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Die Gießener
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vor. An letzteres muh man fich erst gewöhnen, dann aber schmeckt e» ganz gut. De- Abends «halten -/r ein et», facher, aber schmackhaftes Nachteffrv und ebenfalls Bier. Wir verbringen noch ein gemüthlicheS Stündchen mit dv« Bruder Pförtner, der uni seither bedient. Wir st°d gerade im Begriff, uns zur Ruhe zu begeben, da schlagen die Klostn- Hunde, zwei prächtige Rüden, laut an und draußen lassen fich Einlaß heischende Stimmen vernehmen. Fünf Fuß Wanderer find-, welche im Walde vom rechten Pfade ab- gekommen, tu der Dunkelheit stundenlang umhergeirrt und nun erschöpft und ganz durchnäßt aukommen. Auch ihnen wird Speise, Trank und Quartier gastlich gewährt. Als Schlafräume erhalten wir Zellen, welche neben denjenigen der zwei Patres und der sechs Laienbrüder, die i»- Kloster wohnen, liegen. Die Zellen find'reinlich und freundlich, bk Betten gut. Ueber jeder Thür ist ein lateinischer Spruch angebracht, deren Inhalt zur Führung eines chttstltchm, gottesfürchtigen Leben- ermahnt. Treppen und Gange des Klosters find breit und luftig. Das Refectorimu, sowie die Küche, Backstube u. s. w. liegen im Erdgeschoß. 6r£«et ist sehr geräumtg, eine Quelle ergießt iunerhalo deffelben ihr klares, fast eiskaltes Waffer tu ein Steinbecken, die Tische unb Bänke fieheu ringsum an den Wanden, tu Hufeifeuform, tu der Mitte derjenige des Pater» Guardian, eines leutseligen, gelehrt aussehenden Herrn. Dte Mauern der Kloster- gebände find sehr dick, was bet den hier oben herrschenden Stürmen nothwendig, die Fenster des RefectoriuwS find dreifach, zum Schutz gegen dte Wtnterkalte. — Außerhalb der Klausur schließt fich nach Norden der sogen. Fürstenban an, tn welchem früher die Fürstbischöfe von Würzburg öfter« für kurze Zeit refidirten. In diesem Flügelbau können auch Damen, welchen daS Betreten der innerhalb der Klausur liegenden Räume verboten ist, Übernachten. Nach Osten hin reiht fich dte hübsche Lapelle mit den Statuen der Heilige« FranziSkuS unb KiltannS an. Au ber Sübfette, durch einen Hof vom Kloster getrennt, liegen baS Brauhaus »ub der fteuudltche Klostergarten. Dte Gebäude wurden vor 200' Jahresi Bafaltsteiueu des Berges durch den Fürstbischof Peter Philipp vou Dernbach errichtet.
(Schluß folgt.)
Rn« fpi.lt die Mufik im Hose - dr-lch-n h°rrn> wir, doch I nach kurzer Zeit läßt man au» ein. \
Der Fürst erscheint nach jedem Stück am letzten^Fenster über dem ephennmrankten Thorwrg, klatscht Beifalls'wenn ihm etwas besonders gut gefällt undEntbietet p"^"ch vom Fenster ans den Capellmetster zu fich. — ^etzt erschallen vom nahen Walde herüber dte schönen «lange deS ^Behüt Dich Gott", — leise begleitet dte Capelle im Hofe das hen- liche Lied. Der prächtige Morgen, die geradezu feierliche Stimmung machen ersichtlich auch auf den S^sten Eindruck, der wiederholt am Fenster erscheint. Zärtlich streichet der Mrst dte fich ihm zugesellende schwarze Dogge, den Reich» Hund „ThraS", welcher mit klugen Augen die Leute da unten
Die Mufik ist zu Ende, und wirfind i« Begriffe, den Hof durch den Thorweg zu verlaffen, da steht «timarck plötzlich und unverrnuthet vor uns. Wir umringen ihn un aeradezu stürmisch ist die dargebrachte Huldigung. — Zwei die sie gerade in MM freundlich dankt der Fürst und beehrt die Geberinnen mit kurzen Ansprachen, ebenso dte einzelnen Musiker der vorderen Reihe. Seine Stimme ist sehr leise, auchspricht er langsam, seine Haltung dagegen ist stramm, sein »u-schen frisch, «r trägt langen schwarzen Gehrock, dunkle Westei unb be
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fichtbar.« Schloß, dem ©reifen Luxburg gehörig, — m Dorfe, wo 1866 ein Borpostengefecht st-ttf-nd, »uteö Bier. Durch den Fronenrother Wold über Premi» nnd Waldberg «reichen wt? noch dreistündiger W°°deru°g doS Fr°nj «kone kloster auf bem Kreuzbergr. Der letzte Aufstieg ist sehr st l und steinig, weßhalb wir, aus dem Walde tretend, die nun erst fichiboren KlostergebSnde srendi, begrüßen. Wir stehen die ©locke, ein Mönch in brauner Ratte, den Strick nm die Lenden, öffnet nn» und geleitet hu« In ba« außerhalb d r Rlausnr gelegene Fremdenzimmer. Unauf-g-so'-dert fetzt er
I UNS schmackhaftes «losterbrod und uugespundetes Klosterbte
währeub in Prag, wo boch ernste und bedenkliche Rnhe störuogeu stattgefundeu haben, der Gemeiuderath noch heute seine Functionen auSübt.
Budapest, 28. Mai. Bet den Unruhen in Nagy. vanzSony belagerten dte Bauern daS Gemeindehaus uud wollten den Stuhlrichter todtfchlogen. Drei von der ©en> dormerie schwer verwundete Personen stnd gestorben. Die Erregung ist sehr groß.
6m, 30. Mol. Trotz der kolossalen Ausregung der hiefigen Bevöllerung ist der Abenb ruhig verlauiem Da ei» starke' Regenwetter eingelreten ist, find die S'raßeu ver ödet. Die der deutschen Bolk.partei ougehöreuden Abgeord. ueten der Stadt werden in der ersten Sitzung de» Abseord n.t.nhauf.« den Ministerpröfidenten Thun über die «uflöfnng de« Gemeinderothe, interpelliren. Der Bürgermeister Dr. Gras wird beim Ministerium gegen die Auflösung de, ©emeinderathe« Protest cintegen und besonder« daraus hin «eisen, daß diese Maßregel nicht einmal in Prag, wo doch Ausruhr und Plünderungen stattgesunden haben, verfügt wurde. Heute und morgen finden hier unb dillach Be rothuugen der Serlranenlmänner aller österreichischen Hoch schulen statt, um bezüglich der Maßregelung bez«. b« Degradikung der Reserve-Offiziere, «eiche dem ^Leichen, beaäuguiß de, bei den Grazer Unruhen geiödteten Arbeiter, beiwohnten, Stellung zu nehmen. 6, !°ü der • ’
faßt werden, daß sämmtliche deutsch gefinnte «'ndir ndm, welche In der Armee Offizierscharge inne hoben, die Offizier,- charge uieberlegen.
Loudon, 28. Mat. Hier ctrcultren Gerüchte, Frankreich und Deutschland hätten in Washington erklären laffenz. daß die Benutzung Honolulus als amerikanische OperatiouSbafi« nicht ihre Zustimmung staben könnte. Mac Kinley beabsichtigt bieserhalb, bk Annexion der Hawai-Jnselu sofort zu proclamtren.
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Berlin, 28. Mai. In Bayern foll demnächst ein besondere» Verkehrsministerin« errichtet werden, weil da» Ministerium deS Aeußeru, dem ^e Verkehr»anftatten zur Zeit unterstellt find, dte Arbeiten nicht mehr zu bewältigen im ft, M., 28. Mai. Der »Fraukf. Zig." wird
au« Cassel gemeldet: Heute Nachmittag um 3»/, Uhr ist im hiesigen Bahutraject eine Locomotive gegen den vou hier abgehenden Uebergangßzug gefahren. Die beiden Locomotiv- sührer erlitten schwere Verletzungen, ein Heizer war sofort tobt, uud drei Rangtrer wurden leicht verletzt. Eine- Loco- motive uud zwei Wagen find stark beschädigt. Al» Ursache de» Unfalls wurde festgestellt, daß der Führer der leeren Locomotive da« Haltesignal nicht beachtet hatte.
Köl». 28. Mai. Die »Köln. VolkSztg. meldet au« Berlin, tn politischen «reisen verlaute, die«»WesenheitdeS griechischen KronpriuzenpaareS in Berlin bezwecke hauptsächlich die Förderung der Caudidatur deS Priuzeu Georg von Griechenland für den kreteufischeu Gouverneur- Posten. DaS Kronprinzeupaar wünsche dte derwendung deS Kaisers beim Sultan, daß dieser de» bisherigen Widerstand aeaen die Caudidatur aufgebe. „ t t - .
8 8 Gleiwitz. 28. Mai. Im hiesigen Kreise find siebe» Ort- schäften so schwer verhagelt, daß der Laudrath Schaber von der Militärbehörde Hilf-maunschafteu erbeten hat zur schleunigen Abräumung der total verwüsteten Felber unb zur Unterstützung bet auderweittger Bestellung der Aecker. Dar Unglück ist sehr groß, ba die allermeisten Besitzer unversichert find. ____
lie Kopfschuppen- , g^re schön seidenweich.
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L w. KÜbinger.^
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©trH», 28. Mai. Der Kaiser hatte heute Vormittag me Besprechung mit dem StaatSsecretär v. »Ülow und $idc danach dte Vorträge de» Chefs de- Generalstabs der L«, Graf v. Schlteffeu uud de»- «hefs des^Militär. ccbtnetS v. Hahnte. Nach der FrübstückStafel begab fich in Kaiser mit der Krouprinzesfiu von Griechenland nach der Harem* deS Köutgtn.Elifabeth.Garde-Greuabter.RegimeutS -fr. S in Charlotteubnrg, woselbst auch der Thee eingenommen ”a,b8etli», 28. Mai. Die Verleihuag des Rothen Adler- „deuS erster Klaffe mit Eichenlaub an den StaatSsecretär Itß ReichsjustizarntS Dr. Nieberdiug wird heute trn '“S*"?«"' Dd ...
wrf-e h-m- Wü«. WprtönoB rentral EomitLs der deutschen Vereine vorn Rothen Kren». Die Kaiserin wohnte dem Empfange bet uud stellte dte Mitt .lieber deS Ceutral ComitöS vor. Die Krovpriuzesfin sprach ihren Dank au» für die vorige» Jahr erfolgte Eutsenduug ,wrS TrauSport-LazarethS mit Aerzten u. f. w. nach Griechen-
Berlin, 28. Mai. Die hiefige amerikanifche Bot- schäft theilt mit, baß fie im Hinblick auf bie häufigen Sesuche activer Offiziere fremder Armeen und Nichtamerikaner te gegeuwärttgea Kriege mit Spanten in der «Um«: b« S-reinigteu Staaten Dienste zu thun, vou ihrer Regiernog mgewiesen sei, allen berartigeu Persouru »u «ö^rv, daß iie Regierung der vereinigten Staaten es nicht für thunlich t«lle, die ihr angeboteuen Dienste auzuuehmen.
Berlin, 28. Mai. Der „ReichSanzeiger" veröffentlicht iie Bekanntmachungen betreffend Aenderuug ber Betrieb - -rbuuvg für die Haupteiseubahueu Deutschland» betreffend -endernvg der Bestimmungen über DefLhtgnu« der ßlsenbahubetriebSbeamten, betreffend Aeuderung bex Sigvalordnung der Eisenbahnen, betreffend Aevderung Sex Normen für den Bau uud die Ausrüstung der Hauptt tiseubahneu und betreffend dte Bahuordnung für die Neben- ^seubahueu, sämwtltch vom 28. Mai 1898.
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tret Wasderuag durch Spessart nnd RHSu.
Reifefkizze von G. I. O. Schmandt.
(3. Fortsetzung.)
Die Umgebungen KtsfiugenS bieten PrSchtige Spazier. gaage und Ausflüge. Wir besuchen die füdltch der vtadt eleaeue Ruine ^vodenlaube", vou welcher noch zwei Thürme ut erhalten find. Welch schöner Blick auf Ktsfingen und ümgebnug, auf dte Rhön, dte Berge au der Saale uud den Dietger Wald. Roch mehr überrascht find wir beim Besuche di» westlich der Stade über dem sogenauuteu Rofeuviertel sich erhebeudeu Staffelsberges mit der Maxruhe uud dem L»dwig»thurm. Die AuSficht hier ist eine noch umfaffeudere, ganz besonder» schön aber die auf Kisfiugen selbst.
Tollen wir den lieblichen Badeort verlaffen, ohne den Fürsten Bi-marck nochmals gesehen zu haben? Der flüchtige Mick im Borüberfahreu genügt un» nicht, und unser Wunsch erfüflt ES ist der 12. August. Die gerade iu Kisfingen auwefeude Capelle deS Würzburger Juft.-Regt». Nr 9 bringt dem Fürsten ein Morgeustäudchen, wa» nur inentg bekannt ist. Durch Zufall »f-tzreu wir e» und eilen den hübschen Promeuadeweg läng» der Saale bi» zu der >iae halbe Stunde oberhalb der Stadt gelegenen »vbereu Saline", de» Fürsten Wohnung. Gin 'iufache», langgestrecktes, nur zweistöckiges Landhaus mit uiedrigeu Geschoffeu,inder Mitte die Überbaute, etwas höhere Thorfahrt, die zum Hofe tihrt und über welcher der Speifefaal liegt. Zur Linken die Wohngelaffe de» Fürsten, zur Rechten für die Diener- fchast,' bann folgen betberfeit» Flügelbaut^, fiir Wirthschaft».
he» Liosoute» eingerichtet. Die Gebäude umschließen taen geräumtg.« mü befd.eib.nen gärtnerten ««lagen zffchmück'en Hvs, und. welchem hinan,, mit dem »Uck an ’m ffialb, be, Fürsten Gemächer liegen, - d°r ©anze f» bischeibeu, so aufpruchSlo», wie be» Fürsten persönliche Sewohuheiten. .
Die RegimeurScapelle tritt an zum Etumarsch tu den Sof Kürst BiSmarck erscheint mit feinem Sohne Herbert einem der Fenster, vom Publikum aufS Lebhafteste begrüßt.
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Gießener Anzeiger
....»-General-Anzeiger
2t,„t- und AnzNgeblatt für den Kreis «Sieben.
Seidenstoffe Sse vnl°°ge Mustcr mit Angabe d. Gewüllschtc^^ rrp-fpld von Elten & Keussen, Handlung, vreieiü.
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Sager itnrrnt unb anttrifan.
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Kien, 30. Mai. Dte htefigen Blätter besprechen bie Auflösung deS Grazer GemeiuberatheS je nach ihrer politischen Parteirichtung, coustatiren aber, daß b ese Maßregel gewiß nicht verfehlen wirb, in sämmtlichell Kreffen der deutschen Bevölkerung einen tiefen und ^”eT8u*cn Eindruck zu machen und e» werde kaum zu vermeiden fein, daß man Vergleiche auftellt zwischen der Energie, welche gegen die deutsche Gemeinde-Vertretung von Graz angewendet wird,


