und deshalb gut bekommen.

Der Millionärstrolch. Ein höchst origineller Mensch, dessen LebeuSgeschichte Stoff zu einem echt amerikanischen Romane liefern könnte, ist im größten Elend in Chicago gestorben. James Berry war der Sohn eines angesehenen Newyorker Arzte- und zeigte schon in frühester Jugend ein fo zügelloses Temperament und so unangenehme Eigenschaften, daß seine Eltern grwiffermahen aufathmeteu, al- der etwa zwölfjährige Knabe eines Tages von zu Hause fortlief und verschollen blieb. Mit seiner mangelhaften Erziehung, ohne Luft zur Arbeit, sank der jugendliche Ausreißer bald zum Landstreicher herab und trieb fich nun 30 Jahre lang al- Vagabuud umher. Bor anderthalb Jahren kamJim-, wie man ihn hieß, auf seinen Streifzügen auch einmal wieder »ach Newyork zurück und erfuhr dort, daß man schon nach Ihm geforscht habe, da sein verstorbener Bater ihm sein großes Vermögen vermacht hatte. So war aus dem hungrigen Jim mit einem mal ein Millionär geworden. Anstatt nun aber mit seinem Reichthum eia geregeltes Leben zu beginnen, be­gab fich der unruhige Geselle sofort wieder auf die Wander­schaft, wenngleich auch tu etwa- anderer Weise. Er bestellte fich einenExtrazug", mit dem er zuerst nach Mount Vernon dampfte, wo er alshungriger Jim" am bekanntesten ge­wesen war und stolz war, als man nun den neuen Beinamen Millionär-Strolch" sür ihn erfand. Modern gekleidet und mit Diamanten überladen, präseutirte fich der neugebackene Millionär seinen erstaunten Kumpanen von früher. Zu seiner Ehre sei eS gesagt, daß er fich in seinem Ueberfluß zuerst derjenigen Bekannten erinnerte, die ihm in seinen böfen Tagen, so gut sie konnten, geholfen hatten. So schenkte er einem Kellner, der ihm vor Jahren zwei Dollar- geliehen hatte, als Eatgelt 2000 Dollars (8000 Mk.) FünfdollarS- Noten regneten nur so unter die erstaunten Vagabunden. Nachdem ein großer Theil des Vermögens bereits verschwendet war, kam Berry noch auf den Gedanken, fich zu verheirathrn, und'die Frau, auf die seine Wahl fiel, erwies fich als eine noch größere Verschwenderin. In kurzer Zett waren die Millionen bis auf den letzten Cent dahin, und derhungrige Jim" ging wieder auf die Walze. Von seiner Frau und allen guten Freunden schnöde verlaffen, hielt sein durch daS tolle Leben hart mitgenommener Körper die Entbehrungen des VagabuvdenthumS nicht mehr aus und nun wurde der

Millionen-Strolch in bejammernSwerthem Zustande in daS Armeuhospital von Chicago ausgenommen, wo er an AuS- zehrung starb.

Gärtner all Detectives. Zur Ermittelung eines Mörder- find von Königsberg aus sämmtliche Garten- bauvereine aufgeboten worden. Bei der Leiche eines Er­mordeten hat man einen au» Papier hergestellte« Gewehr- Pfropfen gefunden. Man zog da» Papier sorgfältig auS- einander und fand darauf die Abbildung eine» Schlöffe« mit gärtnerischen Anlagen. Die Abbildung ist photographisch vervielfältigt und an alle Gartenbauverrine geschickt in der Hoffnung, daß ein Mitglied diese Anlagen wiedererkcnut und so einen Anhalt für weitere Maßnahmen gibt.

3m Eifer. Institutsdirektor (zu den Seminaristen): Jcht find schon wieder alle Johannisbeeren und Stachel­beeren in meinem Garten abgefreffen worden daS ist doch etne Schändlichkeit!" Ein Schüler (schüchtern):Ich glaube, Herr Dtrector, daß es die Hühner gewesen find, welche!" Director:Nichts da . . . Natürlich, das sollen wieder die Hühner gewesen sein, ich glaube, daß eS zweibeinige Hühner gewesen find!"

System EchLr,Langenscheidt, Kaufmännische Unter- richtsstunven, 2. Curfu», Conto,Praxis. Lection 16 bis Schluß. Verlag für Sprach- und Handelswissrnichaft (Dr. P. Langenscheidt), Berlin SW. 46. Was der Vater des Verlegers (Prof. G. Langen­scheidt) durch die Toussaint-Langenscheidt'fchen Unterrtchtsbriesc vor mehr als 40 Jahren unternahm, Jrdem die Möglichkeit zu biete», für das Sprachstudium sein eigener Lehrer zu sein, daS hat der Sohn, der Verleger und Mttv.rfasser des vorliegenden Werkes, für die praktischen Handel-wtffenschasten geleistet. Der Preis für den 1. Cursus des Werkes (die gesammte Buchhaltung) beträgt 15 Mk., für den 2. Cm fas (ContorpraxiS) 20 Mk., für beide Curse zu­sammen 30 Mk. Auch wird das Werk in einzelnen Lectionen L 1 Mk. abgegeben, und ist somit auch dm Unbemittelten leicht zugänglich.

uttet die Sprache von Palästina zur Zeit Christi möchten wir Einiges bemerken, daS angesichts der jetzt gegebenen Sudermann'schen TragödieJohannes" von doppeltem Jntereffe sein durfte. Was die Sprache von Palästina zu Lebzeiten Christi be­trifft, so wurde Vieles, das von hoher B.deutung ist, erst durch neuere Forschungm klargestellt. Eine Zuschrift an Herodes z. B. war sowohl in aramäischer als auch in griechischer Sprache abgefaßt, und überhaupt bat man ein« Mmge griechischer Texte aufgefunden, die, aus allen Zeiten und aus allen Thetlen des Landes verrührend, den Beweis liefern, daß die alten kanaanitischm Religionm noch nicht ausgestorbea, dagegen v'efach mit griechischer Mythologie durch­setzt waren, so daß Namen von einheimischen und griechischen Gott­heiten oft nebeneinander vorkommen. Die Gegend, in der die Griechen am zahlreichsten wohnten, war scheinbar die von Dekapolis, östlich vom Galiläischen Meere, u»d es scheint auch, daß die Be­wohner von Gadara, die vielfach Schweine züchteten, Griechen ge­wesen seien, denn das nützliche Schwein galt bei den Phöniziern und anderen semitischen Völkern ebmso für unrein, wie bei dm Juden selbst. Oft ist darüber gestritten wordm, ob die Eoangelim ursprünglich in griechischer oder in aramäischer Sprache verfaßt worden seien; jetzt ist nun durch weitere Untersuchungen mit Sicher­heit nachgewiesm wordm, daß das Griechische jener Zeit in Palästina vielfach in Gebrauch war unö von den Juden ebenso wie von den

anderen Einwohnern verstanden wurde. Auch der Stein mit griechischer Inschrift ist wieder aufgefunden worden, der die Heiden vor dem Betreten de« inneren Tempelhofes warnte, und ebenso jüdische Särge, die mit griechischen Inschriften versehen sind.

iltttoerfiiäte - Nachrichten.

Der ordentliche Professor der systematischen Theologie der Universität Erlangen, Reinhold Seeberg, wird dem an ihn er­gangenen Ruf an die Universität Berlin Folge leisten.

Verkehr, Land- nnd V-Urwirthschaft»

srordstern", Lebens-Verstcherungs-Actien-Gesellschast zu Berlin, undNordstern", Unfall- und Alters-Vn-sicherungS Actien- Gesell chast. In der kürzlich udgehaltenen Sitzung des Ausstcht«- rathes wurde der Termin für die General-Versammlung auf Donnerstag den 28. April festgesetzt Die °0'S-legte Bilar, ergab für die Lebens Versicherung einen Ueberschuß von SRI. 796 229.17 (gegen Mk. 647 991.84 im Vorjahre), und es wurde beschlossen, der General-Eersama- lung die Vertheilung einer Dividende von Mk. 137 auf jede Actie und die Ueberwcisung von Mk. 621 620.37 (gegen Mk. 555 573.57 im Vorjahre) an die am Gewinn betheMgten Ver­sicherten vor,ufchlaaen. Die Prämien Einnahme stiea um Mk..652966 auf Mk. 6 030 869, die Prämien Reserve um Mk. 3 564 889 aus Mk. 36 333 629. Für die Uafall- und Alters«V-rfich«runa schließt die Bilani mit einem Ueberschuß von Mk. 221 172.42 (gegen Mk. 210 76107), welcher in statulgemätzer Vertheilung die Zahlung der Moxlmal-Divtdmde von 10 pCt. an die Aktionäre, gleich 90 Mr. auf jede Actie, gestattet und die Zahlung von 7 vCt. an die am Gewinn belhelligten Versicherten bet Vermehrung der Capital Reserve um Mk. 22117 auf Mk. 260173 und der Rtsico Reserve um Mk. 33 934 auf Mk. 206 876. _____

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Nachfrage der «rbeitteterr 1 Drechsler, 1 Krankenwärter, 1 tücht Glaser (Rahmenmacher), 1 tücht. Küfer, 2 tücht. Schmiede 4 Schuhmacher, 2 Schneider, 3 tücht. Bauschreiner, 1 tücht. verh. Fuhrknecht 1 jüng. Kutscher 1 Hausbursche, 1 Gartenarbetter, 1 Köchin, 2 Dienstmädchen nach Darmstadt, 8 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit.

Lehrlinge: 2 Buchbinder, 2 Barbiere, 3 Bäcker 2 Drechsler. 1 Drucker, 1 Gärtner, 1 Kupferschmied, 1 Lackirer, 1 Satller, 2 Schlosser, 1 Schmied, 2 Schnei- der, 2 Schreiner, 1 Küfer, 3 Schuhmacher, 1 Setzer, 1 Wagner.

iH'luuintiiuidjuiui.

Bergebung von Bauarbeiter».

Die zur Ausführung mehrerer Wohnhäuser nebst Einfriedigungen erforderlichen Arbeiten als:

1. Erd und Maurerarbeiten,

2. Steinmetzarbeiten,

3. Trägerlieferungen,

4. Zimmerarbeiten,

5. Dachdeckerarbeiten,

6. Spenglerarbeiten,

7. Weißbinderarbeiten,

8. Glaferarbeiten,

9. Schreinerorbeiten,

10. Schlosser- und Schmiedearbeiten,

11. Lattenzäune,

sollen in öffentlicher Submission ver­geben werden.

Pläne und Bedingungen können im Bureau des Architecten G. Ha­mann, Bleichstraße 3, iu den Vor­mittagsstunden eingesehen und An­gebotsformulare daselbst gegen Er­stattung der Abschreibegebühren be­zogen werden.

Angebote sind bis zum IO. März d. I., Mittags 18 Uhr, bei dem gen. Architecten einzureichen.

Gießen, den 28. Februar 1898.

Baugenossenschaft

des evangelischen Arbeitervereins zu Gießen.

Eivgetr. Gen. mit beschr- Haftpflicht.

Doering. 2127

Vergebung von Bauarbeiter».

Im Ausschreiben vom 18. Februar 1898 in Nr. 47 betreffs Schreiner­und Glaserarbeiten ist durch Ver­sehen des Setzers im Loos IV der Glaserarbeiten die Zahl der qm falsch angegeben; dieselbe muß 47 qm heißen.

Gießen, den 28. Februar 1898.

Großh. Baubehörde für die Universitäts - Neubauten, Gießen.

I. V.: Becker.________

Bekanntmachung. Forderungen an den Nachlaß der Johannes Hnth II. Wittwe, Mariane Johanna geb. Külbach von Garbenteich, sind binnen 14 Tagen bei dem unterzeichneten Gericht an- lumelben, als sonst sie bei der Regulirung des Nachlasses nicht be r.ücksichtigt werden könnten.

Gießen, den 25. Februar 1898.

Großh. Amtsgericht.

Langermann. 2135

Versteigerungen. <

Mittwoch den 2. Mär;, Nachmittags 8 Uhr, werden im Bteker'schen Saale versteigert:

Sophas, Commoden, Kleiderschränke,

Tische, Belten, 2 Hobelbänke, Werk­holz, 1 golden« Herrenuhr u. o. A- 2097 Geißler, Gerichtsvollzieher.

Versteigerung.

Mittwoch den v. d. MtS., Nach­mittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfand­local Selter,weg 11 gegen Baarzahlung:

1 Schretbsecretär, 1 Pianino, ein Glasschrank 1 Eisschrank, 4 Wirths- tische, Eophas, Commode, Kleider- schränke und 2 ooale Spiegel.

Gießen, den 1. März 1898.

2120 Mnlch, Vollziebungsbeamter- Mittwoch den 2. Marz 1898, Nachmittags 2 Uh»,

im Adler zu Gießen versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung:

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