R, K.
ihn zu Falle bringt."
E» ist da- einzige Land unter der Sonne, da» sür den Fürsten und den Bettler, den Gebildeten und den Unwissenden, den Weisen und den Thoren, den Sclaven und den Freien den gleichen, unzerstölbaren Retz besitzt." Mark Twain hat diesen Retz empfunden, genosien und hat Über ihn sein Buch | anszugießen gewußt. Der Thetl, der diesem Lande gewidmet j ist, bildet den Kernpunkt de» Werke». Wir sehen den blürhen- dnrchwirkteu, raubthierbevölkerten Tropenwald, wir erblicken die Schaaren der Eingeborenen, die in den Farben de» Regenbogen» oder in nackter Schönheit lautlo» vorübergleiten, wir hören ein Gemisch von unzähligen Sprachen und schauen eine Versammlung von ebenso zahllosen, un» fremden Göttern - wir lächeln vielleicht über ihre sonderbare Gestalt, aber wir gedenken der Wunderlichkeiten anderer Religionen, die wir sehr gründlich kennen, und fühlen die Wahrheit von Querkopf Wilson» Ausspruch: „Es zeugt von Mangel an Ehrfurcht, wenn man den Gott anderer Menschen mißachtet."
Nach dreizrhnmonatlicher Dauer schloß Mark Twain» Reise zu Southampton, wo sie begonnen hatte. Ihre Beschreibung aber schließt in der trefflichen Uebersetzung, die soeben im Verlag von Robert Lutz in Stuttgart erschienen ist, mit den Worten: „Eine Weltumsegelung in so kurzer Zett schien mir eine schöne und große That, ans die ich wir nicht wenig einbildete. Aber nur einen Augenblick. Dann kam ein astronomischer Bericht von der Sternwarte und verdarb mir die ganze Freude: In der fernsten Ferne de» Himmels- raume» war erst kürzlich ein neuer großer WeUkörprr auf- getaucht, deffen Licht mit solcher Schnelligkeit reiste, daß e» in anderthalb Minuten die ganze Strecke durchmeffeu könnte, die ich zurückgelegt hatte. — De» Menschen Stolz verlohnt fich nicht der Mühe; immer lauert etwa» im Hinterhalt, das
Arsslsstd.
Wien, 29. November. Im Abgeordnetenhaus beantwortete heute Graf Thun die Interpellation betr. die AuS-
der Geschoßkammer auSglitt und fich an der Hüfte verletzte. ] Doch war die Berlrtzung erfreulicher Weise leichter Natur, - so daß der Prinz schon am Mittwoch darauf wieder Dienst thnu konnte, wenn er sich dabei auch noch eine» Stocke» be- | dienen mußte.
Berlin, 29. November. Auf Beranlaffuug des Kaiser» wird am Donnerstag Abend zu Ehren de» 50jährigen Regierung» - Jubiläums de» Kaiser» Franz Josef ein Eoncert tu der Kaiser-Wtlhelm-Gedächtntßktrche stattfindeu.
Berlin, 29. November. Der vou der „Volks-Zeitung" gestern veröffentlichte Erlaß de» Staatssekretär» im Reichspostamt v. Podbielski über da» Verhalten der Post- und Telegraphen-Behörden zu den Nachgeordneten Beamten wird heute auch vou der „Nordd. Allgem. Ztg. publieirt. Derselbe ist vom 28. Oktober datirt und au die Oberpostdirectioneu gerichtet.
Berlin, 29 November. Zu der Blättermeldung, daß Geheimrath v. Lucanu» von seiner Stellung al» Chef de» Ctvilcadtnet» demnächst zurücktreten werde, schreibt die „Kreuz- Zeitung", auch ihr sei diese» Gerücht zu Ohren gekommen mit drm Hivzufügen, daß Herr v. Lucanu» sür ein seit längerer Zett erledigtes hohe» Staatsamt in Aussicht genommen sei.
Berlin, 29. November. Die „Nordd. Allgem. Ztg." ist zu der Erklärung ermächtigt, daß die Nachricht der „Deutschen Tage»'Zeitung", worach Major v. Wißmanu durch einen Eolonial-Scaudal ä la vr. PeterS bedroht und jener Plan nur durch die Wachsamkeit und daS Da- zwischentreteu einiger treuer Anhänger und Freunde de» um die deutsche Colonialsache verdienten Mannes im Keime erstickt worden sei, jeder thatsächlichen Grundlage entbehre.
— Bismarcks „Gedanken und Erinnerungen" find nunmehr durch die Cotta'sche Verlagsbuchhandlung zur Ausgabe gelangt. Die Ausstattung der beiden Bände, die zusammen nahezu 700 Seiten zählen, ist würdig und geschmackvoll. Der erste Band ist mit einem Bismarckbildniß von Lenbach geschmückt.
— Zur lippischen Angelegenheit erfährt die „Rat. Ztg.", daß sie vom Bundesrath noch vor der Eröffnung des Reichstages erledigt werden wird. Weiler wird bemerkt: Ueber die Grundlage der nach einer offiziösen Ankündigung erzielten Verständigung ist auch an Stellen, die in dieser Angelegenheit bisher wohlunterrichtet waren, bis jetzt nicht- bekannt. Es besteht aber die Auffaffung, daß die Entscheidung sachlich im Sinne derer ausfallen werde, welche das Recht der lippe-detmoldifchen Landesgesetzgebung zur Entscheidung über die Erbfolgefrage vertreten haben. Von einer nach der Angabe verschiedener Blätter obwaltenden Absicht, im Reiche eine Instanz zur Entscheidung von Thronfolgestreitigkeiten zu schaffen, ist an unterrichteten Stellen nichts bekannt.
— Au» Deutschsüdwestafrika. W.e schon berichtet, wurde im Süden der Schutzgebietes unter den Hotteu- toteu in Bethanien der Ausbruch von Unruhen befürchtet. Nach inzwischen eingegangenen Nachrichten aus Kapstadt ist e» der „Nationalztg." zufolge zu einigen Kämpfen gekommrn: Major Leutwein brach sofort nach Bekarwtwerdeu der Alarm- nachrtchteu mit 100 Reitern und drei Geschützen nach Windhoek auf, um den schwachen Posten von Keetmanushop (etwa 100 Kilometer von Bethanien) zu unterstützen. Die von dem dortigen StationSchef eingeleiteten Verhandlungen hatten zu keinem befriedigenden Ersebniß geführt- daher lieferte Major Leutwein den Aufständischen bereit» am 19. October ein Gefecht. Verluste hat unsere Schutztruppe dabei nicht erlitten, wenigsten» nicht an Europäern. Kämpfe haben in der Nähe von Naose» und Hoaub ftaitgefunden. Da man für die Folge derartige Plötzliche Aufstände im Keim ersticken möchte, soll daS Gouvernement beabsichtigen, in den südlichen Gebieten zwei neue Milttärstatiouen zu errichten, und zwar in Bethanien selbst und in Warmbad.
Weisung österreichischer Slawen aus Preußen dahin, daßz da» AuSweisungsvrrfahren in Preußen mit unleugbarer Schärfe l gehandhabt werde. Er hob hervor, daß eine flagrante Ber- J lrtzung der völkerrechtlichen Grundsätze und der speciell ver- trag-mäßigen Rechte nicht eonstatirt werden könne. Der Ministerpräfidevt gab dir Versicherung ab, daß er gegebenen, fall» nicht zögern werde, dem Grundsatz der Reciprocität entsprechende Maßregeln in Anwendung zu bringen. Zwischen den Abgeordneten Pfersche und Herold kam e» im Abgeordnetenhaus anläßlich der DtScnsfion über die vorjährigen Excrffe in Prag zu einem Rencontre, welche» den Abgeordneten Pfersche veranlaßte, die Einsetzung eine» MißbilligungS- AnSschuffe» zu fordern.
Pola, 29. November. Der Erzherzog Karl Stephan ist an einer Halsentzündung erkrankt.
Rom, 29. November. Der Papst verständigte da» Wiener Cabinet, für da» im März 1899 stattfiadende Con- sistorium einen Bischof al» Thron-Cardinal und einen Prälaten al« Curie n-Lar bin al vorzuschlagen.
London, 29. November. Die Polizei verhaftete eine ManneSpcrson, bei der die vor einiger Zeit in Pari» auf dem Nordbahnhofe gestohlenen Diamanten und Juwelen der Herzogin von Southerlaud vor- gefunden wurden.
Pari», 29. November. Um einigen der zahlreichen Mißstände im französischen Heere, die der Dreyfus* handel bloßgelegt hat, zu steuern, hat der Kriegsminister de Frehcinet zwei Verfügungen erlaffen, die auf da» Offizier- » corp» wiederum ein seltsame» Licht werfen. Er hat zunächst x bestimmt, daß die Cowmandirungen von Ltnteuoffizieren zum Generalsteb in der bisherigen Form in Zukunft Wegfällen. Bis jetzt war üblich, daß eine, grwiffe Zahl von Offizieren, die al» die ersten aus der obersten Kriegsschule hervor- gegangen waren — zu ihnen gehörte bekanntlich Dreysu» , auf zwei Jahre al» HülfSarbeiter dem großen Generalstabe zugetbeilt wurden. Sie sollen fortan erst bei den Divifion»- nnd Corpsstäben beschäftigt und bei der Truppe beobachtet werden, damit man, wie der „TempS" sagt, nicht nur über ihre Kenntuiffe, „sondern auch über ihren Charakter, ihre Gefinnnngen und ihr Betragen" unterrichtet ist, ehe ihnen die wichtigsten Organisationsfragen und alle Einzelheiten der LandeSvertheidigung anoertraut werden. Daß eine solche Mißtrauensmaßregel nothwendig erscheint, ist bezeichnend genug für da» frauzöfische OsfiziercorpS. Dasselbe gilt für die zweite kriegSwinisterielle Verfügung, die Aeudernngen in der Beförderungsart der höheren Offiziere vorschreibt. Bisher wurden die zu Brigadegeneralen zu befördernden Obersten durch eine Commission von Generälen vorgeschlagen. „Sicher- lich", so schildert ber „TempS" die bisherige Uebung, „legte diese Commission großen Werth auf die Fähigkeit der Caudi- baten, aber fie wurde außerdem durch eine Fülle anderer Erwägungen geleitet, und, um die Wahrheit zu sagen, ihre Arbeit endete nur zu oft mit einer Art Kompromiß, durch deu mit einem Austausch gegenseitiger Zugeständuiffe es jedem Mitglieds gelang, die Candidaten, an denen ihm am meisten gelegen war, uuterznbringen. Es war um so leichter, solche Listen der Freundschaft aufzustellen, als Niemand persönlich für diese anonym gefaßten Gesammtentscheidungen verantwort- lich war." Um diesem unwürdigen Günstlingsweseu wenigstens einigermaßen Einhalt zu thun, hatte schon Cavaignac angeordnet, daß wenigsten» in der Commission der Armee- Inspekteure jede» Mitglied fortan die Würdigkeit der von ihm vorgeschlagenen Candidaten persönlich zu vertreten hat und daß es sür die Richtigkeit seiner Kritik persönlich verantwortlich ist, und Freycinet hat dem hinzugefügt, daß die Commission zur Beförderung der Obersten ebenso die Gründe anzugeben hat, weshalb die vou ihr au-geschiedenen Caudi- boten von der Beförderung auSgeschloffeu werden. Der I T-mpS hofft, daß demnächst auch die Commisfionen sür die I Beförderungen der Übrigen Grade auf diese Bestimmungen verpfl chlrt werden. Sollten die Üblen Erfahrungen, die man neuerdings mit der Generalität gemacht hat, der Anlaß gewesen sein, weshalb die beiden bürgerlichen Kriegsminister eS mit der Aenderung der BefördernngSbestimmungen in den höhern Graden so eilig halten? -Köln. Ztg."
— Zu den Friedensverhandlungen wird der „Köln. Ztg." aus Madrid geschrieben: Die Presse gefällt fich einmal wieder darin, die Botschafter im Ministerium de» Aevßern eine Art Contretauz auffahren zu lasten und ihnen alle möglichen Abfichten, Rathschläge in der Philippinenfrage | und Btsuche zuzuschreibeu, die in Wirklichkeit gar nicht stattgefunden haben. Bor Kurzem ist an dieser Stelle bereits geschildert worden, wie fich die Berichterstatter durch zu großen Eifer manchmal in dieser Hinficht irreführen lasten, und daß derartige Berichte über Besprechungen, die die Chefs I hiefiger Botschaften über irgend ein aktuelles Thema angeblich mit dem Minister des Aenßern gehabt haben sollen, mit der größten Borficht aufzunehwen find, selbst wenn man fie schwarz ans weiß gedruckt in einem sonst angesehenen spani- scheu Blatte liest. Denn bei der Raschheit, mit der die hie- figen Zeitungen hergestellt werden, ist e» deren Leitern oft unmöglich, noch eine Nachprüfung der ihnen überbrachten I Mittheilungen eintreten zu lasten. — Im Uebrigen ist heute die Preffe mit btttern Betrachtungen Über den Inhalt des I letzten amerikanischen Memorandum» angefüllt, da», wie e» scheint, durchaus den Charakter eine» Ultimatum» trägt, wenn I diese» Wort auch nicht selbst gebraucht wird. Da» Schiedsgericht wird zurückgewiesen, weil ein derartiges Mittel, Meinungsverschiedenheiten zu schlichten, nur zwischen gleich- I gestellten Nationen zur Anwendung kommen könne, aber nicht zwischen Siegern und Befiegten. Die Letzteren hätten fich eben dem Willen der Sieger zu fügen! Diese allerdings sehr deutliche und nicht grade rückfichtßvolle Erklärung bestimmte den Miuisterrath, von weiteren Gegenvorschlägen, die Montero Rio» noch in Rückhalt hatte, weil zwecklos, abzn- sehen. Die Verlesung des Schriststücks nahm nicht weniger als l’/8 Stunden in Anspruch. Laug und breit beschäftigt I es fich mit der Auslegung des Wortes „Coutrole", das au-
geblich im Englischen mit „Eigenthum" und „Besitz" gleichbedeutend sein soll. Ohne em großer Sprachforscher zu fein, kauu mau doch soviel behaupten, daß diese Auslegung der thatsächlicheu Begründung entbehrt, wenigstens zwischen Gewalt und Recht nicht unterscheidet uud daher weiterer Beweise bedarf. Die 20 Mill, werden nicht al» Entschädigung für die Einverleibung der Philippinen, sondern al» Gegenwerth der in öffentlichen Bauten angelegten Summen angeboteu. Ferner - und dieser Punkt dürfte nicht zu übersehen sein — verlangen die Bereinigten Staaten u. A. auch Aufrechterhaltung de» Protokoll» von 1877, das amerikanischen Unter* thanen, die in spanischen Besitzungen wohnen, gewiste Rechte zuerkeunt, woraufhin sowohl die kubanischen Separatisten wie auch die Methodistevprediger auf den Marianen und Karolinen gegen die spanische Herrschaft ungestraft conspirireu könnten. Man fürchtet also, uud vielleicht nicht mit Unrecht, daß, wenn diese» Protokoll durch den Friedensvertrag wieder in Kraft gesetzt wird, bald auch auf den Canarischen Inseln, auf den Balearen und am Ende sogar auf der Halbinsel selbst amerikanische „Unterthauen" auftaucheu werden, um neue Couflicte herauf zu beschwören und deu Streit zu er* neuern. Die Amerikaner wollen, wa» den Handel anbelangt, auf deu Philippinen eine Politik der offenen Thür beobachten. Allein damit ist der spanifchen Industrie, die mit der amerikanischen und englischen nicht wettbewerbfähig ist, wenig ge'> dient, wenn die Amerikaner nicht da» Versprechen, die spani- schen Jntereffeu durch einen besonderen Handelsvertrag zu berücksichtigen, erfüllen. Durch den FUedenSvertrag sollen? schließlich alle vou privater Seite erhobenen oder noch zu erhebenden Ansprüche auf Schadenersatz für erledigt erklärt werden. Auch die philippinische Schuld wird von den vereinigten Staaten nicht anerkannt. Ängeficht» dieser Lage beschloß der Ministerrath, im Princip den Friede», „trotz der skandalösen Vergewaltigung", anzunehmeu. Die Bedenken, die in constitutioneller Hinsicht bezüglich Abtretung der Philippinen austauchteu, beschwichtigte man dadurch, daß der Vertrag ja nur ad referendum gezeichnet werde. Au» demselben Grunde glaubten die Minister gestern auch, daß sie verpflichtet seien, den Vertrag persönlich vor den Sorte» zu vertreten. Die Regierung möchte gern einen Protest, oder, wenn das nicht geht, einen Vorbehalt, daß man nur der Gk- walt weiche, in den Vertrag ausgenommen zu sehen, doch bezweifelt sie selbst, daß die Amerikaner dergleichen znlaffcn werden. Montero Rios erhielt den Auftrag, wenigstens einen versuch in dieser Richtung zu machen uud auch nach einer Erhöhung ber geringen Entschädigungssumme zu trachten- Sobald der Vertrag unterzeichnet ist, wird bann dem General RioS anbefohlen werden, fich mit den ihm noch zur Verfügung stehenden Truppen und dem Kriegsmaterial nach Spanten einzuschiffen._____________________,
töcäüs ttttS provinzielles.
§§ Ruppertenrod, 29. November. Welchen geschmeidigen, elastischen Körper der Haus- ober Steinmarber besitzt, sollte dieser Tage ein hiesiger Wagner erfahren. Derselbe, welcher das Marderfangen aus dem ff versteht, gewahrte gestern Morgen in seiner aufgestellten Falle einen Steinmarder. Beim Oeffnen der Falle entwischte ber Marder ber Wagner faßte aber trotz des Biffe» des Gefangenen fest zu und hielt den flinken Räuber gepackt. Nun fchranbte er denfelbeu mit dem Kopfe in die Hobelbank feiner Werkstatt und drehte zu, um dem Gefangeneu das Lebenslicht auszu- blasen. Um btffer schrauben zu können, wollte er die Schraube mit beiden Händen faffrn. Die hierbei entstandene momentane Pause benutzte der Marder, ein Ruck und Zuck, und der Marder war au« den nur fingerbreit voneinauder stehenden Schraubklötzen. Sofort benutzte der Marder auch eine enge Spalte in einer Wand der Werkstatt, um die Freiheit zu gewinnen und draußen Fersengeld zu geben. Sprachlos schaute ber Wagnermeister voll ärgerlicher Bewunderung dem Flüchtling nach wohl mit dem Gedanken: „Den hatte ich!"
x Srmeueod, 29. November. Bei einem hiefigen Bürger war dieser Tage ein Einbruch verübt und waren ihm ver- schiedene Kleidungsstücke und Geld entwendet worden. Die Gendarmerie von Ruppertenrod benachrichtigte man telegraphisch von dem vorkommniß. Derselben gelang es, den noch jugendlichen Dieb zu ermitteln. Obwohl er Anfang» leugnete, legte er später ein Gefländniß ab. Die gestohlenen Gegenstände hatte der Dieb auf einem Strohboden versttckl, wo man fie alle noch vorfand.
A Mainz, 29. November. Bei den heutigen Ergäu- znugswahlen zur l. Stadtverordnetenversammlung, die um deßwilleu vou besonderer Bedeutung waren, weil ttc Hälfte ber ganzen Stadtverorbnetenzahl neu zu wählen war, wurden von 11781 Stimmberechtigten 6803 abgegeben, und zwar entfielen auf den Canbidatenzettel der vereinigten bürgerlichen Parteien, ber Cenrrumspartei, ber National- liberalen, Demokraten unb Deutschfreisinnigen 3553 Stimmen, auf den der S?cialdemokraten 2923 Stimmen und auf deu Stimmzettel einer sogenannten Bürgerpartei 336 Stimmen. Au» diesen Zahlen läßt fich aber noch nicht im Geringsten erkennen, wer eigentlich gewählt, denn von den 6803 abgegebenen Stimmzetteln find nicht weniger al» 1929 geändert und Streichungen und Zusätze darauf vorgenommen. Allein ber Canbidatenzettel der vereinigten bürgerlichen Parteien hat 1353 Aenderungen erfahren, wogegen der Stimmzettel der Bocialdemokraten nur 490 Mal geändert ist. Mit Rückficht auf diese zahlreichen Aenderungen ist da» Scrutininm außerordentlich zeitraubend und kann vor Morgen nicht einmal ein allgemeines Refnltat festgestellt werden. Aller Borausficht nach dürfte indeß die Mehrzahl der Candidaten ber ver- einigten bürgerlichen Parteien gewählt fein, nnb nur der eine ober andere der Candidaten der Socialdemokraten mit geringer Majorität gewählt worden sein.
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