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28.4.1897 Zweites Blatt
 
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Nr. 98 Zweites Blatt. Mittwoch den 28. April

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Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Ausland«- nehme» I Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgege«.

Feuilleton.

Vo« Schnkülsufer bis sur elektrischen Bahnpost.

Ein Beitrag zur Geschichte deS PostwesenS.

Don Curt Sickel.

(Nachdruck verboten.)

DaS Ableben des verdienten deutschen Generalpostmeisters v. Stephan ruft uns die Entwickelung des PostwesenS lebendig vor den Geist. Erst wenn wir die Poft von heute mit der Post von einst vergleichen, erlangen wir ein volles Bild seines erfolgreichen Wirkens. Die Post ist ein Kind des Verkehr-. Au» dem Bedürfniß des Verkehrs heraus entstand fte, ihre Entwickelung folgte Schritt für Schritt diesem Be« dürfniß. Nur zuweilen, vor allem in der Blütheperiode der Stephan'scheu Verwaltung, ist fie ihm vorangeeilt, dadurch ihrerseits deu Verkehr mächtig erweiternd. Da folgte der Vater dem Kinde, statt umgekehrt.

Da- Bedürfniß nach Vermittelung von Nachrichten, Bot­schaften u. s. w. ist so alt wie die Menschheit. Je mehr das gesellschaftliche Leben fich zu entfalten begann, je mehr »achte fich das Bedürfniß geltend, fich zu verständigen, auch wenn man nicht von Mund zu Mund miteinander sprach. Wahrscheinlich find daher Reisende und GelegeuhettSboten die ersten Beförderer von Botschaften gewesen. Natürlich reiste «an anfangs nur per pedes, später bediente man fich daun -er Thiere zum Retten und Ziehen der Lasten und erst tu «euerer Zett löste der Wafferdampf diese unvollkommenen SMfte ab. Verschieden ist allerdings daS Tempo der Ent­wickelung. Die Fußpost dehnte fich vrrmuthltch über Jahr­tausende aus, die reitende Post blickt auf eine nicht viel kürzere Wirksamkeit zurück. Dagegen trägt in unserem Jahr­hundert die Post Siebenmeilenstiefeln, die kühnsten Reformen ftab einander gefolgt, und wenn wir die Entwickelung mit der Elle mesien könnten, so würden die letzten 50 Jahre allein ein zehnfach größere» Maß geben, als die gesummten vorher abgelaufenen Jahrtausende zusammen.

Doch wir dürfen nicht ungerecht sein. Im großen

Ganzen verdienen die Leistungen unserer Borsahreu die höchste Anerkennung. War e» ihre Schuld, daß fie die Kraft de» WafferdampfeS und der Slectricität nicht kannten? Im Rahmen der Wiffenschaft ihrer Zeit haben fie indeffen Groß­artiges geleistet. Fast alle alten Eulturstaaten, wie Babylon, Aegypten, Hella», Rom, hatten bereits ihre Posten, sogar in China fand Marco Polo und in Peru und Mexiko fanden die Conquistadoren Franz Pizarro und Ferdinand Cortez eingerichtete StaatSposteo.Rings um die Stadt Cam» baluc", erzählt Marco Polo,strahlen viele, sehr gut unter­haltene Straßen aus, welche an verschiedenen Punkten des Reiche» enden. Auf diesen Straßen find Postrelat» mit reichlichen Pferdebeständen eingerichtet, in Abständen von zwei- undzwanzig zu zweiundzwanzig Meilen, in welchen Relais 200,000 Pferde stet» bereit stehen, die Boten de» Kaiser» zu befördern. Zwischen denj Relais befindet sich alle drei Meilen ein Weiler, au» etwa 40 Häusern bestehend, worin die Courtere wohnen, welche die Botschaften de» Groß Khan zu Fuß weiterbesorgten- diese Läufer tragen eine Binde um die Stirn und um die Taille einen Gürtel mit Schellen, so daß sie schon von Weitem hörbar find- fie laufen stet» im Galopp, legen ihren Weg von drei Meilen sehr schnell zu­rück, übergeben ihre Nachrichten dem fie dort empfangenden Courier und auf diese Weise erhält der Kaiser Berichte au» zehn Tagereisen entfernten Orten schon binnen einem Tage und einer Nacht. Dazu kostet da» Beförderungsmittel dem Khan sehr wenig, denn er begnügt fich damit, seine Courtere mit Steuern verschont zu lasten, während die Pferde der Relais von den Einwohnern der betreffenden Provinzen un­entgeltlich verpflegt und erhalten werden." Wer denkt da nicht unwillkürlich an unsere Schnellläufer mit ihren Schellen, die In der That Ueberbleibsel Curiofitäten au» der alten Zeit mit ihren Schnellboten und Courieren darstellen!

Aehnlich waren die Poften in Mexiko und Peru ein­gerichtet. Al» Cortez mit seinen Spaniern gelandet war, sandte ihm Montezuma, der Beherrscher Mexiko», Geschenke- seine Boten hatten aber gleichzeitig den Auftrag, sich genau über die Zahl, Stärke, Bewaffnung und Eigenart der selt­

samen Feinde zu tnformiren. Der Gesandtschaft waren sogar Maler beigegebeu, welche alles BemerkenSwerthe abconterfeiea sollten. Ihre Bilder nebst einem ausführlichen Bericht wurden durch Schnellläufer an den Kaiser tu der Hauptstadt besördert.

Auch in den Culrurländeru de» Alterthum» dienten die postalischen Einrichtungen zuerst und vorwiegend dem politischen System, fie waren in Staat-Händen und die Befriedigung wirthschaftlicher VerkehrSbedürfniffe spielte entweder nur eine untergeordnete Rolle oder entwickelte fich erst allmählich an­der politischen Post, bis die Staaten in der Neuzeit beide Betriebe glücklich und wirksam zu vereinigen wußten.

So lauge die Fußpoften existirten, standen tüchtige und ausdauernde Schnellläufer naturgemäß tu bedeutendem An­sehen, so gut al» heutzutage berühmte Industrielle und Künstler. In Griechenland, wo man diese Brtefboten Hemero- drowen (Tagläuser) nannte, erlangten Lada-, Demosthenes, Pheidippu» und andere besonderen Ruf. Letzterer legte z. B. den 30 Meilen langen Weg von Athen nach Lacedämon in 24 Stunden zurück, um von dem Einfall des Darin» Kunde zu bringen. Die Indianer haben noch heutigen Tage» ihre Läufer, die unglaubliche Strecken in überraschend kurzer Zeit zurücklegen. In Gallien hatte man Rufposten. Al» Pferde und Maulthtere Verwendung fanden, traten Courtere an Stelle der Fußboten. Solche Courtere kannte man schon im alten Persien. So heißt e» im Buche Esther (Cap. 8, Ver» 10 und 14):Und e» ward geschrieben in de» König» AhaSveroS Namen und mit de» Königs Ringe versiegelt. Und er sandte die Briefe durch rettende Boten auf jungen Mäulern (Maulthieren) ... Und die reitenden Boten auf den Mäulern ritten au» so schnell und eilend, nach den Worten de» Königs, und da» Gebot ward zu Schloß Susan angeschlagen." Auch Kameele gelangten zur Verwendung, u. a. sollen die Eilboten des AntigonuS 37 Meilen am Tage auf Dromedaren zurückgelegt haben.

(Schluß folgt.)

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