1897
If.
Mittwoch den 30. Juni
Nr. 150 Zweites Blatt
Amts- und Anzei^ebltttt für den Tiveis Gieren.
chratisöeitage: chießener Iamikienbtätter.
Giessen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.
die Thetlnehmer herzlich von Seiten des Präsidium« begrüßt, wonach Herr Pfarrer Brill die Fest- und Wetherede hielt. Hierauf erfolgte unter finniger Widmung die Enthüllung und Uebergabe deS prächtigen VereinSbannerS fettens der Ehrendamen. Diesem Acte schlofien fich eine Reihe Einzel- Vorträge der Vereine, Mufikpiöcev, Tanz und sonstige Jugendvergnügen an. Die Betheiligung an der schönen Feier, welche den schönsten Verlauf nahm, war eine sehr große - insbesondere war Nidda stark vertreten. Heute Mittag von V23 Uhr ab fand auf dem Festplatze eine kleine Nachfeier mit Tanzbelustigung statt.
§ vermuthShai«, 28. Juni. Um fich gegen Hagelschaden zu fichern, haben fich mehrere Einwohner unserer Gemeinde auch dies Jahr zusammen vereinigt, einen Gemeinde- Versicherungs-Antrag aufnehmen zu lasien, worauf 18 Personen auf einer Police versichert werden. ES ist dies eine sehr gute Einrichtung, da hierdurch viele Neben- । kosten gespart werden und diese Art von Gemetnde-Ver- i stcherung schon lange von Seiten größerer Landwirthe usw.
angestrebt wurde. ,
§ Bom höheren Vogelsberg, 27. Juni. Nachdem unsere Landwirthe bet dem vor etntgen Tagen stattgefundenen Regen» Wetter das Aussrtzen von Dickwurz-, Kohlraben» und Kraut» pflanzen beendet haben, wird jetzt bet etngetretener trockenwarmer Witterung mit dem Heumachen der Anfang gemacht. DaS Thermometer zeigt mitunter 330R. ES find
Versicherungsgesellschaft Victoria die Versicherungssumme von 192 Mark herauSgezahlt, da Krüger mit einem Wochenbetttag von 30 Pfg. in der VolkSv erstcherung der Gesellschaft eingekauft war. Krüger war erst seit dem Juli vorige« Jahres, also seit zehn Monaten versichert. (Anträge der- mittelt die General-Agentur der „Victoria in Gieße«,
Nachstehende Bekanntmachung deS Vorstandes der Section VI (Gießen) der Hefsen-Naffauischen Baugewerks» BerusSgenosienschaft bringen wir hierdurch zur Kenutniß der Joterefienten,
Gießen, den 26. Juni 1897.
Großherzogliches KretSamt Gießen.
v. Gagern.
Vierteljähriger Avouuementsprewr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Webaction, Expcditio» und Druckerei:
-chulstraße Kr.7.
Fernsprecher 51.
Wen Preisen) irrenhandlungen ib Gerhardt e selbst (Cassa- 6190 nbtaite: Loge 5 M. 2. Platz ausr-Preise: Platz 1.- Mk.
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Bekanntmachung, betreffend: Unfallversicherung,- hier die Bestellung von Beauftragten der Berufsgeuoffenschaften.
ES wird hierdurch zur Kenntntß der Interessenten gebracht, daß die deutsche Buchdruckerei-Berussgenoffenschaft den Geschäftsführer der Section III (Main), Valentin Feldmann in Frankfurt a. M., zum Beauftragten der Genoffenschaft für den diesseitigen Bezirk gemäß § 85 deS UnfallverficherungSgesetzeS vom 6. Juli 1884 bestellt hat.
Gießen, den 25. Juni 1897.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
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Der Ktetzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießmer Aamilienvtälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entyy»u
Ludwigstraße 52.)
• Heilbronn, 28. Juni. Kunst-, Gewerbe- und Industrie-Ausstellung. Wenn mau vom Ausstellung-- park die Turnhalle betritt, in welcher die Großindustrie i« der Hauptsache ihre Erzeugnisse ausgestellt hat, so hat der Beschauer zur linken Seite die originelle Ausstellung der Firma ®mit Stetig, A.'G., Cichorien,, Feigen., Essen,, Frucht-Kaffee und diätetische NahrungSmtttel-Fabriken. Ueber den Betrieb der Firma und ihre Erzeugniffe möchten wir hier etwas näher eiugehen. Die Firma Emil Seeltg wurde im Jahre 1858 von dem im Jahre 1895 verstorbenen Herrn Emil Seeltg gegründet. Ja der Fabrik sind mehr als 300 Personen durchschnittlich täglich beschäftigt. Die Betriebs- kraft wird durch drei große Dampfmaschinen erzeugt. Wer eine ganz feine Qualität Cichorien verwenden will, der ver» lange Seeligs Schrot-Cichorien (Moeca-Cichorteu), der gleich» zeitig die Auslaugung des Bohnenkaffees befördert und demselben eine goldbraune Farbe verleiht. Seeltg« kandirter i Korn- und Malz-Kaffee wird von den hervorragendsten Natur» ärzteu als bester Kaffee-Zu- und -Ersatz empfohlen und haben wir uns gleichfalls selbst überzeugt, daß der von Seeltg er- fundene kandirte Korn- und Malz-Kaffee,ober fdg
zubereitet, ein Getränke geben, dessen Kaffeeahnlichkett nicht bestritten werden kann. So viel wir hören und gesehen haben, handelt eS sich bet der Fabrikation nicht um gewöhn- liches Korn oder Malz, sondern dre Maare wird zuvor auf eigenartige Weise präparirt, geröstet und hernach mit Zucker kaudirt und mit dem Saft von echtem Java-Kaffee nirt. SeeltgS Homöp. GesundheitS - Kaffee und SeeligS Früchten-Kaffee, empfohlen von Herrn vr. med. Zeller in Stuttgart, find ganz vorzügliche Fabrikate, und besonder« da zu empfehlen, wo in Krankheitsfällen eine bestimmte Dtat vorgeschrieben ist. SeeltgS feinste Kaffee-Effenz wird au« Zucker und etwa- Java-Kaffee hergestellt und ist daher ein Kaffeezusatzmittel allerersten Range-. Da Etchelmehl oft verfälscht im Handel vorkommt, so liefert Seeltg den Eichel« | kaffee tu Schrotform, damit fich Jedermann von der Reinheit des Mittels leicht überzeugen kann, was bei einem Kiuder- nahrungSmittel ganz besonders wichtig ist. Daß die Früchte, die von dem mit deutscher Kraft und Stärke ausgerüsteten Eichbaum stammen, von ganz hervorragender Bedeutung für die Kinderernährung find, bestätigt Herr Pfarrer Sebastian Kneipp in seinem Buche „So sollt Ihr leben" im fieoertten Capitel unter „Getränke", und ganz besonder- auch Dr. med. Weil tu Berlin, der da« einfache, edoch äußerst wirksame, vom deutschen Eichbaum stammende Mittel in vielen Krankheitsfällen und besonder- auch als KiudernahruugSmittel aus voller Ueberzeuguug empfiehlt, weil es wenig Kosten verursacht und auf die leichteste Weise viel Nutzen Men kann. SeeligS Etchelhafer-Cacao ist für verwöhntere Gaumen sehr zu empfehlen. Ferner ist Seeligs diastastrte- und präpartrtes Hafermehl für Kinder, wenn sie beginnen, feste Nahrung vertrageu zu können, ein dvrzügltche- Nahrungsmittel und wird von der Berfafferta de- „Hygienischen Kochbuches", Elise Starker, nicht nur al« Ktndernahrung-mittrl, sondern auch als vorzügliche Kraftsuppe besten- empfohlen. SeeltgS wetßr Haferblüthen (gequetschte H°s»körner find ein VolkSeruährungSmittel ersten Ranges und sollte Niemand unterlassen, fie zu kosten. Seeligs feinster Feigen-Kaffee dient al- Zusatz zu extern Mec, um bU S;tl8bobc^i
in f»riie(eö — Pramitrt wurde die Firma tn Londor?1862, Parts 1867. Chicago 1893, Berlin 1896,
• Sine Preisaufgabe deS FifchereirathS. Der diesjährige Fischereirath wird am 3. und 4. September in WormS abgehalten werden. Eine Preisaufgabe von 1OOO Mk. hat der Fischereiverein ausgeschrieben. An den Körpern der in Folge von Wasserverunreinigung zu Grunde gegangenen Fische läßt sich tn verschwindend wenigen Fallen die Todes^ Ursache ermitteln. Die chemische Untersuchung de» Wasser- bleibt vielfach erfolglos, weil daS Wasser, an dessen gifttgen Beftandttheilen die Fische sterben, sich sehr^ häufig der Probe nähme zur Ermittelung seiner Bestaudtheile erzieht. Wenn „tobte Fische" die Thatsache eingetretener Vergiftung darthun, ist das giftige Wasser meist bereits Kilometer wett abwartS gefluthet. ES bleibt zur Ermittelung der Schuld, und zur Feststellung der Todesursache nur der Cadaver de- ThiereS zurück und daran läßt sich nach dem heutigen Stande unserer pathologisch-anatomischen Kenntnisse, sofern ein günstiger Zu» soll nickt Reste giftiger Metalle in den Kiemen oder etwa im Verdauungsapparat der Fische chemisch nachweisbar zurück- hielt, Sicheres nicht erkennen. In Erwägung dieser Umstaude wird gewünscht: Eine Untersuchung über den pathologtsch- anatomischen Nachweis der Wirkungi in
vorkommender Stoffgruppen auf die Fische. 1) '/eier Sauren, 2> freier Basen, insbesondere Kalk, Ammoniak und Natron ,' 1 Me lös icken Carbonate von Kali und Natron waren ber ieten Bleichgase (Chlor und Ich«-,- lige Säure) - ^von Schweselmetallen und Schwefelwasserstoff, ferner wird die Feststellung der pathologischen Merkmale bet dem ErstickungSiode der Fische erbeten. Al, Bersnch-ihiere werden zweckmäßig Vertreter auS der Gruppe der Sal mouiden und Cyprintden empfohlen. Die Preisrichter find zö-c. Medtcinalrath Prof. Dr. L. Hermann-Königsberg i. Pr., Prlj. Or H Mische' Tharandt, Geh Medicinalrath Pros. Virchow-Berlin und Prof. Dr. C. Weigelt-Berlin.
• Die tziuterbliebeueu des OberfeuermanuS Kruger, welcher, wie mehrfach gemeldet, bet dem letzten Brande in der Schering- ^chen Fabrik in Berlin den Tod fand, erhielten von der
Gießener Anzeiger
Keneral-Mzäger.
Leipzig ^1897. Die von einzelnen Blättern gebrachte
Meldung, daß die allgemeine Einführung cl"c8 "c“en Jnfanteriegewehres beschlossen und eine größere^ Be stellung bereit» erfolgt sei, wird vom "^eipz- Tagebl. stätiat. Im königlich sächfischen ArmeecorpS sei wie in an- deren, ein Bataillon bereits zum Maffeoversuch mit eine« Gewehr neuesten Modells bewaffnet, deffen Huupwor-üge in noch kleinerem Caliber als dem bisherigen, und in einem Mechanismus bestehen sollen, der: alle ^abevorrtchtu g außer der Füllung des Magazins selbstthatig besorgt. Allem Anscheine nach stehe uuS wieder eine völlige Neubewaffnung
ÖVaut' Mutier: „Kinder, ärgert mir heute den Vater nicht, denn er sucht nach einem Anlaß, um rnS Wirthshaus gehen & können'."
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ständig richtig.
Wenn auch bisher in Fällen leichterer Pflichtverletzung von der Verhängung einer Ordnungsstrafe gegen die pflicht- | vergessenen Mitglieder abgesehen und fich zunächst auf eine entsprechende Verwarnung beschränkt, gegen andere wiederum nur geringe Geldstrafe verhängt worden ist, so kann doch diese Nachficht fortan nicht mehr geübt werden und wird jede Pflichtverletzung, welcher Art fie auch sein wöge, mit Hoyer Ordnnuasstrafe geahndet werden.
Der Vorstand fordert deßhalb diejenigen Mitglieder, welche bisher hiernach verstoßen haben, dringend auf, fich sofort ein vorschriftsmäßige« Lohnbuch, wozu ^Formulare von unserem Bureau gegen Einsendung von 6 Pfg. (in Briefmarken) pro Bogen (sowie Portobetrag) bezogen werden können, anzulegen und daffelbe, sowie daS BeschaftigungSbuch stet« pünktlich und ordnungsmäßig zu führen, indem er schließlich noch bemerkt, daß die Revisionen der Betriebe auch tn diesem Jahre fortgesetzt werden.
Gießen, im Juni 1897.
Der Vorstand der Section VI. L. Petri II., Vorsitzender.
Locales tmb provinzielles.
4. Nidda, 27. Juni. In dem Garten eines hiesigen Kaufmanns war dieser Tage eine N°turseltenheit zu beachten- ein Rosenstrauch hatte nämlich, wie die infolg«seiner Wette vorgenommene Zählung ergab, nicht weniger a S 741 BlütbeuknoSpen und Blumen. c ,
4. Groß.Felda, 27. Juni. Unsere seit drei Jahren bestehende Molkerei bezog im "bgelaufenen Jahre 1056 592 Liter Milch und schloß mit einem Reingewinn von 8376.36 Mk. ab. Die Genoffenschaft zählte am 1. Januar b. I. 94 Mitglieder und verfügt über eine Acttva von 443 x8C6er.öibi>etl6eiM, 28. Juni. Bei sehr günstiger Witterung ging gestern die Fnhnenn>eIhe "Niere« ®e- sangvereinS „Eintracht" dar sich. Nach 2 "h- bewegte sich der aus Festreitern, Schuljugend, den hiestgen Vereinen, Somites, Ehren- und Festdamen, etwa lS auswärtigen Ber einSgruppen und einer Musikkapelle bestehen e graße Zug durch den schön geschmückten Ort nach dem geschmackvoll her gerichteten Festplatze. Aus demselben angekommen, wurden
Wilh.Hamel
>r Wft.7.
Die bisher TetoSSSüun« SeeiionsbezitkeS I Wun Tta »me»
abgehaltenen Beiriebs-Revifionen haben wiederholt Zeugniß sür Klee, welcher e« E satz de« Hafer« ein vorzügttche« tarüber abgelegt, daß immer noch sehr viele Mitglieder Futter lur dtt PIerde g .
überhaupt kein vorschristsmätziges revisivnssähiges 28 Juni. S n-Jum^diett ü«. w,
Lohnbuch, in welchem sämmtliche veschästigte Arbeiter c»uch dff°nitiche Tagung hiett^ heute d M\cxm
Lehrlinge und Söhne), deren BeschafttgungStage und verdiente Pr * Maraua/o. Die Provtnzialkasse hatte im Löhne nach 8- oder 14tägigen LöhnungSpertoden einzutragen Geheimra h . hnn tugs 435 200 Mk. und
find, führen, fich vielmehr bei Aufstellung ihrer alljährlich Dertcht-iahre eine E h r Voranschlag der Kaffe etnzuretchenden JahreSlohnnachwctsung entweder auf dürft ge eine Ausgab rund 410060 Mk.
unvollständige Notizen verlassen oder dieselbe gar aus freier fi ht P,^L8S7/V8 in Annahme und # inSgesammt in Hand ohne jegliche Grundlage anferttgen und abgeben. Daß vor. Fü ^b^t ^^96360 Mk. tm Vor-
rine solche Nachweisung nicht genau und richtig sein^kann, S , h . bte Unterhaltung der AreiS-
bedarf keiner weiteren Begründung. Auch die Selbst« anfchlagsiay 18 9 / L $ u b in
versicherten führen nicht durchweg das BeschaftigungSbud» über g übergegangenen Staatsstraßen kostet die Provinz
ihre eigene Thatigkeit im versicherten Betriebe^- andere Derwa 3 0 ^^20 Mk. vor Zugang der Staatswiederum führen dasselbe, wie fich ergeben hat, nicht voll | @(n Brück-Offenbach auf frühere Vorlage
des Voranschlag« an den Proviuzialtag wurde angenommen, auch eine Commission zur Betreibung de- Proiect- einer Provinzial-Pflegeanstalt gewählt.


