Ausgabe 
1.1.1898 Drittes Blatt
 
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Der Dreibund steht noch fest und »heb jetzt t» seinen Be- streLuüqm nach einer Aufrechterhaltung des europäischen Friedens ergänzt durch den Z-eibapd, der denselben Tendenzen huldigt.

In unserem Nachbarstaate Oesterreich hat daS ver- stoffene Jahr eine ganz ungeahnte Verschärfung der poUrtscheo Lage gebracht- Parteihader und Narionalitätevkämpfe bildeten dort die Signatur de» Jahre». Noch heute, am Wende, punkt de» letzteren, ist die Situation so verworren wie nur möglich, und Niemand kann schon jetzt Voraussagen, wie die Brrhältniffe fich einmal gestalten werden. Die politischen und wirthschastlicheu Beziehungen zu Ungarn kouiten utcht auf parlamentarischem Wege geordnet werden, fie muhten vielmehr durch Verordnungen der Krone ihre Regelung er­fahren. Aber auf die Dauer ist eiu solcher Zustand un- haltbar und bildet eine gesährltche Klippe sür jede» Staat»- wesen.

Ziemlich unsicher liegen auch die Verhältnisse in Italien, wo die Parteigegensätze fich außerordentlich verschärft haben. Zum Glück hat fich da» Königreich noch ziemlich glimpflich au» der abeffyntschen Affatre gezogen und kann nun seine ganze Kraft deu inneren Angelegenheiten zuwenden.

Die auswärtige Politik Frankreichs war correct und besonnen, was um so höher zu veranschlagen ist, als die Pariser Politiker gerne in allen Dingen mitsprrcheu wollen und die Stellung ihrer Regierung dadurch sehr er­schweren. Biel Staub hat der neue Panama-Proceß und die Drehfus>Angelegenheit aufgewirbelt, und mehrfach schien es, al» ob da» Ministerium erschüttert sei- aber nur der Justizmtutster mußte weichen, uod im Uebrtgen steht daS Sabtnet Meline noch immer sest. Maßvoll war seine Haltung in dem Confllct mit England betreffs einzelner Gebiete am Niger, so daß ernste D fferenzeu vermieden wurden.

Für England war daS JubiläuwSjahr der Königin Victoria utcht sehr erfolgreich. In der TranSvaal-Auge« legenhett hat eS eine moralische Niederlage erlitten, und der Ausstand in Indien ist geeignet, der englischen Weltmacht einen empfindlichen Stoß zu versetzen. In der internationalen Politik steht isolirt da und eS kann nur als ein großer Fehler seiner Staatsmänner angesehen werden, nicht recht zeitig einen Anschluß an eine der Mächttveretnigungen ge­sucht zu haben.

Von der inneren Politik Rußlands war im Laufe des letzten Jahres nicht allzuviel zu hören, desto höher steht aber sein Ansehen im Rathe der Mächte. Die rusfische Diplomatie hat wieder große Erfolge zu verzeichnen, und man erkennt, daß sie in ruhiger Sicherheit deu Einfluß des Reiches zu erweitern sucht. Daß es damit in einen immer schärferen Gegensatz zu England kommt, ist nicht zu leugnen, aber man muß damit rechnen, daß über kurz oder laug der Kampf der Weltherrschaft zwischen beiden Reichen so wie so zum AuStrag kommen wird.

Der Krieg im Orient zwischen Griechenland und der Türket brachte Europa eine Zeit lang in ernste Gefahr, da ein allgemeiner Krieg nicht außer dem Bereiche der Möglich­keit lag. Dank der Besonnenheit der Mächte und Dank ihrer Friedensliebe ist diese Gefahr glücklich vorübergegangen. Die Verhältniffe in der Türket find fortdauernd sehr un­sichere, und daS osmanische Reich bildet unausgesetzt viel Zündstoff für eine gewaltige Explosion in Europa.

In Spanien nahmeu die Kämpfe auf Cuba und den Ph llpptnen alles Jutereffe in Anspruch. Im Innern machen sich Anarchismus und Republikaner breit, daneben wühlen wieder die Carlisten und in der Ferne droht ein Coufllct mir den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Canovas fiel durch Mörderhand, und nach kurzem Jntertmisttcum ge­langte die liberale Partei mit Sagafta an» Ruder, dem e» auch sehr schwer fallen dürfte, der Schwierigkeiten Herr zu werden und das spanische Staatsschiff in einen ruhigen Hafen zu führen. (xx)

Aus dem städtischen Vertvalturrgsbericht.

(Fortsetzung.)

Unter der Leitung des Großh. Ghmuafialdirector» Geh. OberschulratheS Prof. Dr. Schiller wird die Vorschule des Gymnasiums tn verfügbaren Räumen deS Ghmnafial- gebäudeS auf Rechnung der Stadt abgehalten; dieselbe besuchten in drei Klaffen:

im Sommer 1896 102 Schüler gegen 89 | im

Winter 1896/97 100 , 91 ! Vorjahre.

Infolge de» stärkeren Besuche» ist auch in diesem Jahre nur ein Gesammtzuschuß der Stadt von 134.36 Mk. oder von 1.33 Mk. pro Schüler nöthig geworden, sodaß sich die Vorschule fast ganz au» dem Schulgeld erhalten konnte.

Da» Realgymnasium besuchten in 9 Klaffen:

im Sommer 1896 261 Schüler gegen 273 | im

Winter 1896/97 263 , 264 | Vorjahre -

die Realschule tn 7 Klaffen, von welchen 2 getheilt waren:

im Sommer 1896 262 Schüler gegen 288 | im

, Winter 1896/97 262 , 279 ( Vorjahre -

die Vorschule beider Anstalten in 3 Klaffen:

im Sommer 1896 135 Schüler gegen 1271 im

H Winter 1896/97 139 126 s Vorjahre,

in-gesammt sonach:

im Sommer 1896 658 Schüler gegen 688 j im

w Winter 1896/97 654 , 669 j Vorjahre-

Im Lehrerptrsoaal der Anstalt ßaben sich mehrfache Aenderungen ergeben. Die vereinigten Anstalten haben im Berichtsjahre neben einem Staatszuschuß von 18 541.76 Mk. für die Hälfte der au» der Schulgeldeinnahme nicht ge­deckten persönlichen Ausgaben, sowie für die sachlichen Kosten einen Zuschuß aafl der Stadtkaffe beansprucht von 30909.75 Mk., sonach von 47.12 Mk. für den Schüler (ohne die Verzinsung und Abschreibung an den Baucapitalien) und von 75.38 Mk. einschließlich der StaatSzuschuffe».

Die höhere Mädchenschule besuchten in 10 Klaffen, einschließlich der 3 Vorschulklassen.

im Sommer 1896 299 Schülerinnen gegen 3021 im { , Winter 1896/97 291 , , 296sVorjahre- i

die erweiterte Volksschule fürMädchea in8Klaffea, einschließlich der 3 vorschulelaffeu:

im Sommer 1896 198 Schülerinnen gegen 199 j im

, Winter 1896/97 202 , 190sVorjahre- '

ioßgesamwt sonach:

im Sommer 1896 497 Schülerinnen gegen 5011 im

Winter 1896/97 493 , , 486 s Vorjahre.

Der Zuschuß aus der Stadtkaffe zu den Kosten der hier ; bereinigten Schulen beträgt im abgelaufenen Jahr 25553.14 Mk. sonach 51.62 Mk. für eine Schülerin (ohne die Verzinsung und Abschreibung bei den Baucapitalien).

Die Stadtknabenschule besuchten in acht Klaffen, von welchen 6 in je 2 Hälften und die 8. in 3 Abtheilungen unterrichtet wurden:

im Sommer 1896 804 Knaben gegen 795 | im

, Winter 1896/97 810 , , 794 s Vorjahre-

die Stadrmäochenschule besuchten in 8 Klaffen, von welchen 7 in je zwei Hälften und die 8. in 3 Abtheilungen unter- richtet wurden:

im Sommer 1896 958 Mädchen gegen 972 t im

1896/97 959 , , 972 s Vorjahre-

An geistig zurückgebliebenen, bezw. schwachsinnigen Kin­dern wurden 6 Knaben und 3 Mädchen besonder» unter­richtet, ebenso wurde für Stotterer und Stammler ein be­sonderer Sprachunterricht durch den Lehrer Backe» mit im Ganzen 70 Unterrichtsstunden abgehalten- an diesem Unter­richt nahmen 20 Stotternde (16 Knaben und 4 Mädchen) und 14 Stammler (nur Knaben) Thetl, von den Ersteren konnten sechs als geheilt, die Uebrtgen mit Ausnahme zweier Knaben als wesentlich gebessert bezeichnet werden- die Stammler wurden insoweit nicht fehlerhafte Bildung der Organe oder der Vorderzähne vorlag ioSgesammt als geheilt entlassen. Von Großherzoglicher KreiSschul- commisfion wurden sämmtliche Klassen der Stadtmädcheu- schule geprüft und al»gut" undsehr gut" befunden. Einem Gesuch der Volksschullehrer um Gleichstellung ihrer Bezüge mit denjenigen der seminaristisch gebildeten Lehrer au deu höheren Lehranstalten konnte aus grundsätzlichen Er­wägungen keine Folge gegeben werden. Der Zuschuß aus der Stadtkaffe zu den Kosten der Volksschule (ohne Knaben- und Mädchenhort, Handfertigkeitsuvterricht und Fortbildungs­schule) beträgt im Berichtsjahr 84 384.56 Mk., sonach für ein Schulkind 47.67 Mk. (ohne Verzinsung und Abschreibung der Baucapitalien.)

Der in 1893 errichtetete Knabenho rt war von durch­schnittlich 48 Knaben, der seit 1895 eröffnete Mädchen hort von durchschnittlich 42 Mädchen besucht.

Der facultative Handfertigkeitsuuterricht für Schüler aller Lehranstalten wurde im Winter 1896/97 durch die Lehrer Schmidt an der Volksschule und CorvinuS an der höheren Mädchenschule in 4 Abtheilungen abgehalten und zwar in je 2 Abtheilungen für Papparbeilen und für Kerb- schnittarbeiten - von den Besuchern der ersteren haben 24 der Volksschule, 6 dem Gymnasium und 2 der Realschule angehört, von denjenigen der beiden letzteren 27 der Volksschule, 3 dem Gymnasium und 2 der Realschule- es bleibt sonach zu be dauern, daß der gerade für die Schüler der höheren Lehr- anstalten besonders werthvolle Handarbeitsunterricht verhält- nißmäßig schwach von solchen besucht wird, wofür ja freilich. deren anderwette Inanspruchnahme wieder eine naheliegende Erklärung sbgicbt.

Anschließend an da- letzte Schuljahr der Stadtmädcheu- schule wurde in den Monaten Mai und Juni erstmal» ein besonderer HauShaltungßnnterricht in den dafür ein­gerichteten Räumen des Schulhauses in der Neustadt abge- halteu: 24 schulentlassene Mädchen wurden in 2 Abtheilungen abwechselnd im Kochen und in weiblichen Handarbeiten, (Weiß nähen, Maschinennähen und Bügeln) unterrichtet- die Gefolge waren sehr befriedigend.

(Fortsetzung folgt.)

totales und proVinzielles.

Gießen, 31. Decrmber 1897.

** Eine Reform der Eisevbahopersonrnfahrpreise wird der Kreuzzeitung" zufolge im preußischen Elsenbahnministerium schon seit einiger Zeit vorbereitet. Die Berathungeu daselbst find auch bereit» zum Abschluß gelangt und die Grundzüge der Reform liegen gegenwärtig schon dem prcußiichm Finanz­ministerium vor. Die Reform bezweckt eine Verbilligung der Personeufahrpreise, dafür sollen aber für die Zu­kunft alle Ausuahme-karten, insbesondere die Rückfahrtkarten, Rundreiseheste rc., gänzlich beseitigt werden. Während in Preußen die Grundpreise bisher 8, 6 und 4 Pfennige sür den Kilometer 1., 2. und 3. Klasse kosteten, sollen fie fitzt so herabgesetzt werden, wie fie fick wie bisher bei den Rück- sahrtskarten stellten und etwa 6, 4*/, und 3 Pfennige be­tragen. Bei Benutzung der Schnellzüge wird vorausfichtlich ein Zuschlag erhoben werden.

Darmstadt, 29. Decewber. Ein schreckliche» Unglück traf gestern Abe^d eine in der Friedr chsstraße wohnende Arbeiterfamilie. Dir Murrer hatte ihre kleinen Kinder eine kurze Zeitlang ohne Aussicht gelassen, weil fie etwas aus dem Keller holen mußte Al» fie zurückkam, sah fie zu ihrem Entsetzen eineß der Kleinen in Hellen Flammen stehen. Das Kind hatte die Ofenthür geöffnet und war dabei den glühenden Kohlen zu nahe gekommen. Zwac riß die unglückliche Mutter dem Kinde sofort die brennenden Kleider vom Lribe, doch hatte da» arme Wesen bereit» so schwere Brandwunden davon, getragen, daß im städtischen Krankenhause unter furchtbaren Qualen stari._____________________________________________

Das Gift der Hintertreppenromane.

Von einem Gesängntßgetstlichen.

Man begegnet nicht selten einer völligen Unkenntniß tber baß Wesen dieser Schundtttterattrr bei denen, die fie

lesen lassen. Es haben fich sogar Leute gefunden, die e» wagen, diesen Colportageromanen da» Wort zu reden uud sie als Mittel der Aufklärung anzupreisen. Wie es damit bestellt ist, können einige Thatsachen beweisen. Wie ausge- breitet zunächst diese Art Buchhandel ist, erhellt daraus, daß zahlreiche Verleger in Berlin, Hamburg, Dresden, Leipzig rc. ausschließlich oder vorwiegend Colportageromane verlegen und verbreiten und daß mehrere Fach-Zeit ichriften dafür existiren. Es genügt anzuführen, daß allein über den Tod des König» von Bayern dreiz-hn, über den Tod des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich zweiundzwanzig verschiedene Romane erschienen find. Welche ungeheure Auflagen derartigelitterarische" Producte erreichen, zeigt z. B. der Roman über den Mädchen­mörder Schenk, der in mehr als 200,000 Exemplaren ver­breitet worden ist. Man zählt über 40,000 Romancolpor- teure, die in bekannter Manier den Schund verireiben. Die Frucht solcher Aussaat bleibt nicht aus. Wohl jeder Strafanstalt^- und Gefängmß-Prediger wird aus seiner Arbeit heraus den schlagenden Beweis des verderblichen Ein­flusses jener Hintertreppenromane liefern können. Hierauf mögen nur einige der Fälle angeführt werden, die gerichts­notorisch geworden sind. Der Raubmörder Franceskou in Wien, der einen Briefträger ermordete, hat nachgewiesener­maßen die Idee zu seinem Verbrechen aus einem Scandal- Roman cmchöpft. Der 23jährige Brandstist r Hammer, welcher 1882 die Stadt Coblenz beunruhigte, ist nach seiner Aussage durch Schauer-Lesestoff zu seinen vielen Brandstift­ungen angei e^t worden. Ein anderer mehrfacher Brandstifter, der 21 jährige Dienstknecht Gustav Preuß, gab in der Schwur- gerichtssitzung an, er sei durch das WerkDer Scharfrichter von Berlin" (das binnen Jahresfrist in 26,000 Exemplaren verbreitet worden sein soll) m solche Aufregung ger then, daß er sehen wollte, wie sich in Wirklichkeit ausneyme, was er in dem Romane ge esen

Ganz besonoers verheerend wirkt solche Lectüre, wie man fich denken kann, auf die Jugend. Die jugendliche Magd Auguste Machus in Berlin, welche ihre Herrin er­mordete, ist nachweislich durch Lectüre von Colporteur- Romanen zu dem Verbrechen angeleitet worden. Vor nicht langer Zeit wurde eine Jugendliche in unser Gefängniß ge­bracht. weil sie ihren Extern eine bedeutende Summe Geldes gestohlen und abenteuernd- verihan hatte, welche eingestand, durch Lesen schlechter Romane, die sie sich in der Schule von Mitschülern zu verschaffen wußte, auf die teiber ausgeführten, sch echten Gedanken gekommen zu fein.

Zum Schluß sei an die verschiedenenRäuberbanden" junger Burschen bingewiesen, wie sie unter dem Einflüsse der Schauer und Blut-Litteratur oft genug entstanden sind und vor Gerichtshöfen gestanden haben. Auch bei Werner und Große, den jugendlichen Mördern des Justizraths Levy in Berlin, steht die Unlhat mit jener Unheil)aat im Zusammen­hang. Jeder Sachverständige weiß, wie sehr die Zahl solch« Beispiele vermehrt werden müßte, um auch nur die eclatan- testen Fälle anzuführen.

Die genannten Thatsachen aber mögen genügen, um jeden Ernstgesinnten zu überzeugen, daß man fein Möglichstes thun muß, der Vertreibung der Colportagehefte Einhalt zu gebieten und dafür gute und gesunde Lectüre unter das Volk zu bringen. Dank gebührt Allen, die sich damit befassen, sich kein Opfer an Geld und Zeit verdrießen lasse« und auch obendrein noch den Haß und Verdächtigungen ihrer Gegner auf sich nehmen.

Eia neuer Frauenberuf, ter in jüngster Zeit in Auf­nahme gekommen ist und einen großen Aufschwung zu nehmen verspricht, ist der des weiblichen ConditorS. Der neue Frauenberuf hat fich in Berlin so schnell eingebürgert, daß man Inseraten, durch weiche junge Mädchen zur Er­lernung der Conditorei gesucht werden, fast täglich be­gegnen kann.

* Reizende Zustände herrschen in Chicago. Die öffent- ltche Unsicherheit hat dort einen solchen Grad erreicht, daß Jedermann sich fragt, ob es noch schlimmer werden k na, und wie das enden soll. Usbersälle auf den Straßen, in Läden und Wohnhäusern gcschchru täglich, schwere Veiwuod- ungen sind an der Tagesordnung, und in manch.n Stadt- theilen scheinen die Bürger und ihre Familien gänzlich rem Raubgesindel p.-eis gegeben zu sein. Die Siraßenräuber und Banditen aus dem ganzen Lande scheinen fich in Chicago Stelldichein zu geben. Daß Traurigste an der ganzen Sache Ist, daß die Cqicagoer Polizei fich garnicht darum kümmert, sondern ausschließlich politischen Zwecken dient. Anstatt daß die Polizei sür die Sicherheit in der Siadt sorgt, erhebt sie von Dirnen, Zuhältern und Spielhöllenbefitzern Contri- butlonen für die KricgSkasse der demokratischenMaschine"- ein förmliches System ist eingerichtet worden, nach dem la den einzelnen Stadttheilen gewisse Damen der Halbwelt nebst ihrem Gefolge ihr Geschäft gegen regelmäßige Abgabe* betreiben dürfen. Der Scandal ist so groß, daß die Repu­blikaner die Abschaffung der städtischen und die Errichtung einer staatlichen Polizei-Commission drangen. __________

Literatur uub liuitft.

- Kaufmännische» Universal-Sonversations Leriraa. Pr-ctische? Hand- und Nachsch'.agcbuch für Kaufleute, Fabnkanren, Bankier» und Gewerbetreibende, sowie nanvntlid) für junge HandelS- beflissene und für fides Comptoir. Von Dr. Adolf Benedict. Eleg. gebunden 3 Ma^k Söwabachers Verlag in Stuttgart. Bei dem gewattrgen Wttldewerb eröffnen sich dem Kaufmann drutzutage nur dann günstige Aussichten, wenn er du.chaus gediegene.-tüchtige und umfassende Fachkenntn ss- besitzt. ES ist daher gegenwärttg via davon die Rebe, Handcle-Hochschulen zu errichlen. Aber nicht Jever wird in der Lage sein, eine solche zu besuchen. Ersatz dasur bietet wenigsten» bis zu einem gewissen Grade em wirklich gutes btnbrlßs wisfinschafilicheS Eompendium modernen Stiles. Ein solches ist da» ganz vortreffliche Wnk von Dr. Benedict, das man darum in kauf- mänutschen Kreisen freudig willkommen heißen wird. Jo der practt- schen Form eineS Lexikons umfaßt es das ganze Gebiet des kauf­männischen Wiffens und antrooitit in knappen, scharf ammenzten Artikeln auf alle Fragen, tn denen ein Kaufmann heutzutasetBescheid wessen muß.