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Gießen, Die DirecI _____Pri
Bemerkungen. Unter dem Einfluß der raffen Witterung der letzter Wochen ist die Fäule der Kartoffeln in vieler Erhrbungs- beztrken ausgetreten. Auch den Weinberger ist die Witterung schädlich, namentlich tritt die Peronoapora nticola fehr stark auf; zur Rette der Trauben fehlt es auherdem an Wärme und Sonnenschein
Der Ertrag deS Roggens, namentlich an Körnern, bleitt hinter den gehegten Erwartungen zurück; in einzelnen Erhebung- bezirken ist das geringe Drufchergrbnitz zum Theil auf Lager ,u>ück- zuführen.
schuittlich 18 bi- 20 Worte pro Minute abgegeben bezw. aufgeuommeu und bei der Uebermitteluog gewöhnlicher Zeitung-arttkel von einzelnen Beamten gar 38 bi- 40 Worte innerhalb einer Minute telephonirt, withiu io einer Stunde 2400 Worte. Wenn man nun berücksichtigt, daß die ganze erste Seite de- bekanuteo Frankfurter Generalanzeiger- durchschnittlich nur 2400 Worte enthält, dann kann man nicht umhin, zu sagen: Wahrlich eine Schoellsprecherei ersten Range-, ein Mundwerk comme il faut.
• Wieder eine neue praktische Anwendung der Röntgen- schen X-Strahlen hat ein amerikanischer Farmer und Geflügel« züqter gemacht, die allerdings an amerikanischer Originalität Nicht- zu wünschen übrig läßt. Der Betreffende fand nämlich, wie da- Internationale Patevtbureau Earl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, schreibt, daß die Zahl der Eier, welche seine Hühnerzucht ergab, durchaus gegen jene seiner Hennen zarückblieb, mithin sich weniger fleißige oder unfruchtbare Thtere unter denselben befinden mußten- der Röntgen-Apparat schaffte hier schnell Rath, indem der Hiuterkörper der Thiere auf die Vermehrungsfähigkeit derselben hin durchleuchtet wurde. — Hennen, die danach keinen Zweifel au ihrem guten Willen zuließen, wurden »unbehelligt* gelaffeo, wogegen bei eine« negativen Resultat der wundersamen Strahlen die betreffenden Hühner separirt, nach einigen Tagen nochmals untersucht und bet konstanter Pasfivität al- Schlochthükner verkauft wurden. Auf diese Weise soll der fin do sidcle- Hühuerzüchrer alle unnützen Freffer au- seinem Bestände auS- g merzt und die Eierproduction relativ vermehrt haben, e» jedoch nicht unterlaßen, von Zeit zu Zeit wieder einmal eine Ocnlar Inspektion mittel- der CrookeS'schen Röhre vor- zunehmeu.
* Die brutsche Petroleumeinfuhr. Das amerikanische. Petroleumsyndicat beherrscht vollständig den deutschen Markt. Die letzten deutschen Häuser, die sich der Uebermacht der Standard Oil-Company nicht unterworfen hatten, waren bekanntlich Firmen in Mannheim und Bremen, aber auch diese sind in den letzten Jahren unterlegen. Der amerikanische Petroleumring beherrscht die Preise, und die Consumenten sind gezwungen, zu bezahlen, was er verlangt — außer in solchen Fällen, wo ein kleiner Händler vielleicht noch tobt gemacht werden soll, da geht man mit niedrigen Preisen vor. Es ist bezeichnend für das Vorgehen der Amerikaner, daß inzwischen auch die russischen Filialen in Deutschland eingegangen sind und daß trotz mannigfacher Begünstigungen die russische Einfuhr im Rückstände begriffen ist; es läßt dies darauf schließen, daß man amerikanischerseits auch mit Rußland Verhandlungen angeknüpft hat, um Rußland gewiße Märkte freizugeben, damit Amerika um so sicherer den deutschen Markt beherrscht. Umsomehr wird es in Deutschland begrüßt, daß die Einfuhr von galizischem Petroleum immer größere Fortschritte macht. Das galizische Mineralöl ist berufen, eine maßgebende Rolle in Mitteleuropa zu spielen, und da es bei dem vervollkommneten Reinigungsverfahren in der Beschaffenheit schon heute mit dem amerikanischen Leuchtöl wetteifern kann, dem kaukasischen aber bereits mindestens gleichkommt, so stehen seiner Verbreitung nur mehr Zoll- und Frachtverhältnisse im Wege. Im vergangenen Jahre wurden rund 165000 Melercentner raffinirtes Petroleum aus Galizien in Deutschland eingeführt, gegen 53 000 Meter- centner im Jahre vorher- und einen ähnlichen Umfang hat die Einfuhr von galizischem Rohöl erlangt, das in Deutschland zu Raffinirung bestimmt ist. An Rohöl zum Raffiniren oder Destilliren sind in dem angegebenem Zeitraum 1897 ungefähr 52000 Metercentner aus Galizien eingegangen gegen 14000 Metercentner gleichzeitig 1895. Wenn das auch geringe Zahlen sind im Vergleich zum gesammten Petroleumbedarf Deutschlands, so zeigt doch die rapide Zunahme derselben, daß die galizische Petroleumeinfuhr außerordentlich entwickelungsfähig und geeignet ist, die Vorherrschaft des amerikanischen Petroleums auf dem deutschen Markte zu brechen.
lEittvatitr MttO A»»nft
— Die Jllustrirten Octavhefte von »liebet Land und Wcet* (Stuttgart, Deutsche VerlagS-Anstait) treten mit dem soeben zur
da- heißt hat die Stoffe an ben früheren Stamm abgegeben, deren der neue jum fröhlichen WachSthum dringend bedarf. Kaufe tadel- loieS, gut bewurzeltes Pflanzmaterial: au» einem schwächlichen, schlecht entwickelten, jungen Baume mit schlechter, unregelmäßiger Kroce und schlechten Wurzeln wird itemelB ein guter Odstbaum. Piüfe sorgfältig, welche Sorte Du pflanzen sollst. Sieh Dich in der Umgegend um, welche edlen Sorten dort gut gedeihen, und die pflanze. Laffe Dich nicht auf Versuche ein, die viel kosten und meistens mißlstigen. Pflanze möglichst wenige Sorten! Das ist der Krebsschaden der deutschen Obstoe.werlhung, daß jeder zu viel Sorten Hal, und eS den großen ObstoerwerthungSsabriken, Obstkelter,icn unmöglich gemacht ist, an einer Stelle größere Masten derselben Obstsorte zu taufen. Das ist aber nöthig zur Erzielung eines gleich, mäßigen Products. Pflanze also wenige, in Deiner Gegend verbreitete gute Sorten. Bearbeite vor der Pflanzung Deinen Boden gut! Grabe ihn tief um, führe in Dungstoffen dem jungen Baume Nahrung zu und bedenke, daß die Saug- und Faserwurzeln, welche den Baum nähren und kräftigen sollen, nicht nur unmittelbar am Stamme liegen! Pflanze nicht an Stellen, wo der Boden zu naß ist, das Grundwaster zu stach steht, Lette ober undurchdringliche Schichten den Wurzeln Widerstand leisten. In solchen Lagen gedeiht kein Obstbaum gut. Prüfe Deinen Boden auf Kalk, und roern er kalkarm ist, führe ihm Kalk zu. Ohne Kalk kein freud-geS WackS- thum der ObstbSume! Jede einzelne dieser Regeln will beobachtet sein! Verstößt Du gegen eine, nutzt Dir Dein Pflanz, n nichts — Du kannst niemals Ertrag von Deinen Obstbäurnen erzielen!
Nachrichten über den Daatenstand im Großherzogthum Heffen
um die Mitte deS Monat« September 1897.
Zusammengestellt bei der Großherzoglichen Oberen landwirthschaft- lichcn Behörde.
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Mit Beginn des neuen Quartals gelangt der hochinteressante und äußerst spannende Roman
Der Majoratsherr
von
Nataly von Sschstrulh
in unserem Blatte zur Veröffentlichung, worauf wir unsere verehrten Leser besonders aufmerksam machen.
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randwirthsHaMichc Sinkt unö Kathschlügk.
△ «us ©betbrflet». Auf Herbstanfang.
Die vs«wsriha«g der 1897c Äartoffeln.
Dieses Mal werden wir die Aufmerksamkeit des ,reundlrchen Lesers nur sehr kurz, aber für einen ungemein rvlchtigs« ©eflew stand in Anspruch nehmen, denn die Zeit drängt wegen der Herbst- atbetien, sie drängt aber auch, weil der 1. October vor der Thur steht und bis zu diesem Tage bleibt, da wir heute Herbstanfang haben, nnr noch eine Dekade Übrig. ., ,
Seit drei Wochen bab<n wir fast unauhörttch Regen; die Folge davon ist, daß die ftactoffdn ««sangen ,v trAntel«, rote sich Jedermann leicht denken kann und rote bereits von verschiedenen Seiten gemeldet wird. Die Erfahrung lehrt, daß die angestoßenen Kartoffeln sehr schnell in Naßfäule übergehen, wodurch sie völlig roerthlos werden. Der Bauer kann sie nicht über Hals und Kopf verfüttern, denn dazu besitzt er nicht genug Vieh. Also was thun?
Der Schreiber dieser Zeilen weiß und kennt auS eigener Erfahrung, daß in Oderhessen, besonders aber in der Wetterau und in den fruchtbaren Flußthätem Dutzende und abermals Dutzende von Brennereien vorhAiden find, die auS Mangel an Conttngent und weil die Kartoffeln zu theuer waren, nicht brennen konnten oder wollten. Diesen beiden Hebeln kann aber jetzt abgeholfen werden. Der Bundesrath hat kürzlich Vorschriften erlaffm, nach denen in der fünfjährigen Periode von 1898 bis 1903 eine Neuoeranlagung zum Eontingentstattfinden soll. Diejenigen landwirthschaftltchen Brennerein, die seither kein Eonlingent besaßen, können eins erhalten, sobald die Brennereien bis zum 30. (September ds. Js. im betriebsfähigen Zustande sind. Der Brennereibesitzer muß einen schriftlichen Antrag bei dem Hauptsteueramte vor dem 1. October einreichen uub um Eonlingent bitten. In den meisten Fällen macht die Henichtung der Brennerei,n, die fast alle oerfiegelt sind, keine große Äihctt, in wenigen Tagen können sie betriebsfähig sein. Ferner soll bter ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht werden, daß btt landwirty- schastlichsn «vd Matsrialbrs««ersls», denen ein Eonlingent nicht zugewlesen tst, jährlich 1000 Liier reinen Alkohols zum ntebriperen Verbrauchsabgabensatze Herstellen bürf-n, ohne Rücksicht auf ben Lauf der Eonlingentspertob^ und vom Zeitpunkt ihrer Entstehung an.
Mit Hülfe der Brennereien sind bekanntlich die gefährdeten Ka>löffeln am schnellsten zu rdter. Welcher S.gen es für einen Vtehstand ist, wenn er in der fübUren Herbfizeit, oder i« ds« falls« Wi«tsrmo«atsn war««» Gst»»«ts. wenn auch nur für einige 3-it, erhält, das brauchen wir gar nicht exfr eingehend zu schildern- Bringt der Bauer nur dies-ö Futter »us den angestoßenen Kartoffeln rein heraus, so hat er ein.n sehr schön,n Gtwinn gemacht.
Wir ralhen deßhald den kleinen Bauern, für die wir in erster Linie die F-der führen schleunigst ihre Apparate zu prüfen, sie in Stand zu i-tzen und sich beim Hauptsteueramte in Gießen anzumelden — sie werben es nicht zu bereuen baden.
Verkehr, £anO» rrnd
— Recht zeitgemäß viröffenilicht ber practlftbe Rathgeber im Obst- unb Gartenbau an ber Spttze seiner neuesten Nummer folgenbe Pflanz Regeln, bie auch unseren Lesern vielfach von Nutz-n sein können: Pflanze niemals einen Obstbaum an eine Stelle, an ber eben noch Obstbäume gestanden haben. Der Boben ist dort „müde",
I Ausgabe gelangten ersten Heft in einen neuen Jahrgang. Litterartsch wie künstlerisch betrachtet stehen die Jlluftrirlen Octav-Hefte von .lieber Land unb Meer" an der Spitze der illustrtrien deutschen MonatSreouen. Der Bilderschmuck ist ein außerordentlich retdier in Holzschnitt sowohl wie in bisher unerreichtem Farbendruck. Daneben stellt der Verlag den Abonnenten der Jllustrttten Delao: hefte von „Heber Land und Meer-zwei Kunstblätter (Heliogravüren): .NeujahrSdrtese in der Pension' und .In der Staatsbibliothek nach Gemälden von Emanuel Spitzer, bi? dem vornehmsten ^Immet zur Zierde gereichen können, zum Preise von nur 3 Mark pro Blatt, beide zusammen für nur 5 Mark zur Verfügung. In Berücksichtigung all besten, waS hier für ben billigen AbonnementSpreiS (nur 1 Mark für jebes vierroöchentltche ca. 120 Seiten starke Heft) geboten ist, müssen die Jllustrirten Octav,Hefte von .Hefter Land und Meer" die billigste deutsche illustrirte Monatsschrift in Cftaoformat genannt werden. Wir empfehlen unfern verehrlichen Lesern, sich das erste Heft von ber nächsten Sortiments, oder Eolportage-Buch- handlung zur Ansicht kommen zu lasten.
'^5-qrQ
Provinzen und Erhebungsbezirke
Saatenstand.
Note 1 — fehr guter, 2 — guter, 3 — mittlerer, 4—geringer,5— fehr geringer Stand
Ernteausfall in 100 Kilo per Hectar bet Winterroggen
Kartoffeln
Klee (auch Luzerne)
Wiefen
Weinberge
Prov. Starkenburg
1
Kreis Bensheim....
2,5
3
2
16
2
„ Darmstadt . . .
2
3
2
—
16
3
„ Dieburg ....
2,5 ।
2
2
18
4
„ Erbach.....
—
—
—
18
5
„ Groß-Gerau. . .
3
2
3
—
21
6
„ Heppenheim . . .
2
2
1
2,5
16
7
„ Offenbach....
3
2
—
16
Durchjchn. f. Starkenburg
25 |
2,3
2
2 3
17
Prov. Oberhessen.
8
Kreis Alsfeld.....
3
3
3,5
—
15
9
„ Büdingen....
2
3
3
—
18
10
„ Friedberg....
3,5
3
4
—
20
11
„ Gießen.....
2,5
2
3,5
—
16
12
„ Lauterbach . . .
2,5
2
3
—
14
13
„ Schotten ....
25
2,6
3.5
—
17
Durchfchn. f. Oberhefsin
2,7 i
2 8 i
3.4
—
17
Prov. Rheinhessen.
14
Landro.Ver.Bcz. Alzey
3
2
2
3
26
15
„ „ Bingen . . .
4
2
3
3,5
18
16
„ „ Flonheim . .
3
25
1 —
3
17
17
, »Ingelheim . .
3
3
i 3
3
23*
18
„ „ Mainz . . .
1,5
2.5
1 2
1,5
19
19
„ „ Rieder-Olm. .
3
3
! 3,5
3
22 5
20
„ „ Oppenheim . .
2,5
3
—
4
26
21
, „ Osthofen . . .
—
—
—
21
22
„ „ Pfeddersheim .
2,5
2
2
3,5
22
23
„ „ Wöllstein . .
2
2
2
2
21
24
„ „ Wörrstadt . .
4
2
—
3
17
25
„ „ Warm» .
—
—
—
—
205
Durchschn. f. Rheinhesten
2,9
2.4
25
1 3
21
Durchschnitt f. b. Grogy.
2,7
1 2,5
1 2,6
1 2,7
18
Feuerstein das Material zur Anfertigung von Messern, Pfeil- und Lanzenspitzen, Aexten und Sägen lieferte. Unsere Museen liefern uns in den zahlreichen darin enthaltenen Ausgrabungen nicht nur ben Beweis für die R'chtigkeit des hier Gesagten, sondern auch ein Bild der Production der betreffenden Funde überhaupt, die allgemach immer kunstreicher und zweckentsprechender aus der Hand des Menschen hervorgingen.
Es erscheint ganz sicher, daß der Urmensch mit diesen uns so primitiv vorkommenden Waffen den Löwen, Bären, Rhinozerossen u. s. w. kühn zu Leibe gegangen ist. Heben doch heute noch, nicht viel besser bewehrt, wilde Völkerstämme dieselbe gefährliche Jagd aus. So kannten bie Hottentotten zur Zeit der ersten Besiedelung des Kaps noch keine anderen Waffen und griffen trotzdem Löwen unb Elephanten erfolgreich an. Natürlich bediente sich der Urmensch ebensosehr der List zur Ueberwältigung seiner Beute, wie der Jäger noch heutzutage, sei efi nun, baß er die Thiere Nachts überfiel oder in Menge angriff oder sie auch in Gruben fing oder durch Feuer unb Rauch überwand. Jedenfalls bildete aber bie Jagd den Hauptnahrungszweig des Diluvialmenschen. Nicht nur genoß er das Fleisch des Wildes (vor allen Dingen das Mark der Knochen, das eins seiner Hauptleckerbissen gewesen zu sein scheint), sondern er benutzte auch die Knochen zur Erzeugung von Waffen und Werkzeugen und das Fell zur Bekleidung. Die Thiere, die er jagte, wechseln natürlich je nach den Gegenden und den Perwden, in denen er lebte. In einzelnen Fundstätten (z. B. im Departement Eotes du Nord in Frankreich) fand man Unmassen von Knochen und Zähnen des Bären, Nashorns, Rennthiers und Elephanten, die anderen unglaubliche Mengen Pferdckvochen. Außerdem stellte man Wildschweinen, Wölfen, Füchsen, Hasen,
Steinböcken, wilden Hühnern, Wildenten, Fischen, Weich- thieren u. s. w. nach. Wenigstens deuten die massenhaften Weichthierschalen auf starken Verbrauch in diesem Artikel hin, und die Benutzung primitiver Angeln zum Fischfang durch die diluvialen Bewohner Südfrankreichs kann nach de Na- daillac keinem Zweifel unterliegen.
Auch die Pfahlbautenfunde in der Schweiz weisen darauf hin, daß die Bewohner dieser Ansiedelungen hauptsächlich von ben Erträgen der Jagd gelebt haben. Unter den Vorgefundenen Knochen sind nach Alsberg besonders die des Edelhirsches zahlreich vertreten, daneben finden sich Reste vom Biber, Reh, Jgcl, Dachs, Bär, Wolf, Urstier und Elch. Unsere Vorfahren, die alten Deutschen, scheinen noch unter ganz ähnlichen Verhältnissen gchaust und gejagt zu haben. Selbst den Jägern des Mittelalters standen nur Pfeil und Bogen, Armbrust, Spieß und Lanze zu Gebote, und was sie damit ausrichteten, davon giebt uns die Schilderung einer Jagd in den „Nibelungen" ein anschauliches Bild, wo vom starken Siegfried u. a. erzählt wird:
„Das erste Thier des WaldeS, das er zu Tode schlug, DaS war ein starkes Halbschwein; er traf'S mit feiner Hand! Danach er nicht viel später der grimmen Löwen einen fand. Als den der Bracke scheuchte, schoß er ihn mit dem Bogen, Mit einem scharfen Pfecle, den er daraufgezogen ....
Danach schlug er zu Tode einen Wisend, emen Elch,
Der starken Auer viere und einen grimmen Schelch . . . ."
Da sich der UN verwundbare Recke eines Hundes zur Unterstützung bei der Jagd erfreute, so entsteht die Frage, zu welcher Zeit der Mensch sich zuerst ber Hilfe des intelli- qenten Hausthieres bedient habe. Die ersten Spuren des Hundes treten uns in den bereits erwähntet'. Pfahlbauten der Schweizer Seen entgegen, sowie in den berühmten Kjökken-
Möddings (Küchenabfallhaufen) in Dänemark. Aus ber Art, wie die daselbst ausgegrabenen uralten Knochen benagt und dezimirt sind, schließt man, daß der Hund damals bereit» ein ständiger Gesellschafter de» Menschen war. Wie der innige Anschluß dieses Tbieres an den Menschen erfolgt ist, darüber haben wir nur Vermuthungen, bie allerdings den Nagel auf den Kopf treffen dürften. Der Hund (ober doch das Thier, von welchem unser Haushund abstammt) wird zuerst, führt Bölsche in feiner EntwickelungSgeschtchte d r Natur aus, „des eigenen Gewinns wegen sich gewöhnt haben, regelmäßig den Jägern zu folgen unb ihre Speisiplätze, bie ihm reichen Abfall boten, zu umschleichen. Von da ist der Schritt nicht weit, daß der Mensch da» kleine, harmlose Thier für seine Zwecke direkt heranzog, zum Aufspüren de» Wilde» auf der Jagd, als nächtlichen Wachtposten vor ber Hütte, als willkommenen Abdecker im Kehricht der Wohnstätten, schließlich auch gewiß schon früh als possierlichen Gesellschafter schlechtweg, ben die Frauen verhät'chelten, mit dem die Kinder ihr Spiel trieben*.
Mit der Zeit hörte die Jagd auf, die ausschließlichste ober doch hauptsächlichste Erwerbsquelle des Menschen zu bilden, da er sich gewöhnte, die wichtigsten Nährpflanzen zu bauen und die hierzu geeigneten Thiere in seinem Hause zu züchten. Die Bewohner der Pfahlbauten besaßen schon sowohl Hausthiere als auch Kulturen der wichtigsten Pflanzen wie Weizen, Gerste und Hirse. So gestaltete sich die Jagd allmählich zu dem, was sie jetzt ist: einem edlen Vergnügen, bei dessen Ausübung unsere Nimrode wohl kaum noch an die Art denken, wie es entstanden ist.
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