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Deutscher Reich.
Berlin, 22.Juli. Herr v. Boetticher gedenkt Mitte August uach Naumburg überzufiedeln. Anfang nächsten JahreS dürfte er das Oberpräfidium der Provinz Sachsen übernehmen, da, wie verlautet, Herr v. Pommer-Esche sich von diesem Amt inS Privatleben zurückziehen will. Herr v. Köller dagegen wird wahrscheinlich bereits am 1. October das Oberpräfidium von Schleswig-Holstein aotreten.
AurUrud.
Brüssel, 22. Juli. Die congofeindlicheu Blätter be- sprechen die Enthüllung mehrer Congobeamten, daß alle Ofiziere, Soldaten, Misfiouäre, Handelsagenten vor ihrer Abreise nach dem Congo einen Eid leisten müßten, niemals etwas «itzutheilen, was dem Congoftaat zum Schaden gereichen könnte.
Insrttenfliche.
Bon Hermann Greiling.
(Nachdruck verboten.)
Bor Löwen und Tigern brauchen wir in unserem lieben Heimathland keine Furcht zu haben, auch die Kreuzottern genieren un» nicht allzu sehr. Umsomehr haben wir von gewissen kleinen Plagegeistern zu leiden, die sich blutgierig an unsere Fersen heften und uns die Freuden eines Sommer- spaziergangs mit ihren giftigen Bissen und Stichen oft vollkommen verleiden, gleich als wollten sie uns an die Unvollkommenheit irdischen Glücks mahnen. Ich rede nicht von den häßlichen Schmarotzern unserer Häuser und Körper, sondern von den Miniaturpiraten unserer Wälder und Fluren, den Mücken, Schnaken, Fliegen und ähnlichem Geschmeiß, das wir an manchen herrlichen Sommertageo zu allen Teufeln wünschen. Nur den — wenn ich so sagen darf — salonfähigsten unserer Häuserschmarotzer erlaube ich mir kurz zu erwähnen, Pulex irritans, zu deutsch: den Floh, aber natürlich mit gebührender Bor- und Rücksicht und entsprechender Hochachtung vor den Nerven der Damenwelt.
Zu den Thieren, von welchen wir in den Sommermonaten zu leiden haben, gehören vor Allem Schnaken und Mücken, Fliegen, Bienen, Wespen, Hornissen, Bremsen und Ameisen. Die Fliegen- und MUckenplage ist besonders uoleidlich in feuchten, heißen Sommern, und am fühlbarsten an sumpfigen Orten oder in der Nähe von Sümpfen, Wasserläufen und Weihern. Au schwülen Tagen und vor dem Ausbruch von Gewittern scheinen die kleinen Bestien geradezu rasend zu sein. Maa kann sich kaum vor ihnen retten, und vor Allem der Schweiß scheint eine magnetische Wirkung auf sie auSzuüben.
BorbeugungS- und Abschreckungsmittel gibt eS nicht, wenigstens keine unfehlbaren, und es zu wachen wie die Bewohner mancher Tropengegenden, fich den Körper mit Nelkenöl einzureiben, dazu wird wohl Niemand Lust haben. Die Männer zünden in der Regel ihre Cigarren an, ohne aber die blutgierigen Bestien durch den Rauch erheblich zu geniren. Am besten thut man, wenn man eS nicht unbedingt nöthig hat, die Gebüsche nicht auSetnanderzuschlageo, um tiefer in dieselben einzudringen- hat man jedoch diese Abficht, so sollte man fich die Oeffuungen der Beinkleider und Aermel fest zubinden.
Die stechenden Mücken gehören — waS wohl den meisten Lesern unbekannt sein dürfte — dem weiblichen Geschlechte an, die Männchen sind harmlos und erfreuen unser Auge mit ihren lieblichen Tänzen.
Die Wirkungen der Jnsectenstiche und -Bisse werden am wenigsten durch die feine Verletzung hervorgerufen, vielmehr verursacht daS Gift, das in die Wunde dringt, oder der steckenbleibende Stachel den Schmerz, das Jucken und die Anschwellung. Bei den Mücken besteht der Giftstoff in einer scharfen Drüsenabsonderung, bei den Ameisen und Bienen in Ameisensäure. Die Stiche schmerzen heftiger, wenn man die blutsaugenden Bestien schnell hinwegjagt und bei der raschen Flucht die Spitzen der Stechborsten abbrechen und stecken bleiben. Die Wirkung ist je nach der Empfindlichkeit des Betroffenen verschieden, manche Personen find fast immer unempfindlich, während andere unter den Folgen eines Bienen- oder Schnakenstichs tagelang leiden. Eine wirkliche Gefahr
besteht nur dann, wenn der Verletzte eine große Anzahl Stiche auf einmal empfing oder wenn durch den Stich die Übertragung faulender Substanzen und Krankheitskeime erfolgte, waS besonders bei Fltegenfticheu vorkommen kann, oder auch wenn von der Verletzung die inneren Mundtheile betroffen werden. So ist eS z. B. mehrfach vorgekommen, daß Gäste von Biergärten beim Biertrinken eine Wespe oder Biene, die fich im Innern des Glases angesetzt hatte, mit hinunterschluckten. In diesem Falle kann durch starke Schwellung der Zunge und der Schlundgebilde Erstickung eintreten, sofern nicht schnell ärztliche Hilfe zur Hand ist. In den weitaus meisten Fällen genügt es, die verletzte Hautstelle mit einigen Tropfen Salmiakgeist zu betupfen oder mit Collodium zu überziehen, worauf die Schmerzen bald nach- laffeu. Gegen die Entzündung macht man kalte Umschläge oder legt kühle Erde auf, der Stachel muß mit der Hand oder einer feinen Pincette herausgezogen werden. Wer in schnakenreichen Districten lebt oder viel im Freien beschäftigt ist, thut gut, stets ein Fläschchen mit Salmiakgeist bei fich zu führen, man paralysirt damit am besten die Wirkung des JnsectengifteS.
Am empfindlichsten schmerzen die Stiche von Bienen, Wespen und Hornissen. Der Bienenstachel ist mit Widerhaken besetzt und durch einen Canal mit der Giftblase verbunden. Will die Biene stechen, so schnellt fie ihn wie der Ritter sein Schwert kraftvoll au« der Scheide heraus, sie wird aber meist selbst da« Opfer ihrer bösen That, denn der Verlust des Stachels kostet ihr das Leben, und dieses Instrument bleibt in den meisten Fällen in der Wunde stecken. Das Gift besteht aus concentrhter Ameisensäure und wird in besonderen Giftdrüsen erzeugt. An der verletzten Stelle bildet fich eine rothgefärbte Beule, der Schmerz ist ein oft sehr heftiger, ja man spricht sogar von Idiosynkrasie einzelner Personen gegen Bienenstiche und behauptet, daß diesen ein Bienenstich den Tod bringe. Sicher ist, daß der Stich bei empfindlichen »Menschen zu starken, von Fieber begleiteten Entzündungen und selbst unter Erbrechen und Delirien zum Tode führen kann, wenn ein so empfindlicher Mensch viele Stiche auf einmal erhält.
Salmiakgeist bildet auch hier baß vorzüglichste Hilfsmittel, auch Tabakssaft wird vielfach empfohlen. Ferner find kalte Umschläge, kühle Erde und ölige kühlende Einreibungen am Platze. Gegen Stiche im Munde wendet man Eisstückchen an, die man im Munde zerschmelzen läßt, sowie Gurgeln mit starker Salzlösung. In schweren Fällen mutz ärztliche Hilfe gesucht werden.
Häufig werden unsere Jnsecten auch dadurch lästig, daß sie uns in Augen, Mund, Ohr ober Nase gerathen. Wenn auch baburd) nur selten so erhebliche Gefahren hervorgerufen werden dürften, wie in ein paar von Brehm erwähnten Fällen (in einem derselben verlor ein Knabe, der im Freien ein- geschlafen war und den eine Fleischfliegenlarve den inneren Augenwinkel verletzt hatte, die Sehkraft), so ist eß doch nicht zu rathen, sich im Freien niederzulegen und zu schlafen.
In heißen Ländern wird allerdings baß Ungeziefer noch weit lästiger unb gefährlicher als bei un«. In Spanien, Italien unb Südfraukreich werden Mund, Augen, Ohren und Rase voll von Fliegen und der Wanderer ist kaum im Staude, eine Mahlzeit zu halten wegen der schrecklichen Plagegeister. Ja eß kommt vor, daß fie Schlafenden oder Sbranten ihre Eier in Nase und Mund legen und dadurch den Unglücklichen heftige Qualen verursachen. Man kennt sogar Fälle, in welchen die in baß Gehirn eindringenden Maden den Tod des Opserß herbeiführten. Die Stechmücken der Tropen find unter dem Namen Moskitos jedem Leser aus Reisebeschreib- ungen und Abenteuerromanen bekannt. In manchen Gegenden Amerikas fragt man einen Freund nicht: „Wie hast Du diese Nacht geschlafen?" sondern: „Wie haben sich die MoSkitoS diese Nacht aufgeführt?" Große fruchtbare Ländereien der Neuen Welt bleiben der MoSkitoplage wegen unbewohnt.
Unser alter HauSfeind, der Floh, besitzt im tropischen Afrika und Amerika einen Verwandten, den Sandfloh. Die Weibchen dieser Art haben die liebenswürdige Angewohnheit, wenn fie befruchtet find, sich in die Haut von Thieren und Menschen und zwar mit Vorliebe unter die Nägel der Füße eiozubohren, um hier in aller Ruhe die Entwickelung ihrer
Eier abzuwarten. Ein derartige« Freiquartier mag zwar für die besorgte Mutter seine unbestreitbaren Annehmlich- ketten befitzeo, nicht aber für die mit der Ehre der Wohnung»- nähme ausgezeichneten Personen, da der Eindringling bei MiethzinS mit Schmerz unb Entzüubung zahlt. Zuweilen entstehen bösartige Eiterungen und Brand, wodurch Amputationen der betroffeneWGlieder erforderlich werden. Manchmal fällt der Kranke auch ten Folgen zum Opfer.
Noch ungemüthlichere Landsleute find der Skorpion und die Tarantel, beide männiglich bekannt und die Helden einer ganzen Reihe von Sagen- und Schauergeschichten. Danach soll der Biß des Skorpions (eine in warmen Ländern, vor Allem auch in Italien, Frankreich, Spanien usw. lebende Gliederspinnenfamilie) unfehlbar tödtlich sein, und die von der Tarantel gestochenen Unglücklichen sollen wahnfinnige Tänze aufführen. Aber auch hier gilt das Dichterwort: Sie find besser als ihr Ruf. Freilich soviel steht fest, beide Spinnenarten find nicht zu Kosethierchen qualificirt. Doch wird der gekrümmte Giftstachel des Skorpions nur seinesgleichen und Thieren feiner Größe absolut tödtlich. Bei großen Thieren und Menschen gehen die meisten Verwundungen ohne anderen Schaden als Entzündung und Schmerzen vorüber, wenn auch nicht in Abrede gestellt werden kann, daß in einzelnen Fällen schwere Krankheitßerscheinungen, Krämpfe, Delirien unb Ohnmächten eintreten unb auch hin und wieder einzelne Verletzte dem Stiche zum Opfer fallen. DaS ist jedoch, wie wir gesehen Haden, unter besonderen Umständen bei unseren Bienen- und Wespenstichen auch der Fall. Der Tarantelbiß dagegen ist harmloserer Narnr unb mit Entzüubung unb Anschwellung in ber Regel abgethan. Die Tanzepidemien, welche der Biß des JnsecteS ehemals verursacht haben soll, gehörten in die Kategorie der Veitstänze, die auch in anderen Ländern, wo eS keine Taranteln gab, epidemisch auftraten.
• Verein für Handlungs-Commi« von 1858 (Raufmannb scher Verein) in Hamburg. Wie aus dem soeben erschienenen Berichte über daS erste Halbjahr 1897 hervorgeht, hat der Hamburger 1858 er Verein während dieses ZeitraumeS wiederum gute Erfolge feiner Thätigkeit aufzuweisen. Besonders gilt die« hinsichtlich der kostenfreien Stellenvermittelung, durch welche in den verflossenen sechs Monaten 2692 kaufmännische Stellen besetzt wurden, gegen 2346 in der gleichen Zeit beß Vorjahres. Dem Mitgliederstande wurden im abgelaufenen Halbjahre 5107 neue Mitglieder und Lehrlinge zugeführt- die Gesammtzahl der BereinSangehörigen stellt fich daraufhin auf über 54,000. Auch die PenfionS- Kasse (Invaliden-, Wittwen-, Alters- und Waisenversorgung) hat eine erhebliche Zunahme an Kassenmitgliedern aufzuweisen. Die Gesammtzahl derselben, einschließlich der aufgenommenen Ehefrauen belief fich am 30. Juni auf 6799, gegen 6492 am 1. Januar d. I. DaS Vermögen der Kasse ist von Mk. 3,529,628.50 auf über Mk. 3,900,000.— gestiegen. Ende Juni waren an bezugsberechtigten Kaffenangehörigen 73 Personen (52 Wittwen, 20 Invaliden und 1 Waise) vorhanden, mit einer jährlichen Gesammtpenfion von Mk. 44,011.52. Allein schon die hier angeführten Zahlen beweisen die hohe Bedeutung der Penfionskaffe beß 58er.VereinS für ben deutschen Kaufmannsstand. Einen Zugang von 527 neuen Mitgliedern hatte sodann die Kranken- und Begräbniß-Kasse, e. H., zu verzeichnen, die am 30. Juni 6721 Angehörige zählte. Die Lrankevkaffe gewährt völlig freie Arztwahl für Rechnung ber Kasse bei Arbeitsunfähigkeit, unb zahlt für ein volles Jahr Krankengeld. Vermehrt hat sich im verflossenen Halbjahre auch die Zahl der BezirkSgeschäftSftellen, deren der Verein jetzt 274 befitzt. Hiervon befinden fich 214 in Deutschland, 24 im Auslande und 36 über See. Alle übrigen Sdtbeilungen und Einrichtungen des Vereins — namentlich die UnterstützungS-Commisfion, die überall hin in verschwiegenster Weise wirkt und besonders bei Stellenlosigkeit eintritt — haben fich in der ersten Hälfte diese« JahreS ebenfall- wieder bestens bewährt.
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Pub Anteil iq 50000* Hebung ge Pie Schuld „ welchem tnd der noch ni in Giesse bei । in Frankfr und Par eilgelöst.
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mit Zinslauf vor Wir bietei auf den 15. h Jahre 1887 de Anleihe unter!
1) Die E: diese« Jahr
in Giesse in Frankfr oder Pari
2) Die 31/ icheine zur Aus Obligationen der
3) Die geh per 15. Mai 11 15. November 1 iie*e die vol geniessen.
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Mitteldeul bank von So
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