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23.9.1897 Zweites Blatt
 
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»teßener Anzeiger rrschemt täglich, gilt Ausnahme des

MontagS.

Die Gießener

Aemikienvtätter Wnben dem Anzeiger »ichenklich dreimal beigelegt.

1S97

Zweites Blatt. Donnerstag de» 23. September

Kießmer Anzeiger

Kmerat-Mnzeiger.

Vierteljähriger Aöounemeutspreior 2 Mark 20 Pfg. «tt Lringerlohn.

Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

-chuküratzeAr.7.

Fernsprecher 51c

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieszen

Hratisöeitage: Gießener Aamitienötätter

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Ulle Anaonceu-Bureaux de» In- und Auslandes nehio« Anzeigen für de«Gießener Anzeiger- en»-«,««.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr.

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Gemeinde LangSdorf v. Oven von Hungen

eine Kuh dto. dto. dto.

ein Rind dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto.

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45. Karl Stein von Hungen

46. Phil. Koch von Inheiden

einen Bullen dto. dto. dto. dto. dto. dto.

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19. Peter Zeiß X. von Holzheim

20. Joh. Gorr n. von Oberhörgeru

21. Weil von Salzhausen

22. Wilh. Reitz von Echzell

groß, ton einer .fast" preutzifchen Steifheit, die Pt-elhaube auf dem Kopfe, einen eifengraueu Mantel mit rothem Kragen auf den Schultern, blaue Augen, ein rother Schnurrbart, schöne militärische Haltung weshalb sollten wir daS nicht anerkennen, so durchschreitet der OberstSchwarz-Koppen die Menge, schaut, den Kopf in der Höhe, mit einer gewissen Geziertheit gerade vor fich. Jedes Antlitz, wie von einem Magneten angezogen, wendet sich zu ihm. Kein Laut, keine Geberde, aber die Gesichter, wie ich sie prüfe, find bleich geworden und laffen die Zähne aufeinandergebiffeo, die Kinn­backen hervortreten- die Augen blitzen in einem feltfawen Feuer. Das ist derPreuße", der da vorbetgeht- man ühlt an der Haltung Aller, die das TchreckenSjahr mit« gemacht, oder Abends besten Erzählung mitangehört, daß fie den Haß gegen den Erbfeind glühend, tief ungelöscht bewahrt haben." Selbstverständlich ist die letztere Betrachtung nur die chauvinistische Sauce, mit derPatrie" Alle» aurührt- al» Kernpunkt bleibt jedensall» die Thatsache, daß der Oberst v. Schwartzkoppen bei seinem Erscheinen den Franzosen ge­hörigimpoutrt" hat.

Heinrich Seibert von Hungen Rudolf Uh! von BorSdorf Joh. Düll VIII. von BorSdorf Hetvr. Spanier von Ruppertsburg Wtlh. Koch von Kohden Phil. Hofmann von TratS-Horloff Wilh. Kohlheher von Hungen Wtlh. Bender II. von Hungen Heinr. Weller II. von LangSdorf

Deutsches Reich.

Unser Militär-Attachs in Pari», Oberst v. Schwartzkoppen, hat wahrscheinlich keine Ahnung von dem martialischen Eindrücke, den er durch seine persönliche Erscheinung bet den franzöfischen Manöver» hervorgerufen. Die chauvinistische »Patrie" hat ihn durch einen ihrer Der- tretet beobachten lasten, als er mit den übrigen Militär­attaches tu Frömicourt bei Bapaume anlangte- dieser schreibt daher unter dem TitelLe Prußaien" wie folgt:Sehr

ein verkommener Schullehrer Cowderh hals, in Palmyra drucken, ein Unternehmen, zu dem ein gewtffer Harri», der fest au Smith glaubte, da» Geld vorgeschoffen hatte.

Die Uebersetzung erfchiev unter dem Titel:The Book of Mormon und erzählte eine wunderbare Geschichte von den durch Gotte» Willen nach Amerika verschlagenen Israeliten, welche dort zu mächtigen Völker« fich entwickelten, bis der Zorn des Herrn fie alle vertilgte. Ein Theil von ihnen, die Lamantten, wurden zur Strafe in ein kupfer- rothe», häßliches Geschlecht verwandelt. Da» Buch ahmte die Sprache der Bibel nach, aber in plumper, dem geringen Bildungsgrade Smith» entsprechender Weise- in 15 Büchern berichtet e» auf 634 Setten die wechselnden Schicksale de» Nephtteu und Lamantten, selbst Ehrtstu» erscheint persönlich tu der neuen Welt, und das Auftreten de» großen Pro- pheren Joseph Smith wird bereit» augrküudtgt. Da» mv finnige Machwerk war dabei nicht einmal dos eigene Geiste»« ktod des Propheten, sondern die Umarbeitung eine» historischen Roman-, den der Apothrker Salomon Spauldtng in New- Salem unter dem Titel:The Manuscript found* (Die entdeckte Handschrift") zu seinem Vergnügen versaßt und für den er der Unwahrscheinlichkeit der Fabel halber keinen Ver­leger gefunden hatte.

Trotz der Absurdität de» Inhalt» der Mormooevbtbel und der Handgreiflichkeit de» verübten Betrüge» fand die neue Lehre bald Anhänger genug, dir mit dem Gründer gemeinsame Sache zu machen trachteten. Allerdings überwog bet Weite« die Zahl der Widersacher, man lachte und schimpfte über den Blödfivv, ja, der Prophet mußte end« lich feine Heimath verlaffen und den Schauplatz feiner Thättg- keit nach Ohio verlegen.

(Fortsetzung folgt.)

83. Phil. Jockel I. von Hungen

84. Phil. Seibert II. von Hungen Phil. Roth VII. von LangSdorf

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Bekanntmachung.

E» wird hierdurch zur öffentlichen ttenntuiß gebracht, - bei der am 20. September 1897 zu Hungen ver« austalteten Vtehpreisverthetlung die nachverzeichneten Vieh- zücht er für Vorführung pretSwürdiger Thiere die nachstehend angegebenen Preife erhalten haben.

Gießen, den 21. September 1897.

Der Director de» landwirthfchastlichen Bezirk-Verein».

E. Jost, RegiernngSrath t. P.

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Feuilleton.

Fünfzig Jahre am Großen Salzsee.

Von Friedrich Thieme.

(Nachdruck verboten.)

Die einst fo vielgenannten Mormonen begehen in diese« Satire d°S fünfzigjährige Jubiläum ihrer Ansiedelung am Großen Salzsee in Utah. Der Tag ihrer ersten Aukanft daselbst war der 24. Juli. Sonderbarer Weise hat weder dir Telegraph von irgend welcher Festfeter zu berichten ge- Mßt, noch haben bi-hrr Journale und Zeitungen von diesem Gedenktage weitere Notiz genommen. Wir glauben daher, daß eine kurze Darstellung der mit dem Eretgntß zusammen- Hnqenden Thatsachen und Momente unseren Lesern um so willkommener sein wird, al- im letzten Jahrzehnt nur vevtg über die Heiligen vom jüngsten Tage geschrieben t03tb®tift'@tlft« der Sekte ist ein gewister Joseph Smith, dir am 23. December 1805 in dem Orte Sharon io Ormont geboren wurde und fich als junger! Bursche sein Aiod durch Tagelöhner-Arbeiten verdiente. Joseph wird intelligent, aber unwissend geschildert, kaum daß er mit 14 Jahren des Lesen- und Schreiben- ordentlich mächtig B1C, Dabet stand weder seine Familie, noch er selbst in besonders gutem Rufe, ja unser Held galt sogar al» ein Taugenichts und Betrüger, da er öfter» feine beschränkteren Stkannten mit der Vorspiegelung, er wiffe Schätze zu finden Md- sei im Besitze von Srherfteiueu, hinter» Licht führte. M der Zeit führte ihn seine ausschweifende Phantasie noch Wider. Der erst fünfzehnjährige Bursche erzählte plötzlich stia er Umgebung, er habe eine Erscheiunug gehabt und zwar ton zwei Personen,deren Glanz und Herrlichkeit über alle

1 Für Vorführung von Vogelsberger Vieh, Bullen, Kühen und Rinder:

Bekanntmachung.

GS wird zur «enntntß der Jntereffenten gebracht, daß der Mafchinentechniker Herr C. F. Bollert zu Leipzig« Aadenau vom 1. October 1897 ab als Beauftragter für die (Sektion IX, Dortmund, der Brauerei- und MSlzerri-Beruf»- genoffenfchaft, welche auch den Kreis Gießen umfaßt, bestellt «orten ist.

Gießen, den 18. September 1897.

Großherzogliches KreiSamt Gießen.

v. Gagern.

Beschreibung gingen" und die ihm aubefohlen, fi^keiner der bestehenden religiösen Sekten auzuschlteßen. Obwohl man den neumodischen Seher au-lachte, wagte er sich doch ein paar Jahre später mit dem Geständniß einer weiteren Offenbarung hervor. Dte-mal sollte ihm ein Engel Gotte- erschienen sein, um ihm die freudige Kunde zu bringen, daß das Reich Gotte- nahe und er berufen und erwählt fei, Gotter Werkzeug zur Förderung feiner Abfichten zu fein. Außerdem brachte ihm der Engel die sonderbare Mit- theiluug, die amerikanischen Indianer seien Reste des Volke» Israel und seiner Zeit aus Palästina nach Amerika au»- gewandert. Ihre Geschichte sei niedergelegr in vielen von Gott inspirirten heiligen Schriften und Offenbarungen, welche durch ihn der Welt bekannt gemacht werden sollten. In der Nacht darauf erschien der Engel abermals, um dem au»- erwählten Propheten nun auch den Ort der Schrtsten- verwahrung anzuzeigrn: der Gipse! eines Hügels bei Palmyra, der nach mormonischer Ueberlteferung in der Vorzeit der Berg Cumorah hieß. Dort fand Smith denn auch eine steinerne Kiste, deren Inhalt er jedou trft onßgclttfctt er- hielt, nachdem er sich einige Jahre eine» Gott wohlgefälligen Lebenswandel» befleißigt hatte. Ein Engel übergab ihm am 22. September 1827 endlich denselben, bestehend in den heiligen Urkunden, einem Brustschild, tem Schwerte LabauS und einer Art von Brille,Urim und Thummtm" genannt, deren Gläser aus durchfichttgen Steinen bestanden und mittel» deren der überglückliche Prophet, obwohl er kaum lesen und schreiben konnte, die geheimuißvollen Hieroglyphen Ider Urkunden lesen und Vergangenheit und Zukunft enträthseln konnte. Mit Hilfe der Wuuderbrtlle übersetzte er die angeblich neu« ägyptischen Schriftzeichen der goldenen Platten (nach Anderen handelte eS fich bet einer vorgelegten Probe um ein GemM von Schriftcharactereu au» den Setzerkasten einer Buch- druckeret) und ließ die angebliche Uebersetzung, bet der thm

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II. Für Vorführung von Simmeuthaler Bullen und Kühen:

Joh. Nagel

Gg. Hofmann von Grünberg

Karl Damm von Saasen Weggeld sür ein Rrud ____0

Earl Reuschling

Ludwig Größer ,

Wilh. Erbes von Saasen Albert Schäfer von Grünberg für eine Kuh Jultu» Zimmer von Lauter für zwei Kühe Ehrtsttan Stroh von Lauterbach dto. Ehrtstoph Koch von Birklar für eine Kuh Heinr. Schmidt VI. von LangSdorf Weggeld eine Kuh

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-rum zehnten Male meldet fich ein alter Hausfreund, der auch diese» Mal bei unseren gebildeten Familtm nicht vergebm» um Ausnahme bitten wird, e« ist Boll» SlamUislfKaletrdee für 1898, der soeben bet R. Boll, Berlin, «schienen ist. - Der JubtlLumS-AuSg.be hat di«-.V«l-gSbuchhmd- lung dadurch etne besondere Wethe gegeben, daß sie dh elbe wr Etu- verständntß mit Frau Cosima Wagner^dem Gedachtuttz Rtcha^ W-gnerS gewidmet hat. Der den textltchm Theil eröffnende bo^ poetische Wagner-Hymnus kündet in zündenden Worten diese Wid­mung an; auch im Text selbst finden wir titteressante, in Form einer Plauderet gehaltene Mttthetlungm über Bayreuth u»d seine Letter. Der üdrtge textliche sowie mufikaltsche Inhalt ist de» großen, en der Spitze des Kalenders stehenden Namen» durchaus würdig, er enthält Beiträge von Johann Strauß, George. Bizet, P. Lindpatntner, Julius Freund, Adolph Kohut und vielen Anderen. Auch ein tntereffantes, dankbares Preisausschreiben ist für die Käufer des Kalenders veranstaltet worden. Wenn wir nun noch sagen, daß neben dem gediegenen und reichen Inhalt die äußere Ausstattung der JubUäumS-AuSgabe etne hervorragend elegante ist, jo bedarf es unsererseits keiner wetteren Empfehlung, um unsren Lesern die An­schaffung deS billigen nur 1.- Mk. kostenden Kalenders, der fich auch vorzüglich alS Geschenk eignet, warm zu empfehlen.

- .Wegweiser für die musikalische wett« nennt fich ein äußerst geschmackvoll ausgestattetetz Bändchen von 200 Setten, da­von der Musikalienhandlung von Arno Spitz«er in Leipzig an alle Musikfreunde, die darum an die Firma schreiben, gratis imb franko verfendet wird. Der Inhalt des Buches hält auch, waS der Titel verspricht: Er führt den Suchenden mit sicherer Hand durch die Literatur aller musikalischen Gebiete und trägt dabet auch ick>er Geschmacksrichtung Rechnung. Die musikalische WeU wird an diesem Wegweiser thre Freude haben.

1. H. Juliu» Zimmer von Lauter für einen Bullen Lar! Gerhard III. von Steinbach dto.

Julius Zimmer von Lauter für etne Kuh und ein Rind Heinrich Geißler von Steinbach für ein Rind ------ für eine «nh

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III. Für Vorführung von Rindern Raffe.

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25. Wilhelm Velten von Stetnheim dto.

26. Herm. Glockengießer von Obbornhofen dto.

27. Konrad Möser von Ulfa dto.

28. v. Oven von Hungen für

29. Zimmermann Müller von Hungen

80. Forstwart Büttner von Langd

31. Wtlh. Heinr. Bender von Hungen

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28. Richard Michel von Ranstadt

24. Joh. Schwab von Berstadt Wegvergütung für einen Bullen