Ausgabe 
29.12.1897 Erstes Blatt
 
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Patrone tu der Lasche. Hierdurch wurde der Bergmann ierrtsseu, ei« Arbeiter schwer verletzt and etwa 90 ent- servier stehende Personen zu Boden geworfen. Zahlreiche Fenster wurden zertrLmmert.

Ein «dvokaren-Honorar von «ehr eil 200000 Mark hat ein polnischer BechtSanwalt in Posen erhalten. Der« selbe gewann für eine arme Posener Näherin einen Erbschaft-» proceß endgiltig, bei dem eS sich nm ein Object von über einer Million handelte. Der Advocar hatte sich verpflichtet, falls der Proceß verloren werden sollte, säwmtltche Proceß- kosten zu tragen. Dahingegen hatte sich die Näherin ver­pflichtet, falls der Rechtsanwalt mit seinen Ansprüchen durch- dringen würde, demselben 20 Procent der Klagesumme zu gewähren.

Aluminium gegen Messing. Der in Amerika er» scheinendeElectrical Engineer" stellt die gegenwärtigen Preise für Aluminiumblech und Messingblech für Stücke von gleicher Dicke und Oberfläche neben einander und kommt zu se« Schluffe, daß heute bereits der Marktpreis für Alu­minium stellenweise niedriger ist als der niedrigste Preis für Messing. Dabei ist es kein Zweifel, daß der Aluminium- preis bei der fortdauernden Zunahme der Production noch weiter sinken wird, sodaß dieses vor einigen Jahren in der Großindustrie noch fast unbekannte Metall drw Messing und auch dem Kupfer ein sehr gefährlicher Concurreut werden kann. ES wird allerdings immer viele Leute geben, welche dem Aluminium wegen seine- tobten Glanze- dauernde Ab­neigung rntgegenbringeu, eS kommt auch vorläufig noch hinzu, daß die Bearbeitung de- Aluminium- noch manche Schwierig­keiten zu überwinden hat, die aber bei den reißenden Fort­schritten unserer Technik wahrscheinlich sehr bald gehoben sein werden. Wenn daher auch die einmal Mode gewesene 83er» Wendung deS Aluminium zu kleinen LuxuSgegeuständen sehr zurückgegaugen ist, so wird da- Metall wahrscheinlich bald bei den G-brauch-gegenständen eine um so größere Rolle spielen.

Fliulenkugeln aul Papier mit einer Alumintum Umhülluug werden von einem srauzöstschen Osfizier vorgeschlagen. Dieses Geschoß soll da- menschenfreundlichste sein, waS für einen Krieg überhaupt zur Anwendung kommen könnte. SS

soll sestgestellt sein, daß solche Geschoße de» getroffene» Fei»d 1 wirksam verletze» und kampfunfähig mache» können, während I andererseits die Folge» der Wunden weit weniger schlimm find all bei unseren heutige» Grichoffeu. Die Treffsicherheit der SchuffeS wird nicht beeinträchtigt, und die Kugel ver­ursacht nur eine reine Oeffauug, welche schnell wieder heilt. Gewiß muß mau eS für eine der höchsten Aufgaben der modernen Technik halte», die Wirksamkett der im Kriege ge­brauchten Waffen auf daß für ihren Zweck nothweudige Maß zu beschränken, ob aber solche Papierkugelu die Lösung dieser Problem- bedeuten, muß so lange noch fraglich bleiben, al» nicht ihre Wirkung gegenüber dem getroffenen Knochen, Zer­schmetterung, bekanntlich die schwerste Berwundnng hervor- brtngt klar gestellt ist.

Citrvatur mit ICunft.

AuS Loudon wird derVoss. Zig." vom 11. d. Mts. be­richtet: Die ganze Woche hindurch bat die Versteigerung des zweiten TheilS der Ashburnham-Bibliothek eine große Zahl Kunstkenner und Bücherliebhaber nach dem AuctionSlocal der Firma Sothebey & Co. gelockt. DaS gewaltige Steigen der Preise seltener Bücher ist in den letzten Tagen besonders hervorgetreten. Am Donnerstag tarnen drei von Eaxton gedruckte Bücher zum Berkaus. Raoul Le FevreSBoke of the Hoole Lyf of Jason*, von Eaxton übersetzt und in Westminster um 1477 gedruckt, erzielte den höchsten bisher für ein Erzeugniß dieser Presse gezahlten Prei«: 2100 Lstr. ES ist ein vollständiges Exemplar und das schönste von den sieben bekannten. Der Earl of Ashburnham hatte daS Buch für 96 Lstr. von dem Buchhändler Payne gekauft. Das zweite von Eaxton herauSgegebene Exemplar, das unter den Hammer kam, war daS erste in englischer Sprache gedruckte Buch, Le FevreSThe Recueil of the Historyes of Troye*, im Ausland UM 1472 bis 1474 er­schienen. Nur 15 andere Exemplare find bekannt. Lord Ashburnham hatte dieses Buch, dem 49 Blätter fehlen, im Jahre 1852 für 55 Lstr. erstanden; jetzt wurden 950 Lstr. dafür bezahlt. ES gibt nur drei vollständige Exemplare, von denen eines im Besitz deS Herzogs von Devonsbire ist, dessen Großvater es am Ansang deS Jahrhunderts für 1050 Gu. erwarb. Der dritte Caxton war eine französtfche Ausgabe des vorgenannten Buches und um 1476 im Auslande ge- dructt. Es gibt nur sechs Exemplare, von denen vier unvollständig sind. Auch diesem Exemplar fehlen 33 Blätter; bei dem Verkauf der Roxburghe- Bibliolhek wurden 116 Lstr. dafür bezahlt, ßtzt 600 Lstr. Auch gestern kam wieder ein Buch auS der Presse CaxtonS unter den Hammer, ein ziemlich gut erhaltenes Exemplar der seltenen ersten Ausgabe desMirrour of the Worlde, von Eaxton selbst auf den Wunsch und die Kosten deS Hugh Briyce, Albermann und

Bürger »a» l»nbt», 1481 übersetzt »»d gedruckt. DaS Vach »ni« hält die erste» englischen Holzschnitte »ad werbe für 205 Lstr. »** steigert; Lord Ashburnham halte 25 Lstr. gezahlt. DaS wichtigste gestern »ersteigerte Buch war ei» vollständig erhaltenes Exemplar von »Le premier et le second volume do Merlin et propheciee de Merlin*, in drei Bänden, 1488 pour Anthoine Vorart demouraet 8UT le pont Nostro dame gedruckt. DaS Exemplar ist besonders seines prächtigen Einbandes wegen bemerkenLwerth, der unzweifel­haft von Le Monnier herrührt; der verstorbene Eigenthümer zahlte dafür 30 Gu., gestern erzielte eS 760 Lstr. Der nächsthöchste Preis wurde für ein höchst seltsames Werk gezahlt: »Le Livre d« Roy Modus et de la Royne Racio, 1486 in Ehambrry von Anthoine Negrel gedruckt. Erne äußerst settene erste Ausgabe von Bauzonnck- Trautz, in blaueS Safiianleder eingebunden; Lord Afdburnham hatte 40 Lstr. dafür gezahlt, gestern erzielte da« Buch 595 Lstr. Unter den verkauften Meßbüchern, von denen Lord Ashburnham eine Sammlung besaß, befand fick auch »Missule Sacerrimi Ordiniß Beat» Benedicti*, das erste von Senienschmidt 1481 gedruckte Buch, dem eine Seite fehlte; es erzielte 130 Lstr.

Universität- - Naehvichteru

Der mit der Leitung bet zahnärztlich-n Institut« der Uui- verfität Bonn betraute Zahnarzt Dr. med. Eichler ist zum Mit­glied der zahnärztlichen Prüfnngs-Lommisston in Bonn ernannt worden.

Das akademische Amt de« kürzlich verstorbene» Professors Schering an der Sternwarte in Göttingen, Abihevung für theo­retische Astronomie, Geodäsie und mathematische Physik, wird nicht wieder besetzt. Die einheitliche Lettung der Sternwarte erhält Pro­fessor Schur, bisher Director der Abtheilung für practische Astro­nomie an der Sternwarte. Für die von Schering bekleidete ordent­liche Professur werden zwei außerordentliche Professuren für Mathe­matik eingerichtet.

Heidelberg, 27. December. Dr. PH. Lenard, außerordent­licher Profesior für Physik an der hiesigen Hochschule, wurde von der französischen Academie des scienceß ber Preis von 10000 Fr«, für seine Arbeiten auf dem Gebiete der Kathodenstrahlen zuerkannt.

MßN Wir bitten unsere verehrten Abou» ueuteu, etwaige vorkommevde Unregelmäßig- leiten in der Bestellung des Blattes sofort auf unserem Bureau zur Anzeige zu bringen, denn nur daun ist es uns möglich, für sofortige Ab­hilfe Sorge tragen z« können.

Exped. d.Gießener Anzeigers".

Bekanntmachung.

Die Benutzung des Schweinemarktplatzes und verschiedener anderer Plätze zur Förderung des in der Lahn gewonnenen Eises soll für den laufenden Winter H646

Donnerstag den 30. December 1897, Bormittags 11 Uhr,

an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden.

Die Zusammenkunft ist an der Lahnbrücke.

Gießen, 28. December 1897.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

_____________________ Gnauth. ___________H646

BelauANKaOnng.

Die Rechnung der Stadt Gießen pro 1896/97, nebst Berwaltungs bericht, sowie die Rechnung des städtischen Gas- und Wafferwerkes pro 1896/97, und die Rechnung des Stadterweiterungsfonds für die Zeit vom 1. August 1895 bis Ende März 1897 liegen in Gemäßheit des Art. 87 der Städteordnung während 8 Tagen auf dem Bürgermeistereibureau Zimmer Nr. 15 zu Jedermanns Einsicht offen.

Gießen, 28. December 1897.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.__11642

Evangelischer Bund

Zweigverein Gietzeri.

Unsere Mitglieder machen wir darauf aufmerksam, daß der Vortrag des Herrn Professor Krüger über Petrus Cauisius im Verlage der Ricker'schen Buchhandlung erschienen ist. Bei dem billigen Preis ist zum Erfolge Massenverbreitung nöthig. Wir setzen voraus, daß unsere Mitglieder geneigt sind, Jeder in seinem Kreise auf das Schriftchen em­pfehlend hinzuweisen und dadurch dem guten Zweck der Aufklärung über die Ziele und Mittel des Ultramontanismus und Jesuittsmus zu dienen. Für jedes Mitglied unseres Zweigvereins legen wir ein Exemplar unenb 11620 bgl__________________________Der Borstand.

Holzversteigerung

in der Fürstlich Solmsischen Oberförsterei Sich.

Dienstag, den 4. Januar 1898, von Borwittags IO Uhr au, sollen versteigert werden:

a.) im District Häuserberg 9330 FjchteN-StaNgeN = 4123 FstM., 600 Wellen Kiefern-Reisig und 500 Wellen Eichen-Reisig,

b) im Districl Hard 5297 Fichten - Stangen =

Der Borstand.

angelegenheiten. 11637

25,90 Fstm.

Die Stangen eignen sich besonders zu Bohnenstangen, zum ^«machen, zu Spuudstangeu, Baumpfähleu nud Hopfeu- ttauaeu: stärkere Sortimente kommen nur ganz vereinzelt vor.

Die Zusammenkunft ist im District Häuserberg, auf dem Weg von Lich nach Nonnenroth beim Pflanzgärtchen. 11591

L.ch, am 21. December 1897.

Spar-Verein Hoffnung.

Mittwoch den 29. d. Mts., Abends 8'/, Uhr, bei Wirth Wellhöf er (Heil'sche Wirthschaft): _ .

3KF* General-Versammlung. 'M

Tagesordnung: Wahl des Vorstandes für 1898. Vereins-

toljtbmig von Gralulatiousbrsuchell und von Zusen-uns von Gratulaiionskattkn ;n Neujahr 1898.

Wie in den vergangenen Jahren, so bitten wir auch angesichts des bevorstehenden Jahreswechsels, zur Enthebung von Gratulationsbesuchen und von Zusendung von Gratulationskarten für die hiesige

Kleinkinder Bewahranstalt

eine Gabe spenden und einem der Unterzeichneten übermitteln zu wollen.

Durch diese Einrichtung wird der genannten Wohlthätigkeits-Anstalt eine beträchtliche wünschenSwerthe Unterstützung zu Theil, und durch Ver­öffentlichung der Namen der Geber noch vor Jahresschluß in diesem Blatte möge es allgemein anerkannt werden, daß Alle, die mit einer solche^ Gabe ihren Namen nennen lassen, von Abstattung der Neuiahrs- befuche, fowie von Zufeuduug der Nenjahrskarteu befreit stud und ihrerfeitS Beides nicht beaufpruchen.

Gießen, am 28. December 1897.

Pfarrer Dingeldey. Rendant Doering. Pfarrer Dr. Naumann.

______Fabrikant Emil Schmal!.

Der Kleider cur sus 19? Januar.

Anmeldungen nehme ich in meiner Wohnung, Sonnenstraße 12, entgegen. 1163$ _ Achtungsvoll

E. Kess.

Bekanntmachung.

In unser Gesellschaftsregister wurde auf Seite 80 unter der RubrikActiengesellschaft Gießener Volksbad" Folgendes eingetragen:

Durch Beschluß der außer­ordentlichen Generalversamm­lung vom 12 Juli 1897 ist § 3 sowie ^Ziffer 3 des § 17 des Statuts gestrichen worden. Gießen, den 24. December 1897.

Großh. Amtsgericht

Neuenhagen. 11614

Versteigerungen.

Holzversteigerung

tm Gießener Stadtwald.

Montag, den 3. Januar 1898, Vormittags 9'/s Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadt­wald in den Districten Wanne und Schall meistbietend versteigert werden:

8 Fichten- und Kiefernstämme mit 1,93 fm,

7 Fichten-Derbstange: mit0,63krn

59 rm Buchen-Scheitholz,

83 Eichen-

12 Buchen'Knüppelholz,

180 Eichen- u

14 Buchen-Stockholz,

166 Eichen- w

850 Wellen Buchen-R.isig,

6230 Wellen Eichen-Reisig,

100 Nadel-

Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an dec 7. Schneise.

Gießen, 27. December 1897.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

I. V-: Wolff. 11643

Holzverkauf ie in König!. ®btrförflttti Srofiorfl Samstag, den 8. Januar 1898, Vormittags 9% Uhr, im Ebert'schen Saale zu Fronhausen:

Schutzb. Waldhaus Distrikte 57b, 58 und 59 (Lindeu- schied): Eiche 45 rm Reiser, Buche 444 rm Scheite und Knüppel, 11 rm Stockholz und 1770 rm Reiser.

Der Königliche Oberförster:

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