Ausgabe 
24.10.1897 Viertes Blatt
 
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Sonntag den 24 October

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das Tiefland Ecua- in einer Breite von 250 Kilometer von

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr.

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Ernteertrag in 100 Kilo per Hectar

Saatenstand.

Note 1 ---- sehr guter, 2 guter, 3mittlerer, 4geringer, 5sehr geringer Stand

Alle Annoncen.Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgeh

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Darmstadt . .

Dieburg . . . Erbach. . . . Groß-Gerau. . Heppenheim . . Offenbach. . j_

Durchfchn. f. Rheinhessen Durchschnitt f. d. Grogh.

Die Gießener Aamtkienolätter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.

Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme drS MontagS.

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Durchfchn. f. Oberhessen

Prov. Rheinhessen.

6andw.Ver.-Bez. Alzey

Provinzen und Er he bungSbezirke

Bingen . . Flonheim . Ingelheim . Mainz . . Rieder-Olm. Oppenheim . Ostbosen. . Pfeddersheim Wöllstein .

, Wörrstadt . , WormS . .

Masse.

Die spccielle Helmath des Cacao ist dor in Südamerika, eine Ebene, die sich 2530 Kilometer und einer Länge von

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Bierttlfährigx Avonncmcntsprei», 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

Kchutstraße Zlr.1.

Fernsprecher 51c

Nvrden nach Süden erstreckt. Die Cacaomasse wird gewon­nen aus den Cacaobohnen, welche in einer gurken- oder melonenartigen, gelbrothen Frucht lagern, und zwar reihen­weise in einer weichen, weißlichen Masse.

Man unterscheidet in Amerika zweierlei Arten von Cacao- gärten, nämlich die von selbst, also wild entstandenen, und die von Menschenhand gepflanzten. Die wilden Anlagen haben den großen Nachthetl, daß die Bäume viel zu nahe aneinander stehen, wodurch nicht nur die Entwicklung de» Baume», sondern auch deren Ertragsähtgkett mehr als ver- hältnißmäßig gehindert wird. Die lohnendste Entfernung ist die von 56 Meter von einem Stamm zum andern. Bei dieser Entfernung werden Bäume erzielt, welche 300 bis 400 Früchte tragen, während bei wilden Anlagen manche Bäume gar keine, die meisten nur 1020 Früchte bringen. Bom fünften Jahre an ist der Cacaobaum fruchtbringend und kann länger als hundert Jahre ertrag-fähig bleiben- natürlich die nöthige Pflege vorausgesetzt, die nicht immer leicht ist.

ES giebt Cacaoanlagen, Gärten oder Haciendas genannt, welche 100500000 Bäume enthalten.

Tausend Bäume liefern ungefähr durchschnittlich 500 Kilo Cacaobohnen jährlich, welche drüben einen Werth von 5600 Mark, hüben einen doppelten repräsenttren. Lohnend ist also der Bau deS CacaobaumeS, aber auch sehr mühselig, denn er hat eine Unmenge Feinde. Zuerst ist die heiße Sonne seiner Heimath ein schlimmer Feind. Ohne Schatten kann ein Cacaobaum nicht gedeihen. Daher ist e- die erste Sorge deS Pflanzers, zugleich mit dem Cacaobaum auch Schattenbäume zu ziehen, entweder permanente, wie ver­schiedene Leguminosen, oder solche, die nur drei bis vier Jahre lang Schatten spenden, wie die Bananen. Gut ge­schützt und gepflegt, erreicht der Cacaobaum eine Höhe von 812 Metern. Sein zweiter Feind ist die Fruchtbarkeit -es Lande», welche Uakraut und Schlingpflanzen von einer I Größe und in einer Menge hervorbringt, von denen ein Fremder sich kein Bild machen kann.

Am gefährlichsten find die Schlingpflanzen, die mit mächtigen, säbelarttgen Messern abgemäht und dann noch­mal» besooden» vernichtet werden müssen, sonst erzeugen die abgeschnittenen Thetle Luftwurzeln, und so würde da» Nebel noch schlimmer werden.

Auch die Moose, welche sonst in der Natur so marcher Pflanze Schutz verleihen, find dem Cacaobaum gefährlich. Dieser Baum hat nämlich die merkwürdige Eigenschaft, daß seine Blütheu nicht bloß an den jungen Sprossen erscheinen, I sondern auch unmittelbar au» der Rinde de- Stamme- her- I vorwachsen. E» liegt daher auf der Hand, daß eine Moo»-

Durchschn. f. Starkenburg

Prov. Oberhessen. Kreis Alsfeld....

Der Cacao in seiner Heimath.

Skizze von Dr. W. Ebing.

(Nachdruck verboten.)

KO. Trinkt man in der Familie Chocolade, so nimmt man in den meisten Fällen zur Bereitung derselben Cacao- mässe und nicht den entölten Cacao, da» bekannte Pulver, welche» eine Reihe von großen Firmen täglich so angelegent­lich empfehlen. Verlangt man in den Cafö'S oder Condtto- r.ten eine Tasse Chocolade, so erhält man ein Getränk, wel­che» au» dem Cacaopulver zubereitet ist. Darüber haben fich schon Consumenten beklagt, weil sie gewohnt find, zu Hause Chocolade au» Cacaomasse zu trinken. Der Unter­schied zwischen diesen beiden Cacao-Sorten ist ein sehr großer- die Cacaomasse enthält 4550% Cacaoöl, da» Pulver

Nr. 250 Viertes Blatt

Büdingen. Friedberg. Gießen. . Lauterbach Schotten .

A. Zu Gießen

in Oswalds Garten für die Bewohner von Annerod, Burk- I hardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchel- I heim, Klein-Linden, Oppenrod und zwar:

am 4. November 1897.

1. Appell Vormittags 8 Uhr:

Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve sowie sämmtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1890, 1891 und 1892 eingetreten find.

2. Appell Nachmittags 2 Uhr:

Sämmtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1893, 1894, 1895 1896 und 1897 eingetreten sind. I

Am 5. November 1897.

1. Appell Vormittags 8 Uhr:

Sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, sowie I sämmtliche Reservisten der Garde, Jäger, Cavallerie, Feld- I und Fuß-Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Veterinär | personal», Büchsenmacher-Gehilfen, Oeconomie-Handwerker, I Marine-Mannschaften und alle übrigen im Reserve-Verhältniß | stehenden Mannschaften.

2. Appell Nachmittags 2 Uhr:

I für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, I Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen. I

B. Zu Lollar

am 6. November 1897, Vormittags 8 Uhr 45 Minuten, I neben dem neuen Bahnhossgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Clim­bach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck.

C. Zu Grünberg

am 8. November 1897, Vormittags 9 Uhr 15 Minuten, am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen

I für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geils- I Hausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neu- I mühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegel- I Hütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle I und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenau'schen I Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, I Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, I Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, I Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), I Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhards- I Hain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, I Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickarts- I Hain, Weitershain mit Hainerhof, Winnerod.

D. Zu Hungen

I am 9. November 1897, Vormittags 9 Uhr 30 Minuten I am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Betten­hausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit

I Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, I Trais-Horloff, Utphe, Villingen.

E. Zu Sich

am 10. November 1897, Vormittags 9 Uhr 30 Minuten in I der Amtsgerichtsstraße für die Bewohner von: Albach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich,

I Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher-Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder. Bessingen, Ober - Bessingen,

I Ober-Hörgern, Steinbach.

Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem I Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzu- I reichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei I Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Rothsalle genehmigt.

Diejenigen Mannschaften, bei denen Fußmesftmgcn noch I nicht vorgenommen wurden, haben überhaupt keine Aussicht auf Befreiung.

Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an. Stöcke, I Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen.

Die Militärpapiere (Paß und Führungszeugniß) müssen I zur Stelle sein.

Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Controltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz.

Gießen, den 20. October 1897.

Großherzogliches Bezirks-Commando.

Detring, Oberstlieutenant und Commandeur des Landwehrbezirks Gießen.

kaum den zehnten Thetl.

Gewiß ist der entölte Cacao leichter zu verdauen, aber er besitzt dafür auch eine weit geringere Nährkraft und einen weniger guten, aromatischen Geschmack.

Die Bereitung einer Chocolade au» Pulver ist wett bequemer, al» die au» der Masse. Da» Pulver wird mit der gleichen Menge Zucker gemischt, kochende» Wasser oder kochende Milch darauf gegossen und fertig ist der Trank. Bet der Cacaomasse ist die Sache nicht so einfach- da muß die Masse erst vorsichtig über Feuer geschmolzen, angerührt und ausgekocht werden. Die Chocolade au» Pulver ist ein Product der schnelllebigen, bequemen Neuzeit. Al» im sechs­zehnten und siebzehnten Jahrhundert der Cacao langsam seinen Einzug in Europa hielt, da dachte kein Mensch daran, fich seine Chocolade au- entöltem Cacao zu machen. Auch in der Heimath de» Cacao, tn Amerika, bereitete man sich bis tn die Neuzeit hinein da» Getränk (

Nachrichten über den Saatenstand im Großherzogthum Hesse»

UM die Mitte de» Monats October 1897.

Zusammengestellt bei der Großherzogltchen Oberen landwtrthschast- ltchen Behörde.

Bekanntmachung.

Bei den diesjährigen Herbst-Controlversammlungen tm Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmelde­amt Gießen gehörigen:

1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve (Anzug: Helm, Waffenrock, Achselstücke, Feldbinde, lange Hosen oder hohe Stiefel beliebig).

2) Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden Entlassenen aller Waffen.

3) Diejenigen, der Landwehr I. Aufgebots angehörige Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbstcontrolversammlung zu­gegangen ist.

Die Ersatz-Reservisten haben bei der Herbstcontrol­versammlung nicht zu erscheinen.

Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Controlpflichtigen anzutreten haben:

Prov. Starkenburg Bensheim. . .

Meßmer Anzeiger

Kenerat-Wnzeiger.

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2.7 I

Bemerkungen. Die Kartoffel- und Wurzelfruchternte ist noch im Gange. Di« Kartoffel leidet vielfach an Fäule. Der Ertrag des Wtnterweizens ist bezüglich der Körner nur mittelmäßig. Gerste d-gegm hat einen besrtedtgenden Ertrag geliefert. Sommerroggen, welcher nur vereinzelt angebaut wird, blieb hiergegen beträchtlich zurück. Die Wintersaaten sind zum Thetl noch wett zurück; in einigen oberhessischen Erhebungsbezirken wird über Schneckenfraß geklagt.

Gießen, am 22. October 1897.

Betr.: Herbst-Controlversammlungen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gieße«

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Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen lassen.

v. Gagern.

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