1897
Mittwoch dm 29. December
Nr. 305
Erstes Blatt
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tage entfallen:
auf die WeihnachtSferien.....
d. h. vom 24. December einschließlich bi» zum
2. Januar einschließlich, auf die Osterferien.......
d. h. vom Palmsonntag einschließlich bis zum
Samstag nach Ostern einschließlich,
1345° 126.40 13055
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Vieri eljährig« Adonaemeutspret»» 2 Mark 20 Pfg- ”41 vriugerlohn.
Durch die Poft bezog« 2 Mark 50 Psg.
Redaclion, bitte» und Druckerei:
-chalstratzeNr.t.
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Zu Nr. M. d. I. S. 26735.
Darmstadt, am 15. December 1897.
133-80 125-85 130.- 92.20 35.05
auf die Psingstferten . . . . • - b. h. DienStag und Mittwoch nach Pfingsten^
zusammen 20 Tage.
Der Hiernach bleibende Rest von 42 Tagen (6 Sonntagen und 36 Schultagen) kann je nach dem Bedürfntß der betreffenden Orte auf das ganze Schuljahr vertheilt werden. Ferien von geringerer Dauer als eine Woche dürfen nur mit besonderer Genehmigung der betreffenden KreiSschulcommisfion
kann wohl sagen, daß die Situation auf demselbm Punkte steht, auf welchem fie fich zu Beginn dieses Jahre« besimd. Freilich hat das Blutvergießen in großem Stile aufgehört, aber darum ist das Elend auf der Insel doch nicht geringer geworden. Handel und Verkehr ruhen vollständig, die Sicher- hett läßt Alles zu wünschen übrig und Seuchen sowie Mangel vollenden das traurige Bild, welches uns über dir Lage anf Kreta gegeben wird. Wenn der Krieg zwischen Griechenland und der Türket nicht auSgebrochev wäre, so würden vielleicht heute schon geordnete Zustände herrschen, und die schwere Verantwortung, welche Griechenland auf stch lud, als es den Krieg vom Zaune brach, liegt nicht zum geringsten Theile in der Verschleppung der Regelung der kretenfischen Berhältuiffe. Die Farce, die Griechenland mit der zett- weisen Besetzung der Insel Kreta beging, hatte ein schnelle« Ende genommen, und wenn auch zu Beginn der Action de- Obersten Vaffov sich Vielrr Sympathien auf Seiten der Hellenen befanden, weil mau immerhin die Tollkühnheit de« Unternehmers bewundern mußte, so dürste doch Jedkrma"« das Ende mit Schrecken Voraussagen. Denn die Bestimmungen de« internationalen Recht« waren unzweifelhaft von den Griechen verletzt worden, und Europa konnte eine der-
| artige Uebertretuug nicht gutheißeu. Neben der Mokade | Kretas wäre es im letzten Frühjahr auch zu einer Bloktrung I der griechischen Häfen gekommen, wenn dies der AuSbruch des Kriege« nicht verhtudrrr hätte.
E« ist immerhin eine beachtenSwerthe Thatsache, daß die Kretenser heute keinerlei Wünsche auf Bereinigung der Insel mit Griechenland mehr laut äußern, trotzdem fie sogar die Autonomie abgelehnt hatten und fich mit dem Anschluß au da« Helleuenreich zufrieden geben zu wollen erklärten. | Mau darf wohl annehmen, daß fie einsehen gelernt haben, I daß Griechenland nicht stark genug ist, ihre Jutereffen ge- | nügend zu wahren, wo eS ja auch außer allem Zweifel steht, daß dieser Staat finanziell und politisch zu zerrüttet ist, nm eine Culturmisfion zu übernehmen, wie sie die Annexion Kretas doch bedeuten würde. Der ganze Verlauf des gr echisch- I türkischen Kriege«, die Zerfahrenheit der Verhältnisse in I Athen und die Demüthigung, welche die Hellenen über fi« ergehen laffru mußten, dürften ihr Ansehen bei den Kretenseru I erheblich geschmälert haben.
Für eine Regelung der Lage auf der Insel kann die- I uur von Vortheil lein, da die Botschafter in Constautlnopel nun nicht mehr gezwungen sind, auf etwaige Wünsche der I Kreteoser nach einer Bereinigung mit Griechenland Rücksicht zu nehmen. Die Sache liegt heute viel einfacher al« vor dem I Ausbruche des Kriege-, werngleich der Schwierigkeiten noch I immer viele zu überwinden sind. Schon bei der Gouverneur- frage ergaben fich diese, was schon daraus zu ersehen ist, I daß bis jetzt eine geeignete Persönlichkeit nicht gefunden werden konnte. G- sind ja btreitS Namen genug genannt I worden, aber immer würden die betreffenden Nachrichten dementirt, weshalb man gut daran thut, alle solche Meld» ungen mit Vorficht aufzuuehmen. Als sicher darf «an es ausehen, daß die Großmächte jetzt eifrig an die Aufgabe gehen, endglltige B-'häiwiff- auf Krela zu schaffen, da die jetzigen Zustände daselbst unhallbar find. Dar -ur°pLi,«e Eoncert hat schon so manche schwierige Aufgabe gelöst, daß man annehmen kann, ihm werde auch die Paclfizirung der Insel und die Durchsührung der Autonomie daselbst gelingen. Freilich muß zu diesem Zwecke- der Sultan seine Ansprüche noch bedeuteud etnschränken, und in dieser Beziehung einen Druck auf ihn auSzuübeu, wird die erste und nächste Arbeit der Großmächte sein. (xx)
55114
Katze 2.
Anzeigen für den „Gießener Anzeiger-' entgehe.
gegeben werden.
Fällt der 3. Januar auf einen SamStag, so beginnt der Unterricht am 5. Januar.
Die übrigen Bestimmungen unseres AuSschretbenS vom 1. Mai 1878 zu Nr. M. d. I. S. 3789 (Amtsblatt Nr. 9 von 1878) bleiben in Kraft, ebenso die Amtsblätter Nr. 5 von 1896 und Nr. 5 und 6 von 1897.
Sie wollen die Ihnen untergebenen Schulvorstände hier- nach bedeuten und auf Befolgung der getroffenen Bestimmungen, insbesondere darauf achten, daß das zulässige Maß der Ferien nicht überschritten wird.
v. Knorr. de Beauclatr.
Versuche» Neich»
Berlin, 27. December. Ein Masseustrike der Berliner Bauarbeiter aller Klaffen zum Zwecke der Erringung des achtstündigen Arbeitstages steht — wie die „BaugewerkSzeituug" mtttheilt — für das kommende Frü^ jahr bevor. Die Maurer und Zimmerer, welche sich durch die Strikes der beiden letzten Jahre zu eine« Theue den Neunstuudeutag sowie einen Stundenlohn von 60 Pfennig erkämpft haben, stehen an der Spitze der Bewegung. Die Vorbereitungen zu einem allgemeinen Au«- stände, tu de« auch die weniger zahlreichen Bau- arbeitergruppeu hiueiugezogeu werden sollen, find bereits im Gange. Die Arbeitgeber im Baugewerbe M schon jetzt bestrebt, dem neuerlichen Ausbruch eine« Strike« dadurch vorzubeugen, daß fie nach Möglichkeit solche Gesellen hfrauzuziehen, welche den bisherigen Lohnbewegungen fern- geblieben find, und die Veranstaltung von Strikesammluugen auf den Bauten zu verhindern suchen.
Der Otetzeuer Anzeiger «scheint täglich, Mit Ausnahme M Montag«
Die Gießener Mnmiktenvrätter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal betgelegr.
II. SW »ofstraße 88 i Malischen scoks, Kohle», vrlkell«.
Die kretensische Frage.
Ab und zu werden kurze Mitthelluugen aus Constanti- nopel veröffentlicht, welche nur besagen: Die Botschafter hielten gestern eine Sitzung ab. Selten wird uns da erzählt, zu welchen Zwecken die Vertreter der Großmächte neuerdings ihre Köpfe zusammengesteckt haben, und wir müffen uns in dem Gedanken beruhigen, daß Europa noch immer wacht und daß die Jntereffen der christlichen Uuterthaueu des Sultans fortgesetzt die Aufmerksamkeit de» europäischen EoncerteS in Anspruch nehmen. Der griechisch-türkische Friede ist zu Stande gebracht worden und damit ein Werk abgrschloffen, welches der Diplomatie ganz bedeutende Schwierigkeiten bereitet hatte und häufig dem Scheitern nahe war. Es galt eben, ganz entaeaenaesetzte Jntereffen mit einander zu vereinigen: die siegreiche Türkei nicht ganz um die Früchte ihres ErfolgeS beiugen und dafür zu sorgen, daß dem besiegten Griechen- land die Eristenzmöglichkeir belaffeu werde. Wir haben \a den ganzen Verlauf der Verhandlungen eifrig verfolgt und wiffen, welcher Anstrengungen es bedurfte, um den Sultan zur Nachgiebigkeit zu bewegen, und wie oft die Konferenzen nahe vor dem völligen Scheitern standen. Wenn nun auch die FrtedenSverhandlungen zum Abschluß gebracht worden sind, so ist damit noch nicht gesagt, daß die Arbeit der europäischen Diplomatie in dieser Angelegenheit gethan ist -denn man muß immer mit der Möglichkeit rechnen, daß bald auf dieser, bald auf jener Seite bei der Erfüllung der Frieden«- bedingungen illoyal verfahren wird. Ju dieser Beziehung hat man gegründete Ursache, beiden Thetlen nicht allzuviel Vertragstreue zuzutrauen, weshalb wahrscheinlich noch häufig die Entscheidung des europäischen Eoncert« ansernfen werden muß. Außerdem aber haben die Vertreter der Großmächte auch noch die creteusische Frage zn regeln.
* DaS Jahr geht zur Rüste und roch immer find die Verhältnisse auf der Insel Kreta nicht geordnet, und «an
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Tügesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten ; Nachrichten zuverlässiger telegraphischer Nachrichten- \ Bureaus sowie zahlreiche Mitthellungen aus dem > engeren und weiteren Vaterland halten den Leser; stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem J Lausenden. Unterstützt durch umsichtige Berichterstatter in allen Orten Oberhessens und in den bedeutenden Städten der anderen hessischen Provinzen, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge innerhalb unseres engeren Vaterlandes und der Nachbargebiete so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschast wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lasten, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Kunst und Wissenschaft, Litteratur, Hauswirrhschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten llnterhaltungsstoff bieten. Inhaltlich werden wir den „Gießener Anzeiger" vom 1. Januar 1898 ab in der Weise erweitern, daß derselbe einschließlich der „Gießener Familienblätter" täglich mindestens 8 Sellen (2 Bogen) umfaßt. Die „Oietzesrer Fawilienblätter" werden vom gleichen Tage ab wöchentlich 4mal (Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags) erscheinen und neben den Erzählungen, Romanen und Novellen beliebter Schriftsteller anziehenden Unter- haltungsstoff aus dem Gebiete des Familienlebens und der Hauswirthschast bringen, und somit namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten.
Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, chre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzuttetende erhglten vom Tage der Bestellung bis 1. Januar den Anzeiger kostenfrei zu- aestellt, wie wir auch gerne bereit sind , Probe- Nummern nach auswätts postfrei zu versenden Den Leiern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnmnents- Letrag tacd; Quittung erheben lassen, falls nicht aus- brüÄiche Abbestellung erfolgt.
Hochachtungsvoll
Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sck- Univ.-Buch- u. Stemdruckerei (Pietsch & Scheyda).
Meßmer Anzeiger
Kemrat-Anzeiger.
---- j Betr.: Wie oben.
Z»m Bezug des „(Siebener Anzeiger" für < Das Gk0ßh. MiNisteNUM des JMMN bas 1. Vierteljahr 1898 laden wir hiermit ergebenst j Abtütiluna für SchulaNgklegenheitM em. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" dre ! „ ^ Gr°ßh-r,°gliche° K-eis"chn.-°mmissi°°e«.
Auf Grund de« ArttkelS 20 deS Gesetzes vom 16. Juni 1874, das Volksschulwesen im Großherzogthum betreffend, und in Abänderung unserer Ausschreiben vom 22. Februar 1875 zu Nr. M. d. I. S. 3035, Beginn deS Schuljahres betreffend, und vom 1. Mai 1878 zu Nr. M. d. I. S. 3789, Ferien in den Volksschulen betreffend (Amtsblatt Nr. 9 von 1878), setzen wir, mit Genehmigung Großherzoglichen Ministerium« des Innern, allgemein den ersten Montag nach der Osterwoche al« Beginn und den SamStag vor Palmsonntag alSSchluß des Schuljahres fürdie Volksschulen fest.
Bon der nach Artikel 14 deS VolkSschulgesetzeS zulässigen Ferienzeit von zwei Monaten, den Monat zu 31 Tagen gerechnet, sollen unter Nichteiurechnung der eigentlichen Feier-
Amtliche Theil.
Gießen, den 24. December 1897. B-tr.: Bejinn d-S Schu jah«, und F-ri-n in dm V°I»schulm.
Die
MM. Kreis-SchtttnmMisßov Sieben
a« die Schulvorstände des Kreises.
von nachstehender Verfügung der obersten Schnlbehördo «eben wir Ihnen zur Nachachtung Kenntniß.
v. Gagern.
«»«ahm- von Anzügen zu der Nachmittag-H F (^rafidficifaÜ^I SfattliliCHßfättCt.
folgenden Tag erscheinenden Nummer bir Barm. 10 Ubr. I V- « &
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