dern wird importtrt. Nicht aus dem Westen, nicht mit Kleidermoden aus Paris — sondern vorzugsweise von Südosten, von Oesterreich — aus Wien, wo die jüngere Generation der Aristokratie der heimischen etwas englische Art beizumischen bemüht ist.
Warum aber gerade aus Oesterreich? — wird der Leser fragen — nicht die Leserin, denn diese weih, daß man bei Moden nicht fragen soll, warum sie find, sondern wie fie sind.
Vom Cigarettenrauchen der Damen bis zu dem immer allgemeiner werdenden „Du", sowohl innerhalb der Herren- wie innerhalb der Damenwelt, läßt sich bei unzähligen Aeußerlichkeiten die österreichische Herkunft nachweisen.
Es ist in Deut chland vielleicht weniger bekannt, woher jene — von Verwandschaft unabhängige — Sitte des Du- sagens von der österreichischen Aristokratie stammt. Sie entstand in der Radetzky'schen Armee in Italien, verbreitete sich dann in der ganzen österreichischen Armee und ging von dieser auf die Geburtsaristokratie über, während bürgerliche und neuadlige Kreise sie nicht aufnahmen. Diese Sitte hat sich so festgewurzelt, daß in Oesterreich inländische Herren oder Damen, welche der Aristokratie zugerechnet zu werden bean- spruchen, gesellschaftlich declasfirt erscheinen, wenn ihnen das „Du" nicht gewährt wird.
So weit ist man natürlich in Berlin noch nicht — der Weg dahin ist aber beschritten.
Ob andere Gewohnheiten, welche den englischen Ursprung verrathen, wie die immer mehr in die späten Abendstunden vorrückende Essenszeit — mit dem Umwege über Wien over direct aus London nach Berlin eingeführt wurden, wage ich nicht zu entscheiden.
Wiewohl ein Gegner aller Ausländerei, vermag ich nicht zu leugnen, daß der seit Jahren wirksame österreichische Einfluß den Verkehr freier und ungezwungener gestaltete — ohne daß das Zuviel schon eingetreten wäre, welches durch den Uebergang von Zwangslosigkeit in Formlosigkeit entstehen kann, von anderen Consequenzen zu schweigen. Allerdings muß man sich in der für Natürliches, Ungenirtes schwärmen- den Jugend bewußt sein, daß man hart an der Grenze steht, hinter welcher die Uebertreibung beginnt, und daß absichtlich zur Schau getragenes Sichgehenlassen nichts weniger als natürlich ist — sondern wieder zur Pose wird, die man in Verruf erklärt hatte.
Ist die Berliner Hofgesellschaft in der Wahl ihrer Umgangsformen fremden Anregungen gefolgt, so ist es erfreulich zu sehen, daß in dem in sich geschlossenen Kreise der souveränen Häuser Europas die frische Natürlichkeit Wilhelms II., unterstützt von der Liebenswürdigkeit und Einfachheit seiner hohen Gemahlin, einen unverkennbaren Einfluß ausübt.
In dieser illustren Gesellschaft geht neben dem officiellen, für die Oeffentlichkeit bestimmten Verkehr ein solcher persönlicher Natur einher, der sich in unserer Gegenwart in menschlich einfacheren Formen und — wo die Voraussetzungen gegenseitiger Sympathie vorhanden — vertraulicher und herzlicher gestaltet, als gewöhnlich angenommen wird. Man denke hierbei nicht an Monarchenumarmungen auf Bahnhöfen, die ganz officieller Natur sind, und bei denen in keiner Weise Empfindungen mitzusprechen brauchen. Die hohen Herrschaften verkehren heutzutage miteinander, wie es etwa Gutsnachbarn thun, auch wie Verwandte, selbst wenn von eigentlicher Verwandschaft nicht die Rede ist, was allerdings bewirkt — hat doch jede Medaille ihre Kehrseite — daß wirkliche Verwandtschaft an Bedeutung verliert.
Derrtscher Reich.
Berlin, 81. Januar. Während das „Berl. Tagebl." die Gerüchte von einem Duell zwischen dem Grafen Wilhelm Bismarck und dem Oberpräfidialrath Maulbach dementirt, behauptet der „Loc.-Anz.", daß ein Pistolen« duell zwischen Beiden stattgefunden habe, bet welchem Dr. Maulbach verwundet worden sei.
Berlin, 31. Januar. Nach einer Meldung aus Kiel plant die Regierung den Bau eines Hafens für Hochseefischerei-Schiffe an der schleSwig holsteinschen Küste der Nordsee, voraussichtlich in Husum.
Berlin, 31. Januar. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, ist dem BundeSrath ein Gesetzentwurf zugegangen, wodurch die in Aussicht gestellten Aenderuogen der Bestimmungen über das Postwesen im Gebiet des Deutschen Reiches eingcfübrt werden sollen.
„Daß man ihr dte Ruhe im Grabe sichern müsse. Niemand soll sagen können, daß fie ihm was schuldig ge- blieben sei. Meine Mutter bezahlt die Buße und — ich will sitzen."
Die Richter betrachteten lächelnd einander. „Welche Einfalt!" Selbst die Mienen des Präsidenten bewahren nicht mehr jenen würdevollen, eisigen Ausdruck, und nicht mehr ist e» die Stirn, sondern es find darunter befindliche Thetle, die er mit seinem Taschentuch abwischt.
„Es ist gut, mein Kind," sagt er sanft. „Aber laß sehen! Ich entsinne mich jetzt —" Er stützt die Stirn in die Hand und scheint in tiefer Nachfinnen zu versinken. „Ja, ja! ein arger Jrrthum. Wir haben Euch da ein falsches Urtheil zugestellt —"
Da» Mädchen richtet seine tief betrübten Augen auf den Greis und unterbricht ihn mit einem Anfluge von Leiden- fchaft: „Sehen Sie nun.!"
ES mischt sich ein so schmerzlicher Vorwurf in den Ausruf, daß der Präsident nochmals da« Taschentuch ergreift. Dieser sonst so mitleidslose Herr ist tief beweg». Er nähert sich dem Mädchen und legt seine Hand ihm zärtlich auf da« Haar. „Die höchste Instanz hat anders entschieden. Gehe nach Hause, mein Kind/ grüße Deine Mutter von mir und sage ihr, daß Deine Schwester Anna unschuldig war."
„Wir wußten» ja," flüsterte das Mädchen, seine kleine Hand auf daS Herz pressend.
Berlin, 31. Januar. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge hat sich der Reichskanzler eine leichte Erkältung zugezogen, infolge deren er genöthigt ist, da» Zimmer zu hüten.
Kol», 31. Januar. Die „Köln. Ztg." bespricht die Frage der Auflösung des Reichstages, wenn da» Flottengesetz fallen würde, und sagt, die Regierung befände sich in einer so starken Position der Opposition gegenüber, daß diese sich wohl hüten werde, eS zum Aenßersten zu treiben, werde aber da» Gesetz muthwilligerweise zu Fall gebracht, so werde die Regierung durch die Auflösung einen schlechteren Reichstag al« den heutigen nicht erhalten. Die Regierung müsse fest bleiben und nicht nachgeben, und darauf verharren, daß fie eine sichere Gewähr dafür erhalte, in der angegebenen Frist einen flotten Mindestbestand zu schaffen, den fie haben müßte.
Karlsruhe, 31. Januar. Die zweite Kammer des Landtags überwies mit 29 gegen 28 Stimmen die Petition der FriedenSgesellschaft auf Reform des Geschichtsunterricht« in den Volks-und Mittelschulen der Regierung zur Keuntnißnabme.
An-Unrd.
Wien, 31. Januar. ES verlautet, die Regierung sei entschlossen, daS Leitmerttzer Ultimatum unbeachtet zu lassen, da ohnehin angekündigt ist, daß daS Verbot des Farbentragens mit dem Ende der LandtagSsesfion, also binnen wenigen Tagen aufhöre. Eine Schließung der Universitäten erfolgt, falls der Strike große Dimensionen annehmen sollte. Die Regierung dürfte heute in dieser Sache Wetter berathen.
Leitmerih, 31. Januar. Der deutsche BolkStag beschloß, von der Regierung die Gewährleistung vollen Schutze» für uneingeschränkte persönliche Freiheit, sowie Schutz für die statutarisch gewährleisteten Rechte der deutschen Hochschulen event. die Verlegung derselben von Prag in eine andere deutsche Stadt Böhmens zu fordern.
Pari», 31. Januar. In den Kreisen der DreyfuS- Anhänger herrscht eine sehr zuversichtliche Stimmung. Man erwartet unbedingt eine Revision des Proceffes, wenn auch erst nach den Wahlen.
London, 31. Januar. Nach einer Meldung aus Cal- cutta ist am SamStag die vierte Brigade der englischen Truppen im Afridi-Lande in einen Hinterhalt perathen. Fünf Offiziere und zwölf Mann find getödtet, zwei Offiziere und siebzehn Mann find verwundet. Eine Anzahl Soldaten wird vermißt._____________________________________________
Cotetes rrnd piewtastettes»
Siehe», den 1. Februar.
*• Die obere lavdwirthschaftliche Behörde hat an den hessischen LandwirthschaftSrath das Ersuchen gestellt, sich über die Wirkung der Handelsverträge zu äußern. Ferner hat der Club der Landwirthe zu Frankfurt a. M. dem Land« wirthschaftSrath ein Gesuch betr. „die reich-gesetzliche Regelung de» Verkehr« mit Futter- und Düngemitteln, Getreide und Sämereien unterbreitet.
•* ArbeilsvermittelnngSstellen. Eine am Donnerstag in Frankfurt o. M. unter Vorsitz de« Herrn KreiSrath« F e y - Erbach statrgehabte Conferenz der öffentlichen Arbeits- vermittelungsftellen der Rhein- und Maingegend faßte u. A. folgende Resolutionen: „Um den ArbeitSvermittelungSstellen in größeren Städten Kenntniß von den freien Arbeitsplätzen der kleineren Städte und de« flachen Lande« zu verschaffen, sollen in geeigneten Städten oder Ortschaften, für jeden" Kre'« mindesten« in einer Stadt, ArbettSvermittelungöftelleu errichtet werden. Die ArbeitSvermittelungSstellen können in der Bürgermeisterei, ober auch an sonst geeigneten Stellen eingerichtet werden." — „Die versammelten Arbeitsver- mittelungSstellen haben sich zu einem Verband der öffentlichen ArbeitSvttmittelungSstellen der Rhein- und Maingegend zusammenzuschließen zum Zweck 1) Abhaltung einer jährlich stattfindenden Conserenz, 2) der Einrichtung einer einheitlichen GeschäftSstätistik, die zunächst versuchsweise vom 1. April d. I. ab so eingerichtet werden soll, daß monatliche Nachweise nach Maßgabe der vorgelegten Schemata an daS statistische Amt in Frankfurt a. M. zu liefern sind, da« die Bearbeitung der Nachweise unentgeltlich übernimmt, 3) der Einwirkung auf thunlichst einheitliche Geschäftsordnungen."
Versuche mit Splritnk-Glnhltchtlarnpe» find auf Ver- anlaffung deS Ministers Thielen im Bezirk der Eisenbahn- direction Bromberg längere Zeit hindurch gemacht worden. Da« Ergebniß dieser für unsere Landwirthschaft sehr bedeut samen Versuche ist dahin zusawmengefaßt worden, daß in Anbetracht der hohen Kosten und der den jetzigen Spiritus- glühlichtlampen noch anhastenden Mängel deren Einführung zur dienstlichen Benutzung vorläufig nicht empfohlen werden könne.
** Ungewöhnlich viel falsches Silber- und Papiergeld ist neuerdings wieder in Umlauf. Sowohl falsche 20-, 10 , 5«, 2- und 1-Markstücke, wie falsche 50- und 20-Pfennigstücke, als auch Nachbildungen von Reichsbanknoten von 100 Mk. und Reichskaffenscheinen von 50, 20 und 5 Mk. find nach Hohmanns Wegweiser auf dem Gebiete de» Geld- und Verkehrswesens wiederholt zum Vorschein gekommen. Beim gemünzten Gelde werden die Falschstücke in der Regel daran erkannt, daß fie schlecht gerändert find, sich fettig anfühlen und einen matten oder hohlen Klang haben oder ganz klanglo« sind. Die Hauptmerkmale der Nachbildungen von Papiergeld liegen in den Abweichungen bei der Farbe, beim Papier und beim Druck Abgesehen davon, daß der Ton der blauen, braunen, grünen und rothen Farben auf den echten Scheinen von den Fälschern ganz getroffen wird, sind auch die Farben, besonder» die rothen, häufig Wasserfarben und daher leicht verwaschbar. Im Papier fehlen die Wasserzeichen/ die Fasern sind nicht in den Papierstoff eingebettet, sondern aufgeklebt oder zwischen die aneinander geklebten Vorder- und Rückseiten gestreut.
*• Mit der Frage der Neuregelung der Lehrergehälter
j wird sich eine Versammlung von Vertretern sämmtlicher hesfischer Städte beschäftigen, die demnächst in Mainz stattfinden soll. In allen hessischen Städten haben nämlich die Lehrer übereinstimmende Eingaben um Neuregulirung ihrer Grhatte eingereicht und die Städte streben nun ein gemeinsame« Vorgehen an.
-e. Neu - Ulrichstei», 1. Februar. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro Januar 1898. Ende Januar 1898 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 74 Mann. Dieselben verthellen sich auf das Groß- herzogthum Heffen 17/ Königreich Preußenf: Regierungsbezirk Kassel 14, Regierungsbezirk Wiesbaden 8/ Provinz Rheinlande 6, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 6, Provinz Ostpreußen 1, Provinz Schlesien 3, Provinz Brandenburg 4, Provinz Westfalen 1 / Königreich Bayern 3, Königreich Sachsen 1; Königreich Württemberg 1; Großherzog- thum Baden 2/ thüringische Staaten 4/ Ausland: Oester- retch-Ungarn 2. Hiervon waren: Arbeiter 36, Anstreicher 5, Bäcker 2, Bergmann 1, Dachdecker 1, Gärtner 1, Glasmacher 1, Hasenhaarschneider 1, Koppenmacher 1, Kaufleute 4, Kellner 2, Klempner 1, Kürschner 1, Kutscher 1, Landwirth 1, Schlosser 5, Schmied 1, Schneider 3, Schreiber 1, Schuhmacher 3, Tapezier 1, Zimmermann 1. Gearbeitet wurde an 1854 Tagen. Verpflegt wurde an 2202 Tagen. Im Monat Januar 1898 wurden entlassen 25 Mann, und auf eigenen Wunsch 12, auf Requisition der Behörde 1, wegen Contraclbruch« 12 Seit Bestehen der Colouie sind ausgenommen worden im Ganzen 3394, dagegen abgegangen im Ganzen 3320 Mann, bleibt Bestand am 31. Januar 1898: 74 Mann.
Holzheim, 29. Januar. Gestern Abend */,8 Uhr entschlief nach kurzem Krankenlager, im 67. Lebensjahre stehend, der langjährige Polizeidiener unserer Gemeinde, Herr Joh». Müller. Der Verstorbene war eine allgemein dtkaonte und beliebte Persönlichkeit. Sein zuvorkommendes Wese» gegen Jedermann, seine Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit, sowie seine Pflichttreue in dem nicht leichten Dienste sicher» ihm nicht allein die Achtung seiner Vorgesetzten, sondern auch die Werthschätzung seiner Mitbürger.
□ Ruppertenrod, 81. Januar. Daß e« sehr gesährltch ist, wenn Kinder sich an der Futterschneidmaschine beschäftigen, lehren die häufig an dieser Maschine vorkom- wenden Unfälle. Ein solcher hat sich auch hier zugetragen. Der zehnjährige Knabe eine« hiesigen LandwirtheS arbeitete an der Futtermaschine und kam hierbei mit der einen Hand in die Kammräder. DaS Fleisch wurde ihm an drei Fingern bis auf die Knochen lose gerissen, diese aber glücklicher Weise nicht verletzt, sonst hätte ein Steifwerden der Hand eintreten können. Ein anderer, erst vierjähriger Knabe hatte sich kürzlich gleichfalls im Getriebe der Futterschneidmaschine beinahe den einen Finger abgerissen.
§ AuS dem Kreise AlSfeld, 31. Januar. Im Januar an den Acker zu fahren, ist gewiß ein seltene» Bor» kommniß. Der jetzige überau« gelinde Winter jedoch läßt es zu, sodaß man dieser Tage in der Thar im Felde pflügen sah. Die Folgen der gelinden Temperatur zeigen sich auch ia einem frühzeitigen Anschwellen der Knospen/ ja Stachelbeersträucher beginnen an geschützten Stellen bereits zu grünen. Tritt kein Nachwinter ein, so haben wir gewiß ein ungewöhnlich zeitige« Frühjahr zu erwarten.
Darmstadt, 31. Januar. Ein bedauerlicher Unglück«- fall hat sich am SamStag zugetragen. Die zwölf Jahre alte Marie Rühl, Liebfrauenstraße 66, welche am Samstag Nachmittag kurz nach 2 Uhr hinter der Maschinenhalle der vorwal« Hessischen LudwigSbahn mit CoakeßauSlesen beschäftigt gewesen, erhielt hierbei, da sich noch glühende Coake« darunter befanden und in Folge dessen die Kleider in Brand geriethen, derartige Brandwunden, daß da« Mädchen am ganzen Körper mit Wunden bedeckt war. Die Unglückliche mußte in da» städtische Krankenhau« aufgenommen werden, woselbst fie noch am Abend 71/* Uhr ihren Verletzungen erlegen ist. (N. H. V.)
Offenbach a M., 30. Januar. Heute Morgen wurden in der Nähe der Brücke zwei aneinander gebundene Leichen, anscheinend ein Liebespaar, au« dem Main geläutet. Soviel bi« jetzt bekannt geworden, soll der Mann ein von seiner Frau getrennt lebender hier in Arbeit stehender Schlosser sein, der mit seiner Geliebten, einem 17 jährigen Mädchen von hier, offenbar den Tod gesucht und gesunden hat.
Mainz, 31. Januar. Ein komischer Vorfall ereignete sich bei Gelegenheit der Kaisers Geburtstagsfeier i» einer hiefigen Restauration. Daselbst war für 250 Mann Militär (incl. Unteroffiziere rc.) ein solenn-s Abendessen bestellt, bestehend in Cotelett und Salat, und hatte der betreffende Feldwebel die Zusage gegeben, daß jeder Soldat sein Besteck mltbringen würde. AIS zur bestimmten Stunde die MarSsöhne anrückten, war Alles wohl vorbereitet und dieselben nahmen im großen Saale an den für fie gedeckten Tafeln Platz. Durch eine Anzahl Kellner war in der Zeit von 0,5 da« Essen servirt/ aber — o Schreck! — der Herr Feldwebel hatte vergeffev, mit den Soldaten auch die Bestecke zu commanbken! Dieselben ruhten noch wohlverwahrt in jede» Einzelnen Spint in der Kaserne. Dieselben dort zu holen, wäre die ganze Mannschast nöthig gewesen, den» Jeder trug seinen Schlüffel bei sich. Der Restaurateur rannte in seiner Verlegenheit zu verschiedenen Bekannten, wurde aber überall mit der Antwort abgefertigt: Wir habe» ebenso viele Mann zum Essen, können nichts entbehren. Währenddessen batte sich die Mannschaft, an>pruch»loS wie die Soldaten eben find, selbst geholfen: Jeder holte sei» Taschenmesser hervor und mit Hilfe der Füufftukengabel war das Festmahl bald beendigt/ natürlich fehlte es an den diesbezüglichen derben W'tzen und Bemerkungen nicht. Auch dem darauf folgenden Tanze verlieh der Vorfall feine humoristische Würze.


