schicht aus Stamm ober AK der BlÜtheobilduug nur hinderlich sein kann. Mit größter Sorgsalt müssen daher die Stämme von Zeit zu Zeit gereinigt werden. Schädlich find ferner dem Baume die Schmarotzerpflanzen, besonder« die Mistel- und Riewenblumengewächse. ES giett deren in den Tropen etwa 600 Arten, die saft alle prachtvoll gefärbte Blüthen haben und so häufig ein imponirender Schmuck der von ihnen bewohnten Bäume find.
Schlimme Feinde find ferner die Baumwürger oder Baummörder- Pflanzen, die mit ihren langen, dünnen Aesten an den Bäumen emporklettern und dieselben so fest und dicht umwinden, daß fie erst cken und absterben.
Der letzte Hauptfeind der Cacaofrucht ist die Thierwelt. Papageien, Affen, Beutelratten und Eichhörnchen find große Liebhaber der Frucht und vertilgen manchmal eine ungeheure Menge derselben.
Die Haupterntezeit fällt in die Monate Juli, August und September- doch erntet man auch zu anderen Zetten, fast das ganze Jahr hindurch. Aus dem bisher Geschilderten erhellt deutlich, daß eine große Pflanzung vor allen Dingen einer großen Anzahl von Arbeitern bedarf, welche alle ihre
Pflicht streng erfüllen «üffen. Ans den bedeutenden Pflan« jungen sind die Arbeiter in drei Klaffen gethetlt: in die Fäller (tumbadores), die Sammler (recogedoree) und die Auftrenner (sacadores).
Die Füller schneiden mit einem an einer langen Stange befindlichen Meffer die Flüchte von den Bäumen, welche dann von den Sammlern aufgelesen und verladen werden. Die Anftrenner scheiden die Cacaobohnen von den Hülsen und sorgen dann für deren wettere Behandlung.
Die Besammtproduction der Welt an Cacaobohnen beträgt jährlich etwa 60 Millionen Kilo, von denen Ecuador allein ein Drittel liefert. Die Bohnen find bekannt unter de« Namen Gayaqutl Cacao, so benannt nach der Hafenstadt EcaadorS.
An Güte über diesen stehen nur die Caracas Bohnen, d e weniger dunkel von Farbe und von feinerem Aroma find. Der Name rührt her von der Hauptstadt der Republik Venezuela In Südamerika.
Die schlechteste Sorte kommt von der westlichen Insel Trinidad.
In Europa werden die Bohnen geröstet, dann durch
eine Walze zerkleinert, wobei zu gleicher Zeit durch eine Einrichtung die leichten Schalen fortgeblasen werden.
Hierauf werden die zerkleinerten und gereinigten Bohnen unter erhitzten Steine« ein- oder zweimal gemahlen, und die Cacaomaffe ist fertig.
Beim AuSgießen der Cacaomaffe ist darauf zu achten, daß die Moffe nicht zu heiß ist, da fich fonft ein Theil des ©eit« ausscheidet, wodurch die Tafeln ein fleckiges und graues Aussehen erhalten, was den Kenner zwar nicht abschreckt, Käufer aber meistens mißtrauisch macht.
Je fettreicher eine Cacaomaffe ist, destomehr Zucker kann fie aufnehmen. Leider wird auf diesem Gebiete sehr viel gesündigt, indem man der Maffe noch besonders Cacaoöl um recht viel Zucker oder gar — Kartoffelmehl zusetzen zu können. Eine Vorschrift zu einer feinen süßen Chocolade ist folgende: 1 Kilo Cacaomaffe, 1 Kilo Zuckerpulver, 1 Gramm Vanille. Diese vier Pfund Chocolade dürften heute bei Selbstbereitung höchstens 5 Mk. kosten. Daß man manchmal für 1 Pfund denselben Preis verlangt, ist nicht recht verständlich.
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