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1897
Donnerstag der» 28. October
Nr. 253
Erstes Blatt
Anrts- und Zlnzeigeblntt für den IC reis Gieren»
Hratisöeikage: chießener Kamilienötätter.
>»nahmr von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» falgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.
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Der
Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montag».
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
Die Vorschläge des Sultans.
Wir haben schon oft Gelegenheit genommen, darauf hin- zuweisen, daß die Politik deS Sultans auf eine Verschleppung aller Angelegenheiten hinauSlaust, bezüglich derer die Großmächte einen Druck auf die Pforte auSzuüben beflissen find. Ungerecht ist e» ja, daß daS europäische Concert nur dem Sultan so scharf auf die Finger steht, während andere Staaten — wir denken dabei hauptsächlich an Spanien und England — in ihren Colonien noch viel unmenschlicher Hausen können, ohne daß eine europäische Macht dteserhalb einzuschreltell wagt. Man hegt sogar sür Spanien Sympathien, weil die Bereinigten Staaten sich in die cubantsche Angelegenheit mischen wollen, die doch gleichsam ante portas der nord- amerikanischen Union ausgetragen wird, also sehr wohl da» Interesse der Washingtoner Regierung in Anspruch zu nehmen geeignet ist. Aber wir wollen den Sultan gar nicht in Schutz nehmen und gern zugeben, daß die Machte Beran- laffung haben, die christlichen Uuterthaoen der Pforte vor Vergewaltigung zu bewahren.
Bekanntlich hat eS die türkische Regierung jetzt selbst sehr eilig mit der Regelung der Sretasrage. In einer Konstantinopeler Meldung hieß eS, die Pforte werde die Herstellung von Ruhe und Ordnung auf der Insel auf eigene Faust betreiben, nachdem die europäischen Mächte keine Erfolge gehabt hätten. Diese Nachricht klang sehr selbstbewußt, aber man wußte von vornherein, waS man davon zu halten hatte. Denn ist eS dem Sultan wirklich ernst mit der Ab- stcht, Kreta den Frieden wiederzugeben, io braucht er nur die schon früher mit den Mächten verabredeten Reformen zur Durchführung bringen zu lassen. Diese Abmachungen scheint Abdul Hamid aber ganz vergesien zu haben, denn er tritt jetzt mit ganz neuen Vorschlägen hervor, die er dem Forum der Mächte unterbreitet hat und auf deren BafiS die Kretafrage gelöst werden soll. Er weiß ganz genau, daß als Gouverneur der Insel nur ein Angehöriger eines neutralen Staates ernannt werden soll- aber vielleicht gerade deshalb schlägt er vor, einen Gouerneur zu berufen, der zwar Christ sein kann, aber türkischer Unterthan sein muß. Daß ein solcher keine Aussicht hat, die Bestätigung der Großmächte zu finden, ist wohl außer allem Zweifel. Zum Verwaltungschef der Insel muß eine Persönlichkeit auSersehen werden, welche nach keiner Seite hin Verpflichtungen hat, die ganz unparteiisch vorgrhen kann und sowohl den Muhamedanern wie den Christen ihr Ohr leihen muß. Der Vorschlag deS Sultans erweist sich nur wieder als ein Mittel, die ganze Angelegenheit zu ver- schleppen, bis womöglich GraS über dieselbe gewachsen ist, und neue Berhältnifie eingetreten sind, welche vielleicht den Sultan von den bereits eingegangenen Verpflichtungen entbinden. Dieses Bestreben geht auch aus dem weiteren Punkte der Vorschläge hervor, wonach die türkischen Garni- sooen aus Kreta beidehalten werden sollen, soweit dies noth- weadig erscheint. Ein Unterthan deS Sultans als Gouverneur und türkische Truppen auf der Insel würden die der letzteren gewährte Autonomie nur als Farce erscheinen lafieo, nur dazu angethan, die Welt über die wirkliche Situation hinwegzutäuschen. DaS Bestreben der krrtensischen Christen war hauptsächlich daraus gerichtet, die türkischen Garnisonen von der Insel zu entfernen, da dieselben bet allen Differenzen zwischen Christen und Muselmännern für letztere Partei nahmen und dabei viele Grausamkeiten begingen. Im Ueb- riaen hatten die Großmächte bereits verabredet, zur Aufrecht- erhaltuug der Ordnung auf der Insel rin gut organifirtes GendarmertecorpS in genügender Stärke zu bilden. Werden hierzu, wie wir eS schon früher al» nothwendig betont haben, gebildete und intelligente Elemente zugelaffen, so müßten sowohl Muhamedaner wie Christen zufriedengestellt sein. Der Sultan ignorirt aber die früheren Abmachungen und wünscht auch ferner seine Truppen auf Kreta zu behalten. Daß ihm auch diese Forderung nicht gewährt werden wird, kann alS sicher angenommen werden, was auch von der Belaffung von türkischen Kriegsschiffen in kretenfischen Häfen gilt.
WaS die übrigen Punkte der Vorschläge des Sultans aubelangt, so find dieselben mehr harmloser und decorativer Natur. Der Padischah soll auch nach Ansicht der Mächte Oberherr de» autonomen Kreta bleiben, weßhalb eS ganz natürlich erscheint, daß die Verwaltung und Justiz künftig in seinem Namen auSgeübt wird und daß die kretenfischen Schiffe die türkische Flagge führen müffen. DaS ist nicht mehr als recht und billig und wird ihm gewiß gerne zuge- standen werden. Aber die beiden ersten Forderungen dürfen ihm unter keinen Umständen bewilligt werden.
Bekanntlich hat jetzt der luxemburgische Oberst Schäffer die meisten Aussichten, zum Gouverneur Kreta» ernannt zu werden- die Mächte haben sich wenigstens über diese Wahl
geeinigt. Der Widerstand des Sultan» müßte schnell überwunden werden und dann unverzüglich an die Schaffung geordneter Berhältnifie auf der Insel zu gehen sein. Vielleicht könnten hierzu die daselbst befindlichen türkischen Truppen in Anspruch genommen werden, sie müßte aber stet» der euro- rätschen Controls unterworfen bleiben. Da» könnte vielleicht dadurch geschehen, daß eine Lommisfion von höheren Osfizieren der europäischen Staaten berufen wird, in deren Hände die Herstellung von Ruhe und Ordnung und die Einführung einer geordneten Verwaltung auf Kreta gelegt wird. (xx)
Neueste AÄchsrch^
Wolff» telegrrphischt» Lorresponbmz-Buresm.
Berlin, 26. October. Der Kaiser erschien heute mit dem zum Besuch bei ihm in Potsdam weilenden Großfürsten Michael dem Aelteren von Rußland bei dem 1. Garde Feldartillerie-Regimeut in der Kruppstraße. Der Kaiser und der Großfürst begaben sich zuerst nach dem gegen die Lerthnerstraße belegeoen Exerctrplatze des Regiment». Dort war die Letbbatterie aufgestellt. Der Commandeur, Hauptmann v. Röder, erstattete den Rapport. Alsdann begann ein Schulexerctren am bespannten Geschütz. Alle Stadien der Ausbildung wurden vorgeführt. Nach Beendigung des ExerctrenS begaben sich Kaiser und Großsürst nach den KasernementS de» Regiment». Der Kaiser war in Artillerieuniform erschienen, ebenso der Großfürst. Auf dem großen Hose der Kaserne hatte daS Regiment batterieweise Ausstellung genommen. Nachdem der Commandeur den Rapport überreicht hatte, befahl der Kaiser Parademarsch in Zügen. Hiernach versammelte er die Osfiziere um sich und theilte ihnen mit, daß er den Großfürsten ä la suite de» Regiment» gestellt habe. Au den Vorbeimarsch der Batterien schloß sich im OffizierScasino ein Dejeuner, an dem die direkten Vorgesetzten deS Regiment», die Herren der russischen Botschaft, sowie da» gesammte OffiziercorpS theilnahmen. Der Kaiser toastete aus den Großfürsten, dieser auf da» Regiment.
Berlin, 26. Oktober. Die „Verl. Corresp." schreibt: Um die Verwendung von Branntwein zu Koch-, Heizung»-, Putz- und Beleuchtungszwecken thunltchft zu fördern, hat der Bundesrath am 20. Oktober 1897 beschlossen, die Breun- fteuervergütung für den mir dem allgemeinen Dena- turirungsmittel denaturirten Branntwein, der bisher 1,50 Mk. für da» Hectoliter reinen Alkohols betrug, vom 1. November ab aus 2,50 Mk. zu erhöhen. Für au»geführten und zur Esfigbereitung verwendeten Branntwein bleibt die bisherige Vergütung von 6 Mk. für da» Hectoliter reinen Alkohol» bi» auf Weitere» bestehe».
Wien, 26. Ocrober. Der Raiffeisentag wurde heute geschloffen. Unter den zur Annahme gelangten Reso- lutioneu befindet sich eine, welche die Herabsetzung der bestehenden Frachtsätze für landwirthschastltche BetriebSerforder- «iffe auf die Höhe dieser Frachtsätze auf den deutschen und ungarischen Staat»bahnen wünscht, und eine zweite, die sich gegen die projrctirte Transportsteuer auSsPricht.
London, 26. October. Die Königin verlieh Negu» Menelik da» Großkreuz des Mtchael-GeorgS-Orden».
London, 26. October. Die Arbeitgeber des Maschineubaugeiwerbe» in Manchester bertethen in einer Versammlung, welche Antwort sie dem Handelsamt auf die Vorschläge in Betreff der Einberufung einer Conferenz zugehen lafien sollen. Offictell verlautet über daS Ergebniß nicht». Dem Vernehmen nach sind jedoch die Arbeitgeber mit der Cooferenz einverstanden, vorausgesetzt, daß die Forderung des Achtstundentages zurückgezogen und auch auf der Conferevz nicht zur Erörterung kommt.
Petersburg, 26. Oktober. Die „Rowoje Wremja" führt in einem Leitartikrl aus, Prinz Joseph von Batten- berg biete infolge seiner deutschen Abstammung und durch seine Verheirathung mit einer montenegriutschen Prinzessin die besten Garantien al» Generalgouverueur von Kreta- auch dürste derselbe durch seine Verwandtschaft mit dem englischen KönigShause auf die Zustimmung der englischen Re- gierung rechnen können. Die jetzigen kriegerischen Demonstrationen der Türkei auf Kreta seien zwecklos und sührten nur zu überflüssigen Ausgaben. Die Kretafrage werde ohne Zuthun der Türkei gelöst werden.
Tambow, 26. Oktober. In dem russischen Dorfe Khmelew, Bezirk Kozlow, erscholl in der Kirche während de» Nachmittags Gottesdienstes der Ruf: Feuer! Bet der folgenden Panik wurden 54 Personen getödtet und 80 verwundet.
Depeschen de» Buren» .Herold.*
Darmstadt, 26. Oktober. Alle in den Blättern au»* gesprochenen Ansichten über die Ursache der Karl»ruher Hofnachricht beruhen auf vagen Bermuthungen. SS liegt keinerlei Grund vor, an Differenzen zu denken. — Prinz Adolf von Schaumburg.Lippe und Gemahlin reisten nach Baden-Baden ab.
Berlin, 26. Oktober. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung eine» hohen siamesischen Orden» an den Fürsten Bismarck- außerdem publtcirt der „Reichsanzeiger" eine Bekanntmachung, wonach Rumänien zu der internationalen Cholera «Uebereinkunft bei- getreten ist.
Berlin, 26. Oktober. Der zum Botschafter in Washington bestimmte Herr v. Holl eben gedenkt fich am 9. November in Bremen an Bord deS Llohddawpfer» Kaiser Wilhelm der Große nach Amerika einzuschiffen.
Berlin, 26. Oktober. Der „Post" wird mitgetheilt, daß der zweite Bundesstaat, welcher Bedenken gegen die Oeffent- lichkeit de» MilitärstrafprocesseS hat, Sachsen ist. Ferner meldet das Blatt, daß in den nächsten Tagen die Entscheidung darüber fällt, ob dem Reichrtage in der nächsten Session der Entwurf einer neuen Militärstrafproceßordnung zugeheu wird.
Berlin, 26. Oktober. Wie der „VolkSztg." aus BreSlan gemeldet wird, hat die dortige Staatsanwaltschaft daS Gefuch de» Abgeordneten Liebknecht, die ihm wegen Majestät»- beleidigung dictirte Strafe in Plötzen fee verbüßen zu dürfen, genehmigt. Liebknecht dürfte die Haft schon Mitte November antreten.
Berlin, 26. Oktober. Die „Post" dementirt da» Gerücht, daß ein Zerwürfniß zwischen dem Kaiser Wilhelm und dem Zaren entstanden sei. Der Besuch des Zaren in Wiesbaden habe allerdings, wie die „Post" weiter erfährt, einen politischen Charakter getragen, aber in unterrichteten Kreisen wäre eS schon längst kein Geheimniß mehr, daß die Sntrevue der beiden Monarchen einen in jeder Hinficht für da» Verhältuiß der beiden Mächte in hohem Grade befrie- digenden Verlauf genommen habe. Als ein sichere» Zeichen hierfür könne man auch den Gegenbesuch de» Kaiser» in Darmstadt auffaffen. Daß e» bei diesem zweiten Zusammen- sein zu ernsten politischen Aussprachen gekommen sein sollte, dürfte schon infolge de» kurzen Zusammenseins al» auS- geschloffen angesehen werden. Die „Post" hält au der Auffassung fest, daß der Darmstädter Zwischenfall keine politische Bedeutung, sondern lediglich einen höfischen Charakter hat und ist der Ueberzeugung, daß der faux pas fich durch die Vermittelung de» hessischen Hofe» unschwer werde auSgleichen lasten. Auch die „Nat.-Ztg." bezeichnet die Meldung, der Großherzog von Baden habe die Absicht gehabt, Dfferenzen zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren auSzugleichen, für grundlos. ES scheint, daß der Anlaß zu dem Zwischenfall in Gegensätzen hoher Damen zu finden sei, wobei einander deutsch-badische und englisch-hesfische Stimmungen gegenüber- stehen.
Berlin, 26. Oktober. Die „Post" nimmt von dem Gerücht Notiz, daß der gestrige Besuch de» Reichskanzler» beim Großherzog von Baden auf Wunsch deS Kaiser» erfolgt sei und daß e» fich dabei um eine inner- politische Angelegenheit handele.
Berlin, 26. Oktober. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Abberufung de» Gesandten am Grohh. Sächfischeu Hofe und bei den Thüringischen Höfen, Geh. LegattonS Rath Raschdau von diesem Posten behufs anderweiter dienstlicher Verwendung.
Berlin, 26. Oktober. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge ist au zuständiger Stelle nicht da» Mindeste davon bekannt, daß mehreren Eiseobahndirectionev von der zuständigen Militärbehörde in aller Form notificirt worden ist, daß bei eiutretender Mobilmachung der gesammteu Armee der derzeitige Wagenpark schlechterdings nicht auSreichen würde, um die Truppen mit den Pferden re. nach dem von den Linien-Commiffionen bearbeiteten Fahrplane rechtzeitig zu befördern.
Köln, 26. Oktober. Die „Köln. Ztg." schreibt heute zu der Absage deS Zaren, den Groß her zog zu empfangen : Noch bedauerlicher al» diese Absage sei die Antwort auf jenen Karlsruher Hofbericht durch den Darmstädter Hofbericht, der mit der Mittheilung aufwarten zu müffen glaubt, daß Zar Nicolau» mit dem Großherzog von Heffen sowie den übrigen Fürstlichkeiten fich zur Saujagd begeben habe. AuS der Veröffentlichung der „Karlsruher Zeitung geht hervor, daß der Großherzog von Baden fich tie gekränkt fühle und er hat die Genugthuuug, daß da» Volk im Norden ' wie im Süden mit dem verehrten Fürsten diese Empfindung


