Kitzen ins Feld. Die Führung wird aubem über die modernsten Mitteln zur Befehlsabgabe, zur Uebersicht de- Schlacht feldes verfügen; denn längst schon bedient man sich des optischen Telegraphen, des Telephons, de» Beobachtungsballons.
Aber die Führung wird trotzdem durch die eigene Genialität das Meiste zur Erringung de» Sieges beizutragen haben. Mag der Feldherr technisch auch ausgezeichnet gerüstet sein, er darf sich nicht damit begnügen wollen, die Schlacht nur anzusetzen und dann während derselben soweit seine Maßnahmen zu treffen, al» er diese aus den ihm zugehenden Berichten und Beobachtungen schöpfen kann. Der zukünftige Meister de» Krieges wird es verstehen, allen Gliedern seines Heere» das Fluidum seines eigenen Genius einzuhauchen. Während er selbst die Einheitlichkeit in der Kriegshandlung anstrebt, hat er von den unter ihm stehenden Führern, seien sie Generäle, Stabs-Offiziere, Hauptleute, Lieutenants oder selbst Unteroffiziere, neben dem tactischen Verständniß die höchste Selbstthätigkeit im Denken und Handeln zu fordern. Aber einzig und allein die Friedensschule vermag diese Tugenden groß zu ziehen. Selbst Napoleon I. „fiel als Meister nicht vom Himmel". Als er 1796 den Oberbefehl in Italien übernahm, hatte er sich durch Jahre bereits für diese Aufgabe vorbereitet und seine Unterführer verkörperten in sich den militärischen Glanz der Republik. Und trotzdem ihm ein minderwerthiger Gegner gegenüber stand, hat es wenig gefehlt, daß Arcole zu einer Niederlage wurde, die alle Lorbeeren des jungen Weltenstürmers für immer zerpflückte. Die launische Göttin jedoch, die damals Bonaparte zu Hilfe kam, sie darf auch dem zukünftigen Feldherrn nicht von der Seite weichen, will er das Schicksal der Schlachten zu seinen Gunsten zwingen.
Nicht selten hört man die sonderbare Behauptung auf, stellen, die Schlachten der Zukunft würden durch die Artillerie entschieden werden. Dies ist jedoch nicht richtig; die größten Leistungen muß nach wie vor die Infanterie bewältigen. Ihre Geschoffe tödten, während das Geschütz doch weit mehr moralisch als thatsächlich wirkt und der Anlauf mit dem Bajonnet gibt dem erschütterten Gegner den letzten Anstoß zu der schleunigen Ausführung des längst gefaßten Gedankens, sich zurückzuziehen. Die Infanterie ist und bleibt das Gerippe oder bester gesagt der feste Kern des Heeres und alles Uebrige besitzt in Bezug auf das Fußvolk lediglich den Charakter von Hilfswaffen.
Der moderne Jnfanteriekampf tritt in der Form des großartigen Schützengefechter auf. Das Feuergefecht dauert lange; denn der Gegner muß bereits fast vollständig niedergekämpft sein, ehe an einen erfolgreichen Vorstoß mit der blanken Waffe gedacht werden kann. So lange der Gegner eben noch einigermaßen feine Gewehre zu handhaben vermag, so lange sind alle Bewegungen nur ruckweise und nach langen Zeitabschnitten zu ermöglichen. Die Feuerlinien suchen Deckung vor der gegenwärtigen Wirkung, indem sie das Gelände ausnützen. Kleine Erdwellen, Gräben, — aber nicht die der Straßen, denn harte Chausteen begünstigen die Treffleistungen, da auch zu kurz gehende Geschoffe als Preller mit in Rechnung zu ziehen sind und weil überdies die Helle Weglinie einen vorzüglichen Zielstreifen darstellt — Waldränder, Dörfer, Gehöfte werden zur Vermeidung allzu großer Verluste herangezogen. Das Schanzzeug spielt auf dem Schlachtfelde eine große Rolle - denn nicht nur gilt es die natürlichen Deckungen zu verstärken, sondern auch solche künstlich dort zu schaffen, wo sie mangeln. — Während der Angreifer suchen muß, möglichst nahe an den Gegner heran zu kommen (6—700 Meter), ohne einen Schuß zu thun, da er sonst auf den ihm innewohnenden offensiven Geist von Anfang an verzichtet und weil er feine Munition auf die weiten Entfernungen hin verschwendet, wird der Vertheidiger je nach Umständen das Feuer zwischen 6—1200 Meter beginnen. Aber auch er muß haushalten mit dem Schießbedarf; denn seine sichere und unter allen Umständen erfolgende Ergänzung während des Gefechtes ist eine vorläufig ungelöste Frage. Man hat 1870 und auch später nicht selten über die Franzosen gespottet, daß sie es versuchten, beim Sturmangriff, also in der Bewegung und mit Anschlag von der Hüfte aus den Gegner zu beschießen. Es ist dies jedoch das einzige Mittel, um dem Angreifer, wenn er große Strecken zurückzulegen hat, die er nicht im Laufschritt durcheilen kann, einen gewiffen Schutz gegen das Feuer des Vertheidigers zu gewähren. Die Infanterie, welche in Zukunft automatische Handfeuerwaffen besitzen wird, dürfte das Feuer in der Bewegung bei solchen Ereigniffen sicherlich anwenden.
Die langen Schützenlinien im ersten Treffen dir Schlachtordnung sind sehr schwer einheitlich zu leiten. Unter der Wirkung de» gegnerischen Feuers tritt eine rasche Zersetzung ein; die Compagnien schmelzen zusammen, in die Lücken werden frische Kräfte geworfen und schnell mischen sich die einzelnen Verbände. Die Führer fallen oder sind den nun plötzlich (In Folge der Vermischung) unter ihre Befehle tretenden Truppen nicht bekannt. — ein Factor, der trotz aller Mannszucht ott als ein schwerwiegender erscheint — der Gesecht»lärm erstickt die langst heiser geschrieenen Stimmen und selbst die schrillen Pfeifen. Unablässig rollt da» Feuer, setzt es auch an einzelnen Stellen für kurze Zeit aus, so schwillt e» dagegen an einer anderen heftig an. Das Sausen der Shrapnel» und der ununterbrochene Donner der Schnellfeuergeschütze bilden ein nicht minder die Nerven erschüttern- de» Concert. Dort fluthet ein Theil der Linie nach vorwärts, hier geht sie zurück. Man hört das Hurrah der Vorgehenden, dazu der harte, praffelnde Trommelschlag. Endlich kommt der entscheidende Augenblick. Die großen Maffen de» dritten Treffens kommen heran, die Fahne weht, es blitzen durch den Staub die blanken Waffen, gleich Vulkanen donnern die Batterien de» Angreifer», durch den Schlachtenlärm vernimmt da» Ohr einzelne Noten de» un- abläfsig geblasemn und geschlagenen Sturmmarsches. Drüben aber weicht der Gegner, des Sieges Lorbeer ist errungen ..
Die Artillerie wird vornehmlich ihre Aufgabe darin
• sehen, die Gefechtsacte der angreifenden Infanterie nach ' Möglichkeit abzukürzen. Sie hat die gegnerischen Geschütze
niederzukämpfen und die feindliche Infanterie zu erschüttern j — dies mag ihr freilich nur unter besonders günstigen Um» | ständen gelingen. Und kommt e» zu Mckschlägen, so muß die Infanterie an den Batterien einen Stützpunkt finden, i das rasche Feuern der Schnellladekanonen soll weitere Fort- ’ schritte des andringenden Gegners hindern. Die einheitliche Gefechtsleilung der großen Artilleiiemaffen, von denen jede» einzelne Geschütz sorgfältig die Deckung im Gelände sucht, wird ebenfalls schwer g<nug durchzuführen sein. Dabei dürfte es eine Hauptsorge des Feldherrn sein, sich von Anfang an
' die augenfällige artilleristische Ueberlegenheit zu sichern; denn diese allein gewährt die Möglichkeit, die fremden Geschütze rasch und rechtzeitig niederzukämp'en.
Die Reiterei wird in Zukunft nur in außerordentlichen Fällen Gelegenheit finden, große Erfolge auf den Schlachtfeldern zu erringen. Der große Cavallerieangriff ist nur noch möglich gegen völlig erschütterte und dementsprechend ungeordnet zurückgehende Infanterie. Aber auch dann ist der Sieg nur zu erringen, wenn es die Reiterei versteht, plötz- lich und unbeobachtet, also Überraschend aufzutreten. Sonst gilt es die gegnerischen Cavalleriedioisionen im Schach zu halten, den geschlagenen Gegner zu verfolgen, den Rückzug der eigenen Armee vor der nachdringenden zu decken.
Die Zukunftsschlachten werden Tage lang dauern und die zwischen diesen liegenden Nächte benutzen beide Theile vielleicht, um Punkte des Schlachtfeldes zu besetzen oder zu befestigen. Größere Kämpfe in der Dunkelheit sind dagegen ebenso unmöglich, wie das früher der Fall war. Nächtliche Rückzüge aber werden sich gewiß häufig ereignen. Es bleibt noch die Frage zu entscheiden, ob die Zukunftsschlachten sehr verlustreich sein werden. — Gewiß zeitigen sie eine blutige Ernte für den Tod, aber die Verluste werden sich gleichmäßiger vertheilen und im Ganzen auch nicht zu jener Höhe der Verhältnißziffern anschwellen, die uns die mit glatten Vorderladern ausgefochtenen Schlachten zeigen. Im Gegentheil, die bezügliche Statistik zeigt, daß je besser die Waffen geworden sind, desto geringere Verluste vorkamen. Man kam sich eben nicht so nahe und suchte auch mehr sich zu decken.
Ueberhaupt, je vollkommener die Kriegsmittel sind, desto seltener wird man sie brauchen, desto weniger an die blutige Entscheidung appelliren. Dies zeigt, daß die größte Friedensgarantie in der besten Vorbereitung zum Kriege verborgen liegt.
* Die Leidensgeschichte vier verwahrloster Kinder. Bier Kinder in furchtbar verwahrlostem Zustande find am Samslag in Berlin aufgefuuden worden. Da» in der Auklamer- straße 6 wohnhafte Behrendt'iche Ehepaar hat seine vier Kinder im Alter von 8, 7, 21/, und l1/, Jahren in einem Raum eingepfercht gehalten und in Unrath geradezu verko'mmen lassen. Dem Watsenrath Richter war re ausgefallen, daß nacheinander die schulpflichtig gewordenen Kinder durch ärztliche Zeugniffe al» für den Schulbesuch>icht genügend auSgereift bezeichnet wurden. Er beschloß, der Sache auf den Grund zu gehen und fetzte fich mit der Polizei in Verbindung, mit der er fich am SamStag nach der Wohnung der Behrendt'ichen Eheleute begab. Den etntretenden Beamten, denen fich eine Pflegerin angefchlossen hatte, bot sich ein grauenerregender Anblick dar. In dem von pesttlenzialtscher Luft erfüllten Z'mmer hockten auf den Dielen vier kleine Geschöpfe. Die Lumpen, die ihre abgezebrten Glieder um- hüllien, starrten wie der Körper selbst von Schmutz und Koth, Ungeziefer bedeckte die Leider und e» gab kaum eine Stelle, die n chr eiternde Wunden, Schwielen und Beulen zeigte. Keine» der Kleinen, zwei Knaben und zwei Mädchen, konnten gehen, die Beine hatten noch dieselbe ganz nach innen gekehrte Haltung, die ganz junge Babte» zu haben pflegen. Die unglücklichen Geschöpfe hockten den ganzen Tag über, sich selbst überlaffen, in der niemals gelüfteten Stube, deren Atmosphäre der von etwa fünfzig zahlreich bevölkerten und niemal» gereinigten Vogelbauern entströmende Geruch noch mehr verpestete. Niemals auch haben die Kinder die Straße gesehen. Sie waren lebendig begraben in dieser „Wohnung" geheißenen Höhle und Hölle I Die Kleinen mußten von den Schutzleuten auf den Armen hinabgetragen und dorr mittelst Wagen nach dem Krankenhause verbracht werden. Die Eltern wurden verhaftet.
* Beabsichtigte» Beschenk eine» Irrsinnigen für den Kaiser. Der bei der Provinzialsteuerdirection in Königsberg i. Pr. angestellte Srcretär Riemann war seit einigen Tagen von der fixen Idee befangen, daß er als tüchtiger Soldat vom Kaiser bei deffen letzter Auwesenhett tu Danzig zum Offizier de» dort garnisontrenden 1. LeibhusarenregimentS befördert werden würde. Um fich nun dem obersten Kriegsherrn für diese ihm in Aussicht stehende Auszeichnung dankbar zu erweisen, beschloß R., demselben ein größeres Geschenk zu machen. Zu diesem Behuse begab ec fich nach einem renowmirten Geschäfte in Königsberg, in welchem er mehrere kostbare Tafelaufsätze, Basen und dergleichen zum Preise von 1600 Mk. kaufte und auch sofort baar bezahlte. AlS die vielen Präsente in der Wohnung deS R. zur Ablieferung kamen, wurden die Angehörigen desselben erst gewahr, daß er plötzlich irrsinnig geworden war. Der BedauernSwerthe wurde daher sofort einer Heilanstalt zugesühn. Der betreffende Geschäftsmann dagegen, bei dem die Maaren gekauft worden waren, weigerte fich zwar Anfangs, dieselben wieder zurück zu nehmen, doch kam schließlich zwischen ihm und den Angehörigen bei Irrsinnigen dieserhalb ein Vergleich zu Stande.
* Mnnjaucttou ja München. Am 8. November und folgende Tage kommen unter Leitung deS Experten Otto Helbing in München verschiedene Münzsammlungen zur Versteigerung und zwar: die nachgelaffene Sammlung de» sei. Herrn Friedrich Freiherrn von Falkenhansen in Wallilfurth, ferner die Sammlung eine! englischen Münz-
freunde» rc. rc. Münzen und Medaillen verschiedener Länder de» Mittelalter» und der Neuzeit, darunter eine große Anzahl höchst seltener Siücke, ferner hervorragende Sutten von Brandenburg, BiSthum Hildesheim, Mansfeld und Medaillen Napoleon» I. Der Catalog ist grati» zu beziehen durch den Experten Otto Helbing, München, Maximtlianstrahe 32/1.
• Som ersten deutschen MädchengHrnnasium. Da» erste deutsche Mädchengymnafium verbleibt in Karlsruhe. Da» Wintersemester hat begonnen und der Unterricht nimmt den gewohnten Fortgang. ES liegt nicht der mindeste Grund vor, die Schülerinnen, welche noch zwei Jahre bi- zur Ablegung der Reisepiüsung haben, plötzlich nach Hannover zu trau»- portiren, nur weil ein Wechsel im Präsidium de» Verein» erfolgt ist. Die Uebernahme der UnterrichtSanstalt durch die Stadt Karlsruhe war ein heiß erstrebte» Ziel aller der Mitglieder, die fich unter der neuen Flagge „Frauenbildung" zusawmengethan. In diesem Verein sitzen die meisten Mitglieder de» früheren Vereins „FrauenbildungS-Rcforrn", Berlin und alle süddeutschen Gruppen gehören zu ihm. Al- Ort der nächsten Generalversammlung dieses Mädchengym- nasiam-verein» ist Frankfurt a. M. bestimmt. Hauptsitz des Verein» ist Wiesbaden.
* Billiger Champagner. AuS Wien wird vom 19. d». berichtet: DeS Diebstahl» angeklagt stand gestern der gewesene Kellermeister Rainer Tellosen vor dem Bezirksgerichte Maria- h'lf, weil er seinem Chef Ludwig Ferenczh 25 Flaschen Champagner im angeblichen Werthe von 30 fl. entwendet hatte. Tellosen war deS Thatsächlichen geständig und verantwortete fich damit, daß er an Ferenczy eine Gegenforderung in gleicher Hö;e gehabt und mit der Beiseiteschaffung de» Champagners nur gewissermaßen eine Pfändung an seinem früheren Ches vorgenommen habe. DaS rettete wohl den Kellermeister nicht vor der Berurtheilung, aber bezüglich der Schadensziffer erbrachte die Verhandlung ganz eigentümliche Resultate, die Herrn Tellosen sehr zu Statten tarnen. ES wurde nämlich couftatirt, daß der fragliche Champagner im Keller de» Ferenczh von Tellosen selber fabricirt wurde und zwar au» Weinsteinsäure, Sodawaffer und Zucker, sodaß fich der Selbstkostenpreis einer Flasche dieses trefflichen Gebräus auf baare acht Kreuzer stellte. Mit Rückficht darauf kam Tellosen mit einer vierundzwanzigstündigen Arreststrafe davon. Zu bemerken wäre nur noch, daß der „Champagnersabrikant" sein Geschäft inzwischen aufgegeben hat. Man hätte eS sonst besonders empfehlen können.
* Heitere Spionage Geschichten. Man berichtet der „Fr kl. Ztg." aufl Pari S: Robert Mitchell erzählt im „Matin" in einem Artikel, in dem er scharf gegen die Spionenriecherei vorgeht, einige amüsante Spionage-Geschichten, „vor einigen Jahren," schreibt er, „fand ich in den Auslagen der fliegen den Buchhändler an den Seinequai» ein „Aide-mämoa* * d’artillerie“, das ich kaufte, ohne mir wa» dabei zu denken Als ich, nach Haufe gekommen, da» Buch näher anfah, bemerkte il zu meinem Schrecken folgende drohende Aufschrift auf dem Deckel des BändchenS: „Jedermann, in deffen Besitz man dieses Werk finden sollte, hat die aus Spionage gesetzten Strafen zu erwarten." Ich eilte sofort aus das Rrtcgl- Ministerium und wurde auf mein Drängen vorn Minister empfangen. In größter Aufregung hielt ich ihm den Baud entgegen; er nahm ihn, sah ihn an, runzelte die Brauen und schellte. Ein Adjutant trat ein. „Hier ist ein ,Aide- memoire*, den der Herr hier bei einem fliegenden Buchhändler an den Quai» gefunden hat," herrschte der General denselben an. — „Herr General," erwiderte der Adjutant, „Sie sehen mich sehr erstaunt darüber. Dieses Buch ist nur für eine geringe Zahl von höheren Offizieren bestimmt, die e» Niemandem mittheilen dürfen, und ich bin überzeugt, daß keine JndiScretion ..." — „Indessen ist mir der Band hier, wie Sie sehen, nicht von einem höheren Osfizier übergeben worden." — „Ich wiederhole Ihnen, Herr General, daß wir mit peinlichster Strenge darüber wachen, daß kein Exemplar de» Buches in Hände gelangen kann, für die e» nicht bestimmt ist." — „Sind Sie ficher, daß e» Niemand außer den Offizieren des Generalstabes erhält?" — „Rur zwei Personen: Se. Maj. der König Oscar von Schweden und der italienische Militärattache!" Tableau. — — „Ich habe in der Gironde zwei Familien gekannt," erzählt Mitchell in scherzhaftem Tone weiter, „die sich rühmten, da» einzige authentische Recept für eine gute Hasenbratensauce zu besitzen. Ich brauche wohl kaum hinzuzufügen, daß fie fich tödtlich haßten. Jede bemühte fich, daS Geheimnih der Concurrevten- tunke zu entdecken und keine schreckte vor der Spionage zurück. Der Pfarrer deS Ortes, rin findiger, zum FriedenSstifte» geneigter Mann, wollte fie miteinander anSsöhnen, wa» aus keine allzugroßen Schwierigkeiten stieß, denn In der eine» Familie gab eS eine Julie und in der anderen einen Romeo. Man verheirathete diese miteinander und am Hochzeitstage tauschten die jungen Gatten, als sie fich zurückgezogen hatten, ihre Geheimnisse, fo auch die der Familienrtcrpte der Hasen- bratcnfauce, miteinander au«. Und fie erfuhren da, daß die beiden Recepte genau die gleichen waren. Ich bin der An- ficht, daß mit den Kriegsschiffen, den Befestigungen und den Rüstungen aller Nationen Europas die Sache genau ebenso liegt wie mit der Hasenbratensauce. Einzelheiten mögen verschieden sein, aber die Formel ist überall dieselbe. Thatsache ist jedenfalls, daß man unS schon viele Lebelgewebre entwendet, daß man aber noch nirgend» daran gedacht hat, fie einzuführen . . ."
* Zu dem betaste» 6tubeetenliebe „Sind wir nicht zur Herrlichkeit geboren" kommen bekanntlich die folgenden Worte vor:
Ganz Europa wundert fich nicht wenig, Welch ein neue» Reich entstanden ist: Wer am meisten trinken kann, ist König, Bischof, wer die meisten Mädchen küßt-.
Einem JüngliogSverein in B. schien die letzte Reihe bt« deutlich und er setzte statt dessen die Worte:
Herzog, wer den meisten Käse ißt.


