Pralaii, 26. Decewber. Am Freitag Nachmittag kam U auf dem Hauptring zu einem großen Cm wall zwischen Studenten und Socialdemokraten. TS wurden mehrere Berhaftuogen vorgenommen.
Lyon, 26. December. Gestern stießen hier zwei Personevzüge zusammen, wobei drei Personen getödtet «ab 15 schwer verletzt wurden.
Berlin, 27. December. Nach Meldungen an» Schillingsfürst fand dort gestern die feierliche Beisetzung der Leiche der Fürstin Hohenlohe statt. Nach der Einsegnung drr Leiche tu der Schloßcapelle setzte sich der Trauerzug, in welchem fich Fürst Hohenlohe mit den Angehörigen der Familie, darunter der Fürst Hohenlohe Langenburg und zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten befanden, in Bewegung «ach dem Ort-friedhofe, wo tu der fürstlichen Familiengruft die feierliche Beisetzung erfolgte.
Berlin, 27. December. Wie die »Welt am Montag" zu berichten weiß, bereitet Dr. Carl Peters eine neue Expedition nach Afrika vor. Sein Ziel sei daS Betschuaua-Land im Innern Südafrikas. Die Ausrüstung der Expedition geschehe im Auftrage einrr englischen Gesellschaft. Dr. Ulrich Jahn, Mitbegründer de- Verein« für Völkerkunde, begleite! Herrn Peters auf seiner Reise.
Budapest, 27. December. Ein von der UnabhängtgkeitS- parret etnberufeneS BolkSmeeting gegen die Zollunion und die Provisoriums-Vorlage konnte nicht abgehalten werden, weil die massenhaft erschienenen Socialdemokrateu eine drohende Haltung gegen die Etuberufer anuahmen. Für Donnerstag wurde ein neues Meeting angesagt.
Prag, 27. December. Die Feiertage sind ruhig verlaufen. Der Patrouillendienst war verdoppelt. Die Gasthäuser mußten bereit« um 11 Uhr schließen.
Sto», 27. December. Der preußische Gesaudte beim Vatikan hat, wie verlautet, gestern dem Papste ein Schreiben Kaiser Wilhelm« überreicht, in welchem der Kaiser dem Papste zufichert, daß die gegenwärtigen Operationen Deutschlands in China auch dem Schutze und den Jnterefsea der Katholiken und kaihoiischeu Missionen gelte.
Part», 27. December. Die RegierungSprefse äußert fich optimistisch über die Vorgänge in Ost ast en und erklärt jede Verwickelung für auSgeschloffen. — Der Marincmiutster wird einen Credtt von 200 Millionen zur Verstärkung der Kriegsflotte fordern.
Loudon, 27. December. Wie in diplomatischen Kreisen versichert wird, wurde ein Schutz- und Trutz-Büudniß zwischen Englaod und Japan bereits abgeschlofiea. Auch sollen die Verhandlungen England« mit der Regierung in Washington behuf« AbschlufieS eines Vertrage« wegen gegen» fettigen Schutzes der Interessen in Ostasien zwischen England und Nordamerika ein günstiges Resultat versprechen.
Athen, 27. December. Der griechische Bevollmächtigte in Konstantinopel erhielt Befehl, gegen die Verschleppung der christlichen Alterrhümer von Theffalten nach der Türket bei der Pforte Protest zu erheben.
Kauea, 27. December. Die Ermordung griechischer Bauern, welche Lebensmittel nach der Stadt brachten,' durch Macedonter hat bet den Insurgenten große Erbitterung hervorgerufen. Dieselben beschloßen, wieder activ vorzugeheu, weshalb die Admirale und fremden Commaudanten umfassende Maßregeln trafen, um die Küsteustädte vor lieber* fällen durch die Insurgenten zu schützen.
Tokio, 27. December. Die Regierung hat daS Abgeordnetenhaus wegen deffen für die Regierung ungünstigen Zusammensetzung aufgelöst.
ttteO proohtsielte*.
Gieße», den 27. December.
•* Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 16. October dea Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zu^Offenbach, Oberführer Casimir Rudorf, Oberführer Jean Geyer und Steiger Peter Schlitz.
*• Ernennungen. Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern sind die nachstehenden Lehramtsaccessisten zu Lehramtsafiefioren ernannt worden: Karl Bergmann tn Offenbach, Leopold Schwarzschtld in Offenbach, August Schäfer in Darmstadt, Ludwig Wagner in Darmstadt, Ludwig Buxbaum in Rüffel-Heim, Jacob Hellwig in Bingen, Georg Wißmann in Offenbach, Wilhelm Lettermann in Groß-Gerau, Joseph Krämer in WormS, Ludwig Reed in Lauterbach, Georg KrauSmüller in Homberg, Wilhelm Loo« in Wörrstadt, HanS Rupp in Offenbach, Otto Weißgerber in Dieburg, August Keßler in Darmstadt und Heinrich Zinn in Friedberg.
*♦ In den Ruhestand wurde versetzt der Gerichtsvollzieher Franz Jöckel in Grünberg auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom Tage drS Dienstantritt« seine« Dienstnachfolgers an.
•• Etadttheater. Dienstag Abend kommt Charlotte Btrch-PfeifferS „Dorf und .Stadt" zur Aufführung - diese« Charakterbild wird gewiß von Vielen freudig begrüßt werden- Für Donnerstag Abend ist Herr Hacker vom Darmstädter Hoftheater für die Titelrolle der Aufführung von Goethes „Faust" gewonnen. Auf diesen tn Aussicht stehenden Genuß fei heute schon aufmerksam gemacht.
*• Goncert bei Kroubour'scheu Qaartett-BereiuS am 9. Januar zum Besten des Eaalbaufoud». Der Quartettverein einer Männergesang-Vereinigung, die höchst selten in die Otffentlichkrir tritt und auch dann nur, wenn sie gemeinnützigen Zwecken fich dienstbar machen kann, hat schon wteder- holendlichst für den SaalbausondS gewirkt. Auch diesmal glaubt fie, ihr schon lange geplantes Unternehmen auSführeu zu sollen, trotzdem oder vielmehr gerade deshalb, weil eine Bereinigung zur Förderung de» SaaldaueS fich vor Kurzem gebildet hat. Da« Quartett hofft dadurch die Anregung zu geben, daß andere vereine ihm nachfolgen
werden, jeder dieser vereine stößt auf neue Kreise, ave diese Kreise für den Saalbau zu gewinnen und dadurch von jedem Mitbürger ein kleine halbsreiwillige Steuer einzusordern, da« erscheint uns das Richtige zu sein. Bei einer Sentralisation wird Mancher übersehen, fühlt fich übersehen, bei einer Deceotralisation wird Niemand vergeffen, selbst bet nicht, bei vergessen sein möchte. DaS dankbarste Unternehmen für gemeinnützige Zwecke ist und bleibt da« Soncert- Mufik ist eine Sprache, die zum Herzen geht und diese Sprache versteht Jeder, auch empfangen alle Betheiligteu ihre Auslagen klingend zurück, sei es auch nur in Tönen. AuS diesem Grunde hoffen die Quartettgenoffen am 9. Januar ein beträchtliche« Sümmchen für den Zweck des Saalbaue« erfingeu zu können, umsomehr, al« fie ihre Freunde selten zusammcu- rufeu. In den allernächsten Tagen werden wir Weitere« über da« Coucert berichten.
WeihnachtS-Oratvriu». Da« für den ersten Feiertag augekündigte Oratorium fand Nachmittag« 4 Uhr in „Stein« Garten" statt, und, wie wir gleich hiuzufügen wollen, unter allgemeinem Beifall des den Saal bi« auf den letzten Platz füllenden Publikum«. Eingeleitet durch einen Prolog, worin anmuthige Eagelgestalteu auf die Geburt des Heilande« hinwiesen, nahm daS Oratorium selbst, für Soli und gemischten Chor nach Worten der heiligen Schrift geschrieben, einen schönen Verlauf. In weichen und zarten Accorden, der Stimmung des Ganzen angemeffen, brachten der Chor sowohl, al« die Solisten (Sopran und Tenor) die von gründlicher Schulung zeugenden Gesänge zu Gehör, wozu die jeder Abthetluug angepaßten lebenden Bilder al« willkommene Erläuterung dienten. Boten so die GesaagSvor- träge den andächtig lauschenden Zuhörern schon einen erhebenden Genuß, so war bei den lebenden Bildern die größte Sorgfalt verwandt auf eine möglichst glänzende Ausstattung der Costüme, welch letztere ja lebenden Bildern den ihnen eigenen Reiz verleihen, und die auch hier in ihrer Pracht eine feenhafte Wirkung erzielten. Der katholische Klrchen- gesaugverein, welcher über vorzügliches Stimmenmaterial verfügt, hielt fich bis zum Schluß recht wacker, obwohl während der 2t/, stündigen Dauer der Aufführung erhebliche Anforderungen au die Leistung-fähigkeit drr Sänger gestellt wurden. Leiter wie Mitwirkende dürften indeffen die auf- gewandte Mühe belohnt finden in der Anerkennung, welche denselben von allen Seiten gezollt wurde. Eine zweite Aufführung de« Oratorium- findet vorauSfichtlich am nächsten Sounrag statt, und e« dürfte dieselbe umsomehr zu empfehlen sein, als der Reinertrag beider Veranstaltungen den hiesigen katholischen Schwestern überwiesen wird.
** Straßenbeleuchtung. Vor einigen Tagen wurden vor der reuovirten Stadtktrche zwei kräftige Caudelaber 'ausgestellt, welche namentlich nach Ausführung de« geplanten Trottoirs nicht verfehlen werden, das jetzige äußere Architectur- bild des mächtigen Baues zu heben. — Wie wir erfahren, wird da« Auer'sche Ga-glühlicht im kommenden Jahre noch eine umfangreichere Anwendung bei der Straßenbeleuchtung finden und ist besonder« auch eine weitere Verbefferung der Beleuchtung der verkehrsreicheren Hauptstraßen wie der^Plätze — auch des Ktrcheaplatzes — tu Aukficht genommen.
•• Wetterbericht. Heber dem größten Theile Europas hält die Herrschaft de- hoben Druckes au, doch hat fich zugleich das gestern noch ziemlich umfangreiche Centrum in mehrere kleine Kerne gespalten. Im Westen der britischen Inseln ist der Rand eines neuen Minimum« erschienen, welche- am AuSgange des Canals und über Irland ziemlich lebhafte südliche Winde bedingt. Für unser Gebiet dürfte zunächst noch der Einfluß hohen Druckes fortbestehen uad damit der bi-herige WitterungScharacter gewahrt bleiben. — Voraussichtliche Witterung: Fortdauer des bestehenden Witte» rungscharacierS.
Himbach, 22. December. Heute hat hier ein Mutterschwein 22 lebende Ferkel zur Welt besördert. Gewiß ein seltener Fall.
-s-Raiurod,26. December. Traurige WeihuachtS- tage mußte eine hiesige Familie erleben. Als die Hausfrau Tags vor dem Bescheerabend die Wohnung reinigte, während ihr 2^/, jähriges Töchterchen im Zimmer spielte, war Erstere genörhigt, für kurze Zett die Wohunng zu verlaffen. Bet der Rückkehr in daö Zimmer fand die Frau ihr Kind tn dem daselbst gestandenen Büttchen voll Waffer ertrunken- da« bedauernSwerthe Würmchen war in der Abwesenheit seiner Mutter an den Zuber gerathen und tn denselben kopfüber hineingefallen.
Darmstadt, 24. December. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin beehrten am 22. d. M. Nachmittag« die Klemkinderschule Darmstadt in der Mauerstraße mit Aller- höchftlhrem Besuch und wohnten der Weihnachtsfeier bei. Hierauf begaben Sich Ihre Königliche Hoheit nach der Brffunger Kirche, wo Herr Decan Röm Held unter Mit- wtrkang des KnabevchoreS eine Weihnachtsfeier für die Kleinkinderschule Beffungen abhielt. Die der Obhut ihrer Schwestern anvertrauten Kleinen sagten das WelhnachtSevan- gelium sehr schön her und sangen die WeihnachtSlieder, den großen am Altar in Hellem Lichterschetne prangenden Weth- nachtSbaum in steter Bewunderung anschauend. Von der Kirche gingen Ihre Königliche Hoheit nach der nebenan gelegenen Turnhalle der Bessunger Schule, woselbst die Präsidentin der Strickschule Frau v. Hombergk ihre Zöglinge, es mögen an 250 gewesen sein, zur WeihnachtSbescheerung versammelt hatte. Um einen schön geputzten Christbaum hatte die Lehrerin der Schule eine große Menge Geschenke, bestehend au- Puppen, Lebkuchen, Gesangbücher, Arbeit-körbchen, Schürzen und anderen nützlichen Sachen, aufgebaut. Nachdem Herr Pfarrassistent Ausfeld einige Warte der Andacht gesprochen und auf die Bedeutung der Feier hingewiesen, sagten einzele Mädchen Gebiete auf und sangen Weihnacht«- lieber. Rach der B-rtheilung der Geschenke, bei welcher fich Ihre Königliche Hoheit auch beteiligten, führten einige Zöglinge der Schule noch ein kleine« Theaterstück auf. Ihre
Köuizliche Hoheit sprachen nach Schluß der Bescheerung den Damen der Schule Allerhöchstihre größte Anerkennung uni Dank für die hübsche Feier au«. (Darmst. $tg.)
Darmstadt, 24. December. Der Großherzogliche Oberst- jägermeister Gehetmerath Muhl ist heute vormittag nach längerem Krankenlager gestorben.
Darmstadt, 24. December. Die Regierung beantragt, die Realschule mit Proghmnaflumabtheilungen zu Friedberg tu ein Gymnasium mit Realschule umzuwandeln und statt des seither vorgesehenen StaatSbeitrag« von 32,590 Mk. einen Zuschuß von jährlich 40,687 Mk. in den Haupt» Voranschlag für 1897/1900 ein-ustellen.
Mainz, 24. December. Die städtische Commisfion für electrische Anlagen hat beschloffen, eine Eingabe an die Regierung zu richten mit dem Ersuchen, fie wöge der süddeutschen Sisenbahngesellschaft in Darmstadt die Concesfio« für die Errichtung einer Kleinbahn von Mainz nach Wie«- baden nicht ertheilen, da diese Bahn weder für Mainz nach für Castel von Jntereffe frt, weil fie dtrect nach Wiesbaden gehen und nicht auch Amöneburg und Biebrich berühren solle.
• Nürnberg, 24. December. Der Magistrat hat die Eingabe de« Dolksverein«, lebenden Personen keine Denkmäler zu errichten, ohne Debatte abgelehnt.
* Memmingen, 22. Decewber. Der neunjährige Sohn de« Bürstenmacher« Raid le befand fich mit dem Lehrjungen allein im Zimmer. Er fiel vom Stuhl Dec Lehrjunge hatte nach den „M. N. N." ein Meffer ia der Hand und wollte den Fallenden auffangen. Dabei stach er den Jungen in die Seite, so daß dieser mit dem Au-rufe: „Jetzt muß ich sterben!" tobt zusammenbrach.
* Luxemburg, 24. December. Heute früh rutschte in Esch bei dem Hochofen deö Aachener Hütteuvcrein« beim Auffüllen baS Erz nicht tn bie Mündung. Zwei Arbeiter wollten e« herauSräumen, stürzten in den brennenden Ofen und konnten trotz aller Anstrengung nicht gerettet werden. Sie verbrannten vor den Augen der Zuschauer.
• 1227 Zeitungen erscheinen, wie da« neue Berliner Adreßbuch angibt, gegenwärttg in Berlin- fie hoben fich gegen das Vorjahr um 177 vermehrt. Eine Abnahme haben nur die Theater- und BezirkSanzeiger erfahren. Zn der Frauenliteratur find sechs neue Bläuet hinzugekomwe". 179 Blätter wollen gewerbliche Jntereffen vertreten- an zweiter Stelle stehen 103 Handelsblätter. Weiter folge» 85 politische, bezw. Lokalzeitungen. 80 Zeitschriften vertreten bie Medicin, die eine Zunahme von 14 Blättern erfahren hat- 75 die Rechts- und StaatSwiffeoschasten, während 60 Zeitschriften fich auf religiösem Gebiete bewegen.
• Fräulein Oberst in Uniform. In den vereinigte» Staaten nennt fich jeder dritte Mann einen Generals Oberst, Capitän — Lieutenant exlftirt natürlich nicht! — Gouverneur oder Richter. Ueberraschen aber dürfte bie Thatsache, daß es jenseits de- Ocean« auch Frauen gibt, die auf den Titel eine« „Colonel" Anspruch machen dürfen. Eine dieser bevorzugten Damen ist jetzt in den Ehestand getreten und hat fich tn der Odersten-Uniform ihre« Regiment» trauen lassen. Man kann fich denken, welche« Aussehen die junge Frau erregte, als fie in dieser originellsten aller Brant- totleiten vor dem Altar erschien. Sie trug eine schneeweiße Robe, darüber einen ausgeschnittenen Waffeurock mit schwere» goldenen Epauletten und Schnüren, eine sedergeschmückte Soldatenmütze und einen zierlichen Degen. Der Name diese» Fräuletn Oberst ist Nellie Ely aus Nashville. Sie wurde bei Gelegenheit der Centenar-Au-stellung, al« der Gouverneur von Georgia, ASktnffon, zur Eröffnungsfeier erschien, vom Gouverneur von Teuneffe, Taylor, zum Obrrsten-Ravge erhoben. Und daß Miß Ely aus diese ihre Auszeichnung stolz, ist, hat fie bei ihrer Trauung bewiesen.
• Geldheiraih. „Weißt Du nicht, warum drr Baron seit einiger Zeit so betrübt einherschleicht? Ich dächte, er hätte eine gute Parthie gemacht?" — „Da« schon, — aber er hat jetzt durch eine falsche Börsenspekulation die bessere Hälfte seiner Frau verloren."
Univaiitäb - Nachrichten.
Berlin, 24. December. Wie die „Rordd. Allg. Ztg." hört, beschränkt sich der Gesetzentwurf über die Disciplinarverhält- nisse der Privatdocenten lediglich daraus, die DtSciplin in der Mise zu ordnen, daß die erste Instanz den Facultäten zugewirsen wird, während den DiSciplinargerichtShot zweiter Instanz ganz wie bei Professoren das Staatsministerium bilden soll. Demnach werden die Privatdocenten also in disctpitnarischer Beziehung an allen Universitäten mindestens eben so sicher gestellt sein, wie die Prosefivren.
— Die Universität Leipzig zählt tm lausenden Wintersemester 348 Theologen, 1032 Juristen, 724 Mediciner (darunter 64 Zahn- heilkundige), 1173 Philosophen (davon siudiren 135 Pharmacie, 328 Naturwissenschaften, 160 Philosophie, 60 Pädagogik, 116 Philologie, 97 neuere Philologie, 85 Mathematik, 115 Landwirthschaft, 77 Slaats-- wissenschast), zusammen 3277 Studirende. Don den Studirenden sind 361 Ausländer (78 Ruffen, 73 Ameiikaner, 62 Oesterreicher und Ungarn, 46 Schroetter, 26 Bulgaren, 21 Engländer, 10 Griechen, je 8 Franzosen und Rumänen, 7 Serben usw.) Im vergangenen Sommersemefter belief sich die Zahl der Studirenden auf 3064, im Wintersemester 1896/97 aus 3126. Lehrerzahl: 153 Professoren, 52 Privatdocenten, 2 Exercitienmelster. — Halle zählt 411 Theologen, 346 Juristen, 265 Mediciner, 584 Philosophen, zusammen 1606 Studirende (außerdem 134 Hospitanten, darunter 14 Damen), (162 Ausländer, darunter 53 Russen, 49 Oesterreicher und Ungarn, 13 Bulgaren, 5 Asiaten); Sommersemester 1897: 1511, Wintersemester 1896/97: 1501. Lehrerzahl: 93 Professoren, 56 Privatdocenten, 3 Sprachlehrer, 5 Lektoren, 3 Exercilienmeifter. — Göttingen: 137 Theologen, 336 Juristen, 236 Mediciner, 445 Philosophen, zusammen 1154 Studirende. Außerdem 113 Hospitanten, darunter 42 Damen (83 Ausländer). Sommersemester 1897: 1123 Studirende, im Wintersemester 1896/97: 1017. Lehrerzahl: 86 Prosefforen, 27 Privatdocenten, 2 Lectoren, 1 Lehrer drr Zahnheilkunde, 1 Zeichen- l-hrer, 3 Erercitienmeister. — Heidelberg: 54 Theologen, 340 Juristen, 203 Mediciner, 167 Pb.los v'en, 320 Raturwtffenschasier und Mathematiker, zusammen 1084 Studirende. Außerdem 98 Hospitanten und 20 Hörerinnen (156 Ausländer). Sommersemefter 1897: 1230 Studirende, im Wintersemester 1896/97: 1001. Lthrerzahl: 112 Prosen oreu, 25 Privatdocenten, 1 Musik-, 2 Sprach, 1 Zeichenlehrer, 2 Exercitienmeister. — Königsberg: 67 Theologen, 211 Juristen, 235 Mediciner, 171 Philosophen, zusammen 684 Studirende


