habe nicht gewußt, daß X t* des aabent fährt. Der einzige »eg, de» der greise Staatsmann ohne Gebrauch des Rollstuhle» zurücklegt, ist jetzt der allmorgeodliche Gang vom Schlafzimmer nach dem Baderaum, etwa 20 Schritte, die er, gestützt auf feinen Kammerdiener, ohne Nachthell wagen darf. Der Humor und der Appetit de» Fürsten laffeu trotz Schmerzen in den Beinen und de« Mangel an ausreichender Bewegung nicht»
darauf starb. Ditte behauptet, er der Leschtu geladen war.
• »ei eine« Postdtebpahle zwischen Büren und Geseke in Westfalen find, wie der Erste Staatsanwalt iu Paderborn bekannt macht, aus dem Borderladeraum des Personenpost« wagens vier Geldbriefbeutel mtt Werthseuduugeu, die auf zusammen 1583.98 Mk. drclarirt waren, und ein Post- sack gestohlen worden, in de« sich Sendungen befanden, welche zwei LegirimatiouSpapiere enthielten. DaS eine war ein HeimathSscheiu der Ordensschwester Elisabeth Beruardiue Boß, geboren am 17. November 1855 zu Salzkotten, zur Zett in Hörbrauz, Boralberg, daS andere ein Militärpaß für den Reserviftru Hermann Degenhardt zu Westheim, der dort am 17. April 1875 geboren ist und beim Juf.-Regt. Bogel von Falkenstein (7. Westfälische») Nr. 56 gedient hat. Der Staatsanwalt glaubt, daß beide Legitimationspapiere zu Betrügereien benutzt werden dürften. Die Oberpostdireetion zu Minden setzte auf Wiedererlangung der Werthbriefe und Ergreifung des Thäter» eine Belohnung von 150 Mk. a»S.
* Fürst viSmarck im Rollßuhl. Wie gemeldet wird, ist Fürst Bismarck augenblicklich gezwungen, einen Rollstuhl zu benutzen. Bon einem gelegentlichen Besucher in FriedrichSrnh wird dazu geschrieben: Die Einrichtung datirt erst fett ganz kurzer Zeit. Lange genug hat der Fürst fich dagegen gesträubt, zu diesem Hilfsmittel zu greifen, mußte fich aber der Nothweudigkeit fügen, da jede Anstrengung des geschwollenen Beine- für längere Zeit zu vermeiden ist, wenn das hartnäckige Beuenleiden endlich schwinden soll. Und da der sonstige Zustand deS Altreichskanzlers ihm die Thetl- nähme an allen Mahlzeiten und die gewohnte Beschäftigung mtt Lesen, sowie die Unterhaltung im Familien« und Freundeskreis fast ohne Einschränkung, wie in gesunden Tagen, gestattet, so würde e» für ihn sehr lästig sein, an ein und dasselbe Zimmer für Wochen gefesselt zu sein. Deshalb ist al» da» kleinere Uebel von zweien der Rollstuhl zu Hilfe genommen worden. ES ist ein in Anbetracht des erheb« lichen Körpergewichts des Fürsten Bismarck sehr fest gebauter, niedriger Stuhl, der auf Gummirädern von etwa 50 Crutimeter im Durchmesser läuft, und dessen elegante Lonstrvciion nicht verräth, welche starke Last man ihm zumuthen darf. Lange auch hat der Benutzung einer solchen Fahrzeuges, das dem Fürsten bei seinem Leiden schon viele gute Dienste hätte leisten können, der Umstand i« Weg gestanden, daß im FriedrichSruher Herrenhaus die Wohn- und Speisezimmer von dem Arbeitszimmer und Schlafgemach des Fürsten, die im linken Schloßflügel liegen, durch einen Eorridor getrennt find, der vier Stufen höher liegt als das Hauptgebäude. Die kleine Treppe wird nun, um ein glattes Passtren des Fahrstuhls zu ermöglichen, durch eine kleine Holzbrücke überdeckt, sobald der Fürst von einem Schloßtheil
zu wünschen übrig.
• Lier jugendliche Ausreißer, Schüler de» Kaiser Wilhelm Realgymnasium- in Berlin, welche vor etwa acht Tagen heimlich abgereist waren, um — nach Afrika auSzu- wandern, find in Genua gefaßt und wieder nach Berlin zu- rücktranSportirt worden. Die jungen Leutchen, welche i« Alter von 17 bi- 18 Jahren stehen, hatten fich die Reife- mittel durch heimliche Anleihen bei ihren Eltern verschafft. Der Telegraph hat ihre Absicht, Suttur und Sitte nach Afrika zu tragen, vereitelt, und so mußten denn die jungen Leute zwangsweise He Rückreise in die Heimath antreten. Die Ausreißer, welche säwmtlich von der Gemeiudeschule zum Gymnasium übergegangen waren, müßen übrigens ihre Abenteuer' lust schwer büßen, denn alle vier find vom Director der Anstalt sofort entlassen worden.
• Sin Professor all Räuber. Der Professor au der bulgarischen Realschule zu Köprülü, Herr Jordan, «achte im Sommer mit seinen Schülern einen Ausflug in die Berge. UnterwrgS wurde nun die Schaar von Räubern übersallen, welche einen der Schüler, den Sohn eines reichen Kaufmanns, mit fich schleppten. Für die Freilafiuug des Gefangenen mußte ein hohes Lösegeld gezahlt werden. ES gelang jedoch später, einige der Räuber einzufaugen, und da ergab die Untersuchung daS überraschende Resultat, daß der Herr Profeffor selbst ein Mitglied dieser Räuberbande war und an dem Lösegelb participirte. Bor einigen Tagen wurde der Profeffor zu fünf Jahren, feine Spießgesellen zu zwei bis drei Jahren Zuchthaus verurtheilt.
• Der anfchwellende Goldreichthum der Welt. Nach einer Zusammenstellung deS amerikanischen Münzdirectors Preston setzt fich die starke Steigerung der Goldförderung, wie fie seit einem Jahrzehnt hervortritt, auch im laufenden Jahre fort. Die Production betrug 1891: 548 Millionen Mark, 1892: 613, 1893: 659, 1894: 760, 1895: 840, 1896: 840 bis 860 Millionen Mark. Im laufenden Jahr macht fie einen weiteren gewattigeu Schritt vorwärts und wird voraussichtlich eine Milliarde erreichen. Der Grund dieser unerhörten Steigerung liegt ebenso in der Erschließung neuer ProductionSgebiete, als in dem Fortschritt des Verkehrs und der Technik. Bon den ProductionSgebieteu ziehen neuerdings die Goldfelder von Alaska und Westaustralien die allgemeine Aufmerksamkeit auf fich. Noch in der deutschen Silbercom« Mission von 1894 wurde die westaustralische Ausbeute al»
unbeträchtlich bezeichnet- seitdem ist sie so gestiegen, daß fie heute schon — infolge BloSlegnng der Sold-Tellur-Erzr Ende vorigen Jahre» — die der anderen Anstralstaaten Victoria, Queensland und Neu SüdwaleS übertrifft und t« nächsten Jahre 40—60 Millionen Mark erreichen wird. Im Ganze« wird 1897 die australische Ausbeute 230 Millionen Mark betragen. Südafrika wird 1897 30 Millionen Mark «ehr Gold al» 1896, oder 230 Millionen Mark liefern, la» Alaska kommt die Nachricht, daß dort ein neues Goldfeld entdeckt worden ist, das ebenso reich als daS von Slondyke ist. Damit rücken die Bereinigten Staaten immer entschiedener an die erste Stelle. Ihre Production belief sich 1896 auf 228 Millionen Mark und wird 1897 auf 250 Millionen Mark steigen. Hieran bettägt allein der Äntheil Californierr» 126 Millionen Mark oder gerade daS Doppelte de» Vorjahres mit 63 Millionen Mark. Diese erstaunliche Entwickelung des GoldbergbaueS erinnert daran, wie vor zwei Jahren Dr. Ludwig Bamberger darauf hingewiesen hat, daß die enormen Goldmengen, die Transvaal bereits prodaeirte und noch zu liefern versprach, sowie die außerordentliche» Bermözea, die auS der Exploitation der Bergwerke Einzelnen erwuchsen, befruchtend auf die Entwicklung des Bergbaues in der ganzen Welt und besonders auf denjeoigen für Edelmetalle iinwirken mußten. Diese Hypothese hat inzwischen ihre volle Bestätigung gesunden. Insbesondere machen die neueren chemischen Methoden den Abbau verlaffeuer Vold- gebiete, nicht nur in Laliforuien, sondern auch in Mexico, Mittelamerika und Peru, sogar auch in der Alten Seit, z. B. in Oesterreich-Ungarn, rentabel. Da» Facit ist: keine» der ProductionSgebiete zeigt eine Abnahme- in den letzten Jahren hat fich die Goldausbeute geradezu verdoppelt.
Cftcrotur »rtzd Tfrmfr
— Dor wenigen Tagen ist im Goldenen ' Saale des A»S- stellungSgebüudeS der permanenten Ausstellung für Industrie u»d Handel in Nürnberg eine für Künstler, Kenner und Freunde der Kunst bemerkenswerthe Ausstellung kunstgewerblicher Erzeugnisse eröffnet worden, die dem Streben ihr Dasein dankea, einem auS dem Geist« und den Anschauungen der eigenen Zeit erwachsenen Stil die Wege zu bahnen. Die Ausstellung, die hervorragende Namen aufweist, umfaßt die verschiedensten Zweige des Kunsthandwerks, wie die Keramik, Glasbläserei, Glasmalerei, Goldschmiedckunst, Kupfer- und Gtsenschmied-konst, Zinngietzerei, Gobelinwttkerei, Holzbrandmalerei und verschiedene graphische Künste, wie die Buchverzierungs- und Plakatkunst.
Hniverfitats - Nachrichten.
— München, 22. December. Die „Allgem. Zig." meldet: Eine Deputation der philosophischen Facultät der Unionfität überreichte heute auf Grund eines FacultätSbeschlusses der Prinzessin Therese daS Diplom als Doctor philoeophiae honoris causa.
mm»——
Bekanntmachung.
Die diesjährige Generalversammlung hat uns aus den Ueberfchüffen pro -1896 einen Betrag zur Verfügung gestellt, um auch im nächsten Sommer wieder eine Anzahl armer scrophulöser Kinder iu der Kinderheilaustalt zu Bad-Nauheim unterbringen zu können. Es werden deshalb alle diejenigen Bewohner des Sparkaffenbezirks Gießen, welche solche kranken Kinder haben und nicht selbst in der Lage find, die Kosten bestreiten zu können, aufgefordert, sich bei ihrem Pfarramt oder der Bürgermeisterei baldigst zu melden. Bei der Anmeldung ist ein ärztliches Zeugnitz vorzulegen, in welchem die Rothwendigkeit einer Badekur bescheinigt fein muß. Es ist nicht ausgeschloffen, daß Kindern, welche bereits auf Kosten der Sparkaffe eine Badekur durchgemacht haben, die Kosten für eine weitere Kur bewilligt werden können.
Die Pfarrämter und Bürgermeistereien ersuchen wir, uns die einlaufenden Meldungen mit dem ärztlichen Atteste und einer Bescheinigung über die Bedürftigkeit der betreffenden Eltern bis längstens Ende Januar k. I. zusenden zu wollen.
Gießen, den 7. December 1897.
Direction der Spar- und Leihkaffe Gießen.
I. E.: Wiener.11293
BehördlicheAnzeigen
Verdingung.
Die Lieferung der zur lautenden Sttaßenunterhaltung erforderlichen nachstehend verzeichneten Materialien soll
Dienstag den 4.Ianuar 1898,
Vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden, a.) Lieferung von Lahnkies (Naturktes) Loos I. 400 cbm
,, U. 350 „
, HI. 320 „
„ IV. (Lahnkieroder
guter Grubenkies) 100 „ b.) Pflastersteine aus Basalt 25 „
Arbeitsbeschreibung und Bedin^ flungen liegen während der Dienststunden auf unserem Bureau, Zimmer Nr. 7, zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen.
Zuschlagsfrist 17 Tage.
Gießen, 21. December 1897.
Das Stadtbauamt.
Schmandt. 11532
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