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31.7.1897 Zweites Blatt
 
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Alleeftrahe 3. Rhtybj kkittzch-MhrlD maße 71.

o°brlkfttch *6 Lchalk« WilhelmKraße 11, Jelingm ^t'erstraße 97.

ttttU Cbauffttstraße 19. et Aohav« vaWoiKratze 48. Etratzdvrg LantzKlahr 114.

Itltt Flrischftrahe 32.

88dmat Marklstrahe 18.

totiBtefdi Mknstrohe 7.

Lerdm Rührstrahe 35.

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Breite BiWr. 283. WieSbadea LanaMe 29.

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BrhnbMrahe 59. Worm»

Marktplatz. 31 u. s. w.

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177 Zweites Blatt. Samstag den 31. Juli

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Der Kietzener Anzeiger erschnnt täglich, Mit Au-nahme des Montags.

Die Gießener AimiktenökLUer werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Gießener A zizeiger

Kenerat-Mnzeiger.

Vierteljähriger ^öoouementsprels r 2 Mark 20 Pfg. mit Lringerlohn. Durch die Poft bezog« 2 Mark 50 Pfg.

Skedaction, Expeditio» und Druckerei:

Schnkfirahe Ar.7. Fernsprecher 51.

Anrts- und Anzeigeblntt für den Akreis Gieren.

chratisöeitage: Hießener Kamitienölatter

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.

- ' . . .

Alle Annoncen-Bureaux d«S In- und Auslandes nehme» f Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgego».

21 tutLid^f TyeU.

Bekanntmachung.

Vetr.: Feldbereinigung in der Gemarkung RüddingShaufen.

Die Zntheilung in den nördlich des OrrS gelegenen WiesenAuf dem Wirracker, am Helgenborn und am Rain" ist unter dem Vorbehalt erfolgt, daß das für die neue Kreit- strvßenstrecke nothwendige Gelände im Wege der Feldberei« ntgung gestellt werden kann. Jeder in den oben angegebenen Gewannen zugetheilte Besitzer muß sich daher die durch die erwähnte Geländestellung etwa nothwendig werdende Sende« ruufl der Zntheilung gefallen laffen.

Friedberg, den 29. Juli 1897.

Der Bereinigung--Commiffar: 7192

Dr. Göttelmann, Gr. KreiSamtmann.

Bekanntmachung.

vetr.: Feldbereinigung in der Gemarkung RüddingShaufen.

In der Zeit vom 30. Juli lfd. IS. bis einschließlich 12. August lfd. IS. und zwar an jedem Tage, auch den Sonntagen, von 8 bi» 12 Uhr Vormittags und 2 bis 6 Uhr Nachmittags, liegen auf dem Amtszimmer der Gr. Bürger­meisterei RüddingShaufen die Arbeiten des III. Ab« schnitte- rubr. Feldbereinigung, nämlich:

23 Blatt Zutheilungtkarten,

1 Band Zutheilungsverzeichniß,

8 Bändr topographische BefitzftandSverzeichnifse,

2 Bände Gütergeschoffe,

1 Heft Zusammenstellung der Gütergeschoffe,

1 Heft Berechnung der BonitätSerhöhungen,

1 Heft GeldauSgleichungsverzeichniß,

1 Band AbschätzuvgSverzeichniß der Obstbäume nach dem alten und neuen Stand,

das Protocollbuch,

3« Einsicht der Betheiligten offen.

Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hier- jtfltö findet statt:

Freitag, 18. August 1897, Borm. 910 Uhr, io Amtszimmer der Gr. Bürgermeisterei RüddingShaufen, wozu ich die Betheiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterfcheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen find.

Einwendungen find schriftlich abzufaffen, zu begründen und auf Papier in Actengröße (mindestens </2 Bogen) einzureichen.

Friedberg, den 27. Juli 1897.

Der BereinigungS Eommiffär: 7137 Dr. Göttelmann, Gr. KreiSamtmann.

Z« dem neuen Beamtengesetz

wird den ,92. H. V." geschrieben:

Die Bestimmung, daß der Anfangsgehalt aller defini« tiven Beamten akademischer Vorbildung 2800, der Endgehalt 5600 Mk. betragen soll, während die vorausgehende Be­schäftigung im Staatsdienste nur bei der PenfionSberechnung in Betracht kommt, bedeutet zwar einen Fortschritt, indem fie wenigstens Befferung bringt, kann aber nicht befriedigen, da Härten und Ungleichheiten bestehen bleiben, die hätten vermieden werden können. Wenn auch die Ungleichheit, daß die Zeit der Anstellung zu verschiedenen Zeiten und in den verschiedenen Beamtenklaffen nicht dieselbe ist, kein vernünf­tiger Mensch wird beseitigen wollen, so muß doch eine Regie­rung, die für alle Untergeblnen die gleiche Fürsorge zeigen will, darauf bedacht sein, daß keine weiteren Mißstände hin­zukommen. Dem scheint der Entwurf aber noch nicht ganz zu entsprechen. Die Lehrer wenigstens befinden fich noch den anderen Beamten gegenüber im Nachtheil. Denn, um zu sparen, hat die Regierung in dem neuen Voranschlag von 34 seither etatmäßigen Stellen 9 als solche belasten, wozu noch 27 neue kommen, von denen man doch auch annehmen kann, daß nur einzelne wieder eingehen werden. ES herrscht also das künstlich he'rvorgerusene sonderbare Mißverhältniß, daß man von einer Nothlage der Aflefforen zu sprechen völlig berechtigt ist, während von einer Uebersüllung nicht die Rede sein kann, da bis jetzt nur Wenige erst nach ihrer Ernennung zum Affestor zur Verwendung gelangt find. Abgesehen davon, daß der Staat Leuten gegenüber, deren Thätigkeit er in An« spruch nimmt, auch die Verpflichtung hat, in entsprechender Weise für sie zu sorgen und sie wenigstens nicht schlechter zu stellen, als die Angehörigen anderer Beamtenklasten, wo es die merkwürdige Einrichtung von etatmäßig provisorischen Stellen kaum zu geben scheint, entsteht der große Nachtheil, daß die Lehrer durch Belasten so vieler Stellen in der Klaffe der provisorischen bedeutend später zur Anstellung kommen, als ihnen gebührt, und infolgedeffen auch viel später den Maximalgehalt erreichen. Ziehen wir noch in Betracht, daß in der Regel einige definitive Stellen offen gehalten werden

Feuilleton.

Dnn Herr!

Novellette von Conrad Telmann.

(Nachdruck verboten.)

Wenn Du mich denn endlich genug bewundert hast, iirbr Thea, wollen wir uns noch ein bischen setzen und .pImbern, ja? Stehen muß man nachher noch genug. Komm! nimmst eine Taffe Thec, ja? Else jetzt heißen unsere kmmerjungfern schon Else, es ist unglaublich soll ihn ml machen. Komm, sei gernüthlich!"

Aber Melanie, Kind, Du mußt ja jetzt fort. ES ist We Zeit. Jetzt noch Thee machen laffen diese Idee! : einer halben Stunde nimmst Du ihn bei Präsident-, ein halbes Dutzend befrackter Courmacher um Dich her, die Dir 'all der Hand auf dem Herzen versichern, so schön wärst Du nie gewesen, und"

Du, daS wagt keiner mehr. Sei ganz ruhig! Dazu 1811 ich mir fie zu gut gezogen. Sie kennen mich "

Frau Thea lachte.

Ja, allzu milde springst Du mit unserer jungen Herren« Mit ja nicht gerade um, Schatz. Aber Du darfst Dir- schon «klmben. Vor Dir haben fie einen Heidenrespect. Bloß für Wertet halten fie Dich."

Bin ich ja auch eigentlich, weißt Du. Sonst"

Hättest Du Dich natürlich schon längst wieder ver- hZiiivthet. Vier Jahre Wittwe, nachdem man kaum ein halbe- oiirhkirathet war! ES ist eigentlich merkwürdig. Jung,

reich, geistvoll, die richtige moderne Lustspiel- Wittive und unter all den glänzenden Bewerbern sollte

gewesen sein? Nun, jetzt ist ja auch da- viMer."

Wie verstehst Du da-, wenn man fragen darf?"

Na, na, nur keine Gehrimnißkrämerei mehr, mein Wen! Du hast ja keinen Z-veck. Schließlich lebt man M auch sozusagen in der Welt, wenn ich auch die letzte 3M «egen Arthur- JSchiaS leider auf keinen Rout mehr

komme." Sie seufzte leise.Mau hat seine Freunde. Und es ist ja daS einzig Vernünftige, was Du thun kannst. Ich finde die Parthie außerordentlich paffend."

So?! Sieh 'mal an! Mit Werben natürlich, nicht? RegierungS'Affrffor Constantin von Werben, Sohn des Regierungspräsidenten und künftiger Minister oder Reichs­kanzler, was weiß ich? ES klingt. Und der ist es doch wohl?"

Wozu fragst Du? Und heute Abend bei PräfidentS wird die Sache perfect, denk ich. Alle Welt ist sich klar darüber. Und es ist ja auch wirklich Zeit, Kind. Du kannst nichts GescheidtereS thun. Diese Toilette obgleich Du in Toiletten ja immer stark bist hättest Du auch nicht gemacht, wenn es nicht heute zum Klappen kommen sollte. So verführerisch kleidet fich eineblasirte" junge Wirtwe nicht, die mit den Freuden dieser Wrlt abgeschloffen hat. Ah, steh' 'mal! Jetzt wirft Du ja ordentlich ein bischen roth. Thut nichts, eS kleidet Dich, mein Schatz. Werben ist übrigens ein Prachtmensch ganz abgesehen von seiner vorauSfichtlich glänzenden Carriöre. Ein Gentleman von Kopf zu Fuß. Du wirst Deinen Entschluß nicht bereuen aber wir schwatzen und schwatzen, Du mußt ja fort, Deine Elsa bringt zum Glück den Thee nicht. Daß Du Dich stellst, als eilte eS Dir nicht, ist ein bt-chen affectirt, mein Schatz, Pardon! Also: viel Amüsement und laß mich die Erste sein, die Dir gratulirr! Sei glücklich, Du Sonn« tagökind! Adieu, Adieu! Morgen komm ich und laß mir erzählen."

Sie wollte hinausrauschen, trotzdem Melanie fortwährend erst gegen ihre Steuerungen und dann gegen ihr Fortgehen lachend Protest einlegte, kehrte in der Thür aber noch ein­mal um, legte ihre Arme an Melanies Hals, was ihr nicht ganz leicht wurde, denn fie war einen Kopf kleiner als diese, wollte auch die kostbare Ballioilette der Freundin um keinen Preis beschädigen, und sagte beinahe wehmüthig:

Du, Melanie, einer thut mir leib." Nämlich?"

Handeck, Wilm Handeck."

und noch kürzlich vom Ministerium betont wurde, daß diese- nicht verpflichtet sei, alle Stellen zu besetzen, fo wird dieser Nachtheil noch bedeutend vergrößert. Kann man doch gar nicht wiffen, wie viel Stellen offen zu laffen die Regierung in Zukunft für gut befinden wird!

Man erinnere fich nur, wie lange eS im vorigen Jahre gewährt hat, biß von ca. 10 freien Stellen 8 besetzt wurden. Von einer Gleichstellung der Lehrer mit den übrigen Beamten kann also noch nicht die Rede sein. Dazu kommt noch eine Ungleichheit im Stande selbst. Es ist vorgekommen, daß Affefforen, die ungefähr 50 bis 80 Borderleute hatten, an Seminarten bezw. höheren Mädchenschulen definitiv angestellt wurden und so einen ganz ungeheuren Borsprung vor ihren AlterSgenoffen gewannen.

Ist es nun schon eine Härte, daß diese viele Jahre lang die Wohlthat de- DefinitivumS vor den anderen voraus haben, so ist es noch härter, daß dieser Vorsprung für das ganze Leben bestehen bleibt. Da man doch nicht wird be­haupten wollen, daß die, die fich noch jahrelang im Provi­sorium mit einer Bezahlung von 1800 bezw. 2000 Mk. abmühen müssen, weniger ihre Pflicht dem Staate gegenüber erfüllten, fo wäre eS doch am Platze, fie wenigstens theil- weife dadurch zu entschädigen, daß man wenigstens einen Theil der Bordienstzeit in Rechnung brächte. Wenn also die Ungleichheiten, fo weit eS Menschen möglich ist, gemildert werden sollen, so müsien zunächst alle dauernd nothwendigen Stellen in definitive umgewandelt und jede Stelle sofort nach ihrem Freiwerden neu besetzt werden. Und um die Härten zu lindern, die durch daS Schwanken in der An« ftellungSzeit hervorgerufen werden, bringe man bei der An­stellung wenigsten- von einem bestimmten Zeitpunkte an die vorherige provisorische Thätigkeit, wenn eine solche vorhanden ist, in Anrechnung, so z. B. im Bau-, Lehrfach und bei den Juristen etwa vom dritten, im Forst- und Steuerfach wegen der kürzeren vorbereitung-zeit vorn vierten Jahre nach Be­endigung des AcceffeS an. Will man die dadurch entstehen- den Mehrausgaben vermeiden, so kann man ja statt der 21 zur Erreichung des Höchstgehaltes vorgesehenen Jahre eine entsprechend höhere Zahl feftsetzen.

Melanie zuckte die Achseln.

Wie kommst Du auf den?"

Na, Schätzchen, nun thu nur nicht so! Wenn er mehr Schneid gehabt hätte, hätt er Dich damals bekommen. Denn eigentlich war er bei Dir um zwei Pferdelängen Deinem seligen Helmer- voraus Und bloß feine Schüchternheit war Dir von jeher etwA emanciptrten Frauenzimmercheu ein Gräuel.Das ist ja gar kein Mann!" war immer Dein Refrain. Al- ob man von einem Naturforscher Lieutenant--Verve verlangen dürfte! Er war eben ein GemüthSmrnsch. Aber Du haft Dich seiner geradezu ge­schämt geftehS mal ein, Du dachtest, Dich lächerlich zu machen mit dem weltfremden, scheuen Stubenhocker. Und deßhalb blos deßhalb Na, Dein seliger Helmer« mög'S mir im Grabe verzeihen. Dein Ideal:Er soll Dein Herr sein!" da- hat er Dir ja verwirklicht. Und vielleicht hättest Du mit einem, der Dir sicherlich nie denHerrn" gezeigt hätte, waS Du ja nun 'mal zu brauchen scheinst komischer Geschmack! ich möchte das meinem Arthur nun ja nicht rathen wirklich nicht glücklich werden können. Also gut! Aber leid thut er mir trotzdem. Denn nun zieht er Zum zweiten Male mit langer Nase ab. So ein netter Kerl."

Zum zweiten Male? Wieso?"

Melanie war aufmerksam geworden, ihr Äthern ging sogar um etwas rascher.

Sieb, Du weißt wohl noch gar nicht, daß er wiede zurück ist?"

Wer? Doctor Handeckk Nicht möglich?"

War heute leibhaftig bei mir, so gewiß ich hier vor Dir stehe. Und bei Dir also noch nicht? Hm! Na, er hat ja kein Wort zu mir davon gesagt, daß er nun auf- Neue um Dich werben wollte, natürlich nicht. Wollte Dich überhaupt gar nicht erwähnen. Da dachte ich mtrz besser ist besser, und hab ihm reinen Wein eingefchenkt."

(Fortsetzung folgt.)

-,-Ä- QaiJmmaIaOm garantirt solide, beinensrowe ä*®« verlange Muster mit Angabe d. Gewünschten. ott $,rivot** 9),an von Elten & Keussen, Crefeld.